H^'^yr' mr DEUTSCHE SÜDPOLAE-EXPEDITION 1901—1903 * IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON ERICH VON DRYGALSKI LEITER DER EXPEDITION IX. BAND ZOOLOGIE I. BAND HEFT I 1. W. MICHAELSEN: OLIGOCHAETEN. MIT TAFEL L 2. JOU. THIELE: LEPTOSTRAKEN. MIT TAFEL II UND EINER VERHREITUNGSKARTE. BERLIN DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER 1905. DEUTSCHE SÜDPOLAß-EXPEDITION 1901-1903 IM AUFTRAGE DES REICHSAMTES DES INNERN HERAUSGEGEBEN VON ERICH VON DRYGALSKI LEITER DER EXPEDITION IX. BAND ZOOLOGIE L BAND «5 '^ A R > BERLIN DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER 1908 Inhalt des IX. Bandes. Zoologie I. Band- Seite Vorwort von E. Vanhöffen V — XII Heft 1 (ausgegeben im Juni 1905). 1. W. Michaelsen, Oligochaeteii. Tafel I 1 — 58 2. 'Jon. Thiele, Leptostraken. TalV-l II und rinc Vfrln-fitnngskarte im Text . 59 — (58 Heft 2 (ausgegeben im März 1906). 3. G. Budde-Lund, Die LandisoiDoden. Tafel III und IV (59 — 92 4. J. Meisenheimer, Die Pteropoden. Tafel V — VII und 10 Ahbildnngen im Text 9o — 153 Heft :{ (ausgegeben im August 190G). 5. C. Apstein, Die Salpen. Tafel VIII— X und 42 Abbildungen im Text . . 154—203 Heft 4 (ausgegeben im März 1907). (i. (). Schröder, Neue Radiolarien (Cytocladus gracilis und Cytocladus major). Tafel XI— XIII und 1 Abbildung im Text 205—223 7. O. Schröder, Eine gestielte Acanthometride (Podactinelius sessilis Ol. Sehr. n. g. n. ^).). Tafel XIV— XV 225—236 8. (). HüTSCHLi, ('lieniisclie Natur dei' Skelettsubstanz des Podactinelius und der Aoantharia überhaupt. 4 Abbildungen im Text 237 — 257 9. Ferd. Richters, Die Fauna der Moosrasen des Ganssberges und einiger süd- licher Inseln. Tafel XVI— XX 259—302 Heft 5 (ausgegeben im September 1907). 10. K. V. Lendenfeld, Tetraxonia. Tafel XXI— XXV und 1 Abbildung im Text 303—342 11. O. Schröder, Echinogromia multifenestrata. Tafel XXVI 343 — 348 lY Inhalt. li'. (J. SchhOdkk, Die liiliisoricii. Tafel XXVIl ^49 300 13. H. LüHMANN, Die Meeresinilben, Tafel XX\T11 und l.j Abhildungen im Text 361—413 Heft (J (ausgegeben im April 1908). 14. C. AriEM.s, Dir Myriopodeii. Tafel XLIV und 10 Al.liildimgeii im Text . . 415 — 433 15. A. Hkichenow, Die Vögel des Weltmeeres. Tafel XLV — L und :'>-2 Al)- Mlduiiiren im Text 435 50/ Yorwort. Erst die Bekanntschaft mit den Bewohnern eines Gebiets, das nicht in allen seinen Teilen bereist werden kann, gibt frenauere Auskunft über die Natur desselben. Daher wurde bei den in den Jahren 1901 — 1904 etwa gleichzeitig ausgesandten Siidpolar-Expeditionen besonderer Wert darauf gelegt, die Tierwelt des antarktischen Gebiets kennen zu lernen, sowohl um ihrer selbst willen, als auch in der Erwartung, daß sie weitergehende Aufschlüsse liefern würde. Aber schon über die Grenzen des antarktischen, d. h. des vom Südpolareis direkt beeinflußten Gebiets gingen die Meinungen auseinander, weil der Bereich dieses Einflusses sich in geringerem Maße alljährlich verschiebt und in hohem Grade seit der Dihivialzeit verändert hat. Auch nahm man antarktische Einflüsse in der Tiefsee bis weit nach Norden hin an. So schien es nötig, gleich nach dem Überschreiten des Äquators mit den ozeanographischen Arbeiten zu beginnen und die Spuren der Antarktis bereits dort im kalten Wasser der Tiefsee zu suchen. Dauernde Beobachtung der Oberflächentiere und Fänge aus größerer Tiefe am Tage, ergänzt durch einige nächtliche Netzzüge, ließen uns größere Sicherheit in der Unterscheidung der Oberflächenformen und Tiefseetiere, sowie Anschluß an die Ergebnisse der Deutschen Tiefsee- Expedition gewinnen, deren Falirtlinie im Atlantischen Ozean parallel zu der unsrigen, näher an der afrikanischen Küste nach Kapstadt herabzog. Die Schließnetze kamen wegen der Abtrift des hochniastigen uikI mit Dei-ksbauten versehenen Schiff'es zu oft nur halb geschlossen hei-auf und gaben auch sonst zu geringe Ausbeute, um die aufgewandte Mühe des Fischens in erheblicher Tiefe zu lohnen. Die Oberflächen- und Tiefseefänge mit großen Netzen aber lieferten interessante Beiträge zur Kenntnis der geographischen Verbreitung der Meerestiere. Für die Verbreitung pelagischer Tiere sind ja die Meeresströmungen und die Winde direkt verantwortlich zu machen, die sich n)eist konstant in denselben Bahnen bewegen. Das trifft im allgemeinen auch für die pelagischen Larven festsitzender Tiere zu. Die Verbreitung der letzteren wird aber dadurch verwickelter, daß manche am Schiff festgeheftete Tiere bei der Fahrt von einem Stromkreis in den andern verschle[)pt werden und, indem sie pelagische Brut absetzen, sich neue Verbreituncsirebicte erobern können. Ohne Zweifel kommt solcher Ver- schleppung größere Bedeutung zu, als allgemein anerkannt wird. Die langsame Fahrt des „Gauss", sowie der Aufenthalt bei den Kap Verden, in Kapstadt, bei Kerguelen, St. Paul, Simonstown, St. Helena, Ascensioii und San Miguel (Azoren) gab gute Gelegenheit einen Einblick darin zu erhalten, welche Arten sich besonders an Schiffen festzusetzen pflegen und wieweit sie sich von Ändi'rungen in der Temperatur und im Salzgehalt lieeinflussen lassen. VI Vorwort. Dann beschäftigten uns diiueiiK] Beoliat-htungen über die Verbreitung der Waltiere und Vögel, denen auch von Seiten der Sehifl'sof'fiziere dankliar anzuerkennendes Interesse entgegen- gebracht wurde und die zusammen mit den auf der Deutschen Tiefsee-Expedition gesammelten Erfahrungen wichtige Ei'gebnisse lieferten. Wo Inseln und Festlandküsten berührt wurden, wandten wir unsere Aufmerksamkeit auch den unter Moos und Steinen versteckt lebenden, sonst wenig beachteten Formen zu, deren Verbreitung Aufschlüsse über die Beziehungen der Länder untereinander und zum Südpolar- kontinent gab. Besonders ergiebig war der Besuch von Possession-Eiland der Crozet-Gruppe, dessen bis dahin unbekannte Landfauna sich als ganz eigenartig erwies. Als wir dann nach C monatlicher Fahrt am 22. Februar 1902 vom Eise festgesetzt wurden, hatten wir das (ilück unter 66°2'9"s. Br. und 89°38'ö. L. v. (h: eine sichere Stelle für die Üiierwinterung zu treffen, wo für ein Jahr weniger 14 Tage eine feste biologische Station auf dem Meere 385 m über dem Festlandsockel unterhalten werden konnte, welche nahe eenu«: der Küste sellist lag, um auch bei Schlittenreisen nach dem etwa 12 deutsche Meilen entfernten Gaussberg die in Tiefen von 40 — 200 m lebende Küstenfauna zum Vergleich heranziehen zu können. Bei der Station wurden das ganze Jahr hindurch regelmäßige, etwa 14tägige Stufen- fänge mit quantitativ tischenden Planktonnetzen gemacht, die trotz dauernd gleich bleu «ender Temperatur von — 1,85° C. und gleichem Salzgehalt von 3,3% von der Oberfläche l)is zu 350 m Tiefe unter 5 m dicker Eisdecke doch die Wirkung des Lichts in Saisonverschiedenheiten des Planktons cleutlich erkennen ließen. Daneben gaben Brutnetzfänge, welche zuweilen auch den Grund berührten, Auskunft über die größeren Planktonformen und die in der Tiefe dicht über dem Grunde schwebende Tierwelt. Andere den Boden belebende Formen fanden sich in meist mit Pinguinfleisch oder Robbenfleisch beköderten Reusen ein, und die festsitzenden Tiere wurden mit Quastendretschen aus aufgerolltem Tauwerk erbeutet, da direktes Dretschen mit der Dreikantdi-etsche wegen der im Verhältnis zu der großen Tiefe geringen Entfernung von einem Fischloch zum andern erfokdos blieb. Die Benntzune; orößerer Netze zum Fana' von Fischen war nur im Januar möglich, nachdem sich eine Sj)alte etwa ^'i Kilometer vom Schiff entfernt bis auf 1 — 2 m Breite geöffnet hatte. Bei allen zoologischen Arl)eiten hat mir, wie ich hier mit Dank anerkenne, der Matrose Noack, dem (ielegenheit gegeben war, sich in vier- wöchentlichem Kursus am Museum für Naturkunde in Berlin für seine Tätigkeit vorzubereiten, in ausgezeichneter Weise geholfen. Wenn auch nicht anzunehnun ist. daß alle bei der Station lebenden Arten gefangen wurden, da bis zuletzt noch einzelne neue hinzukamen, so ist es doch sicher, daß unsere Sammlun^r, bei der i^roßen Zahl der Fänge und den mannigfaltig variierten Fanf,nnetlioden, alle für das Gebiet charakteristische Arten umfaßt. So wurde mit Einschluß der H()l)ben und Vögel und der niederen Moosfauna am Gaussberg die Zusammensetzung der Fauna an der Küste iler Posadowsky-Bai sicher festgestellt und damit die Möglichkeit des Vergleichs dereelben mit anderen gut bekannten Faunen gegeben, die z. B. eine Beantwortung der vielumstrittenen Frage nach der Bipolarität der Tiere erhoffen läßt. lU'sondere Mühe machte das Bergen und Konsen'leren der Fänge bei der Winterstation wegen der Kälte und der Dicke der uns umgebenden Eisdecke. Die Öffnung im Eise, ursprünglich etwa vier 0'"'''dratmeter groß «lurcli s hat sieh gezeigt, was ich für spätere Expeditionen hervorhebe, daß planmäßige Forschung am besten unter wissenschaftlicher Leitung gedeiht, der die nautische Führung sich unterordnet und die auch nach der Rückkehr noch die Expeditionsmitglieder zu einheitlicher Arbeit zusammenzuhalten weiß. Eine so gründliche Verwertung aber des wissenschaftlichen Materials, wie sie die Bedeutung der Expedition verlangt, wäre nicht möglich gewesen ohne die weit- gehende Unterstützung, welche wir von den hohen Behörden des Reiches und des Staates erfahi-eu haben. Das Reichsamt des Innern hat uns jetzt während der Vei'arbeitung des Materials, wie früher während der Ausführung der Expedition, sein Vertrauen bewahrt uw\ die füi- die Puiilikation erforderlichen Mittel mit stets gleichem Intei-esse zur Verfügung gestellt. Das Königl. Preußische Kultusministei'ium hat uns von anderen Arbeiten befreit und manche Hilfsmittel seiner wissenscliaftliclien Institute ülierlassen. Da 'den zoologischen Arlieiten daraus der größte Vorteil erwächst, möge es auch mir erlaubt sein, hier beiden hohen Behörden den herzlichsten Dank abzustatten. Berlin im Februar 1908. E. Vanhöflfen. DIE OLIGOCHAETEN DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 1901-1903 XEBST ERÖRTERUNG DER HYPOTHESE ÜBER EINIilX FRÜHEREN GROSSEN DIE SÜDSPITZEN DER KONTINENTE VERBINDENDEN ANTARKTISCHEN KONTINENT VON Dr. W. MICHAELSEN (HAMBURG) MIT TAFEL I Deutsche Südpolar-Expedition. IX. Zoologie. Das der vorliegenden Abhandlung zugrunde liegende Material ist zum größeren Teil von der Hauptexpedition im Kaplande und auf den besuchten Inseln des subantarktisohen Meeres, sowie des südlichen Indischen und des Atlantischen Ozeans gesammelt, zum geringeren Teil von der Zweigexpedition auf Kerguelcn erbeutet worden. Von besonderem Interesse sind die Oligo- chaeten von den Inseln des subantarktischen Meeres, zumal diejenigen von der Crozet-Gruppe; aber in systematischer Hinsicht sind auch einige neue Arten vom Kaplande bedeutsam. In geographischer Hinsicht zerfällt das Matei-ial in verschiedene gesondert zu betrachtende Gruppen: 1. Einige neue endemische xVrten vom Kaplande, der Megascoleciden-Unterfamilie Aamtho- drilinae angehörig, und zwar zum Teil der Chi/ota-Gvuppe, zum Teil der Noiio(/riliis-Gvu\)Y)e, bieten in geographischer Beziehung nichts Neues. Sie bestätigen und vertiefen den bereits früher für dieses Gebiet festgestellten Charakter der Terricolenfauna (Michap:lskn, D. geogr. Verbr. d. Oligoch.i) p. 160). 2. Zahlreiche Terricolen von Säo Miguel (Azoren), St. Helena und St. Paul bestätigen meine Feststellung, daß die weit isolierten ozeanischen Inseln einer endemischen Terricolenfaima ent- behren (1. c. p. 171). Es sind sämtlich peregrine Formen, sicherlich durch den Menschen ein- geschleppt, zumeist der gemäßigt -borealen eurasisch-nordanierikanischen Familie Lumbricichte angehörig, außerdem nur eine P/ieretima-Art, und zwar die nachweislich durch Verschleppung fast zirkummundane Ph. /teterochaeta (Michaelsen), sowie ein kleiner Enchytraeide der Gattung Friedericia, der ebenfalls sicherlich eingeschleppt ist. Die überraschende Tatsache, daß auch die weltentlegene Insel St. Paul im südlichen Indischen Ozean von derartigen Einschleppungsformen infiziert ist. wurde bereits an anderer Stelle erörtert. Das vorliegende Material bringt eine zweite peregrine Form von St. Paul zu unserer Kenntnis, den durch Verschleppung fast kosmo- politischen Ileludrilus ccdüjinosus (Säv.). 3. Mehrere zum größten Teil neue Arten der Notiodrüus-GY\x-^-\^Q von den Inseln des sub- antarktischen Meeres, zumal von der Crozet-Gruppe, vertiefen in bedeutsamem Maße unsere Kenntnis von dieser Oligochaetengruppe und bringen vor allem Klarheit in die verwandtschaftliche Beziehung zwischen den bisher gesondert gehaltenen Gattungen Notiodrilus und Microscolex. Diese Oligochaeten der weit isolierten ozeanischen Inseln des subantarktischen Meeres bildeten bisher die Hauptstütze der von mir als unnötig bezeichneten Hypothese über einen früheren großen, die Südspitzen der Kontinente verbindenden antarktischen Kontinent. Die durch das ') W. Michaelsen, Die geographische Verbreitung der üligochaeten, Berlin 1903. 1* 'Sit»«« ^ t^ AI 4 Deutsche Südpolar-Espedition. neue Material erweiterte Kenntnis dieser Oligochaeten und andere Tatsachen veranlassen mich, die Erörterung jener schon in früheren Schriften von mir behandelten Hypothese hier wieder aufzunehmen. Da für diese Erörterung die Kenntnis der geographischen Verbreitung von Noliodnliis von besonderer Bedeutung ist, so benutze ich diese Gelegenheit zur Klarstellung des seiner Gattungszugehörigkeit nach bisher fraglichen Notio(/rihis(?} Valdiviae Michlsn. Ein günstiger Zufall hat mir neues, gut konserviertes, von Herrn Gunnar Linnell im Kamerun-Gebiet ge- sammeltes Matei-ial dieser Art in die Hand gegeben. Ich füge eine vollständigere Beschreibung dieser Art, die sich als echter Notiodrilus erwiesen hat. in den systematischen Teil, in die Be- schreibung iTnd Aufzählung des Materials der deutschen SiUlpolar-Expedition ein. An diesen systematischen Teil füge ich dann eine eingehende Erörterung der Hypothese über den früheren großen antarktischen Kontinent an. 4. Mehrere Arten von Meeresstrand-Enchytraeiden aus den Gattungen Lumhricillus, Marionina und Enchijtraeus von der Crozet-Gruppe. von Kerguelen und von Neu-Amsterdam erweitern das Gebiet dieser euryhalinen Oligochaeten. die bisher im nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans (Nowaja-Semlja, Spitzbergen, ganz Europa, Grönland, Massachusetts. Bermudas), im südlichen Teil des Atlantischen Ozeans (Uruguay, Süd-Patagonien, Feuerland, Süd-Georgien), sowie auf Kerguelen gefunden worden sind. 5. Einige Arten der limnischen Gattungen Phreodrihis — eine altbekannte von Kerguelen und eine neue von der Crozet-Gruppe — , Branchinra — eine altbekannte, fast kosmopolitische Art von der Crozet-Gruppe — und Pclodribis — eine neue Art vom Kaplande. Die neue Art der Gattung Phrcodrilas, der einzigen ihrer Familie, der Phreodri/idae, bildet ein weiteres Glied in dem zurzeit noch etwas liicki'iihaften notial-zirkumpolaren Verbreitungsringe dieser Gattung bezw. dieser Familie. Wir kennen jetzt also Vertreter dieser Gattung bezw. Familie von Neuseeland (3 Arten), von Kerguelen (1 Art), der Crozet-Gruppe (1 Art), den Falklandinseln (2 Ai-ten), sowie von Feuerland (1 Art) und Süd-Chile (1 Art). Die Gattung PelodriUis, zu der Fani. Ihiplotaxidae gehörig, ist bis jetzt, abgesehen von dem neuen kapländischen Fund, nur von Neuseeland (1 Art) und Süd-Sibirien (1 Art) bekaimt: diese Gattung hat also anscheinend eine ungemein weite Verbreitung, ein Umstand, der für eine limnische (liattunt!; nicht überraschend ist. Fam. Phreodrilidae. Gen. Plireodrilus Bedd. (s. 1.) Plireodrilus kergiieleiieiisis Michlsn. I'.iOl'. P/ircoiMliis keniitdenemis. Mkiiaklshs, Die Oligochaeten der deutschen Tiefsee-Expeditioii etc.; in Erg. der deutschen Tiefsee-Exp., Hd. III \k i;!G Taf. XXII Fig. 1— G. Fiiiidnotiz: Kerguelen, Schwarzer See: 22. XI. 02. Wkuth leg. Vorliegend 1 Exemplar. IMireodriliis crozeU'iisis ii. sp. Diagnose: Dimensionen: Länge ca. 18 mm, üicke max. o.fij mm, SegmentzabI ca. GO. Färbung weißlich; Habitus Knchytraciden-artig. Kopflappcu kurz, gerundet. Segmente des Vorderkörpers zweiringelig, mit kürzerem vorderen Ringel. Borsten: Ventrale Biindi'l, bestehend aus je zwei S-fiirmigen, am U.Segment ca. 0,08 nun langen und \ \i. dicken llakenborston, deren distale Spitze sehr undeutlich gegabelt, mit scliwacliem lUickel vor der llauptspitze ausgestattet ist. Dorsale Bündel mit einer im proximalen Teil gerade gestreckten (Haar-) Borste und 1 oder 2 Ersatzborsten. Gürtel satlelfiiruiig. nur dorsal irnd lateral, am VI. und i:i. Segment. ö'Poren in schwach umwallten, bogenförmigen, schräg nach vorn und medial konvexen Furchen an Stelle der ventralen Borten des 12. Segments. Samentaschenporen gerade hinter den cf Poren, etwa eine halbe Segmentlänge von denselben entfernt, genau in den Linien der ventralen Borstenpaare, am lo.C:') Segment. Atrien dick schlauchförmig, gewunden, distal durch ein stark verengtes kurzes Ausmündungsstück in die konkave, schräg nach hinten und lateral gerichtete Fläche der Kinscnkung der o^Poren ausmündend. Samentaschen mit lang gestreckter, weiter, unregelmäßig gebogener dünnwandiger Ampulle und etwas kürzerem, sehr dünnem, schwach gebogenem, nicht scharf abgesetztem Ausführgang, der keine ventilartige Bildung erkennen läßt. Geschlechts- borsten und dazugehörige Drüsen fehlen. FiiiHlnotiz: Crozet-Griii)pe, Possession-lnsel. am Meeresiifer bei einem Bach; 2.'). XII. Ol. Vanhöffen leg. Vorliegend nur drei Exemplare, von denen zwei imvollständig. ohne Hinterende. Es war mtbige der Spärlichkeit des Materials nicht möglich, eine lückenlose Beschreibung dieser Art zu entwerten. Äußeres: Das vollständige Exemplar zeigte folgende Dimensionen: Länge 18 mm, Dicke 0,55 mm, Segmentzahl GO. Die Färbung der konservierten Tiere ist rein weiß. Der Habitus erinnert an schlankere Enchytraeiden. Der Kopflappen ist kin-z, kuppeiförmig gerundet, ungefähr so lang wie breit. Die Seg- mente des Vorderkörpers sind mit Ausnahme der beiden ersten zweiringelig. Der vordere Emgel ist ca. ein Drittel bis halb so lang wie der hintere. (j Deutsche Siidiiolar-Exiiedition. Die Gestaltung der Borsten ließ sich nicht ganz klarstellen. Die ventralmediane Borsten- distanz ist deutlich kleiner als die dorsale und die lateralen. Die ventralen Bündel enthalten konstant zwei anscheinend gleiche, S-fönnig gebogene Hakenborsten. Eine dieser Hakenborsten vom 14. Segment erwies sich als 0,08 nun lang bei einer maximalen Dicke von 4 it. Die distale Spitze einer (I) dieser ventralen Borsten erschien bei sehr starker ^'ergr(■)ßerllng undeutlich gegabelt. Es ließ sich dicht vor der Hauptspitze ein schwacher Buckel, das Kudiment einer zweiten Gabel- spitze, erkennen. Ob die beiden Borsten eines ventralen Bündels gleich gestaltet sind, oder verschieden, wie etwa bei den südamerikanischen Phreodrilus-Avten. muß dahingestellt bleiben. Die dorsalen Borsten waren sämtlich dicht oberhall» der Küriie-roberfläche abgebrochen. Mut- maßlich haben sie dieselbe schlanke Gestalt besessen, wie die Haarborsten des zweifellos nahe verwandten Ph. kerijuelenemis Michlsn. Das im K()rper steckende Stück dieser dorsalen Borsten ist ganz gerade, etwa 0,0(5 mm lang und im Maximum, am proximalen Ende. ca. 4 ii dick. Die dorsalen Bündel scheinen stets neben einer Hauptborste eine oder zwei Ersatzborsten zu enthalten. Der Gürtel ist sattelt'örraig. nur dorsal und latei'al ausgebildet. Er erstreckt sich über die beiden Segmente 12 und 13. Die beiden männlichen PortMi liegen an Stelle der fehlenden ventralen Borsten des 12. Segments. Es sind tiefe, schwach umwallte, bogenförmige Furchen, deren Konvexität schräg nach vorn und medialwärts gerichtet ist. Die beiden unscheinbaren, auf winzigen Papillen liegenden Samentaschenporen liegen gerade hinter den mänidichen Poren, etwa eine liallie('r') Segmentlänge von denselben entfernt, genau in den Linien der ventralen Borstenpaare. Sie liegen etwa in der Mitte zwischen den männlichen Poren und den zunächst dahinter erkannten ventralen Borsten. Da diese letzteren noch im Bereich des Gürtels liegen, so glaube ich annehmen zu dürfen, daß sie dem 13. Segment angehören. Die Samentaschenporen würden dann ungefähr auf Intersegmentalfurche 12/13 liegen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß hier ein Irrtum obwaltet. Es konnten die ventralen Borsten des 13. Segments ausgefallen sein uinl die zunächst beobachteten dem 14. Segment zugeordnet werden müssen. Dann müßte man allerdings annehmen, dal.}- der Gürtrl sich über die Segmente 12 bis 14 ei-streckt, und daß das 13. Segment ungemein verkiirzt ist. denn die Samentaschenporen liegen ziemlich dicht hinter den niMunliclu-n Poren. Innere Ort^anisation : Der Darm trägt vorn einen scharf begrenzten, ziemlich dicken dorsalen Schhunlkopf. Im t. bis (l. Segment finden sich eine |)aarig angeordnete, niäliig große Gruppe von Speicheldrüsen, zum Teil an die Dissepimente angelehnt, also den Septaldrüsen der Enchytraeiden vergleichbar. Diese Speicdieldrüsen bestehen aus großen, birnförmigen, mehr oder weniger fest aneinandergelagerten Zellen. I)er Oesophagus ist einfach und etwa vom (>. Segment an mit mäßig großen Chloragogenzellen besetzt. l-^r geht allmählich in den weiteren Mittel- ilarm ül>cr. Das Gehirn scheint vorn konvex mnrandet zu sein. Hinten läuft es in zwei rundliche. median aneinandei-stoßende l^appen aus. Es fand sich anteclitellial nur ein einziges Paar Nephridien. Dieselben liegen der Haupt- .sache nach im 7. Segment: ihr FJinuuei-tricliter ragt in das 6. Segment hinein. Michaelsen, Oügochaeten. 7 Ein Paar Hoden finden sich im 11. Segment. In demselben Segment liegen zweifellos die nicht deutlich erkannten Samentrichter. Die Samenleiter sind etwa 16 n dick, anscheinend ziemlich kurz. Ihr Verlauf und ihre Einmündung in die Atrien liei3 sich nicht sicher feststellen. Die Atrien sind dick schlauchförmig, im allgemeinen etwa 0,05 mm dick, gewunden. Distal verengen sie sich zu einem kurzen, dünnen Ausmündungsstück, das in die schräg nach hinten und lateralwärts gerichtete Fläche der Einsenkunor des männlichen Porus einmündet. Die Ovarien liefen im 12. Segment. Die Samentaschen bestehen aus einer langen, weiten, unregelmäi3ig gebogenen, dünn- wandigen Ampulle und einem etwas kürzeren, dünnen, nicht scharf abgesetzten, schwach gebogenen Ausführgang. Eine ventilartige \"orriehtimg, wie sie sich bei Ph. kerguelcneiisis am Ausführgang der Samentaschen fand, scheint hier zu fehlen. Geschlechtsborsten und dazugehörige Drüsen fehlen. Erörterunfj: Pli. crozetensis steht zweifellos dem P/i. kerguelenonsis Michlsn.') von Ker- guelen nahe. Wie dieser hat er einen Enchy(raeus-a.rtigen Habitus. Er unterscheidet sich von der Kerguelenforni dui-ch die Lage der Geschlechtsporen (bei Ph. kergueleiiensis der ventralen Medianlinie genähert) sowie durch das Fehlen der Geschlechtsborsten und der dazugehörenden Drüsen in der Nachbarschaft der Samentaschen, vielleicht auch noch durch die Gestalt der Samentaschen (bei P/i. k/'i-guckiwiiais mit A'entilvorrichtung) und die etwas vorgerückte Lage der Samentaschen]ioreu (bei l'h. kcrcpicJcncnsis dicht vor der Borstenzone des 13. Segments). Faiii. Tubificidae. Gen. Brancliiura Bedd. emend. Michlsn. Braiicliiiira cocciiiea (Vejd.) % var. siiiiplex (Benliam). Litcratiii- und Synonymie der Art siehe unter: 1901). liraiichiiira cocciiiea. Miciiaei.sen, 01i;^ochacta, in Tierreidi, Lief. 10, p. 40. Außerdem; li)03. Branchiiira coccineu, Miciiaelsex, H.nraburL'. Elb-Unters. IV, OIii,'Ochaeten; in Mt. Mus. Hamburg, Bd. XIX p. 187 Taf. Fig. 8. 1904. Taiipodrilii.t siiiiplci; Rexiiam, Some n. sp. aipiat. Ölig. fr. New Zealand; in Proc. Zool. Soc. London 1IH»4, p. 219 PI. XXV Fig. 2.^, PL XXVI Fig. 20—28. 1:H)4. Ilyorlriliis cocciiieiix -h I. pahistri.-! (+ I. tiiiforinis?), Ditlevsen, .^tud. Ölig., p. 408 Taf. XVI Fig. 1, 2 (p. 408 'l'af. XVI Fig. 3— .'•)). 190."). Viraiicliiiira cocciiica var. iiiai-ijualia, Miciiaei.sen', Ölig. Baikal-See, p. 10. Fuiidnotiz: Crozet-Gruppe, Possession-Insel: 25. XII. Ol. Vanhöffen leg. Es liegen mir zwei nicht besonders gut konservierte Exemplare von Brancliiura cocciiiea (VE.in.) vor, die mit der von Benham beschriebenen Varietät von Neuseeland, var. simplex {Taupodrilus simplex Benham), identisch zu sein scheinen. Die normalen Borsten und die Geschlechtsborsten stimmen mit denen der neuseeländischen Form überein und ebenso ist es mit der Struktur der Atrialkannnern. Ich habe anderenorts (1. c. 1905 p. 10) die fragliche Bedeutung ') W. Miciiaei.sen: Die Oligoehaeten der deutschen Tiefsee-Expedition etc.; in Erg. d. deutsch. Tiefsee-Exp., Bd. III, p. i:;(; Taf. XXil Fig. 1—5. g Deutsche Siid|iolar-Kxiieilitioii. des anscheinenden Fehlens euies Prostaton-Besatzes an diesen Atrialkamniern erörtert. Bei den vorliegenden Exemplaren scheint dieses Fehlen auf ciiieni Zustand der Unreife zu beruhen. Die weit verbreitete, anscheinend in der Gestaltung der Borsten sehr variable Art Branchiura coccinea ist neuerdings von Ditlevsen einer Untersuchung unterzogen worden. Wenngleich ich die in der betreffenden Publikation (1. c. 1904. in meiner Arbeit 1. c. 1905 noch nicht berück- sichtigt!) enthaltenen Tatsachenangaben auch für durchaus korrekt halte, so kann ich doch die an diese Tatsachen angeknüpften Erörterungen über systematische Verhältnisse nicht anerkennen. Was zunächst die (Tattungsbezeichnung anbetrifft, so ist der Gattungsname llyodrilus für diese Formen aui' keinen Fall anwendbar. Die Gattung I/i/odrilus ist 1879 von Eiskn für drei Tubificiden-Arten aufgestellt worden, die eine einzige gesonderte Prostata an jedem Atrium ti-agen, und die sich von der Gattung Tubifex (s. 1.) nur durch die Kürze der (bei einigen IlyodrUns- Ai'ten sogar rurlimentär werdenden) Samenleiter untei'scheidet. Man mag über die generische Zusanunengehörigkeit von Branchiura Sowerhiji Bedd.. Typus der Gattung, und B. coccinea (Ve.jd.) verschiedener Ansicht sein. Aber, falls man die beiden Arten generisch trennen will, kann die von Branchiura abgesonderte Gattung doch nie den für eine andere Gruppe zu Recht vergebenen Namen Ili/odriliis erhalten. Ditlevsen will Branchiura coccinea aus dem Verbände der Tiibificiden herauslösen und zu den Naididen stellen. Hiergegen muß ich entschieden Einspruch erheben. Die Anordnimg der Geschlechtsoi-gane. die sich bisher noch stets als das beste Kriterium für die Familien- und (iattungszugehörigkeit erwiesen hat. läßt diese Formen als echte Tubificiden erscheinen. Ditlevsen führt zur Diskreditierimg dieses Kriteriums die Tatsache an, daß bei einigen Oligochaeten eine Verschiebung der Geschlechtsorgane stattgefunden habe. Das sind aber doch nur ganz vereinzelte Fälle, irigentlich kaim nur Fristina I^e;/ilyi Fr. Smith in Frage kommen: deim bei den beiden Enchytraeiden-Arten Huehholzia appemUculata (Buchh.) und Marioiiina gkindidosa (Michlsn.) findet nur eine partielle Vei'schiebung statt: die Samentaschen behalten hier die fiir Enchytraeiden charakteristische l^age liei. (Tegenübcr jener einzigen Art. bezw. diesen wenigen isolierten Arten, steht der zu prüfende ßranchiiira-FsM. Bei diesem handelt es sich nicht um eine einzige Art. sondern um eine (iruppe von mindestens drei Arten, bei denen die angebliche Verschiebung der Geschlechtsorgane in gleicher Weise auftritt. Zu Branchiura coccinea und seinen nahe ver- wandten l''(irnien (es ist belanglos, ol) man diese wie Ditlevsen und Beniiam als gesonderte Ai-teu oilei' wie ich als Varietäten einer varialilen Art ansieht) kommen nämlich die beiden Baikalsee-Arten ClilcUio Korolnefji MicuLS^. und C. miiltispinns Michlsn., die keinenfalls durch Famihengrenzen von jener Branchiura getrennt werden dürfen. Mutmaßlich gehören sie sogar »ler gleichen (Jattung (Z^/r///67j/»m ei einzelnen Arten auftretende relativ junge .Abweichung vom Normalen. Will man Branchiura coccinea zu den Naididen stellen, dann midi man auch Clitellio mulfifipinus, einen Kiesen schon unter den Tubi- liciilen (im halbreifen Zustand 'ü nun lang und bis I mni dick), den Naididen zuordnen. Auch das Fehlen der ungeschlechtlichen N'ermehrung diuch Teilung bei dieser Branchiura- Gru|)pe spricht entschieden gegen ihre Zugehörigkeit zu den Naididen. Die von Ditlevsen für seine .\nscliauimg vorgebrachten Gründe sind nicht stichhaltig. Das MiciiAELSEN, Oligochaeten. g Blutgefäßsystein zeigt sich vielfach bei nahe verwandten, derselben Gattung angehörenden Arten sehr vei-schieden ausgebildet. Ich erinnere nur an die weitgehende Vereinfachung des Blutgefäß- systems bei Glossoscolex peref/rinus (Michlsn.).') Eine derartige Reduktion in der Kompliziertheit des Blutgefäßsystems scheint mit einer Reduktion in den Dimensionen der Art {Glossoscolex pereyrinus ist ein Zwei-g in seiner Gattung, und Branchiura coccinea ist ein verhältnismäßig kleiner Tubificide) Hand in Hand zu gehen. Nur dort, wo das Blutgefäßsystem vom Urspi-ung her so einfach ist, daß es kaum eine Reduktion zuläßt, wie z. B. liei den Enchytraeiden, kann diese Einfachheit als Charakter einer grcjßeren Grujjpe angesehen werden. Bei Gruppen, die im allgemeinen ein höher entwickeltes Blutgefäßsystem aufweisen, wie z. B. bei Tubificideu. mag der einfachere Zustand ebensowohl auf Rückbildung Ijeruhen, wie urspi-ünglich sein. Das Gleiche gilt für das Nephridialsystem, das Nervensystem etc. Das Vorhandensein von Geschlechtsborsten neben den cf Poren ist ganz belanglos. Wenngleich es bei Tubificiden nicht gerade häufig ist, so kommt es doch bei typischen Formen dieser Familie so gut vor (z. B. bei Lycodrilus parvus MiCHLSN. vom Baikalsee) wie bei Naidiflen. Branchiura coccinea und seine Verwandten stellen offenbar einen ]jhyletisch älteren Zustand dar. als z. B. die Gattung Tubifex. Das kann aber noch keine Veranlassung geben, sie aus der Familie der Tubificiden auszuscheiden. Was die verschiedenen Formen anbetrifft, so ist meine var. inaeqxalis aus dem Baikalsee (1. c. 1!)05 p. 10) anscheinend identisch mit Ihjodriliis palustris Ditlkvsen. Da dieser letzteren Bezeichnung die Prioritiit zuzuerkennen ist, so bezeichne ich diese Form als Branchiura coccinea var. pabistris (Ditlevsen). llyodrilus jUiformis Ditlevsen ist offenbar nach niclit vollständig reifen Exemplaren aufgestellt. Ditlevsen gibt an, daß alle Borsten gespaltene Hakenborsten seien. Das Fehleu nou Haarborsten in den dorsalen Bündeln läßt diese Form näher mit Clitellio Korotiiefjl Miciii.SN. verwandt erscheinen. Dieses Fehlen der Haarborsten erscheint mir übrigens von geringerem Bedang. Wenngleich ich mich hier niclit auf eine eingehendere Besprechung der übrigen Erörterungen in der zitierten Drri.EVSEN*schen Allhandlung einlassen kann, so muß ich doch einzelne Punkte hervorheben. Ich kann dem Kopenliagener Zoologen den Vorwurf nicht ersparen, daß er die Oligochaeteu-Literatiu- nur sehr mangelhaft Iienutzt, und an diese mangelhafte Literaturkenntnis eine nicht nur unfreundliche, sondern auch unzutrelfende Kritik meiner Veröffentlichungen geknüpft hat. So wirft er mir z. B. vor, daß ich Tubifex tubifex (Müll.) und Lophochaeta generisch von Psammorijcles getrennt habe. Damit vergleiche man meine Zusammenstellung in „Tierreich, Lief. IG. Oligochacta" p. b'2\ u. f., in der ich Tubifex mit Psainnwryctes vereine. Wenn Herr Ditlevsen diese „Zusätze und Berichtigungen^^ übersehen hat, so hätte er doch meine verbessei'te Auffassung aus späteren Schriften, z. B. „Die geogr. Verbr. d. Ölig., p. 49", ersehen müssen. In der letztgenannten Schrift (p. 48) hebe ich übrigens auch die nahe Verwandt- schaft zwischen Lophochaeta und Tubifex (s. 1.) hervor. Wenn ich in der generischen Verschmelzung dieser Formen etwas zurückhaltender war, so geschah es. weil ich niclit ohne ganz zwingenden Grund ältere von anderen Autoren aufgestellte Gattungen aufhebe. Zwingend war es zu jener Zeit aber nicht, denn Lophochaeta war die einzige Tubificiden-Gattung mit gefiederten Haar- borsten. Die systematische Wertigkeit dieses Charakters ließ sich also damals noch nicht sicher ') Tylconux peregrinus, Michaelsen, Organ. Regenw. Westind. Südamer.; in Zool. Jahrb., Bd. 10, Morph., p. 360 u. f. Deutsche Sililpolar-Expeilition. IX. Zoologie. T. 2 10 Deutsche Südpolar-Expedition. bemessen. Auch meine Erörterung über die chitinöse Penisscheide (Hamburg. Elb-Unters. IV, Öiigoch.. I». 201) scheint Diti.kvskx nicht gekannt zu liaben. Wenn Herr Ditlevskn gern wissen will „von wo .MiciiAKLSKN seine Angabe vom Penis bei Tithifex hat", so muß er in ülteren Schriftstellern nachschlagen. Wahrscheinlich stammt diese Angabe aus derselben Quelle, aus der auch Beüdard (.\Ionogr. Ünl. Oligoch., p. 242: „Penis not chitinous") geschöpft hat. Ich habe, soweit ich mich erinnere, Tnbifex tubife.v nicht selbst untersucht. Eine Pin'ifung sämtlicher Angaben über die 1190 im „Tierreich" aufgeführten Oligochaeten-Arten durch Nachuntersuchung hätte meine Kräfte überstiegen. Fain. Encliytraeidae. Gen. Lumbricillus Oerst (s. s.). LiiniUricillus iiiaxinius (Michlsn.). 1888. Pachyflrihui maximiif!. Mkiiaelsen. Die Oligoehaeteii von Süd-Georgien nach der Ausbeute der Deutschen Station von 188-2— 8:!; in Mt. Mus. Ilamimifr, 1887, p. :>G Tat". I Fig. \a—e. 100(1. I.unihririlhi.'i iiia.viniiiK. Mk'iiaki.skx, Oiiirochaeta; in Tierreicli Lief. 10, ]i. 81. Fiindiiotizeii: Crozet-Gruppe, Possession-Inscl, am Meeresufer bei einem Bach: 25. Xll. Ul. Vanhükken leg. Kerguelen, Beobachtungsbuclit. an losen Steinen; 7. VII. 02. Werth leg. „ Bootshafen, obere Kegion der Ebbezone: 21. VI. 02. Werth leg. Weitere Vorltreitmii!:: Süd-rieorgien. Vorliegend zahlri'iclu' E.xemplai-e in allen Altersstadien samt vielen Kokons. Erörtennii,': Die vinTiegenden Stücke stimmen durchaus mit den Originalen von Süd- Georgien überein: besonders hebe ich nur hervor die Gestaltung der Kopulationsdrüsen n\\i\ ihr Verhältnis zum Bauchstrang, sowie die Gestalt der Samentaschen samt ihren Drüsen. In liezug auf Beurteilung der Samentaschengestalt habe ich mir einen Irrtum zu schulden kommen lassen. In der ersten synoptischen Zusammenstellung') wies ich dieser damals als l'aclii/- (Iri/iis Jiui.rivtu.i bezeichneten Art einen Platz in jener Gruppe dieser (iattung an. bei dei' der Ausfülirgang der Samentaschen scharf von der Ampulle abgesetzt ist. und dieser Irrtum ist auch aiil' uiciiic iiml I'de's spätere Ziis;iuimenstellun";en überceo-angen. Ich ließ uiich lici dieser irr- tümlichen Beurteilunii- der Samentascheno;estalt von zufälliiien J^ddein leitm. lierNoro-erufen durch unwesentliche Knickung der Samentaschen, wie sie auch in der Abbildiuig (1. c. Ölig. Süd-Georg. Taf. I Fig. 1 r) zur Anschauung gebracht ist. Meine jetzige Untersuchung an dem neuen Material wie an den älteren Originalen ergibt, daß bei dieser Art der sehr kurze .Vusführnanir der Samen- tasehen sich ohne schari'en Absatz zur Ampulle erweitert. Lumhriclllus iihuvIiiius gehört also zu der Gruppe des L. Uneatiis (MCll.). die an den subantarktischen Küstenstrichen durch L. irrrucosii.t (Clap.) von Süd-Feuerland vertreten ist. /.. »kuiuihs miterscheldet sich von allen übrigen Gliedern dieser (iruppc durch seine GrüLic. imlierdem von L. /itoreus (Ukssk) und l.. suh/rmmciis (Vkjd.) durch die geringere Borstenzahl, von /,. linratiis (.\lci,i,.) durch die Gestaltung der Kopidations- I) W. MiciiAKi.sKN, Synopsis der Enchytraeiden; in .\liii. Ver. Hamhurg. I!d. .\1 lieft 1 p. SO. Michaelsen, Oligochaeten. i i drüsen, die bei dieser letzteren Art den Bauchstrang fast ganz umfassen, nnd schließlich von L. verrucosus (Olap.), (Ude), dem er sehr nahe zu stehen scheint, durch die Gestalt des Gürtels. Der Gürtel ist nämlich bei L. verrucosus nach Ude^) „rings um diese Leibesringe [das 12. und 13. Segment] fast gleichmäßig entwickelt", während er, wie ich an Schnittserien nachweisen konnte, bei L. maximus ventral nur in iler liinteren Partie schwach ausgebildet, in der vorderen Partie, am \'2. Segment, dagegen unterbrochen ist. Von besonderem Interesse ist das vorliegende Material wegen der Beigabe der Kokons. Die Kokons sind eiförmig, ungefähr 1.75 mm lang und 1,40 mm dick, an den Polen mit mehr oder weniger starken, warzenförmigen Narbenknöpfen versehen. Jeder Kokon enthält zahlreiche Eier bezw. Embryonen. In einem Kokon zählte ich .33 Eier. Diese Kokons sind zum Teil massenweise an die Detritusmassen des Meeresstrandes. Algengewirr. Holzstückchen und Steine fest angeklebt. An einem kleinen Detritusstückchen von etwa 1.") mm Länge und S mm Dicke und Breite, be- er' stehend aus einem Gewirr schmal-blattförmiger und fädiger Algen, zählte ich in der Außenschicht nicht weniger als etwa 100 Kokons. Zieht man in Betracht, daß diese Zahl durch die im Innern des Stückchens verborgenen Kokons noch beträchtlich erhöht wird, und daß jeder Kokon etwa 20 bis 30 Embryonen und Eier enthält, daß also die Zahl der in einem solch winzigen Detritus- stückchen enthaltenen IndiviiUien mehrere Tausend beträft, so kann man sich eine \ orstellun"' davon machen, wie "iinsti''' diese Tiere in bezujj; auf die Ausbreitunji ihrer Art gestellt sind. In meiner Erörterung über die geographische Verbreitung der Oligochaeten'-) habe ich betont, daß die ungemein weite Verbreitung der eiuylialinen Strand-Enchytraeiden, die erfolgreiche Be- siedelung neuer Strandgebiete, in erster Linie auf dieser größeren Zahl von Embryonen innerhalb der einzelnen Kokons beruhen mag. Die obige zahlenmäßige Darstellung kann zur Illustrierung jener theoretischen Erörterung dienen. Man denke sich, daß ein solches, von der Flut ergriffenes und über weitere Meeresstrecken fortgeführtes Detritusstückchen an eineui fernen Strande wieder ausgeworfen würde, eine Annahme, die durchaus nichts Unwahrscheinliches enthält, so läßt sich vermuten, daß von jenen Tausenden von Individuen wenigstens ein Bruchteil diese Reise über- dauern wird und mit Leichtigkeit eine neue Kolonie bilden und damit jenen neuen Strand dem Gebiete der Art einverleiben mag. Lumbricillus niaxiinus Michlsii. var. nov. Roliinson. Taf. I. Fig. 1. Diagnose; Dimensionen: Länge 12 — 16 mm, Dieice max. 0.5 mm, am Gürtel 0,7 mm, Segmentzalil 46 — 54. Borsten in den ventralen liündeln zu 3 — 4, in den lateralen Bündeln antecliteilial zu 5 — 7, postcliteliial zu 4—6. Gürtel nur ventralmedian schmal unterbrodien. Postseptale der Nejiliridien zusammengebogen; Ausfülirgang an dem nach unten und vorn hin gebogenen distalen Ende des Postseptale entspringend (kürzer als das letzlere?). Bulbus am distalen Ende der Samenleiter durch einen tiefen, queren Einschnitt in eine etwas kleinere hintere Partie und eine etwas größere vordere Partie geteilt. Im übrigen wie die typische Form. Fumlnotiz: Neu-Amsterdam, Süßwasserhöhle; 27. IV. 03. Vanhöffkn leg. Vorliegend 4 Exemplare. ') H. Ude, Enchytraeiden; in Erg. Hamburg. Magalh. Sammeln, 1896, p. 4. 2) W. Michaelsen, Die geographische Verbreitung der Oligochaeten, Berlin 1900, p. 9. 1 2 Deutsche Siidpolar-Expedition. Äußeres: Die Dimensionen sind etwas verschieden. Die Länge beträgt 12 — 16 mm bei einer gleichmäßigen maximalen Normaldicke von 0,5 mm: die Giirtelregion schwillt bei den geschlechtsreifen Tieren bis 0,7 mm an. Die Segmentzahl beträgt 4(i — 54. Die Färbnng der konservierten Tiere ist rein weiß. Der Kopflappen ist breit kuppeiförmig. Die Borsten haben die für Liunbricillus charakteristische Gestalt. Sie stehen in den ven- tralen Bündeln postclitellial und anteclitellial zu 3 — 4. ui den lateralen Bündeln postcliteüial zu 4 — 6. anteclitellial zu 5 — 7. Der Gürtel ist nur ventralmedian schmal unterbrochen. Innere Oreaiiisatiou: Die normale Hypodermis enthält zahlreiche, anscheinend unregel- mäßig zerstreute, tatsächlich weitläufig in (^)uerreihen angeordnete große, blasige, in Pikrokarmin sich nicht färbende Drüsenzellon. Am (iürtel stehen diese helleren Zellen zersti-eut, haben hier aber die gleiche zylindrische Gestalt wie die übrigen zu Drüsenzellen umgewandelten, grob granulierten Hypodermi.'^zellen des Gürtels. Die Septaldrüsen zeigen folgende Anordnung: Zwei große unpaarige, den Oesophagus dorsal umfassende Hauptdrüsen liegen vor den Dissepimenten Vs """J 'A- außerdem zwei paarige, birnförmige, ventral im C. Segment; die aus diesen Hauptdrüsen entspringenden kurzen Sonder- ausführstränge vereinen sich zu einem Paar Hauptausführsträngen, die im 4. und 5. Segment zu je euiem Paar Zwischendrüsen anschwellen. Die gleiche Anordnung kann ich auch bei der" typischen Art nachträglich feststellen. Das Rückengefäß entspringt im 14. Segment aus dem Darmgefäßplexus. Das Gehirn ist hinten tief und gerundet-spitzwinkelig ausgeschnitten, länger als breit. Die Kopulationsdrüsen sind wie bei der typischen Form gestaltet, kompakt, mit der Unterseite und den Flanken des Bauchstranges verwachsen, während sie die ganze Obei"seite desselben frei lassen. Die Nephridien (Taf. I, Fig. 1) besitzen ein sehr kleines, einfach röhren- oder trichter- förmiges Anteseptale; das breite Postseptale ist zusammengebogen; seine obere Kante ist dreiviertel- kreisbogenförmig, seine untere Kante zeigt einen sehr spitzwinkeligen Einschnitt; der Ausführgang entspringt an dem nach unten und vorn hin gewendeter distalen Ende des Postseptale und scheint kürzer als dieses zu sein, während er bei der typischen Form länger als das Postseptale ist. Die Hoden bestehen aus liüscluTigen Gruppen vieler birnförmiger Teilstücke. Die Samentrichter sind verhältnismäßio; lang, unregelmäßijf verbogen: die Samenleiter sind lang, geknäult: sie münden durch je einen großen Bulbus aus. der durch einen tiefen, (pieren Emst-hnitt in einen etwas kleineren hinteren Teil und einen etwas größeivu vorderen Teil ge.spalten ist. Bei der typischen Form ist der Bulbus einfach, annähernd kugelig. Die Samentaschen bestehen aus einer länglichen, dick spindelförmigen, verbogenen Am- pulk', die proxiujal seitruli in drii Ocxipliagus einmündet und distal iu einen kui'zen. engen, nicht deutlich gesonderten Ausführgang übergeht; einige ziemlich dirke. iMvitc kurze Drüsen umkränzen die distale Basis des Ausführffiuin-es. ErörtenuiiL!:: Die Varietät „Roljin.saii" unterscheidet sich von der typischen Form haupt- sächlich tlurcli die beträchtlich geringeren Dimensionen, durch die Zweiteilung des Samenleiter- bulbus und wahrscheinlich auch diircii die geringere Länge des Ausführganges dei- Nephridien. Michaelsen, Oligochaeten. 13 Liinibricillus luaritimus (t'de). 1896. Pachijdrilus maritimus, Udk, Enchytraeiden; in Erg. Hamburg. Magalh. Sammelr., p. 6, Taf., Fig. 1. 1900. LumbricUlus inantimus, Michaelsek, Oligochaeta; in Tierreich, Lief. 10, p. 81. Fundiiotiz: Crozet-Gruppe, Possession-Insel, Meeresiifei- beim Bach: 25. XII. Ol. Vanhöffen leg. Weitere Verbreitung: 1,'ruguay, Montevideo. Erörterung: Ich glaube dieser Art einige Luinbricillen von der Possession-Insel zuordnen zu sollen, trotzdem sie in geringem Grade von der Beschreibung Ude's abweichen. Die Borsten stehen manchmal auch zu 8 in einigen ventralen Bündeln des Vorderkörpers (6 oder 7 nach Ude). Die kom]jakten Kopulationsdrüsen (nach Ude von etwas variabler Form) waren seitlich mit dem Bauchstrang verwachsen, so daß nur die obere Fläche desselben frei bleibt. Gen. Marionina Miclilsn. Marionina Werlhi n. sp. Taf. I. l'ig. -.i — b. Diagnose: Dimensionen: Länge ca. 8 mm, Dicke luax. ca. 0,05 mm, Segmentzalil ca. 40. Färbung doisal und lateral mehr oder weniger ilunkelgrau, ventralmedian mit Ausnahme des Vorderendes heller. Kopf zygolubisch, Kopflappen kujipel förmig, breiter als lang. Borsten stark S-förmig gebogen, zu 7 — 10 in den ventralen, zu ä — G in den lateralen Mündeln des Vorder- und Mittelkörpers, am llinterkörpcr weniger Horsten in einem Bündel, 3 — b in den ventralen und 2—1 in den lateralen. Gürtel sattelförmig, am Ii'. und l'ö. Segment. Drei Paar lateral-dorsale Septaldrüsen im 4.— G. Segment, auUerdem noch mehrere Paar sekundäre ventrale Drüsen an den Septaldrüsensträngen und I Paar Enddrüsen im 7. Segment. Oesophagus nicht scharf vom Mitteldarm abgesetzt. Rückengefäß am Ende des i;i. Segments aus dem DarmgefäBplexus entspringend. Gehirn so lang wie im Maximum breit, hinten stark verbreitert, mit tief ausgeschnittener, zweilappiger Hinterpartie. Kopulationsdrüsen im 14. Segment sehr groß, dick und laug flügeiförmig, bis etwas zur Höhe der dorsalen Darm- wand in die Leibeshöhle hineinragend, durch l' oder ö gesonderte stielartige Ausmündungsbündel ausmündend, an einer Seite ganz vom Banchstrang gesondert, an der anderen Seite mit der Unterseite und iler Flanke des Bauchstranges verwachsen (Asymmetrie abnorm ?). Xephridien mit kleinem, röhren- oder schwach divergierend trichterförmigem Anteseptale und breitem, plattem, an der Oberkante unregelmäßig eingeschnittenem und schwach gelapptem Postseptale, an dessen oberer hinterer Ecke der mäßig lange Ausführgang entspringt. Samentrichter mehrfach (ca. fünffach';:') so lang wie dick. Samenleiter lang und dünn, unregelmäßig gewunden and geknänlt, Ausmündungsbulbus sehr klein, ganz in der Leibeswand verborgen, mit gelappter, in die Leibeshöhle hineinragender Prostata. Samentaschen dick spindelförmig, S-fürmig gebogen, ohne deutlich gesonderten Ausführgang, proximal in den Oesophagus einmündend, ohne Drüsenbesatz. Fundnotiz: Kerguelen, Beobachtungsbucht, Ebbezone, zwischen Algen etc.: 7. VII. 02. Werth leg. Vorliegend mehrere z. T. geschlechtsreife Exemplare. Äußeres: Die Dimensionen der geschlechtsreifen Stücke sind wenig verschieden: sie sind ca. 8 mm lang und im Maximum 0,65 mm dick und bestehen aus ungefähr -iO Segmenten. Die Färbung der Tiere ist sehr charakteristisch; sie ist dorsal und lateral, und am Vorder- körper auch ventral, mehr oder weniger dunkelgrau und beruht auf Einlagerung zahlreicher schwarzer Pigmentzellen in die granulierte Substanz, in welche die Längsmuskeln eingebettet sind. 14 Deutsche Südpolar-Expedition. Die H;uij>tm:isst' der Pigineiitzellen (T;it". 1. Fig 4 pni) liej;! zwiscla'ii di-in Pfritoneuui und der Läiigsmuskt'lsfliicht: die Piginentzellen gehen alu-r meist zwischen den Längsmuskelbändern bis an die Ringmuskelschicht herunter. Die Pigmentierung läßt am Mittel- und Iliiiterkörper die ventrale Partie frei. Der Kopf ist zygolobisch. Der Kopflaiipeii ist regelmäßig gewöll)t, kuppeiförmig, nicht ganz so lang wie breit. Die Borsten stehen am XOnler- und Mittelkörper zu 7 — 10 in den ventralen, zu ■> — (> in den lateralen Bündeln. Am llinterkörper sind die ßorstenzahlen etwas geringer: hier tindeu sich 3 — 5 in den ventralen und 2 — 4 in den lateralen Böndeln. Die Borsten sind stark S-förmig gebogen, im Maximum etwa ü. 1 nun lang und 5 » dick: sie besitzen keinen Noduhis. Die Borsten eines Bündels >-hu\ nicht gleich lang. Besonders in den ventralen Bündeln mit hoher ßoi-stenzahl nehmen a, Michaelskx, Oligochacta; in Tierreich, Lief. 10, p. 76. Diagnose: Dimensionen: Länge ca. S — 9 mm, Dicke max. 0,4 mm, Segmentzabl ca. 35. Borsten S-förmig, zu 3 — 7, meist zu 4, seltener G und 7 im Bündel. Gürtel von sclir großen, unregelmäßig angeordneten Drüsenzellen gebildet, sattelförmig, seitlieb scharf begrenzt, die ganze Dauchseite freilassend. 16 Deutsche Südpolar-Kxpedition. RQckengefäß hinten im 13. Segment ans dem Darmgefäßplexus entspringend, dicht vor dem Vorderende des weiten Mitteldarms, am Hinterende des engen Oesophagus. Gehirn viel länger als hreit, hinten mit medianem Ausschnitt. Kopulationsdriisen in und dicht hinter der GiirtclreLrion len sein wie bei E. albidui>. Alier auch bei E. albldus findet sich eine in diesem Punkte verschiedene Aus- l>ildung. Gerade die Figuren Eisen's, auf die Benham siih bezieht,') zeigen nur einen sehr undeutlichen (Taf. IX Fig. 18) (jder gar keinen (Taf. X Fig. lHI) umgeschlagenen Hand. Derselbe scheint sich erst bei der geschlechtlichen Tätigkeit zu bilden. Die angebliche Abweichung in dci- Gt'stalt des Gehirns ist ebensowenig ernst zu nehmen. Idi habe .schon früher^) darauf hingewiesen, dal! die sehr seichte Ausbuchtung am Hinterrande des Gehirns liei (/'.'. Vcjdovshyi) E. albidus nur an lebendem und liesonders konserviertem Material sicher festzustellen ist: ,.Feinheiten wie jener schwache Gehirnausschnitt bei E. Möbii[\.Q. E. albidm'] gehen durch unregelmäßige Kontraktions- und Druckverhältnissc leicht verloren. •* Benham hat aber nur von anderen Foi'schern (K. Lucas und Hodgson) gesanmieltes Material untersuchen ') G. Iuskn: on tlie Oligochaeta colleited duriiiL' the Swedish Expeditions to the .\rctic Reirioiis in tho years 1870. löT.J und isTC; i„: Sv. Vot. Akad. Ilaudl.. 15d. XV, Äo. 7, 1879. — Taf. IX Fiü. 18g bezw. Taf. X Kig. mli. Taf. XVI Kip. G3. ') W. MiciiAKi.sKX: .-Synopsis der Enchytraeiden; in Abb. Ver. Ilambnrg. lfd. XI, Hoft 1. p. ;!5. ^) yeoenc/iytrariia Vi'jilovski/i: Tal. X I'ig. lliji; A'. Iiyaiimis: Taf. X lüg. -JOni: A. Stu.rhfrffi : Taf. IX Kig. ISh. *) Vi. Eisen. I. c. Taf. IX Fi;:. \h und Tnf. X Fi?. 20. ') Synopsis d. Enchytr. p. :U\. MiciiAi;r,.sEX, Oligocliaeten. pj können. Es ist kaum anzunehmen, daß es nach der konipUzierten Methode konserviert war, die für die Untersuchung der feineren Gehirnform unumgänglich ist. Die von Benham hervorgehol:)ene geringere Borstenzahl (gewöhnlich 3, manchmal in den vorderen ventralen Bündeln 4, gegen 3^ — 5, selten 6 bei E. albidus) bedeutet auch keine tatsächliche Abweichung, sondern besagt nur, daß jüngere, wenngleich schon nahezu geschlechtsreife Stücke vorlagen. Jene größeren Borsten- zahlen (bis 5 oder gar 6) fand ich auch nur bei den großen, üppig genährten, wahrscheinlich älteren Stücken, wie sie am Strande der Kieler Bucht in dem Detrituswall neben kleineren, jüngeren mit geringeren Borstenzahlen vorkommen. Es bleibt als schwer auszugleichender Unterschied zwischen der Diaünose Benham's und der meinigen das angebliche Fehlen der Speicheldrüsen bei E. simulans. Bei der zweifellos innigen Verwandtschaft zwischen den verschiedenen Objekten kann ,ich nicht glauben, daß sie bei E. simulans- tatsächlich fehlen. Diese zarten, dünnwandigen Schläuche sind sehr schwer zu erkennen. Wahrscheinlich waren sie bei Benham".s Material infolge scharfer Kontraktion bei der Abtötung kollabiert und dadurch unkenntlich geworden. Ich halte nach allem die Identität von E. simulaihs Benham mit E. alhidiis Henle für wahr- scheinlich; wenngleich die positive Angabe über das Fehlen der Speicheldrüsen bei E. .simiilajis eine endgiltige Vereinigung beider Arten nicht ratsam erscheinen läßt. Gen. Friedericia Miclüsn. Friedericia sp. (J bisetosa (Leviiis.)). Synonymie unil Literatur siehe unter: liXiO. Friedericia bisetosa, Michael.sen: Oligocliaeta; in Tierreicli, Lief. U', p. 96. Fuiidiiotizeii: St. Helena, 30. VIII. U3. V'anhöi'ken leg. St. Paul, unter Steinen und modernden Lappen: 26. IV. 03. \'anhüf1''EN leg. Neu-Amsterdam. in Rinderdun";: 27. VI. 03. Vanhöffen leg. Vorliegend einige winzige Exemplare einer Friedericia -Avt. die vornehmlich durch die an- scheinend konstante Zweizahl (Km' Borsten eines Biindels an diese europäische Art erinnern. Die Gestalt der Samentaschen und andere Charaktere ließen sich leider nicht sicher feststellen: doch scheinen die Untersuchungsobjekte auch hierin der F. hisefasa zu entsprechen. Mögen sie nun zu dieser oder einer anderen Friederici(( -Art gehören, zweifellos ist es eine auf den Inseln der südlichen Hemisphäre durch den Menschen eingeschleppte Art. Das Gebiet der endemischen Friedericien ist nördlich-gemäßigt. Die Friedei'icia- Arton der Südhemisphäre sind, soweit sie sich bestimmen ließen, sämtlich peregrin. Faul. Haplotaxidiie. Gen. Pelodrilus. I'elodrilus africanus u. sp. Diagnose; {'»imensionen halbreifer Stücke: l,änge -'ö — 'öo mm, Diclie Erörterung und ihre eventuellen Gegenerörterimgen in Anspriidi nehmen, die Bezeichnung Notiodrilus als Gruppen- bezeichnung, in eckiger Klanuner an diu Gattungsbezeichnung Microseolex angefügt, aufrecht. Ich vermeide es jedoch, diese engeren Gruppen als TIntergattungen zu bezeichnen: denn meiner Ansicht nach ist ,selli.-t eine Sonderimg der microscolecinen und acanthodrilinen Formen von Microseolex (s. 1.) in Untergattungen nicht angebracht. Ich halte die Verwandtschaft zwischen d.ii beiden oben erwähnten Arten von der Crozet-Gruppe, zwischen Microseolex [Notiodrilus] Lui/Ji-eiri n. s\j. und Microseolex [j]Jia-o.feolex] Eiizensperneri n. >|i.. 'im engei-. als die \'erwau(lt- si'liaft zwischen den .\rten einer dieser lieidon (Inippen. Michaelsen, Oligochaeten. 2," Die nahe Verwandtschaft zwischen jenen beiden Arten von der Crozet-Gruppe ist nicht der einzige Faktor, der für eine Verschnielznng der Gattungen Notiodrilus und Microscolex spricht, wenn auch der einzige zwingende. In Microscolex Huttoni Benham^) von den Chatham-Insehi hal)en wir eine Zwischenforni zu sehen, bei der wohl der niännhche Ausftihrapparat. nicht aber zugleich der Samentaschenapparat microscolecin reduziert erscheint; je nach der größeren Bedeutung, die man der Reduktion des männlichen Ausführapparates oder der der Sanientaschen zuerkennt, schließt sie sich näher an die NotiodrUus-Yovm. oder an die Microscolex-'Ponw an. Ich stimme fibrigens mit Benham. der diese Art der Gattung Microscolex (s. s.) zuteilt, also lediglich die Redukti(jn des männlichen Ausführapparates bei der Gattungszuordnung berücksichtigt, darin ülierein, daß ich diese Reduktion für wesentlicher halte, und die Reduktion der Samentaschen nur als Folgeerscheinung betrachte. An diese Microscolex \ßi.'\-A.vi schließt sich meiner Ansicht iiar Mitte medial konvexen Sanienvinnen deutlich erkennbar. Der unpaarige weibliche Porus liegt bei ileni näher untersuchten Stück nicht genau ventralmedian, sondern ein geringes zur Seite verschoben. Er ist von einem großen, dunkler gefärbten, querovalen Drüsenfelde umgeben. ^ Die Lage der Samentaschen-Porcu war an dem t )riginalstück nicht nachweisbar. Da sich die Samentaschen, 4 an der Zahl, anscheinend vor den Hodensegmenten fanden (allerdings nicht in ursprünglicher Lage, sondern meist samt dem Oesophagus aus dem Kiß in der Leibes- wand herausge(|Uollen). und auch die sonstige Organisation auf den acanthodriiinen Zustand hinwies, so gali ich als miitmalilichen Ort der Samentaschenporen IntersegmentaUurchen 7/8 und 8/1) und Borstenlinien u an. durch ein Fragezeichen übrigen bekannten Nohodrihis-Avten. und es liegt der Gedanke nahe, daß hier nicht eine Vermehrung bei gleichzeitiger Reduktion in anderer Richtung, sondern lediglich eine Umlagerung der Samentaschen stattgefunden habe. Betrachten wir zunächst ähnliche Fälle. Eine Abweichung vom acanthodrilinen Organisations- plan kommt sonst innerhalb der Xo(iodri/Hs-GvuT^])e und bei anderen Acanthodrilinen mit acantho- drilinem Geschlechtsapparat nicht vor, soweit unsere Kenntnis reicht. Wohl aber linden wir ähnliche Abweichungen innerhalb der Mia'oscolex-Gru])\)e mit microscolecinem Geschlechtsapparat, und zwar in zwei verschiedenen Fällen. Microscolex [Microscolex] Huftoni Benham') besitzt nicht ein Paar Samentaschen, wie es dem microscolecinen Organisationsplan entspricht, sondern zwei Paar, die auf Intersegmentalfurche 7/8 und 8/9 ausmünden. Bei dieser Art haben also die Samen- taschen die ursprünglichere Zahl und Anordnung des acanthodrilinen Organisationsplanes bei- ') W. B. Beniiam, Ün somo Earthworms from tho Islands around New Zealand; in Trans. New Zealand Inst. Vol. XXIII 1900, p. 140 PI. IV. Dpulschc Sllil|Hilnr-E\|)c(liliiiii. 1\. ZiioUi'jii'- I. •i 26 hentsche Südpolar-Expedition. l)ehalteii, wälireiid der niännlicho Aiist(ilira|)parat durch Reduktion sich aus dem acanthodrilinen in den mici'uscolecineii umgewandelt hat. Diese Abweichung von einem einheithchen Organisations- plan (einem Organisationsplan, bei dem die Zahl und Anordnung der Samentaschenporen der der Prostataporen entspricht) bedeutet demnach nur ein Zurückbleiben der Samentaschen bei der allgemeinen J?eduktion. Die Inkongruenz in Zahl und Anordnung der Prostata- und der Samen- taschenporen entsteht in diesem Falle also durch die Passivität der Samentaschen, die hier nicht, wie in der Regel bei der Reduktion des acanthodrilinen Geschlechtsapparates, .luf die Verminderung der Prostataporen reagiert haben. Bei der l'uiwandlung des acanthodrilinen in den mii'oscolecinen Zustand scheinen nämlich stets die Prostataporen voranzugehen. Ks ist meines Wissens kein Fall nachgewiesen, bei dem ein rein acanthodriliner Zustand des männlichen Ausführapparates mit einem reduzierten, microscolecinen Zustand der Samentaschen kombiniert wäre: wohl aber umgekehrt, wie z. B. bei dem oben erörterten Fall. Gegen diese Regel scheinen einzelne Dicho(/aster-Arten, Jj. Damonis Beddärd und /). townsendi Eisen, sowie die Nannodrilus- Arten bezw. einzelne Individuen von Nannodrilus-Arten zu sprechen, bei denen zwei oder drei Paar Prostaten mit einem einzigen Paar Samentaschen vorkommen. Diese Arten besitzen jedoch tat- sächlich keinen n-in acanthodrilinen männlichen Ausführapparat mehr. Bei ihnen sind die im acanthodrilinen Zustand selbständigen männlichen Poren schon nach \-orn gerückt und mit den Prostataporen des vordersten Paares vereint, und nur dieses vorderste, dem microscolecinen Zu- stand eigentümliche Prostatenpaar kommt hier in Rechnung. Dii' Prostaten des zweiten und dritten Paares dürfen als überzählige bezeichnet werden. Sie sind nicht, wie im allgemeinen, mit männlichen Poren durch Samenrinnen verbunden, bezw. mit männlichen Poren verschmolzen. Es mögen nachträglich auftretende Bildungen sein. Datur spricht schon der Umstand, daß sie nicht juu- au iler regulären Stelle, am 1!). Segment, sondern auch an dem von den männlichen Poren verlassenen 18. Segment auttreten, und dal.i ihre Zahl, zwei oder drei Paar, häufig die ur- sprüngliche übertrifft. Dafür spricht auch ihre Inkonstanz bei Nannodrilus Standet Michsln, bei dem niu- das \ordere, (hu'cli die männlichen Poren ausmündende Paar konstant anftritt, während das hintere Paar niu- bei einzelnen Individuen vorkommt. Während nun Mlcrosoilex [Microscolex] Huttoni lediglich die ursprüngliche acanthodrine Zahl und Anordnung der Samentaschen bei- behalten hat. tritt ims bei M. [M.] iiiiiiiitns (Beddard) eine ganz andere Anordnung entgegen. Bei . 4ü3. •-') AV. Mu'iiAELSEN, Oligochaeteii von den Inseln des Pacific, nebst Erörterungen zur Systematik dev Megascoleciilen in Zool. JahHi., Syst., Bd. 12, ISiii), p. l'40. ^) W. MiciiAELsEN, Die geographische Verbreitung der Oligochaeteii. Berlin U»ü3. p. 70. 4* 28 Deutsche Südpolar-Expedition. Von sousitigeii Sondercharakteren, die auf nähere verwandtschaftliche Beziehungen hindeuten, sind besonders zwei hervorzuheben: Das Fehlen von Samentaschendivertikcin und die Aus- stitttung des Oesophagus mit zwei Paar Kalkdrüsen, beides Charaktere, die nur bei einer sehr geringen Zahl von N(itiüd7'ilu.t-Arten angetroffen werden. Divertikellose Sanieutaschen finden sich in liißdri/iis-(Tirü\>\n' sonst nur noch bei J/. [iV.] ]'a.fliti (Eisen) von Tepic in Mexiko, in der Unterfamilie AainthodriUnac sonst nur noch bei der einzigen Art und bc verengt; vorn f/f/ = ca. -'Am, hinten fW = ca. '/s«. Prostataporen dicht lateral von den Borstenlinien b, auf kleinen quer-ovalen Papillen. Samentaschenporen in den Borstenlinien b. Dissepimonte 6/7—11/11' schwach \erstärkt. Muskel magen groß, zylindrisch, im .'). Segment. Samensäcke im 12. Segment, gedrän;.'t traubig. Prostaten mit sehr langem, dtinn-schlauchförmigem. eng ge- .schlfingellcm Drüsenteil und wenig dünnerem, kurzem Ausfiihrgang. Penialborsten ca. 1 mm, proximal ca. i'4 n, distal s ji dick, einfach gebogen, am distalen Ende spatelformig abgetlacht. aber nicht verbreitert, am distalen Drittel mit einer geringen .\nzahl (etwa 8—12) kräftiger, niedriger und breiter, meist scharf s|iit/.iger, proximalwärts gerichteter Dornen. Samentaschen mit mehr oder weniger sclilank-birnfiirmiger Am|adle und kurzem, engem, nicht scharf abgesetztem Ausführgang, in den zwei verschieden lange, dünn-zylindrische weilllirlie Divertikel einmünden. Fuiuliiofiz: Kapland. Sinn.nstowii, Bergabhang unter Steinen : li). \I. (>:!. N'anhöffen leg. Kaplaud. etwas südlich von Simonstown. Weg nach .Mi 1 lers|)nint . unter Laub am Bach: J.!. \'II. ().".. Vanhöffen leg. Micha ELSEN, Oligochaeteii. 29 Vorliegend zwei noch nicht vollkommen geschlechtsreife , gürtellose Stücke und zwei ganz junge. Äußeres: Die beiden fast reifen Stücke zeigten folgende Dimensionen: Länge 60 — 75 mm, Dicke 3 mm, Segmentzahl ca. 160 — 190. Die Färbung ist fleckig gelb- und graubraun. Die Gestalt des Kopflappenfortsatzes ließ sich nicht genau erkennen: der Kopf scheint pro-epilobisch zu sein. Die Borsten sind am Mittelkörper etwas kleiner als an den Körperenden, an denen sie ziemlich stark sind. Sie sind weitläufig gepaart. Im allgemeinen sind die mittleren lateralen Borstendistanzen gleich der ventrahnedianen, gi-ößcr als die Weite der dorsalen Paare und diese ungefähr doppelt so groß wie die der ventralen Paare (aa = bc, bc > cd, cd =2 ab). Die dorsal- mediane Borstendistanz ist am Vorderkörper etwas kleiner als der halbe Körperumfang (vorn dd = ca. y^ii), am Hinterkörper etwa '/^ so groß wie der Körperumfang (liinten dd => ca. '/,,u). Die Ventralmediane Borstendistanz aa ist gegen die männlichen Poren deutlich erweitert, die ventralen Paare ab und auch die mittlere laterale Borstendistanz bc dagegen dementsprechend verengt. Die Divergenz der Borstenlinien a und b von der ventralen Medianlinie beginnt etwa 5 Segmente von den Segmenten der Prostataporen entfernt: sie ist anfangs nur schwach, erst in unmittelbarer Nähe der Prostataporen stärker. liückenporen und Nephridialporen sind nicht erkannt worden. Die Prostataporen liegen auf kleinen (|uer-ovalen Papillen am 17. und 19. Segment, der Anlage nach wohl in den Borstenlinien ab, dem tatsächlichen Anschein nach dicht lateral an den Borstenlinien b: ila nämlich die Divergenz der Borstenlinien (?i in der Reffion der Prostata- poren am stärksten ist, so liegen die Orte dieser Boi'stenlinien hier noch etwas weiter lateral als an den angrenzenden Segmenten. Männliche Poren und Samenrinnen waren nicht erkennbar, ebenso wenig die weiblichen Poren. Zwei Paar unscheinbare Samentaschenporen liegen auf Tntersegmentalfui'che 7/b proximal oder distal am Ausführgang, konnte ich nicht genau feststellen, da einenteils der Übergang des Ausführganges in die Ampulle nicht deutlich abgesetzt war. und ich andererseits nicht weiß, ob das distide Ende des Ausführganges bei der Abpräparierung von der Leibeswand nicht etwa abgerissen ist. Erörteruns?: M. [A.] iJnjyalskii erinnert in mancher Hinsicht an M. [A.] arundiiiis (Beddard).') i'^r luiterscheidet sich von dieser letzteren Art vornelnnlich durch die kräftige Statur des Muskel- magens, der bei .1/. [K.]ariiiidinü- nur zart sein soll („The t/i::ard is but slight"). Da die Gestalt der Penialborsten von M. [X.] arnndinis nicht bekannt ist, so läßt sich über den Grad der Ver- wandtschaft zwischen den beiden Arten nichts Sicheres aussagen. Microscolex (Notiodrilus) ker^nelaruni (Urube). Taf. I, Fig. 19. 1S77. Lumbricm kerguehinim. Gkibe, Ännelidenausbeute von S. M. S. Gazelle; in Moii.-Ber. Ak. Berlin, Aug. 1877, p. :>'y>. 1888. Acanthodrilus kerguelarum, Michaelskx, Die Oligochaeten von Süd-Georgien nach der Ausbeute der deutschen Station von 188'2— S.".; in Mt. Mus. Hamburg, 1887, p. 7-.', Taf. 11, Fig. 5. ls;tl. Acanthodrilus keryuelarum, Miciiaki.skn, Terricoleii der Berliner zoologischen Sammlung I, Afrika; in Arch. Naturg., .".7. Jahrg., lid. I, p. 220, Taf. VIII, Fig. 5. 189j. Acanthodrilus kerguelarum, (part.), Bkudaud, A Monograpli of tlie Order of Oligochaeta, Oxford, p. '>3'J. 1900. Notiodrilus kerguelarum, Michaelsen, Oligochaeta; Iti Tierreich, Lief. 10, p. 130. 19(i:}. Notiodrilus kerguelarum. Michaf.lskn, Die Oligochaeten der deutschen Tiefsee-Expedition etc.: in Erg. d. deutsch. Tiefseo-Expedition. l'.d. 111, j.. 142. Funthiotizen: Kei-giieieii, Station; 3. 1. ()'2. Vanhöffen leg. ' ^ Beobachtungsbucht, lebend in Moos: 28. \ . U-. Wekth, leg. Station, zwischen Lebennoosen: 28. VL 02. Weuth lec. Hang des Stationsberges, unter Stehien : 0. \T1. o „ Umgebung der Station: 15. IX. 02. Werth leg Statii unter Steinen: 18. IL Üo. Wkrth les; „ Hang des Stationsberges, unter Stehien : 0. \TI. Ol'. Wkuth leg. Umgebung der Station: 15. IX. 02. Wert Station, in Moos: 24. IX. 02. Werth leg. Vorliegend viele Exiiii|)lare. Zu erwähnen ist, daß die Zähnclien an den Penialborsten bei dem vorliegenden Material etwas gröber und an Zahl spärlicher sind, als ich nach fler Penialiiorste eines der GuuBE'sclieii Originale gezeichnet habe (1. c. 18!)1, Taf. Vlll, Fig. 5). Ich vennute, daß diese :inscheinende ') bEDiiAUh, F. E., Ou a Collection of Eartliworms fnuu South Africa belonging to thc Genus Acanthodrilus -. in l'ror. Zoül. Soc. London. 1897, ji. 3;i9. Michaelsen, Oligochaeten. 3| Abweichung auf Inkorrektheit jener Abbikkmg beruht, sowie darauf, daß die bei tieferer Ein- stellung des Mikroskops sichtbar werdenden Zähnchen der abgewendeten Borstenseite mit gezeichnet sind. Jene Borste wurde nach einem Kanadabalsampräparat gezeichnet: in Kanadabalsam erscheinen derartige Ornamentierungen jedoch stets weniger scharf ausgeprägt und kleiner, da man nur die weiter abstehenden Partien der Zähnchen deutlich erkennt. Eine artliche Sonderuno- ist durch diese anscheinende Abweichung sicherlich nicht begründet. Ich füge dieser Abhandlung eine korrektere Abbildung der Penialborste (Taf. I. Fig. 19) nach dem neuen Material der deutschen Südpolarexpedition au. Beddakd^) vereinigte diese GRUBE'sche Art mit dem ebenfalls von Kerguelen stammenden Acanthodrilm kergueknemü Lankester,^) trotzdem die von beiden Arten bekannten Penialborsten durchaus verschieden gestaltet sein sollen.^) Diese Verschmelzung kann nur stattfinden unter der Annahme, daß die von Lankester abgebildeten Penialborsten seiner Art eine abnorme Aus- bildung besitzen. Für fliese Annahme liegt aber durchaus kein Grund vor. Beddard ließ sich wohl von dem Gedanken leiten, daß in dem kleinen, weit isolierten Kerguelengebiet nicht zwei verschiedene Arten nebeneinander vorkommen könnten. Nachdem wir jetzt aber von der noch viel kleineren Possession-Insel (Crozet-Gruppe) drei durchaus gesonderte Arten kennen gelernt haben, nämlich Microscolcx [ü/.] En :en.sperf/eri, M. [Nofiodrilus] Liiykeni und M. [iV.] crozetensi-<, ist das Vorkommen von zwei Arten auf Kerguelen nicht mehr auffallend. Leider ist es keiner der späteren Expeditionen gelungen, den M. [A^] /lorpiekneiisis (Lankester) wiederzufinden, derselbe bleibt nach wie vor eine „species inquireuda". Microscolex [Notiodriliis] crozetensis n. sp. Taf. I, Fig. 10— r.'. liMi.;. .\(itiodriliit: cro:eleims (nom. nud.). Muiiaelskn, Die ^geographische Verbreituni>; der Oligochaeteii, Berlin, p. 73. Diagnose: Dimensionen der geschlechtsreil'en Stücke: Länge 28 — 40 mm, Dicke max. :3— 4 mm. Segment- zahl 72—83. Färbung: im allgemeinen braun, dorsal dunkel, ventral hell; an den Körperenden in Grau übergehend. Kojil' epilobisch (Vi— -/:i)- iJorstendistauzen im allgemeinen wenig verschieden, am Vorderkörper crf > ftc = aa > oft, am Mittelkörper r-r/ = ?)C >■ oA > flcr, am Hinterkörper cd = hc > ab == aa; gegen die Prostataporen, etwa im Bereich von .'» Segmenten vor nnd hinter denselben, ab verringert zugunsten von i/a; fW= ca. Vi ". Nephridialporen in Borstenlinien c. Gürtel ringförmig, am 13. — Hi. Segment (=4). Prostataporen am 17. und 1!>. Segment in den Borstenlinien h, auf stark erhabenen, quer-ovalen Papillen, die einer Seite verbunden durch stark und einfach gebogene, lateral konvexe Samenrinnen. Samenrinnen von weißlichen Wällen umgeben. Borsten « und b des 18. Segments vorhanden, mäßig eng gepaart, jederseits auf einer Papille, die sich lateral an den inneren Wall der Samenrinnen anlehnt; ähnliche Papillen meist am 16. und 20. Segment, manchmal durch mediane Querbrücken verbunden oder mit medianen Papillen vergesellschaftet. ') F. E. BEDD.Uii), A Monograph of the Order of Oligocliaeta. Oxford 1895. p. 539. *) E. R. Lankestku: Terrestrial Annelida; in: An Account on the Petrological, Botanical and Zoological CoUections made in Kerguelen's Land and Rodriguez; in Phil. Tr. R. Soc. London; Vol. 168, 1879, p. 267, Fig. 1—7. ') Vergl. die Abbildung der Penialborsten von A. kergueknensis (R. Lankesteü, Terrestrial Annelida; in An Account on the Petrological, Botanical and Zoological CoUections made in Kerguelen's Land and Rodriguez; in Phil. Trans., Vol. 168, Fig. 6) mit der der Penialborsten des GuuBESchen Originals (W. Michaelsen, Terricoleu der Berliner Zoologischen Sammlung I, Afrika; in Arch. Naturg., 57. Jahrg. Bd. 1, Taf. VIII, Fig. 5) oder besser mit der der Penialborsten des neuer- dings von mir bearbeiteten Materials von Microscolex [N^oiiodrilus] kergiielarvm (Grube), diese Abhandlung Taf. I. Fig. 19. 32 1 deutsche Südpolar-Expedition. Sameiitasclienporen auf Interse;_'meiitalfur(be 7 8 und S !• in den Horstenlinien b. Oesojiliagus ohne deutlichen Muskeiniaj.'en. Gedrän},'t- und großbeerig-traubige Samensäcke im 11. und 12. Segment. Prostaten mit schlauchförmigem, gewundenem Drüsenteil und viel kürzerem, wenig dünnerem .\usführgang. Penial- borsten von zweierlei Form: 1) ca. 1,G mm lani;, proximal ii a, distal ziemlich dicht \or der Spitze noch 2(1 ;ji dick, und am distalen Ende deutlich verjüngt, in ein einfaches, ziemlich jilump zugespitztes Ende auslaufend; am distalen Ende mit wenigen (ca. 10) kleinen aber deutlichen, stum|if dreiseitigen, über kleinen narbigen Vertiefungen stehenden Zähnchen verziert; 2) ca. 2 mm lang, jjroximal IG \). dick, distal wärts langsam und gleiclnuüLSig verjüngt, in ein haarfeines distales Ende auslaufend, am distalen Ende mit zablreiclieren, zerstreuten, etwas abstehenden Spitzcben besetzt. Samentasclien mit diek-birnfiirmiger, fast kugeliger Am|pulle und m;il.>ig scharf abgesetztem, wenig kürzerem, etwa 'A so dickem Ausfülirgang, in dessen obere Partie dicht proximal von der Mitte zwei kleine, birnförmige oder stummelfiirmige, etwas gegen die Vorderseite des Ausführgauges und gegen die Ampulle bin gebogene Divertikel einmünden. Fniidiiotiz : ('i-<)Zi't-(Triii)|)e, Possesj^inn- Insel . unter Moos und Steinen: 2."). XII. Ol. VanhökI'EN Icp;. VoiTicixend zahli-eiche meist (j;eschlechtsreite »Stüi-ke. .ViiUeres: Die Dimensionen der vollständig geschlechtsreit'en. mit Gürtel versehenen Stücke sind ziemlich verschieden: ilas gröi3te Stück ist 40 mm lang, im Maximum 4 mm dick und liesteht aus 8;5 Segmenten, das kleinste geschlechtsreife Stück ist nur 2S mm hwvi und im .Maxi- mum 3 mm dick, bei einer Segmeutzahl von 72. Die Färbung ist im allgemeinen mehr oder weniger intensiv braim, am Rücken dunkler als an der Bauchseite; gegen die Körperenden geht diese Färbung in ein farbloses Grau ül)er. Der Kopf ist epilobisch ('/j— VO- ^^^' dorsale Koi.ilappont'ortsatz ist ziemlich lin-il: seine Seitenränder konvergieren etwas nach hinten zu. I>er Kiirper ist mehr odei- weniger stark dorsoventral abüeplattet. Die Segmente sind eint'acli. die Interseementalt'iirchen ziemlich scharf. Die Borsten sind ziemlich stark, weit gepaart bis getrennt. Die Borstendistaiizeii sind im allgemeinen sehr wenig voneinander verschieden. Am Vorderkörper ist die ventralmediaiie Ijorstendistanz gleich den mittleren lateralen, etwas gröi3er als die Weite der ventralen, etwas kleiner als die Weite der dorsalen Paare (vorn aa = hc, aa > ah, aa < cd). Am Mittelkcirper liegen lue ventralen Paare etwas niedriger, so dal.) die mittleren lateralen Borstendistanzen auf Kosten iler vcntralinediaiieii gewachsen sind (am Mittclkörper rr/= /;r >■ f//; >■ ffo). Am 1 linterendt' wird die Ventralmediane Borstendistanz wiedei- etwas gröi3er, bis sie der Weite der ventralen Paare gleichkommt (hinten C(/= 60 o6 = (m). Gegen die Prostataporen verringert sieh die Weite der ventralen Paare beträchtlich zugunsten der Ventralmedianen Borstendistanz, imd zwar lieghmt diese Ver.schiebung der Borstenlinien etwa 5 Segmente vor und hinter den Segmenten der l'rostata- poren. Die wohl ausgel)ildeten Bor.sten a und h des IS. Segments liegen ziemlich nahe bei- einander. Die dorsalmediane Borstendistanz beträgt überall ungefähr den vierten Teil des Köri)er- ~ CT i umfanges. Die Nephridialpoi-en liegen in den Borstenlinien c. ROckenporen sind nirlit erkannt worden. Der Gürtel ist ringförmig, jedoch ventral etwas schwächer ausgebildet und bei hell gefärbten Exemplaren hier nicht deutlich i-rkennbar. Er erstreckt sich konstant über die 4 Segmente i;^ Ijis l(i. Inter.segmentalfurchen, Nephridialporen und Borsten, liesonders die ventralen, sind auch am Gürtel mehr oder weniger deutlich erkemibar. "O^ MicHAKL.sKN. Oligochaeten. 33 Zwei Paar Prostataporen liegen auf ziemlich stark erhabenen, quer-ovalen Papillen in den Borstenlinien h am 17. und 19. Segment. Die einer Seite sind durch eine Samenrinne verbunden, die einfach aber ziemlich stark gebogen, lateral konvex, außerhalb der Borsten h das 18. Segment überschreitet. Die Samenrinnen sind von mäßig stark erhabenen, weißlichen Wällen eingefaßt. Meist ist die ganze ventrale Partie der Segmente 16 bis 20 drüsig verdickt, anscheinend leicht aufgebläht. In der Regel finden sich auf dieser Partie noch deutliche, wenn auch nicht stark erhabene Papillen. Am häufigsten findet man ein Paar die ventralen Borstenpaare des 18. Segments tragende, die sich lateral an die Samenriimenwälle anlehnen. Dazu kommen meist je ein Paar große am 16. und 20. Segment, die Borsten a, manchmal in der Randpartie auch noch die Borsten h dieser Segmente tragend, sowie je ein Paar kleiner zwischen diesen und den Papillen der Borsten ab des 18. Segments. Manchmal finden sich auch ventralmediane Papillen am 20. und 18. Segment. Die weiblichen Poren, durch kleine hellere Flecke markiert, liegen gerade vor den Borsten n des 14. Segments. Zwei Paar unscheinbare Samentaschenporen liegen auf Intersegmentalfurchen 7/8 und 8/9 in den Borstenlinien b. Auch in der Nachbarschaft der Samentaschenporen finden sich häufig Papillen; in der maximalen Ausbildung liegen 4 Paar am 9. bis 12. Segment, als breite, dicke Polster die Borsten a und b dieser Segniente tragend imd median durch brückenartige schwächere Verbindungspartien paarweise miteinander zusanunenhängend. Meist sind jedoch nur einzelne dieser Polster zur Ausbildung gelangt, manchmal gar keine. Innere Organisation: Die Dissepimente der Samensackregion sind etwas verstärkt, aber immer noch ziemlich zart. Ein deutlicher Muskelmagen ist nicht vorhanden; der Oesophagus ist vor den Samen- taschensegmenten nirgends erweitert, und seine Wandung ist hier gleichmäßig dünn. Die Nephridien besitzen eine große mit Längsnuiskeln ausgestattete Endblase. Zwei Paar kleine Samen triebt er TK^gm frei im Id. und 11. Segment. Zwei Paar große, gedrängt traubige, großbeerige Samensäcke ragen von den Dissepimenten 10/11 und 11/12 in die Segmente 11 und 12 hinein. Die Prostaten bestehen aus einem schlauchförmigen, unregel- mäßig gewundenen, fast geknäulten Drüsenteil und einem viel kürzeren, wenig dünneren, schwach gebogcinen. distal etwas verengten muskulösen Ausführgang. Die Prostaten nehmen nicht nur das Segment ihrer Ausmündung, sondern außerdem auch die beiden darauf folgenden ein. Die Penialborsten zeigen zweierlei Gestalt: 1) plumpere Form (Taf. I, Fig. 12): Dieselbe ist im ausgewachsenen .Zustande ca. 1,(> nun lang und am proximalen Ende 24 ,» dick; gegen das distale Ende verjüngt sie sieh luu' sehr schwach, so daß sie dicht vor demselben noch eine Dicke von 20 ,« aufweist; das distale Ende ist schwach gebogen und läuft in ein wohl stärker vei-jüngtes, aber noch ziemlich plumpes Ende aus; im übrigen ist die Borste, manchmal noch mit Ausnahme des äußersten proximalen Endes, nur schwach gebogen. Das distale Ende ist mit wenigen (ca. 10) zerstreuten, kleinen aber deutlichen, stumpf dreiseitigen, über narbigen Vertiefungen stehenden ZiUmchen verziert; 2) schlankere Form (Taf. I, Fig. 11): im ausgewachsenen Zustande ca. 2 nun lang, am proximalen Ende 16 n dick, sich gegen das distale Ende langsam und gleich- mäßig verjüngend, in der Mitte nur noch etwa 10 » dick, distal in ein haarfeines Ende aus- Di'ulsi'lic Sil.liKiliir-Kxpi'ililiuii. IX. Zni.loaii'. I, Ö 34 Deutsche Siidpolar-Expedition. laufend, im allgemeinen nur schwach gebogen, am proximalen Ende meist stärker, am distalen Ende ebenfalls stärker aber unregelmäßig gebogen oder vielmehr verbogen, fast gertenartig. Distales Ende mit zahlreichen zersti-euten, etwas abstehenden Spitzchen besetzt. In dem Haupt- penialborstensack liegt je eine Penialborste dieser beiden Formen. In lockerem Zusammenhang mit diesem Hauptpenialborstensack findet sich jedoch ein Ersatzborstensack, der zahlreiche — bis zu 16 — Ersatzborsten in den verschiedensten Stadien der Ausliihhuig enthält, und zwar bilden diese Ersatzborsten in regelmäßiger Anordnung zwei fächerförmige, mit den Flächen einander zugewendete Bündel, deren eines nur Penialborsten der plumpereu Form enthält, während das andere nur solche der schlankeren Form aufweist. Die Samentaschen (Taf. I. Fig. 10) bestehen aus einer dick-birnförmigen, fast kugeligen Ampulle und einem um- wenig kürzeren und etwa Vs so dicken, mäßig scharf abgesetzten mus- kulösen Ausführgang, in dessen obere Partie dicht proximal von der Mitte zwei kleine birnförmige f>der stummelföruiige, etwas gebogene Divertikel einmünden. Die Divertikel stehen einander nicht genau gegenüber, sondern ein selir Gei-inges nach der Vorderseite des Ausführganges ver- schoben; sie biegen sich auch über die Vorderseite hinüber und aufwärts gegen die Ampulle hin. deren distales Ende sie el)en erreichen. Sie sind ungefähr so lang wie der Ausführgang dick. Erörterung: M. [X.] crozeteusis gehört zu der Gru])pe der Notiodrilen von den sul)autarktischen Inseln, als deren Typus die älteste Art M. [Ni] kerf/iiehiruni (Grube) anzusehen ist. M. [X.] cro- zetensis steht dem M. [iV.] kergueJarum anscheinend besonders nahe, unterscheidet sich jedoch durch die zweierlei Penialborsten scharf von dieser Kerguelenform. Microscolex [Notiodrilus] Lujkeni n. sp. Taf. I, Fig. I.^, IG. Diagnose: Dimensionen: Länge 52— 65 mm, Dicke max. 0—4 mm, Segmentzahl 70—78. Färbnng: Grundfarbe dorsal mehr oder weniger intensiv, manchmal sehr dunkel violettbraun, mit schwachem Iris- glan/, gegen die liauchseite sowie gegen das Hinterende schwächer werdend, am Vorderknrper den ganzen Körperumfang eiiniehmend, wenn auch ventral sehr schwach, am Hinterende meist nur als dorsalmedianer Streif ausgeliildet. Borstentlecke als helle, gelbliche Punkte sich scharf von der Grundfarbe abhebend. Kopf epilobisch (ca. '/:■)• Horsten im allgemeinen getrennt; 13orstendistanzen wenig verschieden, aa =hr = cd >■ ab; gegen die cfPoren ab etwas verengt, aber nur am 18. Segment deutlich gepaart; vorn (/r/ = 2 '/•. «/. hinten ab.) Gegen die männlichen Poren verringert sich die Weite der ventralen Paare etwas, jedoch nur so schwach, daß man am 21. und 15. Segment noch kaum etwas davon i-rkeiint; lediglich am 18. Segment, dessen Borsten sämtlich normal ausgebildet sind (das 17. und 10. konant hier wegen der Modifikation der Borsten nicht in Frage), sind die Borsten a imd b deutlich gepaart. Die dorsalmediane Borstendistanz ist am Vorder- körper ungefähr 2 '/, mal so groß, am Hinterkörper ca. 2 mal so groß wie die Weite der dorsalen Paare (^dd = 27,-2 cd). Die Nephridialporen, die wie die Borsten durch helle, pigmentlose Flecke markiert sind, liegen ziemlich dicht untei'halb der Borstenlinien c. Rückenporen sind nicht erkannt worden: die Auslöschung des Pigments an den Stellen, an denen die Rückenporen zu suchen sind, ist jedenfalls nicht eingetreten. Der Giirtel ist dorsal und lateral durch eine starke Abschwächung oder vollkommene Aus- löschuno- der Pio-mentierune;, ventral nur durch drüsiges Aussehen markiert, undeutlich sattel- förmig, ventral jedenfalls schwächer ausgebildet. Er erstreckt sich über die Segmente 14 — 16 und nimmt in abgeschwächtem Maße auch noch den Hinterrand des 13. sowie den Vorderrand des 17. Segmentes ein; er erstreckt sich also über ca. S'/s Segmente. Intersegmentalfurchen, Borsten und Nephridialporen sind auch am Gürtel erkennbar, wenngleich meist undeutlicher. og Deutsche Siitlpolar-Expedition. Die Prostataporeu liegen auf fast ganz flachen, riintirulien Papillen oder Drüsenflecken am 17. und 19. Segment in den Borstenlinien h. Die Samenrinnen gehen von den Prostata- poren zunächst eine sehr kuiv.e Sti-ecke lateralwärts. um dann in die Längsrichtung einzidiiegen und in gerader Linie etwas lateral von den Borsten b das 18. Segment zu überschreiten. Die männlichen Poren liegen auf den Samenrinnen dicht hinter der Borstenzone des 18. Segments. Manchmal erscheint die ganze Bauchseite der Segmente 17 — 19. manchmal nur die Umgebung der Samenrinnen schwach drüsig, jedoch in anderer Weise als die Gürtelhaut. In einzelnen Fällen erkennt man auf diesem Geschlechtsfeld ziemlich flache, paarige, variabel angeordnete Pubertätspapillen. so z. B. einmal je 2 Paar am 17. und 19. Segment, die hinteren in den Borstenlinien a. die vorderen etwas medial von (K'nseli)en. Die weiblichen Poren sind nicht erkainit worden. Zwei Paar Samentaschenporen liegen auf Intersegmentalfurclie 7/8 und 8/9 in den Borsten- linien h. Meist ist auch die Haut in der Umgebung der Samentaschenporen deutlich drüsig moditiziert, und zwar meist die ganze Bauchseite der Segmente 7 — 9 ; dazu konmien manchmal noch ein Paar undeutlich Itegrenzte drüsige Pubertätspolster ventral am 10. Segment. Innere Organisation: Die Dissepimente sintl sämtlich als zart zu bezeichnen; doch sind die der Hodenregion etwas dicker als die üljrigen. Der Darm trägt einen großen, dritsig-muskulösen dorsalen Schlundkopf. Im 5. Segment findet sich ein rudimentärer Muskelmagen, gekennzeichnet dui-ch die etwas stärkere Ringmuskel- schicht, die hier fast so dick wie die innere Epithelschicht ist; dieser rudimentäre Muskelmagen ist erst an Schnittserien zu erkennen, da der Oesophagus hier nicht dicker und kaum dickwandiger als in den benachbarten Segmenten ist; im übrigen ist der Oesophagus einfach, ohne Kalk- drüsen und taschenförmige Anhänge. Er erweitert sich im Anfange des Ki. Segments plötzlich zu dem umfangreicheren Mitteldarui, der einer Tvphlosolis cntl»ehrt. Die Nephridien besitzen eine große Endblase. Zwei Paar Hoden liegen vorn und ventral frei im lU. und 11. Segment, eingebettet in freie, nicht von Sameiisäcken uudiüllte Spermamassen, wie auch die ihnen gegenüber vor den Disse- pimenten 10/11 und 11/12 liegenden Samentrichter. Zwei Paar gedrängt traubige, großbeerige Samensäcke ragen von Dissepiment lU/1 1 und 1 1/12 in das 11. und 12. Segment hinein. Die beiden zarten, ca. 20 // dicken Samenleiter einer Seite gehen eng aneuiander gelegt, aber unverschmolzen l)is in das 18. Segment nach liinteii. um liier tTst dicht vor dem Eintritt in eine winzige gemein- same Endkammer, die diu'ch den männlichen Porus ausmündet, zu verschmelzen. Die Prostaten besitzen einen lang-schlauchförniigen, etwa '/a """ dicken Drüsenteil, der sich in engen, unregel- mäßigen Schlängelungen durch mehrere, etwa ah; gegen die i^Foren ab etwas verengt, manchmal kaum merklich, manchmal etwas deutlicher, schon vom 22. Segment an erkennbar; cid vorn etwas größer als hinten (dd'=-2 — l'/aCf/). Gürtel undeutlich sattelförmig/, jedenfalls ventral schwächer entwickelt, ca. am '/-A'o. — '/■-■l'?- Segment (= ca. 4). Prostataporen auf großen, rundlichen, ziemlich flachen P:ipillen am 17. Segment in den Borstenlinien b. cfPoren hinter den Prostataporen ungefähr auf Intersegmentalfurche 17/18, durch mehr oder weniger deutliche Sameurinnen mit den Prostata[ioren verbunden. Bauchseite des 17. und 18. Segments mehr oder weniger drüsig oder mit 1 oder 2 Paar undeutlichen Piiliert ätspapillen. Samentaschenporen auf Intersegmentalfurche 8/9 in den Borstenlinten b. Bauchseite des S. und 9. oder nur des 9. Segments drüsig verdickt. Rudimentärer Muskelmagen im 5. Segment. 38 Deutsche Siidpolai-Kxjieflition. Gedrängt traubige Samensäcke im 11. und 12. Segment, l'rostaten bestehend aus einem dick-schlauchförmigen, äiiUerlich unebenen, sich in enj,'en unre.i.'elmäl'iiLren Schlängeluniien durch mehrere (etwa 8) Segmente nach hinten ziehenden Drüsenteil mit engem Lumen und einem viel kürzeren, fast geraden, scharf abgesetzten, proximal sehr dünnen, distal keulenförmig verdickten Ausfiihrgang. Penialborsten ca. 0,7 mm lang, jiroxiraal ca. 24 rj. dick, distahvärts bis auf die äuUerstc, einfache und wenig scharfe Spitze nur schwach verjüngt, fa.st gerade, nur distal deutlich gebogen oder verbogen, am distalen Ende mit zahlreichen, ziemlich dicht stehenden Querreihen oder Halbringeln feiner, eng anliegender Spitzchen verziert. Samentaschen mit dicker, sackförmiger bis fa.st kugeliger Ampulle, die ohne deutliclien Ausfülirgang, sich distal stumpf- winklig kegelförmig zuspitzend, ausmündet; in das zugespitzte Ende, am Ausfülirgang, münden dicht neben einander an der Vorderseite zwei große, birnförmige Divertikel ein. die fast so lanu' wie die Ampulle sind. Fniidnotizeii: Crozet-Giin)pi'. Possession-lnsel: unter Moos uml Steinen: 25. XII. Ol. Vanhükfen leg. Vorliegend zalilreiche Exemplare. Äußeres: Die Dimensionen der vollkommen gesclileclitsreifen, mit Gürtel ansgestatteten Stücke sind ziemlich verschieden. Das grollte Stück ist 5Ü mm lang und im Maximum gut 3 mm dick, das kleinste Stück ist nur 30 mm lang bei einer maximalen Dicke von kaum '2 mm. Die Segmentzahl scheint nur wenig zu schwanken; ich zählte an einigen verschieden groUen Stücken (darunter die Extreme) 78 bis 82. Die Färbung beruht auf einer in sehr verschieden starkem Grade ausgebildeten braunen bis dunkelbraunvioletten Pigmentierung: bei den dunkelsten Stücken zeigen die tiefen Stellen der Pigmentierung einen schwachen Irisgianz; die hellsten Stücke sind fast ganz bleich und lassen nur einen geringen Rest der Pigmentierung, einen schwachen, schattenartigen Anflug, erkennen. Die Pigmenticrung ist besonders stark dorsal am Vorderkiirper; gegen die Bauchseite und nach hinten zu nimmt sie an Intensität ab : nur an den LTsti-ii Seiiinenten umfaßt sie bei einigen Stücken di^'ii ganzen Körper: nach hinten reicht sie meist nicht weit über die Gürtelregion hinaus und höchstens als dorsalmedianei- dunklerer Streif bis etwa zur Mitte der Körperlänge. Die Borstentlecke und Nephridial[)orenflecke sind pigmentlos und heben sicli um so schärfer von ihrer Umgebimg ab, je intensiver die Pigmentierung an der iietreffenden Stelle ist. Der Kopf ist epilobisch (ca. y., — '/J. Die Borsten sind ziendich kräftig. Sie stehen weit getrennt. Im allgemeinen sind die Borstendistanzen wenig verschieden; es ist die ventralmediane ungefähr gleich der mittleren lateralen und gleich der Weite der dorsalen Paare, während die ventralen Paare ein sehr Geringes enger sind {aa = bc = cd >■ ab); gegen die mäntdielien Poren sind die ventralen Paare etwas verengt, manchmal kaum merklich, manchmal etwas deutlicher, so daß man den Beginn der Verengung schon in der Entfernung von etwa 4 Segmenten erkennen kami. Die dorsalmediane Bor.stendistanz ist am Vorderkörper ungefähr doppelt so groß wie die Weite der dorsalen Paare, am llinterkörper etwas kleiner, etwa mu dii' Hälfte grölit'r als die Weite der dorsalen Paare (vorn (l(t=2ri/. hinten ihl =]'/., crP). Die Nepliridialporeii, mehr oder weniger deutlich als helle Pünktchen erkennbar, liegen etwas unterli.ilb der Borstenlinien r. K' ii cken poren scheinen zu fehlen. Der Gürtel ist uiideiitruli sattelförmig. Jedenfalls ventral .schwächer ausgeliildet. ICr ist vorn und hinten nicht scharf begrenzt, und erstreckt sich ungefäbr von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 17. Segments (= ca. 4). Borsten, Intensegmentalfureluii und Nephridialporen sind auch am Gürtel mehr oder weniger deutlich erkonnliar. MicHAEL.sEN, Oligoehaeten. 39 Ein Paar Prostataporen liegen am 17. Segment in den Borstenlinien h auf ziemlich großen, ziemlich flachen, rundlichen Papillen; häufig tritt das distale Ende der Prostaten mit den Penial- borsten als winzige kegelförmige Papille hervor. Die männlichen Poren sind von den Prostata- poren vollkommen getrennt; sie liegen hinter den letzteren ungefähr auf Intersegmentalfurche 17/18 und sind durch mehr oder weniger deutliche Samenrinnen mit den Prostataporen verbunden. Die Ventralseite des 17. und 18. Segments ist meist etwas drüsig: manchmal erkennt man hier auch 1 oder 2 Paar undeutliche kleine Piibertätspapillen. Die weiblichen Poren sind nicht erkannt worden. Ein Paar Samentaschenporen liegen auf Intersegmentalfurche 8/9 in den Borstenlinien h. Meist ist die ganze Ventralseite des 8. und 9. oder mu* des 9. Segments drüsig verdickt. Innere Organisation: Die Dissepimente der Hodensegmente sind schwach verdickt, aber auch noch als ziemlich zart zu bezeichnen. Ein rudimentärer Muskelmagen liegt im 5. Segment: derselbe ist lediglich durch eine geringe Verstärkung der oesophagealen Ringmuskelschicht, die hier annähernd so dick wird wie die Epithelschicht, gebildet. Die Nephridien besitzen eine große Endblase. Zwei Paar freie, nur von freien Samenmassen umgebene Hoden und Samentrichter liegen im 10. und 11. Segment; zwei Paar gedrängt traubige, großbeerige Samensäcke ragen von den Dissepimenten 10/11 imd 11/12 in die Segmente 11 und 12 hinein. Die Prostaten bestehen ans einem sehr langen, in. enüon. unregelmäßigen Schlängelungen durch mehrere Segmente (bis etwa in das 20.) sich nach hinten erstreckenden Drüsenteil und einem viel kürzeren, senkrecht vom Drüsenteil abgebogenen, in gerader Linie lateral-medianwärts verlaufendem Ausführgang. Der Drüsenteil besitzt bei sehr engem Lumen eine dicke, drüsige, äußerlich unebene Wanduno-; die Unebenheit der Wandun"; wird hervorgerufen durch das unregel- mäßig weite Vorragen der dicken Pole der birnförmigen Wandungsdrüsen; der Ausführgang ist proximal sehr dünn: distal verdickt er sich keulenförmig; in dieser verdickten Partie erscheint er muskulös-glänzend. Die Penialborsten (Taf. I Fig. 17) sind ca. 0,7 mm lang und proximal 24 //- dick, distal wärts bis auf die äußerste Spitze nur schwach verjüngt; das distale Ende ist etwas abgebogen, ebenso das proximale Ende: im übrigen ist die Borste fast gerade; das distale Ende ist einfach zugespitzt, mit Ausnahme der äußersten Spitze zierlich ornamentiert; die Ornamentierung besteht aus ziemlich engen, unregelmäßigen Querreihen oder Halbringeln zahl- reicher zarter, spitzer Zähnchen. Die Samentaschen (Taf. I Fig. 18) besitzen eine dicke, sackförmige bjs fast kugelige Ampulle, die ohne deutlichen Ausführgang, sich distal stumpfwinklig kegelförmig zuspitzend, anscheinend direkt ausmündet: das kegelförmiire distale finde zeichnet sich nur durch einen etwas dmikleren Farbenton und einen sehr schwachen Muskelganz aus, und gibt sich hierdurch als Homologon eines Ausführganges zu erkennen. In diese stumpfwinklig zugespitzte Partie, den undeutlich markierten Ausführgang, münden dicht nebeneinander an der Vorderseite zwei große birnförmige Divertikel ein: die Divertikel sind fast so lang wie die Ampulle. Erörterun«-: An verschiedenen Stellen ist schon auf die auffallende Ähnlichkeit dieser Art mit .1/. [Notmlrihts] Luykeni hingewiesen. Diese Ähnlichkeit beruht nicht nur auf äußeren 4() deutsche Siiflpfilar-Exppdition. Charakteren, wie auf der eigeiitiinilichen Piginentzeiclinuiifi", der Borstenanordnung, der Drüsen- inoditikation der Haut in der Nachbarschaft der Geschlechtsporen, sondern auch auf minutiösen Bildungen mm. Hielte niax. i! rani, Segmentzahl ca. 135. Färbung dorsal tiübviolett oder kastanienbiiuni und nur vorn mit vidlcttem Schimmer, ventral gelbbraun. Kopf tanylübisch. liursten an den Körperenden etwas stärker als am Mittelkörper, üorstendistanzen: Am Mittel- und llinterkörper aa = 6c > cd > ab, wenig verschieden; am Vorderkörper aa = ah = cd I> bc; gegen die cfPoren etwa vom 14. bezw. 24. Segment an aa und br mehr oder weniger stark (variabel) erweitert, ab entsprechend stark verengt; dd = ca. Vs". Prostataporen auf stark (|ueri.'estreckten Papillen, in oder wie die Sainentaschenporen dicht lateral von den Horstenlinien b. Dissepimente der Samentaschen- und S;niicusackrei:ion verstärkt. Muskclmagen groLi, im 5. Segment. Prostaten mit lang- und diinn-sclilauclifiirniii,'cm. eng geschlängeltem und znsammeugeletrtpm Driisenteil und wenii; diinnereni, last geradem, /.ienilich kurzem Aiisliihrgang. l'enialborsten ca. i*,S mm lang, proximal etwa (jü a dick, einfach und stark gebogen, im distalen Drittel abgeplattet, bei gleicher Hreite ca. 24 ;j. dick, sehr schwach gewölbt nach Art eines Hohlkehlmeiliels, distal in eine kegelförmi).'e, etwas in der Richtung nach der gewölliton Borstenfläclie hingebogene Spitze auslaufend, mit innerer Kiiigelstruktur und besetzt mit dichten, en;.' stehenden (^uerrciheu sclilanker, etwas abstehender Sjiitzchen; Spitzenreihen zum Teil, besonders weiter proximal, fast die ganze liorstenseite überspannend, weiter distal sich in kürzere Keiheu zerteilend, meist diejenigen einer Seitenhälfte der Horstentlächo mit denen der anderen Seitenhälfte alternierend. Samentascheii mit birnfurnüger Ampulle und kurzem, dickem, nicht scharf abgesetztem .\uslnlirgang, in den ein sitzendes, fast kugeliges Divertikel einmündet. Fuinhiotiz: K;i|p];iiid. Ii i fle-Kange bei Siinonstown: ^C«. X'Ll. d."!. \'.\NllüFl'E\ leg. \ oriiegend mehrrrc l",xcm|)lare. von denen jedoch keines vollknunucn gcsililctlitsrcii'. mit Gürtel vcrsehfii. ist. Michaelsen, Oligochaeten. 41 Äußeres: Die Dimensionen sind wenio; verschieden. Das größte Stück ist 75 mm lang;, 5 mm dick. 6 mm bi'eit und besteht aus ca. 135 Segmenten. Die Färbung ist dorsal triibviolett oder kastanienbraun und mit violettem Schimmer nur am Vorderkörper. Diese Färbung geht in sanfter Abtönung in die gelbbraune Bauchfärbung über. Der Kopf ist tanylobisch. Der dorsale Kopflappenfortsatz ist rechteckig, wenig länger als breit, durch eine (Juerfurehe geteilt. Der Körper ist dorsoventral schwach abgeplattet. Die Borsten sind an den Körperenden etwas stärker als am Mittelkörper. Sie sind im allgemeinen, am Hinter- und Mittelkörper, weit gepaart, und zwar sind hier die ventralen Paare ein sehr Geringes enger als die dorsalen, und diese ein sehr Geringes enger als die mittleren lateralen Borstendistanzen, die ihrerseits gleich der ventralmedianen sind (hinten aa = bc> cd> ab). Am Vorderkörper, bis etwa zum 13. Segment, sind die Borsten getrennt, d. h. die mittleren lateralen Borstendistanzen sind etwas kleiner als die Weite der Paare, oder ebenso groß, die ventralen und dorsalen Paare sind gleich weit und gleich der ventralmedianen Borstendistanz (vorn aa = ab — cd> bc). Gegen die männlichen Poren, etwa zwischen den Segmenten 14 und 24, erweitern sich die ventral- medianen und dir mittleren lateralen Borstendistanzen mehr oder weniger beträchtlich, während sich die venti-alen Paare in gleichem Maße veren<>en. Die dorsalmediane Borstendistanz ist überall ungefähr gleich dem dritten Teil des Körperumtanges (f/f/=ca. '/,'(). Die Nephridialporen liegen, wenigstens am Vorderkörper, in den Borstenlinien c. Von einem Gürtel ist bei keinem der vorliegenden Exemplare eine Spur zu erkennen. Zwei Paar Prostata poren liegen auf den Borstenlinien b oder etwas lateral von denselben am 17. und 19. Segment auf erhabenen, stark in die Breite gestreckten Papillen. Samenrinnen und männliche Poren sind nicht erkennbar; die weiblichen Poren scheinen dicht vor den Borsten a des 14. Segments zu liegen. Zwei Paar kleine Samentaschenporen liegen auf Intersegmentalfurche 7/S und 8/9 etwas lateral von den Borstenlinien b. Die Borsten a und b des 18. Segments sind normal ausgebildet. Innere Organisation: Die Dlssepimente des Vorderkörpers vom Dissepiment 6/7 an sind verstärkt. Die Nephridien, je ein Paar Meganephridien, besitzen eine große Endblase. Ein großer, tonnenförmiger Muskel niagen liegt im 5. Segment. Der Mitteldarm entbehrt einer Typhlosolis. Ein Paar Samentrichter ragen von Dissepiment 10/11 in das 10. Segment hinein. Die Prostaten sintl ganz auf das Segment ihrer Ausmündung beschränkt. Sie bestehen aus einem langen, mäßig dick schlauchförmigen, eng geschlängelten und zusammengelegten, fast geknäulten Drüsenteil und einem etwas dünneren, kurzen, fast geraden Ausführgang. Die Penial- borsten (Taf. I, Fig. 7), in jedem Penialborstensack zwei große und zwei kleine Ersatzborsten, sind ca. 2,8 mm lang und proximal 00 a dick, einfach und stark gebogen, im distalen Drittel abgeplattet, bei gleicher, ca. CO ,» betragender Breite nur etwa 24 (j dick, sehr schwach gewölbt nach Art eines Hohlkehlmeißels; das distale Ende ist in eine scharf abgesetzte kegelförmige Spitze nach der Richtung der Wölbungsseite der Borste hin abgebogen; die abgeplattete Partie der Borste zeigt eine schwache innere Ringelstruktur und eine äußere Ornamentierung durch dichte Querreihen feiner, schlanker Spitzchen. Di'Ulsvlic' Sliilpi.hii-Kxi.eilitiiiii. IX. Zocilug-ic. I. 6 42 Deutsche Südpolar-Expoditiun. Weiter proximal üborspaiinen diese (^»uerreilien meist fast die ganzen Breitseiten der ]3orste: distal lösen sie sich in mehr oder wenigei- regelmäßig angeordnete kürzere Querreihen auf: meist alternieren diejenigen einer Seitenhülfte der Borstentläche mit denjenigen der anderen Seitenhälfte. Die Spitzen stehen etwas ab. Ein Paar büschelige Ovarien ragen vom Dissepiment 12/13 in das 13. Segment hinein. Ein Paar kelchförmige Eitrichter mit unregelmäßig umseschlairenem Kande liegen den Ovarien gegenüber im 13. Segment. Die Eileiter sind gerade gestreckt. Die Samentaschen (Taf. I, Fig. 6) bestehen aus einer birnförmigen Ampulle und einem kurzen, dicken, nicht scharf abgesetzten Ausführgang, in den ein fast kugeliges Divertikel einmündet. Erörterung: ('. montamis ist (lui'cli die besondere Gestalt und Ornamentierung der Penial- borsten gut charakterisiert. Die Gestalt der Samentaschen erinnert an mehrere Chilofa-Avten des magalhaensisch-cliilenischen Gebietes. Eines der vorliegenden Tiere, und zwar das in geschlechtlicher Hinsicht am weitesten aus- gebildete, weicht von den übrigen in geringem Maße ab. so daß ich dem Gedanken Raum gab, es als Vertreter einer besonderen Varietät hinzustellen. Es ist an der ganzen Rückenseite trüb violett gefärbt, während die übrigen nur am Vorderkfirper einen violetten Schinnuer aufweisen. Es zeigt die Verschiebung der Borstenlinien gegen die cf Poren in \iel geringerem Grade als die übrigen, auch erscheint bc am Vorderkörper relativ etwas größer. Daß die Prostataporen bei diesem abweichenden Stück genau in den Borstenlinien b liegen, beruht wohl auf \'erschiebung infolge der stärkeren Ausbildung der Papillen, auf denen sie liegeu. Cliilota Yanhöffeni u. sp. ■|':it'. I, Fi.Li. 8, 9. Diagnose: Dimensionen: Länge 40— 'i.') mm. IHike max. 3— 4 mm, Segmentzahl IdO— 110. Fäibiing kastanienbraun, ventral etwas iieller. (iorsal aiiteclitellial mit staikcni. (hinklereni violetten Schimmer, kombiniert mit starkem, grünlichen Irisi/ian/, Hintercnile heller LMauliniun. Kopf tanylcibisch. Borsten an den Körperenden stark, am Mittelkörper kleiner, getrennt; im allgemeinen aa ^ hc. ah -^ hc <: cd, wenig verschieden; am Vorderkürper cid = ca. -/-,ii, am llinterende dd = ca. y,n: gegen die ReLrion der Samentaschenporen aa sehr schwach veren'.'t zugunsten von «i; gegen die ci^Poren mi und ah schnell und stark verengt zugunsten von hr und cd. Nephridialporen in liorstenlinien c. Rückenporen fehlend (?). Gürtel sattelförmig, .im 1.3.-19. SeL'uient (=7). Prostataporen in den der ventralen Medianlinie hier stark •;eiiiihcrten Borstenlinien a. Samenrinnen sehr stark gebogen, lateral konvex; cfPoren dicht außerhalb der Horsten i. Samentaschenporeii auf odpr dicht hinter den Inter- segmentalfurchen 7/S und 8/9, der ventralen Medianlinie genähert, auf gemeinsamen, ventralmedianeii, (luer-jestreckten Papillen. Ventralmediane, quer-ovale Pn bcrtätspapi llen am 18. Segment, das von den Samenrinnen umsehlossene Feld fast ausfüllend; iiäufi;: äludiche am 20. oder IG. Segment. Dissepimente 9/10—11/12 ziemlich stark, 12/13 etwas schwächer, (5/7—8/9 nur sehr schwach verdickt. Ein grolier Muskelmagen im 5. Segment. i'rostaten mit dick schlauchförmigem, etwas verbogenem Drüsenteil und .sehr kurzem, sehr dünnem, scharf abgesetztem Ausführ^-an;.'. Penialborsten ca. 1,4 mm lan^' und |.roxinial 40 a dick, distal langsam verjüngt, im Bogen einer Viertel- Ellipse gekrümmt, distal abgeflacht und zu einer llalbröhre zusammengebogen, unterhalb dieses modifizierten Endes mit zahlreichen lauL'en. schlanken, spitzen, schwach abstehenden Dornen besetzt. Samentaschen mit s.ackfOrmiger Ampulle und etwas längerem, scharf .ibL-esetztem, dünnem Ausführgang, in dessen proximales Ende ein Divertikel einmündet; Divertikel abwärts hängend, distal nicht verengt, gut halb so lang und ungefähr ebenso dick wie der .\usführ.'ang. mit mehr oder weniger deutlicher TeilMiiu des l.umcns in zwei oder drei Samenkämmerehen. Mkhaelsen, Oligochaeten. ^3 Fuiidnotiz: Kapland, etwas südlich von Simonstown. Weg nach Millerspoint, unter Laub am Bach; 23. VII. 03. Vanhöffen leg. Vorliegend mehrere geschlechtsreife Exemplai'e. Äußeres: Die Dimensionen zeigen eine mäßige Schwankung: die geschlechtsreifen, mit Gürtel ausgestatteten Tiere sind -10 — 45 mm lang, im Maximum 3 — 4 mm dick und bestehen aus uno-efähr 100 — 110 Segmenten. Die Färbung ist im allgemeinen intensiv kastanienbraun, an der Bauchseite etwas heller; auch das Hinterende ist etwas heller und weniger intensiv braun, mehr graubraun. Anteclitellial Steigort sich diese Färbung dorsal zu einem bläulichen Violett, auch kommt hier zu dieser Grund- färbung ein starker, grünlicher Irisglanz hinzu. Der Kopf ist taiiylobisch. Der dorsale Kopflappcnfortsatz ist regelmäßig rechteckig, fast so Ijreit wie lang; er weist mehr oder weniger deutlich einige, bis 3, zarte Querfurchen auf; gegen das 2. Segment erscheint er offen, insofern die Intersegmentalfurche 1/2 zwischen den Enden der Seitenränder des Kopflappenfortsatzes ausgelöscht ist. Die Intersegmentalfurchen sind ziemlich scharf, die Segmente einfach, einringlig. Die Borsten sind an den Körperenden stark, am Mittelkfirper kleiner. Sie stehen im allgemeinen getrennt. Die Borstendistanzen sind verhältnismäßig wenig von einander verschieden, die lateralen nehmen von unten nach oben etwas an Größe zu (cc/ > 6r >■ f/i); die ventrahnediane Borstendistanz ist ungefähr gleich den mittleren lateralen {(i(i = hc): die dorsalmediane ist vorn etwas kleiner als der halbe Körperumfang (vorn f/f/ = ca. '/a ")' ain Ilinterkörper nur etwa gleich dem vierten Teil dessellien (liinten rfrf= ca. '/«'O- Diese Anordnung erleidet eine Veränderung in der Region der Geschlechtsporen: Gegen die Region der Samentaschenporen verengt sich die ventrahnediane Borstendistanz sehr schwach zugunsten der unteren lateralen (hier annähernd aa=-ah). Gegen die mäimlichen Poren verringern sich die ventrahnediane und die unteren lateralen sehr schnell imd sehr stark zugunsten der beiden oberen lateralen (am 20. Segment aa = "j^ab = ^^00= ViCd). Die Nephridialporen liegen in den Borstenlinien c Rückenporen ließen sich nicht nachweisen; doch möchte ich nicht mit voller Bestimmtheit behaupten, daß sie fehlen. Der Gürtel ist sattelförmig, ventral nicht liesonders scharf begrenzt; er erstreckt sich über die 7 Segmente 13 — 10. Die Intersegmentalfurchen erscheinen am Gürtel meist sämtlich voll- kommen ausgelöscht. Die Prostataporen liegen in den der ventralen Medianlinie hier stark genäherten Borsten- linien u, paarweise einander noch etwas mehr genähert als die Borsten a des 20. und 16. Segmentes. Die beiden Prostataporen jeder Seite sind durch stark gebogene Samenrinnen miteinander verbunden. Diese Samenrinnen sind lateral konvex und umgrenzen ein ventralmedianes Feld, welches etwas breiter als lang ist. Die Borsten a luid b des 18. Segmentes sind vorhanden. Die männlichen Poren liegen am 18. Segment in den Samenrinnen, etwas lateral von den Borsten b. Die weiblichen Poren (nicht ganz deutlich erkannt) scheinen etwas medial von den Borstenlinien a dicht vor der Borstenzone des 14. Segments zu liegen. Die Samentaschen- poren sind einander und der ventralen Medianlinie genähert: sie liegen paarweise auf je einer quergestreckten, ventralmedianen Papille auf den hier ausgelöschten Intersegmentalfurchen 7/8 und 8/9 oder dicht hinter denselben. AA Deutsche Südpolar-Expcdition. Eine quer-ovale Piibertätspupille findet sieli ventralmedian am 18. Segment: sii- trägt die ventralen Borstenpaare dieses Segments und füllt fast den ganzen von den Saiuenrinnen abgegrenzten Raum aus. Ähnliche Papillen finden sich niaiiclimal am 20. oder am !(!. Segment. Innere Orjjaiiisation: Das Dissepiment .V> ist zart: die folgenden sind graduell stärker, am stärksten, aber immerhin noch mäßig stark, die Dissepiraente i)/lÜ und 11/12: das folgende, 12/13, ist nicht ganz so stark verdickt, die weiterhin folgenden sind wieder zart. Ein sehr großer, tonnenförmiger Muskelmagen liegt im 5. Segment. Der Oesophagus ist eng, stark geschlängelt: seine Wandung ist unregelmäßig gefaltet, stellenweise anscheinend kurz-zottig, in der hinteren Partie einfach und glatt. Kalkdrüsen sind nicht vorhanden. vVni Anfang des 17. Segnnents erweitert sich der Oesophagus plötzlich zum umfangreichen, dünn- wandigen Mitteldarm. Eine Typhlosolis ist nicht vorhanden. Die Nephridien, jederseits ein Paar Meganephridien, sind zart: sie besitzen keine Endblase. Ein Paar schlankgelappte Hoden ragen vom ventralen K'and des Dissepiments 9/10 in das 10. Segment hinein. Anscheinend freie Sanicnmasseii finden sieh im 10. Segment. Je ein Paar große Samensäcke ragen von den Dissepimenten !)/10 und 10/11 in die Segmente 9 und 11 hinein: die des ersten Paares sind einfach, die des zweiten Paares in wenige große Teilstücke gespalten. Die Samentrichter, hinten im 10. Segment gelegen, sind groß, gefältelt, in der Mitte vorgewölbt. Die Samenleiter sind mäßig zart. Die Prostaten bestehen aus einem dick-schlauchförmigen, unregelmäßig verbogenen, auf das Segment ihrer Ausmündung beschränkten Drüsenteil und einem sehr kurzen, sehr engen, scharf abgesetzten, fast gerade .gestreckten Ausführgang. Das zentrale Lumen des Drüsenteils ist sehr eng. Die Penialborsten (Taf. I, Fig. 8), je zwei in einem Bündel, sind ungefähr 1.4 nun lang und am proximalen Ende ca. 40 // dick, distal langsam und gleichmäßig verjüngt, stark und üiniach in Form einer Viertel- Ellipse gebogen. Ihr distales Ende ist abgeplattet und von den Seiten her zusammengebogen, so daß es die Form einer in der Längsrichtung halhierten Röhre annimmt. Unterhalb dieses modifizierten äußeren Endes ist das distale Viertel der Penialliorsten mit vielen schlanken, spitzen, schwach abstehenden Dornen besetzt; diese Dornen stehen anscheinend zum Teil zu wenigen, drei oder vier, in gleicher Höhe; sie sind nicht ganz so lang wie die ganze Borste dick: diese Ornamentierung beginnt bei verschiedenen Penialljorsten in verschiedener Entfernung vom distalen Ende. Außer dieser Ornamentierung erkennt man noch eine auf innerer Struktur beruhende, unregelmäßige, ziemlich weitläufige Ringelung. Ein Paar Ovarien ragen vom ventralen Rande des Dissepiments 12/1.') in das 13. Segment hinein. Die sich von den Ovarien loslösenden reifen Eizellen sind klein, ungefähr 55 ii dick, zart gramdiert. Die vor Dissepiment 13/14 gelegenen Eitrichter sind auffallend groß, von der Gestalt eines tiefen, weiten Kelches mit breit un)geschlageneni Rande; die Eileiter sind dünn, gerade gestreckt. Die Samentaschen (Taf. I, Fig. 9) bestehen aus einer länglichen, sackförmigen Ampulle und einem etwas längeren, dünnen, scharf abgesetzten Ausfiihrgang, in dessen proximales Ende, dicht neben seinem Eintritt in die Ampulle, ein Divertikel einmündet. Das Divertikel ist gut halb so lang und ungelidn- el)enso dick wie der Ausführgang, distal nicht verengt, abwärts gebogen und fest an den Ausführgang angelegt. Es läßt mehr oder weniger deutlich eine unvollkommene Michaelsen, Oligochaetcn. 45 Teilung in wenige, zwei oder drei,. Saraenkämmerchen erkennen; diese Samenkämmerchen sind manchmal auch äui3erlich durch eine Einkerbung schwach von einander abgesetzt. Erörterung: ('. Vcmhöffenl, unterscheidet sich von sämtlichen bekannten Gattungsgenossen durch die Annäherung der Prostataporen und der Samentaschenporen an die ventrale Median- linie. Die Gestalt der Penialborsten erinnert stark an die der Penialhorsten von C. ParceUi (Bkddard);') doch sind bei dieser letzteren die schlanken Zähne zahlreicher und viel deutlicher in Wirtein angeoi'dnet. 'O^ Subfam. Megascolecinae. Gen. Plieretima Kinberg, emend. Plieretima heterochaeta (Jliclilsn.). Synonymie und Literatur siehe unter: 1900. Ainijntas hderochaetus. Bkodaki). A Revision of tlie Earthworius of the Genus Ami/nlas ( Perichaeta); in Proc. Zool. Soc. London, IDOO, p. {\i-i. Fuiidiioliz : Azoren, Säo Miguel; XI. 03. Vanhöffen leji. Diese nachweislich verschleppbare, sicherlich durch den Menschen eingeschleppte, tlurch Verschleppung nahezu kosmopolitische Art ist schon seit langen) auch von den Azoren bekannt. Farn. Lnmbricidae. Gen. Eisenia Malm., emend. Eisenia foetida (Sav.). Synonymie und Literatur siehe unter: 1000. Kisenia foetklo, Miciiaki.sen, Oligocbaeta, in Tierreich; Lief. 10, p. 47.'). Fuiidiiotiz : Azoren, Säo Miguel; XI. 03. Vanhöffen leg. Eine nachweislich verschleppbare, durch Verschleppung nahezu kosmoiiolitische, auch von den Azoren bereits gemeldete Art. Gen. Helodrüus Hoffm., emend. Hehtdrilus (Allolobophora) caligiiiosus (Sav.). Synonymie und Literatur siehe unter: i:)00. IModrihis (Allolobophora) caliginosus, Mtciiaelsen, Oligochaeta; in Tierreich, Lief. 10, p. 482. Fiindnotizen : Azoren, Säo Miguel; XI. 03. Vanhöffen leg. St. Helena: 30. VIII. 03. Vanhöffen leg. St. Paul; 26. IV. 03. Vanhöffen leg. Eine durch nachweisbare Verschleppung nahezu kosmopolitische, von den Azoren und St. Helena bereits bekannte Art. Überraschend mag das Vorkommen auf St. Paul sein; doch ist diese Art nicht die erste aus der gemäßigt und boreal eurasisch- nordamerikanischen ') Beddard, f. E., On a Collection of Karthworras from Soutii Africa, helonging to the Genus Acanthodrilus; in Proc. ZooL Soc. London, 1897, p. 338. 4(1 Deutsche Siidpolar-Expedition. Familie der Lmnbricidae, die als durch den Menschen eingeschleppt angesehen wei'den nmß. Von der deutschen Tiefsee-Expedition ist hereits Ilehdrilns (Bimastus) parvus (Eisen) auf diesem der Kultur so fern liegenden Eiland gefunden worden, und ilit- zur Erklärung dieses Vorkommens dienende Erörterung') mag auch diesen neuen Fund erklären. Helodrihis (Bimastas) Eisen! (Levius). Syiionymie und Literatur siebe unter: 1900. Helodrilm (Bimastus) Eiseni, Michaelsen, Oligochacta; in Tierreich, Lief. 10, p. 503. Fundnotizen: Azoren, Säo Miguel: XI. 03. Vanhöffen leg. St. Helena; 30. VIII. 03. Von den Azoren bereits bekannt, für die Fauna von St. Helena neu: eine über Mitteleuropa und die meisten Inseln des Atlantischen Ozeans verbreitete peregrine. zweifellos durch flen Menschen auf diese Inseln übertragene Art. Helodrihis (Bimastus) constrictus (Rosa). Synonymie und Literatur siehe unter: 1900. Uelodrilus (Bimastus) coiistrictus, Michaelsen, Oligochaeta; in Tierreich, Lief. 10, p. 503. Fniidiiotizeii: Kerguelen, Hang des Stationsberges, unter Steinen: 0. VII. Oi\ Werth leg. „ Umgebung der Station: l.j. IX. 02. Wertii leg. „ Station, in Moos: 24. IX. 02. Wekth leg. „ unter Steinen; 18. II. 03. Werth leg. Azoren, Säo Miy-ucl: .\I. 03. Vanhöffen lee;. Eine durch Verschleppung nahezu kosmopolitische, auf den Azoren sowie auf den Kerguelen bisher nicht nachgewiesene, hier zweifellos eingeschleppte Art. Gen. Lumbricus Linne, emend. Lunibriciis castaiieus (Sav.). Synonymie und Literatur siehe unter: l!>0f>. Liimbricus castaneus, Michaelsen, Oligociiaeta; in Tierreich, Lief. 10, p. 5 10. Fundnotiz: St. Helena; 30. VIII. 03. Vanhöffen leg. Eine bisher von St. Helena nicht bekannte, hier zweifellos durch den Menschen eingeschleppte peregrine Art, die im übrigen zirkuinpolar über die nördliche gemäßigte und boreale Zone verbreitet ist. Die Oliijocliaeten der subantarktiselien Inseln und der hypothetische antarktische Kontinent. Ich habe dieses Thema in verschiedenen Schriften mehr oder weniger eingehend behandelt, besonders eingehend im Anschlul.5 an die Bearbeitung der Oligochaeten der deutschen Tiefsee- Expedition") und in der zusannuenfassenden Arbeit über die geographische Verbreitung der ') W. Michaelsen, Die OIi):ochaeten der deutschen Tiefsee-Kxpedition nebst iOrürterung der Terricolenfauna ozeanischer Inseln, insbesondere der Inseln des subantarktischen Meeres; in Wiss. Erg. deutsch. Tiefsee-Exp., 3. Bd., 190'.'. p. 155, 15ü und Fußnote 1 auf p. 15G. '') W. .Michaelsen, ebendaselbst p. 158 u. f. Michaelsen, Oligochaeten. 47 Oligochaeteii.') Daß ich es hier, im Anschhji3 an die Notiodrihis -Fände der deutschen Südpolar- Expedition noch einmal in Erörterung ziehe, beruht auf zwei verschiedenen Gründen. Der erste Grund und zugleich die Veranlassung liegt in dem Erscheinen einer Schrift des neuseeländischen Oligochaeto- logen Benham, ^) in der dieser Forscher zu durchaus abweichenden Resultaten kommt. Da Benham meine beiden oben erwähnten Schriften offenbar noch nicht kannte, so bin ich leider gezwungen, zur Widerlegung der BENHAii'schen Argumente manches zu wiederholen, was schon dort aus- gesprochen ist. Der zweite Grund und damit die formale Berechtigung zur Wiederaufnahme der Diskussion liegt in der Erwerbung neuen Tatsachenmaterials. Durch die liebenswürdige Ver- mittlung des Herrn Prof. Einar Lönnberg zu Gothenburs; erhielt ich zur üntersuchuns; eine von Herrn Gunnar Linnell im tropischen Westafrika am Kamerun-Gebirge gesammelte Oligochaeten- ausbeute, die unter andei'em zwei gut konservierte Exemplare des Notiodrihis VakHvüie Michlsn. enthielt. Die Gattungszugehörigkeit dieser zuerst von der deutschen Tiefsee-Expedition gesammelten Art'^) konnte nach ili-m ungünstigen Originalmaterial nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Die Untersuchung des neuen Materials, deren Ergebnisse ich oben in die Beschreibung der von der deutschen Südpolar-Expedition gesammelten Arten ehifügte, erwies, daß wir es mit einem echten Notiodrihis zu tun haben. Das Vorkommen eines Notindrilus am Kamerungebirge, in Westafrika nördlich vom Äquator, ist aber von schwerwiegender Bedeutung für die Beurteilung dev Kotiodrilus- Verbreitung. Dazu kommt dann noch die erweiterte Kenntnis über die Gruppe Notiodrilus und über ihr Verhältnis zu Microscoh'X infolge der Untersuchung des Materials der deutschen Südpolar-Expedition. Benham kommt durch seine Betrachtungen über die geographische Verbreitung der Acantho- drilen, zumal iler Gruppe Notiodrilus, zu dem Resultat, daß in Vorzeiten ein großer antarktischer Kontinent bestanden habe, der mit den Südspitzen der am weitesten nach Süden reichenden Kontinente - — Antipodien (neuseeländischer Kontinent), Tasmanien -Australien, Südafrika und Südamerika — in Verliindung gestanden habe, im Gegensatz zu meiner Anschauung, nach der die Hypothese eines derartigen antarktischen Kontinents für die Erklärung der geographischen Verbreitung der Oligochaeten unnötig ist (die endgültige Entscheidung überlasse ich nach wie vor den (Jeologen). Das Hauptarguuient Benham"s ist die von ihm behauptete, von mir in Abrede gestellte nähere Verwandtschaft der Oligochaetenformen Neuseelands und der Südspitzen Afrikas und Süd- amerikas. Prüfen wir diese Foi-men näher! Charakteristisch für Neuseeland ist die auf dieses Gebiet beschränkte N'odrihis-(\v\\\)i)Q ((iattungen Ncodrihis, Maoridrilns und Plagiochaet(t). ferner einige Gattungen dei- Octochaotinen (Diuodrilus, OctochaeUt). die nähere Beziehungen. M^enn über- haupt, nur zu Ostindien und vielleicht auch zu Madagaskar erweisen, und schließlich die nahe verwandte Gattung Microscolex mit den Gruppen Microscolex und Notiodrilus. Charakteristisch für das Kapland sind außer (K'u einer ganz anderen Familie angehörenden Microchaetinen die Gattungen Chilota und Yagaima der Chihta-Gm^^Q und Notiodrilus, für das magalhaensische Gebiet lediglich jene beiden Gattungen der C7(//o/«-Gruppe und Notiodrilus. Wenn sich also 1) W. Michaelsen, Die geoüraphisclie Verlireitung der Oligochaeten, Berlin 1903, p. 76 u. f. ^) W. B. Benham, The geographica! Distribution of Earthworms and the Palaeography of the Antarctic Region; in: Rep. 0. Meet. Austr. Assoz. Adv. Sei., Hobart 1902.' =) Xotiodrilus (!) Vaklwiac, Michaelsen, Ölig, deutsch. Tiefsee-Exp., p. UG Taf. XXII Fig. 7. 48 Deutsche Südpolar-Kxpedition. t'irie nähere Verwandtschaft zwischen Südafrika und dem niagalhaensischen Gebiet nicht von der Hand weisen läßt, so Lenilit die Beziehung Neuseelands zu diesen Gebieten docli lediglich auf dem gemeinsamen Besitz von Notiodrilns. Diese Gattung zeigt jedoch eine so weite Verbreitung auch außerhalb der verglichenen Gebiete — ich ei-innere an das Vorkommen von Sotiodriliis m Mexiko und Guatemala, in Kamerun und in Nord-, Nordwest- und Zentral- Anstralien — dali von einer besonders nahen Beziehung lediglich auf Grund der Notiodrduit- \'orkonnnnisse gar nicht die Rede sein kann. Es ist auch nicht allein NotiodrUus, der diese angebliche nahe Beziehung von Neuseeland zu Südafrika und dem südlichen Südamerika erweisen soll, sondern die von Benham angenonuuene nahe Verwandtschaftsbeziehung von Nohodnhif< zu (.'/nioid einenteils und nou Mlcroscolex (s. s.) zu Vagansia andernteils (1. c. p. 327). Diese Annahme beruht aber auf einer jetzt deutlich nachweisbaren Verkennung der Bedeutsamkeit gewisser morphologischer Parallelreihen. Benham sagt auf p. 326 der zitierten Arlieit: „Now. the genus Xoiindrilns is allied to, and ancestral to. another genus, CliUota (Michlsn.), distinguished from it by possessing one pair of testes, just as Ncodrihis ist distinguished from M(io?'idrdiis by having only one pair of certain organs instead of two pairs". Benham stellt also hier den Vorgang der raicroscolecinen Reduktion des acanthodrilinen Geschlechtsapparates (zwei Paar Prostaten und Samentaschen auf ein Paar reduziert) auf gleiche Stufe mit der Reduktion des holoandrischen Apparates in den proandrischen (zwei Paar Hoden im 10. und 11. Segment auf ein Paar im 10. Segment reduziert), wie es auch in seiner Beurteilung der Verwandtschaft zwischen Microscolex und NotiodrUus zu Ydgansia und ( 'hlluta zum Ausdruck kommt. Das ist aber durchaus nicht angängig. Die microseolecine Reduktion sehen wir als Parallelentwicklung in fast allen Gruppen der Megascoleciden auftreten, mid zwar stets in eng beschränkten syste- matischen Abteilungen, zum Teil innerhalb einzelner Gattungen. So ist es z. B. nicht möglich, die microscolecinen J Jichogaste)'- ArtQU generisch von den acanthodrilinen [und den lialantinen] zu trennen, wie es ja jetzt auch nachweislich nicht mehr möglich ist, die microscolecinen Fornu-n der Notiodri/us -Gru\)\)u (Gruppe Mlcroscolex im engeren Sinne) von der acanthodrilinen Gruppe Xoflodrilus') generisch zu trennen (siehe die obige Erörterung über die nahe Verwandtschaft zwischen Mlcroscolex \ Mlcroscolex] Lin/lceiii und Mlcroscnlex [^Notlndrlbis] Enzenspergerl). Auch die Gattung Eudlcliogaster enthält microseolecine inid acanthodriline Arten. Bei anderen Grup[)en ist die generische Sonderung der entsprechenden acanthodrilinen und microscolecinen Formen erhalten geblieben, und zwar aus rein historischen Gründen, nämlich weil diese Sonderung früher bedeutsam erschien und bis jetzt keine .\rten zu unserer Kenntnis gekommen sind, 'die, * wie bei hlcliognsfrr und Mlcroscolex, eine Verschuiclzung durchaus notwendig erscheinen lassen. Das ist der Fall mit den Gattungen Mnorldrlltis luid Xeodrlliis der Xeodrlliis -Gi-upi^o, den (Tattimgen ('lillota uml Vfigtinsla der r////o^/-Gruppe und vielleicht auch den Gattimgen herri(f uinl Ociierodrdiis (l'ntergattung Ihiiilodrllns) dt-r Tuterfam. Ocncrodrilinae. JCs lielie sich sehr wolil eine Verschmelzung der beiden Gattungen dii'ser Gattungspaare rechtfertigen, und es ist wolil mir eine h'i'ngc der Zeit, dal! sich auch in diesen Fidlen nach Aul'tiiidiing \on \ ci-uiitlchidcn Formen die \ crschinclzinig als notwendig erweise. Die innige Beziehung zwischen den uiicro- scolecincn und den eiitspreciiendcn acinitliodrilinen Koi'nien kommt auch in der geographischen Verbreitung zum Ausdruck, insofern sie das gleiche Gebiet liewolmen: schon hieraus geht hervor, dal.{ ilie microseolecine Reduktion des mämdichen Gcschlechtsajuiarates als eine phyletisch sehr MiciiAELSEN, Oligochaeten. 49 junge Bildung anzusehen ist, die erst aufgetreten ist, nachdem die betreffenden Foi-nien ihre rezente Verbreitung erlangt hatten. Die ungemein nahe Beziehung zwischen Microscolex [Micro- scok£\ Luykenl und M. [Nododrilns] Eiizenspergeri läßt sogar vermuten, daß in diesem Falle die microscolecine Sonderung erst auf der kleinen Insel der Crozet-Gruppe, Possession-Insel, ihrem gemeinsamen Wohnsitz, eingetreten sei. Anders, ist es mit jener proandrischen Reduktion. Derartige Sonderbildungen hal>eii nachweisbar in verschiedenen Oligochaeten-Familien und -Unter- familien eine sehr verschiedene, zum Teil schwerwiegende systematische Bedeutsamkeit. Wie groß diese Bedeutsamkeit ist, kann nur von Fall zu Fall festgestellt werden, und zwar ist es in erster Linie die geographische Verbreitung, die hierüber Auskunft gibt. Bei der Unterfamilie Acanthodrilinae, die hier in Frage kommt, ist sie augenscheinlich sehr groß. Der proandrische Zustand findet sich lediglich Ikü der geographisch eng beschränkten, im Kaplande und chilenisch- magalhaensischen Gebiet (abgesehen von einer wohl eingeschleppten Art von den Kap Verde- schen Inseln) vorkommenden CV^^Vo<«-Gruppe (Gattungen Cliilota und Yagansid), während alle übrigen Gruppen, mit Ausnahme der metandrischen Gattung Maheina xon den Seychellen, holo- andrisch sind, so die für Neuseeland charakteristische iVeorf/77«s-Gruppe (Gattungen Neodrilus, Maoridrilus und Playiochaeta), die Gattung Aamthodrihis von Xeu-Kaledonien und die Gattung Microscolex mit den Gruppen Microscolex und Nutiodrilus. Die C'/u/o^rt-Gruppe bildet zweifellos, wie auch die NeodrilHs-(jiVU\)-^Q und die übrigen sehr kleinen Gruppen, einen durchaus gesonderten Zweig der Unterfamilie Acanthodrilinae, gesondert hervorgegangen, wie auch die übrigen, aus der acanthodrilinen Urform, als deren rezenten Repräsentanten wir die Gruppe Notiodrilus anzu- sehen haben. VÄw nähere Beziehung des Gebietes der C/u7o/a-Gruppe speziell zu Neuseeland ist aus den Verwandtschafts- und Verbreitungs-Verhältnissen nicht zu ersehen. Da die Urform, aus der die C/nVota-Gruppe sicherlich, auch nach Ansicht Benham's, entsprossen ist, noch jetzt durch zahlreiche unveränderte oder wenig veränderte Nachkonunen (^^otiodrilns) in dem Gebiet der Gruppe vertreten ist, so ist doch wohl anzunehmen, daß sie sich entweder hier an Ort und Stelle aus dieser Ui-form entwickelt habe, oder in einem die beiden Untergebiete Südafrika und Südspitze Südamerikas vei'biiidfnden Gebiete. Das verbindende Gebiet zwischen Afrika und Südamerika braucht aber kein antarktischer Kontinent zu sein. Zur Erklärung der Tatsache, daß die T/nVü^rt-Gruppe auf Neuseelaml nicht vertreten ist. nimiiit Benham an, daß Neuseeland sich früher als Südafrika und das magalhaensische Gebiet vom antarktischen Kontinent abgetrennt habe (1. c. p. 338). Warum hat deim diese (ll^luta-Gv\^^])Q nicht wenigstens in Tasmanien und Südaustralien Vertreter hinterlassen? Ijenuam hält doch auch die Annahme einer Land- verbindung zwischen Tasmanien und dem antarktischen Kontinent für notwendig (1. c. p. 340), imd zwai- eine Verbindunlt is. however, a curious fact that the three other Australien species of Notiodrilus [den zentralaustralischen vierten. N. eremns Spencer, hat er vorher besprochen] occtu' in the northern portion of the continent". Um diese Schwierigkeit zu überwinden, läßt Benham dann die Verbindung zwischen dem antarktischen Kontinent imd Tasmanien-Australien sich lösen, bevor die Xotiodrilen zur Verbreitung gelangten, und führt dieselben dann über Antipodien und Neu-Guinea vom Norden her in Austi-alien i'in — eine kühne Konstruktion von Landverbindungen, die aber wirklich ganz unnötig ist zui' iM-klärung der vier australischen Ao?wf//77»5-Vorkommnisse. Rechnet man die Wandertoinvn der Gattung Notiodrilus nach dieser Darstellung Benham's zusammen — einerseits vom antarktischen Kontinent über Xeu-Guinea, also bis an den Acpiator heran, und zurück nach Australien, audererseits durch ganz Südamerika bis nach Mexiko, dazwischen vom autarktischen Kontinent aufwärts bis Südafrika (nach den neuesten Funden bis Kamerun, nöi-dlich vom Äquator) — so ergeben sich weltweite Strecken. Dazu konunt die Tatsache, daß sich die Xaehkouunen der Xotiodrilen, die sämtlichen übrigen Megascolcciden, ') BKint.viib's Text-Book of Zoogeography erschien 1893. -') Dieses Vorltommen JälJt übrigens den Aiisdriicic .the Antarctic j.'enus Xotiodrilux-, Benham 1. c. p. .'iOl, nicht mehr ]iassend erscheinen; — das Vorkommen von .\otioind. Jedenfalls dürfen wir annehmen, dali das frühere iVo^iWn/^Ä-Gebiet größer war als das jetzige, und dal! in den Teilen, die jetzt nur spärliche Notiodrihis-Rf^Xikie beherbergen, IVidier eine reichere NvtiodrUus- Bevölkerung vorhanden war. Die Nachkonuuen von Noliodfilus sind jetzt noch auch nördlich vom Äquator zirkunununilan : Nutiodrilus selbst findet sich in Amerika und Afrika nördlich vom Äquator, in Australien nur wenige Breitengrade südlich vom Äquator, in jedem dieser drei Gebiete auf den westlichen gebirgigen Teil bezw. auf den westlichen Wüstenbezirk und die Nordspitze beschränkt. Was liegt da näher, als die Annahme, daß ihr Gebiet in früheren Perioden, vor der Entstehung ihrer jüngeren Sprossen, sich nicht lediglich auf diese geschützteren Randpartien ') Endemische Plierelima-Aden kommen außerhalb ihres eigentlichen Gebietes, des indo-malayischen Terricolengebietes, nur auf Ceylon — eine Art neben zahlreichen J7('(;a.-;co/e,!'-Arten und noch älteren Gliedern der Megascolecinenreihe — und vielleicht auf den Seychellen und Madagaskar — eine anscheinend wenigstens in geringem Maße peregrine, also nur zweifelhaft endemische Art — vor. Es ist demnach kaum anzunehmen, daß die Gattung Plicri-tima anderswo als im indo-malayischen Gebiet entstanden ist; wollte man etwa Ceylon als den Entstebungsherd in Anspruch nehmen, so wäre es unverständlich, daß sich hier unter den zahlreichen endemischen Terricolen nur eine einzige Fhiri-tiina-kri entwickelt habe. Es ist meiner Ansicht nach überhaui)t nicht zu vermuten, daß der Entstebungsherd einer sehr verbreitungskräftigen Gattung am äußersten, nur spärlich von ihr bevölkerten Rande ihres Gebietes liegt. 52 Deutsclie Siidpolar-Expedition. beschränkt, sondern die lietreileiiden Kontinente in ganzer Breite überspannt habe, daß also Notiodrilus selbst auch nördlich vuni A(iiiator zirkuinniundan war, wie jetzt seine Enkel- gattungen. Das Notiodrlbis-GQhxQt der Jetztzeit ist ein offenbar zersprengtes Gebiet. Die Reliktennatur der verschiedenen Vorkommnisse ist zu augenscheinlich, um verkannt werden zu können: Xotiodrilen rinden wir im Kordillerengebiet Zentralamerikas und Mexikos und dementsprechend in Afrika am Kanierungebirge, in den Oasen der Wüsten von Zentral- und Noi-dwestaustralien, in den durch Wüstenbezirke mehr oder weniger vollständig abgesonderten Spitzen der Kontinente — ich sage absichtlich nicht „Südspitzen", denn diese nähere Bezeichnung trifft nur für Afrika zu und allenfalls noch für Südamerika, obschon sich das Notiodrilus -GeHet hier westlich von dem abtrennenden Wüstenbezirk bis fast in tropische Breiten hinein erstreckt, in Australien ist es sogar die Nordspitze und das sich daran anschliei3ende nördliche Queensland, wo sich, abgesehen von den erwähnten Wüstenbezirken, die Notiodrilen noch gehalten haben. Die Ausdrücke ,.the extreme south", bezw. „the extreme southern ends of the land-tracts", die Benham (1. c. p. 835 bezw. 33()) für die Gebiete der ai'chaischen Formen, d. h. für Notiodrilus, anwendet, entsprechen lediglich der Tatsache, daß in zwei von den drei südlichen Kontinentalmassen, in Afrika und Südamerika, gerade die Südspitzen (hurh s(!hützende Wüstenbezirke vor dem Eindringen der in der Hauptmasse der Kontinente zur Entwicklung gekommenen jüngeren verbreitungskräftigen Formen gesichert wai-cn inid den Notiodrilen eine Fortexistenz bis auf unsere Taae oewährten. C* DO Die südliche Lage dieser Gebiete ist, wie wir aus dem Vergleich mit Australien ersehen, durchaus unwesentlich. In der BKNiiwrschon Gebietsaufzeichnung muß ich auch die Bezeichnung .Pata- gonia" für das südamerikanische Notiodrilus -Geh'iet als irreleitend beanstanden; korrekter wäre die Bezeichnung „Feuerland, Süd-Patagonien und Chile" oder die von mir vorgeschlagene Bezeichnung „Magalhaensisch-chilenisches Terricolengebiet". — Schließlich findet sich Notiodrilus auch noch auf den frühzeitig von den Kontinentalmassen losgelösten größeren Inseln, Neuseeland, Neu-Kaledonien und Madagaskar, die durch Meeresteile vor der Einwanderung jüngerer, kräftigerer Formen bewahrt wurden (die ebenfalls Notiodrilen beherbergenden Inseln und Inselchen des Bubantarktischen Meeres rechne ich hier nicht mit zu dem eigentlichen Notiodrilus-G<^h\(^t. und zwar aus Gründen, die weiter unten erörtert werden sollen). Bknham sagt (1. c. p. 33.), 330):') ,.We find the niost archaic earthworms down in the extreme south.') It is true that this may be explained bv imagining the ancestral forms to have been niore or less cosmopolitan, or, at an\ rate, distributed in a band roiiinl tlic eartii. noilh ol' the Equator, whence they were driven southwards into each ol' the chief continents — driven down cltlicr by ciiiuatic i>v pliysical changes, and as a result of coinpetition with the niore northern, more nujdern, and niore sturdy Luuibricidae of the Palaearctic region.**) But if this were the Gase, surely it is a most astonishing fact that the same genera, regarded as archaic anatomi- cally, with very closely allied species, jicrsisted in the extreme southern ends of land-tracts.***) It seems stränge indeed, that during thcir journey from noi-th to south, in spite of the struggle for existence with pliysical and organic nature, varving in each of the continents, as it niu.st have done, the same genera should persist in Patagonia, Cape Colony. and New Zealand,"**) ') Die von mir in dieses Zitat eingefügten Sternchen sollen zur Orientierung für die folgende Kritik dienen. Micha?:lsex, Oligochaeten. 53 while, except 011 the American cuntinent. not a Single representative should have survived the struggle north of tlie Equator,***") across which they must have been driven." *) Wie oben erörtert nicht zutreffend, man denke an die Notioch-ilen von Mexiko, Zentral- amerika und der Nordspitze Australiens. **) Benham kann hier nur meme Darstellung über die frühere Verbreitung von Notiodrilm im Auge haben; er hat dieselbe aber mißverstanden. Ich hal)e niemals behauptet, daß die alten Notiodrilen durch klimatische Verhältnisse, durch Konkurrenz oder andere Antriebe südwärts getrieben seien. Meiner Ansicht nach haben sie sich in früher Zeit, als die jüngeren, kräftigeren Formen noch nicht existierten, freiwillig und ohne eine Konkurrenz verwandter Formen anzutreffen weltweit über das ganze ihnen offen stehende ^Gebiet verbreitet, unter anderni natürlich auch in die Spitzen der Kontinente hinein und auf die damals noch mit den Kontinenten zusammenhängenden späteren Inseln. Da sie in dem Gebiet der jüngeren, kräftigeren, verwandten Formen später mehr oder weniger vollständig ausgerottet wurden, so blieben sie nur an den Stellen erhalten, die diesen jüngeren, in den Hauptmassen der Kontinente zur Entwicklung gelangenden Formen verschlossen wurden, und das sind eben jene weit zerstreuten Winkel, die das jetzige zerspi-engte Gebiet von Kotiodrilus ausmachen. ***) Warum ist (his erstaunlich, wo diese Südspitzen — Benh.^m kann nur Südafrika und das magalhaensisch-chilenische Gebiet meinen — durch Wüstenbildung von dem übrigen Kontinent abgetrennt wurden, und sich, inselartig, ihre altertümliche Fauna bewahren konnten? Sind denn die Oligochaeten die einzige Tiergruppe, die in diesen abgesonderten Kontinentalspitzen Relikte archaischer Formen hinterlassen haben? Ist es nötig auf die vielen archaischen Relikte aus anderen Tiergru])pen hinzuweisen? ****) Erstaunlidier ist doch, daß dieselbe Gattung — ich weiß nicht welche Gattung außer NotKtdvdus Bkmiam noch meinen kann: der Plural „the same genera" ist wohl ein Schreibfehler — zugleich auch in Mexiko. Zcntralamerika und Nordaustralien erhalten blieb. Der Kampf um die Existenz, der bei der von mir angenommenen allgemeinen Ausbreitung vom Norden nach dem Süden allerdings auch einmal durchgefochten werden mußte, ist doch nicht schwerer, . als der Kampf, den diese Oligochaeten bei der von Benham angenommenen Ausbreitung vom Süden nach dem Norden hin hätten durchmachen müssen.- Auf der hypothetischen Ausbreitung vom Antarktischen Kontinent durch ganz Südamerika bis Mexiko, durch ganz Süd- und Tropisch- afrika bis Kamerun, und durch Antipodien über Neu-Guinea bis ins Herz von Australien zurück, haben sie doch nicht geringere Strecken zurücklegen müssen, als ich sie für meine Anschauung in Anspruch nehme? *****) Die mexikanisch-zentralamerikanischen iVo\ auf den kleinen weit zerstreuten Inselgruppen des sub- antarktischen Meeres und die offenbare nähere Verwandtschaft zwischen diesen Formen. Ich habe diese Umstände schon früher eröi'tert: bei der besonderen Bedeutimg derselben für die hier erörterte Frage erscheint es mir jedoch angebracht, diese Auseinandersetzung hier in noch eingehenderer Weise zu wiederholen. Diese j:Vo^/of/?77»s-Vorkonnnnisse auf den subantarktischen Inseln, zu denen jetzt auch noch ein Micruscoh'X [MlcroscoJe.v\ kommt, sind zweifellos ganz jungen Alters. Es erscheint ausgeschlossen, daß diese Tiere die Eiszeit auf diesen kleinen Inseln, die zur Eiszeit sicher von einer Eisschicht vollständig überdeckt waren, nbenlauert haben konnten. Sie sind zweifellos erst nach der Eiszeit, also in verhältnismäßig junger Periode, hierher gekommen. Diese Arten sind zweifellos sämtlich eurylialin. V-^on Microscolex [^Noliodrilus] georgianus (Michlsn.) und .1/. [A^.] kerguelanim (Grube) ist es nachgewiesen, ebenso von M. [Microsc(dex] dubius (Fletciieh) und M. [.!/.] jdidsp/uD'eiis (Ant. Dug.), die zwar nicht auf diesen Inseln gefunden worden sind, aber doch nach den neueren Erkenntnissen (siehe oben!) dieser engeren Gruppe angehören. Bei der nahen Verwandtschaft in dieser Gruppe ist eine Verallgemeinerung dieser biologischen Erkenntnis von vier .\rten auf dii' ganze Gruppe erlaulit. l'luryhaline Oligochaeten unterstehen aber ganz anderen Ausbreitungsgesetzen als rein teiTieoU^ Formen. Für die letzteren ist das Meer eine unüberwindliclie Scliranke, für die ersteren durchaus nicht. "Diese Feststellung ist nicht das Resultat einer rein tlu^oretischen Gedankenfolge: sie ist den Tatsachen der geographischen Verbreitung der 01ig(jchaeten entnonunen. In den verschiedensten Gruppen der Oligochaeten haben sich einzelne Gattungen oder Arten an eine litorale oder selbst marine Lebens- weise gewöhnt, während die Hauptmasse der Ijetreffenden (iruppe rein terricol geblieben ist. Diese litoralen Formen brauchen nicht rein litoral zu sein: sie können, wie z. B. J-JncIn/fraeus alhidus Henle, von dem litoralen Leben Vorteil ziehen und nebiMil>ei auch in terrestrischen Ortlichkeiten vorkonunen. Diese eiu-yhalinen Formen nun zeigen eine ganz andere Verbreitung als die rein terricolen ihrer (iruppe, wie die folgenden, annäliernd erschöpfenden Beispiele zeigen mögen. Rein terricole endemische iMichvtraeiden sind nur nördlich arktisch. Imreal inul n-eniäßist Michaelsen-, Oliffocliaeteii. 55 zirkummundan gefunden worden: die euryhalinen Enchytraeiden-Gattungen Lumbricillus, Marionina, Michaehena. und Enchjfraeus, die Meeresstrand-Ehchytraeiden, haben sich dagegen vom Norden aus dui'ch die ganze Länge des Atlantischen Ozeans bis Uruguay, Süd-Patagonien, Feuerland, Süd- Georgien, Crozet-Inseln, Kerguelen, Neu-Anisterdam und Neuseeland verbreitet. Die rein terrlcolen Gattungen des älteren Teils der Megascolecinenreibe sind endemisch in Australien, auf Ceylon und in Nordamerika: die eurvhaline Gattung Pontoscolex, die der ältesten Megascolecinen-Gattung FhUeUus sehr nahe steht, ist tropisch-subtropisch-gemäßigt zirkummundan, von Kalifornien, den Hawayischen Inseln, den Chatham-Inseln, den Aru-Inseln, Ceylon, Süd-Frankreich, Brasihen, West- indien, den Bermudas und Florida bekannt. Die rein terricolen Glossoscolecinen sind sicher endemisch nur vom tropischen südamerikanischen Kontinent bekannt; die euryhaline Gattung Diachaeta ist dagegen bis über die westindischen Inseln verbreitet. Da eine Verschleppung durch den Menschen bei diesen der menschlichen Kultur meist fern stehenden Formen ausgeschlossen erscheint (schon die Art der Vorkommnisse spricht dagegen), so muß angenommen werden, daß sie sich selbständig über weite Meeresstrecken hinüber verbreitet haben. Auch für die euryhalinen Bewohner der Inseln des subantarktischen Meeres dürfen wir das annehmen, und ihre Verbreitungs- liriie entspricht durchaus den Verhältnissen der Meeresströmungen. Mögen sie nun ursprünglich, d. h. während der Eiszeit, in Patagonien oder in Neuseeland oder in Südafrika beheimatet gewesen sein, so konnten sie von jedem dieser drei fraglichen Heimatsorte durch die hier herrschende Westwindtrift von Station zu Station in verhältnismäßig kurzer Zeit zirkumpolar über den ganzen subantarktischen Meereskreis verbreitet werden. Welche Transportmittel für diese Verbreitung in Betracht kommen, entzieht sich einstweilen einer sicheren Feststellung. Wahrscheinlich wenleii die Kokons, wie nachweislich bei den Strand-Enchytraeiden, an die Detritus- massen des Strandes angeklel>t und mit diesen Detritusmassen bei Sturm ins Meer hineingerissen und fortgetrieben. Vielleicht spielen aber auch treibende Eismassen eine Rolle hierbei. Viele Oligochaeten bezw. Oligochaetenkokons überleben ein Einfrieren. Wenn man gesehen hat, wie in Feuerland die Gletscher dicht neben inuiiergrünen Buchenwäldern bis ans Meer herunterreichen, um hier in z. T. gewaltigen Blöcken abzubrechen und ins Meer hinauszutreiben, so hat der Gedanke eines Transportes von angefrorenen Erd- oder Detritusmassen mit Oligochaeten oder ihren Kokons durchaus nichts Phantastisches mehr. Benh.\m hält es erschwerend für meine Anschauung, daß St. Helena keine Notiodrilen beherbergt, im Gegensatz zu dem Vorkommen derselben auf den subantarktischen Inseln. St. Helena liegt doch aber weit außerhalb des Kreises der Westwindtrift; wie sollten hier Notiodrilen her- geraten? Im übrigen spricht das Fehlen von endemischen Terricolen auf St. Helena nur dafür, daß diese Insel, wenigstens seit der Zeit der Ausbreitung der ersten Terricolen, etwa Notiodrdus, niemals mit den Kontinentalmassen zusammengehangen habe, eine Feststellung, die ich schon in der „Geogr. Verbr. d. Ölig. (I.e. p. 171 bezw. 174) veröffentlicht habe. St. Helena gleicht hierin vielen anderen weit isolierten ozeanischen Inseln, unter anderem auch den Inseln des subantarktischen Meeres, denn deren Notiodrilen sind keine endemische „Terricolen", sondern „hospitierend litorale" Oligochaeten. Ich kann auch nach der Prüfung der BENHAifschen Schrift nur meine Anschauung festhalten, daß die Verbreituno; der 01io;ochaeten nicht die Annahme eines früheren größeren antarktischen Kontinents erfordert, sondern sich sehr anschaulich ohne diese Hypothese erklären läßt. 56 Deutsche Süd]iolar-E.\pedition. V. K. BiiPDAitii. ism. 1895. — 1897. lüOO. W. B. Bkniiam. i:ioo. 1903 — 1904. A. DlTLEVSEN. 1904. G. Eisen. 1879. E. GltUBE. 1877 E. R. Lankkstkü. 1879. W. Mh-iiaki,.se.n. 1888. — 1889. — 1891. — 1896. — 1897. — 18911. — 1900. — 190-_'. 1903. 1903. 1903. 1905. H. Ur.E. 1H9G. Literatur. Anatoiiiu-al Di'si-ription of Two new Genera of Ai|u;itic dligocbaeta; in: Tr. R, Soc. Edinb., Vol. XXXVI. A Monograjih of the Order of Oligocliaeta, (»xforil. On a Collcction of Kartlnvorms Unm Soutli Africa belonging to the Genus AcanllnHlrihis: in: Proc. Zool. Soc. London, 1897. A Revision of the Earthworms of the genus Amyntas (Perichaeta): in: Proc. Zool. ,Soe. London. 1900. On some Eartlnvnrms from the Islands aroniul New Zealand; in: Trans. N.-Zealand Inst., VoL XXXII. The geographical Distribution of Earthworms and the Palaeograpby of the Antarctic Region; in: Rep. 9. Meet. Austr. Assöc. Adv. Sei., Ilobart 1902. On some new Species of Ai|tiatic oligocbaeta from New Zealand; in: Proc. Zool. Soc. London, 190.'!. Studien an Oligoehaeten; in: Zeitschr. wiss. Zool. 77. Bd. On the Oligochaeta collected during tbe Swedish Expeditions to the Arctic Regions in the years 1870, 1875 and 187G; in: Sv. Vet. Akad. Handl. Bd. XV, N. 7. Annelideiiausbeute von S. M. S. Gazelle; in: Mon.-Ber. Ak. Berlin, .\ug. 1S77. Terrestrial Annelida; in: .\n Account on the Petrological, Botanical and Zoological CoUections made in Kerguelen's Land and Rodriguez; in: Phil. Tr. R. Soc. London, ^'ol. 1G8. Die 01is;ochaeten von S(id-Georj,nen, nach der Ausbeute der Deutschen Station von 1882 — 83; in: Mt. Mus. Hamburg, ,1g. 1887. Synopsis der Enchytraeiden; in: Abh. Ver. Hamburg, IUI. XI Heft 1. Terricolen der Berliner zoologischen Sammlung I, Afrika; in: Arch. Naturg. 57. .Ig. Bd. I. Weiterer Beitrag zur Systematik der Regenwürmer: in: Verh. ^'er. Hamburg, 3. Fg. Bd. 1. Organisation einiger neuer oder wenig bekannter Regenwürmer von Westindien und Südamerika; in: Zool. Jahrb., Syst. Bd. 10. Oligoehaeten von den Inseln des Pacific, nebst Erörterungen zur Systematik der Megascoleciden; in: Zool. .lahrb., Syst. Bd. 12. Oligochaeta; in Tierreich, Lief. Id. Die Oligochäten der deutschen Tiefsee-Expeditioii nebst Lrörterung der Terricolenfanna oceaniseher Inseln, insbesondere der Inseln des subantarktischen Meeres: in: Krg. d. deutschen Tiefsee- Exp., 3. Bd. Eine neue Haplotaxiden-Art und andere Oligoehaeten aus dem Telezkisclien See im nördlichen Altai; in: \'erh. Xav. Hamburg, .'!. Fg. Bd. X. Die geographische ^'erbreitung der oligoehaeten; Berlin. Hamburgische Elb-Untersuchung. IV. Oligoehaeten; in: Mt. Mus. Hamburg, .Jg. XIX. Die Oligoehaeten des Baikal-Sees; in: Wiss. Erg. zool. Exp. Baikal-See 1900—1902. 1. Lief.. Kiew und Berlin. Enchytraeiden; in: Erg. Hamburg, magalhacns. Samniclr. ' Liste der sjsteiiiatisclien Bezeicliiiuiijjeii. Kursivdruck deutet an, daß die betreffende Bezeichnung für das in Rede stehende Objekt in dieser Abhandlung nicht adoptiert ist (Synonyme und fragliche Arten, Gattungen etc.); Untergattungen sind in Klammern gesetzt: Angaben in Fett- druck beziehen sich auf die üescbreibung bezw. die systematische Aufführung des untersuchten Materials. africanus, Pelodrilus 19—21 Acanthodrilinae 3, 21, 28, 49 Acanthodrilus 49 Acanl/iiKhiliin 4, 9, 22, 50 „ kerguelarum 30 „ kergueleneiisis 31 albidus, Enchytraeus 17—19. 54 (Allolobophora) caliginosus 45 — 46 AmyiiUis 45 „ heterochaetus 45 a]>pendiculata, Buchholzia 8 arundinis, Microscolex 30 „ A'otiodrihis 30 (Bimastus) constrictus 46 „ Eiseni 46 „ parvus 40 bisetosa, Friedericia 19 Branchiura 4, 7, 8 „ coccinea 7 — 10 „ _ ina('(jii(ilis 7 „ ., jMlustris 9 „ .. Simplex 7 — 10 Branchiura Sowerbyi 8 Braueri, Maheina 28 Buchholzia appendiculata S caliginosus, Helodrilus (Allolobophora) 3, 45-46 castaneus. Lumbricus 46 Chilota :i, 40, 42, 47 — 49, 51 montanus 40—42 „ Purcelli 45 „ Vanhöffeui 42—45 Clitellio 8 Michaelsen, Oligochaeten. 57 (litellio Korotneffi 8, 9 „ multispinus 8 cocciiiea, Branchiura 7 — 10 coccineus, Jh/odriliix 7 constrictus, Helodrilus (Bimastus) 46 crozetensis Microscolex 31 — 34 ^ Xotioclrihis ;->l, 04 Phreodrilus 5 — 7 prystallifer, Microscolex 28 „ Notiodrilus 28 Damonis, Dichogaster 2(i Diachaeta 55 Dichogaster 22, 48, 51 „ Damonis 2G , Townsendi 2i) Dinodrilus 47 Dipororhacta 50 Drygalskii, Microscolex 28 — 30 „ yotiodrihi/s 28, 3(1 dubiiis, Microscolex 54 Kiseni, Helodrilus (Biinasliis) 46 Eisenia 45 „ foetida 45 Enchytraeidae 10 Encbytraeus 4, 17, 55 albidiis 17—19, 51 ,, hyalinus 18 „ Miibn 18 „ ximulans 17—19 „ Vejdovnkiii 18 Enzensperseri, Microscolex 22, 31, 37 ^40, 48, 49 y, SotiodrUus ;>1, 37, 40, 48, 49 ereriins, Xoliodrilux 50 Kudichogaster 22, 4s filiformis, /li/odriliis 7, 9 foetida, Eisenia 45 Friedericia 3, 19 „ bisetosa 19 georgiana, Marionina 15 — 17 „ PacJii/drilm 1 5 georgianus, Microscolex 54 Xottodriliif: 54 glandulüsa, Marionina 8 Glossoscolex peregrinus 9 Olossoscolecinen 53, 55 (Haplodrilus) 48 Haplotaxidae 4. 19 Helodrilus 45 (AUolobopbora) caliginosus 45-46 (Bimastus) constrictus 46 ., .. Eiseni 46 parvus 4G caliginosus 3 heterochaeta, Pheretima 3, 45 Deulscho SlIiliMiliir-Kxpcililiiiii. IX. Znolnsric, I. lieterocbaetus, Amyntas 45 Huttoni, Microscolex 23, 25 — 27 hyalinus, Encbytraeus 18 _ Xeoenchytraeiis 18 Ignatovi, Pelodrilas 20, 21 llyodrilus 8 IlijodrUtis 8 „ coccineus 7 „ filiformis 7, 9 „ palustris 7, 9 inaequalis, Branchiura coccinea 79 kergnelarum, Acantliodriliis 30 Lumbricus 30 Microscolex 30—31, 34, 54 Xotiodriliis 30, 31, 34, 54 kerguelenensis, Acantliodriliis 31 ^ Microscolex 31 Phreodrilus 5, 6, 7 Kerria 48 Korotneffi, Clitellio 8, 9 Leidyi, Pristina 8 Lt'i/di/i (laps. pro Leidyi) 8 lineatus, Lumbiicillus 10 litoreus, Lumbricillus 10 I.np/iocliaela 9 Lumbricidac 3, 45, 4(5, 52, 53 Lumbricillus 4, 10, 15, 55 lineatus 10 litoreus 10 maritimus 13 maximus 10 — 11 Robinson 11—12 subterraneus 10 verrucosus 10, 11 Lumbricus 46 castaneus 46 Lumbricus kerguelarum 30 Luyken!, Microscolex 22, 31, 34—37, 39, 40, 48, 49 Xoliodrilus 22, 31, 34, 37, 39, 40, 48, 49 Lycodrilus parvus 9 Maheina 28, 49 Braiieri 28 Maoridrilus 28, 47 — 49 Marionina 4, 13, 15, 55 georgiana 15 — 17 glandulosa 8 Werthi 13—15 maritimus, Lumbricillus 13 Pachijdrduit 13 tnaximus, Lumbricillus 10 — 11 „ Pacliijdrilux 10 Megascolecidae 21 Megascolecinae 27, 45 Megascolex 50, 51, 53 Mesenchytraeus 15 Mesenchytraeus niveus 15 ,, solifugus 15 Michaelsena 55 Microscolex 3, 21, 22, 23, 25, 27, 47 —49, 54 arundinis 30 crozetensis 31 — 34 crystallifer 28 „ Drygalskii 28—30 „ dubius 54 Enzenspergeri 22, 37—40, 48, 49 georgianus 54 Huttoni 23, 25—27 kerguelarum 30 — 31, .'U, 54 kerguelenensis 31 Luykeni 22, 31, 34—37, 39, 40, 48, 49 minutus 23, 26, 27 phosphoreus 22, 54 tamajusi 28 Valdiviae 23—28 Vasliti 28 Voeltzkowi 28 minutus, Microscolex 23, 26, 27 Rliododrdus 27 Mnbii Encbytraeus 10 montanus, Chilota 40—42 multispinus, Clitellio 8 Nannodrilus 26 Staudei 26 Neodrilus 47 — 49 Xeoeiichijirafu.'i hyalinus 18 ,, Slu.rhert/i 18 , Yejdovskyi 18 'niveus, Mesenchytraeus 15 Xolhdrilns 3, 21—23, 25, 28, 34, 47—55 „ arundinis 30 „ crozetensis 31, 34 ,, crystallifer 28 „ Drygalskii 28, 30 ^ Enzenspergeri 31, 37, 40, 48, 49 „ eremus 50 „ georgianus 54 kerguelarum 30, 31, 34, 54 Luykeni 22, 31, 34, 37, 39, 40, .48, 49 „ tamajusi 28 ,. Valdiviae 4, 23—28, 47 Vasliti 28 „ Voeltzkowi 28 Notoscolex 50 Ocnerodrilinae 48 Oenerodrilus 48 Octochaeta 47 58 Deiitsclie Siidiiolar-Expedition. Pachydrilus georgianus 15 maritimus Vi maxiratis 10 palustris, Branchiura coccinea 9 , Ilijddrihis 7, i) parvus, Ilelodrilus (Bimastus) 4f. Lycodrilns 9 Pelodrilus 4, 19 ^ africanus 19 — 21 Ignatovi 20, 21 peregrinus, Glossoscolex 9 . Tykonns 9 Perichaeta 4.') Pheretima 45, ")1, ."»o hetcrochaeta 3, 45 j)liosiihoreus, Microscolex 22, 54 l'hreodrilidae 4, 5 Phreodrilus 4, 5, crozetensis 5 — 7 Plireodrilus kerguelenensis 5, 6, 7 Plagiochaeta 2s. 47. 49 Pliitelhis 5(1. 55 Pontoscnlpx 55 Pristina Leidyi (Lei/diji: lajis.) S Psammnri/ctes 9 Purcelli. Chilota 45 Jll/nddilrilits 27 minutus 27 Robinson, I.umbricillus niaximus 11 — 12 Simplex, Branchiura ooccinea 7 — 10 , Taiipodrduts 7 mmidaiis, Enchytraeus 17 — 19 solifugus, Mesenchytraeus 15 Sowerhyi, Branchiura 8 Staudei, Nannodrilus 26 Slii.rbergi, Neoencliytraeus 18 subtcrraneus, Lumbricillus 10 tamajusi, Microscolex 28 tamajusi, Noiiodribis 28 '/'/nipndriliis Simplex 7 Townsendi, Dichogaster 2G Tubifex 8—10 , tubifex 9, 10 tubifex, Tubifex 9, 10 Tubificidae 7 Ti/l,o!ius jieregrinus 9 Valdiviae, Microscolex 23—28 Xotiodrdm 4, 2:!— 2S, 41 Vanbüffeni, Chilota 42—45 Vasliti, Microscolex 28 . Ä'otindnhis 28 Vejdovskyi, Enchytraeus 1>* Xeoeurhijtraeiis is verrucosus, Lumbricillus 10, 1 1 Voeltzkowi, Microscolex 28 Nntiodrdux 28 Yagansia 47—49 Fig. 1. Fig. 2. Fig. y. Fi". 4. Fig. 5. Fig. G. Fig. 7. Fig. 8. Fig. 9. Fig. 10. Fi^'. II. Fig. 12. Fig. \2. Fig. 14. Fig. 15. Fig. IC. Fig. 17. Fig. 18. Fig. 19. Tafel I. Liimbricdlus rnaximuf: (MiciiLss.) var. nov. BobiuMu. Nephridiura; ■^. Marionina georgiana (Michlsn.). Nephridium; ^^. MarioniiiaWerthi n. sp. Umriß des Gehirns; -4"^. — Querschnitt durch die ventrale Leibeswand im 14. Segment mit den Kopulationsdrüsen; ^^. bs = Bauchstrang, c/=Cuticula, //yi^Ilypodermis, kd ^^ Kopulationsdrüse, hn = Längs- muskelschicht, ;>m = Pigmentzellen, ;>/ = Peritoneum, cj« = Ringmuskelschicht. — Nephridium; ■^. Chilota moiitamis n. sp. Samentasche; ^. — Distales Ende einer Penialborste, a von der Seite, b von oben: -^-p. Chihila VanhnjTeni n. sp. Distales Ende einer Penialborste; J-5-i. — Samentasche; ". Mirroxcolf'.r [Xotiodrdiis] cro:flt')ixis n. sp. Samentasche; •^. — Penialborste, schlankere Form; Y- " = distales Ende derselben; ^^. — Penialborste, plumpere Form; ^. a^ distales Ende derselben; ^^. Microxcnlex [^Sotiodrdiis] hriigcdskii n. sp. Distales Ende einer Penialborste; —-. — Samentasche; -Sp. , Microxcole.r [NoHodrihi-i] Lmjkfui n. sp. Penialborste; ^-p. der Länge der gewölbten Schuppe mißt, ist sie bei N. extrema fast so lang wie diese, imd ein Vergleich meiner Abbildungen mit denen von N. aiUarctica (I. c. Fig. 2, 3) macht den bedeutenden Unterschied klar, wie er mir auch sogleich bei Betrachtung der Exemplare unter der Lupe aufgefallen ist. Li seitlicher Ansicht fällt bei Nebaliella antarctica der Vorderrand von der oltern Ecke ziemlich steil ab und biegt dann scharf nach vorn um, während er bei N. extreiua von der sehr (;2 Deutsche Siidi)Olar-Exi)editioii. stinni»t'\viriklii;vii lOcke in saiitteiii Hogi'ii l)is zur Spitze vui'läui't ; deingeinäl3 versclmiälert sich die Spitze nach vorn hin ganz alhnählich. In ventraler Ansieht (Fig. 2) uuieht sicli eine weseiitüeh \ i'r.schiedene Form der horizontalen Schuppe lieinerkliai', inileni ln-i A'. aiifurchcn ihr lircitcster ']\m1 xon ihrer vorderen Spitze nit-hr {\\< diipiu-lt so weit entfernt ist als vom llintcrraiide. wiUn-end vv hfi N. extreinc in der Mitte lie"t. daher ist die vordere Hrdt'tc diMitlieli lireiter. iHc vordere Iv-ke weniger spitz. I nuetahr O Oll im breitesten Teil liegt l)ei heiden der N'ortlerrand des ventralen Wulstes, von dem tler zur Spitze verlaufende Kiel ausgeht: somit dehnt sieh bei N. crlreyiia dieser Wulst weiter nach vorn aus, uls hei der andern Art. Ahnlieh wie Xebalia bipes und A. Inuyicurnis hauiit>äi'hlieh dureli < las Verhältnis der Länge zur Breite das Rostrum verschieden sind, ist auch Ijei den l)eitlen NehalleUii-Xvicn die Form des Rostrums das einzig wesentliche Unterscheidungsmei'kmal : die ganze Organisation stimmt, soweit ich sie übersehe, in allen systematisch wichtigen Teilen überein. Da ich von Ncbahella extreiHd indessen melir Material untersuchen konnte, als von N. anturctica. so ist es mir mOghch. über einige Einzelheiten nähere Mitteilung zu machen. Von den Augenstielen der XebalicUii aiitarcüca habe ich angegeben, daß sie .weder eine S|)ur von Pigment noch von Kristallkegeln erkennen lassen, so daI3 die Art wie die nordische Xi'buliii (i/p/i/ojjs (i. 0. Sars blind ist". Nach einer mündlichen Mitteilung t\v6 Herrn Professor \ aiihöllen sollen alle von ihm erbeuteten Leptostraken im Leben rot pigmentierte Augen besessen haben. Für die wenigen l'].\emplare der Xcba/üi hDigiconiis ist die (iegenwart von wohlentwickelten Augen leicht in konserviertem Zustande zu ei'weiscn. daliegen ist das Pi";ment der konservierten Neliaüellen voU- ständiü verloren "eaanuen und ihnen fehlt auch jede S|)m' von kutikularen lichtbrechenden Elementen: trotzdem fällt schon an dem in Glyzerin nntersuchten ( )nunatoplior etwa in der Mitte des 2. Viertels vor einem Länjismuskel. welcher unueiahr liis zur .Mitte herabzieht und in i\vv Nähe des konkaven Randes sich anheftet, eine sehr eigcntündiche blumenähnliche Struktur (Fig. S) auf. welche man in der Tat für nichts anderes halten kann, als für ein rudimentäres Auge. Hieran ist, im A'ergleich mit allen andern Le])tüstraken. schon das merkwürdig, daß es nicht im distalen Teil des Ommatophors liegt, sondern in seiner proximalen llfdfte: innuei'hin kann man als Seitenstück dazu die Verlängerung der Augenstiele \ on Oci/pudc distal vom Auge anselin. Das Merkwürdigste indessen ist die AnQrdiumg der Elemente des Auges zu den blumenähnlichen Gruppen, wie ich sie von 2 Exemplaren in Fig. is — stark lichtbrechendi'r Stälichen ^ti-ahleniormig \on einem Mittelpunkt aiisiielm : sie sind melu' oder weniüer deutlich von einem Zentralkanal dnrehzouen. Iber die • D " i- Bedeutung dieser i'^lemente kann man erst durch Schnitte Klarheit erlangen (Fig. j). l'nter den stäbchenartigen Gelilldeu liegeu rimdlielie Kerne, welche jedenfalls zu den Stäbchenzellen gehören, Widnvnd über diesen nur tend(^ Falte auf. die man bei l^etrachtung des, Präparates von der Innenseite wahrninunt (Fig. 10). Am Grundgliede' der hintern Antenne springt vorn eine Falte vor. die sicherlich der Klappe von Schalia entspricht, die ich früher erwähnt halie (1. c, p. K^ Fig. 65): am Gelenk mit dem 2. Gliede ist vorn ein rundliches Fältchen sichtbar, doch kein Dom, wie er am 2. (ilieik' weiter unten stark hervortritt. Wie bei Nehaliclla antarcticn trägt dieses Glied distal im hintern Teil der Außenseite einen eigentümlichen Lappen. Auch im übrigen verhalten sich die Antennen ganz älmiicli wie bei der früher beschriebenen Art. Der Dorn, welcher am 4. Gliede der vordem Antenne vor dem Borstenbüschel steht, variiert etwas in seiner Form und kann am Grunde weniger stark angeschwollen sein, als ich es früher dargestellt habe (Fig. 7). Am Vorder- rande des 8. Gliedes der hintern Antenne stehn 6 oder 7, am 4. Gliede 11 starke Dornen, während ich bei KcbalieUa antarctica nur 8 gezählt habe, indessen mag diese Zahl nicht ganz konstant sein. Von den Mundteilen will ich nur der Paragnathen gedenken : wenn man ihre vordere Fläche betrachtet, so fallen an den unteren Ecken eigentümliche scharfe Lamellen auf (Fig. (i). und in der Mitte findet sicii ein Wulst, der am Einschnitt mit einer stärkeren Verdickung endet. 64 Deiitsclie Siid])olar-K\pe(liti(in. Der Kaumagi'ii i.st in seinem lunlteil Iiedoutend von ilcni Verliiilten liei Xchnlia und Paranehalia (1. c. Fig. (uS) verschieden, denn dieser ist nicht nucli hinten, sondern ventral gerichtet und hat eine dreilippige Offnmig, che unpaarige Lippe ist die vordere, entspricht demnach nicht dem Tricliter der andern Leptostraken. sondern vielleicht der Summe der l)eiden ,. ventralen Borsten jjlatten" (nach Claus' ]W,eichnung). von SchdUd. an deren Stelle bei Parnnfhalia eine (i)uerreihe von Borsten steht, während die beiden seithehen Lippen den „zipfelförmigen Borstenwülsten der Seitenwand" bei den beiden andern Gattungen liomoloji sein dürften. Auf jeder Lippe steht zwischen den Borsten ein sehr großer geiiJelartiger Anhang (Fig. 1 1), der noch einen kleineren Seitenast besitzt. Die „Kardiakalkiefer" im vordem Teil des Kaumagens sind denen von SChctlia ähnlich. Die liintore Maxille besitzt wie bei NeballcUa müarctica 4 wohlentwickelte Kauladen, von denen je 2 zu einem Gliede gehciren. und ein schwaches Läppchen mit 2 Borsten nnter der distalen Kaulade. Der ungeteilte Endognath trägt an seiner Linenseite 2 Borstenreihen, deren hintere etwas über dem Ende nach außen verläuft und sich hier mit der vorderen Reihe in Verbindung setzt, indem deren unterste Borsten sich über das Etide des Endognathen ein wenig auf dessen Außenrand fortsetzen. Während der Außenrand vom l']xognathen ziemlich dicht mit Borsten besetzt ist, stehn 3 solche an seinem Ende und (! an seinem Innenrande. Die Brustbeine sind ganz ähnlich wie bei der früher beschriebenen Art, ohne eine Spur von l'lpipoditen, nur finde ich die Endborsten der Endopoditen deutlich länger, ein Merkmal, welches dafür spricht, daß ein Weibchen vorliegt, dessen Junge wie liei Xehalia von den End- borsten getragen werden. In der Wiedergabe meiner früheren Zeichnungen (I. c. Fig. 14, 15) sind die Grenzen zwischen den Gliedern des Endopoditen bedeutend zu stark ausgefallen, l)esonders die erste von ihnen ist ülierliaiipt kaum waliiv.unehmen, die folgenden sind bei starker Vergrößerung deutlich, doch nur die letzte stellt sich als Einfaltunir und demnach als eiirentliches Gelenk ilai-. Von dieser Grenze zwischen letztem und vorletztem Gliede verläuft unter dem Außenrand eine einzelne Muskelfaser durch die 3 mittleren Glieder. Am AulJeurande des vorletzten (iliedes stehn 3, an dem des drittletzten 2 B()rstchen. Betrachtet man die Brustl>eine im Zusammenhange von der Außenseite, so ist von den Gliedern nur das Coxale t'l)(iholla aiitnrctica angegeben habe, verschieden. .\m vordersten Paar stehn an der Außenseite des Exopoditen zunächst I 2 kleine D(U-nen. denen sich N längere anschließen, widn-eufl :im Ende ." bediMiteud an LäUüC /iineliuieude Dornen voi'lianden ^ind. Diese sind üeüeu die Thiele, Leptostraken. 65 Dornen der AiiJ.]enseite dailurch deutlich abgesetzt, daß deren distale sichtlieli kürzer ist als die \orhergehenden. Diese 3 Dornen am Ende des Exopoditen sind auch an den 3 folgenden Pleopoden ziioeoen. während die kurzen Dürnchen der Außenseite fehlen; die Zahl der länseren Dornen beträgt am 2. Pleopoden 10 oder 11, um folgenden 9 oder 10. am hintersten 11. Ihre Zahl ist also nicht ganz konstant: die größere Zahl habe ich (ob zufällig V) an der rechten Seite desselben Tieres angetroffen. An einioen dieser Dornen finden sich Nebenbörstchen. doch weniü' regelmäßig. Der Schaft bildet distal vor dem Grunde des Exopoditen 2 durch eine Bucht getrennte dreieckige Zacken, die an den 3 hinteren Pleopoden etwa gleichlang T?ind, während am vordersten die innere Zacke bedeutend länger und spitzer ist als die äußere. An der Vorder- seite des Schaftes sehe ich am vordersten Pleopoden proximal eine Reihe von Borsten und distal 2 übereinander stehende fast dornartige Borsten; die letzteren finden sich auch am folgenden Pleopoden. nur schwächer, und am 3. sehe ich nur eine solche. An der Innenseite über dem Ansatz des Endopoditen finde ich am vordersten Pleopoden 2. an den beiden folgenden je eine und am hintersten 3 Börstchen. Der Endopodit aller 4 Pleopoden ist zweigliedrig, am Grundgliede mit einem _Retinaculum" ausgestattet, während das l"]ndeschriebenen Art:^) am 2. und 3. Segment, weniger deutlich am 4., sind die 3 mittelsten Zacken auf einer stärker vorspringenden Falte erhoben (Fig. 13). Am 7. Segment finden sich ventral solche kammförmige ZiUmchen. wie ich sie von Xebaliella antarctica (1. c, Fig. 24) abgebildet habe; auch die Fiu-ca und das Schild mit der kaunnförmigen Reihe von Dörnchen am dorsalen Teil des Hinterrandes sind ebenso, wie bei dieser Art. Hiernach wird man, wie ich schon anfangs hervorhob, als das hauptsächlichste Unter- scheiduno-smerkmal der beiden Xebaliella-Avten die Form des Rostrums zu bezeichnen haben: wenn auch die Anordnung der Au";enelemente bei N. extrema etwas variabel ist. so finde ich bei A'. (tiitdrcticd an dem .Vusenstiel in Oberflächenansicht nichts von ähnlichen Gebilden, wenn- gleich an der StelK- des Auges eine nicht genauer erkennbare Zellemnasse vorhanden ist. Eine ähnliche Querschnittserie durch den Augenstiel, wie ich sie von Xchaliella extvaiui angefertigt habe (vgl. Fig. 4, 5), zeigt, daß in der Tat bei N. antarctica -h&mQ Spur eines Auges erhalten ist: an seiner Stelle finde ich nur eine verdickte Hypodermis mit einigen Drüsenzellen. Demnach dürfte auch ki'in Pio-ment l)eim lebenden Tier zu erwarten sein. '■) Der Setzer hat (1. c. p. 8, Heilie i'G, i'T) bei der Korrektur übersehen, daß die Worte -am vorletzten Gliede" umzustellen waren, sie gehören hinter .Dieser Besatz- des nächsten Satzes. Dfiitsflic Sn(l|uiIiii-KxiK'»liIitm. IX. Zuuloyic. I. , !) (\(\ DeiitscIlP SrKljtol;»r-E\peiiition. Der Donienbesatz der Pleopoden ist viL-llcidit nicht gaiiz koiistnut mul die geringen von mir gefundenen Unterschiede mögen daher kanm als wesentliche Artmerkmale anzusehn sein. Von der hier beschriel)enen Art liegen mir 1") Exem[>lare voi-, meist nnr einzeln, höchstens zu zweien gleichzeitig gefongen, daher dürften sie nicht in groUer Zahl beisammen leben. Nebniia I()iiu:ic<>rnis niaurellanica Thiele. (Fig. 14-17.) Aus der Magellanstraße habe ich (1. c. p. 1.')) eine Xchtilid erwähnt, welche wegen des kinv.en Kostrums inid der Bewaffnung des 4. Gliedes der vorderen Antenne zu K. Io)igicoriiis G. M. Thomson zu rechnen ist, sich indessen von der typischen Form von Neuseeland in einigen .Mc-rkmalen unterscheidet, von denen das auffallendste das konstante Vorkommen eines sehr stai'ken Sinneshöckers über dem Auge ist. In der Ausbeute der Deutschen Südpolar-Expedition finde ich 4 Exemplare, welche dieselben Merkmale erkennen lassen, so daß ich sie zu der genannten Unterart rechnen nuiß. Ein großes, aber noch mit kurzen hinteren xVntennen ausgestattetes Männchen, das ich näher untersucht habe, besitzt ein Rostrum, welches gerade doppelt so lang wie breit ist. voi-n gleichmäßig abgerundet (Fig. 14). Ein junges Exemplar, dessen Auge erst sehr wenig entwickelt ist, hat am Iiostrum eine vordere Spitze, wie ich sie (1. c. p. !•) schon von der neuseeländischen Xi'hah'a loinjicornis und von A. bipes beschrieben habe. Der Augenstiel des großen E.xemplars ist etwas länger gestreckt (Fig. !.')). als ich es von iler magellanischen Form dai-gestellt habe (1. c. Fig. 76): der vorwärts gerichtete Sinneshöcker über (Irui .\uge ist lang, nach dem aiigcstumpften Ende hin etwas verschmälert (Fig. IG). An der Spitze des Auges fällt eine kleine abgesetzte Wölbung auf. die vielleicht auch zu einem SinnesorS, am folgenden 29, an den weiteren, deren l']xo])()dit breiter und mehr rundlich dreieckig ist. ventral in der Mitte eingekerbt. iTunnit die Zahl allmählich ab. die unterste Borste steht inuner einwärts \oii dfi- Kerbe: am hintersten Bein sind ikk li 1 2 Borsten \orhanden. hiese Zahl nimmt indessen mit dem Alter zu luid ist deumach von "-eriniier Bedeutunsi". Au der .Vulienseite des vorletzten (iliedes iler Endopoditen finde ich Kald 2. bald um- eine Borste. Die übrigen Teile bedürfen nach den früher von mir üemachten Angaben keiner weiteren Beschreiliung. Thiele. Leptostraken. 67 In den arktischen Meeren ist bisher nur eine Art der Leptostraken gefangen worden, die am längsten hekannte und sehr, weit verbreitete, wahrscheinlich circumpolare Nebaliu bipes (Fabr.), während die blinde Xebal/a ti/phhqis G. O. Sars nur bis Norwegen, also nicht bis ins arktische Gebiet hinein reicht, ihre gegenwärtig bekannten Fundorte liegen im Bereiche des Golfstroms, doch würde die Behauptung voreilig sein, daß sie auf diesen Bereich beschränkt ist. Sie ist nach Sars eine Tiefseeform (275 — 350 ni), daher sind ihre Augen rudimentär geworden. Auf der südlichen Halbkugel vertritt die im ganzen wenig verschiedene Nebalia longtcornis G. M. Thomson die nördliche X hipes, daher ist ihr Vorkommen an der äußersten Südgrenze des Gebietes nicht auffällig, hervorzuheben ist jedoch, daß an der „Gauß-station die magellanische Form der Art, die von der neuseeländischen deutlich verschieden ist. zugeo-en ist; vielleicht wird sich herausstellen, daß sie circum]iolar ist, da beide Fundorte sehr weit voneinander entfernt sind. Von der Gattung KebalicUa war liisher nur die Kerguelenform bekannt, deren Verbreitungs- gebiet, wie ein junges Exemplar des Kopenhagener Museums beweist, bis nach Neuseeland reicht. Die Form von der „Gauß''station ist deutlich verschieden. Von der Gattung l'druiiebnJid ist bisher nichts bekannt, was auf ihre Gegenwart in antark- tischen Meeren sehließen ließe, wenngleich ihre weite Verbreitung l'ar.int'balia longipcs. © Ncbalielhi extrema. O Ncbaliella autarctica. a.B Nebalia bipos. D Nebalia lougicornis «^ Nebalia typblops. Verbreitung der Leptostraken. Das beigefügte Kärtchen soll ein Bild von der Verbreitung der 7 Leptpstrakenarten nach unserer gegenwärtigen Kenntnis geben, die noch sehr lückenhaft ist. Wie weit z. ß. Nebalia bipes nach Norden reicht, ist nicht genau bekannt. Jedenfalls ist sie ebenso wie N. longicornis sehr eurvtherm. ila beide sowohl in den wannen Meeren (Mittelmeer, bei Kuba), als auch in den (58 Deutsche Siidpolar-Kxpedition. kalten Gewässern vorkommen, in der _(iaiil.i"station ist die kälteste Wasserteniperatnr von — 1.S5" nachgewiesen, in der sich Leptostraken aiil'lialten. Die Bodentemperatur der beiden „Challenger"- stationen. aiit' denen die bathypelagische Nehaliopsls gefunden worden ist. beträgt + 1-3 bis 2". hiriinebalia durfte in Tiefen von 13U — 300 m vorkonnnen und ist bisher nur in ziemlich warmem Wasser nachgewiesen. Während an der ^Gaui3 "Station XcImiIhi /oityicoriils vuujdlanica nui' in der bedeutenden Tiefe Von 3HU — 38.} m «fefunden wurde, habe ich nach den genauen An laevis Latr. St. Helena. S. Metoponortluis pruinosus Br. St. Helena. 9- V sexfasciatus Koch. San Miguel, Azoren. 1(». Oniscus murarius Cuv. San Miguel, Azoren. 11. Niambia truncata I>r. Kapland. 12. „ capen.sis Dollf. Kapland. 13. Philoscia hirsuta n. sp. Kapland. Faiii. Tvlididae. Gen. Tylos. 1. Tjlos capeiisis Kraiiss. Fundort: Nachdem diese Art im Jahre 1840 von Herrn F. Krauss in ungen der Verfasser und nach dem spärlichen Material, das ich in Händen gehabt habe, möglich gewesen ist. Ich habe früher die Antennulae als ein- und zweigliedrig beschrieben, und zwar so, daß sie bei T. LatreiUei, T. ponticns und T. albidus zweigliedrig seien. Meinen letzten Untersuchungen zufolge scheint dies nicht richtig zu sein; eine Verengung und Einschnürung auf dem großen Glied habe ich damals als eine Sutur angesehen, was sie wohl kniim ist, so daß die Antennulae bei allen bekannten Arten als eingliedrig aufgefiißt werden müssen. Conspectus specierum. a) Caudae segmentum 5. processui)Us inferiorlbus parvis, inter se longe distantibus. 1. Tylos capensis. (T;ib. 111, fiir. U— 18.) Tylos capensis Kralss, Südafr. t'rust. G4, Tb. 4. tig. G. Tylos capensis B.-L. Crust. Isop. Terr. 276. Superficies fere glabra. Scutellum epistomatis rotundate triangulum, pauluhi latius (]u;im longius, supra leviter rcflexnm. Ti'unci segmentum 1. sulco laterali angusto, obliciuo, ante supra post iiifra marginem fere ad angulum posticum producto. Pedes septimi paris articulo b. perluvvi, subgloboscj. Caudae segmentum 5. marginibus lateralibus interioribus paulum divergentibus. Long. 25 mm. Patria: Caput Bonae Spei. aa) Caudae segmentum 5. processubus inferiorlbus majoribus vel magnis, inter se approximatis. b) Caudae segmentum 5. processubus interioribus majoribus, ovalibus, in medio inter se paulum distantibus. 2. Tylos LatreiUei. (Tab. 111. flg. 1—13.) Tylos LatreiUei Aud. A Sav. Descript. Kgypte 285, Tl). 1.!. Tylos LatreiUei H.-L. Crust. Isop. Terr. 27.3. Superficies minute setigero-punctata. . Scutellum epistomatis subtrianguluni, vi.\ latius (juaui luiigiiis, supra rellexum, int'ra Ifvitcr excavatum. 1 ruiiii segmentum 1. sulco laterali latiore, obliijuo. ante supra post infra marginem, j)aulum post angulum priorem incipiente et j)aulum ante angulum posteriorem desinente. Pedes septimi paris articulo 5. oljlongo, articulo 4. .satis longiore. Caudae segmentum 4. pr(jcessubus inferioril)Us acutioribus, a processubus segmenti ö. diver- gentibus; segmentum ."). processubus angustioribus. ovalilms. in modio inter se nonnihil distantibus. ') Crust. Isop. Terr. Ilauniii' 188.5. p. 272. BüDDE-LuND, Landisopoden. 75 Caadae segmentum 5. inarginibus lateralibus interioribus paulum convergentibus. Telsum inargine posteriore leviter ciirvato. Long. 20 mm. Patria: Omuia t'ere litora mare Mediterraiieum adjacentium haljitat, etiam in litoribus Europae occidentalis ad mare Atlanticum haec species inventa est. 3. Tylos ponticus. (Tab. III, flg. 19—20.) Tylos ponticus B.-L. trust. Isop. Terr. 274. Superficies punctata vel foveolata. Scutellum epistomatis subtriangulam, paulo latius quam longius, supra reflexum, ante excavatum. Trunci segmentum 1. sulco laterali obliquo, ante supra post infra marginem, nonnihil ante angulum posteriorem desinente. Pedes septirai paris articulo 5. oblongo, articulo 4. satis longiore. Caudae segmentum 4. processubus interioribus oblonge ovalibus, paulum convergentibus; segmentum 5. processubus latioribus, ovalibus, in medio paulum distantibus. Caudae segmentum 5. marginibus lateralibus interioribus paulum convergentibus. Telsum margine posteriore in medio leviter incurvo. Long. 13 mm. Patria: Chersonesus Taurica ad Sebastopolin. bb) Caudae segmentum b. processubus inferioribus raagnis, trigonis vel tetragonis, in medio inter se attingentibus. c) Caadae segmentum 5. processubus rotundate trigonis, brevioribus. d) Caudae segmentum 4. processubus interioribus acutis, a processubus segraenti 5. diver- gentibus. 4. Tylos granulatus. (Tab. HI, fig. 21—24.) Tylus granulatus Krauss, Südafr. Crust. G4. Tylos granulatus B.-L. Crust. Isop. T'err. 275. Superficies minute et dense granulata. Scutellum rotundate tetragonum fere semicirculum, ante maxime infra excavatum. Trunci segmentum 1. sulco laterali angustiore, ante supra post infra marginem, paulum ante angulum posteriorem clauso. Pedes septimi paris articulo ä. perbrevi, subgloboso. Caudae segmentum b. marginibus lateralibus interioribus valde convergentibus. Telsum margine posteriore leviter curvato. Long. 50 mm. Patria: Caput Bonae Spei. dd) Caudae segmentiun 4. processubus inferioribus obtusis, processubus segmenti 5. appro- pinquatis. 7g Deutsche Südpolar-Expedition. 5. Tylos minor. (Tab. III, fig. 25—26.) Tylos minor Dollk. Bul. See. Zool. Kr. v. 18. 18',i. Superficies ^iniiuitissiine granulata et crinlljus rigidis obtecta" (sec. Dollfüs). Scutelliiin inulto latius quam longius, supra Ibrtius reÜexuni. TruiK'i segiiieiituin 1. sulco laterali pauhim obliquo per totain longitudinein inarginis duetoV Pedes septiini paris articulo b. oblongo, articulo 4. satis longiore. Caudae seginentum 4. processubus inferiuribus apice rotundatis, quam processubus segmeiiti 5. paulo brevioribus. Caudae segmentum 5. marginibus lateralibus interioribus parallelis. Telsum margine posteriore curvato. Long. 5 mm (sec. Dollfüs). Patria: Insulae „Seychelle". Von dieser Art habe ich nur ein stark mutiliertes Exemplar zur Untersuchung gehabt. 6. Tylos nudulus n. sp. (Tub. IIL fig. 27—30.) Superficies fere glabra, punctis setigeris rarissimis instructa. Scutellum rotundate triangulum, (|uarta parte latius (juani longius, apice superiore reflexo, infra excavatum. Trunci segmentum 1. sulco laterali profundiore per totam longitudinem ipslus marginis ducto. Pc'des septimi paris articulo 5. oblongo, articulo 4. satis longiore. Caudae segmentum 4. processubus interioribus apice rotundatis, non brevioribus (piam processubus segmeuti 5. Caudae segmentimi 5. marginibus interioribus lateralibus levlter convergentlbus. Telsmn margine posteriore levlter curvato. Long. 10 mm. Patria: Insulae „Christmas" (Mus. London). cc. Caudae segmentum .'). processubus oblonge et obrK|ue tetragonis, validis. d) Caudae segmentum 4. processubus Interioribus multo brevioribus (juam processubus segmenti 5. 7. Tylos niveus. (Tab. III, fig. 31—33.) Tylos nivalis B.-L. Crust. Isop. Terr. 278. Tylos niveus Dollk. Is. terr. Chai.lksckh. 8. Tab. I. SupeHicles minutisslme et dense punctata, maxlme ad latera setigera. Scutelhim eplstomatis rotundate tetragoiuun, tertia paili' latius quam longius, siqira reflexum et loiige retroductum. 'rrunci scguicnfum 1. sulco laterali marginali. obrK|tio. post |)Mulum ante anguhuu postei-iorem dfsinunte. l'edes septimi paris articulo 5. oblongo, articulo 4. satis longiore. Caudae segmentum 4. processubus inlerioribus apice obtusls, multo brevioribus quam processubus segmenti 5. BüDDE-LuND, Landisopoden. 77 Caudae seginentum 5. raarginibus lateralibus interioribus subparallelis. Telsuin epimera seginenti 5. satis siiperans, margine postico subrecto. Long. 13 mm. Patria: Florida ad „Key West". Insulae ^Bermudas"? Ich bin, ebenso wie Dollfl'S 1. c, in einigem Zweifel an der Identität von Tylos nifeus DoLLF. mit meiner Art; alle Arten dieser Gattung scheinen einen sehr beschränkten Verbreitungs- kreis zu haben; eher ist die von H. Richardson^) als Tyl. LatreUli bestimmte Art aus Bermudas mit T. niveus Dollf. identisch. dd) Caudae segmontum 4. processubus inferioribus non brevioribus quam processubus segmenti 5. 8. Tylos opercularis. (Tab. III, fig. ^4— 36.) Tylos opercularis B.-L. Crust Isop. Terr. 277. Superficies minute et dense punctata, sparsissime setigera. Scutellum epistomatis rotundate tetragonum, fero duplo latius (piam longius, supra in medio pauhilum retroductum. Trunci segmcntum 1. sulco laterali superiore, latiore, paulum ante angulum posticum desinente. Pedes septimi paris articulo 5. oblongo, articulo i. satis longiore. Caudae segmcntum 4. processubus inferioribus apice rotundatis, processubus segmenti 5. longi- tudine aequalibus vel paululo longioribus. Caudae segmentuni ö. marginlbus lateralibus interioribus convergentibus. Telsum supra obscure bituberculatum, margine posteriore subrecto. Long. 13 nun. Patria: Insulae Pliilippinae. 9. Tylos albidus. (Tab. III, fig. 37—40.) Tylos albidus I5.-L. Crust. Isop. Terr. 27G. Su[(t'rticies crebro et minutissime granulata. Scutellum epistomatis brcve, duplo latius <|uam longius, in transversum rotundate subrect- angulum. Trunci segmcntum 1. snlco laterali inferiore per totam longitudinem ducto; margo posterior utrinque valde incurvus. Pedes septimi paris articulo 5. oblongo, articulo 4. satis longiore. Caudae segmcntum 5. marginibus lateralibus interioribus subparallelis. Telsum convexum, margine posteriore in medio leviter incurvo. Long. 8 null. Patria: Insulae „Nicobar" (Mus. Kjöbenhavn). Außer obenstehenden neun Arten sind noch vier Arten in die Literatur eingeführt, von welchen die von Chilton beschi-iebene Art, T. neozelanicns, am besten diagnostiziert ist; sie gehört, nach der Form des Bauchfortsatzes des 5. Kaudalsegmentes zu urteilen, der Gruppe „aa, bb, cc" an; nach der Beschreibung Chiltons führe ich folgendes auf: 1) H. Riciiardson: Isopods of the Bermudas (Trans. Conu. Acad. Sc. XI. 300). I)i'illsi-Iic> SHiJ[iuI;tr-E.\iiP(litiun. IX. Züulüyit* I. 11 78 Deutsche Südpolar-Expedition. 10. Tylos neozelanicus. Tylos neozelanicus Ciiilt., Tr. Lin. Soc. Lond. s. 2, VIII. 120. Th. 13, f. 2. „Siirface minutely granulär and witli ininute setae which are raost evident at the marglns." ,. Anterior margin of the cephalon straight, slightly ralsed.** , Inferior margin of the first segment of mesosome wlth a shallow sulcus." Pedes septlml parls artlculo 5. oblongo, artlculo 4. satls longlore (conf. Fig. 2, p. 7 In op. Chilt.). ^Fllth pleopoda wlth the exopodites (s. : processus Ini'erlores segmentl 5. caudae) large, trapezoldal and projectlng Inwards and forwards so as to meet in the median llne and cover a large portlon of the anterior pleopoda." „Last segment (s.: telsuni) of metasome quadrangiilar: sin-face convex and a llttle uneven, wlth depressed llne parallel to hlnder margin; posterior margin slightly convex and littlng evenly Into the Space between the rather small slde-plates of the fifth segment." „Length 14 mm." Patria: Nova Zealandla. Die zwei folgenden Arten sind so ungenügend beschrieben, daß die Identifizierung schwierig sein wird; die meisten der von den Autoren gegebenen Charakterzüge gelten für alle Arten dieser Gattung. 11. Tylos spinulosus. Tylos spinulosus Dana, Expl. Kxp. Cnist. 717. Tab. 47, fijr. 1 a— c. „Body and antennae spinulous; the so-called spitmles aro not acute, and mlght perhaps be more properly called setules." „Antennae reaehing barelv to second segment of thorax, tlagellum three-jointed, the first Joint but llttle shorter than the preceding juint, and twlce as long as the followlng.'* „Length 4 lines." Patria: „Tlerra del Fuego.'" Die Beschreibung der Glieder der Antennengeißel dieser Art ist bei D.\na nicht klar und stimmt mit der Abbildung (Fig. 1 b) nicht überein; nach dieser ist das ei'ste Glied länger, als die beiden folgenden zusammen, und das vierte Glied fehlt ganz oder ist von dem Zeichner übersehen. Die Länge dieser Glieder variiert etwas bei den meisten Arten, doch ist gewöhnlich das dritte Glied das längste und das vierte (illed außerordentlich klein. 12. Tylos granuliferus. Tylos graiiulatus Mikus, Pr. Zool. Soc. Lond. 1877. 074. • Tylos granuliferus 15.-L. Crust. Isop. Torr. 2711. „Coarsely granulated, the grantiles nn the dorsal surface of the body separated by linear sniooth intervening Spaces." . Postero-lateral angles of the first segment of the body strongly tlexed b;ick\vard and acute." -Terminal segment of the fall transvereely oblong, very much broader tlian long, and wlth a slightly reHexed posterior margin." „Length Vi iiich.-' Patria: daponia ad „Kiego"; „Borneo". (Mus. London.) BuDDE-LuND, Landisopoden. yg 13. Tylos sp. Tylos sp. P. DE BoRRE, Compt. rend. soc. ent. Belg. 1886. Patria: „Peru". Diese letzte Art ist nicht beschrieben: de Borre sagt 1. c: „L'exemplaire conserve desseche n'est pas malheureusement propre ä pouvoir etre crecrit." Ich führe diese Art hier auf, weil sie wahrscheinhch eine distinkte Art ist; auch habe ich die Vermutung, daß möglicherweise die Exem- plare von T. fjranulatus Miers aus Borneo von den Exemplaren aus Japan spezifisch verschieden sind; es scheint nämlich, wie schon oben gesagt, dai3 alle Arten dieser Gattung, wenn auch unter sich ziemlich verwandt, sehr lokalisiert sind. 14. Tylos incurvus n. sp. (Tab. III, fig. 41.) Antennarum flagellum o-articulatum. artioulo 4. obsolete, vix conspicuo; articuli ad apicem longitudine decrescentes. Scutellum epistomatis breve. in transversum sublunare. Trunci segmentum 1. niargiiie posteriore utrinque acutius incurvo, angulis posticis retro- ductis, acutioribus; segmentuui 7. epimeris post acutioribus. Caudae segmentum 5. niarginil)us lateralibu^ interioribus subparallelis. Tclsum convexum, margine posteriore in medio fortius incurvo. Long. 20 mm. Patria: „Xatal" (Mus. Leipzig.) Das Exemplar, nach welchem obenstehende Beschreibung gemacht ist, steht in dem Museum Leipzigs: ich bedaure, keine genauere Untersuchung desselben gemacht zu haben, ich habe es nur ganz gelegentlich auf einer Reise vor einigen Jahren in dem ^luseum gesehen. Farn. Ligiidae. Gen. Trichoniscus. 2. Trichoniscus verrucosus ii. sp. (Tab. IV, fig. 1-16.) Oblonge ovalis. post atteiiuatiis. couvexiusculus: in capite et in trunci segmentis, maxime anterioribus verrucis vel s(jii;nnis niinutis densius obtectus: segmenta posteriora laeviora, in mar- ginibus posterioribus serie transversa setaruni minutaruui ornata; caudae superücies fere giabra. Oculi terni. minores: ilim ntriiique superiores, unus lateralit^. Antennae diinidio corpore nonnihil breviores. scapi articulus 4. nnilto brevior et multo crassior quam articulus 5., ambo articuli in latere anteriori setis brevibus in fasciculis positis muniti; Hagellum paulo longius quam scapi articulus 5., articulis 4 — 6 minus manifesto discretis compositum, articulus ultimus fasciculo apicali setarum. Frons ante non marginata, paulum tumida; epistoma convexum, infra linea transversa elevata, utrinque processubus antennarum minoribus, triangularibus. 11* QQ Deutsche Südpolar-Kxpedition. Trunci segmenta 1. et 2. margine posteriore curvato, angiilis lateralibiis late rotiindate obtusis; segmentiim 3. margine posteriore subrecto, angulis lateralibiis rotundatis: segmentum 4. margine posteriore utrin(]ue leviter incurvo, angulis lateralibiis rotundate subrectis; segmenta 5. 6. 7. margine posteriore in medio post sensim magis incurvo, angulis latcralilnis sensini mu- tioribus. Caudae segmenta 1. et 2. brevia; isegmenta 3. 4. 5. subae(jueluiiga, epinicris [jurvis, acutis, adpressis. Telsum subtriangulum. lateribus leviter ineui-vis, jinst rotundatuin. Uropodum scapus paulo loiigior (juam iatiur. telsum vix superans: exopoditum eonoidale multo longius et crassius quam endopodituni: processus endopoditi mediocris, multo brcvior quam scapus. Color e fusco brunneus vel nigrescens, in segmentis trunci, 2. — 7., utrlnque ad epimorum macula parva, rotunda, obsoletiore seriem longitudinalem formante. Long. 5 4 — 4,5 mm. Lat $ 1,7 — 2 mm. Mas multo minor et angustior. Fundort: Crozet-Inseln : am 25. December 1901 wurde eine größere Anzabl in Possession Island gefunden: auch befindet sich in der Sammlung der Expedition eine Anzald, worüber notiert ist: „nachträglich aus einem Moospolster ausgesucht". Um die sichere systematische Stellung dieser neuen Ai't zu bestimmen, wäre eine Revision der zahlreichen Arten dieser Gattung notwenthg. Obwohl ich eine weitgehende l'ntersiichung der mir bekannten Arten vorgenommen habe, und viele neue Momente hervorziehen könnte, bin ich doch hauptsächlich durch Fehlen von Material zu einer definitiven Aufstellung nicht gekommen. Dr. C. Veuhoeff sagt, doch ganz ohne Begründung: ^'rifuncthefi ist keine selbständige Gattung, sondern richtiger als Untergattung von Trichoiiiscus zu iK'hainIcln. Dagegen ist IlaphiphthaJmns von Trichoniscus als selbständige Gattung zu trennen."') Der Gattungsbegriff ist ja ein ganz willkürlicher, und es ist jedem Verfasser erlaubt ihn abzuschätzen; sicherlich ändert sich die Auffassung, wenn mein- neue Formen liekannt werden. Oligleicli die Merkmale zwischen Titanctlies und Trkho)iisciis, wenn es sich um höhere Tiere handelte, gut genug wären, um selbständige Gattungen zu konstituieren, bin ich au 'li jetzt geneigt, TitanetJies und llaploptJialmvs und andere verwandte Gattungen nur als Gruppen oder Unter- gattungen von Trichonisais aufzufassen. Im ganzen kennt man mehr als 50 Arten, die mit wenigen Ausnahmen aus dem tempe- rierten Kuropa bekannt sind. 1. Subgen. Titanethes. 1. Titanethes idbas Kocn. - — Krain. fracticornis JosKrii. — Krain. brevicornis Josei'h. — Krain. Jierzegowinensix Neühoefk. — Herzegowina. hiseriutus Verhoefk. — Herzegowina. Ahsohmi Veruoeff. — Mähren. nodifer Veuhoeff. — Mähren. >) Zool. Anzeig. XXIV. p. 7C. 2. ;5 3. 5> 4. )? f). 5> <;. ., 7. «4 BuDDE-LuND, Landisopoden. gl Die Arten von Tilanethes sind alle Höhlentiere und es scheint, als ob sie alle sehr lokalisiert sind, wenigstens behauptet Verhoeff, daß die von Absolon als T. albus bestimmten Exemplare aus Höhlen Mährens zwei von T. albus verschiedene Arten repräsentieren. Ganz unljerechtigt ist es jedenfalls, wenn Verhoeff') in der Polemik gegen Herrn Absolon sagt: „Als Entschuldi- gung kann ihm immerhin dienen, daß es Budde-Lund nicht besser gegangen ist. Auch dieser Forscher hat die Titanetlies nördlich und südlich der Donau vermengt, denn der Tuberculiis glan- diilosus der Seiten des vierten Kaudalsegmentes, von dem er schreibt und der eine der mährischen Arten hervorragend charakterisiert, fehlt bei albus und allen anderen Arten völlig.^' Es liegt keine Vermengung von meiner Seite vor, und sie wäre auch ganz unmöglich; ich hatte nämlich 1884 zur Untersuchung keine anderen Exemplare als die von Schiüdte in den Höhlen Krains gesammelten. T. albus ScHiö. und T. albus B.-L. sind identisch und besitzen, wie schon von ScHiöDTE beschrieben und abgebildet, den Tuberculus glandulosus. Das hervor- ragende Merkmal hat also T. uodifcr Vii. mit 7'. albus gemein. Wenn mfiglicherweise Heller, den ich zitiere, seinen T. albus fehlerhaft bestimmt hat, bin ich doch daran unschuldig. Auch an anderer Stelle hat Herr Verhoeff meine Arbeit sehr flüchtig gelesen. Wenn er P o meint, eine große Entdeckung hinsichtlich der asymmetrischen Mandiheln bei TitaueÜies gemacht zu haben, und deswegen schreibt: „mit Budde-Lunds Cliarakteri.stik .Mala int. mandibulae dextrae penicillis duobus, sinistrae jienicillis tribus' ist die Asymmetrie durchaus nicht erschöpft. Zunächst ist zu hcmerkt'u- usw.,") so fehlt ihm vollkommen das richtige Verständnis dieser Sache. Schon im Jahre 18700 habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß die Mandibeln bei allen Isopoden asymmetrisch sind, und dassell)e ist auch von Sars, Clau.'*, Hansen bemerkt und abgebildet, und wenn ich bei T. albus die Merkmale, 'die Verhoeff an den Tag bringt, nicht damals angeführt habe, geschah es aus dem ganz einfachen Grunde, weil ich sie schon unter den Familien- charakteren dei- IJfjioi festgestellt hatte; da sie gemein fiir alle Arten sind, würde es ganz überflüssig, ja unrichtig sein, sie bei jeder Gattung und Art zu wiederholen. Bei T. herzcf/oivinensis Verh.,0 den ich doch nicht untersucht habe, darf ich eine kleine Berichtigung an der Darstellung Verhoeffs geben: wenn er als Unterschied zwischen T. albus ui.d 7'. Iu-r:c(j<>u-iueiisis stai'k hervorhebt, der letzte ..mit stark abgesetztem Zahn", erinnei't er sich nicht, da Li der Zahn (Vorzahn Veuh.) eine lacinia mobiüs ist, und diese läßt sich mit dem Deckglas leicht mehr oder weniger absetzen. 2. Subgen. Schiödtia. (Tab. IV, fig. 17.) • Aus dem Subgenus TitaneÜics scheide ich die zwei folgenden Arten aus, welche vor- nehmlich durch die Form der Maxillipeden charakterisiert sind. Diese haben eine in der Spitze abgekürzte Palpe, die das Endopodit (Mala) nicht überragt, während die zugespitzte Palpe in allen anderen Arten \iel länger als das Endopodit ist. 8. Schiödtia alpieola Heller. (Titauethes). — Österreich, im Salzkammergute. 9. „ grani) Naturh. Tidssk. R. 3. VII. p. 219. *) Crust. Isop. Terr. p. 242. Qo Deutsche Siidpolar-Expedition. 3. Subgen. Haplophthalmus. 10. Haphphthnhnvs Mengii Zadd. — Mittel-Europa. 11. „ danicus B.-L. — Kuropa. 12. „ sicidiis DoLLFUS. — Sr/ilien. 13. ^ DoUfiisi Veruoekf. — Tirol. 14. ^ piiU'iis IIay. — Xord-Amerika. 15. „ Ih'lmsü Chilton. — Neu-Seeland. IG. „ (Bat/iytropa') hispamts Dollfus. — Spanien. 17. j, (Trichonicus) papHlicornis Richardson. — Alaska. 18. „ {Chavesiu) costulata Dollfus. — Azoren. Ob die zwei letzten Arten hier einrangiert werden können, ist problematisch: Dollfus stellt seine Art erst diMi PorcelHonen der Jiathijtropa am nächsten: später hat er gesagt, daß sie den Ligien angehört. 4. Subgen. Buddelundiella. Dieses Subgenus steht wahrscheinlich dem Haplophtlialmus sehr nahe. 19. Ihuldelundiella armata Silvkstri. — Italien. 5. Subgen. Cyphoniscellus. 20. CijphnnisceUus hcrzcgoicinensis Veuh. — Herzegowina. 6. Subgen. Leucocyphoniscus. 21. Leucocj/phoniiciis i'eJTitciger \evh. — Nord-Italien. Veuhoeff') bildet von obenstehenden zwei Gattungen eine ni'ue Sulifaiuiiie und sagt ..Die Cyphoniscinae sind jedenfalls unter den bekannten Unterfamilien der Oniscidcn am nächsten mit den Oiiiscinae verwandt." Dieses ist nicht richtig;: seiner eij^enen Beschreibun iusitliiris DoLLFUS. — Azoren. 42. „ Mnrniiji Dollfüs. — Valparaiso. 43- „ aiistralis DoLLFUS. — Tristan d'Acunha. 44. „ pygmaeus Sars. — Norwegen. 4''>- r, Matidicii Verh. — IIerze. edüiiatd gesehen. •M\v\\ kenne ich GuERiN.s Abhandlung nur von einer Abschrift. aa) Antennae breviores, crassiores; articuli flagelli brevissimi. Palpus maxilli[)edum nuilto longior quam mala. Endopoditum uropodum longius, exopoditum longitudine su]ierans. Subgen. Viiineta. b) Telsum medio triangulo producto. 5. Deto magnifica n. sp. Oniseus magnificus Mus. Dresden. Oblonge ovalis, convexiuscula. Tota superficies transverse irregulariter crasse granulata; granula maxime in capite et in medio segmentorum priorum valida; post oculos utrinque in vertice ruga obliqua; in trunci segmentis 2. 3. 4. ä. 6. granula utrintjue ad latera in lineam uliliquam confluentia; cauda in medio manifestius granulata. Oculi majores; ocelli numerosi, subconfluentes. Antennae exteriores Caput ante lotiatuin: loluis medius latus supra e.xcavatus, margine alto, subsemicirculari, in epistoma pauluui lu-dducto: lolil laterales subtetragoni, majores, extus nitundati. E[)istoma in medio tumidum. Trunci segnienta tria priora margine posteriore utrinipie leviter incurvo; segmenta (piattuor posteriora in medif) post magis incurvo. Epimei-a majora, leviter marginata: anguli posterioi-es segmenti primi roturidati, obtusi: anguli posteriores segmenti 2. et 3. rotundati, subacuti: anguli segmentonnii p(i>h'i'i()riun sen.sim acutiores. Caudae segnienta duo priora mediocria, epimeris miuiuiis \ el luillis: epiniera segmentorum 3 — h majora, latiora post acuta, lateribus leviter marginatis. Telsiun convexiusculum, medio triangulo producto, apice acuto. Uropodes breves; scapus latus, rotundatus, telsmn vix superans; exopodiliun iireviiis, leres, subconoidale, (|uam cndoijoditiun subbrevius sed pauk) crassius. Long. 7,ö nun. L;it. 3,5 mm. Patria: Die Jnsel Auckland (Mus. Dresden). Iili) 'relsiuu ])()st late rotundatnni. BuDDE-LuND, Landisopoden. 87 6. Deto robusta n. sp. (Tab. IV, fig. 42—44.) Ovalis, subcoiivexa. Caput fortius rugosuin; trunci segmenta granulis vel tuberciilis in seriem transversam t)rnatLs; gramila in quoque segmento numero circiter deceni, in mare niulto crassiora quam in feinina; superficies cetera sparse setigera. Oculi mediocres; ocelli parvi, dense congregati, numero circiter 30. Antennae tertia corporis parte vix longiores; scapi articiili omnes lireves et crassi, articiüus 5. flagello sesi|uiplice longior; flagelli articuli breves, articulus 3. conicus, articulus 4. mininius, vix conspicuus. Caput in lateribus lobatum, lobis magnis, extrorsis. rotundate siibtetragonis; liiiea froiitaiis marginalis integra in medio profunde sinuata in epistoma producta. Trunci segmenta tria priora margine posteriore subrecto, utrinque \'i> vt'l levissime iiicurvo. angulis posticis subrectis. Epimera segmentorum 2. 3. 4. in femina suturh manifesta a medio segmenti discreta; linea obrKpia, brevis, elevata in segmentis sex posterioribus ad margincni ducta maxime in femina manifesta. Caudae segmenta quincpie priora ad marginem posteriorem serie transversa tuberculorum, numero circiter sex, tubercula in femina minus manifesta. Telsum late triangulum, lateribus iiicurvis, apice late rotundato. üropodes mediocres: scapus raagnus, oblique tetragonus, telsum [)aulum superans; exopudltum teres, subconoidale, endopodito subbrevius sed paulo crassius. Unicolor e sordido grisea. Long. IS — 19 mm. Lat. 9,5 — 10 nun. Patria: Die Insel Auckland. in dem Museum Dresdens habe ich ein Mäiuiclieii und ein Weibcliei> gesehen. Die Besclu'eibung dieser und der vorhergehenden Arten habe ich vor vielen Jahren auf einer Reise in dem Museum Dresdens nach dort aufbewahrten Exemplaren gemacht; es waren im ganzen drei Exemplare imter dem Namen Oinscus magiiifwus vorläufig aufgestellt; leider war das einzige Exemplar der ersten Art sehr defekt: vielleicht ist sie von der folgenden Art nicht verschieden, was sie nach der Beschreibung Chiltons zu sein scheint. 7. Deto Aucklandiae. Actaecia Aucklandiae G. M. Thomson, Tr. X. Z. Inst. v. 11. 240. Scyphax Aueldandiae Chilton, Tr. Lin. Soc. Loiul. s. '-' v. 8. 12G. Tb. 15. fig. 2. Patria: Die Insel Auckland. 8. Deto Novae Zelandiae. Oniscus Novae Zelandiae Filhol, Rec. Venus III. 2. 441. Tb. 54. fig. 7 — 8. Patria: Wellington in New Zealand. Chilton zweifelt an der Identität dieser Art mit seiner D. Aucklandiae. Unzweifelhaft ist, daß FiLHOLs Art eine Deto ist, sie scheint mir aber, nach den sicherlich nicht guten Abbildungen zu urteilen, eher der ersten Gruppe (a) anzugehören; die Antennen sind ziemlich lang und auch dünner, und die Glieder des Flagellums länger als breit. 12* oo Deutsche Süfipolar-FAiiedition. Deto Wliitei Kinah. Dulil. Zool. Bot. Ass. 1. 1'.)!). Tal>. 1!). fig. G. — J5.-L. Crust. Isop. Torr. 236. ist. wie ich schon 1. c\ bemerkt habe, kaum von 1). echinata Guer. verschieden, man vergleiche auch deswegen Ann. a, Ma. Ariuadillidiuni vulgare. .\rmadillo vulgari.s Latr. Ilist. Crust. VII. 48. Armadillidium vulgare B.-L. Crust. Isop. Terr. 6ü. Fundort: St. Helena, 29/30. VIII. 1903, im ganzen 14 Exemplare. Diese Art ist in Europa einheimisch und durch die Schiffahrt weit verbi-eitet. Gen. Porcellio. (). l'orcellio scaber. ' r<,rre!lio scaber Latr. Hist. Crust. VII. 45. — B.-L. Crust. Isop. Torr. V''.). — Fundort: Diese in Europa, hauptsächlich in Noi'd- und l\Iittcl-Euroiia. einheimische Art ist ebenso wir iW- vorhergehende mit dci- SchitVahrt weit verschleppt worden, und hat. wie so viele andere allesfressende Tiere, überall eine iifuc licnnat ueiuntlcn. Auf den Inseln St. Paul. i'li. IV. 1903, und Neu -Amsterdam, 27. IV. l!)();i, sind zahlreiche E.xcmplare gesammelt. Von der letzten Insel brachte die Expedition auch zahlreiche lixemplare lebend mit: dieselben waren in trockenem liinderduno; jiesannnelt und hatten sich während der Reise davon ernährt. Aus St. Helena, am .".0. Vlll. 1903 gesammelt, liegen noch zwei Exemplare vor. Die Art tritt mit den gewöhnlichen Farbenvariationen auf. 7. Porcellio laens. Porcellio laevis Latr. Hist. Crust. VII. 46. — B.-L. Crust. Isop. l'err. l.'SS. Fundort: St. Helena, 30. Vlll. 1903. drei Exemplare: auch eine kosmopolitische Art mit Heimat in Süd-Europa. BuDDE-LuND, Landisopoden. gg Gen. Metoponorthus. S. Metoponorthus pruinosus. Porcellio pruinosus Br. C'onsp. 19. Metoponorthus pruinosus B.-L. Crust. Isop. Terr. 169. Fundort: St. Helena, 30. VIII. 1903, zwei Exemplare: ganz wie vorhergehende Art aus Süd-Europa weit verschleppt. y. Methopoiiorthus sexfasciatus. Porcellio sexfasciatus C. L. Kocii, Berichtig, zu Deutschi. Crust. usw. 208. Metoponorthus sexfasciatus B.-L. Crust. Isop. Terr. 167. Fundort: Azoren-Inseln, auf der Insel San Miguel ist im Nov. 1903 ein Exemplar gefunden. Diese Art ist besonders gewöhnlich in allen Mittelmeerländern und auf den Kanarischen Inseln; das hier vorliegende Exemplar ist von einer fast gleiclmiäi3ig dunklen Farbe; ich hatte diese Varietät früher als eine besondere Art ^M. moereii.s'-' aufgefaßt (conf. Schai'fuss, Nunquam otiosus. 1882. 550). Diese xArt war früher schon mehrmals von den Azoren beigebi-acht (conf. Dollfus, Bull. Soc. Züol. Fr. 1889. p. 130). Gen. Oniscus. 10. Oniscus niurarius. Oniscus murarius Cuv. Journ. bist. nat. II. i'i'. — B.-L. Crust. Isop. Terr. 202. Fundort: St. Helena, 29/30. VIII. 1903. drei Exemplare. San Miguel, XI. 1903. acht Exem- plare. Auch eine weit verbreitete Art. Gen. Niambia. 11. Mianibia trnncata. Porcellio truncatus Rr. Consp. 10. Leptotrichus truncatus B.-L. Crust. Isop. Terr. 195. Niamhia trnncata B.-L. Rev. Crust. Isop. Terr. 37. Fundort: Von dieser nur vom Kap bekannten Art sind aucli bei Simonstown. 2(1. VII. 1903, zwei Exemplare gefunden. 13. Niambia capensis. Methoponorthus capensis Dollf. Mem. soc. zool. Fr. Vlll. 050. Niambia capensis B.-L. Crust. Isop. Terr. 37. Fundort: liitle Kange bei Simonstown, 22. VI. 1902, zwei Exemplare. Außer obenstehendeu zwei Arten ist eine dritte auch aus Süd-Afrika. X. sqinonafa B.-L. beschrieben, und ich kenne noch zwei unbeschriebene Arten vom Kapland und aus Natal. Ich habe zur Zeit diese Arten in die (iattung Leptotrichus gestellt und sie haben auch mit den Arten dieser Gattung große Ähnlichkeit, die alier nur eine habituelle ist; später habe ich von den südafri- kanischen Arten eine neue Gattung gebildet.^) Gen. Philoscia. 13. Philoscia hirsuta n. sp. (Tab. III, fig. 42—52.) Elongate ovata. post attenuata, convexiuscula; superficies sublaevis, nitida, sparse punctata et sparse maxime in marginibus segmentorum et in caudae segmentis hirsuta. ') B.-L. Revis. Crust. Isop. Terr. p. 37. QQ Deutsche Siidpolar-Expcdition. Ociili magni: ocelli inajorcs. mnnero c. 20. Antennae dimidio corpore iiaiilo Iniigiores, deuse et longe crinitae; scapi articulus 2. tertio aequalis; articuli 2. et 3. siimil sumpti 4to ae(|uales: articulus J. (juarta parte longior quani articulus 4.; flagcllum vix longius quam scapi articulus 5.: liagelli articulus 1. articulo 2do. tertio aequali, paulo longior; articulus 3. seta longa apicali instructus. Frons ab cpistomate non discrcta. lobis laterulibus niinoribus, latioi-ibus, brevloribus; cpistomu linea transversa subrecta, inter niarginibus superioribus foraniinum antennaruui ducta. Trunci segmenta 1. et 2. niarginc posteriore curvato, segmenta 3. et 4. margine posteriore subtransverso, segmenta 5. et 6. et 7. margine posteriore in niedio post sensim magis incnrvo; anguli postici segmentorum 1.— 5. rotundati, subobtusi: anguli postici segnientorum 6. et 7. acuti, subrecti. Caudae segmenta 1. et 2. sequcntibus paulo breviora, segmenta 3.-4.-5. epimeris mininiis, valde adpressis, acutissimis. Pleopodes onmium parium tracheis incompletis instructi. Telsum duplo vel plus brevius quam latius, in medio in trianguluni latum rotundatum productum. Uropodum scapus telsum paulum superans, latere exteriore canaliculato; exopoditum scapo nonniliil longius, ad apicem attenuatum; endopoditum compresslusculum breve. Color i)allide fuscus, maculis creberimis pallidls ornalus; maculae pallidae maxiine ad latera in lineas longitudinales positae; pedes pallidi. crebre fuscopunctati. Lone;. 6,5 — 7 mm. I.at. 2.6 mm. Fundort: Simonstown, Bergabliang unter Steinen, 19. \\. 19(i;i. soclis Exemplare; Kifle liangv, 22. VI. 1903, ein p]xemplar: Millers Point unter feuchtem Laub und an einer Alauer im Grase sechs Exemplare. Diese Art gehört v.n einer kleinen Gruppe der großen (iattung l'hihscia: ich stelle hierher außer obenstehender Art nur zwei andere, Ph. müm Vi.-L. vom Kapland und l'/i. pubescens Dana von Neu-Seeland; ich wcrtlc an anderer Stelle meine Begründung der Einteilung von den Philoscien mitteilen. Explicatio l'igurarum. ' Tabula III. 1. Tylos LatreiUn Aud. & Sav., Caput, pars anterior; (. a*. Antennula dextra. Foramen antennulae sinistrao. Foraincn antennae sinistriie. Mandibula sinistra. Antenna sinistra; Y- Antennula sinistra; ^. — a latere postico exiiil)ila; '^. Apex laciniae exterioris maxillae prioris parls; ^. Lacinia intcrior maxillae prioris paris; '^. Maxiilipcs sinister, supinus; y'. Apex endopoditi (mala) maxillipedis sinistri; —-. Pes primi jiaris, a latere anteriore exhibitus: Y- Pes septimi paris ejusdera modi. Articulus sextus pedis septimi paris; ■^. fa*. fa. ms. 2. — 3. — 4. -» 5. — G. — 7. — 8. — 9. — 10. — 11. — BuDDE-LuND, Laiidisopoden. 91 12. Tylos LatreiUei Aud. & Sav., Caudae segmenta 4. 3. 6. cum uropodibus, supina; '-p. 13. — Caudae segmenta 5. et 6. (telsum), prona; ''-f. 14. Tylos capeiiaiii Krauss. Scutellum epistomatis cum clypeo; '-^. IT). — Pes prirai paris, articuli .3. — 6. et ungvis; '-p. I(j. — Pes SPptiiiii paris. arti<'uli 3. — G. et ungvis; ^. 17. — Caudae segmenta 5. — G. cum uropodibus et cum epimero sinistro segmentorum 3. et 4., supina; ^. 18. — Caudae segmenta 5. et G. (telsum), prona; ^-f. 19. Tylos ponticiis B.-L., Caudae segmenta 5. — 6. cum uropodibus, supina. 20. — Caudae segmenta 5. et 6., prona; l?. 21. Tylos granuluius Krauss, Scutellum epistomatis cum clypeo; \. 22. — Pes septimi paris, articuli 4. — 6. et ungvis; ^. 23. — Caudae segmenta 5. et 6. cum uropodibus et cum epimero sinistro segmenti 4., supina; \. 24. — Caudae segmenta 5.-6., prona; ]. 25. Tijlos minor Dolli'., Caudae segmenta 4. 5. G. cum uropodibus supina; ". 26. — Caudae segmenta 5. — G., prona; '■^'. 27. Tylos ntitlidiis B.-L., .\utenna sinistra, scapi articulus h. cum flagello; '^. 28. — Scutellum epistomatis cum clypeo; i^. 29. — Caudae segmenta 5. — G. cum uropodibus et cum epimero sinistro segmentorum 3.-4., supina; ^. 30. — Caudae segmenta 5. — 6., prona; '-f. 31. Tylos iiü'eu.s B.-L., Scutellum epistomatis cum clypeo; '-f-. 32. — Caudae segmenta 5.— G. cum uropodibus et cum epimero sinistro segmentorum 3.-4., supina; f. 33. — Caudae segmenta 5. — G., prona; ^. 34. Tylos operculuris B.-I>., Scutellum epistomatis cum clypeo; ^. 35. — Caudae segmenta 4. 5. G. cum uiopodibus, supina; ^f". 3G. — Caudae segmenta .'). — G., prona; ^-^. 37. Tylos alliidiis B.-L., .\ntenna sinistra, sc:ipi articulus 5. cum flagello; ^. 38. — Scutellum epistomatis cum clypeo; ". 39. — Caudae segmenta 4. 5. 6. parte sinistra cum uropede sinistro, supina; '-p. 40. — Caudae segmenta 5. G., prona; ^. 41. Tylos iiiciirivis B.-L., Caudae segmenta 5. — 6., prona. 42. Philoscia hirsuta B.-L., Ape.\ mandibulae sinistrae, pronus; ^. 43. — — dextrae, — ^. 44. — .\pox laciniae interioris maxillae prioris paris, pronus; ■^. 45. — l'k'opus sinister jirimi paris, supinus; cf ''^• 46. — — _ _ 9 2jä. 47. — 48. — 49. — 50. — 51. — 52. — Tabula IV. 1. Trichonisciis rernicosus B.-L., pronus; ^. 2. — Aiitenna sinistra; y- 3. — Antennula sinistra; ^^. 4. — Caput; ^\ 5. — Apex mandibulae dextrae; ^4^. G. — Mandibula sinistra; -^p. 7. — Apex laciniae exterioris maxillae prioris paris; ^^. 8. — Apex laciniae interioris maxillae prioris paris; ^^. 9. — Apex maxillae alterius paris; -^. 10. — Maxillipes dexter; -y. 11. — Apex maxillipedis sinistri; ^^. 12. — Pes prinii paris, a latcre anteriore exhibitus; 'eto echinata Gukkin, Caput pronum cum autenna dextra; Y- 38. — Uropus dexter jjronus; Y- 39. Deio marina Ciiii/r, Caput pronum cum antenna dextra; ■--. 40. — Maxillipes dexter; J-p. 41. — Telsum cum uropodibus; '■^. 42. Deio rohisla B.-L., Antenna dextra; \. 43. — Apex maxillipedis sinistri; ^. 44. — Caudae segmentuni .'). cum telso et uropodibus. Deutsche Sudpolar -Expedition 1901-5 Band IX Tafeliii Vexlac) Goorc] Reimer, Berlin Deutsche Sudpolar -Expedition 1901-3 Band IX TafelIV. .•!^^ C.Buadf.Lund dcl DIE PTEEOPODEN DEK DEUTSCHEN SÜDPOLAR -EXPEDITION l!)(Jl-1903 VON JOHANNES MEISENHEIMER PRIVATDOZEXT DER ZOOLOGIE l"XD ASSISTEXT AM ZOOLOGISCHEN INSTITUT DER UNIVERSITÄT HARBURG MIT TAFEL V— MI Deutsche SlUlpohir-ExiHnlition. IX. Zuülny^ic. I. 13 Die Bearbeitung der Pteropoden der Deutschen Südpolar-Expedition bot mir die erwimschte Gelegenheit, meinen fi'ülieren Untersuchungen einige ergänzende Beiträge aus der Syste- matik, Faunistilv und Morphoh)gie dieser Gruppe hinzufügen zu können. Es lassen sich diese Ergänzungen in drei Hauptka{)itel einordnen. In dem ersten derselben habe ich ausführlich die [jolaren Kaltwasserformen in Hinsicht auf Bipolarität und faimistische Abgrenzung der Kalt- wasserceliiete Itehandelt; das zweite ist vöHieh sich ui lieideii Formenkreisen Typen fminNNKs Mia.sKMiKiuEii, Die arktisebcn Pteropodeii. In: Fauna arctica. l!(l. IV. 1H05. Meisen HEI MEH, Pteropoden. 97 Ansicht nur noch die äußerste Spitze der Spirale über das Niveau der letzten Windung hervor- rai^t. Eine unbedeutendere Differenz liegt ferner darin, daß hei antarctica eine stärkere Neigun"; zur Verengung der Windungen im Grunde des Nabels besteht als bei typica, dieses allerdings unter bedeutenden Variationen zwischen zwei Extremen. Charakteristischer ist der von Pelseneer besonders hervorgehobene Unterschied, welcher seine Begründung in dem Fehlen des Nabel- kieles bei antarctica findet. Es fehlt dieser Kiel tatsächlich bei letzterer Form imd eine mehr oder weniger gleichmäßig gerundete Wölbung leitet von der Schalenoberfläche in das Innere des Nabels über. Aber eine Annäherung beider ^'arietäten ist auch in diesem unterscheidenden Merkmal darin gegeben, daß dieser Kiel bei tijpica auf jüngeren Stadien nur wenig (Taf. V, Fig. 1 b) oder ül)erhaupt nicht ausgepi'ägt erscheint. Für die älteren Exemplare mag dieser Unterschied allerdings als ziemlich zuverlässiges Merkmal bei der Unterscheidung beider Formen g'elten, aber dasselbe scheint mir bei der sonsti^'en überaus großen Ubereinstiinnuing in äußerer Form und Struktur der Sclude !)tn weitem niclit bedeutend o-enu^, um eine Trennuni»' in zwei verschiedene Arten zu rechtfertigen. Und das gleiche muß für die sonstigen von Pelseneer angeführten Differenzen (Form des Operculums, des Fußes und der Kadulazähne) gelten, ganz abgesehen davon, daß erst die Vergleichung eines umfangreicheren ^hlterials ein sicheres Urteil über die Variationsbreite dieser Merkmale zuließe, wie ich es wenigstens hinsichtlich der Schalen- form glaube gewonnen zu haben. Vjü möge weiter noch hervorgehoben werden, daß antarctica den gleichen zipfelförmigen Fortsatz am vorderen Flossenrand besitzt wie typica, daß sie ferner aucli in den Grö(.5en Verhältnissen nahe an letztere heranreicht, insofern die größten Exemplare xpedition ciiHU Durchmesser von (!..") mm aufweisen. Wie ich es bereits in meiner Bearbeitung dei- Pteropoden der Valdivia-Expedition aussprach, so muß ich also nun nach einem eingehenderen N'crglcich lieider Typen von neuem die spezifische Identität derselben aufrecht erhalten. Verlircituiig (vei-gl. Taf. Vil, lilauer Punkt): Zunächst mögen die neuen Fuiulorte der Siidpohir-Expedition aufgezählt werden, welche sämtlich die Varietät antarctica aufweisen. Stat. 18. 1. 1902 (etwa 49 " s. Br. 70" östl. L.), vor Kerguelen: Vert.-Zug 150 m; 4 Exempl. Stat. 13. II. 1902 ((;r 58' s. Br. 95" 8' östl. L.), in der Nähe des Eisrandes; Vert.-Zug 2000 m; Oberfl.-Temp. + 1.1": 2 Exempl. Stat. 18.x. 1902 (etwa 6G" s. Br. 91" östl. L.), Gaussstation; Brutnetz 385 m; 2 Exempl. Stat. 1. XII. 1902, Gaussstation: Phuiktonzug 350 m; 1 Exempl. Stat. 12.1. 1903, „ Wn-i.-lng 50 m; 2 Exempl. Stat. 17.1. 1903, „ Vert.-Zug 100 m; 18 Exempl. Stat. 27. 1. 1903, „ \'ert.-Zug 250 m: 4 Exempl. Stat. 18. 11. 190;? (65° 38' s. Br. 87" 41' östl. L.), am Eisrande; Vert.-Zug 400 m: Oberfi.-Tenip. — 1,8": 18 Exempl. Stat. 23. 11. 1903 (65" 30' s. Br. 85" 56' östl. L.). am Eisrande; Vert.-Zug 400 ni: Oberfl.-Temp. — 1,8°: 5 Exemi)l. Stat. 24. II. 1903 (etwa 65" 30' s. Br. 85" 50' östl. L.), am Eisrande; Vert.-Zug 400 m: 5 Exempl. Stat. 25.— 27. II. 1903 (etwa 65" 33' s. Br. 85" 34' östl. L.), am Eisrande: Vert.-Züge von 150— 400 m; Oberfl.-Temp. etwa — 1,7°; insgesamt 24 Exempl. 98 Deutsche Siidpolar-Expedition. Stat. 28. II. 1903 (65° 30' s. Br. 85° 33' östl. L.), am Eisrande: Vert.-Zug 150 iii: ()berri.-'l\'iiip. — 1,7": 11 Exempl. Stat. 3.111. 1903 (CS-^Ts. Br. 85° 20' östl. L.). am Eisrande: Vert.-Zug 40(1 m: Oberfl.-Temp. — 1,7°: 5 Exempl. Stat. 6. III. 1903 (etwa 65° s. Br. 85» 15' östl. L.). am Eisrande: Vert.-Zug 1200 m: 15 Exempl. Stat. 10. 111. 1903 (64° 29' s. Br. 85° 36' östl. L.). am Eisrande: Vert.-Zug 3o0() m: Olierfl.-Temp. — 1.8°; 4 Exempl. Limacina helicina stellt uns in ihren beiden ^'arietäten eine typisch hipolare Tiert'orMi dar. Die Varietät tijpica ist ein durchaus zirkumpolarer Bewohner dei' kalten arktischen Gebiete, sie ist hier von Nowaja Senilja im Osten bis zur lludsonstrai3e und Labradorküste im Westen allent- halben zu finden.') sie ist ferner auf pazitischer Seite nachgewiesen vom Beringsmeer bis zum Ochotskischen Meei-e. Ihre südlichsten Fundorte liegen im Atlantischen Ozean an der Südwest- küste Norwegens und an der Ostküste der Vereinigten Staaten, wo ihr der kalte Eabradorstrom und treibende Eisberge ein vereinzeltes Vordringen bis 38° und 35° 30' n. Br. ermöt sieh nur K'Iehl vor und bildet mit den Seiteiikanten zusammen keinen einspringenden Winkel. Clio sulcata Pfeffer' a von der horsalseite, // von der leclitcn Seite, c Knibiyonalscliale \on der Ventralscite. (Nach Pki.skneku.) Die ganze Obertläeln' der Schale ist von Querfnrehen überzogen, am \ order- rand dir ilorsalen Schalenhälfte treten aul3erdem neun ') Als Kiindorte vcm Limacinti helicina (nnd ziigleicli von < lidiic liir.nriua') seien hier nooli die nördlich \(>n der l!;\ffinsbai gelegenen Meeresteile angeliilirt. wo A. K. Outmann nach brieflicher Mitteilung lieide Formen im Jahre IS'.t'J überall im Smith Sound nnd besonders massenhaft im Jngletield Golf und Foulke Fjord sammelte. ') Vergl. JoiiANNKN Mi;i.si:niii;imku. lMero|ioda. VVissenscliaftl. F,rirol)n. Dcnlsch. Tiefsee-F.xped. Hd. IX. 1905. ') Nach: G. Pikiki-.ii, Die Pteropoden des llamlnirger Museums. AMiandl. Naturw. Ver. Hamburg. 7. Hd. 1880. — 1". Pelsenkeii, Report oii the Pteropoda collected by H. M. S. Chai.lknmvU. Part. II. The Thecosomata. 1888. Meisenheimeu, Pteropoden. 99 Längsrippen auf. Die Ränder der Sclialenmündung sind sehr zerbrechlicli und erscheinen in den meisten Fällen abgebröckelt. Die am Hinterende zugespitzte Embryonalschale ist nur durch eine schmale Furche von der übrio-en Schale geschieden. Die Maximallänge meiner Exemplare betrug 2,5 cm. Verbreitung (vergl. Taf. VII, blauer Ring): Zunächst mögen wiederum die Fundorte der Südpolar-Expedition aufgezählt werden. Stat. 10. II. 1902 (58° 2G' s. Br. 90° 22' östl. L.), zwischen Kerguelen und Eisrand: Vert.-Zug 2700 m; Oberfl.-Temp. +1,8°: 12 Exempl. Stat. 18. II. 190;^ (65° 38' s. Br. 87° 41' östl. L.). am Eisrande; Vert.-Zug 400 m: Obertl.-Temp. — 1,8°; 2 Exempl. Stat. 23. II. 1903 (65° 30' s. Br. 85° 56' östl. L.). am Eisrande; Vert.-Zug 400 m; OberÜ.-Temp. — 1,8°: 6 Exempl. Stat. 25.-27. II. 1903 (etwa 65° 33' s. Br. 85° 34' östl. L.), am Eisrande; Vert.-Züge von 150 bis 400 m; Oliertl.-Temp. etwa — 1,7°; insgesamt 10 Exempl. Stat. 28. II. 1903 (65° 30' s. Br. 85° 33' östl. L.), am Eisrande: Vert.-Zug 150 m; OberH.-Temp. — 1,7°; 3 Exempl. Stat. 3. 111. 1903 (65° 21' s. Br. 85° 20' östl. L.). am Eisrande: Vert.-Zug 400 m; Obertl.-Temp. — 1,7°; 1 Exempl. Stat. 6. III. 1903 (etwa 65° s. Br. 85° 15' östl. L.), am Eisrande; Vert.-Zug 1200 m; 3 Exempl. Stat. 10. III. 1903 (64° 29' s. Br. 85° 86' östl. L.), am Eisrande; Vert.-Zug 3000 m; OberH.- Temp. — 1,8°; 2 Exempl. Stat. 16. III. 1903 (63° 52' s. Br. 83° 19' östl. L.), am Eisrande; Oberflächenfang; Oberfl.-Temp. — 1,8°: 2 Exempl. Stat. 27. III. 1903 (etwa 65° 16' s. Br. 80° 30' östl. L.), am Eisrande: Vert.-Zug 2000 m: 1 Exempl. VAnv rein antarktische Form, die in den kalten Stromgebieten des Südpolargebiets eine zirkum- polare Verbreitimg zu besitzen scheint, insofern sie hier bis jetzt von 122° westl. L. bis 95° östl. L. tatsächlich nachgewiesen ist. Sie muß hier eine recht häutige Erscheinung sein, zumal die Valdivia-Expedition zuweilen eine große Zahl von Individuen (50 bis mehrere Hundert) an einem Tag erbeutete. Nur an wenigen Stellen reicht ihre Verbreitung über die Nordgrenze der kalten Zone hinaus, so im Pazitischen Ozean bis etwa 46° s. Br.. im Indischen Ozean bei Kerguelen bis etwa 50° s. Br. 3. Sponiriobrancliaea australls d'Orbigny. Diaicnose:') Der Kiirper ist länglich oval, nach hinten zulaufend und an der Spitze abgerundet, mit einer Einschnürung in der Höhe der Seitenkieme. Der Fuß besteht aus zwei, der ganzen Länge nach mit dem Körper verwachsenen Seitenlappen (sl), zwischen denen ein kleiner Haut- höcker gelegen ist, ^und einem ziemlieh langen, zugespitzten hinteren Mittellappen (?»/). Die ') Nach P. Pki.seneek. Report on tlic Pteropoda collected by H. M. S. Challengeu. Part. I. The Gymnosomata. 1887. — Johannes Meisenheimeu. Pteropoda. Wissensehafll. Ergebnisse Deutsch. Tiefsee-Exped. Bd. IX. 1905. 100 Deutsche Südijolar-Kxpeditioii. blattartigen Flossen (/7) sinil am Aiißenrande zugespitzt, an der Basis des llinterrandes einge- zogen. Die Tentakel (/,) sind lang. Die Seitenkieme (^sk) ist nur wenig entwickelt und stellt eine einfache Hautfalte der rechten Körperseite dar, die Endkienie {e/c) wird durch einen häutigen Ring um das hintere Körperende gebildet. Auf dc'P rechten Körperseite liegt am Hinterrand der Flosse das Analft'ld (tr). auf welchem Enddarni und Niere ausmünden und auf dem nach vorn das eine gebogene Wimperleiste darstellenile Osphradium gelegen ist. Auf der Dorsalseite des Körpers liegt in der hinteren Hrdfte eine unpaare, längliche Drüsengrube. Was die Schhmdorgane anlangt, so sind zunächst an der X'entralseite des Schlundes zwei symmetrisch gelegene Saugarme (so) inseriert, welche- an ihrer der Mediane zugewendeten Seite 8 — 10 in einer Reihe angeordneter und von der Basis zur Spitze an Größe zunehmender Saugnäpfe tragen. In die eigentliche Mundhöhle münden jederseits zwei mäJJig lauge, mit Haken verschiedener Länge besetzte Hakensäcke, in ihr ist weiter ein Oberkiefer vorhanden, sowie eine Radula, welche die Zahnformel 8:1:8 aufweist. Die Färbimg des Rumpfes ist dunkelbraun, zuweilen etwas ins Violette spielend, und wird nui' an zwei Stellen von fast farblosen, etwas ins Bläuliche übergehenden ringfiirmigen Streifen unterbrochen, nämlich einmal in der Höhe der Seitenkieme (in Spongiobranchaea australis d'Orbigny. ^em mit * bezeichneten Sti'eifen) und weiter auf der Endkieme \»n der Vcniralscito. (tVi). Die Flössen sind bläulich-grau, der Fuß ist leicht rötlich (Nach Pelseseek, mit einigen Modi- o-ef-irbt fikationcn nach ,MF,i.sKNiu;iMEii.) *^ Die Maximallänge beträgt 2,2 cm. Verbreitung (vergl. Tafel VH, blaues Dreieck): Fundorte der Südpolar-Expedition: Stat. 22. Hl. 19U2 (etwa GG° s. Br. 91" östl. L.), Gaussstatiou: Brutnetz 20 m: 1 Exeuipl. Stat. 9. I. 19U3, Gaussstatiou: Vert.-Zug 40 m: 1 Exempl. Stat. 12.1. 1903, „ X'ert.-Zug öOm: 3 Exempl. Stat. 17. I. 1903, „ Vert.-Zug lud m: 1 Exempl. Stat. (i. 111. n)(t;i (etwa 65°s. Br. Bö" l.V östl. L.). am Eisrande; Vert.-Zug 1200 ui : 1 l-xmipl. Stat. 10. 111. 1903 (G4° 29' s. Br. 85" 3(;' östl. L.). am Eisrande; Vert.-Zug 3000 ni: Oi)erH.-Teuip. — 1,8°, 1 E.xempl. Stat. 27. 111. 1903 (etwa 05° IG' s. Br. NO" 30' östl. L.). am Eisraudc: W'rt.-Zug 2000 m; 3 Exempl. Wie dir vorige Form ein typischer luid aiissclirielilicher Bewohner der autarktischen Meere und sehr wahrscheinlich von zirkumpolarer Verbreitung, wenn auch bisher erst von G2° westl. L. bis 124° östl. L. mit Sicherheit nachgewiesen. Die meisten Fundorte liegen am Eisrande, in Ge- wässern, deren Temperatur weniger als 0° betrug, indessen vermag Spomjiohranchaea auch in beträchtlich wärmere Gebietsteile vorzudringen. An verschiedenen Orten ist sie sowohl im Atlantischen wie im ludischen Ozean am Südraud der wärmeren Ostströnumj;en oder socar inner- 11e[senheimer, Pteropoden. IQ]^ halb derselben angetroffen worden, im Indischen Ozean auf 41° s. Br., im Atlantischen gar noch auf 36° s. Br. und auf 35" s. Br. im Bereich des südafrikanischen Mischgebietes. 4. Clione liniacina Phipps. Diagnose: Eine ausführliche Diagnose der nordischen Clione Hmacina habe ich bereits in der Fauna arctica') gegeben, hier seien nun noch die Beziehungen derselben zu der antarktischen Form des näheren besprochen. In meiner Bearbeitung der Pteropoden der Deutschen Tiefsee- Expedition') konnte ich bei'eits nachweisen, daß die mir zur Verfügung stehenden antarktischen Vertreter dieses Pteropoden außerordentliche Übereinstimmung mit den arktischen aufwiesen, nicht nur hinsichtlich der morphologischen Verhältnisse des Körpers, sondern auch in bezug auf die Färbung, so daß es mir ülierhaupt nicht gelang, irgendwelche Differenzen aufzufinden. Das neue Material der Südpolar-Expedition sowie die Möglichkeit eines direkten Vergleiches mit umfangreichem nordischen Material ließ mich nun auch l)ei dieser Form die ersten Ansätze hervortretender Variation feststellen. Clione limaciua ist dadurch ausgezeichnet, daß sie zu Iieiden Seiten der Mundöflfnung jeder- seits drei Buccalkcgel trägt. Für die nordische Form war weiter hinsichtlich dieser Buccalkegel festgestellt, daß der dorsal gelegene am längsten, der ventrale am kürzesten sei, für die ant- arktische Form konnte ich genau das gleiche ^'erhalten nachweisen. Meine neuen eingehenden Vergleiche zeigten niii- alier nun. daß eine geringe Abweichung in der Lage der Buccalkegel zueinander dennoch vorhanden ist. Bei dem arktischen Typus (vergl. Taf. VI, Fig. 4) berühren sich sämtliche Buccalkegel (6Ä:, ,) an der Basis miteinander, bei den antarktischen dagegen (vergl. Taf \T, Fig. 5) ist der dorsale Kegel (J)kx) von den beiden mehr ventralwärts gelegenen (hk. 3) durch einen kleinen Zwischenraum getrennt, ein Verhalten, wie ich es durchaus konstant antraf. Eine weitere Differenz mag vielleicht noch darin gefunden werden, daß bei der antarktischen Form die Hautdrüsen eine stärkere Entwicklung aufweisen. Wie Herr Prof Vanhöffen mir persönlich mitteilte und wie es in gleicher Weise aus einer von ihm angefertigten Farbenskizze hervorgeht, ist die Haut des Tieres infolgedessen im Leiien wie von weißen Punkten übersät, doch mu(3 ich bemerken, daß diese Eigenschaft keineswegs eine konstante zu sein scheint, insofern bei dem mir vorliegenden konservierten Material zwar ein Teil diese Hautdrüsen sehr stark hervortreten läßt, andere Individuen sich dagegen völlig wie ihre nordischen Verwandten verhalten. Indessen scheint mir die oben hervorgehobene Differenz in der Stellung der Buccalkegel schon ausreichend zu sein, um auch hier eine Trennung in zwei Varietäten vorzunehmen, ohne daß dadurch, ebenso wie bei Ltnutcina helicina, die enge Verwandtschaft und Zusammengehörigkeit beider Formen beeinträchtigt wird. Ich liezeichne die nordische Form als vor. typica, die antarktische als var. antarctica. Verbreitung (vergl. Tafel VII, blaues Kreuz): Die Fundorfe der Südpolar-Expeditiou weisen sämtlich die Varietät antarctica auf, es sind folgende: ') Johannes Mkiseniieimer, Die arktischen Pteropoden. In: Fauna Arctica. Bd. IV. 1005. — Als Nachtrag zu dem dort gegebenen Literatur-Verzeichnis sei hier noch angefügt: 1877. Jeffkeys, J. Gwyn, New and peeuliar Mollusca of the Eulimidae and other families of Gastropoda. as well as of the Pteropoda, procured in the ..Valorous^-Expedition. Annais and Magaz. natur. history. 4. ser. vol. XIX. (Clione horealiif). -) Johannes Meisenimcimeu, Pteropoda. Wissenscbaftl. Ergebn. Deutsch. Tiefsee-Exped. Bd. IX. 190.J. DiMitscIu' Slldpoinr-Expedition. IX. Zooloi^if. I. 1* Stat. ■2-2. XI. I!>ti2. - Stat. 1. Xll. ll)()->. r Stat. 11. Xll. 1902, n Stat. 17. Xll. 1902. J) Stat. 21. Xll. 1902. n Stat. 9. 1. 1903, n Stat. 10. I. 1903. » Stat. 12. 1. 1903, 55 Stat. 2)). 1. 1903, 55 Stat. 31. I. 1903, 55 Stat. 2. II. 1903. ri V n n r> r> r, )! »5 »5 n n n n 55 55 55 1Q2 Deiitsclie Südpolnr-Kxpedition. Stat. 1(1. II. 1902 (58° 26' s. Br. 90» 22' üstl. L.), zwisdien Kergiieleii und Eisrand: Vcrt.-Zug- 2700 iii: Oberri.-Temp. +1,8°; 1 E-xenipl. Stat. 23. V. 1902 (etwa 6G°s. Br. 91°östl. L.). (laussstatioii: Brutnetz 38.^ ni: 2 Excini-l. (juv.) Stat. 4. VI. 1902. Gaussstation: Bnitnetz 385 m: 1 Exenipl. (juv.) Wasser-Teuiii. — 1.9. Bi'iituetz 385 ui: 1 ExcMiipl. ''juv.) „ „ Flankt. -Zug 35U ai: 1 E-xenipl. (juv.) Reuse 385 m: 1 Exempl. lirutnetz 385 ni: 1 Exenipl. (juv.) Vert.-Zug 200 ni: 1 Exenipl. Vert.-Zug 40 m: 4 Exempl. „ „ Vert.-Zug 40 n): 2 Exempl. -f-4 Larven. „ „ Vert.-Zug 50 ni: 2 Exenipl. (juv.) Vert.-Zug 150 ni: 1 Exempl. (juv.) Vert.-Zug 20 m: 2 Exempl. Vert.-Zug 350 m: 1 Exem[)l. Stat. 17.11.1903 (65°42's. Br. 87" 49' östl. L.), im Scliolleneise; Oberflächenfang: Oberfl.- Temp. —1.0": 3 Exempl. Stat. 18.11.1903 (65°38's. Br. 87° 41' östl. L.). im Scholleneise; Vert.-Zug 400 m; Oberfl.-Temp. — 1,8°; 2 Exempl. Stat. 23.11. 1903 ((i5°30's. Br. 85° 56' östl. L.), im Scholleneise: Vert.-Zug 400 m: ()lnM-il.-'l\Mnp. — 1,8°; 1 Exempl. Stat. 25. — 27. 11. 1903 (etwa 65° 33' s. Br. 85" 34' östl. L.). im Scholleneise: Vert.-Ziige von 150— 400m; Oberfl.-Temp. etwa —1,7°: insgesamt 9 Exempl. Stat. 28. II. 1903 (65° 30' s.Br. 85° 33' östl. L). im Scholleneise: Vert.-Zug 150 m; Oberfl.-Temp. — 1,7°: 1 Exempl. Stat. 6. 111. 1903 (etwa 65° s. Br. 85° 15' östl.L.), im Scholleneise: Vert.-Zug 1200 m; 3 Exempl. (juv.) Stat. 9. III. 1903 (64° 34' s.Br. 85° 36' östl. L.), im Scholleneise: Vert.-Zug 400 m: Oberfl.-Temp. — 1,5°; 1 Exenipl. ('hone limacma bildet die vierte rein polare Kaltwasserlunii unter den I'teroitodeii. Im Norden ist die Verbreitung is fast 35° n. Br. \ oivudringen. Meisenheimeu, Pteropoden. jQg Das Verbreitungsgebiet der Varietät antarctica liegt in den Kaltwasserregionen der Ant- arktis. Auch hier ist ihre Verbreitung sehr wahrscheinlich eine zirkumpolare. wenn sie auch bisher erst von etwa 15° östl. L. bis 91° östl. L. nachgewiesen worden ist. Die meisten Fundorte liegen im Scholleneise oder in großer Nähe desselben, und nur im Bereiche des südafrikanischen Mischwassergebietes ist sie bis 35° s. Br. vorgedrungen, verechleppt durch Ausläufer kalter Polar- strömungen. 2. Die Formen der Übergang'szonen. 1. Liniaeina retroversa Fleiniiii^. Taf. V, Fig. 5, G. Diagnose:') Als wichtigste Merkmale haben folgende zu gelten: Die zarte, glänzende Schale besteht aus 5 bis lü Windungen, die sich zu mittlerer Höhe erheben. Die Schalenmünduno- ist mehr oder weniger trapezförmig und bildet nach unten und hinten einen scharfen Winkel. Die Columella ist gerade gestreckt, der Nabel ist deutlich, aber von geringerer Größe als bei Livuiciiia licliclnii. Die Variationsbreite diesei' S])ezies ist eine außerordentlich beträchtliche, was in früherer Zeit zur Aiilstclliuig cliuM- groLicii Zald von Spezies Veranlassung gegeben hat. Namentlich unterscliicil man zwei Foruieii als Intliui und retroversa, bis Ho.xs und Pklsenkkk die Zusamnien- gehr)rlgkeit lieidei' üliei zeugend iiaehwieseii. Stets handelte es sich nun hieriiei um Vertivter aus dem nördlichen Atlantischen Ozean: von ihnen wurde durch Pei.senekr'O scharf geschieden die Form der südlichen IIemis[)liäre. welche als Liiihici/iü (n^straiis') bereits früher beschrieben worden war. Schon Boas*) äulierte Bedenken an der Selbständigkeit dieser Form, und Munthe*) vereinigte sie dann später direkt mit retroversa. Ich selbst hatte nun, ebenso wie Munthe. Gelegenheit, ilie nordischen und südlichen Typen unmittelbar nebeneinander vergleichen zu können, und aueli ieli vermair kein konstantes unterscheidendes Merkmal von jrrößerer Bedeutung auf- zutinden. .\uf 'lafel \' habe ich neben die Umrisse der nordischen retroversa (Fig. 5, a, b) die- jenigen der antarktisclu'u (Fig. G, a, b) Form gesetzt, imd es ei-gibt sich hieraus ohne weiteres, wie außerordentlich sich beide Ty|ien in dem Gesamtaufbau der Schale, in der Höhe der Spirale, der Form der Coliunella imd der SchalenöllViung, in der Weite des Nabels entsprechen. Indessen muß ich doch einige (i' s. Br. 110" l'2' üstl. L.) zwischen Kerguelen und Eisrand: Vert.-Zug 2700 m: ( )berfl.-Temp. -i- 1,8": zahlreiche Exemplare. Auf der nördlichen Hemisphäre beschränkt sich die Verbreitung der Liitictci)i(f retroversa un wesentlichen auf das Ausbreitungsgebiet der Ausläufer des Golfstroms im nördlichen Atlantischen Ozean. In meinem Beitrag zur Fauna Arctica charakterisierte ich ihre Nerbreituns folgender- maßen. Die nördlichsten Fundorte liefen an der Nordküste Norweffens bis über 71° n. Br. hinaus. von hier finden wir retroversa längs der ganzen norwegischen Westküste auftretend, weiter in der Xordsee und im Skagerak, an den Küsten Schottlands und Irlands und vereinzelt südlich von England (bei der Insel Guernsey). Häufig ist sie sodann im Atlantischen Ozean zwischen 57° — ßlMi. Br. gefangen worden, sie dringt weiter in die Davisstraße bis 63' n. Br. vor. meidet aber den kalten Labradorstrom. Nur in den südlichsten Ausläul'ern desselben tritt sie auf. und zwai- längs iler nordamerikauischen Küste bis etwa 38" n. l>r.. WdUiit wir zugleich die Siidgreiize ihrei- \ erlireitung erreicht haiieii. Im pacifischeii ( )/.eaii ist sie bisher niclit gefangen woi'deii. ihre Zirkiunijülarität muß also ikicIi ti-aulich erscheiin'ii. Die Eioentümliclikeiten der Verbreitunir von refroversu sind also auf der nördlichen Hemisphäre darin zu suchen, daß sie auf der einen Seite die eigentlichen kalten Stromgebiete meidet, auf der anderen Seite al>ei- auch vor den wärmeren Gewässern der zirkumtropischen Warmwasserzone zinfickweiclit und mithin einen zwischen den genannten liegiouen gelegenen Gren/Ju/.iik liewohnt. Ganz die i:leiche Eigeiiti'nnlichkeit i;ill nun auch ICir das \'erbreitimgsgebiet der retroversa auf der südlichen Hemisphäre. Es siiid namentlich zwei Bezirke, in welchen sie hier l>isher nach- gewiesen worden ist. Der eine derselben liegt an der Süds})itze Südamerikas, wo (\('v wärmere ') G. O. Saus. Bitirag til Kiiiidskab om Nor^rcs arktiskc l'imiia. I. Mollusca Regionis arcticac Norvegiae. 1878. Meisenheimek, Pteropoden. ]05 Kap Horn-Strom sich mit kalten antai'ktischen Strömungen mischt. Sie findet sich daselbst hauptsächlich zwischen öS" liis 55° s. Br., ist aber vereinzelt liis 42° s. Br. an der Ostküste Südamerikas vorgedrungen. Ihr zweiter Verbreitungsbezirk liegt in den Gewässern, welche Kerguelen umgeben; sie ist hier in der Nähe der Crozet-lnseln, bei Kerguelen und bei den Macdonald-Insehi nachgewiesen und reicht von hier nach Süden bis 60° s. Br., selbst bis 63° s. Br., d. h. also bis nahe an den Eisrand. Im übrigen ist zum mindesten der nördliche Teil dieses Gebiets dadurch gekennzeichnet, daß wärmere Ströme aus dem Indischen Ozean sich in diesen Gegenden mit dem kalten Polarwasser mischen, die Wassertemperatur so erhöhen und dem Gebiete den Charakter eines ÜbergangsiTebietes verleihen, so daß also auch in diesem Bezirke die Eigentümlichkeiten in der Verbreitimg von reiroversa zum Ausdruck kämen. Zwischen den genannten beiden Kegioiu-n ist rctroi'crsit bisher nicht nachgewiesen, doch ist es sehr wahr- scheinlich, daß ein kontinuierlicher Zusanunenhang besteht, welcher durch die schmale Über- gangszone ermöglicht wird, die wohl überall an der Grenze von antarktischer Kaltwasserzone und zirkumtropischcr Warmwasserzone angenonnnen werden muß. 'i. Liiiiaciiia Raii^ii (l'Orbigny. Taf. V. Fig. 4. Aädiita Raiujii, D'OuBiiiNY, Alcidk, \'oyage dans rAmeri siilcatu Pfeffer, abgespalten haben, ein Vorgang, wie er lu-i der über- aus nahen Verwandtschaft beider Formen als durchaus wahrscheinlich gelten darl. ') II. MrsTiiK. Pteropoder i Upsala Univers. Zeel. Museum. Hill. K. Svcnsk. Vet.-Airt.-Ziig 3000 in: Ol.ei-H.-Temp. +24,2°; zalili'eu'he Exempl. Stat. 3(». IX. 1903 (etwa h" n. Br. 22" westl. L.): Vert.-Ziig-e 800— 1 500 m: zalilreiehe Exempl. Stat. 9. \. 1903 (etwa 17° n. Br. 30° westl. L.): Vert.-Ziig 3000 lu: sehr zahlreiche Exempl. Stat. I.".. X. 1903 (etwa 21° n. Br. 32° westl. L.): Vert.-Ziig 3000 m: 7 Exempl. Stat. 20. X. 1903 (etwa 29° n. Br. 35° westl. L.), in der Höhe der Kanarischen Inseln: \'ert.- Zug 3000 m : 7 Exempl. 1 ndischer Ozean: Stat. 18. V. 1903 (26°54's. Br. 50° 17' üstl. L.), südöstlioh von Madagaskar; Vert.-Zug 400 m: Ol.ertl.-Temp. +24,4°: 15 Exempl. Stat. 31. V. 1903 (etwa 30° s. Br. 31" üstl. L.). vor Port Natal: ( )I)erflächenfang; 2 Exempl. 4. Die Warmwasserformen Styliola subula und. Cavolinia gibbosa. Es müssen endlich im Zusammenhange dieses Kapitels noch zwei thecosome Pteropoden besprochen werden, die zwar kaum jemals die Grenzen der zirkumtropischen Warmwasserzone polai-wärts überschreiten, deren Verteilung innerhalb dieser Zone mir aber für eine lu-klärung der diskontinuierlichen Verbreitung bipolarer Formen von groUer liedeutung zu sein scheint. ^' 1. Styliola subula (^noy et Gainiard. Diai^iiose:') Schale kegelförmig, lang gestreckt, nach hinten spitz zu- laufend, vdi-n schräg abgestutzt, im Querschnitt überall kreisrund. Die Dorsalseite trägt eine Längsgrube, welche nicht parallel zur Längsachse der Schale, sondern schräg von links hinten nach rechts vorn verläuft. Die obere Schalenhälfte rayt an der Mündunii" über die untere hinaus und verlängert sich in eine Art Rostrum, eine Fortsetzung der dorsalen Längs- grube. Die Embiyonalschale endet spitz und weist eine vordere und hintere Styliola subula ftuoy et l'^inschnürung auf. xon denen indessen die vordere fast gänzlich scliwinden , ,,',., kaiui. Maximallänii'c meiner Exemi)lare ^ 13 mm. u von der Dorsalsoite. ' ' (Nach I{am: et Stui.Kvirr.) Verbreitung (vcrgl. Tafel VII. rotei' Pimkt): b Einbryonalschalc. Fundorte ' A tlan t isciier ( )zean: Stat. II. .\. 1!)01 (etwa 11» s. Br. 19' westl. L.): Vert.-Zug 1200 m: 2(1 Kxemi.l. Stat. 14. .\. I'.IOI (etwa ir s. \\y. I '.»" i>0' westl. L.); Vert.-Zug 1900 m: zalihvidie. meist Jug. l'jxeni]il. Stat. I!). X. 1901 (1!)" 3' s. Wv. 20" 0' westl. L.): Vert.-Zug 800 m: ( )bertl.-Temp. +23,0"; ■'^ Ivxempl. Nach Ran(i et Soi-i,eyi:t. llistoirc naturelle des Mollusques Pteropodcs. Paris. 1S.')2. — .1. E.V. Boas. Spolia Allantioa. Bidrag lii Pteropodernes Jlorfologi og Systematik. Dansk. Vid. Selsk. Skrift. (i. i{. Afd. IV. IM. 1. 18S(;. Meisenheimer, Pteropoden. 211 Stat. 22. X. 1901 (23° 33' s. Br. 20» 51' westl. L.): Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.-Temp. +21,5"; 4 Exenipl. Stat. 26.x. 1901 (27V3' s. Br. 16" 59' westl. L.); Vert.-Zug 1340 m: Obertl.-Temp. +19,6«; 8 Exempl. Stat. 28. X. 1901 (28" 16' s. Br. 17° 20' westl. L.): Überflächenfang; Oberfl.-Temp. +18,5"; C Exempl. Stat. 5. XI. 1901 (32" 5' s. Br. 8" 30' westl. L.): Yert.-Züge 500—1000 m: Oberfl.-Temp. +18,0°: insgesamt 16 Exempl. Stat. 12. XI. 1901 (35" 11' s. Br. 2" 43' üstl. L.): Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.-Temp. +15,3"; 4 Exempl. Stat. 5. XII. 1901 (etwa 34" 30' s. Br. 18° östl. L.): Vert.-Zug 500 m: 1 Exempl. Stat. 4. IX. 19U3 (12° 11' s. Br. 6" 14' westl. L.), Vert.-Ziig 2000 m: Oberfl.-Temp. +20,8°; 1 Exempl. Stat. 10. IX. 1903 (S° 42' s. Br. 11" 51' westl. L.): Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.-Temp. +22,6°: 5 Exempl. Stat. 9 X. 1903 (etwa 17" n. Br. 30" westl. L.): Vert.-Zug 3000 m: 4 Exempl. Stat. 13. X. 1903 (etwa 21° n. Br. 32° westl. L.): Vert.-Zug 3000 m: 10 Exempl. Stat. 20. X. 1903 (etwa 29" n. Br. 35° westl. L.), Vert.-Zug 3000 m; 4 Exempl. All ta i'kt Isrlies Meer: Stat. 10.111. 1903 (64° 29' s. Br. 85° 36' östl. L.), im Scholleneis: Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.- Tcmp. — 1,8": 1 Exempl. Die Verbreitung dieser Icosmopolitisohen Form verdient insofern besonderes Interesse, als sie zwar, mit Ausnahme eines einzige Falles, auf die zirkumtropische Warmwasserzone beschränkt erscheint, innerhalb derselben aber eine bestimmte DilFerenzienmg erkennen läßt. Auf der nördlichen Halbkugel liegt ihr Verbreitungsgebiet ziemlich genau zwischen 42° n. Br. und 15° n. Br.. auf der sndliclieii Halbkugel zwischen 10" s. Br. und 40" s. Br. im .\tlaiitischen und Paciflschen Ozean, zwischen 20" s. lir. und 40° s. Br. im Indischen Ozean. Das Auffallende dieser Ver- breitung besteht gegenüber derjenigen der übrigen Warmwasserfbrmen darin, dati, während letztere über die ganze zirkumtropische Zone gleichmäßig verteilt sind, hier eine deutliches Zurückweichen vor den in den äquatorialen Gegenden gelegenen wärmsten Stromgebieten wahrnehmbar ist. Zwar fehlt Sti/liola subnht hier nicht Ni'dlig, insofern sie im Indischen Ozean an der ostafrikanischen Küste bei Sansibar und direkt unter dem Äquator sowie bei den Cocos-Inseln gefunden wurde, und im Paciflschen Ozean durch eine Reihe von Fundorten aus dem indo-australischen Archipel bekannt geworden ist, aber diese Fundtirte sind gegenüber den zahlreichen innerhalb der oben umschriebenen Zonen nur äußerst spärlich. Ferner scheint im Indischen Ozean, wo die wannen Strömungen weiter nach Süden sich ausdehnen als im südlichen Atlantischen Ozean, auch die Nordgrenze ihres Hauptverbreitungsgebietes w^eiter nach Süden verschoben zu sein, und alles dies trägt zur Bekräftigung der Annahme bei, daß wir hier eine Forin vor uns haben, die zwar unzweifelhaft no(di der warmen Zone angehört, die im übrigen aber die unverkennbare X^eigung zeigt, die wärmsten äquatorialen Gebiete zu vermeiden und ihr Wohngebiet in die nördlich und südlich davon gelegenen gemäßigteren Zonen zu verlegen. 15* 112 Deutsche Südpolar-Expedition. a. Derart habe ich bereits in meiner Bearbeitung der Pteropoden der deutschen Tiefsee- Expedition die Vei'breitung von Stylio/a suhula zu charakterisieren versucht, und (He neuen Fundorte der Südpolar-Expedition stehen mit dieser Charakterisierung in vollstem Einklänge, mit einer einzigen Ausnahme. Einer dieser Fundorte liegt nämlich in ganz außerordentlich niederen Breiten, am Eisrande auf 64'// s. Br. bei einer Obei'tlächentemperatur von — 1,8". Es scheinen nun zwar in den südlich von Kerguelen gelegeni'ii .Meeresteilen Warmwasserformen übeiliaupt sehr weit nach Süden vorzudringen, wie wir s[)äter noch genauer sehen werden, aber es lileilit (lami doch jedenfalls eine bedeutsame Tatsache, daß es unter den Pteropoden gerade eine solche Warmwasserform ist, für welche wir schon aus ihrer Verbreitung innerhalb der \\ arrnwasserzone eine Bevorzusuns siemäßisterer Wärmezonen feststellen konnten. 2. Cavoliiiia gibbosa Rang. Diagno.se:') Schale mit enger, in (|uerer Richtung ^ stark ausgedehnter und zu beiden Seiten der Schale sich weit nach hinten erstreckender Miindiuie;. \on ol)en gesehen ist der Durchmesser der Schule au den hinteren Seitenwinkeln viel gerinKer als weiter vorn. Das Hinterende ist stark doi\salwärts aufgebogen. Die mit wenig ausgeprägten Längsrippen versehene Dorsaltiäche der Schale überragt beträchtlich die \'entrale und bildet vorn v'ww im scharieu Winkel gegen dieselbe umgebogene Obeilippe. Die vi'iiti'ale Schalenhälfte ist sehr stai-k bauchig gewcillit inid weist am Vorderrand einen weit vors|)ringendeii \\ iiikel atd". Maximallänge ^ 1 1,.') nun. VerhrcitiMig (vergl. Tafel VII. rotes Kreuz): Fundort der Südpohir-Expeditioii: Stat. 28 X. 1901 (28" 16' s. Br. 17° 20' westl. L.), im Atlantischen Ozean; Oberflächenfang: Ol^erH.- Temp. + 18,5": 1 Exempl. Cavolinia gibbosa Rang. a von der Dorsiilseite. b von der rechten Seite. (Nach UoAS.) Wie ich in meiner Bearbeitung der Pteropoden dei- Deutschen Tiefsee-Expedition ln'ivits ausführte, gilt für r.. auf der südlichen llemisphäi'e im .Vtlanllselieu < )zean zwi.'^elieii l.')"s. Hr. und 38° s. Br.. im liidi>elien ( )/.ean zwischen 20" s. \\v. und H " s. Hr.. im Pacilischcn O/.ean zwischen !.)">. Hl', luid l(f" s. Hl-, lunerliiilb «ler genannlcii Zonen ist sie überall eine häutige Ersclieinimg. nur ganz späi-ru'li >liid dagegen ihre i''undorte in den ä(|u;itorlaIeii ( leliieteii \on etwa l.")"ii. \\v. liis 1.')" s. H)i-., imd im Indischen Ozean ist sie bis jetzt nördlich vom Aijuator ülierliaupt noch nicht gei'imden woi'den. Auch hier haben wir also eine Warmwasscriorm vor uns. welche das ') iNacli ,1. E. V. H(iA.s. Spolia .MIantica. Bidrag lil Ptero]iodenies Morfolugi og Systematik. Dansk. Vid. Selsk. Skrift. G. R. ..\fd. IV. Md. I. ISSC. MicisKNHEiMEii. Pteropodeii. H3 Bestreben zeigt, die wärrasten Stromoebiete unter dem Ä(|uator zu meiden und sich in die gemäßigteren Warmwasserzonen zu beiden Seiten desselben zurückzuziehen. 5. Die Abgrenzung der polaren Kaltwasserzonen des Pelagials und ihre gegenseitigen Beziehungen. 1. Die Abgrenzung der arktischen Kaltwasserzone. JJei'cits in meinem Beitrag zur Fauna Arctica (1. c.) halie ich die Abgrenzung dieser Region nach Mügliclikeit zu präzisieren versucht. Icli ging dabei aus von der Nordgrenze der zirkum- tropischen Region, welche im Atlantischen Ozean auf etwa 35° n. Br. bei Kap Hatteras an der nordamerikanischen Küste einsetzt (vergl. Tafel \\l). in einiger Entfernung von der Küste den \Vestr;mr. erreicht und schließlich etwa bei Kap Finisterre an der s[)anischen Küste endet. Im Pacittschen Ozean folgt die Grenzlinie zunächst dem Westrande des Kuro Shio bis mindestens 40" n. Hr. und verläuft sodann innerhalb der Westwindtrift desselben auf etwa 45° n. Br. (|uer durch dm Pacitischen Ozean bis zur nordamerikanischen Westküste. Jenseits dieser Nordgreirze trefTen wir nun polarwärts keineswegs unvermittelt rein arktisches (iebiet an, es schielien sich vielmehr weit ausgedehnte Ubergangsgebiete dazwischen ein. Das nordatlantisciie Ubergangsgebiet (Tafel VII, II) ist geographisch definiert dnrcli das Aus- l)reitungsgebiet der nördlichen Ausläufer des Golfstroms: faunistisch weist es zunächst Überläufer aus der zirkumti'opischen Wai-mwasserzone (C/io pyramidatu, Clio cmpidata, Pneumodermopsis ctliata, vielleicht auch Clio fidcatit) auf, treten ferner innerhalb seiner Grenzen die arktischen Formen LimaciiKi Iw/iciiui und Clioiie UmaciiHi auf und enthält es endlich eine rein endemische Form in der LtnuK-iiia retrorersn. Seine Grenze gegen die eigentliche arktische Zone, zu welcher es entschieden nähere Beziehungen als zur zirkumtropischen Zone zeigt, wird durch eine Linie gekennzeichnet, die etwas östlich vom Nordkap an der norwegischen Küste ansetzt, bogenförmig in weitem Alistande von der norwegischen Küste nach Süden verläuft imd sodann (juer durch den Atlantischen Ozean zur Südspitze Grönlands hinüberzieht. Von hier aus umfaßt sie nach Norden ausbiegend die ganze Davisstraße bis etwa 64° n. Hr.. folgt sodann nach Süden dein Ostrand der kalten Labradorströnnmg und kommt schließlich der Nordgrenze der Warmwasser- zone außerordentlich nahe. Sie endet schüeßlich auf etwa 44° n. Br. an tler nordamerikanischen Küste, so daß ein schmaler Streifen des Ubergangsgebietes zwischen dieser Grenze und derjenigen der AVarmwassei-zunen sich längs der nordamerikanischen Küste nach Süden bis etwa 35° n. Br. erstreckt. Weit weniger scharf ist das nordpacifische Übergangsgebiet (Tafel VII, I) zu charakteri- sieren. Es umfaßt die nördlichen Ausläufer des Kuro Shio und enthält faunistisch neben einem Überläufer aus dei- Warmwasserzone (Pneumodennd pacifwHtit) gleichfalls die beiden arktischen Pteropoden Liynacinu helicuia imd (lione Uiuachui. Eine spezitische Form scheint zu fehlen. Die Nordgrenze wird gebildet durch die Küsten der Kurilen. Kamtschatkas und der Aleuten. Jenseits dieser beiden Überganoso-ebiete sowie nördlich von den Nordküsten Eurasiens und Nordamerikas dehnt sich dann endlich die eigentliche arktische Zone aus. welche die 214 Deutsche SMd|nilar-Kx])e(litioii. gosatnte Pohirkappe ilcr Erde einniiniiit und von den kalten arktischen Strömungen sowie den letzten Ausläiilern des Golfstroms crtrilit ist. Ihre ty[)isrheii Bcwolim-r sind die Limaciihi hehciiKi und die Cliime limucina, beide von durchaus zii'kumpolarer Verbreitung. 'l. Die Ab«:reiizung der anl arktischen Kaliwasserzone. Auch bei tler IJetraclitung dieser Gel)iete gehen wir am besten von der Givn/.e iler zirkum- tropischen Warmwasserzone aus. Die Festlegung derselben muß sich hier im Süden ganz wie auf der Nordhemisphäre in erster Linie auf die Verbreitung der Warmwasserformen gründen, und ich verweise für diese ausfühi-liche Beoründun«!; auf die Üarleoungen in meiner Bearbeitung der Pteropoden der Deutschen Tiefsee-Expedition. Diese Südgi-enze (vergl. Tafel \TI) bildet eine fast ununterbrochene Linie rings um die ganze Erde. Sie setzt, um mit dem Atlantischen Ozean zu beginnen, an der Ostküste Südamerikas etwas nördlich von der La Plata-Mündung an, Itiegt dann in einiger Entfei-nung von der Küste weit nach Süden bis etwa 44" s. Br. aus. entsprechend einem Vorstoße der warmen Brasilströmung, und steigt dann in ihrem östlichen Verlaufe nach Norden iiis etwa 3G s. Br. an. In dieser Breite zieht die Grenze (pier durch den südlichen Atlantischen Ozean, sich etwas nördlich vom Südraud der ostwärts gerichteten lauen Ströunu)gen haltend. Das Kap dei" Guten Hoffnung wird im Süden auf etwa 39° s. I>r. umzogen, und sodanu erfährt die Grenze beim Eintritt in die Gewässer des Indischen Ozeans eine l)eträ('htliche N'ei- lagerung nach Süden, bis auf 41" und 42° s. Br., ein Verhalten, das geographisch bedingt wird durch den Verlauf des warmen A^ulhas-Stromes und seiner ostwärts o-erichteten Ausläufer. Nach Osten hin hält sich die Grenzlinie dann auf 40" — 42° s. Br.. stets etwas nördlich vom Süilraud der lauen Strönumgen gelegen. Mit weit geringerer Sicherheit ist infolge fehlenden Tatsacheii- uiateiials die Südgrenze im Pacifischen Ozean zu bestiuuuen: ich ließ sie um die Südspitze Tas- ?naniens herumziehen, die Cookstraße durchlaufen und sodann t-iue weite Ausbuchtung nach Norden bis etwa 35° s. Bi-. aufweisen. Erst von etwa KiO" w. L. an ist wieder eine genauere Bestimmung möglich, und zwar zeigt die Grenze von hier an euie beträchtliche \\m\ ausgeprägte Verschiebung nach Süden bis auf 40° s. Bi*. und selbst 42° und 43° s. Br.. in wt-lchen Biviten sie etwa die Westküste Südamerikas erreichen mag. Auch ;iiil' der Südhemispliäre schließt sich nun polarwärts an die Waruivass-erzone nicht unvermittelt die Kaltwasserzone an. sondern auch hiei- sind I ' bero-angsgebiete zwischen beide eingeschoben. Bereits in meiner Beai'beituug dei' l'tei'ojxiden der Deutscheu Tiefsee-Expedition iiabc ich einige derselben uähei- zu |iräzisicren vermocht, eine erneute Bearbeitimg des gesamten faimistisclieu Materials lint mir weitere Aufschlüsse ülier die hier vorliegenden Verhältnisse Hetfeben. lüin erstes typisches l'bergangsgebiet ist zweifellos au der Südspitze Süilamerikas entwickelt: ich bezeichnete es als südamerikanisches 1' bcrga ngsgebiet (TafeMTl. 111). In geographi- scher Hinsicht läßt sich dasselbe einmal durch das VOrdriniien des au der Westki'iste Süilamerikas nach Süden verlaufenden warmen Kap Ilorn-Stromes secen die antarktischen Kaltwasserffebiete liegründen. und zweitens dni-ch ein \ oischiebeu kaher anl;nkti>clier (Tcwässer nach Norden längs der J)stküste Südamerikas, wodurch dei- wai'uie UrasiUlroni miu der Küste abgedrängt wii'd. Es entsteht so hier ein Mischwliiet kalter und warmer Stroni";ebiete. welches >icli zu beiden Seiten der Südspitze Südamerikas ausdehnt, nach Noi-deu auf pacitischer Seite bis etwa 44" s. Br., Meisenheimek, Pteropoden. 115 auf atlantischer Seite bis etwa 33° s. Bi\ reichen mag, nach Süden dagegen seine Grenze erst auf etwa GO" s. ßr. findet. Faunistisch ist sein Charakter als Ubergangsgebiet dadurch gekenn- zeichnet, daß es einmal Überläufer aus warmer und kalter Zone enthält und ferner dadurch, daß es besondere endemische Formen besitzt. Von Überläufern aus der Warmwasserzone kommen nur wenige Formen in Betracht, es ist wohl nur die Limacina injlata, welche als typische Warm- wasserform hier wiederholt gefangen worden ist, wogegen sich hinsichtlich der CHo Andreae und Clio Scheelei noch nicht mit Sicherheit entscheiden läßt, ob dieselben nicht eher als endemische Formen der Ubei-ffiingszone aufzufassen sind. Sie weisen in ihrer Verbreitung große Ähnlichkeit mit der nordischen Clio fakata auf. Die nordischen Überläufer, vor allem Cliu pyramidata, scheinen dasiegen hier zu fehlen. Von antarktischen Kaltwasserformen treten Clio sulcata und Spongiobranchaea mistralis vereinzelt in dem Gebiete auf. Verhältnismäßig bedeutend ist die Zahl der endemischen Formen. Wir finden hier zunächst die Limacina retroversa des nord- atlantischen I'bergangsgebietes in identischer Ausbildung wieder, imd zwar von etwa 42° s. Br. bis 59° s. Br.: wir begegnen aber daneben noch zwei besondei-en Formen, welche der nördlichen Hemisphäre vollständig fehlen, und zwar der Limacina Rangii und der Clio amtralis, welche namentlich an der Südspitze Südamerikas häufig gefangen worden sind, aber auf atlantischer Seite vereinzelt nordwärts bis 42° s. Br., Clio aitstralis gar bis 33° und fast 20° s. Br. vorge- drungen sind. Ein zweites derartiges Überiranssgebiet von weiterer Ausdehnung liegt nun ferner im Süden des Indischen Ozeans, in erine;em Umfange mit seiner ant- arktisch-zirkun)polaren Siiliregion zusammen lallt. Polarwärts schließt sich endlich an die I^berganjfszone das eigentliche anta rktisc he Kalt- wassergebiet an, ein Gei)iet. welches in dureliaiis kontinuieiTicheiii Zusammenhange steht und ') A. K. Ortma.nn. Grun(lzüj,'e der marinen Tiergeograptiic. .leii.i. ism;. ") .JoiiANSKs Mkiskniikimku. Pteropoda. Wissenscliaftl. KigcLn. Dentscli. Ti.fsoe-Rvi.e.l. Ril IX. lüO'». MmsENHKiMEii, Pteropoden. 117 von dessen Bewohnern wir infoloedessen eine zirkumpolare Verbreitung erwarten dürfen. Es sind insgesan)t vier Pteropoden, welche als typische Bewohner der südlichen kalten Strombezirke auftreten: von ihnen müssen zwei als sehr nahe Verwandte der entsprechenden arktischen Formen, und mithin als bipolare Formen angesehen werden, nämlich die Limacina helicina var. antarctica und die Ciione limacina rar. antarctica, während die beiden übrigen, Clio sulcata und Spongio- branchaea australis, auf die südliche Hemisphäre beschränkt sind. Eine Zirkumpolarität aller dieser Formen ist durchaus wahrscheinlich, am vollständigsten ist dieselbe bis jetzt für Clio siflcata, Spongiobranchaea australis und Lnnacina helicina nachgewiesen, am wenigsten vollständig für Ciione limacina. Was die Zahl der antarktischen Kaltwasserformen anlangt, so übertrifft dieselbe diejenige der arktischen, insofern zu den beiden letzteren noch zwei neue Formen hinzu- getreten sind, ein Verhältnis, wie es in trleicher Weise auch für die Überoanifszone Geltung hat (Limacina retrorersa -+- Limacina Hangii und Clio australis), und wie es wohl darin seine Erklärung findet, dal3 liei der im Süden weit ausgedehnteren Berühnmgsfläohe zwischen Kalt- uni[)olarität in Betracht zu ziehen ist, um die Limacina retrorersa, die Limacina helicina und die Ciione limacina. \'on diesen hat. wie wir gesehen haben, die Limacina rctroversa, die Form der Übergangszonen, noch nahezu völlig auf beiden Hemis[)hären den gleichen Typus bewahrt, wogegen die beiden rein polaren Kaltwasser- formen stärkeren Variationen in ibren l)t-iden weit voneinander getrennten Wohngebieten imterlegen sind, in geringerem Umfang die Ciione limacina, in etwas stärkerem Maßt- die Limacina he/irina. Es büßen indessen dadurch die letzteren Formen in keiner Weise ihren Charakter als bipolare Formen ein. denn, wie schon Pfekfer') hervorgehoben hat, es bedarf zur Annahme einer solchen keineswegs absoluter Identität an beiden Polen, sondern nur sehr naher Verwandtschaft bei mangelnder Verbinilung durch vermittelnde W^u-mwasserbewohner. Und für eine derartige nahe, ja sogar überaus nahe N'erwandtschaft glaube ich in meiner vergleichend- systematischen Darstellung den sicheren Beweis erbracht zu haben. Was die Erklärung der bipolaren \'erbreitung dieser Formen angeht, so habe ich hier nur wenig Neues meinen trüberen Ausführungen*) hinzuzufügen. Die beigegebene Karte auf Tafel \T1 möge nochmals zur größeren Veranschaulichung der von mir entwickelten Theorie dienen, nach welcher von einem urspriinglich äquatorial gelegenen Entwicklungszentrum der Ptero- poden aus eine allmähliche Auslireitung liestinnnter Formen nach den Polen hin stattfand und ') G. Pkkkkku. Über die gegenseitigen Bezieliungen der arlitischen und antarktischen Fauna. Verband!. Deutscli. Zoolog. Gesellsch. 1899. =) Vergl. Pteropoda. Wiss. Ergebn. Deutsch. Tiefsee-Exped. Bd. IX. 1905. pag. 87 ft'. Dentsi-he Slldiiolar-Exin-'dilion. IX. Zooloi;io. I. lo &^' '* OB«* "yuT 118 Deutsche Südpolar-Expedition. SO unter Eliininierutiü' der voi-liiiiilcMidcii Zwisclu'iitiTiC'diT sclilietilicli eini' di.-k(iiitiiHiii.'rliclK'. aiii' die lieiden Pole beschränkte \'erl)ivitiniü' ziistiiiide kam. Die erste Stufe dieses Vorganges wird iiofli jetzt gebildet diinli die \ erlireituiig vmi Sfi/l/n/a siihn/n und ('(iroliiint gihbosa (vergl. die roten Zeichen auf Tafel Vll). l'^s sind diese Ix'iileii l'teroixdk'U dadurch p'geiiülier den übrigen, durchaus gleichmäßig über die ganze zirkumtropische Zone verbreiteten \\ arinwasserformen aus- oezeichnet. daß sie in einem Zonenmirtel von rimd 15" — 40° nördiiclier wie südlicher Breite zu beiden Seiten des Äquators überaus häufig sind, in dem unmittelbar unter dem Äquator selbst "■elegenen Gebieten dagegen eine nur seltene Erscheinung bilden. Es hat also hier eine Ver- schiebuns: des Hauntverbi-eitungsgebietes in die ox^inäßiateren Warmwasserzonen stattgefunden. ZU einer diskontinuierlichen Verbreitung ist es indessen nocli nicht gekommen, da einzelne \ er- treter lieider Spezies immer noch unmittelbar unter dem Aiiuator die nötigen P^xistenzbedingungen zu finden vermögen. Aber die Zald der letzteren ist überaus gering" gegenüber der Hauptmasse, welche eine ausgesprochene Xeiiiune; zu kühleren Stronii>ebieten zeigt. Und diese Xeloung scheint einer sehr bedeutenden Steigerun"; schon jetzt fähig zu sein, wenn wir den bisher allerdings einzig dastehenden Fang einer StylioJa snhida in so niedei'en Breiten wie 64° s. ßr. in diesem Sinne verwerten dürfen. Man könnte sich vorstellen, wie die Anpassung an kühlere Strom- gebiete durch derartige Vorstöße einzelnei- Individuen vor sich geht, folgt ihnen dann die Haupt- masse nach, so wird die betreffende Spezies endlieh zunächst in den beträchtlich abgekühlten Übei'gangsgebieten heimisch werden. Ciid ninnnt dann in Verbindung hiermit die Abneigung gegen die wärmeren Sti-ombezirke zu, so zerreißt schließlich dei' lockere Zusammenhang unter dem Äquator völlig, die ursprüngliche Heimat wird zu einer trennenden Schi'anke. und aus der in-.sprünghch kontinuierlichen Verbreitung ist eine diskontinuierliche geworden, wie sie jetzt die Limaciiui retroversa aufweist. Und von diesem Stadium an bestehen dann keinerlei Schwierigkeiten mehr zur Aiileitung ^V'v liipolai'en Furnu'u der kalten Stromgebiete selbst, der l.iiiKicniii lichciiiii und dei' Cliniic Iniidciiiii. Zunehnu'nde Anpassung an niedere Temperatm'gratle hat zu ihrer JCntstehnng geführt, aliei- mm sehen wir auch, wie entsprechend der längeren Zeit, seit welcher ihre Trennung sich vollzog, Abweichungen in den beiden voneinander isoliei'ten Formengruppen aufzutreten begiimen, welche schließlich unter dem Einflüsse räundieher Isolierung zur Bildung untereinander völlig verschiedener Arten führen müssen. Nicht stets brauchten indessen die Vorgänge beim Übertritt aus wai-men in kalte Strom- gebiete in dieser Weise zu verlaufen. Clin pi/ratm'fintd dringt im Norden in die kühlere Zone ein, oluii' mehi- als lokale, und iiielit eiiiinal aid' das betrelfende Gebiet beschränkte Variationen aufzuweisen, im Süden tritt sie ülicilLnipI uiilit in das kidilere Stromgebiet über, scheint dagegen hier eine unipnlur verbreitete antarktische Species, die C/ia snlcuta, ei'st in verhältnismäßig neuer Zeit von sich abgespalten zu haben. Und einer ähnlichen unipolaren Variation und Abspaltung von WarM)\vasserf(jrmen verdanken wohl auch die zahli-eiclien übrigen Formen der Antarktis, welche di'r .Arktis völlig fehlen, ihre lintstehung, voi- all(>m also die Limaciiui RaiiffH, die C/io aus/nilis und die S/)i>uf/iobrs(irKlit der Sclialf .in. (l;i sie fiiuual naeli Auflösung der Kalk- schale nocli deutlich sichtbar lileil)t und si.- I'ei'ucr liei leeren Schalen (aus Tiefseeahlagenmgen heisj/ielsweise) verloren geht, ohne dal.i die Kalkschale selbst dabei beschädigt erscheint. Operculuni rundlich, links gedreht, glasig und mit zahlreichen Spiralen. Weich körper: Das Tier ist ausgezeichnet durch eine dorsal gelegene, ein Ktenidiuui auf- weisende ^huitelliöhle. ventralen Kuhnnellarniuskel und rechts gelegenen After. Der Kopfabschnitt trä*t eine breite, einheitliche Flosse, weiter die zur lüldung eines Rüssels vereinigten Fußabschnitte, sowie ein Paar svniinetrisch entwickelter Tentakel. Im ubi-igen sei hinsielitlicli der Morphologie des Weiehköi-pers auf den folgenden Abschnitt verwiesen. Die svsteniatische Stellung dci' (iattung l'cniclis ist lange Zeit überaus unsicher gewesen, teils wurde sie mit den Heteropoden vereinigt, teils zwar als Pteropode erkannt, dann aber in die Gattung Liimiciiid einbezogen. Ei'st Pici.sknkki! vei-danken wir ihre scharfe .Abgi-enzung und natürliche Einordnung in das System. Übersicht der Spezies: I. Schalenniündung mit nur einem gekielten Zahnfortsatz (Rostrum): 1. Kolumellarmemiiran kaum angedeutet reticulata. 1*. Kolumellarmembi-an sehr stark ausgebildet .... apicifulva. II. Schalenmündung mit zwei gekielten Zahnfortsätzen: o. Aul-Senrand der Schalenmündung mit zipfelförmigem l'ortsatz am (jbercn Auüenwinkel bispinosa. Ein solcher Fortsatz fehlt. Aulleiu'and gleichmäßig ge- rundet : 4. Kolumellarmembran schmal. Schale glatt, ohne ober- flächliche Struktur moluccensis .'). Kolumellarmeml)ran lireit. Schale mit obertläcliliclien Spirallinien tlepressa. III. Schalenniündung mit dri-i gekielten Zahnfortsätzeu: (j triacantha Spu'ale hoch Spirale nieder- Ü'ed rückt 1. Spezies. Peraclis reticulata d Orhi^'iij. Taf. V, Fi-. 8. 183.'). .\llitiilit ri'ticuldlii. i)"( »liiücNV. Ai,( IHK, \ Dyage dans rAnu'Mi(|Uc meridionale. tome V. 1835—43. 1840. Sjiirittlis ilalliratd. Eydoux et Süumcykt, Description sonimaire de plusieurs Pteropodes nouveaux ou iniparfaitement connus, destines ii etre pultlies dans ie voyage de la Bonite. Revue zoi)logii|ue. tome 111. 1844. l'eracle phjisokles, Fohmks, Edwahh. llepoil on tlie .Mollusca and IJadiata of the Aegean Sea, aud on llicir di>triliutinn. cousiilcred a> lieariiig on gcology. licport Xlil. mecting Hrit. Associat. advanc Scicnc. 18,T^. Spiriiilis cliiihriitit. Rang et Scu-i.kykt, llistoirc natm-clle des .MolluM|ues Pteropodes. Pai-is. Mei.sknheimkk, Pteropodeii. \-2l 1865. Hpirialis recurvirostra, Costa, A., Dl iina nuova specie mecliterranea di MoUiischi Pteropodi del Gen. Spirialis. Rendiconto Accad. sc. fis. e. mat. anno IV. Napoli. — Illustrazione della Spirialis recurvirostra. Annuario Museo Zoolog. R. Universitä di Napoli. anno III. 1866. 1871. SpirialU physnides, Carpenteh, W. B., and Jeffreys, J. Gwyn, Report on Deep-sea Researches carried on during the nionths of July, August and September 1870 in II. M. Surveying-ship „Porcupine". Proceed. Iioyal Society London, vol. XIX. 1875. Spirialis reticnlata, Monterosato, M. di, Nuova rivista delle conchiglie mediterranee. Atti Accad. Sc. Lett. Arti di Palenno. N. S. vol. V. 1877. Limacina retictilata, Jeffreys, J. Gwyn. New an peculiar Mollusca of tlie iMiliniidae and other families of Gastropoda. as well as of the Pteropoda, procured in tlie „Valorous"Ex])edition. Annais and Magaz. natur. hist. -4. ser. vol. XIX. 188G. LiiiKiciiKi rcliciiliilii, Boas, J. E. V., Spolia Atlantica. Bidrag til PtiTopodernes Morfologi og Systematik. Dansk. Videiisk. Selsk. Skrift. 6. \l. Afd. IV. Bd. 1. 1 888. l'eraclis rdiciiltila, Pelseneer, P., Report on the Pteropoda collected by H. M. S. Challenger iluring the years 1878 — 76. part II. The Thecosomata. 1889. I'erac/e rcticxhtta, Dall, Will. H.. A preliminary catalogue of the shell-bearing marine Molkisks and Brachiopods etc. Bull. United Stat. Nation. Museum. No.37. Washington. li)U4. l'eraciis reticithitii, rar. iniiior, Tesch, J. J., The Thecosomata and Gymnosoniata of the Siboga Expedition. Monographie 52 of: Uitkomsten op zoolog. etc. Gebied ver- zameld etc. aan lioonl II. M. Siboga. Leiden. Dia^i^nose: Schale länglich gestreckt, mit vier Whidungen, die durch eine tiefe Naht von- einander getrennt sind. Die S[)irale ist ziemlich hoch, ihre Windungen nehmen schnell an T'mfang zu und werden in einem urolien Teile ihres Verlaufes von einem Kiel Ijeiilcitet. der üctien den Rand der Schaienmüiidung hin am schärfsten ausgeprägt ist, aber nicht über denselben hinaus zahnartiu' vorsi)riniit. Radiärstreifuni'l^vestlicli von Ascviisiuii : W-rt.-Zug 1 l'UU m ; 1 JlxfUipi. Stat. 4. IX. 1!)()3 (12° ir s. Br. G°14'\vestl. L.). zwischen St. Helena und Ascension ; Vert.-Zug 2000 m: Oherfl.-Temp. +20,8°: 3 Exenipl. Stat. 9 X. 10(13 (etwa 17°ii. Br. 30° westl. L.). gegenülier den Kap Verdischen Inseln; Verl.- Zng 3000 in: 7 Exempl. Stat. 13. X. 1903 (etwa aTii. Br. 32" westl. L.). nordwestlich von den Kap Verdischen Inseln : Vert.-Ziig 30(10 ni: 4 Exempl. Stat. 20. X. 1903 (etwa 29° n. l>r. 35° westl. L.), gegeniiber den Kanaren: Vert.-Zug oUUO in: 2 Exeni|)l. l'crdclis ri'ticnlntii ist zunächst in den wärmeren (Gebietsteilen des Atlantischen Ozeans weit verbreitet, auch die neuen Fundorte der Südpolar-Expedition liegen sämtlich in deren Bereiche. Vereinzelt i.st sie bisher ferner im Indischen und Pacitischen Ozean nachgewiesen, so dai3 ihre Verbreitung wohl als eine kosmopolitische angesehen werden kann (vergl. Meisenheimeu, Ptero- poda. Wiss. Ergeliii. Deutsche Tiefsee-Exped. Bd. IX. 1905). 2. Spezies, l'eraclis a])i(-ifulva iiov. .spcc. Talrl \. Fig. :t. Diasiiose: Scliule läiiülich gestreckt, mit vier ihirch eine tiefe Xaht voneinander iietrennton Windungen. Spirale ziemlich hoch, ihre Windungen nehmen schnell an rmfang zu und werden von einem Kiele begleitet, der nicht i'ilier den Rand der Selialeiiniiuuluiig zahnartig vorspringt. Zwischen dem Kiel und der Xaht der Windungen liegen wohlausgebildete Radiärstrahlen, die, an Größe allmälilieh abnehmend, vom Mündungsrand bis fast zum Apex verlaufen. Diese Radiär- strahlen stellen Erhöhungen (U'i- Schalenobertläclie dar. die sieh mit ihrem lu-eiteren iMide direkt an der Naht festheften und so dieselbe zierlich "ezälmeit erscheinen lassen, mit iliniii anderen Ende dagegen allmählich auf der SchalenoberHäche auslaufen. Die Sclialenniünduiig ist mächtig ausgedehnt, ihr oberer Rand ist etwas gegen den Apex hin einporgeschlagen. der Außenrand ist gleichmäßig gerundet und beschreibt einen weiten Bogen, naeh unten läuft die Mündung spitz aus. Der Kiel, welcher das Rostriim durclizielit. ist häutig in tk'm mittleren Teile seines \'er- laufes nur schwach ausgx-bildet oder kann hier ganz schwinden. i'^ine Kolmnellaniu'min'an ist sehr mächtig entwickelt. Pn-i der .Ansicht \(ini Apex aus ist das Rostriim nicht sichtbar. Die Struktur t\vv Schaleiiobei-tläche besteht aus fein gekörnelten Einiensystemen, die in der lu-gelin ziemlich regelmäßigen, bakl enger, iiald weiter gestellten Spiralen angeordnet sind und kaum noch eine Andeutung ursprünglicher Felderung aufweisen (lal'el \. Fig. 9 d). .Nur zuweilen noch linden sich statt dieser retielmäßiccn Si)irairmien uanz unreüehnätiiiie. mäanderartijf geschhmgene 1/miensysteine, von denen zwei benachbarte noch deutliche Felder mehr oder weniger vollständig umschließen k(")nnen und so die Alileitung dieser Spii'.illiiiieii aus emei- Aui'l(isimg ursprünglich \ (nhandeiier Felderung sehr wahrscheinlich erscheinen lassen (Taf. \'. Fig. 9 c). Meisenhkimeh, Ptero2Joden. J23 Die Färbung der Schale ist an der Mündung weißlich, geht dann ins Bräunliche und weiter ins Rütgelbe über, um schlieJ31ich an dei- Spitze tief dunkelgelbrote Töne anzunehmen. Operculum mit sechs Windungen, ohne Radiärstreifung. Größe: Maximalhühe = 4 mm, Maximaldurchmesser ^ 3,3 mm. Verbreitung: Fundorte der Siidpolar-Expedition: Stat. 19. Vlll. 1903 (27° 30' s. Br. 3° 7' östl. L.), gegenüber von Angra Pequena: Vert.-Zug 400 m: Öberfl.-Temp. +16,5°; 1 Exempl. Stat. 2G. IX. 1903 (0° 39' n. ßr. 1SV57' westl. L.), zwischen Ascension und St. Paul: Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.-Temp. +24,2°: 3 Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17" n. lir. 30" westl. L.), gegenüber den Ka[) Verdischen Inseln: Vert.- Zug 3000 m: 7 Exempl. Stat. 13. X. 1903 (etwa 2r'u. Br. 32° westl. L.), nordwestlich von den Kap Verdischen Inseln: Vci't.-Ziig 3000 m: 2 Exempl. Sämtliche Fimdorte, zu- standen, der obere Zahnfortsatz der Schalenmündung fehlte. Nach unten läuft die Schaleumünduug wiederum spitz aus. Das Rostrum ist von einem starken Kiel durch- zogen, weiter ist eine Kolumellarmembran in sehr mächtiger Ausbildung vorhanden. Bei der Ansicht vom Apex aus ragt das Rostrum weit i'iber die Spirale hinaus, in seinem Verlaufe der Richtung der Spirale folgend (vergl. Tafel V, Fig. 10 b), also nicht gerade gestreckt, wie Pelseneer angibt. Die Skulptur der Schalenoberfläche (Tafel V, Fig. 10c) besteht aus ziemlich regelmäßigen, lang gestreckten Sechsecken, die gleichfalls Neigung zeigen, sich in unregelmäßiger gestaltete Fünf- und Vierecke umzuwandeln. An den PELSENEEKSchen Exemplaren war diese Struktur verloren i'-egano-en, da sie sämtlich aus leeren Schalen vom Meeresboden bestanden. Die Färbung der Schale ist hell weißlich, der Weichkörper scheint pm-purbraun hindurch. ]94 Deutsche Südpolar-Expeditinn. ()|U'r('iiliini (Tal'cl VJ, Fiu'. 1) mit rinif WiiidiMigoii. nliiic IJadiai-stivilV'ii. ({ruße: MaximallKilu' = 10 mihi. Maxiiualiliiichiiu'ssL'r = 7 nun. Verln'eifiiiii;:: Fumlorle der Siidpolar-Exiieditütii: Stat. l'd. IX. 190;j (()"3!)'n. I5r. IS" T)?' wostl. L.), zwischen Ascension innl St. Paul: Vert.-Ziig oOÜÜ 111. Oberri.-Temi). -^-'24.2": 1 Exeiii])!. Stat. 8(1. I\. 1903 (etwa 5° ii. Br. Z-'i'" westl. L.). südwärts von den Kap \' erdischen Inseln: Veit.- Zug 8U() ni: 14 Exenipl. Stat. !». .\. lOOo (etwa I7"n. Br. oO" westl. 1..). liCüeniiluM' den Kap Verdisehen Insehi: Vert.- Zug- 3U(i(t in: 1 E.xenipl. Säiutliehe Fundorte der Si'idpolar-Expedition liegen innerhalli der Warmwasserzone des Atlantisclicn Ozeans nördlieh \(.m\ Aciiiator. Im ülirigen sind bisher nur Fundorte von leeren Schalen, und zwar ans dem Atlantischen Ozean (Bermudas. Azoren, Kanaren) sowie aus dem östlichen .Mittelineer (Fola-Expedition) bekannt geworden. +. Spezies. Peraclis moluccensis Tescli. Taf. V. Fig. 11. r.)U-l. I'crKclü tiKiliiariisia. Tk.scii. d. J.. The Thecosomata and Gymnosoinata ut' the „Siboga" Expedition. Monogr. .')2 von: Uitkomsten usw. H. M. Siboga. Leiden. 11)U.'). Peraclü- iiiolucceusis; Mkiseniikimkk. Jon.. Ftcro[)u(la. Wiss. Ergebn. Deutsch. Tiefsee- Expedit. Bd. IX. Oiairiiose: Schale läufrlich. mit ziemllcli niederiiedrückter Spirale, welidie nur drei \\ indunueti aufweist. Tkscii gilit <]h' Zahl derselben auf 4-'/., an, was indessen mit seinen Figuren, die deutlich weniger Windun. Tafel \ I. l*'ig. 2). Größe: Maximalh()he = .'{ mm. .Maximaldurchmesser = 2..') mm. V»'i-breifiinir: Fuiidorle der SiidiH»lar-Kxpeditioii: Stat. 4., IX. lOu;') (12" 11' s. Br. ü" 14' westl. Länge), zwischen St. Helena und Ascension; \'ert.-Zug 200(1 m: OberH.-Temp. 4- 20,8°; 1 Exempl. Stat. 2(;. IX, !;)(>3 (0" 39' n. Br. IS' hV westl. L.), zwischen .Ascension und St. Faul: \'ert.- Ziig 3000 m: ObcrlL-Temp. + 24.2": Ii I^xempl. Meisen HKi MBU, Pteiopoden. 125 Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5" n. Br. 22° westl. L.) südwärts von den Kap Verdisclien Inseln; Vert.-Zug 1500 m; 1 Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17° n. Br. 30° westl. L.), gegenüber den Kap Verdisclien Inseln; Vert.- Zug 3000 m; 7 Exempl. Diese Form war bisher nur aus den Warmwassergebieten des Indischen Ozeans und des angrenzenden indo-australischen Archipels sowie von der Südspitze Afrikas bekannt, die Fund- orte der Südpolar-Expedition beweisen, daß moluccensis auch im Atlantischen Ozean allgemein verbreitet ist. 5. Spezies. Peraclis depressa iiov. spec. Taf. V, Fig. 12. Diagnose: Schale nur mäßig gestreckt, mit drei durch eine tiefe Naht von einander getrennten Windungen. Spirale ziemhch stark niedergedrückt, schnell an Umfang zunehmend. Am Innen- winkel des oberen Randes der Sehalenmündung springt ein Zahnfortsatz vor, der stark nach oben gegen den Apex hin emporgeschlagen ist, jedoch sehr zerbrechlicher Natur zu sein scheint, insofern seine vordere Spitze bei allen mir zur Verfügung stehenden Exemplaren beschädigt war. Der Fortsatz wird wie stets von einem festen Kiel durchzogen, der hier aber nur eine ganz kurze Strecke weit auf die OberHäche der Windungen selbst sicli fortsetzt. Kadiärstrahlen fehlen. Der Anßenrand der Miindung ist gleichmäßig gerimdet. Die Colunu-lia wird von einem starken Kiel durchzogen, der in dem Rostrum ausläuft, eine Kohuiicllarmembran ist in ziemlich beträcht- lieber Breite entwickelt. Der Nabel ist sehr deutlich ausgeprägt. Bei der Pjetrachtung vom Apex iuis ist das Rostrum völlig verdeckt. Die OberHäche der Schale besitzt eine aus regelmäßigen, gekörnelten Siiirallinien sich zusammensetzende Struktur (Taf. V. Fig. 12, c). Kleine Ausbuchtungen der Spirallinien weisen \Mv\\ auf eine ursprüngliche Felderung hin. Die Färbung der Schale ist weißlich, bei größeren Exemplaren nach der Spitze zu leicht gelblich. Die Kiele sind hornartig gelb. Der Weichkörper schimmert bräunlichgrau hindurch. Operculuui mit fünf Windungen, ohne Radiärstreifen. Größe: Maxinialhöhe = 3 mm, Maximaldurchmesser 2,5 mm. Verbreitniig: Fundorte er den oberen Mündungsrand hinaus. — In den bisherigen Beschreibungen ist die Form der Sehale im wesentlichen richtig wiedergegeben, nur habe ich kein so scharfes Absetzen der eigentlichen Columella gegen das Rostrum beobachtet, wie es von Pelsenkku dargestellt worden ist. Die oberflächliche Struktur der Schale setzt sich aus ieingekörneltcn Spirallinien zusanunen (Taf. V, Fig. 13, c), zwischen denen unvollständige Querbrücken wiederum noch auf eine ursprüng- liche Felderung hinweisen. Die l"'ärbung der Schale selbst ist hellweißlich, der Kiele hornartig gelbbraun. Operculum mit sechs Windungen, deren Spirallinien von radiär gestellten Streifen dicht besetzt sind (Taf. VI, Fig. 2). Größe: Maximalhöhe = 3 nun (von der Spitze des Apex bis zur Spitze des Rostrums gerechnet), Maximaldiu'chmesser := 5 mm (gerechnet bis zur Spitze des Außenzahnes). Vuerf'ahe (m/) begrenzt, welche dem ursprünglichen Mittellappen des Fui3es ent- spricht, dorsalwärts dagegen von zwei paarig angeordneten I^appen (*'/), welche durch eine in der Mittellinie gelegene Furche deutlich voneinander geschieden werden und welche in der Tiefe des Trichters zugleich die Seitenränder der Mundspalte bilden helfen, sie entsprechen den Seiten- lappen des ursprünglichen Fußes. Die beiden letzteren sind allein von den oben genannten Autoi'cn als ein am Vorderrande ausgebuchteter Lappen dargestellt und zumeist als besondere Rüsselbildung aufgefaßt worden. Ventraler Mittellappen und dorsale Seitenlappen vereinigen sich miteinander seitlich in bewimperten Falten {wf), die zunächst nach hinten ziehen und schließlich in den Hinterrand der Flosse auslaufen. Zuweilen schlagen sich diese Teile in ihrer Gesamtheit gegen die Flo^sentläche um und es entsteht so eine Art kurzen Rüssels, der dann bei einzelnen Formen (bispinosa beispielsweise) sich durch eine dunkelpin-purbraune Färbung noch schärfer abhebt. In dieser Form des Fußes haben wir eine einfachste Anordnung seiner Teile vor uns, die in der ungezwungen- sten Weise eine Ableitung der kom- plizierteren Verhältnisse von Procjjni- hiiHa und weiter der Cvmbuliiden überhaupt ermöglichen. Wir bedürfen dazu nur der Vorstellung, daß alle diese Teile nach vorn hin rüsselartig nf auswachsen und sich unter beträcht- licher Verengung der von ihnen um- schlossenen Querspalte auf die Flossen- fläche umschlagen. Wir haben dann genau die gleiche Lagerung der ein- zelnen Fußabschnitte vor uns, wie sie der Rüssel von Cymhidia darbietet (vgl. Johannes Mkisknhkimer, Ptero- poda. Wissenschaftl. Ergebn. Deutsch. Tiefsee-Exped. Bd. L\. 1905. pag. 182 ff.). Dagegen weist der Rüssel von Procymbnlia in dem stärkeren Zurücktreten des Mittellappens in be- sonderer Richtung spezialisierte Ver- hältnisse auf, wie ja dieses Genus auch noch in anderen Organsystemen seine seitwärts von der graden Entwicklungsrichtung gelegene Stellung bekundet, ohne daß Procymbnlia natürlich dadurch seinen Wert als Verbindungsglied zwischen Peradis und Cymbiilia einbüßt. Auch die irer>enseiti'>en Beziehungen in der Anordnung der Fußteile von Euthecosomen (Liraacina-}-Cavoliniiden) und Pseudothecosomen (Peraclis+Procymbulia + Cymbuliiden) lassen sich Schematische Darstellung der Organisationsverhältnisse von Fuß und Flossen eines echten Thecosomen (Cavolinia). Von der Ventralseite. // Flossen, m Mund, ml Mittellappen des Fußes, s Schale, sl Seitenlappen des Fußes, «/ Wimperfeld des Fußes. J30 Deutsche Südpolai-Kxpedition. iliii'cli PeracUs noch klaivr veranschaulichen, als es mit IliltV von l'rocjjm/tn/ni möniicli ist, wie ich es friiher versuchte (1. c. pag. 182). Ich gehe iti vorstehender Figiu- die Anordnung der Fußteile euies echten Thecosonien von der Ventralseite ans wieder: während hier die Flosse (ff) sich in zwei gesonderten Flügeln dorsalwärts und nach vorn ausdehnt, dagegen die eigentlichen FuLialischnitte, aus zwei Seitenlajjpen (d) und einem unpaaren Mittellappen (/»/) sich zusammen- setzend, der Ventralfläche der Flosse aufliegen, so ist umgekehrt bei Fcniclis (vergl. Taf. VI, Fig. 7) die Flosse (ff) ventraKvärts imd nach hinten ausgewachsen und sind so die Fußabschnitte (d + ml) auf ihre Dorsaltläche zu liegen gekommen. Die einzigen Differenzen bestehen in der ver- schiedenen Wachstumsrichtung der Flosse; denn gehen wir von der bei beiden Typen in gleicher Weise durch die Lage der 'renlakclii {f) gekennzeichneten dorsalen Seite des Kopfabschnittes aus, so treffen wir hinsichtlich der eigentlichen Fußabschnitte nach vorn hin zunächst auf die paarig zu beiden Seiten angeordneten Seitenlappen (sf), weiter sodann auf die Mund- öffnnng ()ii) und endlich auf den unpaaren Mittellappen (ml). In beiden Tv])en umschließen die Fußabschnitte in ihrer Gesamtheit die Mundöffnung, in beiden sind Seitenla|)pen mitl .Mltlellap|jen seitwärts miteinander verbunden, bei den Euthecosomen durch besondere Wimperfelder (irf), bei PeracUs durch Wiinperfalten (tof"). Keiner dieser beiden Typen stellt wahrscheinlich die ursprüng- liche Form dar, ans der sich beide ableiten, und derjenige von PeracUa scheint mii' t)ereits beträchtlich höher spezialisiert zu sein. Nervensystem und Sinnesorgane. Das Zentralnervensystem (vergl. Tafel VI. Fig. 13), von welchem bereits Pelskneer inid Tescii zutreffende Beschreibungen gegeben haben, schließt sich aufs allerengste an dasjenige der pseudothecosomen Pteropoden an, wie es sich kundgibt in der langen dorsalen Cerebralkonunissnr (w), in der seitlichen Lage der Cerebralganglien (c(J), in der Zusammensetzung der Visceral- knunuissur aus zwei paarigen Visceralganglien (luj) und einem unpaaren Abdominalganglion {ah(J). Die Buccalganglien bilden eine in der Mediane verschmolzene, längliche Ganglienmasse und liegen auf der Ventralseite des Oesophagus zwischen Pedal- und Visceralganglien. Von den Sinnesorganen verdienen besondei's die Tentakel des Kopfabschnittes ein beson- deres Interesse, insofern sie auf ihrer Spitze ein i-udimentäres Auge tragen. Dieselben sind als zwei knopfartige Gebilde auf der Dorsalseite des Kopfes hinter dem Rüssel gelegen (Tafel VI, Fig. 7t). In Fig. 17 auf Tafel VI gebe ich einen Längsschnitt durch einen solchen Tentakel, aus dem ohne weiteres die größte Ähnlichkeit seines Aufbaus mit demjenigen von Proci/iiihiihii liei-vorgeht, so daß ich die von letzterer Form früher (1. c. pag. IDf) dnreli mich gegebene Dar- stellung hier fast wörtlich wiedeiliolen kann. Auf einem kurzem Stiele sitzt eine abgeplattete rundliche Scheibe, die von einem stark abgeplatteten äußeren Kpithel (cp^ überzogen wird. Xaeli innen davon liegt ein Hohlraum (sc), der von einer hier ziemlich konsistenten, etwas \akuoligen Sekretmasse erfüllt wird. Dieselbe bat sieh wohl künstlieh unter dem Einflüsse der Konser- vierungsriü.ssigkeit etwas von dem darunter gelegenen Sinnesepithel (sz) abgehoben, welch letzteres also die innere Begrenzung der rudimentären Augenblase bildet. Nach innen schließt sich eine Lage großer Ganglienzellen (miff) an. die auf ihrer liii\enseite von einem Streifen gelbbr;iunlielien körnigen Pigmentes (;;«') begrenzt werden, welch letzteres indessen zuweilen niu' sehr schwer nachweisbar ist. Die gesamte Augenblase ruht endlich auf einer biiidegeweliigeii .Masse, welche den Stiel erfüllt. Auch bei Pciticlis treffen wir also ii: diesem (iebilde alle Teile eines Auges Meisenheimeu, Pteropoden. 131 an, nämlich einen vorderen lichtbrechenden Körper (sc), Sinneszellen (sc), Ganglienzellenlager (ftxy) und innere abschließende Pigmentschicht {pi). ( )tücysten inid Osphradium sind wohl ausgebildet und weisen gegenüber den übrigen Theco- somen keinerlei Besonderheiten auf. Dannkanal. Der Danntraktüs beginnt mit der Mundöffnun";, die im Grunde des von den einzelnen Fußabschnitten gebildeten Mundtrichters ßeleKen ist und sich in der Regel durch eine dunklere Pigmentierung auszeichnet. Sie führt über in die Buccalhöhle, welche Oberkiefer und Kadula enthält. Beide Organe weisen keinerlei Besonderheiten auf, hervorzuhelien ist nur gegenüber den übrigen Thecosomen ihre sehr mächtige Ausbildung. In die Buccalhöhle münden weiterhin die Speicheldrüsen ein. Dieselben sind bereits von Pelsenekr und Tesch beobachtet worden, sie liegen auf der Ventralseite des Oesophagus und besitzen einen sehr einfachen, ursprünglichen Bau, insofern sie sich aus einem ]>latten Bläschen und einem sich daran anschließenden Aus- führgang zusaiumcnsetzeu. Histologisch bestehen sie aus drei verschiedenen Zellelementen. Zunächst bilden große Drüsenzellen (Tafel VI, Fig. 15rtr,), mit mächtigem chromatinreichem Kern das eigentliche Bläschen, sie sind wohl in erster Linie als die sekretproduzierenden Elemente anzusehen. Nach vorn schließen sich daran kleinere Drüsenzellen an (Tafel VI, Fig. l^)(li;), die einen meist plattgedrückten Kern enthalten und ganz von sehr intensiv mit Eusin färbbaren Sekrettropfen erfüllt sind, und diese gehen endlich über in das niedere P]pithel des Ausführganges, der als sehr enges Rohr hinter der Radulatasche in die Mundhöhle ein- mündet. Der Oesophagus stellt ein gefaltetes Rohr von gekrümmtem Verlaufe dar und führt über in den Kaumagen, der die fünf Kauplatten in der typischen Anordnung enthält, wogegen sekundäre kleinere Kauplättchen. wie sie am Vorderrand der großen Kauplatten nicht selten auftreten, hier bei 1'eracli.s gänzlich zu fehlen scheinen. Bemerkenswert ist ferner, daß der hinter den Kauplatten gelegene Abschnitt des Magens im Gegensatze zu den meisten übrigen Thecosomen eine beträchtliche Ausdehnung besitzt (Tafel VI, Fig. 14»*«). In diesen hinteren Magenraum mündet zunächst die Leber ein. Dieselbe ninnut einen sehr großen Teil des Eingeweidesackes für sich in Anspruch und setzt sich deutlich aus zwei getrennten Lappen zusammen (Tafel VI, Figg. r Deutsclieii Siulpolar-Expedition: A t iaiitisclier Ozean: Stat. 2. IX. 1901 (etwa 31° n. Br. 1S° westl. L.): sfidlieh von Madcirn: Oberflächenfang; 1 Exempl. Stat. 24. IX. 1901 (etwa 7° n. Br. 20° westl. L.); Oberflächenfang: 1 Exempl. Stat. 19. X. 1901 (19° 3' s. Br. 20" westl. L.): Vert.-Zug 1500 m: Oberfl.-Tem. +23,0": 2 Exempl. Stat. 5. IX. 1!)03 (10° 28' s. Br. G" 22' westl. L.); Vert.-Zug 400 m; OberH.-Temp. +21,4°: 2 Exempl. Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5° n. Br. 22" westl. E.): \'ert.-Züge 800 n. 1500 m: 1+5 Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwM 1 7° n. Br. 30° westl. E.): Vert.-Zug 3000 m: 3 Exempl. Stat. 18. X. 1903 (etwa 21" n. Br. 32° westl. E.): Vert.-Zug 3000 m: 1 Exempl. Stat. 20. X. 1903 (etwa 29° n. Br. 35° westl. E.): Vert.-Zug 3000 m: 1 i'xeinpl. I iidischer Ozean: Stat. 31. V. 1903 (etwa 30° s. B. 3r'östl. E.): vor Port Natal; OberHäehenfang; 50 Exempl. .Sämtürbe Fimdorte liegen inuerbalb der zirkumtropisclu'n Warmwasserzone (vergl. Valiüvia- Exped. Bd. IX. pag. IG). Bemerkungen: Die iMaximalläiiüe belrii!/ bei einitieii aus dem Indischen Ozean stammenden Ivxemiilareii 20 bis 23 mm. <>. Hyaloeylix striata Kaiii;. KuiHlorte «1er Deutschen Siul|»oliir-Kxi>i'ii: Atlantischer Ozean: Stat. I. IX. iüOI (etwa :\\" 3o' u. Br. IS" westl. E.). südlich von Madeini: Oberflächenfang; 1 i'Lxempl. Stüt. 2. IX. 1901 (etwa 31" 11. Br. 1 8" westl. B.), südlich vuii .Madeira : Oberiiächeniang: 13 Exempl. Stat. 1. X. 1901 (0" 10' s. Br. 18° 15' westl. L.): Vert.-Zug 1330m: Oberil.-'Pemp. +24,0": 1 Exempl. Stat. 11. X. l'.tOl (etwa 11" s. Br. 19° westl. L.): Vert.-Zug 1200 m: 9 llxeinpl. .Stat. II. X. IIIOI (etwa 14" s. I>r. 1 '.)" 2o' westl. L.): \ert.-Zug IHOOin: G l':xeiii|,l. Stat. 1!». X. 1901 (19° 3' s. Br. 20° 0' westl. L.): \ert.-Züge MK» und 1500 m: Olurll.-Teinp. + 23,0»; 1 + 2 Exempl. Mki.senheimeu, Pteropoden. 137 Stat. 5. Xr. 1901 (32° 5' s. Br. 8° 30' westl. L.); Vert.-Züge 500 u. 1000 m: Oberfl.-Temp. +18,0°; 22+6 Exenipl. Stat. 7. Vlll. 1!)03 (etwa 31" 30' s. lir. 13" östl. L.): OberÜächenfang: 1 Exempl. Stat. 3. IX. 1903 (14» 12' s. Br. 5° 59' westl. L.); Vert.-Zug 400 m; Oberfl.-Temp. +19,1"; 1 Exempl. Stat. 8. IX. 1903 (9" 22' s. Br. 9" 45' westl. L.); Vert.-Zug 400 m: Oberfl.-Temp. +22,2"; 1 Exempl. Stat. 18. IX. 1903 (2" 13' s. Br. 16" 4' westl. L.); Quant. Plankt.-Zug 400 m; Oberfl.-Temp. +23,4"; 2 Exenipl. Stat. 21. IX. 1903 (0" 27' n. Br. 17" 47' westl. L.): OberHäcbeniang; OberH.-Temp. +23,3": 4 Exempl. Stat. 26. IX. 1903 (0" 89' n. Br. 18° 57' westl. L.), Vert.-Zug 3000 m; Oberfl.-Temp. +24,2"; 18 Exempl. Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5» n. Br. 22' westl. L.): Vert.-Zug 1500 m: 4 Exempl. Stat. 20. X. 1903 (etwa 29° n. Br. 35° westl. L.): Vert.-Zug 3000 m: I Exemi)l. Indischer O/.eaii: Stat. 28. V. 1903 (etwa 28" s. Br. 3(;" östl. L.); östlich von Purt Natal: Oberflächenfang; 1 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen innerhall) der zirkumtropischen Warmwasserzone (vergl. Valdivia- Expedition Bd. IX. pag. 18). 7. Clio balaiitiuni Itaiii;. Fmidorto der Deutschen Siidpoliir-Expedition: Atlantischer Ozean: Stat. 17. IX. 1901 (etwa l(i" n. Br. 25° westl. L.), bei den Kapverden; Oberflächenfang (abends); 1 Exempl. Stat. 8. IX. 1903 (9° 22' s. Br. 9" 45' westl. L.): Horizontalnetz 20 m (nachts): OberH.-Temp. +22,2": 1 Exempl. Stat. 20. IX. 1903 (0° 8' n. Br. 16" 19' westl. L.): Horizontalnetz 10 m (nachts): OberH.-Temp. 23,5°; 3 Exempl. Stat. 23. IX. 1903 (0° 5' n. Br. 19" westl. L.); Horizontalnetz 10 m (nachts); Oberfl.-Temp. +24,0": 6 Exempl. Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5" n. Br. 22° westl. L.); Vert.-Zug 800 m: 1 Exempl. Stat. 7. X. 1903 (etwa 15" n. Br. 28 westl. L.): Horizontalnetz 40 m (nachts): 15 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen uinerlialb der zirkumtropischen Warmwasserzone (vergl. Valdivia- Expedition Bd. IX. pag. 20). Bemerkuniren: An einem jüngeren Exemplar von 4 mm Länge hatte ich Gelegenheit, die Embryonalschale näher zu studieren. Dieselbe entspricht im wesentlichen der von Bo.\s (Spolia Atlantica, 1. c.) gegebenen Beschreibung, und nur die Endspitze der kugelig aufgetriebenen Endkammer ist be- trächtlich schärfer ausgeprägt, als sie jener Forscher darstellte (vergl. Taf. V, Fig. 7). 138 Deutsche Süd|iolar-FApedition. 8. Clio Chaptiili Soiilejet. Fiiiidorl der Deutschen Siidpolar-Expeditioii: Stat. 26. IX. 1903 (0° 39' n. Br. IS" Ö7' westl. L.), nnter .lern Äquator in dor Mitte des Atlaiitisflioij Ozeans; Vert.-Ziig 3000 m; Obertl.-Teinp. +24,2'': 1 Exciiii)!. !>. Clio pyramidata Liniiv. Fiiiidorfe der Deutschen Südpolar-Expedition: Stat. 2-1. \'III. 1901 (etwa 44° ii. Br. 12° westl. L.). westlich von Kap Finisterre: Oberfläclien- Ikiig; 1 Exeinpl. Stat. 11. X. 1901 (etwa 11° s. Br. 19° westl. L.), Vert-Zug 1200 in: 1 Exenipl. Stat. 22.x. 1901 (23° 33' s. Br. 20° 51' westl. L.): Vert.-Zug 3000 ni: OberH.-Teinp. -i-2\,'^<'■, 3 Exempl. Stat. 2(i. X. 1901 (27' 3' s. Br. 1G° Ö9' westl. L.): Vert.-Zug 1340 ni; Oherfl.-Temp. +19,6°; 7 Exempl. Stat. ö. XI. 1901 (32° 5' s. Br. 8° 30' westl. L.): Vert.-Züge 500— 1000 m: Oberfl.-Temp. +18,0°; insgesamt 18 Exempl, Stat. 12. XI. 1901 (35° 11' s. Br. 2° 43' östl. L.); Vert.-Zug 30oO m: Oberfl.-Temp. +15.3°; zalilreiclie jtigendl. und ältere Exempl. Stat. 22. VIII. 1903 (24° 56' s. Br. 1° 14' östl. L.): Vert.-Zug löOüui: OlK-rtl.-'lVmp. +17,9»: 7 jugendl. Exempl. Stat. 3. IX. 1903 (14° 12' s. Br 5° 59' westl. L.): Vert.-Zug 400 m; Oberfl.-Temp. +19,1°; 2 jugendl. Exempl. Stat. 10. IX. 1903 (S°42's. Br. 11° 51' westl. L.): Vert.-Zug 3000 ui: Oherfl.-Temp +22,6°; 3 Exempl. Stat. 21. IX. 1903 (0° 27' n. Br. 17° 47' westl. L.): Oberflächenfang: Oberfl.-Temp. +23,3°; 2 Exenipl. Stat. 23. IX. 1903 (0" 5' n. Br. 19" westl. L.); Oberfläclienlaug 10 ui: Oberfl.-Tcuip. +24.0°; 4 Exenipl. Stat. 26. IX. 1903 (0° 39' n. Br. 18° 57' westl. L.): Vert.-Zug 3000 m; Oberfl.-Temp. +24.2«; 1 Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17° n. i5r. 30° westl. L.): Vert.-Zug 3000 m; zaiilreielie jugendl. un.l erwachsene Exempl. Stat. 13". X. 1903 (etwa 21° n. Br. 32° westl. L.): Vert.-Zug 3000 ni: I l^xempl. Stat. 20. X. 1903 (etwa 29° n. Br. 35° westl. L.:) Vert.-Zug 3000 m: 2 l^xempl. Sämtliche Fundorte liegen innerhalb der zirkumtropischeii Warmwasserzone des Atlantischen Ozeans (vergl. Valdivia- Expedition Bd. IX, pag. 23). 10. Clio ciispidnta liosc. Fuiidortü der Deutschen Siiditoliir-Kxpedition: Stat. 23. \I11. 1!)01 (,.iwa 4 1" 3o' n. Br. 12" westl. L.), nordwestlich von Kap Kinisterre; Ober- flächenl'ang: 2 Exempl. Stat. 12. XL 1901 (35° II' s. Br. 2° 4:;' .Vtl. L.): \crt.-Zug 30OOn.: OluTlL-Temp. +15,3°; 7 jüngere Exempl. Meisenheimeu, Pteropoden. 139 Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5° n. Br. 22° westl. L.); Vert.-Zug 800 m; 2 jugendl. Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17" n. Br. 30° westl. L.); Vert.-Zug 3000 m: 3 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen innerhalb der zirkunitropischen Warmwasserzone des Atlantischen Ozeans (vergl. Valdivia-Expedition Bd. IX, pag. 26). 11. Cuvieriiia coluiiiuella Rang. Fundorte der deutschen Südpolar-Expeditlon: Stat. 11. X. 1901 (etwa 11" s. Br. 19° westl. L.); Vert.-Zug 1200 ni; 1 Exempl. Stat. 5. XI. 1901 (32°5's. Br. 8° 30' westl. L.); Vert.-Züge 500 u. 1000 m: Oberfl.-Temp. +18,0°: 1-1-5 Exempl. Stat. 22. Vni. 1903 (24° 5ß' s. Br. 1° U' östl. L.); Vert.-Zug 1500 m: Oberti.-Temp. +17,9°; 1 Exempl. Stat. 24. VIII. 1903 (23° 35' s. Br. 4° 9' westl. L.); Vert.-Zug 400 m: Oberfl.-Temp. +18,0"'; 1 Exempl. Stat. 10. IX. 1903 (8° 42' s. Br. 11° 51' westl. L.); Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.-Temp. +22,6°: 3 Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17° ii. Br. 30° westl. L.); Vert.-Zug 3000 m; 4 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen innerhalb der zirkunitropischen Warmwasserzone des Atlantischen Ozeans (vergl. Valdivia-Expedition Bd. IX, pag. 27). Vi. Diacria trispinosa Lesueur. Fundorte der Deulsclien Siidpolar-Kxpeditiou: Atlantischer Ozean: Stat. 1. X. 1901 (0° 10' s. Br. 18° 15' westl. L.): Vert.-Zug 800 m: Oberfl.-Temp. +24,0°; 1 Exempl. Stat. 5. X. 1901 (3°39's. Br. 1(;°41' westl. L.); Oberflächenfang: Oberfl.-Temp. +24,0°: 1 Exempl. Stat. 11. X. 1901 (etwa 11° s. Br. 19° westl. L.); Vert.-Zug 1200 m: 2 Exempl. Stat. 19. X. 1901 (19°3' s. Br. 20° 0' westl. L.); ' Oberflächenlang und Vert.-Zug 800 m; Oberfl.- Temp. + 23,0°: 5+1 Exempl. Stat. 5. XI. 1901 (32° 5' s. Br. 8° 30' westl. L.); Vert.-Zug 1000 m; Oberfl.-Temp. +18,0°; 2 Exempl. Stat. 7. VIII. 1903 (etwa 31°30's. Bn 13° östl. L.); Oberflächenfang: 1 Exempl. Stat. 13. VIII. 1903 (29° 8' s. Br. 8° 49' östl. L.): Oberflächentang: Oberfl.-Temp. +lß,0°; 1 Exempl. Stat. 22. VIII. 1903 (24° 56' s. Br. 1° 14' östl. L.); Vert.-Zug 1500 m; Oberfl.-Temp. +17,9°; 1 Exempl. Stat. 10. IX. 1903 (8°42's. Br. 11° 51' westl. L.); Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.-Temp. +22,6»; 2 Exempl. Stat. 21. IX. 1903 (0° 27' n. Br. 17° 47' westl. L.); Oberflächenfang: Oberfl.-Temp. +23.3»: 12 Exempl. Stat. 23. IX. 1903 (0" 5' n. Br. 19" westl. L.); Horizontalnetz 10 m: Oberfl.-Temp. +24,0°; 1 Exempl. 140 neutsche Siidpolar-Expedition. Stat. 26. IX. 1!)03 (0' 8!)' n. 15r. IS».-)?' wi-stl. L.): Vcrt.-Zug 3000 m: OberH.-Temp. +24,2": 36 erwachsene und jugendl. Exenipl. Stat. 0. X. 1903 (etwa 17" ii. Br. 30" westl. L.): Vert.-Zug 3000 iii: 12 Exeini.l. (/. T. juiieii.ll.). Stat. 13. X. 1!)03 (etwa 21" n. Br. 32" wrstl. I..): Vert.-Zug 3000 in: 1 Exempl. Stat. 20. X. 1!)03 (etwa 2!)" ii. Br. 35° westl. L.): Vert.-Zug 3000 ai : 2 Exempl. Indischer Ozean: Stat. IX. V. li)03 (26''54's. Br. 50" 17' östl. L.): südöstlich von Madauaskar: Vert.-Zug 400 m: Oberri.-Temp. +24,4°: 2 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen innerhalb der zirkumtropischen Wannwasserzone (vei-gl. \ aldivia- Expeditiun Bd. IX. pag. 28). IS. Diacria quadridentata Lesueur. Fundorte der Deutsclien Siidpolar-Expedition: Stat. lil. X. l:)(il (li)"3' s. Br. 20° westl. L.). Vert.-Zug 800 m; OberH.-Temp. +23.0"; 1 Exempl. Stat. 22.x. 1901 (23°33's. Br. 20° 51' westL L.): Vert.-Zug 3oO0m: OberH.-Temp. +21,5°; 7 Exempl. Stat. 26. Vlll. 1003 (lS"37's. Br. 5" 5' westl. L.); Vert.-Zug 400 m: OberH.-Temp. +19,0°; I E.xt-mpl. Stat. 4. IX. 1903 (12" 11' s. Br. 6" 14' westl. L.): \i'rt.-Zug 2000 m: OberH.-Temp. +20,8"; I I Exempl. Stat. 5. IX. ]i»u3 (10" 28' s. Br. 6° 22' westl. L.): \'ert.-Zug 400 m; OberH.-Temp. +21,4°; 6 Exempl. Stat. 26. IX. 1903 (0° 39' n. Br. 18° 57' westl. L.); Vert.-Zug 3000 ui: Oberfl.-Temp. +24,2": 1 Exempl. Stat. 20. X. 1903 (etwa 29» n. Br. 35° westl. L.); Vert.-Zug 3000 m: 3 Exempl. Sämtbclie Fundorte liegen im wärmeren Geltiete der zirkumtropischen Wai-mwasserzonc» des Atlantischen Ozeans (vergl. Valdivia-Expedition Bd. IX. pag. 30). 14. Cavolinia longirostris Lesueur. Finidorto der Deiiisclien Südpolar-Kxpedilion: Stat. I 1. X. 1901 (etwa 14" s. Br. 19" 20' westl. L.): Vert.-Zug 1900 m: 1 Exempl. Stat. 19. X. 1901 (19" 3' s. Br. 20" O' westl. L.): N'ert.-Züge 500 u. 800 m: OlHTil-Temp. +23.0": 1 + 1 Exenipl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17° n. P.r. 30° westl. L.); \ert.-Zug 3000 m: 1 jugendl. Fxempi. Stat. i;;. X. 1903 (etwa 21° n. Br. 32" westl. L.); \ert.-Zug 3000 m: 1 Exempl. Stal. 20. .\. 1903 (etwa 29° n. Br. 35° westl. L.): \(Tt.-Zug 3000 m: 2 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen im wärmeren Gebiete der zirkumtropischen Warmwasserzone des Atlantisclieii O/.eniis (vergl. Valdivia-lvxpeditioii Bd. IX. pag. 31). Vi. Cavolinia irideniaia Forskai. Fundorte der neutsclien Siidpolar-Expedition: Atlantischei' Ozean: Stat. 7. .\. 19o;; (etwa l.')"n. Br. 28° westl. L.): ilori/.untaluetz 40 m (nachts); 1 Exempl. MmsiäNHEiMKU, Pteropoden. 141 Indischer Ozean: Stat. U.V. 1903 (etwa 25° s. Br. .57° östl. L.), südlich von Mauritius; Obertlächeutang 20 ni: 1 Exeinpl. Beide Fundorte liegen im Bereiche der zirkumtropischen Warmwasserzone (vergl. Valdivia- Expedition Bd. IX, pag. 34). 16. Cavolinia uneinata Rang:. Fundorte der Deutschen Siidpolar-Expedition: Stat. 30. IX. 1901 (etwa 1" n. Br. 18° westl. L.); Oberflächenfang (abends): 10 Exempl. Stat. 1. X. 1901 (O^lO's. Br. IcS" 15' westl. L.); Oberflächenfang (abends); Oberfl.-Temp. +24,0"; 1 Exempl. Stat. 4. X. 1901 (etwa 3° s. Br. 17° westl. L.); Oberflächenfang (abends): 1 Exempl. Stat. 5. X. 1901 (3°39's. Br. 16° 41' westl. L.); Oberflächenfang (abends): Oberfl.-Temp. +24,0°; 1 Exempl. Stat. 7. X. 1901 ((;°3' s. Br. 17°48' westl. L.): Vert.-Zug 400 m; Oberfl.-Temp. +24,2°; 1 Exempl. Stat. 11. X. 1901 (etwa 11° s. Br. 19° westl. L.): Vert.-Zug 1200 m: 2 Exempl. Stat. 14.x. 1901 (etwa 14° s. Br. 19° 20' westl. L.); Oberflächenfang (abends); 3 Exempl. Stat. 17. X. 1901 (16°54's. Br. 19°40' westl. L.): Oberflächenfang (abends): Oberfl.-Temp. +23,9°: 4 Exenijjl. Stat. 19. X. 1901 (19° .T s. Br. 2o" O' westl. L.); Oberflächenfting (abends) und Vert.-Zug SOO m; Oberfl.-Temp. +23,0»; 3 + 1 E.Kempl. Stat. 22. VIII. 1903 (24" 50' s. Br. l" 14' ö.stl. L.): Vert.-Zug 1500 m; Oberfl.-Temp. +17,9°; 1 Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17° n. lir. 30° westl. L.): \'ert.-Zug 3000 m: 9 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen innerhalb der wärmeren Stromgebiete der zii-kumtropischen Warm- wasserzone des Atlantischen Ozeans (vergl. N'aldivia-Expeditioii Bd. IX, pag. 35). 17. Cavolinia inflexa Lesueur. Fundorte der Deuisclien Siidpolar-Expedilion: Atlantischer Ozean: Stat. 23. Vni. 1901 (etwa 44° 30' n. Br. 12° westl. L.). nordwestlich von Kap Fiiiisterre: Ober- tlächeutang; über 100 Exempl. Stat. 24. VIII. 1901 (etwa 44° n. Br. 12° westl. L.): westlich von Kap Finisterre: Oberflächen- fang; viele hunderte von Exempl. Stat. 2. XI. 19U1 (32" 5' s. lir. 8" 30' wcstl. L.): W'i't.-Ziige 500 ii. lOOd lu : Olpfrll.-'riMup. -1-18,0°; 15-4-4 Exempl. Stat. 12. XI. 1901 (35«ll's. Br. 2° 43' östl. L.) : Vert.-Ziig 3(M)() m: 1 Exempl. Stat. 3. IX. 1903 (14" 12' s. Br. 5° 5!)' westl. L.): A'ci-t.-Ziig- 40iJ ni: OlKM^lL-Tcnq.. -+-19.1°: 8 Exemj)]. Stat. 18. IX. 1903 (2"13's. Br. 1G"4' westl. L.): Quant. Plaiiktonzuo- 400 in: Ohortl.-Temp. +23,4": 1 I'^xenipl. Stat. 21. IX. 1903 (0°27' n. Br. ]7"47' wostl. L.): Oberflächenfang (abends): Oberfl.-Tenip. -f 23,3°: 2 Exempl. Stat. 23. IX. 1903 (0° 5' n. Br. 19" westl. L.): Horizontalnetz 10 ni (nachts): Oberfl.-Temp. 4-24,0°; 1 Exempl. Stat. -26. IX. 1903 (0° 39' n. Br. 18" 57' westl. L.): Vert.-Zug 3000 in: Obcril.-Teinp. +24.2": 5 Exempl. Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5" n. Br. 22° westl. L.); Vert.-Züge 800 und 1500 in: l-i~3 Exempl. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17" n. Br. 30° westl. L.); Vert.-Zug 3000 m; 4 Exempl. Indischer Ozean: Stat. 15. Y. 1903 (25° 9' s. Br. 55" 59' östl. L.): südlich von der Insel Rennion: Vert.-Zng 400 m: Oberfl.-Temp. +25.1": 1 Exempl. Sämtliche Fundorte liegen innei'halb der zirkuiiitropischen Warmwasserzone (vergl. Valdivia- Expedition B>d. IX. pag. 36). b) Pseudotliecosomata. Bei sämtlichen Exemplaren, welche der Familie der Cymbnliiden angehörten, war die Pseudo- coiiiha verloren gegangen, weshalb bei denselben eine sichere Bestimmung der Spezies immög- lich war. 1. Genus Cyinlnilia Peroii et Lesueur. Fiiiulorte ft/linii Meiseniieimer. Stat. 14.x. 1901 (etwa 14° s. Br. 19" 20' westl. L.): Vert.-Zug 1900 m; 1 Pneumoderma spec. Stat. 17. X. 1901 (16°54's. Br. 19° 46' westl. L.); Vert.-Zug 1000 m; Oberfl.-Temp. +23,9°; 1 Pneumoderma spec. 19* ] .j j Deutsclie Siidpoliii-P^xpcdition. Stat. 22. \11I. 1903 (24<'56's. Br. 1" 14' östl. L.): Vert.-Ziig 1500 m; OberH.-Temp. +17.9°: 1 Pneumocierma spec. Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5° n. Br. 22° westl. L.): Vert.-Zii"; 800 in; 1 Pneumoderma spec. Stat. 9. X. 1903 (etwa 17° ii. Br. 30° westl. L.): W-rt.-Ziii.- 3000 m: 1 Pneumoderma spec. ;{. Genus Clioiie Pallas. Fmiilort «1er Deutschen Siidpolar-K-xpedition: Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5° n. I5i'. 22° westl. L.): Vert.-Ziig 1500 in: 1 (lione punctata Tksch, welche bisher nur aus dem Indoaustralischen .'\rchipel bekannt war und also nun- mehr auch im Atlantischen Ozean nach";cwiesen ist. '»" 4. Thliptodoii diaplianus Mciseuheinier. Fundorte der Deutschen Siidpolar-Exiieditioii: Atlantischer Ozean: Stat. 10. IX. 1903 (8°42's. Br. 11" 51' westl. L.): Vert.-Zug 3000 m: Oberfl.-Temp. +22.6°: 1 Exeinpl. Stat. 20. X. 1903 (et\va 29° n. Br. 35" westl. L.): ^■.■rt.-Zuo• 3000 m: 1 Exempl. Antarktisches Meer: Stat. 13. II. 1902 (61" 58' s. Br. 95" 8' östl. L.). in der Nidie des Scholleneises: Vert.-Zn-; 2ÜÜ0 m: Obertl.-Temp. +1.1": 1 Exempl. Bemerkungen: liisher war diese Art als typische Warmwassurrorni nur aus den wärmeren Stroniiiebieten des Atlantischen und Indischen Ozeans bekannt, und ihr Auftreten in so holien Breiten wie 61" s. I>i-. mul.) deshalb (.'iniges Befremden luTNorrull'U. X'^un haben wir zwar u\)c\\ (S. 115) gesehen, dali im Bereiche des Kergiieleii- 11 lergangsgebietes Warmwasserformen verein/A-lt weit nach Süden vorzudringen vermögen, indessen scheint mir für Thliptodun eine Erklärung ihres auffallenden Verhaltens weit eher darin gesucht werden zu müssen, daß hier eine besondere Art Qinturcticus) zu unterscheiden ist, welche sich den kälteren Stromgebieten angepaßt hat. Während nämlich auf die beiden- E.xeiuplare aus ilem Atlantischen Ozean die von mir (I. c.) gegebene Diagnose in allen Einzelheiten paßt, weist das antarktische Exemplar mancherlei Ditlerenzen auf. So sind die im Verhältnis zum Körper überaus kleinen Fußabschnitte (Seiteii- lappen und liintritT Lappen) nrilier aneinandergerückt als bei d/iip/iie aueli innnerhin noch tlurchaus voneinander geti'cinit sind. Weiter ist (la> Iliiiterende des Kör[iers wenigi-i' scharf zugespitzt und beträgt die (iesamtläiige des Körpers 12 mm bei einer Maximalbreite von 7 mm. Ohne umfangreicheres Vergleichsmaterial ist indessen ein sicheres Titeil ül>er die Selbst- stäiidijikeit der antarktischen Fm-m nicht zu "ewiimeii. Zusammenstellung der Fangerg-ebnisse der einzelnen Stationen. Stat. 23. \ III. 1901 (etwa 44° 30' n. Br 12° westl. E.). nordwestlich von Kap Finisterre. in den Ausläufern der Westwindtrift des (Golfstroms. Obertläclienfang. Clio cuspidata (2)') Carolinia injlexa (über 100) ') Die Zahlen, welche den Spe/.iosnaincii in Kiaminerii lieigefügt .sind, geben die Anzahl der gefangenen Exemplare an. Meisenheimeu, Pteropodeii. 145 Stat. 24. VIII. 1901 (etwa 44" n. Br. 12" westl. L.), westlich von Kap Finisterre, in den Aus- läufern der Westwindti-ift des Golfstroms. Oberflächenfanii-. Clio pyramiddta (1) L'avolinia in/le.va (viele Hunderte) Stat. 1. IX. 1901 (etwa 31" 30' n. Br. lö" westl. L.), südlich von Madeira, im Kanarienstrom. Überflächenfang. Hyalocylix slriata (1) Stat. 2. IX. 1901 (etwa 31° n. Br. 18° westl. L.), südlich von Madeira, im Kanarienstrom. Ober- flächenfanf^. Creseis acicula (1) Hija/oci/lix striata (13) Stat. 17. IX. 1901 (16" n. Br. 25" westl. L.), bei den Kapverdischen Inseln, in der nördlichen Passattrift. Oberflächenfang. Clio halantium (1) Pnenmoderma violaceum (3) Stat. 19. IX. 1901 (etwa 13" n. Br. 25° westl. L.), südlich von den Kapverdischen Inseln, in der nördlichen Passattrift. Oberflächenfang. Creseis virf/ii/a (1) Stat. 24. IX. 1901 (etwa 7°n. I>r. 20" westl. L.). gegenüber Sierra Leone, in der Guiuea-Strönuuig. Obei'riächenfan". Creseis virgala (2) Creseis acicala (1) Stat. 28. IX. 1901 (etwa 3" n. Br. 18" westl. L.), gegenüber von Liberia, in der Guinea-Strömung. Oberflächenfani»'. Cavoliniu injlexu (2) CoroUa spec. (1) Stat. 30. IX. 1901 (etwa 1" n. Br. 18" westl. L.), ebenda. Oberflächenfang. Caroliiiia nnciiiata (10) Pneusnuderma spec. (1) Stat. 1. X. 1901 (0" 10' s. Br. 18" 15' westl. L.), zwischen Ascension und St. Paul, in der süd- lichen Passattrift. Oberflächenfänge und Vert.-Züge von 800 und 1330 ni; Oberfl.- Temp. +24,0". Limacina iiijlafa (1) Diacria trispinosa (1) Hyalocylix striida (1) Caoolirda uncinata (1) Stat. 4. X. 1901 (etwa 3" s. Br. 17° westl. L.), ebenda. Oberflächenlang. Cavolinia uncinata (1) Stat. 5. X. 1901 (3° 39' s. Br. 16" 41' westl. L.), nordwestlich von Ascension. in der südlichen Passattrift. Oberflächenlang; Oberfl.-Temp. +24,0°. Limacina injlata (3) Cavolinia uncinata (1) Diacria trispinosa (1) Stat. 7. X. 1901 (6° 3' s. Bv. 17" 48' westl. L.), westlich von Ascension. in der südlichen Passat- trift. Vert.-Zug 400 m: Oberfl.-Temp. +24.2°. Cavolinia uncinata (1) Stat. 11. X. 1901 (etwa 11° s. Br. 19° westl. L.): südwestlich von Ascension. in den Ursprungs- gebieten der Brasilströmung. Vert.-Zug 1200 m. l'craclis reticulata (1) Diacria trispinosa (2) Peraclis depressa (3) Cavolinia uncinata (2) Hyalocylix striata (9) Cavolinia inflexa (1) J4(i Dcutscbe Siid|)olar-Expe(lition. Sti/lio/a suhula (26) — CUo ])ijramid(i(a (1) Fneumoderma eurycotijlum (1) Ciivierina colioinulla (1) Stat. 14. X. 1901 (etAva 14" s. I5r. 19" 20' we-stl. I..). westwärts von St. Ik'lc-iia. im Stroiu.stillon- Gebiet ilus siUlliclicii Atlantischen Ozeans. ObertUlchentang unil Vert.-Ziig 1900 ni. Sty/io/a suhula (zalilreicli) Cavolinia i/ijle.va (2) IlyalocylLx striata (6) — Cavolinia longirostris (1) Fneumoderma spec. (1) Cavolinia uncinata (3) Stat. 17. X. 1901 (1G° 54' s. Br. 19° 46' westl. L.). cbfuda. ( »K'i-fläclientang und Vert.-Zug lOOU m: Oberfl.-Temp. +23,9». Cavolinia uncinata (4) Fneumoderma spec. (1) Stat. 19. X. 1901 (19° 3' s. Br. 20° westl. L.), westwärts von Trinidad, im Stromstillen-Gel liet des südlichen xVtlantischen Ozeans. Obertlächenf'ung und Vert.-Züge von 500 m. 800 m, 1500 m; Obertl.-Temp. +23,0°. Creseis acicula (2) Cavolinia louyirostris (2) Hyalocylix striata (3) Cavolinia uncinata (4) Slyliola suhula (8) Cavolinia injlexa (3) Diacria trispinosa (6) — Diacria ijuadridcntata (1) Cymhutiu spec. (1) Stat. 22.x. 1901 (23°33's. Br. 20" 51' westl. L.). mitten im südlichen Atlantischen Ozran. im Stromstillen-Gebiet. Vert.-Ztig 3000 m; Obertl.-Temp. +21.5". Styhola suhula (4) Diacria quadridentata (7) Clio pyrauiidata (3) Cavolinia iiijic.va (1) Stat. 23.x. 1901 (etwa 25" s. l>i-. 21" westl. L.), mitten im südlichen Atlantischen Ozean, im Stromstillen-Gebiet. Oberflächenlang. Limacina hulimoides (7) Stat. 26. X. 1901 (27°3's. Br. 16° 59' westl. L.). mitten im südlichen Atlantischen Ozean, im Stromstillen-Gebiet. Vert.-Zug 1340 m: Obertl.-Temp. +19,6°. Styliola suhula (8) Cavolinia i/ijkwa (1) Clio pyramidata (7) Stat. .28. X. 1901 (28° 16' s. Br. 17° 20' westl. J>.), mitten im südlichen Atlantischen Ozean, im Stromstillen-Gebiet. Oberfiächent'ang; < )beitl.-Temp. +18.5". Limacina hulimoides (7) Cavolinia gihhosa (1) Styliola suhula (6) Stat. 5. XI. 1901 (32''5' s. Br. 8»30' westl. J..). mitten im südlichen Atlantischen Ozean, an der Nord- grenze der lauen ( )stströmmigen. \'ert.-Züge 800 und 1000 m : ( )bertl.-Teinp. +18.0°. Feraclis- depressa (1) Cuvierina coluuiuella (6) Feraclis triacantha (3) Diacria trispinosa (2) Hyalocylix striata (28) Cavolinia injlexu (19) Slyliola suhula (16) Clio pyramidata (18) Cymhulia spec. (1) Meisenheimeu, Pteropoden. 147 Stat. 12. XI. 1901 (.S5" 11' s. Br. 2" 43' östl. L.), westwärts von Kapstadt, an der Nordgrenze der lauen Ostströmungen. Vert.-Zug 3000 m; Oberfl.-Temp. -4-15.3°. Liinacind injlaia (sehr zahlreich) Clio cusimlata (7) Limaciita liangii (27) CavoKma inflexa (1) Styliola fiuhula (4) — Clio pyramidata (zahlreich) Pneumodermopsis spec. (1) Stat. 5. XII. 1901 (etwa 34° 30' s. Br. 18° östl. L.), hei Kapstadt, im südafrikanischen Misch- gebiet. Vert.-Zuft- 500 ni. StjiUuhi siibula (1) CijmhuUa spec. (1) Stat. 18. I. 1902 (etwa 49° s. Br. 70" östl. L.), vor Kerguelen, an der Siidgrenze di-r lauen Ost- strömungen. Vert.-Zug 150 m. Limacina lielicina (4) Stat. 10. II. 1902 (58° 26' s. Br. 90" 22' östl. L.), zwischen Kerguelen imd dem Eisrande. Vert.- Zug 2700 m; Oberfl.-Temp. 4-1,8°. Limacina retroversa (zahlreich) Clione limacina (1) Clin .vilcata (12) Stat. 13. n. 1902 (61° 58' s. Br. 95° 8' östl. L.). in der Nähe des Eisrandes. Vert.-Zug 2000 m: Oberfl.-Temp. -t-1.1". Limacina lielicina (2) Thliptodon diaphanns (antarcticns^) (1) Gaussstation (etwa 66° s. ih-. 90° östl. L.). in unmittelbarer Nähe des autarktischen Festlandes. Es wurden Pteropoden erbeutet an 17 Tagen vom 22. III. 1902 bis zum 2. II. 1903, und zwar vermittelst zahlreicher Vertikalzüge von Planktonnetzen. Brutnetzen und Iveusen in mehreren Stufen vom Grunde (385 m) bis zur Oberfläche. Temp. — 1,9°. Limacina hclicina (insgesamt 27) Spangiobi-anc/iaca australis (insgesamt 6) ('Hone limacina (insgesamt 24) Stat. 17. II. 1903 (65° 42' s. Br. 87° 49' östl. L.), im Scholleneise. Oberflächenfang; Oberfl.- Temp. —1.6°. Clione limacina (3) Stat. 18. II. 1903 (65° 38' s. Br. 87° 41' östl. L.). im Scholleneise. Vert.-Zug 400 m: Oberfl.- Temp. —1,8°. Limacina helicina (18) Clione limacina (2) Clin sukata (2) Stat. 23. II. 1903 (65° 30' s. Bi'. 85° 56' östl. L.), im Scholleneise. Vert.-Zug 400 m; Oberfl.- Temp. —1,8°. Limacina helicina (5) Clione limacina (1) Clio sulcata (6) Stat. 24. IL 1903 (etwa 65° 30' s. Br. 85° 50' östl. L.), im Scholleneise. Vert.-Zug 400 m. Limacina helicina (5) Stat. 25—27. II. 1903 (etwa 65° 33' s. Br. 85° 34' östl. L.), im Scholleneise. Vert.-Zug 150 bis 400 m; Oberfl.-Temp. —1,7°. Limacina helicina (24) Clione limaci/ni (9) Clio sttlcata (10) uj LI BR A 1 V^- -** \^)f^^ J48 Deutsche Südpolar-Expedition. Stat. 28. 11. 1903 (65° 30' s. Br. 85" 33' östl. L.), im Scholleneise. Vert.-Ziig 150 in; Oberfl.- Temp. —1.7". Limacina helicinu (11) Clione Hmacina (1) Clio sidcata (3) Stat. 3. III. 1903 (65" 21' s. Br. 85" 20' östl. L.). im Schollonoise. Vert.-Zug 400 n. : Ol^erH.- lenip. — 1,/ . Limariiia helicina (5) Clio sulcata (1) SUit. 6. 111. 1903 (e'twa 65" s. Br. 85" 15' östl. L.), im Scholleneise. Vert.-Zug 1200 m. Limacina helicina (15) Spongiobranchaea australis (1) Clio sulcata (3) Clione limacina (3) Stat. 9.111.1903 (64" 34' s. Br. 85° 36' östl. L.). im Scholleneise. Vert.-Zug 400 m; Obei-fl.- Temp. —1.5". Ch'imr Jlmanna (1) Stat. lÜ. 111. 1903 (64" 29' s. Br. 85" 36' östl. L.), Im Scholleneisr. \'ert.-Zug 3000 m: ObL-rll.- Temp. —1,8°. Limacina helicina (4) Sponyiohranchaea australis (1) Styliola subnla (1) Clio sulcata (2) Stat. 16.111.1903 (63°52's. Br. 83° 19' östl. L.). im Sdiolleneise. Oberflächenfang: Obertl.- Temp. —1.8". Clio sulcata (2) Stat. 27. 111. 1903 (etwa 65" 16' s. Br. 80° 30' östl. L.). im Sclioilencise. Vert.-Zug 2000 m. Clio sulcata (1) Spongiohrauchaea australis (3) Stat. 2. \'. 1903 (32" 33' s. Br. 73° 39' östl. L.), nc.nhvestlich von der Insel Neu-Amsterdam. im südlichen Stromstillen-Gebiet des Indischen Ozeans. Vert.-Zug 400 m: Oberti.- Temp. +19,8°. Desmopterus papilio (1) Stat. 14. \. 1903 (etwa 25° s. Br. 57" östl. L.), südlich von Mauritius, im südlichen Stromstillen- Gebiet des Indischen Ozeans. Oberflächenfang 20 in. Cavolinia tridentata (1) Stat. 15. V. 1903 (25" 9' s. 15r. 55° 59' östl. L.), südlich von der In.sel Keimion. im südlichen Stromstillen -Gebiet des Indischen Ozeans. Vert.-Zug 400 m; Ol.ertl.-Temp. 4-25,1". Cavolinia in/le.ra (1) Stat. 18. y. 1903 (26° 54' s. Br. 50° 70' östl. L.). südöstlich von Madagaskar, am Rand.> des Stromstillen-Gebietes im südlichen Indischen Ozean. \'ert.-Zug 400 in : Oberfl.- Temp. 4-24,4°. Limacina injlata (15) Desmopterus papilio (1) Diacria trispinosa (2) Stat. 28. V. 1903 (etwa 28° s. Br. 36° östl. L.), östlich von Port Xatal. im Mn.amlii.iue-Strom. ( )b('rflächeiifanfr. llyatticglix striata (1) Meiskniieimeu, Pteropodeii. Hd Stat. 31. V. 1903 (etwa 30"». Br. 31° östl. L.), vor Poi-t Xatal, im Mocambique-Strom. Ober- riächenfang. Limacina injlata (2) Crcseis vircjula (1) Limacina trochiformis (14) Creseis acicula (50) Limacina buUmoides (3) Stat. 6. VIII. 1903 (etwa 33° s. Br. 14° östl. I..), westlich von Kapstadt, im südafVikanischen Mischgebiet. Oberflächenfaiig. Liniaciiia halimoide.-^ (zahh'eich) Stat. 7. VIII. 1903 (etwa 31° 30' s. Br. 13° östl. L.), iiordwestHch von Kapstadt, am Westrande der Bengnela-Ströiniinu;. Oberflächenfang. Ili/aloci/lix atriata (1) Diacna trispinosa (I) Stat. 8. VIII. 1903 (30° 49' s. Br. 12° 7' ö.stl. L.), n.n-dwcstlich von Kapstadt, am Westrande der Benguela-Strömimg. Vert.-Zug 800 m; Oberfl.-Tenip. -+-14,6°. Limacina bulimoiik'S (zahlreicli) Stat. 10. VI 11. 1903 (etwa 30° s. Br. 10" 50' östl. L.). nordwestlich von Kapstadt, am Westrande der Benguela-Strömung. ( )berflächenfang. Limacina Indimoides (zahlreich) Stat. 11. VIII. 1903 (28° 50' s. Br. 10° 28' östl. L.). westwärts von der Miindnng des Oranje- Flnsses, am Westrande des Bengnela-Stromes. Vert.-Zug 400 m ; ()berH.-Tem[). -4-13,0°. Limacina halinvndcs (sehr zahlreich) Dexmaptcrits papilio (1) Stat. 13. VIII. 1903 (29° 8' s. Br. 8° 49' östl. L.). ebenda, am Westrande iet. Vert.-Zng 400 m; Oberll.-Temp. 4-16,5". Limaciini balimoidcs (zahlreich) l'craclis opicifa/va (1) Stat. 20. VIII. 1903 (26° 2' s. I5r. 1° 39' östl. L.). westlich von Angra Pequena, im südatlantischen Stromstillen-Gebiet. \'ert.-Zng 400 m: Oberfl.-Temp. -^16,9". Limacina injlata (1) Limacina bnliimnili-s (zahbvicli) Stat. 22. VIII. 1903 (24° 56' s. Br. 1° 14' östl. L.). westwärts von Angra Peqnena, im südatlanti- schen Stromstillen-Gebiet. \ert.-Zng 1500 m: Oberfl.-Temp. -i-17,9". Limacina balimoidcs (6) Cavolinia ancinata (1) Clio pijramidata (7) — Ciwierina columnclla (I) Pneumodenna s[)er. (1) ])iacrui trispinosa (1) Stat. 24. VIII. 1903 (23° 35' s. Br. 4° 9' westl. L.), weit südlich von St. Helena, im südatlantischen Stromstillen-(Jebiet. Vert.-Zng 400 m: Olierfl.-Temp. -f-18,6°. Cuvierina columnclla (1) Stat. 26. VIII. 1903 (18° 37' s. Br. 5° 5' westl. L.), südlich von St. Helena, im südatlantischen Stromstillen-Gebiet. Vert.-Zng 400 m ; Oberfl.-Temp. -+-19,0". Diacria qnadridcntata (1) Deutsche Sllilpoliir.K.viM..lilioii. l.\. Zculo;:!.'. 1. 20 1 50 Deutsche Südpolar-Expedition. Stat. S. 1\. 1903 (14" 12' s. Bi-. 5° 59' wi-stl. L.). nünlüch vuii St. Helena, im südatlaiitisclieii Sti-omstillen-Gebiet. Vert.-Ziig 400 m: Oberri.-Temp. -h19,1". Limacina injlata (27) Ilijalocylix striata (1) Limaciiia l.esucuri (7) CHo pijraiiiidtitii (2) Limacina Imllinoides (3) Cavolinia in/le.va (8) Stat. 4. IX. I'.Xi.") (12" ir s. ßr. (i" 14' westl. li.), zwischen St. Helena und Ascension. im si'ul- utlantischen Stronistill.'n-debiet. Vert.-Zug 2000 ni: Oherfl.-Temp. -t-20.S". LiiiHiciiia liijlatu (4) Stijlinhi subahi (1) Liituiciiiii Lesaenri (16) JJiacria (jiiadridentatti (11) Litiiacina bulimoides (11) — Feraclis reticulata (3) Desmopterus papilio (1) Peraclis iiiohtccensis (1) Stat. .'). IX. r.)(i;! (Kl" 28' s. Br. G" 22' westl. L.). zwi.selien St. llt-lena und Ascension, am Xord- rande des südatlaiitisclu'ii Stronistilleii-Gehietes. A'ert.-Zng 400 ni: OIierfl.-Temii. +21,4". Creseis viryulu (6) Diacrta qnad/'identafa (G) Crt'sris acicitla (2) Stat. 8. IX. 11)03 (9° 22' s. Br. 9° 4.')' we.stl. L.). östlicli von Ascension. in der siidliclien Passat- trii't des Atlaiitiselien < )zeans. Oliertläehenfang und Vert.-Zug 400 ni: (»icrtl.- TiMup. +22,2°. Ili/a/ocij/ix .striata (I) Clic halaidiinn (1) Stat. Id. IX. 1903 (8° 42' s. Br. 1 I" .öl' westl. L.), östlich von Ascension, in der südlichen Passat- trif't des Atlantischen Ozeans. Vert.-Zug 3000 m: ( )berfl.-Temp. -t-22.G". JJiiKiciiia injlata (lö) Diacria trispinosa (2) Limacina Lcsueun (1) — Sfjjliola subnla (8) Cymbiilia spec. (1) C/io pip-aniidata (3) — Cavierina columtnlbf (3) lliliptodoii diaphantis (1) Stat. 12. IX. 1903 (etwa 8" 16' s. Hr. 12" westl. L.). bei Ascension. in der südlichen Passattrift des Atlantischen Ozeans. ( )berilärlienrang. l./iiiacnta injlata (etwa 20) Stat. IS. IX. 1903 (2° 13' s. Br. IG" 4' we.-tl. L.). südwestlich von Liberia, in der südlichen Passattrift des Atlantischen Ozeans, (^»uaiit. Planktonzug 400 m: Obertl.-Temp. +23" 4'. Limacina injlata (1) Ili/alocyli.r striata (2) Limacina bulimoides (3) Caruliiin/ nijlcxa (1) Si.il. 1'.). IX. IDo;; (1" G' s. Br. 1.")" 59' westl. L.), ebenda. Vert.-Zug 400 m: Ober(l.-Temp. +2.".. 6". l.iniiu:iiHi injlata (15) Limacina bulimoides ((>) Limacina Lcsueuri (1) Creseis virgala (2) Stat. 2(1. IX. 1903 (0" 8' n. Hr. IG" 19' westl. L.). ebenda, llorizontalnetz Id m und \'ert.-Zng I.")llO in: OberlL-Tenip. +23,5". Clin li(diinliiim (3) Cymbulia spec. (1) Meisenheimki!, Pteropoden. 151 Stat. 21. IX. 1903 (0" 27' n. Br. 17" 47' westl. L.), ebenda. Oberflächenfang und quant. Plankton- zug 400 m: Oberfl.-Tenip. +23,3°. Limacina huUmoides (1) Diacria trispinosa (12) Hyalocylix striata (4) Cavoliiu'a inße.va (2) Clio pyrmnidata (2) Stat. 23. IX. 1903 (0" 5' n. Br. 19° westl. L.). ebenda. Horizontalnetz 10 ni: Oberfl.-Tenip. +24,0°. Clio halantium (ß) . Diacria trispinosa (1) Clio pijrniindnta (4) Cavolinia injlexa (1) Stat. 26. IX. 1903 (0°39'n.Br. 18° 57' westl. L.). ebenda. Vert.-Zug 3000m: Oberfl.-Temp. +24,2". Limacina injlata (zalilreicli) Cliu Cliaptali (1) Limacina bulimoides (25) Clio pyramidata (1) Peraclis apicifuhm (3) Diacria trispinosa (36) Peraclis hispinosa (1) Diacria quadridentata (1) Peraclis mohiccensis (11) Cavolinia injlexa (5) Hyalocylix striata ( 1 cS) Stat. 30. IX. 1903 (etwa 5° n. Br. 22° westl. L.), südwärts von den Kapverdischen Inseln, in der Guinea-GeKenströniuno;. ^\■rt.-Zi^ge 800 — 1500 ni. Limacina injlata (zahlreich) Clio cuspidata (2) Limacina hnlimoides (4) Cavolinia injlexa (4) Peraclis hispinosa (14) — Peraclis mohiccensis (1) Corolla spec. (1) Creseis virguht (41) Desmopterus papilio (2) Creseis acicula (6) — Hyalocyliv striata (4) Pneumoderma spec. (1) Clio halantium (l) Clione punctata (1) Stat. 7. X. 1903 (etwa 1 5° n. Br. 28° westl. L.), westlich von den Kapverdischen Inseln, in der nördlichen Passattrift des Atlantischen Ozeans. Horizontalnetz 40 ni. Clio halantium (15) Carolinia tridenfata (1) Stat. 9. X. 1903 (etwa 17" n. Br. 30° westl. L.). westlich von den Kapverdischen Inseln, in der n(»rdliclien Passattrift des Atlantischen Ozeans. Vert.-Zug 3000 m. Limacina injlata (sehr zahlreich) Cuvierina columnella (4) Limacina Lesueuri (sehr zahlreich) Diacria trispinosa (12) Limacina bulimoides (11) Cavolinia longirostris (1) Peraclis reiiculuta (7) Cavolinia uncinata (9) Peraclis apicifulva (7) Cavolinia inflexa (4) Peraclis hispinosa (1) — Peraclis mohiccensis (7) Desmopterus papilio (1) Styliola suhula (4) — Creseis virgula (42) Pneumodermopsis ciliata (1) Creseis acicula (3) Pnenmoderinopsis spec. (1) Clio pyramidata (zahlreich) Pneumoderma spec. (1) Clio cuspidata (3) I j2 Deiitsclie Siidpolar-Expedition. Stat. 13.x. 1903 (etwa 21° ii. Br. 32" westl. L.), nordwestlich von den Kapverdischen Inseln, in der nördlichen Pas.sattritt des Atlantischen Ozeans. Vert.-Ziig 300(1 ni. Limadna m/laia (7) Creseis acicula (1) Limacina hulimoides (4) Clio jnjramidata (1) Pemclis reticulata (4) Diacria trispinosa (1) Peraclis apicifulra (2) Cavolinia longiroslris (1) Peraclis depressa (1) — StijUoh sitbii/n (10) Desmoptervs papilh (:>) Stat. 20. X. 1903 (etwa 29° n. Br. o.")" westl. J.,.). weit westwärts von den Kanureu, im nord- atlantischen Stronistillen-Gebiet. Vert.-Zng 3000 ni. Limacina inflata (7) Diacria trispinosa (2) Limacina hulimoides (2) Diacria qiiadridentata (3) Peraclis reticulata (2) Cavolinia longiroslris (2) Creseis acicula (1) — Sti/lio/a subula (4) Thlipfodon diaplianus (1) Clio pijramidata (2) Überblicken wir zum Schlüsse kurz die Gesamtergebnisse der Ausbeute in faunistischer Hinsicht. Bei der ersten Durchschirt'ung des Atlantischen Ozeans lag die erste eriblgbringende Station bereits im Bereich der zirkumtropischen Warmwasserzone und lieferte typische "Warin- wasserformen, wie es sich auf allen Stationen bis in di(> Nrdie von Kapstadt wiederliolte. Besonders ergebnisreich waren einzelne Stationen am l'ande grol.?er Stnimungsgebiete. Ein Eintlui3 des südafrikanischen Mischgebietes trat auf *W'n betrefCcuden Stationen insofern nicht hervor, als typische Kaltwasserformen daselbst nicht erbeutet wiu'dcn. Solche traten vielmehr ei-st in höheren Breiten des Indiscdien Ozeans vor Kergueleii auf und bildeten sodann zusammen mit gelegentlich auftretenden l'bergangsfornu'ii die regelmäßige Ausbeute auf fast allen südlicher selecenen Stationen, euischließlich der (;a\issstation. Von abweichenden, oben bereits ausführ- lieber erörterten Funden ist nur der Fang einer S/i/liola subula un'()1!m1(;ny. a von der Sclialenöffnung aus, /» vom Nabel aus. Fig. 5. Limacina relrorerm Fi.kminc, ans nurdiscliem Gebiet, a von der SciialcuötTuuug aus, // vom Nabel aus. Fig. C. Limacina relrorerm Fi.kmim;, aus antarktiseliem Gebiet, u von der SclialeiililYnuug ans. /< vom Nabel aus. Fig. 7. Kuibryonalsclialo von ( //(/ hulanlium Kam;. Vergr. 50. Meisenheimeh, Pteropoden. ■ jf,3 Fig. 8. PeracUs rcliculala D'OiiRiaxY. a von der Schalenöffnung aus, l> vom Apex ans, c. d Struktur der Schalenober- tläclie (V'ergr. (JO). Fig. n. PeracUs apinjuh-a nov. spec. a von der Schalenöffnung aus, b vom Apex aus, c. d Struktur der Schaleuober- fläche (Vergr. G(i). Fig. 10. PeracUs bispinosa Pelseneeu. a von der Schalenöffnung aus, /; vom Apex aus, c Struktur der Schaleuoberfläehe (Vergr. 30). Fig. 11. PeracUs mohiccensis Tesch. a von der Schalenöifnung aus, h vom Apex aus. Fig. \'l. PeracUs depressa nor. spec. a von der Schalenöffnung aus, b vom Apex aus, c Struktur der Schalcnobertlächo (Vergr. 60). Fig. 13. PeracUs Iriacantha Fisciiru. a von der Schalenöffnung aus, li vom Apex aus, c Struktur der Schalenoberfläche (Vergr. GO). Tafel VI. Fig. 1. Operculum von PeracUs bispinosa Pelseneeu. Von der Außenseite. Fig. '2. Operculum von PeracUs Iriacantlut Fi.scheü. Von der Außenseite. Fig. 3. Flosse von Limacina retroversa Fleminc, aus nordischem Gebiet. Vergr. 60. tf tentakelartiger Fortsatz ;im vorderen Hossenrand. Fig. 4. Rechte Seiteuansicht des vorderen Körperabsehnittes von CUone Umacina Piiii'i's, var. /i/pica. Wi 3 Buccalkegel, jt Flossen, ml Mittellappen des Fußes, sl Seitenlappen des Fußes. Fig. ■>. Rechte Seitenansicht des vorderen Körperabschnittes von CUone Uitwciva Piiiri's, var. anlarcUcu. Rezeiohnungeii wie bei Fig. 4. Fig. (!. RckoustruktiDusbild des llerz-Nierenkomplexes von PeracUs bispiyiosa Pelseneek, gesellen von der Ventralseite. Vergr. .')0. /m Herzkammer, nö äußere Nierenöffnung, nr,,'^ die beiden Nicrciisibcukcl. p»(j Peri- kardiainierengang, /)/• Perikard, r Vorhof des iierzscblauches. Fig. 7. üorsalansicht des Kopf- und Fußabschnittes von PeracUs apicifitU-a nov. spec. Vergr. 24. jl Flosse, la Mund- öffnung, ml Mittellappen des Fußes, iura Mantelrand, op Operculum, p Penismündung, sl Seiten- lappen des Fußes, t Tentakel, »/ seitliche Vimperfalten des Fußes. l'ig. 8. Schräge Dorsakiusicht (etwas von der rechten Seite) von Mantelböiile und Eingeweidcuucleus von PeracUs bispiitnm l'Ei.sEXEEii, nacii iMitfernung der dorsalen liedeckung der Mautclliölile. vor allem der Mantelliöhlendn'ise. \'ergr. etwa 15. af After, ed Kiiddarm, // zusammengefaltete Flosse, yali Genital- anhaugsdrüsen, /.■ Kieme, Lina Kaumagen, /|,3 Leberlappen, nr Niere, vs Vesicula seminalis. Dor.salansiclit des Kiiigeweidcnucieus von PeracUs bispinosa Pei.seneeü. Vergr. etwa 15. af After, ed Knddarm, (/ Darm, kina Kaumagen, I,.., I.eberlappen, :d Zwitterdrüse. Querschnitt des vorderen Körperabschnittes von PeracUs bispinosa Pelseneeu. Vergr. lio. // Flosse, /■ Kieme, mah Mantelhiible, mli Mundhöhle, mlid Manteliiöhlendrüse, mm Mundmasse. mra Mantelraud. Schnitt durch die Manteliiöiiicndrüse von PeracUs reüculata Fleminc, bei stärkerer Vergrößerung. Vergr. li'O. rp äußeres Körpcrepitliel. Längsschnitt durch die Kieme von PeracUs bispinosa Pelseneer. Vergr. l'O. Zur Orientierung vergl. Fig. in. ep Epithel der Mantelliöhlo, /. Kieme, nr,.-> die beiden Nierenschenkel, png Perikardialnierem;aug. Zentralnervensystem von PeracUs bispinosa Pelseneeu, von hinten gesehen. Vergr. 24. ab;/ Abdouiiniilganglioii, cc Cerebralcouimissur, a/ Cerebralganglion, pg Pedalganglion, ry Visceralganglioiu Querschnitt durch den Eingeweidenucleus von PeracUs relicuJata Flemini:. Vergr. 24. r/i_i die einzelnen IXirm- abschnitte, /i.-.. die beiden l.eberlaiipen, /f/1,2 deren beide Ausfuhrgänge, ma hinterer Abschnitt des Kaumagens, rs Vesicula seminalis, zd Zwitterdrüse, -7/ Zwittergang. Schnitt durch die Speicheldrüse von PeracUs reUctdala Fi-emini;. Vergr. 150. dr,,, Drüsenzellen. Querschnitt des Magenblindsackes von PeracUs reticulaia Fleminc. Vergr. 15(i. (' innere Sekretmasse, w/'/i.; die beiden Aliscbnitte des Blindsackes. Fig. 17. Längsschnitt durch den augentragenden Tentakel von PeracUs reticulaia Flicminü. Vergr. ■.'50. aiuj Ganglien- zellen, ep Körperepithel, pi Pigment, sc Sekretmasse, «r Sinneszellen. l«/)/, :iij (leorgReiniPi'. bvilii. Jeutbdie Südpolai-ExpcdiUoii 19D1 -3. Band H Tafel VIT &-o^i-tthiMm.SU3ndrvCLKE!l«,B*dinS DIE SALPEN DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 1901-1903 VON Dl. C. APSTEIN (KIELl MIT TAFEL VIII— X UND 42 ABBILDUNGEN IM TEXT I)eiitsi-lu' Sihiii(ilHr-Kx|ipiete ganz seltener und bisher nur 1 — 2 mal gefundener enthielt, eine sehr interessante und dankbare Aufcalie. I. Systematik. Weder unter tk-m Material au Sal[)en der Deutschen Tiefsee-Expedition (2^), noch unter dem der Südpolar-Expedition sind neue Arten zu verzeichnen gewesen; dabei ist der Atlantische Ozean außer von den genannten auch von der Plankton-Expedition und der Indische Ozean recht gut untersucht worden. Die großen freien Meeresflächen werden kaum viel neue Arten mehr bringen und es ist mir zweifelhaft, ob dieses selbst der Pazifische Ozean tun wird. Ich glaube daher eine Zusammenstellung aller bekannten Arten geben zu sollen. Jede Art wird dabei abgebildet und mit einer kurzen, schematischen Beschreibung versehen werden, mit einer kurzen daher, weil langatmige Beschreibungen unübersichtlich sind und weil die Fiiruren viele Worte über- flüssig machen. Das, was ich an dem Material der Deutschen Südpolai'-Expedition neu untersucht habe, bringe ich als „Bemerkungen zur Systematik" (S. 177); darauf lasse ich eine Bestimmungs- tabelle folgen (S. 179), die nicht Rücksicht auf die Verwandtschaft der einzelnen Arten zueinander nimmt, sondern die Bestimmung nach augenfälligen Merkmalen gibt. ICO Deutsche Südjinlar-Exiieditiun. a) Ü"bersiclit über alle bekaniiten Salpenarten. In tk'ii iiaclifolgenden Figuren bedeutet: a Einströimmgsöffnung. b Ausströinuugsüffnung. e Endostyl. /' Fliniiuerorgan. fb Fliinmei'bogen. g Nervenknoten. / Längsmnskel. //* Mantel. II Dai'iii. iih lilindsaek des Darmes. j) Pigment. 6-0 Seitendriisen. ;• Kieme. s Embiyo. st Stolo. t Hoden. 1, 2, 3, usw. Körpermuskelii. sind auf der Oberseite sehwarz ausgezeiehnet. so Die Muskulatur dci- Einströmungsöft'nuug ist nielit mit Nummern versehen, sondern nur die Körpermuskeln. Letztere liefen mit geringen Ausnalunen hinter dem Nervenknoten. 1. Cyclosalpa piiniala Forsk. a) Gregate Form. Forskai 1775. Fig. 1. Mantel ist tonnenförmig mit beilförinigem Anhang, mit welchem die Individuen in der Kette zusammensitzen. ^ Einstrümungsötfnung («) ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (Jj) ist terminal. Muskeln sind 5 vorhanden. 1 und 2 stoßen auf dem Rücken zusannnen. ."! und 4 luiliern sich oder stoßen zusammen. Der 4. Muskel ist ventral geteilt. Der .'). Muskel schickt einen Nebenast zum 4. Muskel. Darm (//) liegt auf der Bauchseite und ist lang gestreckt. Hoden (/) liegt über tlem Darm und ist ebenfalls lang gestreckt. Seitendrüsen {so) sind jederseits eine vorhanden. Embryonen sind in der Einzahl vorhanden. Kette ist ringförmig. (iröße ist im Mittel 40 nun, das größte beobachtete Exemplar nach Tkal'stedt (12") ■)(; nun. b) Solitäre Form. Forskai 1775. Fig. 2. Mantid ist toimenförmig. Einströmungsöffnung (a) ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (6) ist ebenfalls terminal. Muskeln sind S vorhanden, die auf dem Rücken alle parallel miteinander verlaufen imd bis auf den 8. unterbrochen sind. Auf der ßauchseite kon- vergieren sie nach der Kcirpermitte. Darm ist gestreckt und zieht sich vom hinteren Teile des Bauches nach dem vi>rdei-eii Teile des Rückens. Seitendrüsen (,vn) sind je ."> \ (ii'luuideii. zwischen deui 1. — G. Muskel. Grölie im Mittel 40 mm. von Tüai stkdt (12") wird das größte Exemplar mit 7.') mm anjiciieben. Y\g. 1. C. pinnata greg. von der Seite (aus Apstkin 2«.) SO: V\v. 2. C. pinnata sol Vom li'ückcn, aus Al\STEIN (2'). Apstkin, Salpen. 161 2. Cyclosalpa afliuis Cham. a) Gregate Form. Chamisso 1819. Fig. 3. Mantel ist toDnL'iifürinig mit beilt'önnigem Anhang und Verdickung über dem Darm. Einströinungsöffnung («) ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (i) ist ebenfalls terminal. Muskeln sind 5 vorhanden, von denen sich der 1., 4., 5. auf der Bauch- seite teilen. Darm (») ist ringförmig gestaltet und liegt in einer Verdickung des Mantels. Hoden (t) ragt in die Darmschlinge hinein. Sei tendr äsen fehlen. Embryonen sind in der Einzahl vorhanden. Kette ist ringförmig. Größe im Mittel 35 nun, das bisher beobachtete größte Exemplar war nach Ritter (9) 70 mm lang. b) Solitäre Form. Chamisso 1819. Fig. 4. Mantel tonnenförmig. Einströmuiiffsöffnun"" ist terminal üeleffen. Ausström uniisöffnun«: ist ebenfalls terminal. Muskeln sind S vnrliandcu. \un ileiien nur der I. und '2. auf dem Iiücken unterbrochen ist. Darm Qi) erstreckt sich vom hinteren Teile des Bauches nach dem vorderen Teile des Rückens. Seiten d r üse n fehlen. Größe im Mittel 50 mm, das bisher beobachtete größte Exemplar war nach Ritter (9) lUO uim lang. Fig. 3. C. affinis greg. Von der Seite. Nach Traustedt (12"). Fig. 4. C. affinis sol. Von der Seite. NachTl!AU.STEDT. 1:.'". :i. Cyclosalpa virijiila Voirt. a) Gregate Form. C. virgula Vogt (14). Fig. 5. Mantel ist tonui'nfönuig mit langem Endanhange und tornisterförniigem Anhange auf der Bauchseite, durch den die Individuen in der Kette zusannnenhängen. Einströniungsöffnung (. Salpa niaxinia Forskäl. a) Gregate Form. S. maxima Forskai 1775. Fig. 11. Mantel ist dick, oval, voi'n mit dickem und hinten mit einem melir seitlichen Anhange. Einströinungsüffnung ((/) ist dorsal gelegen. Ausströmungsöffnung (i) ist ebenfalls dorsal. Muskeln sind 6 vorhanden, davon bilden der 1. — 4. und der b. — 6. je eine Gruppe. Der 4. und 5. Muskel berühren sich nicht an den Seiten. Der (5. Muskel hat einen nach hinten gerichteten Nebenast jederseits. Darm bildet einen Nucleus. Hoden liegt im Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Embryonen (s) sind in iler Einzahl vorhanden. Kette ist eine Kette mit liegenden Individuen. Größe meist 50 — Cd iiini. Traustedt (12*) erwähnt ein Exemplar von 150 mm. b) Solitäre Form. S. africana Forskai 1775. Fig. 12. Mantel ist tonnenförmig. Einströmungsöffnung (rt) ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (6) ist ebenfalls terminal. Muskeln sind !) vorhanden, die sich nicht gegenseitig berühren, die vorderen sind nur etwas nach hinten ausgebogen. Darm bildet einen Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Größe meist 50 — GO nun, die Sü(lp((lai--Expedition fand ein Exemplar von 150 nun Länge. 7. Salpa fiisiforiiiis Ciiv. a) Gregate Form. S. fusiformis Cuvier 1804. Fig. 13. Mantel ist s[)indelfürmig. dick, mit dickem vorderen und hinteren Anhang, 6 Kig. V2. S. maxima sol. Al'bTKIN ('J'). ( )bertläche glatt. Einströmungsöffnung (o) ist dorsal gelegen. Ausströmungsöffnung (6) ist ebenfalls dorsal. Muskeln sind (! vorhanden. Der 1. — 4. bilden eine Gruppe, ebenso der 5. und (!. den Seiten stößt der 4. und 5. Muskel /iisammen (jder sie nidiern sich wenigstens sehr stark. (). Muskel hat einen Nebenast, der nach hinten i^clit nml einen K'ing liildet. Darm {d) bildet einen Nucleus. An Der Apstein, Salpen. 165 Hoden liegt im Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Embryonen sind in der Einzahl vorhanden. Kette ist eine solche mit liegenden Individuen. Größe meist 35 — 40 mm. Traustedt (IS"") führt ein Exemplar mm an. von Fig. 13. S. fusiformis greg. Apstein (2"). b Fig. 14. S. fusiformis sol. Al'STKI.N (l'''). Fig. 15. S. fus. f. ecMnata greg. Ap.STIilN (■-'''). b) Solitäre Form. S. runcinata Chamisso 1819. Fig. 14. Mantel ist zylindrisch, am hinteren Ende, namentlich über dem Nucleus, stark verdickt, Ober- fläche ist glatt. Einströmungsöffnung () ist ebenfalls terminal. Muskeln sind 21 — 26 vorhanden, von denen die drei ersten aneinander- stoßen, während die L3 folgenden zum 'reil miteinander in der Mittellinie des Rückens verschmelzen, so daß Muskelfasern von einem Muskel in den anderen eintreten. Fig. 21. S. hexagona sol. Vüm Kücken. Nach Traustedt (12«). Apstein, Salpen. 169 AZ Darm bildet einen Nucleus, der einen längeren nach vorn gerichteten und einen kürzeren nach hinten gerichteten Blindsack besitzt. Seitendrüsen fehlen. Kette ist unbekannt. Gröi3e bis 62 mm bekannt. IS. Salpa rostrata Traustedt 1S93. a) Gregate Form. S. rostrata Apstein 1894. Fig. 23. Mantel sehr zai-t, oval, mit kleiner Spitze am hinteren Ende. Einströmungsöffnung («) ist dorsal gelegen. Ansströmungsöffnung (/>) ist terminal. Muskeln sind 4 vollkommen unsymmetrische vorhanden, über die neben- stehende 3 Figuren, vom Bauche, von der Seite und vom Rücken Aufschlui3 geben. A Fig. 23 Fig. 22. S. Picteti sol. Vom Rücken. Apstein (2»). S. rostrata greg. A vom Bauche. B von der linken Seite. C vom Rücken. Apstein (2"). Darm bildet einen Nucleus. Embryonen (*') sind in der Einzahl vorhanden. Kette unbekannt. Größe 6 mm. b) Solitäre Form. S. rostrata Traustedt 1893. Fig. 24. Mantel ist oval und trügt vorn einen langen Anhang, der von einem sehr kräftigen Muskel ausgefüllt wird. Einströraungsöffnung (a) ist dorsal gelegen. Ausströmungsöffnung (i) liegt terminal. Muskeln sind 7 vorhanden, von denen der 3. und 4. auf dem Rücken weiter auseinander- stehen als an den Seiten, die übrigen Muskeln verlaufen schwach gebogen. Der Muskel in dem rüsselartigon Anhang steht auf der Rückenseite mit der Muskulatur der EinströmungsöfFnungf, auf der Bauchseite mit dem 1. und 2. Körpermuskel in Verbindung. Darm bildet einen Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Größe mit Rüssel bis 30, ohne diesen 18 mm. 'ö' 170 Deutsche Südpolar-Expedition. 14. Salpa iisjiiiiiietrica Fowler. a) Gregate Form. S. asymmetrica Fowler 1896. Fig. 25. Mantel ist dnnn, oval. Einströmungsöffnung («) ist dorsal gelegen. A uss trö ni 11 ngs Öffnung (h) liegt terminal. Muskeln sind 6 vorhanden, von denen der 1. — 3. auf dem liücken eine Gruppe bilden, dei- f). und 6. sind weit verschmolzen. Auf der Bauchseite sind die Muskeln unsymmetrisch. Darm (;;) bildet einen Nucleus. Hoden liejft im Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Embryonen (s) sind in der Einzahl vorhanden. Kette ist unbekannt. Größe bis lii nun bekannt. Fig. Sl. S. rostrata sol. ji erwachsen, vom Rücken. Nach TKAU.sTEirr (12i'). li großer Kmbryo. Nach Ai'.stein (2"). A li l-ig. 25. S. asymmetrica greg. A vom Rücken. />' vom Hauche. Nacli Ai'.sTKiN (2i'). b) Solitäre Form. S. asymmetrica Fowler 1896. Fig. 26. Nur ältei'e Embryonen bind bekannt. Mantel ist zylindrisch mit ^ seitlichen Aidiängen (embryonalV). Einströmungsöffnung (rt) ist terminal gelegen. Ausströmungsüffnung (Ä) ist ebenfalls terminal. Muskeln sind 11 voilianden, von denen die 1. — 3., 4. — 5.. 9. — 10. Gruppen bilden. Darm bildet einen Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Größe der erwachsenen 'Piei'e unbekannt. lMnbr\n war 2,.'') nun bing. 15. Salpa iiuicroiiatii Forskul. a) Gregate Form. S. mucronata Forskai 1775. Fig. 27. Mantel ist dick, oval, hinten zugespitzt, an der Seite bisweilen mit kleinem Anhange, glatt, bisweilen mit feinen Zacken, farblos, hin und wieder mit zartem Pigment. Apstein, Salpen. 171 Einsti'ömungsöffnung (a) ist dorsal gelegen. Ausströmungsüft'niing (6) ist ebenfalls dorsal. Muskeln sind 5 vorhanden, von denen der 1. — 3. und 4. — 5. je eine Gruppe bilden. Muskel 1 setzt sich zusammen aus 5 Muskelfasern. 9 9 A 4 3 4 5 2 Darm (/i) bildet einen Nucleus. Hoden liegt im Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Embryonen (i) sind in der Einzahl vorhanden. Kette ist eine Kette mit liegenden Individuen. Grölk- ist bis 15 mm. b) Solitäre Form. S. democratica Forskäl 1775. Fig. 28. Mantel i,st zylindrisch, mit zwei langen Anhängen und mehreren kurzen Fortsätzen, die gezackt sein können. Einströmungsöffnung {n') ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (/^) liegt dorsal. Muskeln sind G vorhanden, von dunen der 2. — 4. und 5. — 0. auf dem Kücken je eine Gruppe bilden. Auf der Bauchseite stößt der 4. mit dem 5. Muskel zusammen. Darm (/<) bildet einen Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Größe bis 24 mm, ohne die Anhänge 16 nun. S. asymmetrica sol. (Eml)ry()). N'oin Kücken. Nach Ai'.sTEiN (2«). Fig. 27. S. mucronata greg. Vom Rücken. Nach Apstein (2e). 1(J. Salpa flagellifera Traiistedt. a) Qregate Form. S. flagellifera Apstein 1906. Die gregate Form ist wie die gregate Form von »S. mucronata gestaltet, unterscheidet sich von uir nui' durcli die Zahl dtn* die Muskeln zusanunensetzenden Muskelfasern: Muskel 1 hat 8- 3 4 5 6 8— 9 1 1 Fasern. 9 Größe ist bisher 7 mm gefunden. b) Solitäre Form. S. democratica-mucronata Var. flagellifera Traustedt 1885. Fig. 29. Mantel ist zart, zylindrisch, mit 2 langen Endanhängen. Einströmungsöffnung («) ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (6) liegt dorsal. DlMlISCllO Slllllll>llll-E,\|HMiililMI. IX. Ziiulüijii'. 1. 24 172 Deutsclie Siidpolar-Expedition. Muskeln sind 6 vorhanden, die vollkommene Ringe bilden, bis auf den 1., der auf der Bauchseite offen ist. Darm bildet einen braunen Nucleus. Größe bis 14 nun ohne die langen Endanhänge. 17. Salpa confoederata Forskäl. a) Gregate Form. S. confoederata Forskäl 1775. Fig. 30. Mantel ist oval, am hinteren Ende stark verdickt, bisweilen mit mehr oder weniger orange Pigment. Einstromungsöffnung (o) ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (h) liegt dorsal. Muskeln sind 4 vorhanden, die zwei liegende Kreuze bilden. Darm («) bildet einen am hinteren Ende liegenden Nucleus. Hoden ist im Nucleus gelegen. Seitendrüsen fehlen. Embryonen (s) sind in der Einzahl vorhanden. Kette ist eine solche mit stehenden Individuen. Größe im Mittel bis 70 mm, ich habe aber Exemplare von 150 mm zu Gesicht bekommen Q2^). Fi^. 28. S. mucronata sol. Vom Kücken. Nach Ai'STEiN (2'^) b) Solitäre Form. S. scutigera Forskäl 1775. Fig. 31. Mantel ist oval, hinten aber etwas zugespitzt, auf der Bauchseite im 2. Drittel verdickt. Einströmungsöffnung («) ist terminal gelegen. Ausströniungsöffnung (b) ist ebenfalls terminal. Fig. 29. S. flagellifera sol. Vom der .'^eitf. Nach Tkau.stf.ut (T-")- Fig. ;io. S. confoederata greg. Vom Kiickoii. Nach TuAUsTEUT (12a), Fig. 31. S. confoederata sol. Ihilli von (iiT Seite. Nacil TllAUSTKDT (12»). Fig. 32. S. zonaria greg. Vom IJückeii. Apstein (2"). Fi-. 3;i. S. zonaria sol. Vom I\'iii'keii. Al'STElN (2'). Apstein. Salpen. J73 Muskeln sind 4 vorhanden, die zwei liegende Kreuze bilden. Darm (n) bildet einen hinter der Körpermitte gelegenen Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Größe ist ca. 40 mm, Traustedt (12'') führt Exemplare von 120 mm an. 18. Salpa zonaria Pallas. a) Gregate Form. S. zonaria Pallas 1774. Fig. 32. Mantel ist oval, hinten schief zugespitzt, sehr dick und fest. Einströmungsöffnung (a) ist dorsal gelegen. Ausströmungsöffnung (b) ist ebenfalls dorsal. Muskeln sind 6 vorhanden, von denen die beiden ersten auf dem Rücken unterbrochen sind. Darm bildet einen Nucleus. Hoden ist im Nucleus eingebettet. Seitendrüsen fehlen. Embryonen (.?) sind 4 vorhanden. Kette ist eine solche mit liegenden Individuen. Größe meist bis 20 nun, Traustedt (12*) hat solche von 50 mm gesehen. b) Solitäre Form. S. cordiformis ftuoy et Gaimard 1827. Fig. 33. Mantel ist prismatisch, vorn gerade abgeschnitten, hinten mit kurzer Spitze, sehr dick und fest. Einströmungsöffnung («) ist terminal gelegen. Ausströmungsöffnung (b) liegt dorsal. Muskeln sind G sehr breite, auf dem Rücken unterbrochene vorhanden. Darm bildet einen Nucleus. Größe meist bis 25 mm, nach Traustedt bis 65 mm. II». Salpa Tilesli Cuvier. a) Gregate Form. S. Tilesii Cuvier 1804. Fig. 34. Mantel ist lang oval, über dem Nucleus stark verdickt, sehr fest. Einströmungsöffnung (rt) liegt terminal. Ausströmungsöffnung (b) ist ebenfalls terminal. Muskeln sind 6 vorhanden, von denen die drei ersten nach der Mittellinie des Rückens konvergieren, während der 5. mit dem (i. weit verschmolzen ist. Die Muskeln sind oft unter- brochen. Darm bildet einen Nucleus, der unter der Verdickung des Mantels liegt. Hoden ist im Nucleus eingebettet. Seiten drüsen fehlen. Embryonen (.v) sind 3 vorhanden. Kette ist eine solche von stehenden Individuen. Größe ist gewöhnlich bis 100 mm, Traustedt (12*) erwähnt Exemplare von 190 nmi. 24* 174 Deutsche Siidpol.ir-Kxpedition. b) Solitäre Form. S. costata ftuoy et Gaimard 1824. Fig. 35. Mantel ist ungefähr sohlenförmig, am hinteren Ende mit 2 seitlichen, grün gefärbten flachen Anhängen, .sehr fest. Einströmungsöffiuing («) ist terminal gelegen. Ausströmiingsöffnung (ä) ist elienfalls terminal. Muskeln sind 18 — 22 vorhanden, die wie Rippen gestellt sind. Darm bildet einen Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Größe meist 120 — 150 nun. Traustedt (12") erwähnt Exemplare von 22() nnn Länge mit den Anhängen, ohne diese von 190 luui. Fig. 34. S. Tilesii greg. Vom Rücken. Al'.-) liegt dorsal. Muskeln sind 4 vorhanden. Der 1. und 2. sind weit verschmolzen, der 3, und 4. eben- falls, der 4. teilt sich nach dem Hinterende zu in zwei Aste. Fig. 38. S. Henseni greg. Vom Rücken. Nach Traustedt (lOi*) vervollständigt. Darm bildet einen Nucleus. Hoden ist in dem Nucleus eingebettet. Seite ndrüsen fehlen. Fig. 39. S. Henseni sol. Vom Rücken. Apstein (2(i). Fig. 40. S. mollis. Vom Rücken. Nach Herdman (7). 17« Deutsche Siidpolar-Expedition. Embryonen sind zwei vorhanden. Kette ist eine solche mit stehenden Individuen. Grüße ist bis 20 mm bekannt. b) Solitäre Form. S. verrucosa Apstein 1894. Fig. 39. Mantel fast nmd. flach gedrückt, sehr dick, mit vielen langen an der Spitze zum Teil orangefarbigen Anhängen. Einströmungsöffnung («) ist dorsal gelegen. Ausströmungsöffnung (6) ist ebenfalls dorsal. Muskeln sind .') vorhanden, die alle ziemlich schwach ausgebildet sind. Muskel 1 — 3 bilden eine Gruppe, der 4. Muskel ist gerade und eine Strecke mit dem 5. verwachsen, der sich nach dem Hinterende wendet. Darm bildet einen Nucleus. Seitendrüsen fehlen. Größe ist bis 25 mm ohne die Anhänge bekannt. 23. Salpa niollis (sol. i) Herdnian 1S8S. Fig. 10. (Ist eine zweifelhafte Art.) Mantel ist fast zylindrisch mit kleinen Höckern bedeckt. Ein.strömungsöffnung (d) ist terminal gelegen. Ausstrümungsöffnung (6) ist ebenfalls terminal. Muskeln sind lü vorhanden, von denen der 2. mit dem .3. verbunden ist. Darm bildet einen Nucleus. Grölic ist 120 mm. Die Art ist nur einmal gefunden. n 2:{. Salpa nitida Herdinaii 1888. Fig. 41. (Gregate Form allein bekamit, zweifelhafte Art.) , 5 7 — _ Mantel ist lang oval. \ • ^^-^i^^ll Kmströmungsöffnung (a) ist dorsal gelegen. . v*^ ^^^ xlr Ausstrümungsöffnung (/>) ist ebenfalls dorsal. Muskeln sind 5 vorhanden, von denen der 1. — A. sich auf der liaiicliseite stark nähern. Darm bildet einen Nucleus. , 4) übereinstimmten. Ich hatte meine Figur nach einem Embryo gezeichnet, der aber schon sehr weit ausgebildet war. Das von der Südpolar-Expedition gefundene Exemplar stimmt gut mit Ritters sowie mit meiner früheren Figur überein bis auf kleine Abweichungen. Ich fand beide Male, daß sich mit dem 2. Körpermuskel ein Muskel, der von der Oberseite der Einflußöffnung herkommt, vereinigt. Dorsal hat der Muskel 2:12 Muskel- fasern, nach der Vereinigung mit dem neunfaserigen Muskel aber 16 Muskelfasern (Fig. 2). Ritter zeichnet nun (9 Fig. 1 u. 3), daß die beiden genannten Muskeln sich nur an ihren Enden berühren. Ferner vereinigen sich bei meinen Exemplaren der 1. — S.Muskel auf dem Rücken, während Ritter (9 Fig. 2) alle drei Muskeln getrennt voneinander und unterbrochen zeichnet. Bei dem in Figur 1 abgebildeten Exemplar geht der 7. Muskel auf dem Rücken am 6. und 5. vorbei und endet vor dem 4. Muskel. Ritter (9 Fig. 2) zeichnet diesen Muskel nur bis zum 5. Muskel, während ich bei dem früher untersuchten Embryo diesen Verlauf des 7. Muskels nicht sehen konnte. Fig. 1 von Ritter zeigt auch nicht den Längsverlauf dieses Muskels. Die Seitendrüsen stimmen genau mit Ritters Beschreibung, sie linden sich zwischen dem 2.-7. Muskel. Der Darm (Fig. 3) trägt zwei Blindsäcke {iili), wie Ritter auch angibt und zeichnet (9 Fig. 5). Bei dem früher von mir gezeichneten Embryo waren diese Verhältnisse undeutlich, so daß ich nur einen Blindsack gezeichnet habe. « yVlle die angeführten Unterschiede sind zu gering, um eine neue Art abzuspalten. Auch die gregate Form, wie ich sie in den Salpen der Tiefsee-Expedition (2'' Fig. 3) ab- gebildet habe, scheint mir gut mit den Figuren bei Ritter (9 Fig. 7 u. 8) zu stimmen, wenn man bedenkt, daß Üitter seine Figuren nach jungen Stoloindividuen gezeichnet hat. Den ersten Muskel bei Ritter halte ich für einen Muskel der Einflußöffnung. Sein 2. Muskel ist 1. und 2. Muskel zusammen. Gerade bei diesem Muskel ist die Übereinstimmung mit meiner genannten Figur überzeugend. Auf der einen Seite (in Fig. 7) zeichnet Ritter den 2. Muskel aus zwei gleichen Ästen bestehend, während der Muskel auf der Figur 8 nur einfach ist. Genau dasselbe zeigt meine Figur (2'' Fig. 3): auf der einen Seite 2 Muskeln, während der 2. Muskel auf der anderen Seite fehlt. Salpa fiisiformis forma ecliinata (Herdnian). Schon in den Salpen der Tiefsee-Expedition hatte ich auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die in der Abtrennung der „Forma" von fusiforinis liegen. Auf der Südpolar-Expedition fand ich sehr große gregate Individuen mit 12 mm langen Embryonen, die noch keine Zacken auf dem Mantel zeigten. Bei 15 mm langen gregaten Individuen waren die Zacken vorhanden. J78 Deutsclie Siidpolar-Expedition. 8alpa Picteti sol. Apstein. Mehrere Exemplare mit 26 Muskeln waren in dem Materiale, bei allen aber war der Stolo so jinig, daß ich noch nicht die Muskulatur der gregaten Form erkennen konnte. Salpa iiiucrouata Forsk. In den Salpen der Tiefsee-Expedition (2*^ S. 10) hatte ich den Unterschied der gregaten Form dieser Art von derselben Form von .S. flagcllifera (Traust.) in der Zahl der die Muskeln zusammensetzenden Muskelfasern erkannt. ^S. flagellifera f. greg. ist nicht auf der Siidpolar- Expedition gefischt worden, so daß ich die Untersuchung nur für .S. mua'OJiata greg. wiederholen konnte und zwar an Tieren aus den verschiedensten Gegenden und von verschiedener Größe. Ich fasse die Angaben in Form einer Tabelle zusammen. Muskel 9.x. Ol. 15. V. 03. 5. Vlll. 03. 22. VIII. 03. 12. XI. 03. 1 U ."> h 5 h 5 h h b b 5 G 5 b b 5 5 2 3333 33333 3 34 333 33 .-! 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 4 3 3 3 3 4 4 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 3 » .) .> .) .( .) .) .) 9 9 •> .) ■) ■) .) •> Länge d. Salpen: 4 mm G « 6 G G G 6 G 9. * b b h IL* Bei den mit einem * versehenen lndi\idueu war die Anzahl der Fasern auf der rechten und linken Seite verschieden. Also auch bei den Exemplaren aus dem Indischen Ozean (15. V. 08) war die Zahl der Muskelfasern die gleiche wie bei den übrigen Exem))laren aus dem Atlantischen Ozean. Nur weni<>;c kleine Abweichungen von den Zahlen 5. 3. 3. 3. 2 kamen vor, widirend ich für .S. ßageUiferu viel höhere Zahlen fand. Salpa iiiagalhanica Apstein. Tafel YIII. Fig. 4. 5. Unter dem Materiale fanden sich au(3er kleineren Exemplaren Individuen der solitären Foi-m von 31 und 3!) nun Länge, während das auf der Tiefsee-Expedition gefangene nur 18 nun maß. Das große Exemjdar von 39 nun (10. III. 1903) zeigte, daß der erste Körpermuskel auf der Bauchseite • sich weiter nach hinten zieht (Tafel VIII Fig. 4), als bei den früher untersuchten Individuen, und daß der 5. Muskel auf dem Bauche weiter nach vorn geht. Muskel 7 und 8 waren im Verhältnis etwas breiter, als ich es in meinen früheren Figuren angegeben hatte (2'' Fig. 26"''). Die Muskulatur um die Einströmungsöffnung konnte ich bei dem schön erhaltenen Exemplar genau erkennen. Der auch in Fig. 4 sichtbare breite Muskel ß gehört zu dieser Muskulatur und umspannt den Körper, teilt sich aber an der Seite unterhalb des ()lfinmgswinkels, so daß dorsal zwei Muskeln vorhanden sind (Fig. 5 /y//), di-r schmale hintere Ast geht nach dem Ganglion (Fig. 5 g) zu. Dorsal wird der Ilauptmuskel (i von je einem kurzen Längsmuskel gekreuzt (Fig. 5 y), der sich auch bis zum Ganglion erstivckt. In der Oberlippe findet sich ein Muskel, ce. in der Unter- lippe zwei Muskeln tt et" . Alle di'ci Muskeln verschmelzen an den Seiten zu einem kurzen kräftigen Längsmuskel. Konserviermi?,'. Die vielen tausende von Exemplaren an Salpen, die auf verschiedenste Art konserviert waren, und eigene Untersuchungen haben mir die beste Art der Konservierung gezeigt. Apstein, Salpeii. 179 Handelt es sich um Miiseumsexemplare, so ist Formol gut anwendbar, da die Salpen dann ihre natürliche Durchsichtigkeit, auch der Muskeln behalten. Eine spätere Überfühi-ung in Alkohol ist aber ausge^ichlossen, da sie darin ganz zusammenfallen. Sie werden in Formol ganz weich unil die Muskulatur ist schwer zu sehen, so daß die Bestimmung schwierig ist und oft erst nach Färbung mit stark verdünntem Alkoholkarmin gelingt. Ob Formolexemplare für histo- logische Studien brauchbar sind, weiß ich nicht, möchte es aber bezweifeln. Das beste Kon- servierungsmittel ist Chromosmiumessigsäure. Die Muskeln werden leicht gebräunt, so daß die Salpen dann leicht zu bestimmen sind. Für Schausammlungen sind die so konservierten Individuen allerdings weniger schön, da sie ein falsches Bild der lebenden geben. Für histologische Studien und für die Erkenntnis des Verlaufs der Nerven ist ein solches Material aber ausgezeichnet. Alkohol und Subl imat geben auch brauchbares Material. Vor allem möchte ich also Osmiumsäure als Chromosmiumessigsäure emjjfehlen, wo es nicht auf reines Museumsmaterial ankommt. Expe- ditionen sollten diese Konservierung bevorzugen, damit das Material für weitere Untersuchungen noch bi'auchbar ist. c) Bestimmung'stabelle der Salpenarten. Aus vorstehender Übersicht ergibt sich nachfolgende Bestimnumgstabelle, die nach augen- fälligen Merkmalen zusammengestellt ist, aber weniger auf die Verwandtschaft der einzelnen Arten miteinander Rücksicht nimmt. I. Der Darinkaitnl ist gestreckt oder bildet eine Schlinge: Cyclosalpa. A. Der Darm zieht sich quer durch die Körperhöhle — solitäre Formen — (vom Vorderende der I'ückseite nach dem Minterende der Bauchseite). a) Drüsige Seitenorgarie fehlen ('. affinis sol. b) Drüsige Seitenorgane sind vorhanden. «) Sowohl am Rücken wie am Bauch je ein langer Längsmuskel jederseits, 7 Körpermuskeln vorhanden ('. inrgnla sol. (i) Keine oder nur am Rücken ein kurzer Längsmuskel, ISO Deutsche Südpolar-Expedition. «) Jederseits ein kurzes violettes Seitenorgan, Dann langgestreckt, an der Bauchseite verlaufend C. pinnata greg. ß) Kein Seitenorgan, Darm eine Schlinge bildend C. (ijfmis, greg. II. Der Darm ist stets nucleusförniig aufgerollt: Salpa. A. Kcttensalpen. also Individuen mit Embryonen, ohne Stolo. a) Die Muskeln l — 4 bilden eine Gruppe auf dem Rücken. «) Muskel 4 und 5 nähern sich an der Seite. ««) Der Mantel ist glatt N. fusiformis greg. jiß) Der Mantel ist gezackt »S.y"»,s7'/b?'??mf.echin.greg. //) Muskel 4 und 5 uidiern sich an der Seite. ««) Muskel .") und 6 auf dem Rücken verschmolzen. *) Muskel 1 und 2 stoßen auf dem Rücken aneinander N. )iut.rim(i greg. **) Muskel 1 und '2 sind auf dem Rücken weit verschmolzen, o) Der Mantel trägt am Vorder- und Hinterende Anhänge >S. ainboinensis greg. oo) DerMantelohneAnhänge, der Bauch ist pigmentiert >S. punctata greg. ßß) Muskel 5 und 6 sind auf dem Rücken parallel . . . S. hexayona greg. 1>) Muskeln 1 — 3 bilden eine Gruppe. a) Muskeln! — ?> und 4 — 5 stoßen alle auf dem Rücken zusammen N. cj/hiuhicn greg. ß) Zwischen Muskel 3 und 4 auf dem Rücken ein Zwischenraum. (la) Muskeln 4 — G nach vorn gewölbt. Bauchmuskulatur unsynunetrisch S. asymmetrica greg. ßß") Muskel 4 nacii hinten gewölbt, Bauchmuskulatur unsynunetrisch .S'. magallianica greg. YY) Muskel 4 verläuft quer. *) Muskel 4 und 5 sind "•etrennt .S. Tilesii erec. / O Dt? **) Muskel 4 inii] ■') (letzterer sehr zart) sind verbundcMi. o) Muskeln 1 — 4 aus je .") Bändern bestehend . . N. inncronata greg. oo) Muskeln 1 — 4 aus mehr Bändern bestehend . N. jlugcllifera greg. c) Muskeln 1 — 2 bilden eine Gruppe. et) Muskeln 1 — 2 und 3 — 4 je ein X bildend, Mantel hinten rund oder mit einem kui'zen Anhang S. confoederata greg. ß) Muskeln 1 — 2 weit verschmolzen, Mantel hinten mit langen Anhängen ,S. flensem greg. d) ') Muskeln alle von einander getrennt, breit S. zonaria greg. e) Muskeln ganz unsymmetrisch, schräg über den Kör])or verlaufend S. mstrafa greg. B. Einzeln lebende Salpen mit Stolo. a) Mantel mit langen Anjiängen. a) Mantel mit zahlreichen langen Anhängen N. /fcnscni sol. ') Hierher .lucli ,S'. nitida greg., Muskeln sclim.il. Apstein, .Salpen. Jßl /?) Mantel mit 2 Anhängen am Hinterende. cece) 20 rippenartige Muskeln S. Tilesii sol. ßß) 11 sehr dicht stehende, zum Teil miteinander ver- schmolzene breite Muskeln »S. hexagona sol. yy) 6 quer verlaufende Muskeln »S. Jlagellifeva sol. ()y) Muskeln 2 — 4 und 5 — 6 auf dem Rücken aneinandei*- stoi3end .S. mucronata sol. h) Mantel ohne lange Anhänge. «) Muskeln zum Teil zu Gruppen vereinigt. cca) Muskeln 1 — 3 stoßen aneinander. *) 9 Muskeln vorhanden. o) Mantel glatt S. J'usiformis sol. oo) Mantel gezackt S. fusiformis i. eQ\\m.so\. *') 11 Muskeln (1 — 3, 4 — 5, 9 — 10. miteinander verbunden) .S. asymmctrica sol. ßß) Muskeln 1 — 4 stoßen aneinander. *) Muskeln h — 10 sind parallel .S. cylmdrica sol. **) Muskeln .')— 7 bilden eine Gruppe, vorn ein langer muskulöser Rüssel »S. rostrata sol. ***) 8 Muskeln, 1— 4, 5 — G, 7 — 8 Gruppen bildend . S. magalhanica sol. YYY) Muskeln 1 — 2 und 3 — 4 je ein X bildend .... .S. confoederata sol. /?) Muskehl nicht direkt zu Gru[ipen vereinigt, höchstens die vorderen nach hinten ausgebogen, so daß sie die folgenden fast berühren. aa) 9 parallele Muskeln »S. maxima sol. ßß) 6 [jarallele sehr breite Muskeln «S. zonaria sol. yy) 10—13 Muskeln. *) 10 Quermuskeln, Längsmuskeln vorhanden . . . N. pmictata sol. *") Keine Längsmuskeln, 10 — 13 Quermuskeln, Muskel- bündel aus einem Muskel in den anderen übergehend N. dinhoiiicnsis sol. ()V)') 20 <^)uermiiskeln, zum Teil Muskelbündel von einem Muskel in den anderen tretend «S. Picteti sol. d) Das Nervensystem der Salpen. Über das Nervensystem der Salpen ist, soviel ich in der Literatur habe nachsehen können, nichts bekannt. Das Ganglion, der zentrale Nervenknoten, hat mehr Berücksichtigung gefunden, namentlich, da das mit ihm verbundene Auge mehrmals Gegenstand der Untersuchung gewesen ist. Die vom Ganglion ausstrahlenden Nervenwurzeln sind meist ganz schematisch gezeichnet, nur hin und wieder der Natur entsprechend. So gibt Vogt und YuNG (15. S. 272f.) für Salpa ') 55 Salpa mollis. Muskel ■_' und 3 verschmelzen zu einer Gruppe. 25* Jg2 Deutsche Südpolar-Expedition. miicronata an: „Von dein Ganjilion strahlen 12 Nervenpaare aus . . . Alle diese Nerven sind außer- ordentlich fein lind zart und wir müssen eingestehen, daß wir weder bei den lebenden lujcli auf mit Osmium- oder Chromsäure behandelten Präparaten sie weit über das angegebene Dreieck (Flimmei- linii'u und Muskel) hinaus haben verfolgen können.-* Die Schwierigkeit der Untersuchung habe auch ich kennen gelei'iit mid nur ganz vereinzelte Ivxemplare, die mit ( )sniiumsäure behandelt waren, erlanliten mir. die Nerven weithin zu verfolgen. Erschwert wird die Untersuchung dadurch. daU man bei der Dicke des Objektes nicht mit ganz starken Objektiven arbeiten kann, ich mußte mich mit Objektiv 7 von Leitz begnügen, eventuell stärkere Okulare zu Hilfe nehmen. Den Vereuch, die Salpen an einer Seite aufzuschneiden luid ausgebreitet zu untersuchen, mußte ich aufgellen, da sich dabei im Mantel große Falti-n bildeten, die die Verfolgung der Nerven vcrhindci-tcn. Ich muß gestehen, daß das, was ich bieten kann, auch nm- ein Bi'uchstück ist, da mir sowohl die Zeit, als geeignet konserviertes Material fehlte, die \'erliältnisse weiter zu verfolgen. Da aber immerhin meine Untersuchung Neues liietet, zögere ich nicht, das wenige hier zu veröffentlichen. Ich habe zwei Arten untersucht, und zwar Salpa zonaria f. greg., von welcher Art den Zeichnungen ein 9 mm langes Individium zugrunde lag, und Salpa confoederata f. greg., bei welcher die Zeichnungen ebenfalls nach einem 9 mm langen Exemplar angefertigt wurden. Maße, die ich weiterhin mitteilen werde, beziehen sich, wenn nichts Iiesonderes gesagt ist, auf die 9 nun langen pjxemplare. Die letztere Art hatte ich gewählt, weil ich annehmen mußte, daß auch das Nervensystem der Einfachheit der Muskulatur entsprechend leicht zu über- sehen sein würde: ich hatte mich aber darin geirrt. Die Nerven bezeichne ich mit Buchstaben, die zum Teil angeben, wo der Nerv endet, zum Teil nur zur Unterscheidung dienen. In den Figuren sind die Nerven, die auf der Rückenseite verlaufen, ausgezogen, die der Bauchseite punktiert blau gezeichnet. Bei den Figuren wird auffallen, daß die Nerven auf der rechten und linken Seite niclit immer ganz genau miteinander übereinstimmen. Ich habe aber niu- das gezeichnet, was ich wirklich gesehen, imd nicht, was ich nur kombiniere. 1. Salpa zonaria f. greg. 9 mm lang. Tafel 8 Fig. G — 9. Von dem Nervenknoten strahlen 4 starke und 5 feine Nervenpaare jederseits aus, im ganzen also 18 Nerven. Die starken Nerven waren an der Wurzel 7 fi l)reit. nur der 2. (Fig. G en") war 11//. Die feineren Stämme dagegen waren dicht beim Ganglion nur 2,« breit. Bei einem doppelt so großen Exemplar waren die starken Nerven 15 — !'.> // dick, während die feinen Nerven bis 6 /4 Durchmesser hatten. Verfolgen koimte ich die Nerven beiiuem, solange sie 1 ,« Durch- messer hatten, unter günstigen Umständen auch bis 'A ,"• l>a. wo ein Nerv in Längsrichtung eines Muskels verläuft, ist er auch liei größerer Dickt,' schwer der Muskelfasern wegen zu sehen. Nerv eo (Fig. G. 7) geht nach der 01)erlippe der Einströnnmgsötlhung. I)icht an der Flimmergrube vorbei zieht der Nerv nach vorn. Vor dem Oberlipiiemnuskel') teilt er sich in zwei Aste, die über den Muskel hinübertreten und nun zahlreichere Verzweigungen dicht am Kande der Lippe bilden. An der Unterlippe (Fig. 9) koiuite ich deutlich die großen Epithelzellen (sehr Hache PHasterzellen) erkemieii. die diciit am 1/ippenraiid bedeutend kleiuer wurden und dichter standen, so daß dei- Lippenrand ein duiikKTes Aussehen hatte. Bis hierher ') Hier ist die Ober- und Unlcrlippe der Eiiistrümungsöffming gemeint, nicht der Mundöffnung. Ai'sTEiN, Salpen. 183 konnte ich Nerven verfolgen, wo sie dann blieben, vermag ich nicht zu sagen. Ob an dem Lippenrande ])esondere Geschmacks- oder Geruchsorgane liegen, konnte ich nicht ent- decken. Nerv eu (Fig. 6. 7. 8) geht nach der Unterlippe und einem eigenartigen Organ am Vorder- ende. Seitlich geht dieser Nerv vom Ganglion ab, wendet sieh weiter nach vorn und tritt dann zwischen die und uh). teilt sich dort in zwei Äste, die sich im IJande der Lippe verzweigen. Apstein, Salpen. J85 Die Muskeln bei S. confoederata waren eigenartig gebildet, sie zerfaserten (Fig. 18) am Ende, während sie bei »S. zonaria wie glatt abgeschnitten aussahen. Nerv .y (Fig. 10. 11) entspringt aus 3 Wurzeln und geht direkt seitwärts ab nach dem 1. Muskel, vorher teilt er sich. Der vordere Ast geht auf die Bauchseite über und in vielen Schlängelungen nach vorn, wo er von dem Muskel mo^ verdeckt wird. Der hintere Ast geht über Muskel 1 hinweg, sendet aber in ihn ein paar kleine Nei'venfasern ab. Der Hauptast geht auf der Bauchseite weiter nach hinten und der Mitte. Nerv au^ (l'^ig- 1'*. 11. 13) geht schräge nach hinten. Da, wo er auf den 1. Muskel trifft, teilt er sich; der kleine hintere Ast ließ sich bis in die Nähe des 2. Muskels verfolgen. Der Hauptast teilt sich, nachdem er den 2. Muskel gekreuzt hat, wieder; der vordere Teil geht nach der Bauchseite und schräge nach vorn, wo er durch den Muskel ?/io ' schließlich verdeckt wurde. Der Hauptstanun geht nach der Bauchseite und zieht sich, zwischen 2. und 3. Muskel sich teilend, an der Körperseite hin und läßt sich bis an das Hinterende verfolgen, wo I)eide Äste in einem dicht gehäuften, dunklen Pigmente (Fig. II''- 13'') verschwinden. Der eine Ast ließ sich bis zum Nucleus verfolgen, er wird wohl auf der Bauchseite an die Muskulatur der Ausströmungs- <')fFiumg treten. Nerv rt?«' (Fig. 10. 11. 13) hat einen ganz ähnlichen Verlauf wie der vorhergehende, nur verzweigt er sich weniger. Ich konnte nur einen abgehenden Ast gleich hinter dem 2. Muskel erkennen. Der Nerv geht auch nul' die l)auchseite ülicr und verschwindet in dem Pigment am llinterende (Fig. 13''). Nerv (ui^~'^ (l^'ig- '"• !'• '•'»)• J^'i*^*? 3 Nerven entspiingen dicht neben einander zun) Teil mit doppelter Wurzel («(/'• ■^) und wenden sich alle dem hinteren Ende zu. Hinter dem 3. Muskel in der Nähe des Ovariums vereinigen sich die Nervenstämme au^ und au* und dicht vor dem 4. Muskel tritt auch noch zu ihnen Nerv au" (Fig. 11. 13), so daß diese drei einen großen Teil des KiM'pei-s getrennt durchlaufenden Nerven zum Schlüsse nur einen Nerven bilden, der, sich teilend, in der Pigmentanhäufung verschwindet. Der Nerv a^i^~^ bleibt in seinem ganzen Verlaufe auf der Dorsalseite, ob er am Hinterende auf die Bauchseite übergeht, weiß ich nicht, vermute es aber. Da, wo der Nerv an"" den 1. Muskel passiert hat (Fig. 17), besitzt er einen ganz zarten Nebenast (Fig. 17. 15). Dieser hat mehrere Verzweigungen, die ehien treten zurück an den 1. Muskel, die anderen, icl^ konnte deren 3 zählen, gehen an rundliche Zellen in der Kfirper- wand, die einen Diirclimesser von 7 ,« haben. In der Aufsicht waren diese Zellen kreisrund, von der Seite gesehen, haben sie eine halbkugelförmige (oder glockenförmige?) Gestalt (Fig. 1."»*). Deutlich konnte ich den äußerst feinen Nerven an dieses Gebilde herantreten sehen, so daß der Zusannnenhang unzweifelhaft ist. Organe gleicher Art traf ich bei den Nerven m\ ao' und ao\ Die Funktion dieser Oruane ist unbekannt, daß wir aber darin Sinnesorgane zu erblicken haben, ist wohl sicher. Sollten diese Zellen mit den Tastzellen von Keferstein und Ehlers (7^ pag. 61 Taf. 11 Fig. 9) bei Dollülum übereinstimmen oder sollten es Leuchtorgane sein? Nerv m\ Zwischen den Nerven au" und au^ liegen zwei ganz zarte Nerven, die nach dem ersten Muskel gehen, vorher aber zu einem Nerv verschmelzen (Fig. 10. 11. 17). Der Nerv tritt an den 1. Muskel heran, verzweigt sich auf ihm stark, während aber ein Ast an ein IgQ Deutsche Siidpolar-Expedilion. eben beschriebenes rundes Organ tritt (Fig. 17). Mit Eintritt der Nerven in den 1. Muskel endet der Nerv. Nerv (10 ' (Fig. K>. 11. IG) geht iingefülir in der Mittellinie des Rückens nach hinten. Zwischen 2. und 3. Muskel teilt er sich, der eine Ast geht über den 3. und 4. Muskel hinweg und vereinigt sich mit dem anderen Ast wieder, nachdem letzterer mit dem Nerv ao^ in Vei-bindun"- «betreten war. Nachdem die beiden Äste eine Strecke vereinigt gewesen waren, trennen sie sich wieder und treten, sich verzweigend, an die Olierseite der Ausströmimgs- ütVnimg heran. Kurz ehe dei- eine Ast mit dem Nerv ao' am 3. Muskel sieli vei-einigt, konnte ich wieder einen sehr feinen allgehenden Nerven sehen, der sii-h, an den Muskel heran- tretend, in ihm sehr fein verzweigt, sowie einen kleinen Ast, der mit einem nindeii Organ in Verbindung stand. Nerv ao* (Fig. 10. 11. 13) geht ebenfalls direkt nach hinten. Vor dem 3. Muskel tritt er, wie schon gesagt, mit dem Nerv ao' in Verbindung, geht aber über die beiden Muskeln 3 und 4 hinweg, teilt sich über diesen in zwei Hanptstämme, die nach der Oberseite der Ausstrümungs- ötl'uung gehen und sich hier weiter verzweigen. Da, wo dieser Nerv oberhalb der Kieme (Fig. l'd') den Muskel 3 passiert, teilt er sich, wie gesagt, und an dem einen Ast findet sicli wieder ein ganz feiner Nerv, der mit mehreren Ästen (Fig. 14) an den Muskel 4 tritt, wälnvml andere Äste an die runden Organe treten. Bei Salpa confoederata gehen fast alle Nerven entweder bis zu der Einstrümungsöffnung oder zu der AusströmungscifFnung. Nm- wenige Nerven haben einen anderen Verlauf (s. ?«'). An die Muskeln treten sie vermittelst sehr feiner Fasern heran, die sich vermutlich zahlreicher finden, als es mir gelang sie nachzuweisen. Die Fasern sind so fein ('A — '/■.,»)• ^'^^ ^^'^' ^^'^ '^"'" an besonders günstigen Stellen finden konnte, besonders weil die Benutzung sehr starker Objektive ausgeschlossen ist. Die feinen Nervenfasern treten aber nicht nur an die Muskeln, sondern auch an runde Organe, die in der Körperwand liegen, heran. e) Anhang. Im ganzen sind von der Deutschen Südpolar-Expedition über 3400 Salpen mitgebracht worden, die sich auf 18 Arten verteilen. Gefunden sind nicht Salpa punctata, he.rayoiia und nsyvimetrica, abgesehen von nitida und mollis. Die letzteren beiden sind zweifelliafte Arten, wie ölten gesagt; die ersten drei sind bisher überhaupt luu- 1 mal im durchfahrenen Gebiet gefunden worden. Der Zahl der Individuen nach wurden "efanjfen von 4.B 7o des Materials ti. confoederata 32 7o «li's Materi iais C. pinnata 4.B S. ßagetli/era 21 . . H. 7naxima .1 S. vincronata IH „ - S. ci/lindrica 2.r) S. J'mi/ormis 7.3 „ .. S. THesii 2.1 S./n.ii/ormis f. echinata (i „ _ „ S. zonaria .) N. imKjallHniiat 1 Für die ülirigen S; dpen lileilit denniai ■h nur 7,7,, übrig. Apstein, Salpen. 187 Die auf der Südpolar-Expedltion lieobachteten Salpen sind in nachfolgender Tabelle auf- geführt. Bei jeder Spezies bedeutet die erste Zahl gregate Form, die zweite solitäre Form. Ein + bedeutet, daß mir das Material nicht vorgelegen hat, sondern daß die Angabe aus Notizen von Prof. Vanhöffen stammt. Tabelle über die Stationen der Deutschen Südpolar- Expedition mit den an denselben gefundenen Salpen. D a t II in l'Jül. VIII. 19. 101'. 20. .. '2;s. .. 24. .. 2G. ,. 27. .. :iO. „ IX. :!. .. 8. .. i;5. .. 21. ,. 26. moig. 28.:il)eMd.s :?ü. ., .\. I. .. 1. .. 7. 8. nachm. !). ., 10. alxnuls 11. 13. 14. 23. 2(1. 28. al)('iuls ;!0. mittags 81. nachts .\I. 1. .. 4. al)t'iiiis ö. nachts 6. .. 8. .. ü. .. 12. .. 14. moig. 15. 16. .. XII. 10. ., 11. ., äl.abcmls 21.naciim. :27. 1902. 11.10. X.14. 18. 1903. 1.17. 11.27. Netz Hiiitii. Hiutn. Kätsclici Veit. Veit. Drrilur Vi'li. Verl li-.-Notz ■ VlMt. Vcrt. Tiefe Veit. IJiutn. liiutn. Vei-t. ( )l)eiH C3 g ee 's a 's c S 1^ CO SÖ '> 33 J? B 5 C4-! gr. s. gr. s. gr. s. gr. s. gr. s. gr.s. gr.s a 'S gr.s. Oh gr. s. igr. s. gr. s. !1C gr- gr- gr.s. 61 4 1330 ( )l)erll 12110 ÜKIII Olieid i:!t() OIhtII "lO Olierti r)ü( I ( lliertl :!(1(J0 ( »lieifl 1 4 8-1- 2700 385 385 lud 41 Kl 150 + + 19 3 4 1 1 1 1 4 1 1115 + + 10 6 1 9 2 3814 - 3 1 1 31 2 2 - 1 29 28 2 2 + + 9 2 1 2 10 7 417 181 212- 628- + + tS u a cä 4= ? M CS H S gr.s. gr.s. -3 a? gr.s. - 3 15 53 + + 127 — 1 tt -700 2 1 1 2 1 + + + 35 21 Tem- pera- tur Ober- Häche + + + + 2 1 1 1 I)eiilsi-Iu' SiWI[)nl;ir-K\[iiMliliüii. IX. /.nidiit^ie. 26 C. 17.5 19.5 19.7 20 19.8 21.2 22.3 24.4 27 27.2 26.8 26.6 24.0 24 24. 24.1 24 24 23.; 24, 21, 19, 18 18 17 17 17 18, 15, 16, 16 15 14 16.'. lö.f 18 4.f 5.7 1.8 188 Deutsche Südpolar-Expedition. 1) a t 11 ni Netz Ticlr s _'r. s. '5 E ^'r. s. 's ?r. s. a .'S *n o gr. s. U'r. s. S S iir. s. CO 1 cn 3 gr. s. ä 'S c 1 gr.s. CO a (V _c 'S B C3 gr. s. gr.s. C3 Im 1 gr. s. a S gr. s. 2 3 gr. s. a a o t) gr. s. .3 s o N gr.s. 'm gr.s. c3 u 'c3 £ gr. s. 'c Ol Vi c a: gr. s. Tem- pera- tur Ober- flache l'.)03. III. 9. 10. 17. 23. IV. 1. IV. 2(5. nachm. V. 1. .. 5. 7. . 8. .. 14. . 15. .. 18. .. 20. - 22. . 25. .. 2(i. .. 31. „ Vlil. 5. vorm. abends G.vorm. 7. nachm. 8. 11. 14. 15. abends 18. .. 19. 20. 22. 23. .. 24. . 2(5. _ IX 3. . 4. . 6. .. 8. nachts 9. h). 11. . 19. . 20. nachm. nachts 21. 22. abends 23. nachts 2(5. 30. X. 7. nachts 9. 13. IC.nacht.s 20. 2(i. ninr};. .NI. 1 1. nachm. l2.niorj.'. Veit. Veit. Vcrt. Horizont. Pl.-Netz \ert. Verl. Pl.-Xetz \-ei-t. I'l.-Netz Vert. I'l.-Netz Vert. I'l.-Netz Vert. Horizont. Vert. Vert. Horizont. Vert. Horizont. Vert. Horizont. Verl. Horizont. Vert. Hl 401) 3IKHI M) KNI 150 (»belli. 400 :'iooo Ol.erll. 400 20 400 400 400 Obertl. 400 (»bertt. 50 2(KI 400 Obertl. (Iberfl. 400 400 400 1500 400 400 4(H) 400 2(KHI 20 (Ibeill. I'.OOO Ol.erll. 4(H) Obertl. 10 400 Oberll. 10 3000 HOO 1 5( H 1 40 3000 30. S. flayelli/erfi TuAi.vrKtiT 17. S. con/oederata Fok.sk 18. S. zonaria Pai.i 19. S. Tilesii Cuv 20. .9. magalhanica Atstein 21. S. Ilenseni Traustedt 22. iS. mollis Hekdman (?) 23. S. nUkla Hekdman (?) ;. (17) Ein * in diL'.ser Übersicht hedoutet: von der Deutschen Südpolai'-ICxpeditiun neu nachgewiesen. In meinen Salden der Deutschen Tiefsee-Expedition (2<ä pag. 20 — 32) halte idi ausführlicher die Verbreitung jeder Salpenart besprochen, so daß ich mich hier, tun Wiederholungen zu ver- meiden, auf Ergänzungen des dort Gesagten beschränken kann. Der Übersichtlichkeit wegen gebe ich eine Tabelle (s. S. 191 u. 192). die nur die Daten und Angabe der gefundenen Salpenarten ohne Rücksicht auf die verwandten Netzt imd die Anzahl der gefundenen Individuen enthält. 1. Cyclosalpa pinnata wurde dicht vor dem Kanal gefunden. Die nächsten bisher bekaimten Fundorte waren an der irischen imd spanischen Küste. Die übrigen Fundorte fallen in Gel)iete, aus denen diese Art schon bekannt war bis auf einen Fundort im Indischen Ozean, 14. V. 1903. südöstlich von Mauritius. Der nächste Fundort liegt nördlich von Madagaskar. Alle Fundorte liegen in Wasser von mehr als 20°, nur deijenige vor dem Kanal hatte etwas niedrigere Temperatiu-. 2 — 4. Cyclosalpa afjhm, virgnla imd Jloridana fanden sich in Gebieten, aus denen diese drei Salpen schon bekannt waren. ('.Jloridana würde, da ich C. Bakei-i \1\ch1lVA\ ixni jloridana für identisch halte, jetzt auch aus dem Pazifischen Ozean bekannt sein, und zwar von Kalifornien iin.l von 10" 19' n. Br. und 134" 57' w. L. 5. Haljiu cylindrica wurde westlich \on den Kanaren gefangen, häufiger alier in dem Gebiete zwis.-hiti K:.pland und dem 0-Meridian (7 — 18 VIII 1903). Apstein, Salpen. 191 Datum Cy _ 1 cl osalpa •2 = -§ 1 ^ -g CS -5 c4 g 5 s : 1 s 1 1 'X, O :- C3 -s a 2 S 2 'S 1 CS B CD T3 + S c3 Kl g 'S .2 o c 'o 2 cS C/3 r/. a c^ P-. O S-i C3 + + + + -I- ce es t.1 « T3 CS O &.• B B O o o N a = + + Apstein, Salpen. 193 6. Salpa maxima war häufiger zwischen Ascension und dem Äquator, neu in dem Gebiete zwischen Neu-Amsterdam und Mauritius (1. V. und 14. V. 1903). 7. Salpa fusifonnis, nach S. mucronata die häufigste Salpe, war im Südatlantischen Ozean auf weite Flächen hin noch nicht cefonden. Die Lücke ist ausgefüllt, da diese Art an vielen Stellen auf der Fahrt vom Kapiand bis Ascension gefunden wurde. Ebenfalls neu sind die Fundorte südlich von Mauritius. Als neue Fundorte muß ich noch erwähnen, daß bei den Internationalen Untersuchungen diese Art von den Engländern im November 1904 häufiger im Kanal und von uns im November 1905 sogar im Skagerrak gefangen wurde. 8. Salpa fusiformis forma echinata ist in zahlreichen (217) Exemplaren gefunden worden, im Nordatlantischen Ozean südlich von den Azoren, südlich vom Äquator um Ascension herum, dann im Antarktischen Ozean und im Indischen Ozean zwischen dem 25. und 50.° s. Br. Als nördlichsten Fundort kann ich den Golf von Biscaya anführen, in dem sie unlängst Fowler (6"^) entdeckt hat. Die Eintragungen auf der beigegebenen Karte (Tafel 10), verglichen mit der Karte Fig. G pag. 25 in meinen Salpen der Deutschen Tiefsee-Expedition, lassen die Erweiterung unserer Kenntnisse in bezug auf die Verbreitung dieser Art erkennen. 9. Halpa amhoinensif; ist neu für das Gebiet südlich von Mauritius (14. V. 1903). 10. 11. Salpa punctata und hexagona wurden nicht gefunden. 12. Salpa Picteti war in einem Fange südlich von Mauritius (14. V. 1903) vorhanden. 13. Salpa rostrata war bisher nur südlich bis Ascension gefunden: weiterhin im Südatlanti- schen Ozean entdeckte sie die Deutsche Südpolar-Expedition in 25° s. Br. an dem 0-Meridian. Ferner war sie in mehreren Fängen zwischen Neu-Amsterdam und dem Kapland vorhanden. 14. Salpa asijmmetrica wurde nicht gefunden. 15. Salpa mucronata wurde neu gefunden zwischen Ascension und dem Kapland und südlich von Mauritius und Madagaskar. 16. Salpa ßagellifera wurde in großen Mengen nin- einmal im Südatlantischen Ozean (15. XL 1901) gefunden. Ich komme auf diesen Fundort noch unten zu sprechen (pag. 19Gf.). 17. Salpa confoederata lieferte neue Fundorte zwischen Ascension und dem 30''s. Br. und fand sich ferner zwischen St. Paul. Mauritius und dem Kapland. 18. Salpa zonaria war noch nicht südöstlich von Mauritius bekannt, sie wurde dort am 14. V. 1903 gefischt. 19. Salpa Tile.iii ist bei weitem am häufigsten auf der östlichen Seite des Atlantischen Ozeans gefunden worden. Zwischen die bekannten Fundorte schieben sich solche der Deutschen Südpolar-Expedition ein. Dana war sie zwischen Neu-Amsterdam und Mauritius vorhanden. 20. Salpa magalhanica wurde westlich von Kapstadt gefangen, zahlreicher aber in dem Antarktischen Ozean. Die Karte (Tafel 10) zeigt ihre Verbreitung. Zu den bisher bekannten zwei Fundorten kommt der eine im Südatlantischen Ozean hinzu und dann zahlreiche in der Antarktis, die wegen der Kleinheit der Karte durch nur einige O angegeben sind. 21. Salpa Ilenseni wurde zum erstenmal im Südatlantischen Ozean gefangen, und zwar einmal nördlich von Ascension und dann am 22. VIII. 1903 weiter im Süden. Im Indischen Ozean wurde sie südöstlich von Mauritius (14. V. 1903) getroffen. [94 Deutsche Siidpolar-Exiieditioii. Zwei Gebiete sind es, für welche die Salpenaiisbeute der Deutschen Südpolar-Expedition unsere Kenntnisse bedeutend erweitert hat. Einmal der Antarktische Ozean, für den SuJpa mayaVianica und Sd/pa fusi/ormis forma echinatd') als neu nachgewiesen wurden. Dann das Gebiet zwischen Xeu-Ainsterdam — Mauritius — Kapland und 40° s. Bi-. Für dieses Gebiet sind zum erstenmal als dort lebend nachgewiesen: Cyclu.salpa pinnahi, Sa/jxi ina.vvna, fusifoi'mis mit der /'o?'//irt ecliiiiata. l'icteti, rostrata, Ilenseni. Ganz vereinzelte Fundorte in der Nähe dieses Gebietes waren bekannt von Siilpa mucronata, confoederata, zonaria und Tilesii, während der Nachweis des Vorkommens in di(.'soni Gebiete jetzt erbracht worden ist. Abhängigkeit von ilcr Temperatur. In meinen Salpcn der Deutschen Tiefsee- Expedition (2'' pag. 32) hatte ich als Resultat der Verbreitung der Salpen ausgesprochen: „Die Salpen sind typische Hochseebewohner, die zum größten Teile in warmem Wasser leben, während nur wenige Arten an kälteres oder kaltes Wasser gebunden sind.'' Ich werde zu untersuchen haben, ob das Material der Deutschen Südpolar-Expedition mein früheres Resultat bestätigt odei' ihm widerspricht. Die Fänge der Südpolar-Expedition setzen sich aus Vertikal- und Oberflächenfängen zusammen. Vertikalnetzfänge, die aus gröi3eren Tiefen bis zur Oberfläche gemacht sind, lassen keinen Schluß zu, in welcher Tiefe der durchzogenen Strecken die gefangenen Salpen gelebt haben, mithin auch nicht, in welchen Temperaturen. In dem Antarktischen Ozean allein wäre die Temperatur annähernd anzugeben, da sie dort an der Oberfläche und in ilen größeren Tiefen wenig unter U" ist, in den Zwischenschichten aber wenig über U": von der Oberfläche bis zum Boden flndet sich also keine große Temperaturschwankung. Bei der Gaussstation war die Temperatur von der Oberfläche bis in die Tiefe vom 20. II. 1902 bis 8. II. 19ü3 gleich, nämlich stets — 1.85° C, also gleich dem Gefrierpunkt des Wassers von 33 %„ Salzgehalt. Fiir die Oberflächenfänge — imd diese sind zahlreich von der Süd[)olar-Expedition ausgeführt worden — sind die Tempei'atur- bedingnngen auch sonst sicher. Die mit horizontal gezogenen Netzen an der Oberfläche «■efani'enen Salpen haben bei den an der Oberfläche gemessenen Tem[)eraturen wirklich gelebt. Temperatur um 0° C. Sal})enfänge bei dieser Temperatur habe ich während der Zeit vom 14. X. 1902—1. IV. 1903 (Tabelle pag. 187) verzeichnet. In dieser Zeit wurde dreimal je eine Salpa fusi/ormis forma echinata erbeutet. Regelmäßiger und häufiger war Salpa iiKKiaUnmica. 7 Fänge mit 33 Individuen sind aus dieser Zeit aufgeführt. Andere Salpen waren bei diesen niederen Temperaturen nicht vorhanden. Sdlpd fnsiformis forma echinata ist, wie wir gleich sehen werden, auch bei liölieren Temperaturen gefunden. Salpa nia(/a/hanica ist außer in dem Antarktischen Meere bisher drei- mal gefangen worden. Der Fang der Südpolar-Expedition am 12. XI. wnr ein Vertikalfang aus 3000 in. Die Oberflächentemperatur an dieser Station lietriig l.")..")" V., die Temperatm- am Boden in 5281 m 1.2" G. Es ist immerhin möglich, daß diese Salpe in der Tiefe bei sehr niedriger Temperatur gelebt hat. Dann ist diese Salpe an der Südspitze .Vmei-ikas gefunden, wo die Temperatur also auch sehr niedrig gewesen sein wii-d. Das drittemal li;it die Tiefsee- Expedition diese Salpe an der Olurtiäche (St. 118) bei 12.3° C. gefangen. Für Salpen ist diese Temperatur sehr niedrig; es ist al)ei' die liüehste gemessene Tempei-itiir. bei der die ') Wenn ich die oo-lsotherme als Nordgrenze des Antarktischen Ozeans inliuie: nehme ich die üo-Isotherine. ist nur .S'. iiiayalhimira neu. Apstein, Salpen. 195 fragliche Art bisher erbeutet wurde. In dem Antarktischen Ozean wurde S. mcujalhanica an 7 Stationen gefangen. Es scheint mir demnach zweifellos, daß wir eine Kaltwasserform vor uns haben; damit bestätigt sich, was ich schon auf Grund geringen Materiales früher vermutete (2'' pag. 33). Salpa fusiforniis forma echinata kann ich aber nicht als Kaltwasserform bezeichnen, sondern es ist eine eurytherme Art. ich kann sagen, unter allen Salpen die am meisten eurytherme Art, die sowohl in kaltem als in warmem Wasser lebt. Temperaturen von + 1.8 bis 4.8° C. Bei dieser Temperatur ist vom 1. XII. 1901 — 10. II. 1902 nur HaJpa fusiformis foiiaa echinata gefischt. Um gleich bei dieser Art zu bleiben, will ich die übrigen Befunde bei höheren Temperaturen anführen, wobei ich mich aus den oben ausein- andergesetzten Griinden auf die Oberflächenfänee beschränke. So fand sich diese Art bei 15—20": 1901 am 31. X. luid 4. XI. bei mehr als 20°: 1901 am 28. IX. und 10. X. 1903 am 7. V., 14. V., 22. V., 20. IX. (V) IG. X. Also findet sich diese Salpe bei Temperaturen von etwa 0° bis über 20° C. Temperaturen von 15, 20 und mehr Grad. Alle übrigen Salpen leben bei diesen Tem])eraturen; wenn sie bei niederen Temperaturen gefunden sind, so ist als Grund stets ein warmer Strom festzustellen, der polwärts geht, sich abkühlt und die Salpen mit sich fi'ihrt. Das Resultat wäre: Die Salpen sind typische Hochseetiere, von denen eine Art (.S. iiHujalliaiilcd) Kaltwasserform ist, eine Form (H. fimformis forma echinata'), sowohl in kaltem als warmem Wasser lebt, während alle übrigen Salpen Warmwasserbewohner sind. Faunengebiete. Durch die drei deutschen Expeditionen') (Plankton-, Tiefsee- und Südpolar-Expedition), die infolge von Hensens Planktonforschungen den pelagischen Organismen systematischer nachstellten, als das bei früheren Expeditionen der Fall war, ist in bezug auf Salpen der AtlantisclK' und Indische Ozean im allgemeinen gut bekannt. Der Pazifische Ozean (vergleiche Tafel 10) ist noch ganz ungenügend dinrliforscht, so daß ich füi- ihn meine Schlüsse aus den wenigen bekannten Resultaten ziehen muß. Das Kaltwassei'gebiet, charakterisiert durch »S. magalhanica, ist oben genügend besprochen. Die Warmwasserformen (Tafel 10) scheinen alle Kosmopoliten zu sein. Ganz sicher ist das l)ei folgenden Arten: Cydosalpa pinnata, affinis, floridana, Salpa cylindrica, fusiformis und ihre forma echinata, mucronata, rostrata, zonaria, wohl auch amboinensis. Im östlichen Teile des Atlantischen Ozeans finden sich weit häufiger als im westlichen: Salpa Tilesii und confoederata. Nur auf der südlichen Halbkugel ist Salpa Jlacjellifera bisher gefunden. Salpa hexagona ist häufiger im Indischen und Pazifischen Ozean, während sie im Atlantischen Ozean erst einmal gefangen ist. Im Mittelmeer sind häufiger als in den Ozeanen: Salpa ma.vima, punctata und Cydosalpa virgula. ') Andere Expeditionen berührten die warmen Gebiete nicht, oder falls die neueren Expeditionen das taten, so sind ihre Resultate noch nicht veröffentlicht. Deutsche Südpolar-Expedition. ]X. Zoologie. I. 27 J9(j Deutsche Südpolar-Expedition. Mit dem Golfstrome gehen weit nach Norden bis zu oder üher den GU° n. Br. liinaiis: Salpa zonaria, mucronata, fusiformis und CycJosalpa pinnata. Die eben genannten Punkte scheinen mir aber nicht genügend, um andere Faunengebiete abzutrennen als Warmwassei'gebiet und südliches Kaltwassergebiet. III. Verteilung der Salpen. Von der Südpolar-Expedition erhielt ich Salpen aus 99 Fängen sowie 10 Notizen über Fänge von Prof. Vanhüffen; von diesen sind 39 Vertikalfänge, 6 quantitative Planktonfänge, 57 Oberflächenfänge tuid 7 llorizontalfänge. Die G (juantitativen Fänge l)rachten zu wenig Material, als daJ3 sich aus ihnen Schlüsse ziehen liei3en. Es blieben von quantitativ verwertbaren Fängen nur die 39 Vertikalfäuge. Zu diesen sind Netze mit verschieden weiter Gaze verwandt, so daß das häutige Fehlen der kleineren Arten, wie Salpa mucronata, dadurch zu erklären ist. Die Oberflächenfänge sind für qantitative Bestimmungen im allgemeinen nicht verwertbar. Allerdings läi3t sich wohl schließen, daß, wenn ein Oberflächenfang Massen einer Salpe enthält, sie auch an dieser Stelle häufig gewesen ist, falls die Dauer der Fänge auch nur ganz ungefähr die gleiche gewesen ist. So wurden vom 20. — 24. Vlll., also vom Kanal bis Spanien, in den Oberflächenfängen Massen von CycJosalpa pituiata nnd Salpa confoederata gefangen. Wir können nun schließen, daß diese beiden Arten in dem ganzen Gebiet häufig gewesen sind, da sie auf einer Strecke von 500 Seemeilen (wie von Berlin bis Genua) so reichlich gefangen wurden. Ein Fall war aber ganz besonders interessant für Klärung der Frage nach der Verteilung der Salpen. Unter dem 15. November 1901 beschreibt Vanhöffen (13 pag. 70) losere und dichtere Wolken, „letztere so dicht, daß die Tiere einander berührten. Dr. Bidlingmaier konnte den Schwann von der Tonne des Großmastes aus verfolgen. Er beobachtete um 8 '' vier Parallelzüge, von denen der eine, erheblich länger als die anderen, mehrere 100 m weit sichtbar war, und die durch die gelbliche Farbe und Irisiei-en des Wassers auffielen. Von Bord aus erkannte man die einzelnen gelbbraunen Kerne, die vom sprossenden Stolo umringt waren." Diese Beobachtung wurde ungefähr in 35° 3 5' s. Br. 7° ö. L. bei ca. 15° Oberflächentemperatur gemacht. In der Bearbeitung der Tiefsee-E.xpeditions-Salpen habe ich (2'' pag. 29) gesagt: „Bei Station 8G konnte man vom Schiff aus im Wasser eine gelbgrüne Wolke sehen, die etwas länger als das Schiff war (ca. 100 m), aber an der breitesten Stelle hflchstens halb so breit. Die Wolke bestand aus Salpa Jlayellifera, die hier an dem Westrande des Benguelastromes sich angesammelt hatten." Und ebenda pag. 4 1 : „Bei Station 8G sahen wir im Wasser eine gelbgrüne W^olke, die ungefähr Schilfslänge hatte, :ilicr nur liajli so breit au der lireitesten Stelle war. Die Wolke bestand aus S. jlagellifera, die das Wasser so erfiillte, dal3 außer ihr sich keine Organismen fanden, selbst nur wenig Wasser zwischen den einzelnen Individuen vorhanden war, so daß tatsächlich der Ausdruck Tierbrei hier am Platze war. Die Individuen waivn ilie sulitäre Form und alle von ungefähr der gleichen Größe von 14 nun. Apstein, Salpen. 197 Auf Station 87 brachte ein Oberflächenfang über 2000 Individuen, davon waren Vi soUtäre und 'A gregate Form; unter ersterer fanden sich zwei Größen, wenige (60) von 14 mm, 1000 von 5 — 6 mm Länge. Auf Station 88 fanden sich noch in zwei Vertikalnetzzügen 15 Exemplare, davon 5 gregate und 10 solitäre Form. An Station 90 vor Kapstadt endlich waren noch 5 solitäre Individuen in einem Ober- flächenfange. An Station 85 und 89 war diese Salpe nicht vorhanden. Von Station 86 — 88 würde die Salpe ununterbrochen zu finden gewesen sein, also auf eine Strecke von ca. 200 Seemeilen (= 375 km) oder auf eine Entfernung wie von Kiel bis Leipzig oder von Neapel bis ungefähr Florenz. Auf dieser Strecke war bei Station 86 die Dichte des Vorkommens so groß, daß ihre Massen direkt im Wasser zu sehen waren, auf Station 87 wurde sie ebenfalls massenhaft gefangen, verfärbte aber nicht mehr das Wasser. In bezug auf Salpen gehört die Strecke von Station 83 — 88 zu den interessantesten der ganzen Fahrt." Die Salpe wurde in Massen namentlich an Station 86 und 87 bei 1C),1 — 16,5° C. Ober- flächentemperatur gesammelt. Die Stelle auf der Südpolar-Expedition und Tiefsee-Expedition ist fast genau dieselbe (Tafel 10). Ich hatte in meinen Salpen der Tiefsee-Expedition (2'^ pag. 42) gesagt: „So halte ich auch das Vorkommen der S. jlageUifera in den oben erwähnten Teilen des südlichen Atlantischen Ozeans für ein gesetzmäßiges" und dachte nicht, wie bald sich meine Ansicht bestätigen würde. Auf der Tiefsee-Expedition hatten wir diese Stelle am 19. Oktober passiert; am 15. November, drei Jahre später machte die Südpolar-Expedition dieselbe Beobachtung. Der von den beiden Expeditionen beobachtete „Schwärm" würde also eine gesetzmäßige „Ansammlung" sein, da unter Schwann das regellose Vorkommen verstanden wird. Ob diese Ansammlung sich das ganze Jahr über hier finden wird, läßt sich nicht sagen, da sie bisher nur im Oktober und November beoliachtet ist. Ich habe diese „Ansammlung" — sowie ähnliche Vorkommnisse — durch die Selbst- reinigung des Stromes (2^ pag. 287 [43]) zu erklären versucht. Der Strom, hier der Benguelastrom, schiebt in ihm treibende Körper, hier die Salpen, nach seinen Rändern ab, wo sie sich anreichern nn'issen. Die Zusammensetzung dieser Ansanunlung stimmte auch mit dem Fange Station 86 der Tiefsee-Mxpedition überein. Dort fand sich, wie auch hier, nur die solitäre Form, während auf der Station 87, 88 auch die gregate Form sich in größerer Menge fand. Die solitären Individuen hatten aber alle sehr weit ausgebildete Stolonen, so daß kurze Zeit später sich auch die gregate Form in den Ansammlungen finden muß. IV. Zeitliche Verteilung. Schon in meinen Salpen der Plankton-Expedition (2* pag. 62ff.) hatte ich diese Frage behandelt. Seit dieser Zeit haben sowohl die Tiefsee-Expedition als die Südpolar-Expedition den Ozean befahren; auch sind von Küstenplätzen aus weitere Beobachtungen gemacht worden, die wir zur Beantwortung der Frage nach der zeitlichen Verteilung der Salpen heranziehen können. 27* 2i}y Deutsche Südpolar-Kxpedition. Man winl unterscheiden müssen zwischen Gebieten, in denen S;di)en sicli nur zeitweiHg finden, und solchen, in denen Salpen dauernd vorkommen, also einheimisch sind. Für das zeitweise Auftreten habe ich frülier (2" pag. 541'.) das Meer um die Hebriden anführen können und eine Heihe Berichte angeführt, tlie große Mengen von Sa/pa fu^i/onnis und mHcroiiata dort verzeichneten. Die Salpen gelangen dort mit dem Golfstrom im August hin. Sie gehen mit diesem Strome dann weiter bis an die norwegische Küste, wo sie von Sars (10) im September und Oktober bis Bergen hin beobachtet sind. Andererseits können sie aucli mit dem in die Nordsee eintretenden Golfstromast bis in die Nordsee gelangen. So lial)e ich N. J'nsi/onim auf der Novemberterminfahrt 1905 mit dem Forschungsdampfer Poseidon in Mengen sowohl auf den Stationen in der Norwegischen Rinne als auch im Skagerak gefunden. Dicht an der Oberfläche waren sie spärlicher vorhanden, der Salzgehalt betrug 30.85 Voo. sehr zahlreich waren sie in 5 m Tiefe bei 81.047oo Salzgehalt. Sie müssen mit dem Golfstrom in diese Gegenden gelangt und dort in oberflächlichere Schichten gekommen sein, so daß sie bei verhältnismäßi"; schwach salzigem Wasser lebten. Daß sie auch hier noch gut oediehen. zeiiit ilcr prall mit Nahrung gefüllte Darm. Auch im November l!)0-i wuimIc diese Salpe im Kanal auf der englischen Untersuchungsfahrt gefischt (5. XI. 1904), sowie 19();! im August und November Salpa mucrvnata. In diesen Gebieten sind die genannten Salpen nicht heimisch, sondern sie sind durch den Golfstrom hierher geführt. Ihr Erscheinen geschieht daher plötzlich, ebenso wie es von der amerikanischen Küste für den Juli bis Oktober von Agassiz (l" pag. 18. 1'' pag. 190) Ijeschrieben ist. Berichte von Küstenplätzen solcher Meere, in denen die Salpen heimisch sind, sind leider recht spärlich, sie liegen vor vom Mittelmeer und der kalifornischen Küste. Bei diesen Küstenplätzen ist der Einfluß der Strönnmgen aber nicht ausgeschlossen: wie groß dieser Einfluß ist, ist im allgemeinen schwer zu sagen. \'om Golf von Neapel ist es bekannt, dal! Sti-önumgen zeitweilig große Mengen einzelner Tierarten hineinbefördern, wie Uijandt (4) es liir kolonie- bildende liadiolarien nachgewiesen hat. Schon früher führte ich die Tubellen von Slümiutlein an (11), die auf mehrjährigen Beobachtungen beruhen. So fand er Sulpn nnicrdun/d vom danuar bis März, im Mai, am häuligstan im duli und August. Ich fand sie aber aucli vctni Oktober bis Dezember, so daß diese Salpe das ganze Jahr dort zu finden ist mit einem Maxinunn im Juli bis zum August. Sulpa itiaxima findet sich das ganze Jahr, am häufigsten von A])ril bis Juli. Sulpa jnnnata ebenfalls jahrüber mit einem Maximum vom Juni bis Dezember und im Februar. Sa/jur confoederata war häufiger im November, seltener vom Jidi l»is September: in den übrigen Monaten wurde sie nicht beobachtet. Salpa J'usiformis wurde nin- im Februar gefischt, auch ich halie sie vom Oktol)er bis Januar nicht zu sehen bekommen. Im November und Dezember erhielt ich hin und \\ieder Stilpa Tilcsii imd eiiiin;d im Dezend)er Sulpa jin/ic/inien sie. durch das Siidialpa fusiformis war immer vorhanden, am häufigsten vom Juni bis August. >>(üpa mucronata war überall und zu jeder Zeit häufiger. Salpa Tilesii wurde häufig im März und Juli beobachtet, seltener im Mai, Juni August, November. Salpa cylindrica war nur einmal im Juli, Halpa confoederata war vom Januar bis August vorhanden, ohne daß sie in einem Monate besonders liäufig war. Salpa zonarm wurde mehrmals beol)aclitet. Also wurde uwv S. fusiformis und iiuicru- luita immer beobachtet, die übrigen aber nicht in allen Monaten. Ein Wechsel ist sowohl im Mittelmeer als an der kalifornischen Küste unver- kennbar und fi'ir die meisten Arten auch ein ausgesprochenes Maximum. Da die Saljjen kein l\uhestadium durchmachen, sondern als echte ilochseetiere zum peren- nierenden Plankton gehören, so glaube ich. daß in diesen durch die Temperatur stai-k beeinflußten Gegenden — anders als in den Tropen — Zeiten stärkerer Produktion mit solchen cerinoerer abwechseln. Die Beobachtung auf hoher See ist schwierig, da von gleichen Gegenden wenige Beobachtungen vorliegen. Jedoch ist eine Ozeanstrecke von mehi'eren Expeditionen befahren worden, nämlich Kap Verden — Ascension. Die Plankton-Expedition befand sich in dieser Gegend vom 1. — 13. IX. 1881). Die Deutsche Südpolar-Expedition vom 20. IX.— 10. X. 1901 und wiederum vom Fig. 42. 1 r. IV CL A- inno n- üi I t u PI. E. = Plankton-Expedition 15. 1a. — 5. A. 19().>. iJie Plankton-hixpe- rv t ü n ^ ^ 'r- t v i*„ i D.T.E. ^ Deutsclie Tiefsee-Expedition """ dition also etwa einen Monat früher. Ferner S.P.E. = Südpolar-Expedition Ausreise Heimreise. 3 PI.E 5.P.E. Z °D.T.E 20 '•m roM (=-= '• / \ ^ö '■, / ^^ S.P.E \ 1"' M I9\^ A Jr>^eH-^-'4.iO /• öX \'« Wir •• ^"^^^ AMkä . ^ ^ \?o ^ — -- 5\ \ «\ \ '•, \ — \V :^ N - 10- \ =- \^. ■••..w ^^^ •iü- ^ V ^^^ .>. \ •••.. , ^ \ ■, \ \ ■ > VI3 ^= \ \ ■• '^ \ ''• V5 •. ^ 2g\^ ■ V« ■■••!* \ v^S^' ?s*^ "-. \^ä 27 ^ A ■5t. Paul. ^\ is^ -■ DIE fS~M^- . ■0- "\~T-'S~aK':-! i^l'X^ \ ■■ •0- A. s'n \ 3> 1 '^ «/ «i Ni . ^ i '^s 7 '^1 i f7 "•-. **••. ""l ' "'■» je " •• / 1 '6 J 10 / ^ ■ yJ '^ 11 ■■/ •- :,kJl5ceniion 9 " ^,>^^ I ^"9^-. S,P.E -10- foYx. «jf -10 3 2 5.P.E. 1 0_ 200 Deutsche Siidpolar-Expedition. durchfuhr die Challenger-Expedition diese Strecke im April 187(). Letztere Expedition hat ihr Augeiiincrk aber weniger auf die pelagischen Organismen als auf die Untersuchung der Bodentiere gerichtet, so daß ihre Resultate nicht ganz vergleichbar sind. Die Deutsche Tiefsee-Expedition hatte einen etwas östlicheren Kurs gewählt, so daß ihre Resultate auch nur teilweise benutzt werden können. Allerdings sind auch die Resultate der Plankton- und Siidpolar-Expedition schwer ver- gleichbar, da nicht überall die gleichen Netze angewandt sind. Auf der vorstehenden Karte Fig. 42 ist der Kurs der Expeditionen eingetragen, die 25 "-Isotherme verläuft ungefähr auf dem Äquator in der in Betracht kommenden Gegend. Über den Inhalt der Fänge gibt folgende Tabelle Aufschluß. Pl.-E. heißt Plankton-Expedition. SP.-A Deutsche Südpolar-Expedition-Ausreise, SP.-H. Deutsche Südpolar-Expedition-Heimreise, T.-E. Deutsche Tiefsee-Expedition. Anzahl der Stationen Ex- pedition Cyclosalpa c cn ^ E 'i CS ! CC Sc CS o a a CO B fusiformis f. echinata Salpa 2 « a ~ (U n |1 .s 5 Tilosii riistrata 10» i\. 5»N. 13 0» rr. CA 10» S. 3 2 4 G 3 ß 1 1 1 1 2 4 3 Pl.-E. SP.-A. SP.-H. T.-E. Pl.-E. SP.-A. SP.-Il. T.-E. Pl.-E. SP.-A. SP.-II. Pl.-E. S.P-A. SP.-H. -t- 4- + -h -1- -1- -1- -1- + + + -1- -+- + -1- -f- + -1- + + 4- + -1- -t- _ -t- -1- -f- 5 — 10» n. Br. Die Plankton-Expedition, Südpolar-Expedition und Tiefsee-Expedition fanden gemeinsam >^al^a mucronala und fusiformis, die Tiefsee-Expedition, die weiter östlicher ihren Kin-s hatte, noch 2 weitere Arten. — 5° n. Br. Salpa vmcronata und ftisiformü sind von allen Expeditionen gefunden. Auf 2 Durclxjuerungen Salpa co)ifoederata, jloridana, crjlindrica, f. echinata, zonaria, auf 1 Durch- ((uerung rostrata, Tilesii, maxima, affmis und virgula. — 5° s. Br. Die Südpolar-Expedition hat in diesem Gebiet nur je einen Salpenfang. dagegen die Plankton-Expedition 4 Stationen, Jedesmal wiu'de Salpa fusiformis gefangen und je einmal nur N. coiificderala, Tilesii, cyliNdnca, pinnata, f. echinata. Daß S.macroiiata nicht von der Südpolar-Expedition gefunden wurde, liegt wohl an der Verwendung eines Vertikal netzes mit weiten Maschen. Apstein, Salpen. 20 1 5 — 10" s. Br. Halpa mucronata wurde immer gefangen. Bei 2 Durchquerungen: Salpa fustformis, pinnata, zonaria, nur bei 1 Durchquerung Salpa cylvicb'ica, maxima, f. echinata, Tilesii und rostrata. Nehmen wir das Gebiet von 10° n. Br. bis 10° s. Br. als ein einheitliches Gebiet, so sind bei 3 Durchquerungen gefangen: Salpa pinnata, cylindrica, fusiforinis, f. echinata, mucronata, Tilesii und zonaria, bei 2 Durchquerungen S. confoederata, bei 1 Durchquerung die selteneren Arten: Salj)a affinis, floridana, inrgula, maxima und rostrata. Die Challenger-Expedition fand im April 1876 in diesem Gebiet Salpa fnsiformis, f. echinata, mucronata, confoederata, punctata. Es sind also von der Challenger-Expedition 5 Arten ,. ,. Plankton-Expedition 9 „ „ ^ Südpolar-Expedition-Ausreise 8 „ „ „ Südpolar-Expedition-Heimreise 11 „ gefangen worden. Von den überhaupt gefangenen 13 Arten sind von Plankton- und Südpolar-Expedition 7 Arten gemeinsam gefangen, confoederata ist einmal nicht vorhanden, während die 5 selteneren oder doch im Atlantischen Ozean seltenen Arten nur je einmal gefunden sind. Wir können sagen, daß im September und Oktober in dem fraglichen Gebiet dieselben Salpenarten in 3 verschiedenen Jahren gelebt haben. Bei dem geringen Temperaturwechsel des Wassers in diesen Gegenden ist dieses Kesultat eigentlich vorauszusehen. Daß die seltenen Arten nur je einmal gefangen wurden, liegt an ihrer Seltenheit oder anders ausgedrückt an der Kleinheit unserer Netze. Eine Expedition, die zu ganz anderer Jahreszeit diese Strecke befährt, wird aller Voraussicht nach keine anderen Salpenarten fangen. Benutzte Literatur. la. Agassiz, Descriptiou of Salpa Cabotti Desor. Proc. Boston Society N. II., Vol. 11, 18GG. Ib. — Three cruises of the Blake. HuII. Mus. Comp. Zool. Harvard College, Vol. 14, 1888. 2a. Ai'sTiäiN, Die Thaliacea der Plankton-Expedition. B. Verteilung der Salpen. In: Ergebnisse der Plankton-Expedition, Bd. II, E. a. B., 1894. 2b. — Die Salpen der Berliner zoologischen Sammlung. In: Arch. f. Naturgesch., 1894. 2c. — Salpes d'Amboine. Voyage de MM. M. Bedot et C. Pictet dans l'Archipel laalais. In: Revue suisse de Zoologie, T. Xll, 1904. 2d. — Die Salpen der Deutsclien Tiefsee-Expcdition. In: Wiss. Erg. der Deutschen Tiefsee-Exp., Bd. 12, 1906. 2e. — Salpen in: Nordisches Plankton. Lieferung 1, 1901. 3. BoNNiEii et Perez, Sur un mode nouveau de Constitution de la chaine chez une Salpe nouvelle du golfe persique. (Stephanosalpa jiolyzona.) Cont. Rend. Acad. Sc. Paris, T. 13G, p. (!21— 622. 4. BiiANDT, Die koloniebildenden Radiolarien des Golfes von Neapel. In: Fauna und Flora d. Golfes v. Neapel. 13. Mono- graphie, 1885. y. Bulletin des resultats acquis pendant les courses periodiques. (Conseil permanent international pour Fexploration de la mer.) 6a. Fowlek, Contributions to our knowledge of the Plankton of the Faeroe Channel. No. 1. In: Proc. of the Zool. Soc. of London, No. 64, 1896. 6b. — The Thaliacea. Biscayan Plankton collected during a cruise of H. M. S. "Research" 1900. In: The Transact. Linn. Soc. London, 2. Ser. Zool., Vol. 10, 1905. 7a. Herdman, Report upon the Tunicata. 111. In: Rep. on the scientific results of the voyage of H. M. S. "Challenger", Zoology, Vol. XXVll, 1888. 202 Deiitsflie Siidpolar-Kxiiedition. 7b. Keferstein und Ehlers, Zoologische Beiträge. Leipzig 1861. 8. PiiuEz, Sur im mode nouveau d'association des BlastozoTtes en chaines chez une Salpe du Golfe persique. Proc. verb. Soc. Sc. Bordeaux 1902/(13. 9. Ritter, The pelagic Tunicata of the San Diego region, excepting the Larvacea. lii: University of California l'ubli- cations, Zooloiry, Vol. 11, 1905. 10. Sars, M., Fauna litoralis Norvegiae, Heft 1, Christiania I84G. 11. Schmidtlein, Vergleichende Übersicht über das Erscheinen pelagischer Tiere. In: Mitteil. Zoolog. Station Neapel, Bd. 1 u. 11. li'a. Traustedt, Bidrag til Kundskab om Salperne. In: Spolia atlantica, Vidensk. Selsk. Skrifter, G. Raekke, naturv. og math. Afd., Bd. 11. 188.'). 12b. — Die Thaliacea der Plankton -Expedition. A. Systematische Bearbeitung. In: Ergebnisse der Plankton- Expedition. l."i. Vanhöffen, Biologische Beobachtungen. In: Bericht über die wissensrbaftliche Tätigkeit der Deutschen Siidpolar- Expedition. Veröffentlichungen d. Instituts f. Meereskunde, Heft 1 . 14. Vogt, Recherches sur les animaux infericurs de la Meditcrranee. 2. memoire: Sur les Tuniciers nageant de h mer de Nice. In: Meni. de l'lnstitut national genevois, T. 11, 1854. 15. VouT und YuNc, Lehrbuch der praktischen vergleichenden Anatomie, Bd. 11, 1889 — 94. Tafel erklärungeil. Tafel S. a Einströmungsöffnung. o Muud. /' Ausstrümungsöffnung. ()berli|ipc. (• Endostyl. ;) Pigment. / Flimmerorgan. r Kieme. //( Flimiiicrbogoii. « Embryo. // Nervenknuten. so Seitenorgan. L Längsmuskel. xi Stolo. m Mantel. t Hoden. )i Dann. (/// Unterlippe. /(/' Blindsack des Darmes. Fig. 1. Cyclosalpa ßoridano forma sol. von der rechten Seite \. Fig. 2. „ „ „ „ Muskelfasern an der Bauchseite des 2. Muskels. Fig. 3. . „ s ^ Vorderende des Darmes mit Blindsäcken und lieuaobbarten Organen. Fig. 4. Salpa maijalliauica f. sol. vom Bauche t- Fig. 5. „ „ ,. „ Muskulatur der Ausströmungsüffinnii; von der linken Seite \. Fig. (!. Salpa zoiiarki f. greg. Ganglion mit abgehenden Nerven ^". (Nerven lilaugezeichnef.) Fig. 7. _ „ ., „ Nervenverlauf '-p. Fig. 8. „ „ „ „ Organ am Vorderende -4^. Fig. 8a. ,, „ „ .. Randpartie dieses Organs, stärker vergrößert. Fig. 9. ,, „ ,, „ Rand der Unterlippe (der Einströmungsöffnung) mit eintretendem .Nerv. Fig. 10. Salpa coufoederala f. greg. Ganglion mit abgehenden Nerven. Fig. 11. . T n Nervenverlaiif Y- Tiilcl i». Fig. 12. Salpa cimfoederala f. greg. Kinströmungsöffnung, Muskulatur und Nerven. Fig. 13. , . - r Hinterende mit Nerven y-. Eig. 14. „ „ „ „ an den Muskel herantretende feinste Nervenäste dos Nerven au- ^^. Fig. 15. ^ „ r r f**''ie Nervenfaser des Nerven on^ mit den runden Organen. I'ig- 15a. ,, „ „ „ ein solebes Organ, ca. J^. Fig- llj. _ „ B » Nervenverzweigung am Muskel und rundes Organ von Nerv aoK F'g- 1"- ,. „ n V ^i'o von Nerv au^ und wi'. Fig. 18. ,. ,. B „ Ende eines Muskels, sich in Fasern auflösend. Apstein, Salpen. 9Qq Tafel 10. Karte enthaltend: Kurs der Deutschen Siidpolar-Expedition: — Ausreise, Heimreise. Darauf . mit Datum: Fundorte von Salpen. Bisherige Fundorte von Q Salpa magalhanica. + r, fusiformis f. echinata. _ jIcKjelUfera. ^ Alle bisherigen Salpenfundorle im Pacifischen Ücean, um zu zeigen, wie wenig aus diesem gewaltigsten Becken bekannt ist. ■-'- Isotherme von 20» C. Oberflächentemperatur. Rote Linie: Nord- und Südgrenze der Warmwassersalpen. Deutsche Slliipolar-Expedition. IX. Zoologie. I. 28 Deutsche Südpolar- Expedition 1901-3. Band IX Tafel VIII. 6 («•i)n| Kciiiit'i; Apstcin . Saljun Fig. 1-3 Cyclasalpa floridana sol, FiyJt-'t S Ftci.O-P Salpa zonaria (/rqi Füj lo-ll So: Deutsche Südpolar -Expedition 1901-3. Band IX Tafel IX. Fiji.B \vr!;. j Geory Reiiiu'i: A/tsfein . Salpeii Fig. 12 -18 Satjia confoederata. greg. DfTitschp SudpokrExpediüoalSOl '3. Band DC Tafel 10 NEUE RADIOLARIEN (CYTOCLADUS GRACILIS und C. MAIOR) DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR -EXPEDITION 1901-1903 VON Dl. OLAW SCHRÖDER (lIEIUKrjiKRO) MIT TAFEL XI— XIII UND 1 ABBILDUNG IM TEXT l)LMilsi-he SiUliKpliir-K.viK'.liliuii. IX. ZiKilüsic I. 29 Inhalt. I. Allgemeiner Teil. Seite 1. Einleitung . 209 2. Vorkommen 209 3. Erhaltungszustand 209 II. Spezieller Teil. A. Das Skelett. 1. Aufbau des Skelettes. 1. Allgemeines 210 2. Das Skelett von Cytocladns graciUs 211 8. Das Skelett von Cytockuhts maior 211 2. Feinerer Bau und chemi.sclie BesclianVnlieit der Skelette. 1. Feinerer Bau 212 2. Verhalten beim Glühen 213 3. Verhalten gegen Reagenzien 213 B. Der Weich kcirper. 1. i'ijtocladus (jracilis u. g. n. sp. 1. Allgemeiner Bau 214 2. F^einerer Bau und Einschlüsse des Plasmas 215 3. Der Kern 217 2. Cytochidas maior n. g. n. sp. 1. Allgemeiner Bau 218 2. Feinerer Bau und Einsciilüsse des Plasmas 219 3. Der Kern 219 C. Systematische Stellung. Literatur 221 Tafelerklärung 221 29* I. Allgemeiner Teil. 1. Einleitung. Der Teil des Protozoen-Materials der Deutschen Südpolar-Expedition, den irh zur Bearbeitung übernommen habe, enthielt neben anderem drei Exemphire von bisher nicht beschriebenen Organismen, die man auf den ersten Bhclc für große kugelförmige Radiolarien halten konnte. Auffallend wai- ihre für Protozoen l)edputende Gröi3e: ein Exemplar maß nämlich im Durch- messer 14 mm, die beiden anderen je 8 mm. Die letzteren waren gleich, das große Exemplar wich in mehreren Organisationsverhältnissen von ihnen ab. Da auch die spätere Untersuchung des Weichkörpers noch Unterschiede zwischen dem großen und den beiden kleinen Exemplaren ergab, so war die Aufstellung einer zweiten Spezies geboten. Der einfacheren Bezeichnung im Text halber will ich gleich hier die Namen anführen, die ich für die Organismen vorschlage. Daß die Aufstellung einer neuen Familie, (Gattung und zweier Spezies nötig war, werde ich im Verlaufe der Abhandlung ni'iher liegründen. Die Familie nenne ich Cytocladidae, die Gattung Cytocladits. Für die beiden kleineren E.xemplare schlage ich den Namen Cytocladus gracilis vor, während ich das große als G. maior bezeichnen will. 2. Vorkommen. Alle drei Exemplare wurden im Atlantischen Ozean erbeutet. Da kein Schließnetz au- gewandt wurde, so läßt sich die Tiefe, in der sie vorkommen, nicht genauer bestimmen. Ein Exemplar von Cytocladus gracilis wurde am 5. November 1901 in 8° 30' w. L. und 32° 5' s. Br. nachts bei einem Fang aus 500 m Tiefe erbeutet; das andere am 26. Septemiter 1903 in 18 "57' w. L. und 0°38' n. B. und das Exemplar von Cytocladus maior am 9. Oktober 1903 in 29° 45' w. L. und 17" 18' n. Br. westlich von den Kapverden, beide bei Fängen aus 3000 m Tiefe. Demnach scheint das Verbreitungsgebiet im Atlantischen Ozean ein ziemlich ausgedehntes zu sein. 3. Erhaltungszustand. Konserviert waren die Organismen in Formol. Leider war nur der Weichkörper des einen Exemplars von Cytocladus gracilis in seiner natürlichen Lage erhalten. Bei dem anderen Exemplar war der Plasmakörper zwar noch intakt, doch war seine Lage im Skelett etwas verschoben. Bei Cytocladus maior war der Körper ziemlich stark zerfallen, so daß nur der OJy Deutsche Siidpolar-Kxpeditioii. Vergleich mit dem von C. gracüis es gestattete, sich ein Bihl \oii der Organisation des Körpers zu machen. Das Plasma selbst war nur bei dem besseren Exemplar von C. gracilis gut erhalten. Bei den anderen Individuen hatte es sich bei der Konservicrunji; in viele kleinere Klum|)en zusammen- geballt, wie es bekaimtlich bei größeren plasmatischoii ^Massen leicht eintritt (z. H. Peloinij.ra). Wie sich im Verlaute der Scliilderunir erueben wird, ist es sehr wahrscheinlich, daß lu'i diu lebenden Organismen noch Gallerte oder Calynuna und, wie fast zweifellos, auch Pseudo- podien vorhanden sein werden. Von solchen Bestandteilen war leider gar nichts mehr zu rinden. Der Erhaltungszustand der Skelette war sehr gut. II. Spezioller Teil. A. Das Skelett. 1. Aufbau des Skeletts. 1. Allj^emeliies: Wie schon anfangs erwähnt, ist die Gestalt des Gesamtorganisinus kugelförmig, was durch die Form des Skeletts bedingt wird. Dieses besteht nämlich aus i 2 Radialstachehi, die im Mittelpunkte der Skelettkugel zusanunenstoßen und hier fest mitein- ander verschmolzen sind, wie es auch bei einigen Acanthunictriden vorkommt. Vom Zentrum strahlen die K'adialstacheln gleichmäßig nach allen Seiten aus. wobei sie nahezu gleiche Abstände voneinandc-i' liabcii und gleiche Winkel miteinander bilden. IndtMU sieb alK' 12 l\adialstacheln in gleicht-r Entfernung vom Zeiitnnn stark verästeln, so daß jeder von ilinen einem Baum mit flacher Ki-eini Wachsen der Stacheln wird am Ende eint' neue Spitze ■aw'l der alten abge- schieden, und letztere wird von einer Skelettschicht eingehüllt, so daß sie ins Innere des Stachels kouunt. Zwischen der neu abgeschiedenen Spitze und der vorherigen läßt sich eine feine Grenzlinie wahrnehmen, und ebenfalls zwischen allen vorhersehenden. Hierdurch wird eine Art Achse in den Stacheln gei)ildet, die in regelmäßigen Abständen eine Querstreifung aufweist, entsjirecheud den einzelnen früheren Endspitzen der Zweige (s. Taf. \1. Fig. 4). Die Schichtung der Stacheln erschien im übrigen vollkommen |i;iiallel. Trotzdem müssen wir wohl gemäß ihrer Entstehung durch Ablagerung neuer Schieliten auf die schon vorhandene o SfiiiiöDER, Neue Radiolarieii. 213 Skelettmasse annehmen, daß die einzelnen Schichten dütenartig in einander stecken. Hiervon ist aber nur noch an den Zweigspitzen andeutungsweise etwas zu erkennen. Die Schichten konver- gieren hier aber unter so spitzem Winkel, daß sie schon in geringer Entfernung von den Zweig- spitzen vollständig parallel zu verlaufen scheinen. 2. Verhalten beim Olühen: Abgesehen von der Schichtung, läßt sich an den Stacheln ohne weiteres keine feinere Struktur erkennen. Sobald wir die Stacheln indessen glühen, treten die folgenden, neuerdings von Bütschli (1901) an Kieselnadeln von Spongien genauer untersuchten Erscheinungen auf. Die Stacheln nehmen bei auffallendem Licht eine weiße, bei durchfallendem Licht eine, je nach dei- Länge des Glühens, heller bis dunkler braune Färbung an. Dies beruht, wie Bütschli und frühere Beobachter gezeigt haben, darauf, daß in den geglühten Nadeln zahl- reiche feinste, gaserfüllte Hohlräumchen auftreten, so daß die ganze Skelettsubstanz eine fein- wabige Struktur anniunnt. Ferner erkennt man, daß jede euizelne Schicht der Stacheln aus einer einzigen Lage von Waben besteht. Als Grund füi- das Sichtbarwerden der feinwabigen Struktur beim Glühen nimmt Bütschli folgendes an (1901, pag. 248): „Das Auftreten der feinwabigen Struktur beruht darauf, daß eine solche auch schon in der nicht geglühten Nadel besteht, jedoch zu fein, um mikroskopisch sichtbar zu sein. iieim Glühen tritt eine Verdampfung des in den Wabenhohlräumchen ein- Seschlosseiion Wassers ein und damit eine Erweiterung dersellien l)is zur Sichtbarkeit. Für diese Ansicht spricht vor allem die Beobachtung, daß wenigstens in einem Fall auch eine nicht geglühte Nadel (s. Fig. 7, Tal". \IX) den wabigen Bau der Schichten deutlich zeigte. Aber auch der Schichtenbau überhaupt spricht sehr für diese Auffassung, da ich bei ähnlich geschichteten kolloidalen Körpern vielfach nachweisen konnte. dal.i die Schichtung von einer schichtweisen Anordnung von Hohlräumchen oder Waben hei-rührt, und daß die etwas ver- schiedene liichtln-eclumg der alternierenden Schichten auf dem etwas wechselnden Gehalt der- selben an Hohlräumchen und fester Substanz beruht. Schon diese Erfahrung macht es in der Tat sehr wahi'scheinlicli, daß auch bei der kolloidalen Kieselsäure der Schwammnadeln die Schichtung durch entsprechende Verhältnisse bedingt sein muß." Was hier von dem feinen Bau (Km- Spongien -Kieselnadeln und anderer geschichteter kolloidaler Körper gesagt ist, gilt natürlich ebenso für t bleilit, wie auch die Pinde sich nicht .stärker als das ül)rige Protoplasma fäilit. Hieraus ei'gibt sich, daß die Iidialtskorper noch von einei- stark färbbaren Membran überzogen werden (s. Taf. XII. Fig. 4). Schröder, Neue Radiolarien. 217 Eine weitere Struktur ließ sich an den Inhaltskörpern nicht erkennen; dagegen schien in einzelnen Fällen die plasmatische Rinde (r) wie von feinen radiären Fädchen durchzogen. Ob es sich hier etwa um einen Alveolarsaum handelt, lasse ich unentschieden. Bei Zusatz von verdünnter Salzsäure oder Essigsäure lösen sich die erwähnten Inhaltskörper ohne Gasentwicklung auf, wobei die sie umgebende Membran anscheinend zurückbleibt. Bei Zusatz von Kalilauge zerfallen die Inhaltskörper zuerst in kleinere Brocken, die schließlich auch verschwinden. In schwache Jodlösung gebracht, färben sie sich nicht dunkler als das Protoplasma. Genauere Untersuchungen über die chemische Beschaffenheit der Inhaltskörper habe ich indessen aus Mangel an genügendem Material nicht anstellen können. Meiner Ansicht nach handelt es sich um Konkrementkörnchen, wie sie auch bei andern Protozoen häufig gefunden werden, deren chemische Natur jedoch meist unbekannt ist. Eine starke Färbbarkeit mit Hämatoxylin wurde bei verschiedenen Granula anderer Pro- tisten festgestellt. Hierher gehören die von Bütschli (1890, 1896) beschriebenen „roten Körnchen" der Diatomeen, Amöben, Flagellaten, Cyanophyceen und Bakterien. Außer Bütschli untersuchte auch Lauterborn (189{)) diese Körnchen an Diatomeen luid fand sie auch Ijei mehreren Arten von Sarcodinen (Amoeha, Arcella, Gromia) ohne jedoch ihre chemische Beschaffenheit genau ermitteln zu können. Neuerdings wurden diese Körnchen von Arthur Meyer (1904) und Schubotz (1905) bei Bakterien und Amöben genauer untersucht, worauf ich nur kurz hinweisen möchte. Ob nämlich die von mir in ( 'ij/or/adiis gefundenen Konkrementkörnchen mit den ebenerwähnten BüTSCHLischen oder Volutin- Körnchen (A. Meyer) etwas zu tun liaben, ließe sich erst nach eingehenden Studien zahlreicheren und besonders frischen Materials ermitteln. Auch bei Radiolai'ien, besondei's bei den Thalassicolliden, haben verschiedene Forscher Konkremente beobachtet. Diese finden sich in den sog. Eiweißkugeln und sollen sich nach K. Hertwk! (I87(i) bei den Thalassicolliden stark mit Haematoxylin färben und in Säuren löslich sein. Hiniiecen weisen sie. ähnlich den Stärkekörneni. einen konzentrisch geschichteten Bau auf. und sind bedeutend größer als die von Cytocladus. :$. Der Kern: in der mittleren Plasmapartie fällt schon bei schwacher Vergrößerung bei Betrachtung von oben ein kreisrunder, gelbbraun gefärbter Körper, der Kern, auf (Taf. XI, Fig. 1 und 2»). Dreht man das Exemplar um 90", so ergibt sich, daß die Gestalt des Kerns scheiben- förmig ist (Taf. XII, Fig. 1). Der Durchmesser der Kernscheibe beträgt bei dem einen Exemplar 0.19 mm. bei dem zweiten 0.13 mm, die Dicke bei beiden etwa 0.06 mm. Der Kern liegt dicht unter der Oberfläche und über ihm finden sich keine Fettkugeln. Bei stärkerer Vergrößerung erscheint die Oberfläche des Kerns wie mit polygonalen Feldchen bedeckt, die jedoch nicht mit ihren Seiten aneinander stoßen, sondern wie durch ein Netz von Kanälen voneinander getrennt werden (Taf. XII, Fig. 5). Dies beruht darauf, daß die ganze Kernoberfläche zahlreiche zottenartige Erhebungen besitzt, was man auf dem optischen Durch- schnitt leicht erkennen kann. Am besten orientieren uns jedoch Schnitte über die feineren Bauverliältnisse. Fig. 6 (Taf. XII) zeigt einen Schnitt durch die mittlere Kerni-egion. An der ganzen Peripherie erhebt sich die Kernmembran zu vielen, etwa 4 ,u hohen Ausbuchtungen, die distal breit abgestutzt enden. Das feinkörnige Kernplasma dringt in diese Ausbuchtungen ein. Die erwähnte gelbbraune 9]^,S Deutsche Siklpolar-Kxijcditiuii. Farbe des Kerns ist auf die Kernmenibraii beschränkt. Feinere Strukturen, speziell Poren, ließen sich auch bei stärksten Vergrößerungen in der Membran nicht finden. Sclion bei Betrachtung des ganzen herauspräparierten Kerns (Taf. II, Fig. 5) fallen dunkle Partien unter der Oberfläche auf. Diese werden durch gruppenweise zusainmenliegeiide, mit Boraxkarmin oder Hämatoxylin stark färbbare Brocken (ehr) gebildet, welche wohl sicliei" als Chi'omatin aufzufassen sind. Ihre Gestalt ist etwa linsenförmig; in ihnen finden sich häufig mehrere sehr kleine Vakuolen (Taf XII, Fig. (i und 7). Jede Gruppe von Chromatinbrocken liegt wiederum in einer llach linsenförmigen Masse (/). die sich nicht so intensiv wie die Chromatin- brocken, immerhin al^er dunkler als das eigentliche Kernplasma, färbt. Wie man auf Fig. 6 und 7 erkennt, liegen die Chromatinlinsen (/) dicht unter der Kernmembran, und das eigentliche Kernplasma bildet niu- eine ganz dünne Lage zwischen den Linsen und der Membran, indem es die Ansl)uchtungen der Memliran erfüllt. Die Linsen (/) selbst lassen auf ihrer Oberfläche keine Hülle erkennen. Weder an ihrer Substanz noch an der der Chromatinbrocken ließen sich feinere Strukturen erkennen. Neben diesen Kerneinschlüssen fand sich auf den Schnitten durch die mittlere Kernregion noch ein kugeliger Körper (Taf. XII, Fig. (>?/) von 10 ,» Durchmesser. Er zeigte bei stärkerer Vergrößerung (Fig. 8) eine deutliche regelmäßige Wabenstruktur. Ix'i allen angewandten Färbungen blieb er farblos. Außerdem lagen im Kernplasma noch weitere ungefärl)te kleine Körperchen (/r«), die keinen feineren Bau erkennen ließen. 2. Cytocladus maior n. g. n. sp. \. AllgenuMiier Bau: Soweit die Bruchstücke des Weichkörpers den li'ülieivn Ziisaunneidiang erkennen lassen, scheint der Körperbau ähnlich wie bei Cytocladus graci/is zu sein. Die mittlere Piasmapartie, die, weim auch in verletztem Zustand, aufgefunden wurde, läßt erkennen, daß auch hier wahr.scheinlich fünf Äste von ihr entspringen (Taf XIII, Fig. 'icji). Leider war nur noch der untere kleinste Ast in Zusannnenhang mit der mittleren Partie geblieben. Wenn wir somit aimehmen können, daß der allgemeine Bau des gesamten Weichkörpers und die Verteilung der Aste im Skelett ähnlich wie bei Cytocladus gracilis sind, so zeigt dagegen der Bau der einzelnen Äste deutliche Abweichungen. Bei ('. maior hat der proximale T(>il der Äste nur 50 // Durchmesser (Fig. 3. Taf. Xlll). .Mhnählich wird der Ast dann stärker und erreicht bei der ei'sten Gabelung die Dicke von läO //. welche er im weiteren Verlauf durchschnittlich beil)ehält. Am dicksten sind jedesmal die Stellen unterhalb der Gabelun";si)unkte, wo die Breite bis 200 u betrafen kann. Eine ähnliche Verbreiterung findet sich an den Zweigenden; doch ist wohl anzunehmen, daß diese ebenfalls spätere Gabelungs- punkte bilden. Wie bei C. gracilis sind die Zweige auch hier etwas abgeflacht, im Querschnitt also oval. Soweit die Äste noch erhalten waren, konnte man erkennen, daß lüe dicliotome Verzweigung ziemlich streng eingehalten wird. Außerdem hatten alle Äste und Zweige ein steifes, plumpes Aussehen, ganz im Gegensatz zu den zierlich gebogenen Ästen von C. f/racilis. Im ganzen schien der Kör|)er auch nicht so stark verzweigt gewesen zu sein. Schröder, Neue Radiolarien. 219 2. Feinerer Bau und Einschlüsse des Plasmas: Der feinere Bau des Plasmas war der gleiche wie bei C. gracilis, so daß ich auf die frühere Schilderung verweisen kann. Die Einschlüsse waren ebenfalls dieselben, doch hatten sie eine bedeutendere Größe. Der Durchmesser der Öl kugeln (Taf. XIII, Fig. 4 oe) betrug ca. 120//, also fast dreimal so viel als bei C. gr'acilis. Außerdem war ihre Verteilung im Weichkörper insofern abweichend, als in den proximalen, dünnen Abschnitten der Äste sich keine Ölkugeln fanden (Taf. XIII. Fig. 3). Erst wenn die Breite des Astes etwa 100 ,u eri-eichte, traten die ersten auf. Die Konkrement kugeln erreichten einen Durchmesser von 4 bis 6 ,m und mit der sie umgebenden plasmatischen Rinde sogar 8 — 10 /n. Die zahlreichen Vakuolen (/;) des Plasmas waren dagegen mit durchschnittlich 2ö ^ Durchmesser etwas kleiner als bei C. gracilis. Der Kern von C mo^o/' konnte leider nicht aufgefunden werden. Die zentrale Plasmapartie war, wie schon gesagt, verletzt und der Kern herausgefallen, wogegen der Hohlraum, den er ausgefüllt hatte, noch deutlich erkennbar war. C. Systeiiiatische Ntelluiii!:. Weiteres über die Organisation dieser Organismen konnte bei dem teilweise ungenügenden Erhaltungszustand nicht ermittelt werden. Dennoch köimen wir ii;ieli Analogie mit ähnlich gebauten Protozoen das Organisationsbild noch etwas ergänzen. Es ist wohl vollkommen aus- zuschließen, daß der oben beschriebene verästelte Weichkürper die ganze plasmatische Substanz darstellt. Die Bildung des verästelten SkeU'ttes ist nur denkbar, wenn wir annehmen, daß Protoplasmafortsätze liis zu tlen Enden der Stacheln sich erstreckt haben müssen. Wir sind also wohl berechtigt anzunehmen, daß der verästelte Teil des Weichkörpers sowie das Skelett von einer (xallerthülle oder Calymma umgeben war. Hierbei möchte ich noch kurz auf die Bedornung der Endstacheln hinweisen, die vielleicht zur I)esseren Befestigung der Gallerthülle oder der Plasmafortsätze in irgend einer Art beitragen nuigeu. Analoge Erscheinungen sind ja bereits bei Radiolarien (Haecker 1904) beschrieben worden. Daß die Bedornung gerade fiu- die Olierfläche des Organismus von Bedeutung sein muß, ist leicht erklärlich, da gerade hier am meisten schädigende Einflüsse, wie z. B. Druck, eintreten können. So sehen wir denn auch, wie die Bedornung nur distal am Stachel ausgebildet ist und proximal allmählich verschwindet. Ebenso wie wii- aui' das Vorhandensein von Calymma schließen konnten, müssen wir wohl beim lebenden Tier Pseudopodien aimehmen, die von der Oberfläche des Protoplasmakörpers ausstrahlten, denn ohne dieselben wäre eine Nahrungsaufnahme nicht gut erklärbar. Da ferner in dem verästelten Teil des Weichkörpers nichts von Nahrungsvakuolen oder Nahrungsresten gefunden wurde, so erfolgte die Verdauung der aufgenonunenen Beute vermutlich in der fehlenden Calymmahülle. Hiermit hätten wir wohl mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein annähernd richtiges Bild der lebenden Organismen erhalten. Weniger leicht ist es, ihre systematische Stellung genauer zu bestiuuneu. Unzweifelhaft gehören sie zu den Sarcodina. Während man zuerst gewiß geneigt sein wird, sie zu den Radiolarien zu ziehen, zeigt doch die nähere Untersuchung, daß dies vorerst 220 Deutsche Südpolar-F-lxpedition. nicht mfiglich ist. Schon das Skelett hat in seinen morphologischen Verhältnissen keine Ähnlichkeit mit einer der bekannten, echten Kadiolarieiigruppen. Weim einerseits der Bau des Skelettes, besonders die zentrale Verschmelzung der Kadialstachehi, auf Heziehungen zu den Akanthometriden hinweisen könnte, so widerspricht dem vollkommen die rein kiesehge Natur des Skelettes. Aber abgesehen hier\ou liel) sich eine Zentralkapsel, dieser hauptsächlichste Organisations- bestandteil der Radiolarien, nicht erkemieii. Wollte man das Vorhandensein einer Zentralkapsel annehmen, so ließe sich eventuell dei- von mir als Kern aufgefaßte Körper als solche deuten. Hiergegen spricht aber der allgemeine Hau dieses Körpers und insbesondere auch der der Membran, die keinerlei Poren erkennen ließ. Ferner wäre es schwer zu sagen, was bei einer solchen Annahme als Kern zu deuten wäre. Die inembranlosen Chromatinbrocken oder die linsenförmigen Massen, in denen sie liegen, können wohl kaum so gedeutet wei'den; noch weniger dci' achromatische kugelige Inhaltskörper. Andivi-seits könnte man daran denken, den ganzen verästelten Weichkörper als Zentral- kapsel zu deuten. Aber diese Deutung hat ebenfalls wenig Wahrscheinlichkeit, da die ihn umhi'iUende, überaus zarte Membran keinerlei Ähnlichkeit mit einer Zentralkapselmembran hat und außerdem das Fehlen jeglichen extrakapsulären Plasmas sehr auffallend wäre. Immerhin erschiene aber doch diese letztere Annahme plausibler als die erste. Es dürfte somit die in dieser Arbeit versuchte Deutung dei- einzelnen Teile des Weich- körpers bis auf weiteres die größte Wahrscheinlichkeit haben mul die Zugehörigkeit der Organismen zu den echten Radiolarien vorerst auszuschließen sein. Ebensowenig lassen sich die ( )rganismen ohne weiteres den lleliozoen anreihen, denn i's ist sehr wahrscheinlich, daß sie im Leben retikuläre Pseudopodien besessen lial)en. Auch der Skelettbau ist von dem der bekannten Heliozoen ganz verschieden. Die Frage nach der genaueren systematischen Stellung der ([i/focladidae muß daher noch offen gelassen werden, bis einmal reichlicheres und vor allem auch lebendes Material ziu- Beobachtung gelangt, mit dessen Hilfe sich wohl leicht entscheiden lassen wird, ob es sich um eine neue, den Radiolarien und Heliozoen gleichwertige Gruppe handelt, oder oli unsere Organismen einer dieser bi-iden Ordnungen einzureihen sind. Die vorliegenden Untersuchungen wurden im Zoologischen Institut der Universität Heidelberg ausgeführt. Herrn Geheimi-at BtiTscHLl, der die Arbeit mit regem Interesse verfolgte unil mir stets mit Rat luid Hilfe zin- Seite stand, sage ich aucli an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank. Ileidellierii, im Mai l'.XKi. Nachtrag. Kurz nach Abschluß der vorliegenden Abhandlun"' erhielt ich ein Exemplar einer und // eine Art Längsachse bilden, während die andern Stacheln kranzartig zu je fünf um sie angeordnet sind. Im Zentrum sind die Stacheln fest miteinander verschmolzen. Vergr. 80. Fig. 4. Stück eines Stachels. Man erkennt die Streifung und ebenfalls die Zäbnchen an den Innern Schichten. In der Mitte sieht man eine Art Achse, die von den früheren Zweigspitzen gelüldet wird. Die scheinbare Querstreifung beruht darauf, daß jede neu abgeschiedene Endspitze von der vorigen durch eine verschieden brechende Schicht getrennt ist, ebenso wie es bei der Schichtung des Stachels der Fall ist. Vergr. looo. Fig. 5. Stück eines kurze Zeit geglühten Stachels. In den axialen Schichten ist die feine Wabenstruktur hervorgetreten, während die peripherischen Schichten unverändert sind. Man erkennt besonders deutlich die Zähnchen an den axialen Schichten. Vergr. lOÜO. Tafel XII. Cytoeladus gradlis n. g. n. sp. Fig. 1. Weichkörper von der Seite gesehen. Es ist nur die rechte Hälfte des auf Taf. XI, Fig. 1 dargestellten Exemplars gezeichnet. Hei m würde der Mittelpunkt des Skelettes zu suchen sein. Man sieht, daß an der Unterseite der mittleren Plasmapartie, unterhalb des Kerns (?(), der fünfte kleinere Ast (u) ent- springt, der auf Taf. XI, Fig. 1 weniger deutlich zu sehen war. Der Ast a', welcher von einem oberen Ast zweiter Ordnung entspringt und sich zur Unterseite znrückbiegt, war nur an dieser Seite des Weichkörpers entwickelt. Vergr. i'O. Fig. 2. Zweigspitze stärker vergrößert, nach einem mit Hämatoxylin gefärbten, in Kanadabalsam eingeschlossenen Präparat. Das Plasma ist von einer zarten Hülle (m li) umgeben. Im Plasma linden sich zahlreiche Vakuolen {>•), Ölkugeln (oe) und kleinere, auf der Figur als dunkle Punkte noch erkennbare Körnchen. Der Inhalt der Ölkugeln hat sich im absoluten Alkohol und im Nelkenöl aufgelöst. Vergr. 120. Fig. 3. Stück aus einem Zweig, stark vergrößert, nach einem mit Hämatoxylin gefärbten und in Kanadabalsam über- führten Präparat. Die Körnchen {k) sind stark gefärbt. Die Wände der ölkugeln {oe) erscheinen ebenfalls dunkel, da auf ihnen ein feiner, mit Hämatoxylin stark färbbarer Niederschlag zurück- geblieben ist. Ihr Inhalt war wie bei dem auf Fig. 2 dargestellten Präparat aufgelöst. Vergr. JOO. Fig. 4. Einige der Körnchen bei starker Vergrößerung, r die plasmatische helle Rinde, welche die Konkrementkugel (c) umgibt; letztere wird noch von einer hier mit Hämatoxylin sehr dunkel gefärbten Hülle umgeben. Vergr. loUO. Fig. .'). Ilerauspräparierter Kern von der Fläche gesehen. .\uf der Oberfläche zahlreiche polygonale Felder (a), die man am 0])tischen Durchschnitt als Ausstiiliiuni.'en der Kernmembran erkennt. Außerdem sieht man grui)peiiweis zusammenliegende ('hromatinl)rücken {ehr). Jede Grujipe liegt in einer etwas dunkler gefärbten linsenfiJrmigen Kernplasmamasse. Vergr. 250. Fig. fi. Schnitt durch den Kern. Man sieht aus dem Vergleich mit Fig. ü, daß der Kern die Gestillt einer kreisrunden Scheibe hat. Das Plasma des Kerns erscheint körnig und erstreckt sich auch in die Ausstülpungen (<() der Kernnienibran. In der mittleren Partie des Kerns liegt ein durch Ilämaloxyliu nicht gefärbter kugeliger Körper (//). An der Peripherie des Schnittes, unterhalb der Kernoberfläche, liegen die Querschnitte der Cbromatinbrocken {ehr) und der sie umhüllenden Kernplasmalinsen (/). In einigen Chromatinbrocken vakuolcnartige Einschlüsse. Außerdem liegen im Kernplasma einige ungefärbte Körnchen (/h). Vergr. 500. Fig. 7. Handparlic eines Schnittes durch den Kern. Das linsenförmige Kernplasmagebiet (/) mit den darinnen liegenden Cbromatinbrocken {ehr) fläclienhaft getroffen. In den Ciirdniatiubrnckcn kleine Vakuolen. Die Schröder, Neue Radiolarieii. 223 Ausstülpungen (a) der Kernmembran sind z. T. auch tangential getroffen und dalier ohne Verbindung mit dem Kern. Vergr. 750. Fig. 8. Der auf Fig. 6 dargestellte kugelige Körper (ij) aus der mittleren Region des Kerns bei sehr starker Vergrößerung. Er zeigt eine feine Wabenstruktur. Vergr. 1000. Tafel XIII. Cylucladus iiiaior n. g. n. sp. Fig. 1. Ein Radialstachel. Der basale Teil bis zum mittleren Abschnitt unverästelt; dann entspringen einige einfache Seitenstacheln und darauf ohne Übergang gleich die Hauptiiste, die an verschiedenen Punkten des Radialstachels abzweigen. Gegen das distale Ende des Radialstachels werden die Aste allmählich kleiner. Vergr. 20. Fig. 2. Endspitze eines Zweiges mit kleinen Zähnchen besetzt. Vergr. 300. Fig. 3. Der untere Ast des Weichkörpers im Zusammenhang mit der zentralen Plasmapartie (c p). Der proximale Teil des Astes ist dünn und enthält keine tilkugeln. Distal wird er allmählich dicker und ist mit Ülkugeln (oe) erfüllt. Die Verzweigung ist dichotomisch aber nicht so reich wie bei C. gracilis. Vergr. 20. Fig. 4. Spitze eines Plasmazweiges, ungefärbt in Wasser betrachtet. Im Innern zahlreiche Vakuolen (c) und (»Ikugeln (oe) enthaltend. Bei letzteren ist der Inhalt teilweise herausgetreten und hat rings um die i )lkugeln eine Zone radiär zur Oberfläche gestellter Kristalle gebildet. Der zurückgebliebene Teil des Inhalts ist in Form von Tropfen im Innern der Kugeln zu sehen. Der ganze Zweig ist von einer zarten Hülle (m li) umgeben. Vergr. 12(1. ) 31'' Deutsche Südpolar- Expedition 1901-3 '^.,^.^ ,#4, Gfori| Reimer, 'in'. Deutsche Südpolar -Expedition 1901-3. Band ix Tafel xii. Ulli .rX w \tK X) #S' . r -rA;- m/i ^ e a ■"?* /wo '■••■ ^» ,,-l.ir,;-v".'.V:r,t.'J\Vm1ey.lianl(&:e«. Geuri] Keil Deutsche Südpolar- Expedition 1901-3. Band ix Tafel x III. ■ ///// ■^:^ V-:;.!..' (ipor;) ReiiiiiM EINE GESTIELTE ACANTHOMETRIDE (PODACTINELIUS SBSSILIS OL. SCHR. N. ö. N. SP.) DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 1901-1903 VON Dr. OLAW SCHRÖDER (HEIDELBERG) MIT TAFEL XIV UND XV. /C^ o Einleitung. Unter dem Teil der Ausbeute der Deutschen Südpolar-Expedition, dessen Bearbeitung ich übernommen hatte, befand sich eine größere Anzahl von Organismen, über deren systematische Stellung man ohne eingehendere Untersuchung im Zweifel sein konnte. Sie hatten eine kugelige Gestalt und wai-en mit /ahlreichen radiär gestellten Stacheln bedeckt. Ferner besaßen sie einen Stiel, mit dem sie auf Fremdkörpern (ßryozoen. Seeigelstacheln usw.) befestigt waren. Ihr Durch- messer betrug etwa 1 mm. Mehr konnte man bei schwacher Vergrößerung und ohne Anfertigung mikroskopischer Präparate nicht erkennen. Es las; zunächst nahe, sie fiir marine Heliozoen zu halten, auch deshalb, da mit ihnen die gestielte Gattung WagnereUa in einigen Exemplaren gefunden wurde. Andererseits hatten sie Ähnlichkeit mit gewissen Jugendstadien von Kieselschwänunen. Die genauere Untersuchung führte indessen bald zu dem überraschenden Resultat, daß es sich tun gestielte Radiolarien, und zwar Acanthometriden, handelte. Da die neue Art unzweifelhaft zu den Actinelida gehört, will ich sie Podadinelius sessüis neimen. Vorkommen. Die Tiere stammen sämtlich von Fängen, die vom März 1902 bis Februar 1903 an der Gauss-Station vor der Küste Kaiser Wilhelm II. in einer Tiefe von 300 bis 385 m ausgeführt worden sind. Die Anzahl der Exemplare, die in etwa 50 Fängen erbeutet worden waren, betrug ungefähr 250; wir diirfen somit annehmen, daß sie an den Fundstellen ziemlich häufig sind. Erhaltungszustand und Untersucliungsmetlioden. Der Erhaltuno-szustand der Orsüanismen war recht verschieden. Das Skelett war fast immer gut erhalten, der Weichkörper dagegen nur bei einer geringeren Anzahl von Exemplaren. Es mußten deshalb recht viele Exemplare in Serienschnitte zerlegt werden, um sichere Resultate zu o-ewinnen. Vor dem Schneideii wurden die Organismen etwa zwölf Stunden in destilliertem Wasser oder 1 prozentiger Salzsäure auf den Wärmschrank gestellt, wobei die Skelette sich voll- ständig auflösten. Die Schnittdicke betrug 3—5 jli. Außerdem wurden einige Exemplare mit Skelett in Schnitte von 15 — 20 ,// Dicke zerlegt, von denen jedoch viele wegen der zahlreichen Stacheln zerrissen wurden. Zur Schnittfärbung wurden Delafields Haematoxylin, Haematoxylin-chromsaures Kali, Eisen- haematoxylin nach Heidenhain, Saffranin-Gentianaviolett- Orange, die van GiESONsche und die 228 Deutsclie Südpolar-Kxpedition. MALLORYsche Methode versucht. Von allen diesen Färbemethoden erzielte ich mit der von MAr.i.oRY angegebenen die besten Resultate. Die Schnitte wurden zuerst in eine 0. 1 [)rozentige Säurefuchsinlüsiing gebracht (3 — 5 Miiuiten), darauf in Wasser abgespült und zur Beizung in eine 2prozentigo Phosphormülübdänsäurelösung übertragen (2 — 5 Minuten). Nach sorgfältigem Alispülen kamen sie dann in ein Gemisch von Anilinblau (0.5%), Orange (2.07o), Oxalsäure (2.U7o) und destilliertem Wasser (100 ccm), worin sie 2 — 5 Minuten belassen wurden. Die auf Taf. XIV, Fifj. 3 und 4 abgebildeten Schnitte iicben ein cenaues Bild der erzielten Färbunringt. wird der Verlauf der Stacheln noch deutlieher. .außerdem sehen wir jetzt, daß die Dicke der Stacheln recht ungleich ist. Unter den viei- bis fi'mfhundert Stacheln, aus welchen sich das Skelett zusammensetzt, sind etwa 30 bis 50 beträchtlich dicker als die ülirigen. Letztere sind auch noch von verschiedener Dicke, so daß sich zahlreiche t'berifänjie von den dünnsten bis zu den dicksten Stacheln finden. Abgesehen von den Stacheln des Stieles, auf die ich weiter unten noch zurückkommen werde, konnte ich in der Länge der Stacheln keine auffallenden Unterschiede finden. Sämtliche Stacheln verlaufen nun in radialer Ivielitiing. indem sie proximalwiirts alhnählieli an Dicke zunehmen. Am proximalen Ende sind alle Stacheln in Form einer vierkantigen Pyramide zugeschärft (Taf. XIV, Fig. 7 und 8). X'ollkoinmen iiis ins Zentrum des Tieres reichen indessen die Basalpyramiden der Stacheln doch nicht, indem nämlich hier bei den mit konzen- trierter Schwefelsäure behandelten Exem|)laren ein annähernd kugeliger Kaum von wechselnder ScHiiiJDER, Gestielte Acanthometride. 229 Größe freibleibt. Aber selbst bis zu diesem dringen nur die dicksten Stacheln vor, während die dünneren schon früher enden, indem sie mit ihren Basalpyramiden die Lücken zwischen den größeren Stacheln ausfüllen (Taf. XIV, Fig. 7). Einen besseren Einblick in diese Verhältnisse gewännt man an Schnitten durch diese Region. Auf Schnitten, die nach der MALLORYschen Methode behandelt sind (Taf. XIV, Fig. 2), finden wir die zentrale kugelige Masse (2), die auf Ganzpräparaten undurchsichtig, nach Auflösung des Weichkörpers durch Schwefelsäure als kugeliger Hohlraum erschien, rot gefärbt. Die proximalen Endpyramiden der Stacheln sind dagegen von einer feinen, blaugefärbten Hülle überzogen (Fig. 2/(). Das gleiche Bild ergibt sich aus Schnitten durch Exemplare, deren Skelett aufgelöst wurde (Fig. 3). Hier sehen wir, daß die Hüllen sämtlicher Stachelenden eine bi-eite, kreisförmige Zone um die zentrale, rotgefärbte Partie bilden, bei dem ganzen Tier also als eine kugelige Masse erscheinen müssen. Diese Masse ist nun nichts anderes als das^oben erwähnte, dunkle kugelige Gebilde (h) im Innern des Weichkörpers (Taf. XIV, Fig. 1 und Taf. XV, Fig. 1). b) Bau der einzelnen Stacheln: Ich erwähnte schon, daß die Stacheln nicht ganz gleich dick sind. Aber auch im Bau zeigen sie einige Abweichungen, und zwar au ihren proximalen Enden. Diese sind, soweit sie in der oben beschriebenen Hülle stecken, zu einer steilen vierkantigen Pyramide umgeformt, wie auf Taf. XIV, Fig. 8 dargestellt ist. Der Übergang zum freien Schaft des Stachels ist auch etwas verschieden. Ich glaube jedoch, daß er besser auf Fig. 8 zu erkennen als zu schildern ist. Immer wird der Schaft distal von der Basalpyramide, bald drehrund, und die Kanton der letzteren lassen sich niu- noch auf eine kurze Strecke als feine Linien (Leisten?) verfoloen. Die Üliereangsstelle der Basis in den Schaft ist immer die dickste Stelle des Stachels. Hier beträgt der Durchmesser der dicksten etwa 8 ,«. der dünnsten etwa 2 f^. Die Querschnitte der Basalpyramiden sehen wir auf dem Schnitt Taf. XIV, Fig. 6. Sie sind ebenfalls verschieden, abgesehen davon, daß auch benachbarte Stacheln sich gegenseitig in ihrer Gestalt beeinflussen köimen. Fig. 6 zeigt zugleich die Verteilung der kleinen Stacheln zwischen den größeren. Die radial verlaufenden Stacheln des eigentlichen Körpers sind sämtlich etwa gleich lang, die des Stiels dagegen bei weitem länger. Betrachtet man den Stiel auf Präparaten ganzer Tiere, so erscheint er häufiu; wie geflochten, und die einzelnen Stacheln lassen sich nicht leicht auf längere Strecken verfolgen. Anders bei Exemplaren, deren Weichkörper mit konzentrierter Schwefelsäure aufgelöst wurde. An ihnen erkennt man deutlich, daß der Stiel aus einem Bündel langer, parallel gestellter Stacheln besteht, die von der zentralen Masse (z) der Stachelhüllen bis zur Stielbasis verlaufen. Die parallele Stellung der Stielstacheln ist auch auf dem Schnitte Taf. XIV, Fig. 3 zu erkennen. Während bei den Exemplaren von 1 mm Durchmesser die Radial- stacheln etwa Vi nun lang sind, erreichen die des Stiels die dreifache Länge. Die Dicke der Stielstacheln ist nicht stärker als die der dünnsten Körperstacheln. c) Zentralmasse, Hiillsubstanz der Stachelbasen und Stachelscheiden: Die Stacheln sind in ihrem ganzen Verlauf von einer protoplasmatischen Hülle überzogen. Im Mittelpunkte der Skelettkugel liegt die oben erwähnte kugelige Zentralmasse (z), darauf folgt die Hülle der Stachelbasen (A). und schließlich findet sich, wie wir noch sehen werden, auch um den Schaft der Stacheln eine feine Hülle. Doutsi'lie SlUipoIar-Expeditiun. IX. Zoologie. I. o2 230 Deutsche Südpolar-Expedition. Zunächst muß ich noch einiges über die Zentrahnasse (z) nachholen. Diese erscheint auf den nach der MAi.LORYschen Methode f<;etärbten Schnitten ziegeh-ot bis orangerot (Tat". XIV, Fig. 2 und 3). Ihre Gestalt ist annähernd kugelig, kann jedoch in einzelnen Fällen auch recht unregel- niäßif sein. Dabei sieht man häufig, dali sicli von ihr Fortsätze zwischen die Stachelbasen erstrecken (Fig. 3). Eine feinere Struktur ließ sich an der Zentralmasse nicht feststellen. In einer Iprozentigen Pankreatinlösung wiinle sie in kurzer Zeit verdaut. Die Hüllen (/;), welche die Basalpyi'Juniden der Stacheln umgeben, waren an Mallory- Pi-äparaten stets dunkelblau gefärbt. Bei stärkerer Vergrößerung zeigten sie eine deutliche Querstreifiuig (Fig. 2 und 3//). Zwischen den Hüllen scheint außerdem noch eine gleichgefärbte Substanz zu liegen, wie aus dem Querschnitt Fig. 6 hervorgeht. Bei Behandlung mit Iprozentiger Paiiki-eatinlösung wurden die Hüllen in wenigen Stunden verdaut. An der Übergangsstelle der Basalpyramiden in den Schaft der Stacheln hört die tjuergestreifte Basalhülle auf. An ihrer Stelle findet sich jetzt eine sehr feine, durch die MALLORYSche Methode heller blau gefärbte Stachelscheide (sf.sc/i). Durch ilii-e Färbung, die von der grauen Färbung des intrakapsuläron Plasmas deutlich absticht, sind diese Stachelscheiden immer deutlich zu erkennen (Taf. Xl\ , Fig. 3 und 4 stsch). Sie durchziehen das intrakapsiiläre Protoplasma bis zur Zentralkapselmembran, durchbohren diese (Fig. 4) und sind an günstigen Exemplaren auch noch durch die "anze extrakapsuläre GallorthüUe zu verfoloen. Hierauf werde ich kurz bei der Besprechung des extrakapsulären Weichkörpers nochmals zurückkommen. Über die chemische Bescliaffenlieit des Skelettes siehe die nachfolgende Abhandlung von Bütschli (Ergebn. d. Deutsch. Südp.-Exp. Bd. IX, S. 237). Die Zentralkapsel. a) Allgemeine Gestalt: Bei den meisten Exemplaren von Podactinelius war vom Weichkörper nui- die Zentralkapsel noch gut erhalten: das extrakapsuläre Plasma wai- dagegen geschrumpft und häufig verletzt. Deshalb ist auf allen Figuren der Taf. XV vom Weichkörper nur die Zentralkapsel dargestellt. Taf. XIV. Fig. 1 zeigt ein gut erhaltenes Exemplar. In dem hellrot gefärbten kugeligen Weichkörper fällt die wegen ihrer zahlreichen Kerne dunkelrote Zentralkapsel (5) sofort auf. Sie ist kugelig, häufig aber auch etwas birnformig. indem sie sich gegen den Stiel etwas zuspitzt. Die genaueren Bauvei'hältnisse lassen sich nur auf Sclmittserien erkennen. Fig. 3 (Taf. XIV) zeigt eine im medianen Längsschnitt getroiVene Zentralkapsel. Dieselbe ist außen von einer hellblauen Zone (c) begrenzt, darauf folgt nach innen eine Zone, in wricher die orange gefärbten Kerne («) liegen; daran schließt sich eine von Einschlüssen ziendich freie Kegion und schließlich die blaue, von dm Basalhüllcn der Stacheln gebildete kugelige Masse (Ji) mit der rotgefärljten Zentralmasse (c) an, von welchen bereits olien die Rede war. Die äußere hellblaue Zone läßt bei stärkerer Vergrößerung (Fig. 4) erkennen, daß sie fein geschichtet ist. Daß nicht die ganze Zone (c) als Zentralkapselmembran aufgefaßt werden kann, dürfte aus ihrer beträchtlichen Dicke folgen. Es liegt daher nahe, nur die innerste der konzen- Irischen Lagen (;A»n) als Zentralkapselmembran zu deuten, die darauf folgenden aber zum extrakapsulären Weichkörper zu rechnen. Leider gelang es nicht, eine diiferente Färbung dieser iimersten Seliicbt (c/hi) zu erzielen. Dagegen glaube ich auf Schnitten, die mit 30prozentiger Kalilauge behandelt wurden, eine äußerst feine, resistente Alembran gesehen zu haben. ScHuöDEK, Gestielte Acauthometride. 231 b) Tiitrakapsuläres Plasma: Das intrakapsuläre Plasma erscheint im allgemeinen körnig, was, wie man bei sehr starker VeroTößeriing und bester Konserviernno; erkennt, von einer feinwabiscen Sti'uktur herrührt. Im übrigen wechselt das Aussehen in den verschiedenen Regionen der Zentralkapsel. So finden wir z. B. auf Fig. 3, daß das peripher gelegene, die Kerne (ri) ent- haltende Plasma dichter erscheint, als das innere Plasma. Ebenso fallen auf Fig. 3 an der Übergangsstelle in den Stiel, also an dem zugespitzten Ende der Zentralkapsel, an jeder Seite des Stieles (stsck) zwei rundliche Querschnitte (^pf) auf, die aus feinwabigem, von dem umgebenden deutlich verschiedenem Protoplasma bestehen. Diese Querschnitte gehören einer ringförmigen Plasmamasse an, welche, wie man beim Verfolgen der Schnittserie feststellen kann, den Stiel umgibt. Außerdem bemerkt man im intrakapsulären Protoplasma noch die Querschnitte zahlreicher unregelmäßiger Einschlüsse (e), welche hauptsächlich dicht unter der kernhaltigen Plasmazone gelegen sind. Sie scheinen von einer zarten Membran umhüllt zu sein, die aussieht, als wenn sie mit feinen, bräunlich gefärbten Körnchen besetzt wäre. Bei Behandlung mit schwacher Kalilauge zeigt sich, daß diese Einschlüsse etwas resistenter sind, als das umgebende Plasma. Do' ' D Eine Deutung dieser Einschlüsse vermag ich leider nicht zu geben. Neben den eben geschilderten größeren Einschlüssen enthält das intrakapsuläre Plasma noch zahlreiche feinste Granula. c) Die Kerne: Die Kerne liegen, wie schon hervorgehoben, im allgemeinen peripher, sehr häufig finden sich indessen auch vereinzelte (s. Fig. 3) mehr im Innern der Zentralkapsel. Ihre Zahl ist immer sehr groß; auch liei den jüngsten, auf Taf. XV dargestellten Exemplaren war sie beträchtlich. Den feineren Bau der Kerne zeigt Fig. 5 (Taf. XIV) nach MALLOUY-Färbung. Er stimmt genau mit dem der übrigen Acanthometriden überein, wie ihn u. a. K. Hbrtwig (1879) beschrieben hat. Eine Kernmembran ist nur schwer zu erkennen. Das Chromatin ist in kleinen Körnchen im wabigen Kernplasma verteilt. Außerdem findet sich stets ein hier orange gefärbter Biunenkörper, der von einem hellen Hof umgeben ist. Manchmal kann man zwischen den andern Kernen auch solche finden, die längliche odei- biskuitförmige Gestalt haben und zwei P/mnenkörperchen besitzen. Diese sind unzweifelhaft als Teihmgsstadien aufzufassen, worauf bei andern Acanthometriden auch bereits R. Hkktwig (hS79, S. 11) hingewiesen hat. Extrakapsuläres Plasma. Das extrakapsuläre Protoplasma war. wie es bei konserviei-ten Radiolarien fast immer der Fall ist, sehr stark geschrumpft und ließ nur wenig von seinem ursprünglichen Bau erkennen. Die Hauptmasse hatte sich eng an die Zentralkapsel angelegt (siehe Taf. XIV, Fig. 3 und 4 c) und bildete um sie eine Art geschichteter Hülle. Zwischen den einzelnen Schichten waren Quer- verbindungen erkennbar, im übrigen war der feinere Bau nicht zu ermitteln. In vielen Fällen gelang es indessen, in einiger Entfernung nach außen von der Zentralkapsel eine feine Membran festzustellen, welche den Weichkörper rings umgab (Fig. 4m). An den Stellen, an welchen die Stacheln diese Membran durchbohrten, war sie in ein kurzes Röhrchen 32* 232 Deutsche Südpolar-Expeditioii. (Fig. iiStr) ausgezogen. In einigen Fällen ließen sich die Stachelscheiden (stsch) vom extra- kapsulären Plasma (c) aus bis zu diesen Röhrchen im Zusammenhang verfolgen. An den distalen Enden der Röhrchen waren einige fädchenartige Gebilde (jnn) zu erkeimen, die sich mit der MALLORYschen Methode gelbbraun färben ließen. Die Anzahl derselben an jedem Röhrchen betrug nur etwa vier. Wenn wir versuchen, die eben geschilderten extrakapsulären Plasmaelemente zu deuten, so erscheint folgendes als das Wahrscheinlichste. Die der Zentralkapsel anliegende hellblaue Hülle besteht wohl zum größten Teil aus Gallerte. Die Masse des extrakapsulären Plasma selbst wird beim lebenden Tier gering sein. Wie weit die Gallerte (Calymma) sich erstreckt haben muß, zeigt uns die feine Membran (»)), welche wohl unzweifelhaft mit dem extracalymmalen Sarkode- häutchen Hakckeks (1904) identisch ist. Die Fädchen an den röhrenförmigen Durchbruchstelien der Stacheln fasse ich als sog. Gallertzilien oder Mvoneme auf. Eine weitere Umhüllung; der distalen Stachelpartien ist auf Schnitten nicht zu erkennen, trat aber oft deutlich hervor, wenn man die Stacheln unter dem Mikroskop in Säuren auflöste. Daß eine solche Plasmahiille sich bis über die Stachelspitzen erstreckt, ist bei lebenden Acanthometriden leicht zu erkennen. Bei der Löslichkeit der Skelettsubstanz in Seewasser ist das Vorhandensein einer derartigen Hiille auch unumgänglich nötig. Unerwähnt habe ich bisher das Plasma des Stieles gelassen, das ebenfalls dem extrakapsu- lären Plasma zuzurechnen ist. Gegen Farbstoffe verhält es sich genau wie die Scheiden der Stacheln. Es bildet zwischen den Stielstacheln nur einen dünnen Kitt und auch außen überzieht es den Stiel nur in einer feinen Lage. Auch die Scheibe, durch welche die Stielbasis an Fremd- körpern befestigt wird (Fig. Isib"), besteht aus der gleichen Kittmasse. Fortpflanzung. Für dir Acanthometriden nimmt man mit großer Wahrscheinlichkeit eine doppelte Fort- pflanzung an, einmal eine Vermehrung dinrli Schwärmer, zweitens eine solche durch Teilung. Bei dem mir zur Verfügung stehenden Material fanden sich keine Stadien der Schwärmerbildung. Die jüngsten Entwicklungsformen hatten bereits das Aussehen der ei'wachsenen Exemplare. Der Hauptunterschied von letzteren bestand in dem Fehlen des Stieles. Die kleinsten Formen (Taf. XV, Fig. l.c) hatten, die Stacheln mitgerechnet, rincn Durcliiuessei- von etwa '/. nun. Daß sie bei der Sichtimg des Materials unter den gestielten Exemplaren blieben, ist dem Umstände zuzuschreiben, daß sie sich in deren Stacheln fest verfangen hatten, wie Fig. 1 (Taf. XV) zeigt. Die Zentralkapsel ist vollkonmien kugelig. In der Mitte derselben sieht man, wie bei den erwachsenen Exemplaren, die llüllmasse der Stachelbasen als dunkles kugeliges Gebilde. Die Anzahl der Kerne ist noch verhältnismäßig gering. Auch die Stacheln sind noch in geringer Zahl, i'twa .öO, vorhanden. Diese jüngsten Stadien dürften sich, meiner Ansicht nach, ans Schwärmern entwickelt haben, denn ihre geringe Größe, besonders auch die geringe Stachellänge, spricht dagegen, daß sie durch Teilung erwachsener Exemplare entstanden sind. Dagegen fand ich mehrere Exemplare dieser jüngsten Stadien, die in Teilung begriffen waren. Die Zentralka[)sel dersellien streckt sich etwas in die Länge, und auch die llidlmasse der Stachelbasen wird oval (siehe Taf. X\'. Fig. 2). Darauf Schröder, Gestielte Acanthometride. 233 sclinürt letztere sich durch, so daß in der Zentralkapsel zwei derartige dunkle kugelige Gebilde liegen (Fig. 3). Auch die Zentralkapsel zeigt auf solchen Stadien schon eine ringförmige Ein- schnürung. Ob eine solche Zweiteilung der freien Stadien sich wiederholen kann, oder ob sich die Teilungsstadien mit dem von Stacheln entblößten Pole etwa am Boden festsetzen, eine Stielbasis bilden und mit der Ausscheidung der feinen, parallel gestellten Stielstacheln beginnen, läßt sich natürlich vorerst picht entscheiden. Betrachtet man indessen den Schnitt durch die Hüllmasse der Stachelbasen (Taf. XIV, Fig. 3), so wird es sehr wahrscheinlich, daß die Stielbildung an einer solchen von Stacheln entblößten Teihmgsfläche, welche die radial gestellten Körperstacheln unterbricht, stattfindet. Die vollkommene Übereinstimmung in der Dicke der Stielstacheln macht es wahrscheinlich, daß sie gleichzeitig abgesondert werden, und daß nicht etwa die vor dem Festsetzen vorhandenen, verschieden dicken Körperstacheln zum Aufbau des Stieles verwendet werden. Außerdem läßt sich auch die Ausscheidung der basalen Stielplatte am besten so erklären, daß der Weichkörper mit dem Fi-emdkörper, an dem das Tier sich festsetzt, in direkte Verbindung tritt. Die folgenden Stadien, die ich beobachtete, hatten bereits einen, Avenn auch kurzen Stiel (Taf. XV, Fig. 5). Auch die Zentralkapsel war größer, und die Anzahl der Stacheln und Kerne hatte sich erheblich vermehrt. Eines dieser Exemplare (Fig. 4) schien wiederum in Teilung begriffen zu sein. Der Stiel war leider nur zur Hälfte vorhanden, doch ist es wohl sicher, daß es sich um ein festsitzendes Stadium handelte, da, wie ich oben betonte, die Stielbildung meiner Ansicht nach wahrscheinlich erst nach dem Festheften der Tiere besinnt. Von diesen auf Fig. 4 und 5 dargestellten Stadien an finden sich alle Übergänge bis zu den erwachsenen Formen. Der Entwicklungsgang von Podactineliits stellt sich also etwa folgendermaßen dar. Die vermutlich flagellatenähnlichen Schwärmer verwandeln sich in kleine, freischwimmende Stadien; diese teilen sich ein oder mehrere Male. Darauf setzen sie sich mit dem stachelfreien Pole fest, bilden eine Stielplatte und beginnen mit der Ausscheidung des Stieles. Daß sich auch die bereits gestielten Formen noch teilen können, macht das auf Fig. 4 dargestellte Exemplar wahr- scheinlich. Es bleibt noch übi-ig, das auf Fig. 6 abgebildete Exemplar zu erörtern. Die Zentralkapsel dieses Exemplars war oval, glich sonst indessen vollkommen der der erwachsenen Tiere. Dagegen fanden sich zwei vollkonnnen ausgebildete Stiele, welche an der Basis abgebrochen waren, und zwei zentrale Stachelhüllmassen. Wegen des Vorhandenseins zweier ausgebildeter Stiele halte ich es für ausgeschlossen, daß es sich um ein Teilungsstadium handelt. Ich nehme vielmehr an, daß zwei benachbarte Tiere sich plastogamisch vereinigt haben, wie es bei Heliozoen häufig voi'kommt. In welcher Art die Verschmelzung stattfindet, ist natürlich schwer zu sagen. Jedenfalls müssen wir an dem Pole, an welchem die Verschmelzung stattfinden soll, eine Rück- bildung der Stacheln annehmen. Dieses wäre nun dadurch möglich, daß sich das extrakapsuläre Protoplasma hier zurückzieht, bis die Zentralkapseln sich berühren und verschmelzen. Im gleichen Maße aber wie das extrakapsuläre Plasma zurückweicht, könnten sich die Stacheln im Meerwasser auflösen, so daß die VerschmelzungsÜäche von Stacheln entblößt wird. Bisher wurde eine Plastogamie bei Radiolarien nicht beobachtet; auch die oben gegebene Deutung ist nur eine Vermutung, die weiterer Bestätigung bedarf. 234 Deutsche Siidpolar-Expeditioii. Systematisclie Stellung. Daß Podactinelius zu den Radiolarien, und zwar zu den Acantlwmetriden. gehört, ist sowohl in Hinsicht auf seinen Bau. als auch auf das chemische Verhalten der Stacheln nicht zu bezweifeln. Die Acanthometni wurden nun von Haeckel (1887) zweckmäßig in zwei Ordnungen geteilt. Die eine Ordnung, Acanthonida, umfaßt alle Formen mit 20 nach dem MüLLERschen Gesetz geordneten Radialstacheln: die zweite, Actinelia, alle übrigen Formen. Unter die letzte Ordnung ist also fraglos Podactinelius zu stellen. Haeckei. (1888 S. 24) sell)st hatte die Ordnung Actinelia in drei Familien eingeteilt: Astrolophidae, Litholophidae und Chiastolidae. In neuerer Zeit wies nun Popofsky (1904) nach, daß die Vertreter der Litholophidae Teilungsstadien von Acanthoniden sind und die Familie Litholophidae somit zu streichen ist. Außerdem wurde die Zahl der zu den Actinelia gehörenden Familien um drei vermehrt. Die beiden HAECKELschen Familien: Astrolophidae und Chiastolidae faßt Popofsky in der Unterordnung Actinelida und die drei neu aufgestellten Familien in der Unterordnung Actinastra O O o zusammen, so daß die Einteilung sich folgendermaßen gestaltet (Popofsky 1904 S. 45). Unterordnung I. Actinelida. 10 — 200 und mehr Stacheln, die, nacli keinem Stellungs- gesetz, unregelmäßig auf der Kugeloberfläche verteilt sind. Unterordnung II. Actinasti'a. Acanthometriden mit Ijestimmter Stachelanzahl, 18, 20, 32, die nach einem bestimmten Gesetz (nicht Müllers Gesetz) geordnet sind. Die fiu" uns allein in Frage kommende Unterordnung Actinelida enthält, wie ol>en gesagt, die Familien Astrolophidae und Chiastolidae; für letzteren Namen hat jedoch der ältere, von Haeckel gegebene Name Acanthochiasmidae einzutreten. Die Acanthochiasmidae besitzen 10 oder 16 Diametral- stacheln, die nach keinem Gesetz geordnet sind. Die Astrolophidae 30 — 200 oder mehr, gleich oder verschieden lange Stacheln, die von dem Zentium ausgehen und ebenfalls kein festes Gesetz in ihrer Anordnung zeigen. Hierher wäre also auch Podactinelins zu stellen. Die weitei-e Einteilung der Astrolophidae stützt sich auf die Stachellänge, ^'on den zwei Gattungen der Familie hat Actinetins Stacheln von gleicher Länge, Astroloplius solche von ungleicher. Wenn man also lediglich die verschiedene Länge der Stacheln zur Einteilung ver- wenden wollte, so müßte unsere Form in dif Gattung Astrohphits gestellt werden, .\bgesehen von den langen Stacheln des Stiels sind die Stacheln aber von gleicher Länge: mau würde also ein junges, noch ungestieltes Exemplar zur Gattung Actinelins stellen müssen. Ich glaube jedoch, daß es keiner weiteren Rechtfertigung bedarf, wenn ich für die durch den Besitz eines Stieles so auffallende Art die neue Gattung Podactinelius aidstelle. Ordnung I. Actinelia. Acanthometriden mit 10 — 200 oder mehr Radial- oder Diametralstacheln, die nicht nach dem MüLLERschen Gesetze geordnet sind. Schröder, Gestielte Acanthometride. 235 Über den Bau des Weiclikörpers der Astrolopliiden liegen bisher nur wenig Beobachtungen vor. Nach Haeckel (1887) besitzen alle eine kugelige Zentralkapsel, die bei jungen Exemplaren nur einen oröjßei-en Kern, bei älteren dageo-en viele kleine aufweist. Wenn nun bei Podactinelius die Zentralkapsel eine mehr birnförmige Gestalt hat, so ist das auf den Besitz des Stieles und die damit bedingte Lebensweise zurückzuführen. Die Zugehörigkeit zu den Ästrolophidae kann dadurch indessen nicht in Frage gestellt werden. Neuerdings wurde nun die Zugehörigkeit der Ästrolophidae zu den Acanthometriden von PoPOFSKY in Frage gestellt. Er schreibt (1905, S. 349): „Die HAECKELschen Genera Actinelius und Astfolophus, im revidierten System zur Familie Asirolophidae zusammengefaßt, haben mit den Acanthometriden recht wenig Zusammenhang. Erstens die variable, hohe Stachelzahl, zweitens die nicht glatte Oberfläche der Stacheln (meist finden sich auf den keulenförmigen Stacheln unregelmäßige Erhebungen und Leisten von geringen Dimensionen), ferner drittens ein geringeres Lichtbrechungsvermögen der Stachelsubstanz, unterscheiden die zu der Familie der Ästrolophidae gehörigen Organismen sehr wesentlich von den eigentlichen übrigen Acanthometriden. An einen phylogenetischen Zusammenhang zwischen ersteren und letzteren zu denken (wie Haeckel ihn konstruiert), ist daher auch völlig ausgeschlossen. Ihren Platz im System der Acanthometriden verdanken sie wohl lediglich der Definition der Acantharien, welche (wohl zufällig) auch für sie gilt: „Zentralkapselmembran und zentrogenes Skelett vorhanden. Versuche iiboi- die Stachellöslichkeit dieser Ästrolophidae, die bisher noch nicht angestellt sind, werden vielleicht auch auf eine andere Stachelsubstanz deuten als „Acanthin" und somit die Gruppe von den Acanthometriden ausschließen." Auch in seiner letzten Arbeit (1906, S. 347) wiederholt PopOFSKY diese Ansicht: „l^ezüglich der Zugehörigkeit der Actinelius und Astrolophus zur Gruppe der Acanthometriden habe ich neuerdings schon einige Zweifel geäußert und halte dieselben auch jetzt noch aufrecht. Auffällig ist, daß von den fünf Actinelius und zwei Astrolophus, die von Haeckel beshrieben wurden, bisher keiner wieder beobachtet wurde, sie müssen also doch recht selten sein." Auch ich bin der Ansicht. dai3 die Ästrolophidae von den übrigen Acanthometriden in vielen Punkten sehr abweichen und daher wohl in keiner du-ekten verwandtschaftlichen Beziehung zu einer der andern Familien stehen. Trotzdem glaube ich, daß die Zugehörigkeit zur Gruppe der Acanthometriden sowohl durch den Bau des Weichkörpers und des Skelettes, ganz besonders aber durch die Ergebnisse der chemischen Untersuchung der Stachelsubstanz (siehe Bütschli, D *— Ergebn. d. Deutsch. Südp.-Exp. 13d. IX, S. 237) als vollkommen gesichert betrachtet werden kann. Literatur. 1887. Haeckel, E.: Report oii the Uadiolaria collected by H. M. S. „Challenger". 1888. — Die Acantliarien oder Aftiptyleen-RadiolarieD. Dritter Teil der Monographie der Radiolarien. Berlin. rj04. Haecker, V.: Über die biologische Bedeutung der feineren Strukturen des Radiolarienskelettes. Jen. Zeitschr. Bd. 3i). 1879. Hertwic, R.: Der Organismus der Radiolarien. Jena. 1904. PopüFsKY, A.: Die Acantharia der Plankton -Expedition. Teil I. Acanthometra. In: Ergebnisse der Plankton- Expedition der Humboldt-Stiftung. Bd. III. Kiel. 1905. — Weiteres über die Acanthometriden der Plankton-Expedition. Archiv f. Protistenk. Bd. V. 1906. — Über Acanthometriden des Indischen und Atlantischen Ozeans. Archiv f. Protistenk. Bd. VII. 236 Deutsche Südpolar-Expedition. Tafelerklärung. Die Figuren wurden mit Benutzung eines ZEissschen Mikroskops und die stark vergrößerten Abbildungen mit Benutzung der Apochrom-Immersion 2 mm und Kompens.-Okularen entworfen. Fignrenbezeichnuiiii. e — Einschlüsse im intrakapsulären Plasma. c = Calymma. A = Hülle der Stachelbasen. fih = Hohlraum der aufgelüsten Staehelba.sen. m = Extracalymmales Sarkodenliäutcheii. mn = Myoneme. n = Kerne. pr = Ringförmige Plasmazone. st Sil) str slscli ■■ = Stiel. = Stielbasis. = Stachelporen. = Stachelröhren. Stachelscheiden. ; = Zentralmasse. zk = Zentralkapsel. zkm = Zentralkapselnienibran. Tafel XIV. Fig. 1. Erwachsenes Exemplar. Fürb. Säurefuchsin. Fig. 2. Drei Stacheln mit den basalen Hüllen (A) und der Zentralmasse {:). Nach einem Schnitt. Färb. Mai.i.ouv. Fig. 3. Medianer Längsschnitt durch eine Zentralka]isel. Färb. Mai.louy. Vergr. etwa 500. Fig. 4. Kaiidpartie eines Schnittes durch den Wcicbkörper. Färb. Malloüy. V^ergr. etwa 1000. Fig. 5. Einzelne Kerne stärker vergrößert. Färb. Mali.okv. Fig. (). Querschnitt durch die Hüllen der Stachelbasen. Fig. 7. Basale Enden der Stacheln. Nach einem mit Schwefelsäure behandelten Exemplar. Fig. 8. Basale Enden der Stacheln. Tafel XV. Fig. 1. Erwachsenes Exemplar, zwischen dessen Stacheln sich ein junges, noch ungestieltes Exemplar befindet. Vergr. 100 Fig. 2. Junges, noch ungestieltes Exemplar, das sich zur Teilung vorbereitet. Vergr. 100. Fig. 3. Junges, noch ungestieltes Exemplar in Teilung. Vergr. lOi). Fig. 4. Junges, gestieltes Exemplar in Teilung. Vergr. 100. Fig. 5. Junges, gestieltes Exemplar. Vergr. 100. Fig. (). Plastogamie (?) zweier erwachsener Exemplare. Vergr. 100. Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3. Band IX T'\fel XIV. U ■.•il xtit \4 X / slkh y.kin W:..: • Geoi^iReiiiioi Deutsche Südpolar Expedition 1901-3. Band IX Tafel xv. 'f.|,'lt; ;?.5'3??;/.- i't'OrtiKeiniei: CHEMISCHE NATUR DER SKELETTSUßSTANZ DES PODACTINELIÜS UND DER ACANTHARIA ÜBERHAUPT VON O. BUTSCHLI HEIDELBERG MIT 4 ABBILDUNGEN IM TEXT. Deutsche Sildpcilar-Exiieilition. IX. ZooU)i,'-ie, I. 3:-5 Im Zoologischen Anzeiger Bd. 30, pag. 784, habe ich schon kurz über die Ergebnisse meiner Untersuchungen der Substanz der Pof/acftVze/iW-Nadeln, sowie einiger anderer Acantharien aus Auftrieb von Neapel berichtet. Da ich an dem genannten Ort schon den Verlauf meiner Beobach- tungen darlegte, welche von der Richtigkeit der Angaben Schewiakoffs (1902) über die Sub- stanz der Skelette, als eines Silikats von Aluminium und Calcium ausgingen, und erst alhnrihlich zur Überzeugung führten, daß der wesentliche Bestandteil der Skelcttsubstanz Strontiumsulfat sei, so gehe ich hier nicht nochmals hierauf ein, ebensowenig auch auf eine Aufzählung der im Laufe der Zeit, von Jon. Müller bis Schewiakoff, geäußerten Meinungen über diesen Gegen- stand, da Schewiakoff hierüber einen genügenden Bericht gab. Vielmehr setze ich direkt das Endergebnis meiner Untersuchungen voraus, nämlich, daß die Skelettsubstanz des Podactinelius und der Acantharien überhaupt wesentlich aus Strontiumsulfat bestehe, und will versuchen, den Beweis hierfür zu führen. Wie bekannt, hat Schewiakoff, gegenüber Haeckel, die Erfahrung Joh. Müllers bestätigt, daß die Skelettsubstanz unverlirennlich und daher sicherlich eine unorganische sei. Hiermit war die von Haeckel aufgestellte und von R. Hertwig (1885), wie K. Brandt (1882) bekräftigte Ansicht, daß eine besondere organische, verbrennbare Substanz — das sog. Acanthin — die Skelette bilde, endgiiltig beseitigt. Schewiakoff beobachtete ferner bei seinen Versuchen, daß die Substanz bei stärkerem Glühen „gelblich-grau" werde, indem zahlreiche feine Gasbläschen in ihi" auftreten; bei sehr starkem Glühen endlich schmilzt sie, indem sie gleichzeitig wieder homogen wird. Die so behandelte Substanz ist stark dopiteltbrechend und wird schwerer von Schwefelsäure (konzentrierter?) angegriffen als die nicht geglühte. Aus der Entwicklung der feinen Glasbläschen beim Glühen glaubt Schewiakoff (pag. 6) schließen zu dürfen, daß die Skelettsubstanz eine geringe Menge organischer Stoffe enthalte. Ohne diesen Schluß ernstlich bestreiten zu wollen, halte ich doch den angegebenen Grund für unsenügend. Denn die Gasbläschen können eventuell auch nur von einem Wassergehalt her- rühren. Daß die Skelettsubstanz organische Materie in irgendwie erheblicher Menge enthalte, ist sehr unwahrscheinlich wegen ihrer totalen Löslichkeit in reinem Wasser, verdünnten Säuren und gewissen Salzlösungen, während die den Skeletteilen tierischer Organismen beigemischte organische Substanz in diesen Mitteln fast immer unlöslich oder doch sehr wenig löslich ist. 3.^* 1. Verhalten der Nadeln von Podactinelius und der Acantharien überliaiipt. sowie des Strontiumsulfats beim Glühen und gegen Lösungsmittel. Das Verhalten der FudaclineliusStuchehx beim Erhitzen nnd Glühen hat Herr Dr. Schuödkr nntersucht und dabei die Erfahrungen Schkwiakoffs an anderen Acantharienskeletten bestätigt gefunden. Beim Glühen zeigen die Skelette des Podactinelius keinerlei Spur von Schwärzung oder Verkohlung. Bei heftigem Glühen beginnen sie zu schmelzen, wobei die Nadeln oft zusammenfließen. In der geschmolzenen Substanz tritt eine von feinen Gasbläschen herrührende Alveolarstruktur auf, welche an Ahnliches erinnert, was BtJxscHLi und trülici-e Beobachter beim Erhitzen der Kiesel- vmd Kalknadeln der Spongien beobachteten und Schröder (190G) auch bei Kieselskeletten von Kadiolarien fand. Mit unserer Deutung der Skelettsubstanz als Si- S()^ stimmt das Verhalten beim Glühen gut überein. denn Strontiumsulfat „schmilzt in heftiger Hitze zu einer gleichartigen Masse" und kann beim Weii3glüheri einen Teil seiner Schwefelsäure, resp. geringe Mengen von Sulfat sogar sämtliche Schwefelsäure verlieren. (Gmklin-Kraut, Handbuch der Chemie, 6. Aufl., Bd. II, pag. 329.) Möglicherweise könnte daher das oben erwähnte Auf- treten von Gasbläschen bei starkem Glühen auch auf dem spurenweisen Austreiben der Schwefel- säure beruhen. Sehr ausführlirli hat Schkwiakoff die Löslichkeitsverhältnisse der Skelettsubstanz der Acan- tharien untersucht, die ja schon frühzeitig als sehr eigentümlich auffielen nnd die Hypothese von der organischen Nattn- der Substanz unterstützten, l/ie Untersuchungen von Dr. Schrödkr Ober das Verhalten der Podactinelius -'^•ddeln haben Schewiakoffs Angaben im alliremeinen bestätigt. Wir schicken eine Übersicht über die Löslichkcitsverhätnisse des Strontiumsulfats nach den Angaben in Gmelin-Krauts Handbuch voraus. In reinem Wasser ist Strontiumsuifat bekanntlich sehr schwer löslich, doch schwanken die quantitativen Angaben der verschiedenen Beobachter erheblich. • So wurden gelöst in 1 Liter If.,i) (Temp. II — l.'j») O.OGt! g (Bhandics u. Silbek) « „ V t>-14J ^ (FltK.SENIls) „ y, „ 0.167 „ (Maui(;nac) r, „ V 0.1S7 . (Kkumeus) T. „ „ <'--T8 r (ANÜRKW.S) „ „ (Temp. 100») 0.104 „ (Fresknius) „ fl „ 0.282 „ (Brande.s ii. Su-her). BüTscHM, Skelettsubstanz von l'odactinelius. 241 In einigen verdünnten Säiu-en ist es viel löslicher; so lösen sich in 1 Liter 8.5prozentiger Salzsäure 2.11 g (Fresenius) ^ 4.8prozentiger Salpetersäure 2.31 ^ „ „ lö.Gprozentiger Essigsäure (Hydrat) 0.1275 „ „ Die Löslichkeit in verdünnter Salz- oder Salpetersäure ist demnach etvs^a 10- bis 20mal größer als in reinem Wasser. Eigentümlich ist die Löslichkeit in Schwefelsäure. In kochendem „Vitriolöl" lösen sich 15% SrSOi, mehr noch bei 100°, unter Bildung von saurem schwefelsaurem Strontium. Beim Ver- dunsten der Lösung scheidet sich aber SrSO^ in Kristallen aus.') Dagegen löst sich Strontium- sulfat in verdünnter Schwefelsäure weniger als in reinem Wasser, so daß also aus einer Lösung von Strontiumsulfat in Wassei- oder Salzsäure usw\ durch Zusatz von Schwefelsäure StSO^ ausgefällt wird. Ebenso wird jedoch nach meinen Erfahrungen die Lösung in konzentrierter Schwefelsäure auch ausgefällt, wenn sie mit Wasser verdünnt wird oder an der Luft Wasser anzieht. Die dabei auftretenden Kriställchen von -SVSO4 sind dieselben, welche nach Behrens (Fig. 27) aus einer Lösung in heißer konzentrierter Schwefelsäure auskristallisieren: nämlich sehr charakteristi- sche „rauten- und kreuzförmige Kristallanfänge". Beim Verdünnen mit Wasser bilden sich nur sehr kleine solche Kristalliten und globulitische Gebilde (Fig. la); läßt man jedoch eine Lösung langsam Wasser anziehen, so erhält man viel größere, welche durch ihre eigentümlich rauhe Olicrfläehe, die auch Behrens auf seiner Figur andeutet, besonders scharf charakterisiert sind (s. Fig. Ib). Von Kochsalzlösung wird SrSO^ „langsam, aber vollständig gelöst" luul aus der Lösung durch Zusatz von etwas Schwefelsäure gefällt. Auch Lösungen von KCl, CaCh und IJgCl^ lösen reichlicher als reines Wasser; nicht löslich ist es in Lösungen von NHiCl, {NH^^^^i (kon- zentriert), Na^S^O.^, absolutem und wässerigem Alkohol. Weniger als reines Wasser löst die Lösung von Na^SO^. Vergleichen wir mit den mitgeteilten Löslichkeitsverhältnissen die Angaben Schewiakoffs über die der Skelettsubstanz der Acantharien, so begegnen wir großer Übereinstimmung. 1, Von destilliertem Wasser werden die Skelette in ca. 5'' aufgelöst, „wobei kleine, doppelt- brechende Körnchen zurückbleiben". Bei dem verhältnismäßig großen Podacdnelius dauert die Lösung im allgemeinen länger. Schröder fand, daß es etwa 12*^ dauert, bis die Skelette gelöst sind ; doch waren dann in der Regel die zentralen Enden der Nadeln in der Zentral- kapsel noch teilweise erhalten, was ja leicht erklärlich, da sie am geschütztesten sind und sich daher zuletzt lösen. Was die von Schewiakoff angegebenen „doppeltbrechenden Körnchen" betrifft, welche bei der Lösung in Wasser zurückbleiben sollen, so möchte ich vermuten, daß sie wohl nichts anderes waren als noch nicht gelöste Zerfallspartikel der Nadeln. Weder Dr. Schröder noch ich beobachteten bei der Lösung der PodactineliusSisichQXn das Zurückbleiben solcher Körnchen. 2. Schwächere Lösungen von Salzsäure (1 — 10%) imd Salpetersäure lösen rasch in 10 bis 15 Minuten, resp. 5 — 30 Minuten. Die Lösung erfolgt also ca. 10 — 70 mal rascher als in ') Siehe hierüber auch bei Behrens, H., Mikrochemische Analyse, 2. Aufl., pag. 65. 242 Deutsche Siidpolai-Kxpcdition. reinem Wasser. Konzentrierte Salpetersäure (35 prozeutige) löst etwas langsamer (20 Min. bis 1''); dagegen ^scheint konzentrierte Salzsäure (37.9prozentige) die Skelette nicht auf- zulü.sen". Im Gegensatz hierzu beobachtete Schhöder, daß das PudactiiieUiis-Skelett von konzentrierter (ca. 3t)prozentiger) Salzsäure rascher gelöst wird als von stark verdünnter (Iprozentiger). Letztere löste bei 56° in etwa 6*^ völlig. Ich bezweifle daher, ob Schewiakoffs Angabe über die Wirkung der konzentrierten Salzsäure ganz richtig ist, um so mehr, als er sich ja selbst etwas unsicher darüber ausspricht. Konzentrierte Salpetersäure löst das Skelett von Podactinelius ziemlich rasch völlig auf. 4. Konzentrierte Essigsäure (49prozentige) löst nicht, „verdünnte Essigsäure löst, obgleich ziemlich langsam". Nach Sc'iiKöDERs Beobachtungen geschieht die Ltisung des Skeletts von Podactinelius in öprozentiger Essigsäure rascher als in destilliertem Wasser. 5. Das Verhalten gegen Schwefelsäure ist besonders charakteristisch. Konzentrierte Schwefel- säure (1.84 sp. G., lOOprozentige) löst in 20 Minuten völlig. — 50prozentige Schwefelsäure greift gar nicht an: lOprozentige Itringt eine Körnelung der Nadeln hervor, ohne jedoch in 54"^ zu lösen; Iprozentige löst die Nadeln in 24''. Das Skelett von Podactinelius wird von kalter konzentrierter Schwefelsäure in etwa einer halben Stunde gelöst: beim Erwärmen löst es sich sofoi-t. Hieraus ergibt sich, daß die Skelettsubstanz, ebenso wie Strontiumsulfat, von konzentrierter Schwefelsäure rasch gelöst wird, dagegen von verdünnter viel langsamer und weniger als von reinem Wasser. Die so charakteristischen Formen der Kristalliten von SrSO^, welche aus der Lösung in konzentrierter Schwefelsäure bei der Verdünnung auso-eschieden werden, bewogen mich jetzt, bei der Niederschrift dieser Mitteilungen, den Versuch zu machen, ob sie sich auch aus der Skelettsubstanz des Podactinelius erhalten lassen, weil damit ein weiterer und recht schwer wiegender Beweis für die Richtigkeit meiner Deutung gegelien wäre. Zu diesem Behid'e wurden zwei mäßig große Exemplare auf den Objektträger aufgetrocknet und dann in einem kleinen Tröpfchen SOprozentiger Schwefelsäure unter mäßigem Erwärmen gelöst. Der Objektträger wurde hierauf neben einen zweiten, auf dem sich ein Wassertropfen Ijefand, unter eine kleine Glasglocke gestellt. Schon n.ich 2 — 3 Stunden hatten sich die chai-akteristischen Kristalliten des SV-SO^ sowohl in der K'nutenrorni als namentlich reichlich in der Kreuzform, zuweilen jedoch auch mehrstrahlig, neben feinen glül)ulitischen Geliilden ausgeschieden. Fig. II zeigt die völlige Übereinstimmung dieser (iebilde mit denen des Si'SO^ (Fig. I) genügend, so dal.i ich auf eine genauere Sciiildei-ung der Formen verzichten kann. Ich betone noch, daß die Menge der allgeschiedenen Kristalliten von SrSO^ recht ansehnlich ist, weshalb schon hieraus folgt, dali 4 in 1 2 prozentiger Salzsäure oder in Wasser mit etwas öOprozentiger Schwefelsäure, so trübt sie sich wegen der hierdurch verringerten Löslichkeit sofort von ausfallendem Si-SO^, das zuerst in kleinen globulitlschen Kügelchen oder mehr ovalen, an Ausscheidungen von BaSO^ erinnei-nden Gebilden, bald jedoch meistens in gut ausgebildeten, charakteristischen Kristallen auftritt. Wird zu einer Lösung der Skelettsubstanz des Podactitielnt.^ in 1 2 prozentiger Salzsäure in entsprechender Weise etwas öOprozentige Schwefelsäure gegeben, so trübt sie sich ebenfalls sofort und scheidet charakteristische Krlställclien aus, welche in ihrer Form voll- ständig den aus der »Sr.S04- Lösung erhaltenen entsprechen. Weiter unten wird die Form dieser und der aut anderem Wege erhaltenen Kriställchen etwas genauer erörtert werden. IL „Kalilauge von 35% bringt (nach Schewiakoff, S. 9) die Nadeln nach 24stündlger Ein- wirkung zum Verschwinden, läßt aber um die einzelnen Zentralkapseln sowie in denselben kleine Häufchen von Kristallbrocken zurück, die doppeltbrechend sind und zweifellos ein Residuum der Skelettsubstanz vorstellen''. — Bei Behandlung mit 35prozentiger Kalilauge wurden die Skelette von l'odactinelin.'i ziemlich rasch ansecrlffen ; zuerst wurden sie ol)er- flächlich rauh, dann bedeckten sie sich mit kleinen, stark lichtbrechendon Kügelchen. Offen- bar ruft die Kalilauge eine Zersetzung der Nadelsubstanz hervor, unter Abscheidung der Kügelchen. Behandelt man kleine Kriställchen von SrSO^, wie man sie durch Verdunsten einer Lösung in 12 prozentiger Salzsäure auf dem Objektträger erhidt, mit 35 prozentiger Kalilauge, so wird ihre Oberfläche sofort rauh und bedeckt sich mit minutiösen, stark licht- brechenden Kügelchen. In der Umgebung der Kriställchen treten solche Kügelchen nur sehr spärlich auf. Die Kügelchen wachsen sehr langsam. Schließlich werden die Kriställchen völlig in Pseudomorphosen solcher Kügelchen verwandelt. Nach einigen Stunden traten auch stark lichtbrechende, etwas größere Kristidlclicn in der Lauge auf, von hexagonalem Typus, teils hexagonale Platten, teils säulige Gebildi- oder auch rhomboedrische. Vor der Beui-teilung der Wirkung der Kalilauge empflehlt es sich, erst die Einwirkung eines Gemisches von Kalilauge und konzentrierter Lösung von A'X'O.., zu betrachten. 1 2. Behandelt man das Skelett des Podactinelius mit einem frisch bereiteten, sorgfältig filtrierten Gemisch gleicher Volumina 35 prozentiger Kalilauge \\\\>l kalt gesättigter Ä'^CY^..,- Lösung, welches man unter dem Mikroskop als frei von Kriställchen befunden hat. so beobachtet man folgendes: Die Nadeln werden rasch zerstört, indem sich auf ihnen und in ihrer nächsten BüTscHij, Skelettsubstanz von Podactinelius. 245 Uinoebano; stark lichtbrechende, feinste bis etwas o-i-ößere globuhtische Küo-elchen abscheiden. An einigen Stellen bilden sich auch etwas größere, stark doppeltbrechende Kristalle, deren Form sich jedoch nicht genauer feststellen ließ. Der geschilderte Versuch wurde hauptsächlich deshalb vorgenommen, um die Gegen- wart oder Abwesenheit von Calcium zu ermitteln. Wie ich vor einiger Zeit zeigte,') bilden viele Kalksalze bei der Behandlung!; mit obig-eni Gemisch rasch ansehnliche Mengen eines aus charakteristischen hexagonalen dünnen Plättchen bestehenden Doppelsalzes von CaCO^ und K^CO^. Namentlich entstehen bei dieser Behandlung auch aus Gipskriställchen in kürzester Zeit bedeutende Mengen jenes unverkennbaren Doppelsalzes, was auch Biedermann schon früher feststellte. Von diesen Doppelsalzkriställchen trat nun, wie gesagt, bei der Einwirkung des Gemisches auf das Skelett gar nichts auf, weshalb ich unter Berücksichtigung der sonstigen Ergebnisse mit Bestimmtheit schließe, daß Kalzium höchstens spurenweise in der Skelettsubstanz enthalten sein kann. Nachdem das Präparat 24'' gestanden, fanden sich in der Flüssigkeit zerstreut kleine Kriställchen des Doppelsalzes in mäßiger Menge; charakteristischerweise jedoch nicht in der Umgebung des Podacti)ieliits -Ske]eits. Daß das Entstehen dieser Doppelsalz- kriställchen mit dem Skelett nichts zu tun hatte, folgt daraus, daß sie sich in gleicher Weise in einem Kontrolltropfen des Gemisches gebildet hatten, der gleichzeitig neben dem ersteren auf den Olgektträger gegeben worden war. Auch in dem in einem Reagenzröhrchen auf- bewahrten Gemisch waren nach dieser Zeit schon einige Kriställchen des Doppelsalzes gebildet. Wie ich schon friiher erörterte, führe ich die Bildung dieser Kriställchen auf Spuren von Kalk zurück, die dem Glas entnommen werden, wenn nicht eventuell auch Spuren von Kalk in den angewendeten Keagenzien die Quelle derselben sind. Behandelt man Kriställchen von SrSOi in derselben Weise mit dem Gemisch, so beob- achtet mau ganz die gleichen Vorgänge. Schon nach einigen Minuten treten die stark licht- brechenden Kügelchen in der Umgebung der Kriställchen reichlich auf, und nach dem Zerfall der Sr.S04-Kristalle bilden sich auch hier und da größere Kristalle von anscheinend hexa- gonalem Typus. Von Kriställchen, welche mit dem Kalk-Kali-Doppelsalz zu verwechseln wären, zeigt sich nichts. Wenn wir die Wirkung der Kalilauge und des Gemisches von Kalilauge und Ä2CO3 auf SrSO^ nach Analogie der Wirkung dieser Flüssigkeiten auf CaCO-^ und CaSO^+'i HoO beurteilen (s. hierüber die oben zitierte Abhandlung), so dürfte es wahrscheinlich sein, daß bei der Einwirkung der 35 prozentigen Kalilauge Strontianhydrat abgeschieden wird. Mög- licherweise dürfte diese Reaktion auch zunächst bei der Einwirkung des Gemisches eintreten und die sich dabei bildenden, ganz ähnlichen globulitischen Kügelchen gleichfalls Strontian- hydrat sein. Die später auftretenden Kristalle von anscheinend hexagonalem Typus bin ich geneigt, für ein Doppelsalz von luCO^ und SrCO-^ zu halten. Daß sie auch in der Kalilauge allmählich auftreten, erklärt sich daraus, daß diese allmählich Kohlensäure aufnimmt. ') S. BOtschli, 0., Über die Einwirkung von konzentrierter Kalilauge und konzentrierter Lösung von kohlensaurem Kali auf kohlensauren Kalk; Verbandlungen des Naturb.-Mediz. Vereins Heidelberg (N. F.) Bd. VIII, 1906, S. 19 ff. Deutsehe Slulpolar-Exiiettition. IX. Zooloi^ic l. ■ o4 '.-^»- 1^.^ * 246 Deutsche Südpolar-Kxpedition. Jedenfalls ergibt sich aber aus den niitgetoilten Versuchen, daß die Einwirkung der beiden Lösungen auf die Skelettsubstanz von Fodactinelius genau dieselbe ist wie auf Ki-iställchen von SrSOi. 13. Den Einfluß von Sodalösungen habe ich nicht untersucht. Schewi.\koff berichtet, daß die Nadeln der von ihm untersuchten Acaiitharien durch 1 — lOprozentige Sodalösung, je nach der Konzentration, langsamer oder rascher zerstört werden, indem an „ihrer Stelle Reihen von unregelmäßig begrenzten, stark lichtbrechenden, kristallinischen Körnchen" auftreten. Diese Erfahrung spricht gleichfalls für unsere Auffassung des Skeletts als Strontiumsulfat, indem letzteres nach Gmelin-Kraut (pag. 330) von „gesättigt und halbgesättigt kohlensauren Alkalien bei längerem Stehen oder bei kürzerem Kochen" „vollständig zerlegt wird". Die bei dieser Behandlung zurückbleibenden Körnchen, welche Schewiakoff für Ca CO^ hielt, sind jedenfalls Sr CO,,. 14. Schewiakoff hat ferner gezeigt, daß die Skelette durch 20prozentige Chromsäurelösung zerstört werden, wobei „Häufchen von gelben Körnchen oder Kriställchen zurückbleiben" (pag. 9), welche er für Calciumchromat hält. Letztere Deutung ist schon deshalb unwahr- scheinlich, da Calciumchromat ziemlich löslich in Wasser ist (1 Teil in 241 Teilen II.,0 von 14° nach Graham-Otto), so daß bei so minutiösen Mengen Substanz das gebildete Calcium- chromat wohl nicht ausgeschieden wird. Dagegen ist Strontiumchromat so wenig löslich, daß seine Bildung in der Mikrochemie als Reagens auf Strontium empfohlen wird (s. Behrens, 2. Aufl. Bd. I pag. 66). Diese Reaktion spricht daher ebenfalls für unsere Auffassung der Skelette als i^i'^Ü^. 2. Sonstige qualitativ-cliemisclie Prüfung der Skelettsubstanz. Nachdem wir uns überzeugt haben, daß die beschriebenen Lösungs- und Zersetzimgserschei- nungen der Skelette mit ihrer Deutung als .SV,SY|, gut harmonieren, gehen wir zur Betrachtung der sonstigen (pialitativen Proben über. Schewiakoff hat in der essigsauren l^ösung durch oxalsaures Amnion eine Fällung erhalten, die er nach ihrem mikroskopischen Aussehen für Calciumoxalat erklärte. Da jedoch Strontium- oxalat recht idmliche Kristalle bildet, so ist damit der Beweis, dali es sich luii Calciumoxalat handelte, nicht "feführt. Er hat daim aucli <]ie Mcnjic des Oxalatniederschlags in 12.75 mu' der Acantharienskelette (die mit Soda im Platintiegel aufgeschlossen wurden) zu 4 mg CaO^ 31% bestimmt. Nach meiner Meinung war das von ihm als CaO Gewogene Sr(K — Eine Lösung von ca. 120 l'odaciineUiis-^kclettan in 5 prozentiger Salzsäure, die hierauf filtriert, in einer Platinschale eingedampft und schwach geglüht worden war, ergab nur den erstaunlich geringen Rückstand von 1.9 mgr. Dieser ließ bei der Wiederaiiflösung in etwas konzentrierter Salzsäure einen geringen, etwas grauen und schweren Absatz zurück, dessen Gewicht nicht sicher bestimmt werden konnte, aber höchstens 0.0001 betrug. Schew'Iakoff hat nun in den I 2.75 mg Skeletten einen Rückstand von 21.6% SiO., gefunden. Ich dagegen bei dem l'odactinelins höchstens 5.5%; hierzu kommt noch, daß zwar die Individuen dieser Acantharie wegen ihrer Größe leicht rein zu isolieren, dagegen dit' Sclinuitzteilehen,') die sich fast immer zwischen iluvn zahlreichen ') Dariiiiter auch Fragiiicnto von kieseligen Spongicunadelii. BüTsciii.i, Skelettsubstanz von Podactinelius. 247 Nadeln gefangen haben, nicht zu entfernen sind. Ich bin daher geneigt, die bei Podactinelius gefundene Spur Kieselsäure nur für solche Verunreinigungen zu halten. ScHEWiAKOFF hat die Anwesenheit von .S«0.2 in den Skeletten auch mittels Flußsäure als Kieselfluornatrium qualitativ nachgewiesen auf überzogenen Objektträgern und auf einem Kollodium- plättchen. Mir scheint daher kein Zweifel möglich, daß in seinem Matej'ial wirklich Kieselsäure vorhanden war. Da ich nun aber nach allen meinen Erfahrungen nicht an der Richtigkeit meiner Auffassung ö o o der Skelettsubstanz als SrtiO^ zweifeln kann, so vermag ich nur zu vermuten, daß das von ScHEWi.'^KOFF gesammelte Material doch nicht so rein war, wie er annahm. Wenn man die Schwierigkeit und Mühe erwägt, welche das Einsammeln von 30 mg reiner Skelettsabstanz (geglüht) bei so minutiösen Objekten bereitet, so dürfte man es nicht unbegreiflich finden, daß doch mancherlei Fremdes unter die Skelette geraten ist und daß im besonderen die erhebliche Menge gefundener Kieselsäure auf beigemischten kieseligen Radiolarien und auf Diatomeen beruhen könnte. ScHEWiAKOKF hat nacli Abscheidung der Kieselsäure in der Lösung der 12.75 mg Skelett- Substanz mit Ammoniak einen Niederschlag von 2.25 mg (17.6%) Fe^^O.^ und -44 03 erhalten. Auch ich erhielt bei meiner Lösung von Podactinelius durch Fällen mit Ammoniak in der Hitze einige braune Flöckchen, ganz vom Aussehen des Eisenoxydhydrats. Die Lösung dieser Flöck- chen in etwas Salzsäure gab deutliche Eisenreaktion mit Ferrocyankalium; dagegen war in ihr Aluminium durch die scharfe Reaktion mit Cäsiumchlorid, die in verschiedener Weise versucht wurde, nicht nachzuweisen. Es bildeten sich bei Zusatz von etwas Schwefelsäure und einem Kristall von Cäsiumchlorid nie Spuren der charakteristischen Kristalle von Cäsiumalaun. Ich kann daher luu* schließen, daß der Ammoniakniederschlag keine Tonerde enthielt, sondern aus- schließlich aus Eisenoxydhydrat bestand, welches ich ebenso wie die geringe Menge Kieselsäure auf Verunreinigungen zurückzuführen geneigt bin. Von meiner Lösung war für verschiedene qualitative Proben etwa ein Zehntel verbraucht worden. Sie wurde darauf mit oxalsaurem Amnion heiß gefällt. Der Niederschlag wog nach starkem Glühen vor dem Gebläse 0.0004, so daß die Gesamtmenge in der ursprünglichen Lösung etwa auf 0.0005 zu veranschlagen ist, was ca. 29% wäre. Es ist jedoch klar, daß solch' quanti- tative Bestimmungen bei so minutiösen Substanzmengen keine größere Bedeutung besitzen können. Leider wurde jedoch der Niederschlag mit oxalsaurem Ammon nicht weiter geprüft, namentlich nicht die Flammenreaktion, da ich damals noch übei'zeugt war, daß er CaO sei. Da ich wegen der geringen Menge der gefundenen Kieselsäure, wie wegen der eigentüm- lichen Lösungsverhältnisse der Skelette allmählich auf die Vermutung gekommen war, daß es sich, entgegen den ScHEWiAKOFFschen Ergebnissen, nicht um ein Silikat, sondern wahrscheinlich um ein Sulfat, möglicherweise sogar Gips (wie ich noch meinte) handeln könne, so wurde eine vorläufige Probe auf Schwefelsäure mit zwei Lösungen angestellt, die Dr. Schröder bei seinen Untersuchungen angesammelt hatte; beide ergaben die Gegenwart von Schwefelsäure. — Ein Stiel von Podactinelius wurde ferner in einem Tröpfchen 12prozentiger Salzsäure, die bei sorg- fältiger Prüfung ganz schwefelsäurefrei befunden war, auf dem Objektträger gelöst. Als hierauf zu der Lösung eine Spur Chlorbaryumlösung gegeben wurde, erfolgte sofort Trübung durch ausgeschiedene Kriställchen von Ba SO^, deren charakteristische Bildung gut zu erkennen war. 34* ■2^H Deutsche Südpohii-Expcditioii. Der Rest der oben erwähnten Lösung der l.i) ni^' Skelettsubstanz wurde nach der Aus- fälhing des vermeintlichen Kalks in einer Platinschale zur Trockne gebracht und leider aus Unaufmerksamkeit etwas von den Anunoniaksalzen abgeraucht. In dem liückstand wurde die Schwefelsäure durch Fällung als ßa SO^ bestimmt. Es wurde ü'efunden ca. 0.ÜUU4 ha .SO4, also ^'03^0.00014 oder ca. 7 7o- Es ging aber jedenfalls viel Schwefelsäure bei dem versehentlichen Abrauchen verloren. ScuKWiAKOFF hat CS leider unterlassen, auf Schwefelsäure zu [)rüfen. ila er durch seine Untersuchungen von vornherein überzeugt war. daß es sich um ein Silikat handle. Wenn wir aimehmen. daß die von ihm in den \-2.7b g gefundene Kieselsäure ('21.6%) sowie das Eisenoxyd und die Tonerde (17.67o) von Verunreinigungen herrührten, andererseits dagegen den großen Verlust seiner Analyse (29.4%) auf die nicht l)estimmte Schwefelsäure beziehen, so fole der Lnsiuig in der leinen Ose eines sehr gut ausjfejilühten Platindrahts in den Paud einer Bunsenflamme gebracht. Nach dem Verdampfen der vorhandenen Natriumspuren trat an dem Flammen- rand die charakteristische, rein rote Farbe deutlich und ziemlich anhaltend, hervor. Die Probe ließ sich mit der Lösung des einen PodactineKns-Yjy.Qn\\)\ixva fünf- bis sechsmal wiederholen. Weiterhin wurde die Lösung einer Anzahl Fodacliiiclins-Skehtte in 1 prozentiger Salzsäure, welche Herr Dr. Schrüdkr im L:mfe seiner Untersuchungen angesammelt hatte, geprüft; die Lösung ergab l)eim Eindampfen in der Platinschale einen ftist unsichtbaren Rückstand. Derselbe wMi'ile in einigen IVriplelien 1 L'pnizeiitiger Salzsäure gelöst und in obiger Weise die Flammen- reaktion geprüft. Auch diese Lösung ergab völlig deutliche, schön rote Strontianreaktion. Hierauf wurden acht verschiedene Acanthometriden aus dem Auftrieli von Neapel auf dem Objektträger in einem Tröpfchen 12 prozentiger Salzsäure gelöst. Mit der Lösung gelang die charakteristische Flammenroaktion dreimal ganz deutlich, so daß aiicli für diese Formen die Gegenwart von Strontium in erheblicher Quantität sichergestellt ist. 3. Untersucliung der aus den Lösungen der Skelettsubstanz beim Verdunsten oder bei Zusatz von Schwefelsäure zu erhaltenden Kriställchen. Bis jetzt hat es eigentündicherweise noch keiner der Bobacliter. welche die Löslichkeits- verhältnisse des Skeletts der y\cantharien studierten, festzustellen versucht, was beim l'ymtrotdvnen BüTsCHLi, Skelettsubstanz von Podactinelius. 249 dieser Lösungen eigentlich zu erhalten ist. Ich schicke hier voraus, daß die zahlreichen Versuche, welche ich mit den Lösungen von Podactinelius hierüber anstellte, ergaben, daß dabei Kriställchen gebildet werden, welche sowohl hinsichtlich ihrer Form als ihres sonstigen Verhaltens mit den aus Lösungen von StSO^ auf gleiche Weise zu erhaltenden Kriställchen völlig übereinstimmen. Es scheint mir angezeigt, zunächst die aus Lösungen von SrSOi ei'haltenen Kriställchen kurz zu betrachten und dann erst die der Lösungen des Podactinelius zu besprechen. Lösungen von SrSOi in destilliertem Wasser oder in 12prozentiger Salzsäure wurden aus gefälltem und getrocknetem .SVSO4 bereitet, indem etwas der Substanz im Röhrchen mit dem Lösungsmittel längere Zeit geschüttelt wurde. Tropfen dieser Lösungen wurden im Exsikkator Fig. III. Finur III. Kristalle von Strontiumsulfat. I und 5. Aus Lösung in 1 2 prozentiger Salzsäure durch Zusatz von etwas 50 prozentiger Schwefelsäure aus- geschieden. 4. (;_-i8. Aus Lösung in 1-J prozentiger Salzsäure durch Eintrocknen im Exsikkator erhalten. II und 12. Unregelmäßig ausgebildete Kristalle mit zum Teil gebogenen Kanten und Flächen vom Typus der Kristalle Fig. 2. IG und 17. Unregelmäßig sphärische Gebilde. 16 scheint durch Abrundung der Kanten und Flächen aus dem säulenartigen Typus der Kristalle Fig. 2 hervorzugehen. 18. Schönes Nadelbüschel der biischeligen Modifikation. auf Objektträgern eingetrocknet und untersucht. Da die gebildeten Kriställchen von ^rÜO^ in Wasser nur sehr langsam löslich sind, so kann man die eingetrockneten Tropfen wieder mit Wasser und einem Deckglas bedecken und hat dabei zugleich den Vorteil, daß eventuelle Spuren leicht löslicher Substanzen, die sich ja auch aus dem angeblich reinsten destillierten Wasser abscheiden, sofort wieder in Lösung gehen. 250 Deutsche Siidpolar-Kxpeditioii. Beim Eintrocknen der salzsauren Lösung erhält man natiirlich reichlichere und etwas größere Krlställchen, da j:i mehr Substanz gelöst ist. Immerhin sind alle Kriställchen klein bis sehr klein und erfordern daher zu ihrer Untersuchung stärkere Vergrößerungen. Aus demselben (i runde ist es auch recht schwierig, ihre Winkel hinreichend scharf zu messen. Die häufigsten Kristallformen, welche sich aus der salzsauren Lösung bilden, sind länglich säulige von der unter A in der Verwachsung Fig. III, 9 abgebildeten Gestalt; recht häufig findet sich auch die Form III, 2, welche durch Abstumpfung der Kante zwischen dd in die gleichfalls häufige Form 111. OB übergeht. Nicht selten tritt dieselbe Form wie I)/i durch Abschrägung der Kanten zwischen den Flächen o und d auch komplizierter auf. wie Fig. 3 zeigt. Die stark abgeschrägten Enden der häufigen Säulen dA sind hinsichtlich ihrer eigenartigen Bildung schwer zu erkennen; soweit ich jedoch festzustellen vermochte, haben sie gewöhnlich die Beschaffenheit, welche auf Fig. III. 4 etwas schematisch wiederfiegeben ist. Die Formen wie 2 und 9B treten nicht selten auch unregelmäßig auf. mit z. T. gebogenen Kanten und gewölbten Flächen, wovon die Fig. III, 11 und 12 Beispiele zeigen. Recht häufig sind die Zwillings- bis inehrlino'sartigen Verwachsungen der a;ew("»hidichen säulchenartiffen Formen, wie sie Fi";. und Da zeigen. Doch sind, wie gesagt, diese Verwachsungen sowohl hin- sichtlich der Zahl der vereinigten Kristalle als auch der Winkel, die sie miteinander bilden, sehr mannigfaltig. Die Messung einer Anzahl der Verwachsungswinkel ergab, daß es sich jeden- falls nicht um gesetzmäßige Zwillingsbildungen handelt, da diese Winkel ganz verschiedene sind. Selten finden sich Kristalle von der Form G uiid 7; auch die asymmetrisch gebildeten, jedoch sehr charakteristischen Formen Fig. 10 sind selten, ebenso auch die rhombischen Platten Fig. 13 und 14, zu welchen als etwas dickere Bildung wohl auch dei- Kristall 15 gehört. Nicht häufig traten am Kande des eingetrockneten Tropfens auch abgerundet ovale bis sphärische Gebilde auf, von denen die Fig. III, IG und 17 Umrißskizzen geben. Die rhombische Platte Fig. 14 fällt deshalb auf. weil die beiden sich entgegenstehenden entsprechenden Winkel a und ß sehr differieren, «=74", ß^bd", so daß es sich wohl sicher um eine starke Unregelmäßigkeit handelt. Obgleich ja die Schwierigkeiten sicherer Winkclmessungen sehr erheblich sind, so erhielt ich doch bei den Messungen solcher Rhomben sowohl als anders geformter Kristalle den Eindruck, daß die gefundenen starken Abweichungen zu groß sind, um sie nur als Messungsfehler zu betrachten, daß vielmehr bei den kleinen Kristallen häufig .\b- weichungen in den Winkeln auftreten. Verhältnismäßig selten treten in den salzsauren Lösungen Kristallbildungen ganz anderer Art auf; nämlich büschelige Aggregate äußerst feiner Nadeln, von einfacherer oder komplizierterer (Tcstaltmig. Fig. 111 18 gibt ein schönes Beispiel iruM-filr. leb wei-de später auf diese besondere Modifikatiiin genauer eingehen. Beim Eintrocknen wässriger Lösimg des Si'SO, erhält man im allgemeinen ähnliche Kriställchen; doch sind dieselben spärlicher und weniger gut ausgebildet. Am Rande findet man häufig die rhombischen Platten wie Fig. lo und 14, ebenso die unregelmäßig sphärischen Gi'bilde, äludich IG und 17. sowie zitronenförmige geschichtete. Ebenso treten die Faserbüschel der zweiten Modifikation auf. Dunh Zusatz von etwas äOprozentiger Schwefelsäure zu der Wasser- lösung erhält man gleichfalls Al>scheidung von .SriSO.,, jedoch meist globulitisch: nur am Rande des Tro])fens treten hie imd da deutliche Kriställchen auf. BüTsCHLi, Skelettsubstanz von Podactinelius. 251 Versetzt man einen Tropfen der salzsauren- Lösung mit etwas öOprozentiger Scbwefel- silm-e, so scheidet sich, wie schon oben pag. 241 hervorgehoben, der größte Teil des StSO^ aus; anfänglich in globulitischen bis ovalen Formen, bald jedoch meist auch in wohl ausgebildeten Kriställchen, deren Habitus von den durch Eintrocknen erhaltenen etwas abweicht. Säulig ent- wickelte Formen sind hier selten, die Kristalle vielmehr (III, Fig. 1 und 5) durch stai-ke Ent- wicklung der Fläche a mehr oder weniger tafelförmig gestaltet, im übrigen gewöhnlich von der- selben Kombination wie QB, mit Zugesellung der Flächen m. ^ /^ <7°^ 15 ; ; \5^ Fig. IV. Figur IV. Kristalle aus den Lösungen der Stacheln des Podactinelius. I — 3, 4 und 12. Aus Lösung in 12i)rozentiger Salzsäure durch Zusatz von etwas ÖOprozentiger Schwefelsäure abgeschieden. 5— (1, 9. Aus Lösung in deistilliertem Wasser durch Eintrocknen im Exsikkator erhalten. 7 — 8, 10 — 11, 13 — IG. Aus Lösung in r2prozcntiger Salzsäure dorch Eintrocknen im Exsikkator erhalten. 13 — 14. Unregelmäßig sphärische Gebilde. 16. Büschelige Modifikation. Zur Lösung des Podactinelius -Skeletts m destilliertem Wasser verwendete ich gewöhnlich, um möglichst reines Wasser zu haben, VVassertropfen, die sich an der Unterseite einer reinen Piatinschale niederoeschlagen hatten. Die Kriställchen. die man durch Eintrocknen der salzsauren Lösung erhält, sind ganz identisch mit denen, welche aus der entsprechenden Lösung von SrSO^ beschrieben wurden. Am häutigsten und charakteristischsten sind auch hier die säulchenartigen Formen wie III, Fig. dA und ihre Verwachsungsformen, IV, 6 — 7 und 10. Zahlreich treten •hier namentlich auch die rhombischen Platten auf (IV, 8), sowie am Rande des Tropfens ovale bis sphärische, mehr oder weniger unregelmäßig strahlige Gebilde (IV, 13 u. 14). Seltener, jedoch recht bezeichnend, sind die asymmetrisch säuligen Formen, wie IV, 9 und 15, die lebhaft an Fig. III. 10 ei'innern. Selten sind auch die rhombischen Platten wie IV, 11, die übereinstimmen mit III, 15. Schließlich begegnen wir auch hier häufig den charakteristischen Faserbüscheln der zweiten Modifikation IV, 16. Kristalle entsprechend Fig. III, 1 und 5 wurden auch zuweilen beobachtet. 252 Deutsche Siidpolar-Expedition. Im allsiemeinen werden dieselben Kristalle und kristallinischen Gebilde auch aus der wässrigen Lösung abgeschieden ; so stammen Fig. IV, 5, 6 und 9 aus einer solchen. Die häufigsten Formen sind auch hier wieder die vom Typus der Figuren 6 und 7. Faserbüschel der zweiten Modi- fikation wurden nicht beobachtet. Bei Zusatz von etwas öÜprozentiger Schwefelsäure zu der salzsaui-en Lösung scheiden sich die Kristalle im allgemeinen genau in dem Habitus aus, wie er oben i'in- die auf s(jlche Weise aus der Lösimg des SrSO^ al)geschiedenen beschrieben wurde. Die Hauptformen sind die IV, 1 und III, 1 und 5 abgebildeten: auch mehr säulenartige Formen wie IV, 2 treten gelegentlich auf. Wenigei- häufig sind Formen wie IV, 3, 4 und 12. Eine der Fig. IV, 12 entsprechende Form wurde auch aus Sr 6*04 -Lösung mit Schwefelsäure erhalten. Wenn nun schon die große Übereinstimmung der Kristallformen es nicht zweifelhaft erscheinen läßt, daß die aus der Lösung der Skelette erhaltenen Kristalle S)•SO^ sind, so wird dies weiterhin bestätigt durch ihre Schwerlöslichkoit in Wasser. Ja, es scheint fast, daß sie schwerer löslich geworden sind, als es die Skelettsuhstanz urspriinglich war. — Behandelt man die Kriställchen mit dem Gemisch aus 35prozentiger Kalilauge und konzentrierter .^2 ^'^Ar Lösung, so verhalten sie sich genau so wie die ursprüngliche Skelettsubstanz (s. pag. 244) und wie Kriställchen von .S?'»S'0, (s. pag. 245). Ihre Oberfläche wird rauh und bedeckt sich bald mit unreeel mäßig rundlichen, stai'k lichtbrechenden Kügelchen. Bildung von Kristallen habe ich dabei nicht gesehen, wahrscheinlich aber nur deshalb, weil das Präparat nicht lange genug ver- folgt wurde. Auch die in beiden Fällen erhaltenen, häufig recht ansehnlichen Büschel der faserigen Modi- fikation verhalten sich ganz identisch. Sie sind ziemlich stark doppeltbrechend, und zwar so, als wenn die einzelnen Nadeln optisch positive einachsige Kristalle wären, so daß gute Büschel sich wie positive Sphärokristalle verhalten. Es ist nicht ohne Interesse, daß die Nadeln des Fodactinelins sich ebenso verhalten. Wenn man die Büschel unter Wasser bringt, so beobachtet man, daß sie sich im Gegensatz zu den Kristallen relativ rasch lösen, d. li. dali sie nach einigen Stunden verschwunden sind. Aus diesen Gründen vermutete ich, als ich zuerst solche Büschel aus Lösungen der Skelettsubstanz erhielt, daß sie Gips seien. Die genauere Untersuchung der Fällungen von SrSO^ aus Lösung von Strontiuumitrat hat jedoch ergeben, daß sich die Angelegenheit anders verhält. Wenn man stark verdünnte, mit etwas Salzsäure versetzte Lösungen von Strontiuumitrat mit etwas verdünnter Schwefelsäure versetzt, so erhält man einen Niederschlag von ilrSO^- Kriställchen, die im allgemeinen die Formen jener besitzen, welche man durch Verdunsten der salzsauren Lösung bekommt. Verwendet man jedoch etwas konzontriertere Lösungen von Strontiumnitrat, so tritt eine anscheinend gallertiger Niederschlag auf, welcher aber, wie die mikroskopische Untersuchung zeigt, aus lauter Büscheln jener zweiten Modifikation des S)•S()^ besteht. Daneben finden sich jedoch schon von Anfang an einige Kriställchen der gewöhnlichen Modifikation. Wird der Nieder- schlag mit mein- Wasser versetzt, so beobachtet man. daß die Büschel langsam verschwinden, während an ihrer Stelle Kriställchen der gewöhnlichen Modifikation auftreten. Nach einigen Stunden ist diese Umwandlung ganz vollzogen. Deumach handelte es sich auch l>ci drm Wr- schwinden ^ sind. — Die Kristalle 111. 2 könnten die Kombination d, o, wie auf der Figur bezeichnet, aber auch die beim Cölestin nicht seltene Kombination o, m sein: ebenso auch III, 9, i? statt der gegebenen Bezeichnung vielleicht richtiger als Kombination o, a, m aufgefaßt werden. In den Kristallen III, 3 und 4, ist die Pyramidenfläche .i? mir sehr zweifelhaft. Die Abstumpfungsflächen der Enden von Kristall III, 8 sind, oligleieh ihi-e Winkel zu etwa 108° ermittelt wurden, doch vielleicht nur die Flächen m. Kristalle wie Fig. III, 15, IV, 11 sind nach Analogie mit natürlichen Vorkommnissen wohl die Kombination a, m. Wie schon bemerkt, halte ich es für nutzlos, auf fernere Deutungen einzugehen, da sie einerseits zu unsicher und andererseits für unsere speziellen Zwecke doch ohne Belang sind. 4. Spezifisclies Gewicht und Brecliimgsvermögen. Da der Cölestin ein verhältnismäßig hohes spezifisches Gewicht von durchschnittlich 3.9 besitzt, so war es von Bedeutung, eine ungefähre Ermitthmg iiber das spezifische Gewicht der ') Siehe z. B. Auerbach, A., Kristallogr. Unters, des Cölestins. Sitz.-Ber. d. k. k. Akad. Wien, Mathem.-naturw. Kl., Bd. 59, Abt. I., pag. 349—588, 10 Tf. Deiitsehe SiiiI[n)inr-K.\|iecUliün. IX. Zoolojjio. I. ^'^ 254 Deutsche Siulpolar-Expcdition. Skelettsubstanz von Podactinelius zu erlangen. Zu diesem Zwecke wurde ein sauberer Stiel eines Podactinelius abgesclinitten und in konzentrierte Lösung von Kaliumquocksilberjodid. deren spezifisches Gewicht nach W. Behrens Tabellen o.l9 ist. getiradit. Dt-r Stiel zerbrach dabei in zwei Stücke, von denen das eine rasch, das andere sehr lauiisam in der Lösung sank. Da die Nadeln des Stiels durch relativ wenig organische Kittinasse verbunden sind, so kann das spezifische Gewicht des Gesanitstiels dadurch nicht sehr erheblich herabgesetzt sein. Der Ver- such lehrt, daß das spezifische Gewicht des Stiels höher als 3.19 ist, und zwar muß die Skelett- substanz ein erheblich höheres spezifisches Gewicht haben, da der eine Teil des Stiels rasch sank. Das ganze Exemplar des Podactiiieliiis, von welchem dieser Stiel stanunte, stieg in der Lösung langsam auf. Zur Ei-mitthmg des ungefähren mittleren Brechungsvermögens der Skelettsuhstanz wurde ein trockener Stiel auf dem Ubjektträgei- in die konzentrierte Lösung von KaliunKjnecksilberjodid gebracht. Die Nadeln erwiesen sich dabei liedeutend schwächer brechend als die Lösung. Letztere wurde nun sukzessive so weit verdünnt, bis die Skelettnadeln dai-in verschwanden. Das spezifische Gewicht der Lösung ergab sich nun als 2.,ö43. Dieses spezifische Gewicht entspricht nach den Tabellen vdii \'. GoLDSCHMiDT ') einem Brechungsvermögen für l) und So.ö" C. von L6146. Di^y mittlere Brechungse.xponent für Cölestin beträgt nach Behrens Tabellen (pag. 205) 1.624. Ans diesen Erfahrungen geht hervor, daß sowohl das spezifische Gewicht wie der mittlere Brechungskoeffizient der Skelettsubstanz des Podactinelius mit denen des Cölestin so weit über- einstinunen. daß der aus den übrigen l'^i-mittluntren aezoffene Schluß bestätigt wird, die Skelett- Substanz bestehe aus SrSO^. 5. Die Kristalle der Sphaerozoen. Bekanntllieh treten in dem intrakapsulären Plasma der meisten Sphaerozoen liei der Sporen- bildnng früher oder später große Mengen kleiner und gelegentlich auch verhältnismäßig großer Kristalle aid'. Letzteres ist bei der Collosphaera Imxleyi der Fall, wo sie schon IIlxley 1851 beobachtete und -Ich. Mlu-ler (1855 und 1858) genauer beschi-ieb. Die großen Kristalle erreichen hier naeli K. Brandt eine Länge von 0.U5 mm. Jon. Müller untersuchte sie gemein- sam mit G. liOSE (s. 1858, pag. 50 — 57), und es ist wohl letzterem zuzuschreiben, daß lieide die große Ähnlichkeit der Kristalle mit Cölestin klar erkannten. Die Kristalle, welche Mli.i.er beschrieb und abbildete, bestehen aus der gewöhnlichen Kombination P-2. xpx, P'>c, l'°<=>. Obgleich die Winkelmessungen schwierig und unsicbei' waren, glaulite er doch den Winkel iK-r an den Polen der säuligen Kristalle zusammenstoßenden beiden Flächen 1'^ zwischen l(».'i und 1U5° festgestellt zu haben; beim Cölestin bi'lifigt die>er Wiidlie]ikeitsverhältnissen mit dm früliei- geschilderten Cölestinkriställchen zeigen, und in Anbetracht des Umstandes, daß Stroiitiumsulfat jetzt als Abscheidungspro(lidei Gelegenheit anderer Untersuchungen darauf geprüft, ob ihre Lösungen in Salzsäure mit Gipswasser einen Niederschlag geben, dies jedoch nie bemerkt. Daraus folgt, daß Barvuni und Strontium nicht nachweisbar waren. Dies scidießt jedoch natürlich nicht aus, daß sehr geringe Spuren voi'hamlen sein können, welche nin- liei Anwendung großer Mengen und unter besonderen Maß- regeln nachzuweisen sind. Die Quelle, aus welcher die Acantharien das Strontiumsulfat beziehen, ist klar, da schon FoRCHHAMMKR das Vorkommen von „Strontium uiuniltilbar in cingedainiirtiui Meerwasser als Sulfat entdeckt hat".') Leichter noch war es in den Kesselsteinen ti'ansatlantischer Dampfer nachzuweisen, ebenso in der Asche \on l^'ucnn r('sicnlo,en: T'orynop/iora sermta Cauhr., Torijnopkora spec, Scirus p(dli(lns, eine Oribatide, JJyalomma juita Cambr., zwei Wiirnier: Liimbricus kerguelensis Grube, E/ichytraeus spec, kein Potator, keinen Nematoden, kein Protozoon. Auch die Arbeiten über Zoology of Kerguelensland in den Philosophical Transactions of tlie Roy. Soc of London, Vol. 168, 1879, bringen in bezug auf Mooslauna wenig Neues. Von Milben iiocli einen Acanis neglectus Cambr., 5 Käfer; unter diesen die auch in Moosen als Larven und als I'^rwachsene sicii tiiidenden Ectemnofhiniis-Arti^n, aber ebenfalls keine Tardi- graden, Rotiferen, Nematoden und Protozoen. Somit ist fast die ganze Ausbeute, teils fiir die Wissenschaft überhaupt, teils für das Süd- polargebiet neu. RicHTEUs, Fauna der Moosrasen. 263 Liste der von der Deutschen Südpolar-Expedifion gefundenen Moosbewoliner. Protozoa. IViizopodu: Aiiioeba terricola EnuENßEUfi . . Coryeia flava Greeff Difflugia globulosa Duj „ piriformis Peutz . . . „ constricta Ehuenbeug . Nebela collaris Ehrenbekg . . . Arcelia vulgaris Eiiuenberg . . Euglypha seminulum Ehrenbeuo y, ciliata Ehrenbekg . . Trinema enchelys Ehrenberg. . Nebela vas Leiüy Infwsoria : Epistylis spec Vermes. Botifera: Caliidina longirostris Jans . . . „ angusticollis Mi'uuav . „ spec. 1 ^ spec. 2 ,, spec. 3 ., spec. 4 , spec. ') „ spec. 6 „ spec. 7 spec. 8 ^ spec. 9 „ spec. lit spec. 11 „ spec. 12 „ spec. 13 Euchlanis spec Nematoden ; Dorylaimus 4 Arten Plectus 2 Arten Teratocephalus 1 Art Mononclius 1 Art Eubostrichus Guerni Ceutes . . P>iinonema Ricbtersi Jägeuskiöld „ reticulatiim HiciiTEiis OlifjochaHen : Notiodrilus crozetensis Mich. . . Crustacea. Harpacticidae: Gantliocamptus robustus n. sp. . „ antarcticus n. sp. „ spec. 1 .... spec. 1 CS — c: , td a> tu o 1 c Li C-, o CS PL. -H + Sonstiges Vo r k o m m e n ubiquitiir Europa ubiquitär mit Ausnalime des Gaussberges Feuerland. Neu-Seelaud Europa Scbottland, Taunus siehe die später erscheinende Spezialarbeit. -+- Scbwarzwald, Schottland Schwarzwald, Taunus, Schottland, Nagasaki 36* 2G4 Deutsche Südijolar-Expedition. Moraria Wolfi n. sp ^ quadrispinosa n. sp. . . . spec. 1 , spec. 2 Genus nov Isopoda : Trichoniscus verrucosus Budde-I.lxd Acari. Mesostigtnata (Gamasidae): Parasitiis spec Gauiaselliis crozetensis n. sp. . . Neoparasitus crozetensis n. sp. . si.ec. Heydeniella n. g. crozetensis n. sp Laelaps? Sejulus plumosus üudkm . . Kiiodacarus spec Asca crozetensis n. sp. . . ParaStigmata: Uropoda obscura Kocii . . Opistliope n. g. crozetensis n. sp Piracariis n. g. crozetensis n. sp. Trachelostiymata : Disparipes antarcticus n. sp. ( >closti(/mtita (Oribatidae) : Oribata ovalis Koch .... y, spec „ crozetensis n. sp. . ^ flaussi n. sp. . . . Scutovertex crozetensis n. sp. Notaspis antaretica Mich. . , spec spec. ... ■ . . crozetensis n. s]». . Uainaeus nitens Mich. llermannia spec Tardigrada. Rchiniscus arctomvs Ehuknukiu; muscicola Pi.\th kerguclensis n. sp. spec. 1 spec. -2 „ spec. 3 y spec. 4 Milnesium tardigradum Doy. . Vj -^ ^ 2_, o ; B S < OS •73 3 1 o fe Vi er. + 4- Sonstiges Vorkommen Holland Europa Europa, Nordamerilta (?) Gerlache Strait Europa Spitzbergen, Island, Scliott- land. Deutschland, .Mpcn Deiitscliland Spitzbprf;en, Skandinavien, Schottland, Krankreich, Gibraltar, Dcutscliiand, Alpen, Java, Himalaya (James Mukray) RicHTKUs, Fauna der Moosrasen. 265 Gauss- berg Heard- Eild. (D Posses- sion-Eild. 's 02 B S SM CD 'ÖJ Sonstiges Vorkommen Macrobiotus Sattleri Richters + + Deutschland, St. Gotthard ^ tetradactyloides n. sp. . . . — + — + — — ^ Murrayi n. sp -f- „ Oberbäuseri Dov — -+- — — — — Europa , Hufelandi C. S. Schultze . . — — 4- — + — — Europa, Moskau, Neu-Seeland „ echinogenitus Richters . . . — — ' + ■+■ — — Spitzbergen, Schottland, Deutschland „ intermedius Plate — — — + + — Spitzbergen, Norwegen, Deutschland, Chile . antarcticus n. sp -H — — — — — Diphascon crozetensis n. sp — — — + — — — spec — — — — — + Aranei. Myro kerguelensis Cambk — — + — — — — Myriapoda. spec. — — — — + — — Insecta. Ectemnorhinus crozetensis Enderleis') — — — + — — Richters! Endehlein') . . — — — + — — — Xanium Vanbüffeiiianuni Kndeulkin ') . . — — — ■+■ — — Phtirocoris n. g. antarcticus Enderlein -') — — — -+- — — — Tullbergia antarctiea Lubb — — — + — — — Mollusca. Patula Hookeri — — -+- — — — — I. Rhizopoden. Anioebii terricolii Ehrenbg. Taf. XVI. Fig. 1. EiiRENiiEUd, Die Infusionstierchen als vollkommene Organismen. Berlin 1838. Gkeefk, Über in der Erde lebende Amöben und andere Rhizopoden. Archiv für mikrosk. Anat. Bd. VII, ISGG. Leidy, Fresh-water rhizopods. Washington 1879, pag. 53 (Ainoeba verrucosa Ehrenberg). Penaiu), Faune rhizopodiqne du bassin du Leman. Genf 1902, pag. 104. Giiussberji". Kerouelen. In den aus dein einzigen Laubmoose des Gaussbergs, Bnjum filicaule, Brotherus, bestehenden dicbtfilzigen Rasen linden sich kugehge Zysten von ca. 50 ,« Durchmesser, mit doppeltkontu- rierter Haut, einem Inhalt von körnigem Protoplasma, oft mit großer Vakuole und helleren oder dunkleren Ballen (Nahrungsresten): auch ein elliptischer Kern wurde bei einigen erkannt. Das körnige Protoplasma mit Vakuole ließ auf die Zusammengehörigkeit dieser Zysten mit Infusionstierchen oder Amöben schließen. Da wegen des exquisit trocknen Klimas des Gauss- ') Die Rüsselkäfer der Crozet- Inseln, nach dem Material der Deutschen Südpolar- Expedition. Zool. Anzeiger XXVII. Bd. Nr. 22. ■') Zool. Anzeiger XXVll Bd. iN'r. 25. 266 Deutsche Südpolar-Expedition. berges Infusionstierchen entschieden weniger in Betracht kommen, so lag von vornherein nahe, diese Gebilde als Zysten von Amöben, und zwar, des Vorkommens in Moospolstern halber, der Amoeba terricola, die nach Grkkkk auch in relativ trocknen Sandschichten sich aiifliält, aufzufassen. Eine Beobachtung, die ich an Exemplaren der Amoeba terricola von Ileüigendamm und Saßnitz machte, hat dieser Auffassiuig einen hohen Grad der Wahrscheinlichkeit gegeln'ii. Daß Amneba terricola Bärtierchen (Makrobioten), die sie vermutlich in asphyktischem Zustande über- rascht, in sich aufnimmt und verzehrt, war Tnir durch frühere Beobachtungen schon bekannt. An {jenannten Orten fand ich aber nun in verschiedenem Grade der Zersetzung belindliche Callidinen in lebenden, beweglichen Exemplaren von Amoeba terricola und — in einer kugeligen Zyste mit küruigeiu l'rotoplasma: dieselbe enthielt auch einen Kern, der mit dem der Amoeba terricola übereinstimmt. Es war deutlich ersichtlich, daß ich es mit der Zyste einer Amoeba terricola zu tun hatte, die kurz vor ihrer Enzystierung noch eine Callidiiui gefressen hatte. Greekk stellt das Vorkommen von Zysten bei Amoeba terricola völlig in Abrede, aber Penaud hat iiereits op. cit. pag. 107 eine enzystierte Amoeba terricola beschrieben und abgel)ildet. Seine abgebildeten Exemplare zeigen noch das Ektosark: auch an der Heiligendammer Zyste hintuen noch Fetzen des Ektosarks. während die antarktischen, die zu meiner Beobachtung gelangten, eines solchen entbehrten. Die Heiligendammer AuKJbe war offenbar beim Eintrocknen des gesammelten Moosrasens ziu- Enzystierung geschritten, während die im Mai gesammelten Zysten vom Gaussberge sich wohl alle /Aun Schutz gegen die Unbill des antarktischen Winters — die Expedition beobachtete im Winter bis zu — 41 ° C — gebildet hatten. Mehrere der Zysten vom Gaussberg enthielten ebenfalls eingeschlossene Callidinen, und das erscheint mir, nach den an der Heiligendammer Zyste gemachten Erfahrungen, als ein völlig ausreichender Beweis, daß es Amöben-Zysten sind. Die Form ihres Kernes spricht für die Zugehörigkeit zu Amoeba terricola. In Moosen von Kergnelen fand ich dieselben Zysten und. nach dem Befeuchten, kugelig aufgequollene Stücke einer Erdamöbe, die ich, wenn ich sie in Moosen aus Deutschland gefunden hätte, ohne jedes Bedenken für Amoeba terricola erklärt haben würde. Da iili uiitliin keinen Grund habe, die Zysten nicht als zur Amoeba terricola gehörig zu betrachten, so registriere ich sie als solche. Das Vorkommen einer Vakuole in Zysten hat zunächst vielleicht etwas Auf- fälliges; Penard meint, Faune rhizopodique du Leman, pag. 658: „a l'etat de kyste la vesicule semble disparaitre tout ä fait". Es kommen aber sicher Vacuölen in Zysten vor, wie Römer an enzystierten Vorticellen \\\\i\ ich an einer enzystierten Eiiglypha seminulum gesehen haben. Amoeba terricola kennen wir aus l^uopa, Ostindien, China, Ägypten, Australien, Sandwichs-Inseln, Kanada, Vereinigte Staaten, Argentinien, Kap llorn (Certes, Protozaires de la mission scientilique ilii Cap Hörn. Zool., Tome VI). Corjcia flava (ireekk. Ghekfk, Über in der Krde lebende Amiilien und andere Rhizopoden. Archiv f. mikrosk. Anat., Bd. VIF, I86C. Macoi, L., Contrihiizione aila morfoiogia delie Amphizonelle. Hendic. Ist. I-onib. Ser. 11, Vol. X, 1877. Pi:NAiti>, Faune rhizopoditiue du bassin du Leman, pag. 17;i. Die Moosrasen des Gaussberges beherbergen außer der Erdamobe nur noch diesen aus pjuropa bekannten Rhizopoden; nach mehrwöchiger Durchsuchung der Rasen ist keine Arcella, Difjbigia, Nebela oder Eiigli/p/ia zur Beobachtung gekommen, eine vom Standpunkt der Tiergeographie sehr liruicrkenswerte Tat.«;arhe. Die Corycien des (iaussberges stinuuen genau mit Richters, Fauna der Moosrasen. 267 der PENARDschen Beschreibung; Greeff, Archer und Maggi beobachteten nur Stücke von 40 ,u Durchmesser, Penard solche von 80 — 100 /li; größtes Exemplar vom Gaussberg 90 /u. Von gut determinierten, gehäuseführenden Rhizopoden sind nur die folgenden durch Ehrenberg (Verhandlungen der Preußischen Akademie. 1861) ans dem in Rede stehenden Gebiet von Kerguelen imd St. Paul bekannt geworden: Trinema enchelys Ehrenbg. Euf/lypha ulveolata Duj. ,. ciliata Ehrenbg. „ seminulum Ehrenbg. Quadrula symmetrica Wall. Cyphodena margaritacea Schlumb. Ehrenberg führt zwar noch etwa sechs neue Formen an; dieselben sind aber so ungenügend beschrieben, daß Schewiakoff, Über die geogr. Verbreitung der Süßwasser-Protozoen, Memoires de l'acad. imp. des sc. de St. Petersbourg, VII Ser. Tom XLI, dieselben, da auch Abbildungen fehlen, mit Recht mit einem Fragezeichen bezeichnet. Die Moose der Deutschen Südpolar- Expedition lieferten folgende Formen: Difnu^'ia globulosa Duj. Taf. XVI, Fig. 2. Leiuy, Fresh-water Rhizopods, pag. 'JO. Phites XV, Fig. 2.5—31, XVI, Fig. 1—24. Aus allen Erdteilen bekannt: auch auf den von der Expedition besuchten subantarktischen Inseln allgemein verbreitet. Unsere Abbildung zeigt ein Exemplar von 0.08 mm Durchmesser mit einer cliitinigen Hülle, der Diatomeen eingelagert sind, von Possession -Eiland (Orozet- Gruppe); der Nematode, dessen Kopfende ans der Schale hervorragt, hat offenbar nur in dem leeren Gehäuse Obdach gesucht; daß die Amöbe denselben zwecks Nahrungsaufnahme in sich hineingezogen haben sollte, wie Rhumbleu die Aufnahme von Oszillarienfäden durch Amoeba verrucosa beschreibt, ist schwerlich anzunehmen. Mir sind noch weitere derartige Fälle der Befriedigung des Schutzbedürfnisses von Erdiiematoden vorgekommen, sowohl in dem in Rede stehenden Gebiet, wie bei Euglyphen von Nagasaki, die ich wiederholt von Nematoden bewohnt fand. Diffliij>?ia piriformis Pertz. LuiDY, lue. cit. l'i. X, XI, XII, XV, XVI, XIX, pag. 98. Aus allen Erdteilen bekannt; auch in dem von der Expedition besuchten subantarktischen Gebiete allgemein verbreitet. Taf. XVI, Fig. 3 zeigt eine auf Possession -Eiland (Crozet- Gruppe) häufig anzutreffende, zierliche Form, deren Gehäuse im wesentlichen aus Exemplaren der Kieselalge Diatomella BaJ/ouriana (determ. M. MöBius) aufgebaut ist; 0.096 mm. Diffliigiii eonstricta Ehrenberg. Lkiuv, lüc. cit. PI. XVllI, pag. 12(1. Aus allen Erdteilen bekannt; auch im subantarktischen Gebiet der Expedition allgemein verbreitet. Nebela vas Leidy spec. Taf. XVI, Fig. 4, 5. LnihY, loc. cit. pag. 99, Taf. XII, Fig. 2—9. Ceutes, A., Protozaires de la mission scientifique du Cap Hern. Zool., Tome VI. 268 Deutsche Südpolar-Expedition. Bisher nur von Kap Ilorn l)ekannt. Possession-Eiland (Crozet-Griippe), St. Paul. Auch in Moosen von Neu-Seeland (xMaterial Schauinsland) von mir beobachtet. Diesen Rhizopoden, den Lkidy als hifflngia, mit Gehäusen aus Kieselsteinchen, beobachtete, fand Certes zuerst als Nebela, mit Gehäusen aus selbstgefertigten Disken und Stäbchen. An obigen Fundorten fanden sich auch Stücke, die teils aus Steinchen, teils aus Disken ihre Gehäuse gebaut hatten: eine genaue Grenze der beiden Gattungen Nebela und iJifJhigia gibt es also nicht. Taf. XVI, Fig. 5 zeigt ein Individuum, welches Rudimente von Beinen einer Milbe enthält. Eine Täuschung, daß diese Fremdkcu-per (4wa auf oder unter der Nebela angeklebt sind, liegt sicher nicht vor, wovon man sich leicht durch langsames Senken des Mikroskop -'inl ms über- zeugen kann: andererseits ist wohl sehr unwahrscheinlich, daß dieselben durch den relativ engen, schlitzförmigen Eingang des (iehäuses zulallig in denselben geraten sein sollten, sondern man muß gewiß annehmen, daß diesellten mit Hidfe der Pseudopodien in die Nebela zwecks Nah- rungsaufnahme hereingezogen sind. Nebela t-ollaris Ehrenberg. Taf. XVI, Fiij;. 6. Leidy, loc. cit. Uä, PI. XXII— XX[V. In dem von der Expedition berührten subantarktischen Gebiet. Das in l'^ig. (i dargestellte Exemplar enthält Keime. Arcelhi vulgaris Euhenberc. Leii.y, loc. cit. pag. 170, PI. XXVII, XXVIII. In dem von der Expedition berührten subantarktischen Gebiet. Englj-plia seminnliini Eiirenberg. Lkii.y, loc. cit. pag. L'25, PI. XXXVII, Fig. I.^— 27. Auf St. Paul besonders häufig; fehlt nur auf dem Gaussberg. Euglj'pha ciliata Ehrknberg. Leidy, loc. cit. PI. XXXV— XXXVII, pag. 214. Weit verbreitet. Possession-Eiland (Crozet-Gruppe). Trincina enclieljs Ehrenberg. Leujy, loc. cit. pag. 22)1, PI. XXXIX. Auf Kerguelen und St. Paul. i Aiiliaiii,': i'her kugelige, iu Erduematodeu gefuiuleue Zysteu. Taf. X\'T. [lag. 7 u. S. Ein auf Kerguelen gesammelter Erdnematode, resp. dessen allein übrig gebliebener Haut- muskelschlauch — vielleicht ist es auch nur die Cuticida — ist von einer iil.ir-Ex|.iMiili(Mi. IX. Zi)iil(iLric. I. ■''' 270 Deutsehe Südpolar-Expedition. eine völlig ausreichende Determinierung unmöglich und von einer Artbenennung der meisten Formen abzusehen ist. Sollte früher oder später ein Beobachter Gelegenheit haben, die Roti- feren der von der >Gauss''-Expedition berührten Gegenden an frischem oder geeignet konser- viertem Material /u behandeln, so wird er meistens in der Lage sein, die jetzt nur unvollständig gekennzeichneten Formen wieder zu erkennen. Gaussberg. Am Gaussberg wurden vier Arten Rädertierchen beobachtet. Sie sind, der Individuen- und Artenzald nach, die häutigsten Tiere in jenem Polargebiet. Die eine Art, die beim Anfencliten stets auch den Schwanzteil vollkonuuen entfaltete, ist sicher, wie sich aus der Dreizehigkeit des Fußes ergilit, eine Callidiiia spec. 1. Taf. XVII, Fig. 1, 2. Kauapparat 21 — 24 ,xeMi|)Iare enthalten elli|)tische Eier. Cnllidiiia? siiee. 8. Tai'. WIl. Fi"-. !). ](). (li-olie. ausüfestreekt ca. 0.45 mm messende, lebendig gebärende Form: kontrahiei-t elliptiseli. Ilaiil fein uiaiiiiliert : Kauapparat .'Id//: der des im mütterlichen Leib befindlichen jungen Tierchens von genau derselben Größe. Zähne 2/2; oberer und unterei- Abschnitt der Kauplatten fein gerieft. Spoi'iie 21 ,//. RicHTEHs, Fauna der Moosraseu. - 271 Callidina} spec. 9. Kauapparat 24 ,m, Zähne 3/3. CallidinaJ spec. 10. Kauapparat 30 ,«, Zähne 2/2. Possessiou-Eiland. Drei Arten. Callidina? spec. 3. Kauapparat 15 ,«, Zähne 2/2. Aach auf dem Gaussberg. Callidina? spec. 2. Kauapparat 21 //. Zähne 3/3. Auch auf dem Gaussberg. Callidina! spec. 10. Kauapparat 30 /<, Zähne 2/2. Erwachsen und in einem fein granu- lierten Ei von 160 u beobachtet. Auch auf Kerguelen. St. Paul. Callidina angusticollis Murray. MuuuAV, James, Transactions of tho Royal Society of Edinliurgh. Vol. XLI, Part. II, lyO.'j, pag. 374, l'l. 111, fig. 2 a— k. Diese erst vor kurzem von James Mürray aus S(;hottland besclu-iebene Form ist ausgezeichnet durch den Bau eines feldflaschenförmigen, braunen Gehäuses. Das in Taf. XVI, Fig. 9 dargestellte Stück hatte ich bereits vor drei bis vier Jahren am Lipstempel im Taunus gefanden, ohne es als ein Rädertier zu erkennen; das Gehäuse mißt 0.176 mm. Die Exemplare von St. Paul sind wesentlich kleiner, 0.112 mm: sie zeigen manche Unterschiede in der Form des Gehäuses, wie Taf. XVI. Fig. 10 zeigt. In St. Paul häufig; in Deutschland habe ich die ('. angusticollis nur in dem einen Stück im Taumis beobachtet. Callidina? spec. 2. Kaaapparat 25 ,u, Zähne 3/3. Auch auf dem Gaussberg und Heard- Eiland. Callidina? spec. 3. Kauapparat 15//, Zähne 2/2. Aach auf dem Gaussberg und Possession- Eiland. Neu -Amsterdam. Drei Arten. Callidina longirostris Jan.s. Jan.son. I'hilodinaeen, pag. .')7. Taf. 111, Fig. 33, 34. Kaaplatten bei Mutter und Tochter (im Mutterleib) 27 ,». (Ein Beleg dafür, wie wichtig die Gröi3e der Kauplatten fiir die Artbestimmimg.) Zähne 2/2. Diese auch in Deutschland vorkommende Art erwachte (s. o.) wieder zum Leben. Callidina? spec. 11. Taf. XVII, Fig. 11. Kauapparat 18 — 19 ,«, Zähne 3/3. Glatt, glashell, Sporne 10 ,«. Ei glatt. Euchlanis spec. 1 Exemplar. St. Helena. Drei Arten. Callidina longirostrls Jans. 1 Exemplar. Callidina? spec. 12. Taf. XVII, Fig. 12, 13. Kauapparat 18 //, Zähne 5/5. Sporne 6 //. Callidina? spec. 13. Kaaapparat 18«, Zähne 2/2. 37* 272 Deutsclie Siidiiohir-Expediliüi). IV. Nematoden. Die Erilnciuatoden, flerenendgiiltige Jk-arlicituiig Herr Dr. JÄGERSKiöLD-Götel)org übernommen hat, sind in den Moosraseii der Ciebiete, welche die Deutsche Südpohir-Exjiedition berührte, reichlich vertreten. Es linden sich, wie ich bereits in meinem vorläuligen Bericht in den Verhandlunad und konnte nach Lage von Aiuis und Vulva feststellen, daß die paarigen Warzen keine ventralen. sondern — wie Jägerskiöld schon vermutet hatte — dorsale Organe seien (Verhandlungen der Deutschen Zoologischen Gesell.schat't, 190,')), ferner beobachtete ich eine neben H. Richtersi ') jÄiaat.sKiOi.ii vcrrmitet iilirij.'eiis, daß weder die Kxem|ilarc von Kerguelen und Heard-Eiland. nndi Ckuiks" Kxeni|plare von Feuerland der GaUung KiilKiatrichiix an^.'cliören, sondern vielleiclit der von Guiaai' in .«einen .Untersuchungen über merkwürdige* Formen des Arthropoden- und Wurm -Typus", .Arcii. f. Nat., Jahrg. 35, B. pag. 11."). beschriebenen Gattung Trirhoileriniix zuzurechnen sind. RiCHTUiis, Fauna der Moosrasen. 273 vorkommende zweite Art, die ich B. reticuhtnm, Taf. XVI, Fig. 12, benannte. Während B. Richtersi 19 — 21 Paare völHg getrennter, größerer Warzen und zwei mediane am Hinterrande hat, besitzt B. reticulatmn 29—31 Paare kleinerer Warzen, die durch eine Membran verbunden sind, und vier mediane am Hinterende; vor allem ist diese Art aber durch eine sehr zierliche, aus Perlreihen zusammengesetzte Rautenzeichnung, besonders auf der Rückenseite, ausgezeichnet. Von beiden Arten fand ich eierträchtige Weibchen. Bnnonema scheint ein Kosmopolit zu sein. Ich traf dasselbe seitdem in Moosen von St. Helena, aus dem Köpperner Tal im Taunus und aus Nagasaki an, und James Murray stellte das Vorkommen beider Arten in Schottland fest.') Die Exemplare von Kerguelen und Heard-Eiland waren nicht sonderlich gut erhalten, doch konnte ich an den beiden Exemplaren aus den Cotula-Rasen die groi3en, isolierten Warzen des B. Richtersi erkennen. y. Oligochaeten. Von dem von Michaelsen in diesem Werke '■*) beschriebenen Notiodrilus crozetensis konnte' ich demselben schon Oktolier 1902 die ersten Stücke aus Moosrasen von Possession -Eiland einsenden. VI. Copepoden. Harpacticidae. Mrazek hat 1894 (Zool. Jahrb. Bd. VII) zuerst auf die moosbewohnenden Harpacticiden der Waldsümpfe hingewiesen, und ich lernte in der Moraria (Op/iiocamjjtus) muscicola (Bericht der Senckenberg. Naturf. Ges. 190U, 1902) einen neuen Copepoden kennen, der sogar ganz fern von Wasseransammlungen, in Moosen auf Felsblöcken, im Walde und an Burgmauern vorkommt. Die reichlich mit Wasser (hu-chtränkten Moosrasen und Polsterpflanzen der subantarktischen Inseln, die zu keiner Zeit des -Jahres ausdörren, bieten ausgezeichnete Existenzbedingungen für diese Tiergru[)pe. Es wurden sieben Arten in Moosen von den subantarktischen Inseln, drei auf St. Helena beobachtet, in erwachsenen Exemplaren und als Nauplien, auf verschiedenen Ent- wicklungsstufen, ein Zeichen, daß diese Tiere nicht etwa nur gelegentlich einmal sich in ein Moospolster verirrt hatten, sondern daß letztere ihre eigentliche Heimstätte sind, auf der sie auch ihre Entwicklung durchmachen. Keine der gefundenen Arten war mit bekannten Formen zu identifizieren. Leider können die neuen Formen keine so eingehende Beschreibung erfahren, wie man sie, wenn frisches oder geeignet konserviertes Material vorläge^ erwarten dürfte. Unter Anwendung von stark verdünnter Natronlauge quellen die getrockneten Harpacticiden zwar wieder auf, sich durchweg etwas übermäßig streckend; aber die Anfertigung von Zupfpräparaten, die sich obendrein zuweilen wegen geringer Zahl der vorhandenen Stücke verbietet, ist schwierig, weil das Material durch langes Trockenliegen brüchig geworden ist. Immerhin ließen sich in den meisten Fällen so viele charakteristische Merkmale sammeln, daß späteren Beobachtern ein Wiedererkennen der in diesen Untersuchungen erwähnten Formen ') The Aiinals of Scottish Natural History, .luly 19UG. =) Bd. IX Heft 1. 274 Deutsehe Südpolar-Exiiediliun. zweifellos möglich sein wird. Wo die Zahl dieser Merkmale gering war, habe ich auf die Benennung der Formen verzichtet. Vom Standpunkte der Tiergeographie ist es gewiß wünschenswert, dal! auf die große Zahl nioüsbewohnender Harpacticiden in den in Rede stehenden Gegenden so ausführlich hingewiesen wird, wie das vorliegende Material zuläßt. Siclierlich werden die Andeutungen, die ich nur geben kann, spätere Crustaceenforscher veranlassen, gerade den polaren Moospolstern und Polsterpflanzen und ihren Faunen erliöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Gattung Caiithocaniptns. Caiitliocainptus robustiis n. sp. Taf XVII. Fig. 14 — 21. Possession-Eiland: 4 cf 7 9, mehrere Naupiien. Der gedrungene liau, die stark entwickelten Kuderbeine. das kurze Rostruni, die achtgliedrige Antenne des Weibchens charakterisieren diese Art als einen ('(infhoaimptus. Die Greifantennen des Männchens (Fig. 14) zeigen keine so auffällig verdickten Glieder wie manche andere Arten; nur das dritte luid vierte Glied sind relativ schwach verdickt. Die Hinterantenne trägt einen eingliedrigen Nebenast (Fig. 15) mit drei divergierenden Borsten, von denen die mittlere einen abgegliederten Basalteil hat. Die Innenränder des rudimentären Fußes des Mämichens (Fig. 16) bilden einen spitzen AVinkel. Der äußere Abschnitt des Basalsegments trägt eine lange Borste: der innere Abschnitt ist kurz und breit, und an seinem Rande stehen, nach außen, zwei kurze, spitze Dornen, nach innen zwei kurze, stäbchenförmige Fiederborsten, von denen die äußere kürzer und kräftiger als die innere ist. Das zweite Segment trägt, von innen nach außen gerechnet, einen kurzen, spitzen Dorn und vier Borsten, von denen die zweite eine Fiederborste ist: die Härchen derselben liegen mehr der Borste an, während die Haare der Fiederborsten des Basalsegments steif abstehen. Die limenränder der rudimentären Füße des Weibchens (Fig. 17) nehmen einen fast parallelen Verlauf: außer der Borste des äußei'en Zipfels des Basalsegments trägt dieses, von innen gezählt, zwei fiederlose Dornen, dann drei längere, unter sich ziemlich gleich lange, kräftige Dornen mit Fiederborsten und noch einen kürzeren, befiederten Dorn. Das zweite Segment ist mit einem kürzeren und einem langen, befiederten Dorn und zwei Borsten bewehrt, von denen die äußere kürzer als die innere ist. Die letzten Abduininalsegmente des Männchens (Fig. IS) tragen \cntrale Borstenreilien: d'w Borsten sind sein- l.mg und stellen nicht sehr dicht beieinander, etwa 16 — 18 in einer Reihe. Die Furkalglieder sind kiuv. uml ki-äftig, haben am Innenrande eine, am Außenrande zwei Borsten. Von den Endborsten ist nur die mittlere stark verlängert, beim Männchen ca. O.K! nun lang: die innere wenig länger als die äußere: die Furkalliorste des Wt-ibclii'us. ca. 0. 1 l nun lang (Fig. 20), hat nahe ihrem Grunde ein Knöpfchen zur besseren Anheftung der (ireifantenne des Männchens bei der liegattung resp. gelegentlich iler Aidieftung der Spei'iuatnphore. Die Spermatophore (Fig. 19) ist auffällig kräftig, von eiförmiger Gestalt: der düiuie Ihdsteil geht schnell sich erweiternd in den eilbrmigen Teil über. Letzterer ist etwa (iO // lang um! hat eine größte Breite von .'l.'i ,//. Zu dieser Art gehören zweifellos Naupiien. die ich in ( lesellschaft derselben laiid. Tai'. X\T1 Fig. 21 zeigt ein 0.144 nun langes Exemplar. Sehr deiiiücli ist an ihm die dorsale llautduplikatur. RicHTEHs, Fauna der Moosraseii. 275 die ihm ein phyllopodenähnliches Aussehen verleiht, und die riesige „Mundkappe", die hier auch die Basalteile des dritten Gliedmaßenteiles überragt. Canthocamptus antarcticus n. sp. Taf. XVI, Fig. 13, 14, Taf. XVII, Fig. 22—25. Kerguelen 3 d, Possession-Eiland 6 d 19, Heard-Eiland i d 2 Q. Diese merkwürdige Harpacticidenform beschreibe ich, weil das Weibchen achtgliedrige Antennen hat, als Canthocamptus, wenn auch die stark reduzierten Ruderbeine der Art ein ü/orrtn'rt-artiges Aussehen geben. Die männlichen Vorderantennen (Fig. 22) sind siebengliedrig; das vierte und fünfte Glied ist stark aufgetrieben: das siebente ist hakenförmig: auf dem vierten steht ein langer Sinneskolben, auf dem sechsten ein kurzei-, kräftiger, etwas gekrümmter Dorn. Die weiblichen Vorderantennen sind achto-liedris;; das vierte Glied mit Sinneskolben. Der Nebenast der Ilinterantennen ist einf^liedrio;. Die Außenäste der Ruderfüße des Männchens sind alle dreigliedrig: die Innenäste des ersten l)is dritten zweigliedrig, des vierten eingliedrig. Der Innenast des ersten Ruderbeines ist nicht verlängert wie bei vielen Canthocamptus-Avten, sondern ist kaum so lang wie der Außenast. Der rudimentäre Fuß ist nur durch drei Borsten markiert (Fig. 23), von denen nm- die äußere auf einem so winzigen Basalteil steht, daß es sehr fraglich erscheinen kann, ob man in demselben den letzten Rest des i-udiinentären Fußes erblicken soll. Diese Ausbildung des rudimentären Fußes deckt sich auffällig mit der von Epactophanes Richardi Mrazek (Zool. Jahrb. \\\, Taf. 5, Fig. 51). Mit diesem Genus teilt diese Form auch die Eingliedrigkeit des vierten Ruderfußes. Epactophanes hat aber sechsgliedrige, weibliche Antennen. Ein derartig reduziertes, fünftes Fuß- paar zeigt übrigens noch ein Canthocamptus aus unserem Gebiet und zwei Moraria-kvtQn von St. Helena (s. unten). Das erste Abdominal-Segment (Fig. 23) trägt, als letzte Andeutung eines sechsten Fußpaares, zwei Borsten, wie bei Epactophanes. Der Außenrand der Furkalglieder (Fig. 24) ist 24 ,«, der proximale 18 /<, der distale 10,« lang; die mäimliche Furkalborste ca. 170 /t. Die Spermato- l^liore (Fig. 25) ist etwa 54 jli lang, bei einer größten Breite von 18 jli. Die Exemplare haben sich im Tode mehr odei- weniger rechtwinklig geknickt. Taf. XVII Fig. 14 zeigt auf der Medianlinie des Cephalothorax eine elliptische Bildung in der Cuticula, wie sie l)ereits von Mrazek (Zool. Jahrb. Bd. VII) und von v'an Douwe (Zool. Jahrb. Bd. XVTIl Taf. 20 Fig. 1) bei andern Harpacticiden beobachtet ist. Durch seitlichen Druck mit dem Deckglas oder mit einer Nadel kann man diese elliptische Bildung leicht aus dem Rücken- schild isolieren, weil sie ringsum (wie Fig. 22 Taf. XVII zeigt) durch eine sehr dünne Stelle gegen den übrigen Rückenschild abgesetzt ist. Ich bin geneigt, dieselbe zu der schildförmigen Hautduplikatur des NaupKus in Beziehung zu bringen. Die meisten Stücke von Possession -Eiland und Kerguelen haben einen dichten Besatz von .EpistijUs, die ich auf keinem andern der im Gebiet beobachteten Harpacticiden antraf. Caiitliocaniptus spec. 1. Taf. XVII, Fig. 26. Heard-Eiland: ein stark lädiertes d ■ Diese Form steht dem Canthocamptus antarcticus und dem Epactopluines Eichardi durch die Ausbildung des rudimentären Fußes nahe. Statt eines solchen sind nur drei Borsten vorhanden, von denen die äußere allein auf einer besonderen, winzigen Basis steht. Von der vorhergehenden Art unterscheidet er sich auffällig durch die Maße der Furkalglieder. Bei einem Außenrand von 276 Deutsche Südpolar-Expedition. 51,// mißt der proximale nur 21 ,//. der distale sogar nur 10,//. Das Furkalglied (Fig. 13) trägt zwei kräftige Borsten am Außenrande; die verlängerte Furkalborste mißt 224 ,m. Cantliocainptus spec. 2. Taf. XVII, Pig. 27, 28. Possessiun-Eiland, 1 9- Das Vorkommen einer dritten Caiithocamptus-kvV auf Posscssion -Eiland kann ich nur andeuten: der Erhaltungszustand des vorliejienden Stückes läßt eine einoehende Beschreibuntj nicht zu. wohl aher ist aus der Heschattenheit des rudimentären Fußes nntl(le von Possession -Eiland ist wegen Mangels eines zugehörigen Weibchens auch generell nicht zu bestimmen. Gattung Sejiilns. Sejiihis phiniosiis OuD. Oi'DEM.vN.s, Tijdselir. voor Entomologie, deel Xli\', pag. 17. Taf. 1, Fig. 1.') — 19. Taf. •_', Fig. u'n, •_'!. Possession-Eiland. 2 cT, 0.384 mm. OuDEMANS beschreibt das Männchen dieser Art nicht. Die rundliche, an ihrem Ilinterrande stark doppelt konturierte Geschlechtsött'mmg liegt auf dem Sterno-Genitale zwischen den Coxae 11 und III. Die Behaarung der Rückenseite wie bei der Deutonymphe (Oudkmans, Ioc. cit. Fig. 18), nur sind die Haare schlanker und relativ länger — eins der mittleren Haare der hinteren Sechser-Reihe mißt z. B. 51 ,« — wie es auch Ol'demans vom erwachsenen Weibchen (Taf. 2, Fig. 21) abl)ildet: in der Mitte des Rückens finde ich keine Achter-Reihe vo.-l Haaren, sondern nur sechs: im ülirlgon Ist alles in betreff der Zahl und des Arrangements der Haare in Hber- einstimmung. Die Behaarung des Sterno-Genitale und des Anak- stiinint ebenfalls mit Ol'demans Zeichnungen 2U, 21. Das große Anale wird ebenfalls von zwei lanzettlichen Haaren flankiert, wie es Oudk.mans von dem Weibchen und der Deutonymphe abbildet. Bei dem einen Exemplar, dessen Abdomen stärker aufgetrieben, tritt deutlich, seitlich vom \ entrale ein langgestrecktes, dreieckiges Meta]jodium zutage, das bei dem andern in der etwas geschrumpften Haut der Bauchseite nicht erkennbar ist. Oldemans bildet beim Weibchen kein Metapodium ab. Die Cuticula der Bauchseite zeie;t eine aiiflällitre, wabljie Struktur. Auch die Form des Perltrema ist die der OuDEMANsschen Zeichnung 20, 21. Sejiilns plitmosiis Ol'd. ist bisher nur in Holland beobachtet worden. Da Ulijciphagiis ihren Weg in die auf Possesslon-Elland gesammelten Moosrasen gefunden haben, so ist bei dieser Form Einschlepjning aus dem Expeditionsschilf vielleicht nicht ganz ausgeschlossen. Richters, Fauna der Moosrasen. 283 Rhodacarinae. Gattung Rhodacarus. Rhodacarus spec. OuDEMANs, Ulioducurus ToseuH, Tijdschr. voor Entom. XLV, pag. ön. Possession -Eiland. 2 9 mit Ei; 0.688 miu Länge. Das Material gestattet genauere Bestimmung und Beschreibung nicht. Epicriinae. Gattung Asca. Die Bezeichnung; dieser Gattunij stammt von von Heyden. Oken, Isis, 1826. Arten der- selben sind auch von C. L. Koch als zur Gattung Zercon (1836), Seju^ (1836, 1842) von Haller, Jahrb. d. Ver. f. vaterl. Naturk. Württembergs (1882), als Microcheles bezeichnet worden. Asca crozetensls n. sp. Possession-Eiland. 0.48 nun. 8 d' 9 ^. Taf. XX, Fig. 15. Sehr blaß. Die Lage der männlichen Geschlechtsötfniuig auf dem Sternum zwischen den Coxae III und IV, der weiblichen Geschlechtsöffiiung hinter dem Sternum, der Mangel von Anhängen an den Chelae, sowie das einfache Sternalschild des Weibchens (vei-gl. Oudemans, Tijdschr. voor Entom. XLVI, pag. 96, 97) charakterisieren das Tier als zur Unterfamilie Epia-iinae gehörig. Von den außerdem zu dieser Gruppe zählenden Genera Epicrius und Sejodes unterscheidet sich Asca, von ersterer durch das Vorhandensein eines Peritrema, von letzterer durch den geteilten Rücken- schild. Deutonym|)he: Der K'i'ickenschild besteht aus einem Marginalschild, der den vorderen Rand des Körpers umrahmt, einem vorderen, zwei mittleren und einem hinteren Schild: neben den vier letzteren verläuft eine Reihe sehr kleiner Schildchen, jedes mit einer Borste; auch die anderen Schilder tragen spärliche Borsten; am Innenrande der beiden mittleren Rückenschilder fünf Borsten. Auf der Bauchseite ein Sterno-Genitale und ein Ventrale- Anale. Mäimchen und Weibchen auf dem Rücken wie die Deutonymphe, aber die paarigen, mittleren Schilder nur noch ganz schwach angedeutet: die oben erwähnten fünf Borsten verraten am besten den Verlauf des Innenrandes. Männchen: Auf der Bauchseite ein Sterno-Genitale, hinter diesem zwei dreieckige Schildchen, die durch ihre Lage an die diskoidalen Schildchen ;j in Fig. 4 Taf. X in Berlese, Ordo mesostigmata, erinnern und dort als rudimentum scutis ventralis gedeutet werden: ferner ein schuppiges Ventrale- Anale, flankiert durch Metapodia (inguinalia Oud.). Weibchen: Auf der Bauchseite ein trapezoidales Sternale mit einer charakteristischen Reihe von vier Haaren am Hinterrande; Genitale vorn abgerundet, hinten gerade, dann zwei dreieckige Schildchen, ein Ventrale-Anale, seitlich Metapodia. Der iimere Ast der Maxillen ein großer, runder Höcker, an dem eine kräftige Borste inseriert ist; die Cornicula sind schmächtig; sie erreichen mit ihrer Spitze die Höhe der Vorderränder der Höcker nicht. Styli waren nicht zu bemerken. 284 Deutsclie Südpolar-Kxpedition. Parastigiiiata. Uropoda obscura Koch. St. Helena. 2 cf. Uropodidae. Gattnng Uropotla. Gattung Opistliope nov. gen. OpistiK.pe crozeteiisis n. sp. Taf. XVIII, Fig. 10—13; Taf. XIX, Fig. 24— 2G. Possession-Eilaiid. Zahlreich: 0.(1 luiu. Leflertarben: Körper breit elliptisch, vorn mit stumpfer Spitze, unten flach, oben konvex. Mit Beingruben. Erstes Beinpaar mit Ambulacrum. Männchen: Am Femur des ersten Beinpaares eine Crista am Vorderrand: Femur des zweiten Beinpaares mit Dorn (Fig. 26), Hinterrand der Femora des dritten und vierten Beinpaares ohne Crista. Weibchen: Femora des ersten und zweiten Beinpaares am Vorderrande mit Crista, am dritten und vierten Beinpaar eine Crista am Hinterrande; auch der Vorderrand desTrochanter des ersten Beinpaares trägt in beiden Geschlechtern außen eine geriefelte Crista. Das Epistom ist am distalen Teil reich liedornt und läuft in zwei Hürner aus. Das Stammglied der Maxlllen träjit drei sehr kräftige Borsten, von denen die mittlere die kürzeste ist: die Cornicula sind oedrung-en : der innere Ast der Maxillen ist nur durch ein Höckerchen repräsentiert. Das Grundglied der Palpen trägt in beiden Geschlechtern eine große Fiederborste und unter dieser einen Dorn. Der feste Finger der sehr langen und dünnen Mandibeln ist nicht verlängert, vorn abgerundet und hat dicht unter der Spitze einen Dorn: der bewegliche Finger ist am Innenrande glatt; das Stigma liegt zwischen dem zweiten und dritten Beinpaar: das Peritrema beginnt am Körperrande zwischen dem ersten und zweiten Beinpaar. Der Rücken ist von länglichen Körnchen rauh uml ist mit zerstreuten, kleinen Borsten besetzt; nächst dem unteren Körperrande stehen zahlreiche, kurze Borsten, die sich rechtwinklig zum Körperrande nach oben umbiegen. Die weibliche Geschlechtsöffnung erstreckt sich von den Coxae des vierten Beinpaares bis an den Vorderrand der Coxae IL Ein 0.r)76 mm großes Weibchen enthält zwei 0.24 mm große Eier. Die fast kreisförmige männliche Geschlechtsöffnung liegt hinter der Mitte der Coxae IV. Die (Teschlechtsöffnungen beider Geschlechter liegen nicht in einem besonderen Perigenitale, sondern unmittelbar im Sternum. Das Anale ist beim erwachsenen Tier nicht vom Ventrale getrennt; After dicht am Körperrande. Die Larve, 0.256 — 0.28S mm. verrät durch das auffällige Hypostom die Zugehörigkeit: einige leicht gekrümmte Borsten am Körperrande: Krallen relativ groß, 9 n. Im Innern erkennt man l)ei sehr lichtdurchlässigen Präparaten vier großmaschige Stützplatten. Die breit-elliptische Protonymphe (Taf. XVIll. Fig. 10), 0.41() nun. ist durch einen etwa 20 ,« breiten, diinnen Hautsanm rings um den Körper ausgezeichnet; ilerselbe scheint sehr brüchig zu sein; an ilen mii- vorliegenden Stücken hing er gewöhnlich teilweise in Fetzen daneben (in Fig. 10 sind nur winzige Fetzen des Hautsaumes vorhanden): an den vom Saum entblößten Stellen treten kräftige, ca. 30 ,m große, auf Höckern stehende Borsten zutage, die etwa in dei- Zahl 12 jederseits am Körperrande stehen. Die auffällige Ähnlichkeit der Protonymphe von (fpvititope mit dei- von I'ivdcuriis deutet zweifellos auf eine nahe Verwandtscluift der lieiden Genera. Richters, Fauna der Moosrasen. 285 Die Deutonymphe (Taf. XVIII, Fig. 11), 0.512 mm, die dem erwachsenen Tiere schon sehr ähnelt, hat keinen Hautsaum: der Körperrand trägt unten dieselben kleinen, rechtwinklig zum Schildrande stehenden, umo-eboo-enen Borsten wie bei den Erwachsenen. Das dreieckige Analschild ist vom Ventrale getrennt und besitzt eine durch zwei Strebepfeilei- gestützte groi3e Analöffnung, die darauf hinweist, daß wohl auch diese Tiere die Fähigkeit besitzen, sich durch einen Stiel aus einer Art Spinnstoff an Insekten anzuheften, um sich von diesen verschleppen zu lassen. Ob sich ihnen dazu auf Possession-Eiland viel Gelegenheit bietet? Beim Erwärmen einer Proto- nymphe in Natronlauge schälte sich die DeutonjTnphe aus der Protonymphe heraus: ich bin daher in der Deutung dieser Formen sicher. Mit Bezug auf die neue Einteilung der Uropodidae nach Berlese, Redia I, pag. 324, 1904, stiTumt das neue Genus Opisthope mit dem nächstverwandten Genus Tnic/iyxropoda in folgenden Punkten iiberein: Vorderbein mit Ambulacrum, Epigynium nackt, Randschild ungeteilt. Genitale nur vom Sternum, nicht von einem besonderen Perigenitale umgeben. Haut rauh, keine Linea metapodica; während aber bei Trachyuropoda die männliche Geschlechtsöffnung zwischen den Coxae III und IV liegt, liegt sie bei Opisthope hinter der Mitte der Coxae III und IV. Gattung Piracarus nov. gen. Piracariis crozetensis n. sp. Taf. XVIII. Fig. 4—9: Taf. XIX, Fig. 27—29. Possession-Eiland. 0.8 mm. Auch dieses neue Genus ist durch die weit nach hinten gerückte Lage der männlichen GeschlechtsöfFnung charakterisiert. Es gehört alier der Gruppe der Uropodiden an, deren Genitale von einem besonderen Perigenitale umgeben und deren W^ntrale vom Anale getrennt ist. Es steht deshalb Uroplitella (vergl. Beklese, Redia I, pag. 325) am nächsten, von welchen es sich aber durch die Lage der männlichen GeschlechtsöfFnung und durch den Bau des Rückenschildes unterscheidet. Bei Uroplitella ist der mittlere Rückenschild ringsum vom Marginalschilde getrennt; bei Pimcarus sind nur seitlich die beiden Schilder schai'f getrennt, hinten dagegen sind sie verwachsen. Dieser Bau des Rückenschildes ist bei der Deutonymphe äui3erst leicht und deutlich erkennbar (Taf. XVIII Fig. 7). beim erwachsenen Tiere schwierig, da sich an der Stelle auf dem Rückenschilde eine, wie mir scheint, erhabene Linie hinzieht, die eine Trennung des Dorsale vom Marginale vortäuscht. Körper birnförmig; Rücken mit zwei Längsgruben, die durch einen medianen Damm getrennt sind; Oberfläche gekörnt; jedes Korn aus ca. 5 Körnchen zusammengesetzt: die Körner an der Innenseite vertieft (bei etwas veränderter Einstellung des Mikroskops verändert sich das Bild der Skulptur daher auffällig). Das Marginalschild ist glatt, mit äiißerst feiner Strichelung, wie auf der Haut von Sarcoptiden, und am Körperrande mit weichen, anliegenden Haaren besetzt, auf der Oberfläche aber mit einer Reihe derber Borsten, die auf unregelmäßig geformten Basalplatten stehen. Dieser Borstenkranz findet sich auch bei der Proto- und Deutonymphe und beweist am besten die Zusammengehörigkeit dei- betreffenden Formen: besonders die Protonymphe, die noch keine ausgesprochene Birnform hat, kann sonst leicht mit der Protonymphe von Opisthope verwechselt werden, der dieser Borstenkranz fehlt. Das Peritrema beginnt vor den Coxae II an der Oberseite des Tieres halbkreisförmig, läuft dann geradlinig eine Strecke am Körperrand entlang und biegt dann an die Unterseite über und endigt zwischen den Coxae II und III. ö neutsi-lie SUdpolar-Expediliüii. IX. ZoologriP. I. '''' 286 Deutsche Siidpolar-Expedition. Das erste Beinpaar ist stark verkürzt; es trägt an seinem luide eine dichte Bürste von Haaren und eine lange Tastborste: sein Ambulacruin steht aul' einem hingen, dünnen, etwas gebogenen Stieh Das Männchen hat am Femnr des zweiten Beinpaares einen kräftigen Dorn; ein kleiner steht aii der Tibia, beim Beugen dem großen Dorn des Femur sich gegenüberstellend; keine Cristabildungen wie bei Opü/hopc : die Tarsen der Beine 11 Iiis I\^ sind lang und kräftig. Von den Mundteilen (Taf. XIX, Fig. 27) (nach der Deutonymphe beurteilt) ist auch bei diesem Genus der Imienast der Maxilla durch ein winziges Höckerchen repräsentiert, an dessen Fuß eine sehr charaktei'istische Borste nach Art anderer Borsten inseriert ist. Die Borste nimmt von unten an Dicke zu, trägt in der Mitte außen zwei Dornen und geht in eine feine Spitze aus. Auf dem Stipes stehen drei Fiederborsten, die obere geht spitz zu. die mittlere stumpf, die untere ist spateiförmig, mit tiedrigcm Rande. Cornictda kuiv. imd kräftig: ebenso die Palpen: am Grundglied lange Fiederborste und Dorn wie bei dem vorhergehenden Genus. Das Epistom (Taf. XIX, Fig. 28) ähnelt dem von Opisthope: bei dem beobachteten Stück war übrigens die Spitze nicht erhalten. Der feste Finger der Chelae mandibularum vor seinem abgerundeten Ende an der Itmenseite mit stumpfem Höcker: der bewegliche Finger mit einem Dorn am Innenrande. Die Geschlechtsöffnungen liegen in lie.sonderen Perigeuitalien: das Perigenitale des Männchens reicht vom Vorderrande der Coxa II liis weit hinter Coxa IV: das des Weibchens reicht von dei- Mitte der Coxa 11 Iiis an den llinterraiid di-s Troehanter des vierten Beinpaares; Ränder des Perioenitale "hitt. Das Anale ist vom Ventrale getrennt; der After des Weibchens befindet sieh nalie dem Körperrande und ist von zwei Borsten flankiert: bei dem einzigen nur vorliegenden Männchen gelang es mir nicht, den After zu beobachten. Die sechsbeinige Larve (Taf. XVIII, Fig. 4) erhielt ieli durch .Vufih'ückeii eines Eies, deren ich zwei aus einem Weibchen herauspräparierte: ein zweites Exemplar der Larve hatte ich bereits frei gefunden und nach einem auffälligen Kranz von Dojjpeldorneii am Hinterrande des Körpei-s (vgl. das Bild der Deuton\ in|ilic von Uropoda obsciira. Bkulkse, fasc. 1 1. 8, Fig. 5, .")/>) als Uropodiden- Larve aufgefaßt. Die lieiden diametral entgegengesetzt gerichteten Dornen eines solchen Doppel- dornes stehen parallel dem Körperrande. Die U.4 mm messende Protonymphe (Taf. X\TII, Fig. 5) ist durch die Bedornung der Oberseite des Marginalschildes am leichtesten als hierher gehörig erkennbar. Sie ist ferner auffällig durch einen bis über 2U n breiten Hautsaum, wie die Protonymphe \im Opisthope. und durch vier großmaschige Stützplatten im Innern: eine mediane, umgekehrt birnförmige, zwei rundliche seitliche und eine hintere, wurstförmige. Der Seiteni'and des Körpers ist mit ähnlichen Borsten bekleidet wie der der Pi-otonvm[)he von Opisthope. Die 0.()7 mm lange Deutonymphe (Taf. Will. Fig. 6) erinnert in ihrer Gestalt schon an die Erwachsenen. Ihre Oberseite ist fein gekörnelt; deutlich zeigt der Rückenschild (Taf. Will, Fig. 7) die nur an der Seite bestehende Trennung zwischen ihm und dem Marginale: der Körperrand ist schon mit zahlreichen, aber kürzeren llaarx-n als beim Erwachsenen liedeckt. Das Anale ist deutlich vom Venti-ale getrennt und außerdem das Ventrale auf eine ziemliche Strecke vom Marginale ge.schieden. Das Anale trägt eine große, dui'.h Pfeiler gestützte Öifnuiig {uv den Stiel zum Aidieften. Das Peritrema beginnt neben den Coxae 1, ist anfangs geradlinig, macht dann einen Bogen, dann wieder geradlinig bis zum Stigma, neben der .Mitte der Coxae III. RicHTEUs, Fauua der Moosrasen. 287 Traclielostiginata. Tarsonemidae. Gattung Disparipes. Disparipes antarcticiis n. sp. Taf. XX, Fig. 16. Michael, Journ. of the Linnean See, Vol. XVII, 1884, pag. 390, Taf. XV. 7 Q Possession- Eiland, 1 9 Heard- Eiland 0.176 mm Länge, Breite des Vorderteiles des Schildes 0.176, des hinteren Teiles 0.160 min. Gelblich, durchscheinend; fast kreisrund: der Schild erinnert an den der Ilarpacticiden- Nauplien; der Vorderteil des Körpers läßt, den vier Beinpaaren entsprechend, deutlich vier Segmente erkennen, das Abdomen drei Segmente. Am vordersten, beintragenden Segment ist ein Rostrum eingelenkt: neben dem Rostrum am Vorderrande beiderseits ein nach außen gerichteter, kurzer Dorn. Rückenseite: auf dem erweiterten Vorderteil jederseits nur eine Borste (bei Disparipes bombt zwei); die Beborstung des Rückens ist an den Präparaten schwer zu erkennen; eine Borste jederseits auf dem ersten Abdominalsegment und an der Hinterecke desselben; diese gekrümmte Borste legt sich dem Umriß des Schildes an: auch das zweite Segment trägt an derselben Stelle eine solche Borste. Auf dem Endsegment vier Fiederborsten, von denen die mittleren kleiner (äußere 84 ,«. innere 45 ,«), und am Ilinterrand auf einer Strecke von 12 ,u vier Borsten von IN n. Auf der Unterseite steht neben dem Rostrum jederseits eine Fieder- borste; am Hinterrande des zweiten beintragenden Segments zwei kurze Haare, auf HI und W eine lange Borste; nahe dem Hinterrande des Abdomens vier Borsten, in Länge und Anordnung wie l)ci I). Ixmihi (lange Borste 90 ,«). Erstes Beinpaar ohne Kralle, wie bei Disparipes exhamulatas, aber mit blassein Sinneskolben; zweites und drittes Beinpaar mit zwei Krallen und ilaftlappen: viertes Beinpaar ohne Klauen, mit mächtigen Fiederborsten, am Innenrande an Größe zunehmend (von 1 bis \ 1, 108 //) außerdem noch drei bis vier Borsten. Octostiginata. Oribatidae. Gattung Oribata. Oribata ovalis Kocii. Michael, British Oribatidae, Oriliata punctata^ 1, pag. 253, Taf. il, Fig. 1—14. St. Helena, 2 Exemplare. Die Exemplare von St. Helena gehören der typischen, fein gekörnten Form, nicht der var. niiens an. Bisher aus Europa und V Nordamerika bekannt. Oribata spec. Neu-Amsterdam. Ein Exemplar, welches eine genaue Artbestimmung nicht zuläßt. Oribata crozetensis n. sp. Taf. XIX, Fig. 8 — 11. Possession -Eiland; 5 Exempl., 0.48 — 0.55 mm lang. 39* 288 Deutsche Siidpolar-Expedition. Kastanienbraun, eiförmig zugespitzt,') glatt, ohne Haare; Keplialothorax etwa ein Viertel der Körperlänge; die Lamellen erreichen nicht die Mitte des Kephalothorax; die Translamella ist nur eine Linie; die sclnvach liefiederten Lamellarhaare stehen am Vorderrande der Lamelle: die Hostralhaare, ebenfalls schwach befiedert, stehen da, wo die Tectopedieii I den Seitenrand des Kephalothorax überschneiden, etwa an der Grenze des ei'sten Viertels des Seitenrandes (von vorn): die Spitzen der Lamellenhaare erreichen nicht die Spitzen der Rostralhaare. Die Tecto- pedien II sind stark entwickelt, kragenförmig; die Pseudostigmen, Taf. XIX, Fig. 8, sind elienfalls kragenföi-mig überdacht; die Pseudostigma-Organe (Taf. XIX, Fig. 9) sind nach innen und oben gerichtet: ihr ziemlich langer Stiel ist sanft gebogen, ihr distales Ende lanzettlich. Das vierte Beinpaar erreicht nicht den Hinterrand des Abdomens: die Füße sind dreikrallig, heterodaktvl. Das Genual des zweiten Beinpaares (Taf. XIX, Fig. 10) ist durch einen breiten Dorn ausgezeichnet, das Femur des vierten Paares (Taf. XIX, Fig. 11) hat eine deutlich ent- wickelte Crista am Hinterrande. Von den Borsten am Tarsus und an der Tibia des ersten und zweiten Beinpaares sind einige gefiedert. Der Vorderrand des Progaster mit breiter, leichtei- Ausbiegiing nach vorn. Die Pteromorphen sind von inäi3iger Entwicklung, mit stumpfer Vorderecke. Folgt man dem Mich.\el sehen Schlüssel in „Tierreich", so ordnet sich diese Art folgender- maßen ein: Fuß dreikrallig, Translamelli linienförmig, Abdomen haarlos, Pteromorphen normal: Pseudostiildet mit dem Abdomen eine ziemlich gestreckte Ellipse, die bei den Weibchen durchweg breiter als bei den Männchen ist. Die Oberfläche senkt sich in der Gegend des Hinterrandes des Kephalothorax und hebt sich dann wieder; der vordere Teil des Seitenrandes erhebt sich in scharfer Abgrenzung über das Niveau der Körperoberfläche; die scharfe Innenkante verläuft nach hinten langsam in die Oberfläche; vom hat dieselbe drei bogenförmige Ausbuchtungen; bald läuft der Vor- sprung des Progaster fast spitz aus, bald endigt er ganz stmnpf. Die Oberfläche erscheint, bei starker Vergrößerung, durch feinste Körnchen wie punktiert und weist vier Längsi-eihen Haare auf; diese (Taf. XIX, Fig. 16) sind kurz, nach innen gekriimmt, verbreitert und am Außenrande sefiedert; e;ele<>-entlich erschienen mir die Haare als kräftige Dornen; ich möchte glauben, daß ich sie dann nur von der Kante sah. Die Umrahmung der männlichen Genitalöffnung ist kreis- rund (Taf. XIX. Fig. 17), die der weiblichen breiter und am Hinterrande mit einer Einbuchtung. Die Füße sind dreikrallig, heterodaktvl. Quergerunzelte Nymphen (Taf. XIX, Fig. 18), die sich in Gesellschaft de» Scritoveiiex crozeteiisis fanden, ließen an dem Bau der Pseudostigma-Organe und der Intei-lamellarhaare die Zugehörigkeit zu dieser Art erkennen. Von der Gattung Scutovertex kennen wir nur zwei moosbewohnende Formen: Scutovertex caelatus Berl. aus Norditalien und Scutovertex sculptus Mich, aus England und Algerien. Die 290 Deutsche Südpolar-Kxpedition. anderen Arten wohnen auf Algen des Siii3\vassers und auf Flecliten nahe der Meeresküste. Im Nordpolar- Gebiet kommt auf der Bären-Insel und in Schweden nach Trägärdh (K. Svensk, Vet. Acad. Handlinger, Bd. 26, Afd. IV, Nr. 7) Scutovertex cornigatus Mich. vor. Gattung Notaspis. Notaspis antarctica Mich. Michael, lliO;i, Voyage du S. V. Uelgica, Acuridae, pag. I, [>\. II, fig. 1. Possession - Eiland. Von dieser Art fand ich in den Moosrasen nur Fragmente, an denen ich aber die Art sofort erkannte. Die «schwarzen, harten Milben'*, die Vanhüffen (vgl. die Deutsche Südpolar-Expedition, Inst, f. Meereskunde, Heft II, 1902, pag. 43) bei der Landung auf Possession -Eiland in Steinritzen sammelte, gehören dieser Art an: die „kleinen, gelben Milben" sind offenbar die zugehörigen Larven und Nymphen. Dieselben gehören vier verschiedenen Stadien an: die sechsbeinige Larve von 0.4 mm Länge, die achtbeinige Nymphe 1 von Ü.4S — 0.64 mm Länge, die Nymphe II von 0.8 — U.104 nun Länge sind schmutzig gelblichvveiß, letztere mit braunen Beinen. Diese Nymphen 1 und II haben, soweit es Männchen sind, die Gestalt der Nymphe von Notaspis lacustris (Michael, British Oribatidae. Tat'. XXXIII). die weiblichen sind, entsprechend der Gestalt der Erwachsenen, hinten breite!'. Diese di'ci Stadien: Lai've, Nymphe I und II, sind leicht kemitlich an zwei langen Borsten am Abdomen, ganz ähnlich den Larven von Notaspis hipilis (Mich., Brit. Orib.. Taf. XXVII, Fig. 2). Die Larve und, wie es scheint, auch die männliche Nymphe I haben auf der Oberfläche des Abdomens ein Dornklcid. Pseudostigma-Oroaue konnte ich an keinem dieser Stadien auffinden. Die Nymphe III, von etwa 1.12 mm Länge, hat schon ganz die Gestalt und die tief kastanienbraune Farbe der Erwachsenen, ist aber einkrallig und hat eine runzlige Oberfläche, mit einer größeren Zahl Gruben auf der Oberseite des Aiulomeiis, wie Michael in den Acariden der Belgica-Keise, S. 5, beschreibt und Taf. II. Fig. 3 abbildet. Die an den beiden Abdominal-Borsten leicht kenntlichen ersten drei Stadien hatte ich auch in Moospolstern angetroften. Die von Vanhöffen gesammelten Larven und Nymphen sind größtenteils mit Stöckchen von Epistylis spec. in enzystiertem Zustande, bedeckt, manche ringsum so dicht, dal! man kaum noch von der Nymphe etwas erkennt: Taf. XVI Fig. \b. Notaspis spec. Neu-Am.sterdam. 1 Exempl., ca. 0.336 mm lang. Mit fast noch stärkeren Pteromorphen als Notaspis similis. Fi-niora. wie die ganzen Beine, auffällig kurz und dick, die des vierten Paares mit starker Crist;i und d;idurcli wieder an N. similis erinnernd, aber Füße dreikrallig. Da bei dem einzigen Exemplare die Pseudostigma- Organe nicht denlliih ci halten sind, ist eine endgültige Bestinuuung nicht auszuführen. Nota.spis spec. 2. Heard-I-ydand. Ein beinloses Fragment einer Untereelte von 1.1 nun Länge, welches d\e A'olaspis- (inta7-ctica noch an (iröße überti'IfTl. Die Foi-in der Genital-« )lliiuiiu- ist anders als bei antarctica. Durcli l-irciiTEus, Fauna der Moosrasen. 291 diesen keiner weiteren Beschreibnno- würdigen Rest ist nur die Anwesenheit einer großen Notaspis auf Heard-Eiland angedeutet. Notaspiis crozetensis n. sp. Taf. XIX, Fig. 19—21. Possessiou-Eiland. Zahh-eich. 0.32 mm lang, 0.144 mm breit; erstes Fußpaar 0.192 mm lang, viertes 0.204 mm lang. Hellbraim; Kephalothorax : Abdomen wie 1:2; ziemlich gestreckt, dreieckig, mit abgerundeter Spitze; Lamellen, vom Pseudostigma beginnend, schwach konvergierend; Translamella vorhanden; Interlamellarhaare sehr kurz, Lamellarhaare kurz, Rostralhaare vorhanden; der Stiel der Pseiido- stigma-Organe ist ziemlich lang, leicht gebogen ; der keulenförmige Endabschnitt gewährt, je nach der Lage, ein verschiedenes Bild; von der Seite gesehen (Fig. 20), wesentlich breiter als von oben; bei seitlicher Lage (Fig. 21) erkennt man stets eine feine Spitze, in die es endet (die natürlich beim Aufblick auf die Spitze verschwindet); der Außenrand des Pseudostigma-Organs trägt drei spitze Dornen, von denen der mittlere der größte. Diese Dornen (Fig. 21), die ein wichtiges Merkmal dieser Art sind, entziehen sich, weil sie nicht weit abstehen, leicht der Beobachtung. Abdomen konisch zugespitzt, glatt, mit wenigen kurzen Haaren in vier Längs- reihen. Beine ziendicli lang und dünn (vgl. etwa Notaspis pectviata). Femur schlank, ohne Crista, Füße einkrallig. Dem Schlüssel von Michael, „Tierreich", reiht sich diese Form so ein: Vorder- ecken des Abdomens nicht hervorragend, Füße einkrallig, Landform, Translamella vorhanden, Lamellen ohne Spitze. Die Art steht Notaspis clavipectinata in Körpergestalt und Größe nahe, während diese aber an den Pseudostigma-Organen etwa sieben weit abstehende, lange Haare hat, besitzt N. crozetensis nui- di'ei kurze, .niliejiende Dornen; vor allem aber unterscheidet sich N. crozetensis von N. clavi- pectinala durch das Vorhandensein der Lamellen und der Translamella. Auf eine ähnliche Form aus der Gerlache-Strait verweist Michael in den Acarixhie der Belgica-Reise S. 6. Oattnng Damaens. Dainaeus iiiteiis Mich. var. Possession -Eiland. G Exempl., 2 cf, 4 9, ca. 0.48 mm. Eine zu den Damaeineae gehörige Oribatide steht dem Damaeus nitens Mich, so nahe, daß sie als lokale Varietät desselben aufgefaßt werden muß. Die Glieder der langen, dünnen Beine sind nicht so stark keulenförmig verdickt wie Michaels Gesamtbild Taf. XXXI. Fig. 1 zeigt, sondern haben mehr die Formen des Spezialbildes Fig. 8 derselben Tafel. Ein wesentlicher Unterschied liegt nnr in der Länge der Haare auf dem Abdomen. Nach Michaels Abbildung mögen die längsten Haare von D. nitens etwa 0.1.") mm lang sein; die Haare dieser Varietät nur .0.075 mm. Gattung Hermanuia. Herniannia spec. Aus Sphagnum von St. Paul. Zwei blasse, 0.37 resp. 0.(U mm lange Nymphen mit braunen Beinen, sackförmigem, hinten abgerundetem Abdomen, dessen Oberseite mit zahlreichen Perlknöpfchen und langen Haaren besetzt ist, gehören zweifellos obiger Gattung an. 292 Deutsche Südpolar-Expedition. In der Beliaaning (M-iniiern sie an Ilermannia nana und deren Nymphe, durch den ^hulg■el der Pseudostigmen und der Pseudostigma-Organe an //. histriata. Die Larve führt sicherhch, wie die der H. bütriata, ein amphibisches Leben. IX. Tardigraden. Gattung EchiiiiscHS. Ecliiniscus arctoinjs Eiirenbg. Kerguelen. 7 Exempl. Wie in Deutschland ca. 140 ,». Fundorte: Spitzbergen, Island, Schottland, Deutschland. Alpen. Echiniscus inuscicola Plate. Kerguelen. 15 Exempl. Wie im Taunus ca. 345 jn. Vier laterale Haare (ahgesehen von den beiden kleinen, neben dem Sinneszapfon an der Schnauze); über dem dritten Haar ein langes dorsales Haar. Charakteristisch für E. imiscicola sind ferner die auffällig groben Dorne (die größten sind 10 /.i lang und 5 ^ an der Basis breit) der Dornfalte auf dem vierten Beinpaar und die Granulation der Panzerplatten. Stellt man das Mikroskop hoch ein, so sieht man dicht und sehr gleich- mäßig verteilte Kreise mit einem Mittelpunkt, stellt man tiefei", so erscheint eine wesentlich aus Fünfecken zusammengesetzte Felderung. Äußere Krallen dornlos, innere (24 ,m) mit abwärts gerichteten Dornen. Bisher nur von Marburg und aus dem Taunus bekannt. Echiniscus kerijuelensis n. sp. Kerguelen. 4 Exempl., 165 jti. Nur ein laterales Haar, von der Größe des von E. arctornj/fi, am Kopfe. Panzer mit sehr schwach ausgeprägter Granulation, während E. arclornjis deutlich punktiert ist; Zusammensetzung des Panzers wie bei E. arctomys. Viertes Beinpaar mit Doi-nfalte. Die Krallen des vierten Bein- paares wie durch eine Schwimmhaut an der Basis verbunden, äußere Krallen dornlos, innen mit abwärts gerichtetem Dorn. Zwei Gelege wurden beobachtet; eins mit drei Eiern, jedes 150 // groß, und ein in Häutung begriffenes Tndividuiun, welches nur ein Ei s;eleat hatte. Echiniscus spec. 1. Kerguelen. 3 Exempl.. 165 — 175 jn. Ein laterales Haar am Kopfe, eins über dem zweiten, eins über dem dritten Beinpaar: ein dorsaler Dorn über dem zweiten Beinpaar. Panzer mit ziendich locker gestellten, kleinen, aber stark hervortretenden Körnchen. Zwischen II und 111 (vgl. meinen Vorschlag zur Beziiferung der Panzerplatten der Echinisciden, Bericht d. Senckenb. N.G., 1902, S. 9); ein dreieckiges Schaltstück, Spitze nach hinten; zwischen Hl und IV: vierseitiges Schaltstück; zwischen IV und \ : dreieckiges Schaltstück. S|)itze nach vorn: \ und V'I verwachsen mit medianem Lohns am Hinterrande. Viertes Beinpuar mit normaler Dornfalte, äußere Krallen dornlos, innere mit abwärts gerichtetem Doin. RiciiTEUs, Fauna der Moosrasen. 293 Von einer Artbenennung wird wie bei den folgenden Formen abgesehen, weil kein Gelege vorliegt, dessen müttei'liche Hülle erst Kenntnis des erwachsenen Tieres verbürgt. Echiniscus spec. 2. Kerguelen. In zwei Exemplaren (180 und 252 /li) fand sich ein Echiniscus, der dem E. Wendti nahe steht; er hat auch nur ein laterales, sehr langes Haar wie dieser, das vierte Beinpaar hat auch eine Dornfalte wie bei E. Wendti; abweichend aber ist die Gestalt und Länge der Krallen. Die des E. Wendti sind stark gekrümmt, 15 /.i lang; die dieser Form bilden einen nur flachen Bogen und sind 24 ,/< lang. Ferner ist E. Wendti auf allen Schildern sehr gleichmäßig und dicht feingekörnt; bei diesen beiden Exemplaren sind die vorderen und mittleren Platten äußerst fein punktiert, die hinteren, zumal die verwachsenen Platten V und VI, haben relativ locker stehende,^ hell- leuchtende, feine Körnchen. Zwischen III und IV ein dreieckiges Schaltstück, Spitze nach hinten; zwischen IV und V kein Schaltstück. Echiniscus spec. 3. Kerguelen. 1 Exempl.. ca. 192 ,«. Dicht piuiktiert. V in der Mitte geteilt; VI mit medianem Lobus am Hinterrande; breites Schaltstück zwischen IV und V; nur ein laterales Haar zwischen I und II: ohne Dornfalte auf dem vierten Beinpaar; Beine punktiert; Krallen ohne Dornen. Echiniscus spec. 4. Neu-Arasterdam. 7 Exempl.. 224 ti. Ein laterales, oft ungewöhnlich kurzes Haar am Kopfe, ein kurzes, gekrümmtes Haar über dem zweiten und dritten Beinpaar: ein dorsales Haar über dem zweiten und dritten Beinpaar. Panzer fein und nur ganz schwach gekörnt; zwischen II und III: dreieckiges Schaltstück, Spitze nach hinten; zwischen III und IV: zwei Schaltstücke; vorderes ein schmales Band, hinteres dreieckig, Spitze nach hinten: zwischen IV und V: dreieckiges Schaltstück, Spitze nach vorn; V und \l verwachsen, mit medianem Lobus am Hinterrande. Dornfalte auf dem vierten Beinpaar. Gattung Milnesiuin. Milnesiuni tardiicradnin DoY. Kerguelen 1 Exempl., Neu-Amsterdam 1 Exempl. Fundorte: Spitzbergen, Norwegen, Schottland, Frankreich, Deutschland, Alpen, Gibraltar, Java, Himalaya (James Murray). Das Exemplar von Neu-Amsterdam entspricht, was die Ausbildung der Steighaken anlangt, genau der DoyI^re sehen Beschreibung: ein Steighaken mit zwei, der andre mit drei Krallen (2/3). Das Exemplar von Kerguelen dagegen hat am vierten Beinpaar 3/4 Krallen (Taf. XIX, Fig. 40), und an den andern Beinpaaren sind die Krallen, nicht wie sonst, alle divergent gegen- einander, sondern die oberste Kralle sitzt, gleich gerichtet, auf dem Rücken der nächst unteren (Taf. XIX, Fig. 39). Diese Anordnung erinnert an das Bild, welches ich, Fauna arctica Bd. III, Taf. XV in den Fig. 6, 7, 9, 10, 11 von den Krallen verschiedener Macrobioten gegeben habe. Die Krallen des vorliegenden Exemplars geben vielleicht einen Fingerzeig für die Genese des in der Resel dreikrallisen Steighakens von Milnesium. Da sich bei Macrobioius zwei neben- O DO einander stehende, feine Borsten auf der Endkralle finden, so ist auch der vierkrallige Steighaken Dciitsclic Sllil|mlar-E.\|)fililioii. IX. Zooloijie. I. 40 294 Deutsche Südpolar-Expedition. des Milnesium von Kerguelen verständlifli : In der Tat stehen dessen beide kleinen Endkrallen gleiclnnäl.ii'i; nebeneinander. Icli kann mich, zumal da auch nin- ein Exemplar vorliegt, nicht entschließen, auf die abweichenden Merkmale hin, die das Milnesium von Kerguelen zeigt, eine neue Art zu begründen, sondern fasse dieselben als noch in den (Irenzen der Variabilität des Milnesium tardiyradum liegend auf. DoYERK, der Entdecker des Milnesium, schrieb den Steighaken 2/3 Krallen zu. Er kaimte Milnesium von einem Eundorte bei Paris. Ehuenbkkc;, der Milnesium auf dem Monte Hosa beobachtete, fand 3/3 Krallen und begründete darauf die Art Milnesium alpif/enum. Ich beobachtete Milnesium in Moosen von zahlreichen Orten bei Frankfurt, an der Unterelbe, an der mecklenburgischen Küste, Gibraltai-, Bornholm, Spitzbergen, ßellaggio, Java und fand anfangs stets nur 3/H Krallen. Da sicli die Tiere sonst in keiner Weise von der DovliREschen Beschreibung unterschieden, so nahm icli an. daß 3/3 Krallen die Kegel und das von Doyeue beobachtete Auftreten von 2/3 eine seltener auftretende Erscheinung sei, und schlug (Fauna arctica loc. cit.) vor, von Ehkenbergs Artbenennung alpigenum abzusehen und auch die Stücke mit 3/3 Krallen als tardigradum aufzufassen. Dagegen hat BoTEZAT-Czernowitz Widerspruch erhoben. weil alle Milnesien, die ihm aus der Umgegend von Czernowitz zu Gesicht gekommen waren, 2/3 Krallen an den Steighaken hatten. Botezat hatte die Güte, mir ein Pifiparat eines solchen Milnesium und zwei Brocken Moosrasen von Czeniowitz zu schicken: unter 7 Milnesien, die ich aus diesen isolierte, hatten vier Exemplare 3/3 Krallen; konstant haben also auch die dortigen Milnesien nicht 2/3 Krallen. Bei nochmaliger, genauer Prüfimg aller meiner ^l/<7/ies'Z'a?i- Präparate aus früheren Jahren habe ich dann auch vereinzelte Ausnahmen von der Dreikralligkeit beobachtet. So hat ein Stück aus dem Taunus und eins aus Spitzbergen am ersten Beinpaar nur ganz einfache, aber sehr kräftige Ilaken (dasselbe ist, nach brieflicher Mitteilung von Ja.mes Mlrray, an schottischen Stücken beobachtet): eins von Müi'itz i. Meckl. einen zweikralligen Haken am ersten Beinpaar, eins aus dem Taunus am ersten und dritten Beinpaar zwei Krallen, eine alte mütterliche Cuticula, in der di'ei Junge(!), am ersten und vierten Beinpaar an einem Steighaken zwei Krallen. Angesichts aller dieser ücfinide möchte ich die Vereinigung von .1/. alpüjenum mit .1/. tardigradum aufrecht erhalten. Ualtiuii:: Macrobiotus. A. Eier in Cuticulis aMetiend. Macrobiotus Sattleri Richters. Kerguelen, Possession- Eiland. 4 l'^xempl.. .'i (it'lege zu 2 oder 3 Eiern. Fundorte: Deutschland, St. Gotthardt. .Macrobiotus lelradactyloides n. sp. Taf X.\. Fig. 1, 2. Tai; XiX. Fig. 32, 33. Possession- Eiland, llearti- Eiland, ca. 4U Exempl.. 0.5 mm. Plump, mit großen, oft länglichen .Vugen, mit Zalmträgern und säbellormigeu Zähnen: in dem elliptischen Schlundkopf in jeder Peihe vier Einlagerungen; die dem Schluhdrohr zunächst liegende ist winzig, die andern sind von vorn nach hinten an Größe zunehmende Körnchen. Die gleich großen Doppelkrallen sind \'-förmig, bis zu 24 fi lang (.1/. tetradactißus bis 15 ,«). Gelege (Taf. .W, Fig. 2) zu 2, 3, 5. 8 Eiern, von ca. 9(1// großem, längerem Dinrinnesser. Richters, Fauna der Moosrasen. 295 Die Art steht dem 21. telradactylus Greeff nahe, ist aber viel robuster; M. tetradactyhis ist, nach Greeff, selten über 0.3 mm groß, von zierlichem Bau, M. tetradactyloides 0.5 mm und dabei sehr dick; M. telradactylus hat im Schlundkopf ein kleines Korn und zwei Stäbchen, M. tetradactyloides ein kleines Körnchen und drei abgerundete Körnchen. Macrobiotus Murrayi n. spec. Taf. XX, Fig. 3, Taf. XIX, Fig. 36, 37. Possession -Eiland. 20 Exempl., ca. 0.6 mm. Mit und ohne Augen; in dem ovalen Schlundkopf in jeder Reihe mit zwei stäbchenförmigen Einlagerungen, von denen die erste sich zur zweiten wie -1 : 3 vei-hält (im Photogramm wirkt eine darüber liegende Kralle störend); nur bei einem Exemplar ist der erste Stab gebrochen; die Krallen sind wie die von M. Oberliäiiseri angeordnet: die ziemlich gleich langen Krallen der einen Doppelkralle sind an der Basis eine kleine Strecke verwachsen, die Krallen der andern Doppelkralle sind an der Basis voneinander getrennt; die eine, bei weitem längere Kralle fast gerade, nur an der äußersten Spitze gekrümmt. Auch ein Simplex-Exemplar wurde beobachtet. Gelege zu 2, 5, 6 Eiern von 18 u Durchmesser. Einen merk wiird igen Anblick bietet das im Photogramm dargestellte Tier. Hat dasselbe sich nach der Häutung und Ablage der sechs Eier in dem Hautsack umgedreht und kriecht es eben rückwärts aus, oder ist es — Kopf voran- — ausgeschlüpft und hat dann die Schnauze in den Hautsack wieder hineingesteckt? James Mukray wird, nach brieflicher Mitteilung, binnen kurzem einen Macrohiotiis aus Schottland bekannt machen, von dem er Hunderte ihre Eisäcke auf der Srhnauzenspitze umhertragen sah. Macrobiotus Oberliiiiiseri Doy. Kergueleu. 1 Excnipl. Fundorte: Frankreich, Deutschland. Spitzbergen, Norwegen, Bellaggio. Ein Exemplar mit Augen; in dem kugelförmigen Schlundkopf zwei k(')riichenförmige Ein- lagerungen in jeder Keihe: Krallen von typischer Ausbildimg. B. Eier frei ablegend. Macrobiotus llufelaiuli C. Sciiultze. Kerguelen 18 Exempl., 3 Simplex, 31 Eier: St. Paul 1 Exempl. Fundorte: Frankreich, Deutschland, Schottland, Spitzbergen, Norwegen, Moskau, Lugano, Neu -Seeland. Die Macrobiotus llufelaiuli von Kerguelen haben die Bildung des Schlund kopfes. wie ich sie Fauna arctica Bd. HI, Taf. XVI, Fig. 14 abgebildet habe. Die Krallen sind ebenfalls genau so wie loc. cit. Taf. XV, Fig. 6. Neben diesem Macrobiotus Hufelaiidi fand ich Eier, wie Doyere sie Ann. des. sc, II. ser. tom. IV. pi. 14, Fig. 8 und 9, und ich loc. cit. Taf. XVI, Fig. 22 abgebildet (Taf. XX, Fig. 4). C. ScHüLTZE sagt von den Eiern seines Hufelandi: Ova cortice duro spinosa instructa. Diese Beschreibung paßt auf diese Eier, dagegen nicht auf die Abbildung bei Plate Taf. XXII, Fig. 28. Das von Platk dargestellte Ei fand ich kürzlich ziemlich häufig in einer Kolonie Macrobiotus echinogenitus bei Cronberg im Taunus, die sich aus Tieren mit verschiedener Krallenbildung zusammensetzte: bei einigen waren die Krallen V-förmig, bei anderen von der Form der Krallen des Macrobiotus Hufelandi: die beiden Krallen einer Doppelkralle ein gutes Stück an der Basis 40* 290 Dcutsclie Siidpular-Kxiiedition. verwachsen. Ob die Eier zu letzterer Form gehörten, ixoimte nicht festgestellt werden, da die Eier keine völlig entwickelten Embryonen enthielten. Jamks Mükray hat kürzlich, laut brief- licher Mitteilung, aus sternförmigen Eiern Tiere mit Hii/claiidi-KvnWQn erhalten. Auch drei Simplex-Formen wm-den beobachtet. An dieser Stelle ma«" einiger Exemplare von Macrobioten Erwähnung uesehehen. die dem M. Ihifelandi in der Ausbildung der Krallen durchaus gleichen, sich in der Bildung des Schlundkopfes aber wesentlich von ihm unterscheiden; zwei p]xemplare haben zwei fast gleich große Stäbe, drei Exemplare kaum noch Stäbe, sondern fast Körnchen zu nennende Gebilde. Desgleichen wurden verschiedengestaltige Eier, dei-en Iiaftap})arate an die Eier von Macrobiotus Hufelandi erinnern, aber doch von der typischen Form abweichen, in größerer Zahl beobachtet; ihi-c Zugehörigkeit konnte nicht festgestellt werden. Bald sind die Ilaftappai-ate mchi- becher-, bald mehr trichter- förmii»;; bald ist die Trichterwand stark entwickelt, das Rohr kurz, bald dieses so in die Länge gezogen, daß der ganze Haftapparat 30 fi hoch ist. Die Endplatte ist bald kaum vorhanden, bald bildet sie eine flache oder gar konkave Scheibe. Bei zwei leeren Eihäuten (Taf XX. Fig. 5) hat es den Anschein, als wenn die konvexe Endplatte sich am Rande in rückwärts gerichtete Stacheln teile. Macrobiotus echiiiogeiiitus Richters. Kerguelen. 2 Exempl. Die beiden vorliegenden Exemplare haben einen Schlundkopf vom Bau des Mitcrobiotus echinogenitus a: drei an Gi'öße zunehmende Stäbe und eine kommaförmige Einlagerung; in den Krallen aber sind sie verschieden; das eine hat, wie die oben von Cronberg im Taunus erwähnten Stücke, Krallen von der Form des M. Hnfehindi. Ob eines der sternförmigen Eier, Taf. XX 6, 7, hierher gehört, ist niclil mit Sicherheit zu sagen. Auch auf Possession -Eiland fand sich ein sternförmiges VX. Macrobiotus autarcticus n. spec. Taf. XX, Fig. !). Tnl'. XIX Fig. 30, 31. Gaussberg. Zahlreich; 336 //: viele I*>ier mit völlig entwickeltem .lungen. liei Begiim des antarktischen Winters. (ilashcll; mit Augen, Zahnträger und säbelförmigen Zähnen; in dem eiförmigen Schlundkopf in jeder Reihe zwei etwas gekrünunte, zarte Stäbchen; das erste ein wenig länger als das zweite; die Stäbchen reichen kaum bis zur Mittt' des Schlundkopfes; ein kleineres und ein größeres Krallenpaai- an jedem Kuli: das kleinere, dessen Krallen ziemlich gleich lang, am Grunde ver- wachsen, das große, dessen Krallen verschieden lang, am (li-unde getrennt; größte Kralle ca. 15 jLi. Höchst charakteristisch sind die kugelförmigen Eier (Taf. XX. Fig. 11), ohne Haftapparate: sie werden frei abgelegt; nur einmal kam ein (ielege von vier Eiern in Cuticula zur Beobachtung. Außer M. untarcticns ist kein Mdcruhiotiis bekannt, der kiiucliörmiiie Eier hat. die frei abo-elejrt werden imd keine Ilaftapparate haben. Die Haftapparate wei'ilen durch eine unzweifelhaft klelirige Oberfläche ei'.setzt, denn mau findet die Eiei- anein;inder odi-r an MoosMätfclieii kleliend. oder sie sind mit allerlei Detritus beklebt, dw die Haftapparate sehr wulil ersetzen kann. |)a> i'>i iiat S(l // Dui'elnuesser. Seine Selmle l^t \n\\ \ieleii feinen l'oren ilui-clisetzt. Fig. 10 Tai'. \\ zeigt das Aussclilüpfen aus dem i'-i. |):i> l.'riekw;iits;iii>s(lilripi'en ilürlte l'ci den M;icro!iioten RiciiTEUs, Fauna der Moosraseu. 297 Regel sein, da die Eischale entschieden leichter durch die Krallen des vierten Beinpaares als durch die stumpfe Schnauze zum Sprengen gebracht wird. Macrobiotus iiiterniedius Plate. Taf. XX, Fig. 8; Taf. XIX, Fig. 34, 35. Possession- Eiland, Neu-Amsterdani. ca. 50 Exempl., 336 — 352 /j-; 9 Eier. Mit Augen; Einlagerungen im Schlundkopf: ein ganz winziges Körnchen (vielleicht auch nur der optische Querschnitt des Schlundrohrrandes) und drei kurze Stäbchen; auch ein Simplex- Exemplar. Fundorte: Spitzbergen, Norwegen, Deutschland, Chile. Gattung Diphascoii. Djpliascoii crozeteiise n. spec. Taf. XX, Fig. 12; Taf. XIX. Fig. 38. Possession-Eiland. 1 Exempl., 320 //. Augenlos; Schlundkopf elliptisch, hinter dem ersten Beinpaar drei dünne, stäbchenförmige Einlagerungen, von vorn nach hinten an Größe zunehmend, und vielleicht noch ein Komma; Doppelkrallen V-förmig, an jedem Fuß von ziemlich derselben Größe. Diphascon sjtec. St. Helena. 1 Exempl.. 210,», wahrscheiulich noch ein junges Tier. Augenlos; Schluudkopf elliptisch, hinter dem ersten Beinpaar; Einlagerungen: drei gleich große Körnchen und ein ganz winziges; Doppelkrallen V-förraig. X. Iiisecta. Durch die Untersuchung der Moosrasen ist auch die Ausbeute der Expedition an Insekten (vgl. diesen Teil des Reisewerkes) vervollständigt und vermehrt worden. Von den Insekten, die sich in den Moospolstern fanden, gehört nur ein Teil solchen Tieren an, die man füglich als Moosbewohner bezeichnen kann: manche, wäe z. B. Vogelschmarotzer, sind zufällig in die Moose geraten, andere, wie z. B. Käfer, haben nur vorübergehend einen Unterschlupf in denselben gefunden. Die neue Rhynchoten-Gattung Phthirocoris, die Enderlein im Zool. Anzeiger XXVII, 1904, S. 785 beschrieb, ist auf einem erwachsenen Tier, einer Larve und einem Bruchstück dieses Schmarotzers begründet, die ich in Moosen von Possession-Eiland fand. Merkenswert ist auch der Fund einer Coccide. Von den neuen Rüsselkäfern, die Enderlein im Zool. Anzeiger XXVII, 1904, S. 668 — 675 veröffentlichte, sammelte ich teils nur Bruchstücke (Xanium Vanhöffenianum n. spec, Ectemnorhinus crozetensis n. spec.) Von Ectemnorhinus Riclitersi n. spec. lieferte ich Enderlein das erste voll- ständige Stück ein. Echte Moosbewohner sind die Larven der Rüßler und Raubkäfer, die ziemlich häufig in den Moosrasen angetroffen wurden. Die ersteren sind — eine Ausnahme bei Käferlarven — an ihrer Beinlosigkeit zu erkennen: letztere zeigen höchst bizarre Gestalten. Auch diese Larven werden voraussichtlich in der endgültigen Bearbeitung der Insekten der Expedition ihre Erwähnung 298 Deutsche Südpolar-Expedition. iiiiileii. Diptcroii-Larveii, die iiiaii in mitteleuropäischen Moosen öfters antrilFt, wurden nicht beobachtet, wohl aber Dipteren-Puppengehäuse. \'oii Collembolen konnte ich außer der Tullbergia antarctica noch einige andere Formen konstatieren. XI. Mollusca. Diese TicrgruppL' ist in den Moosrasen nur durcli i\itida Hookeri von Kerguulen vertreten, deren Anwesenheit sich mir anfangs nur durch zwei Radulae verriet; später konnte ich in Moos- polstern im llerliar aucli vollständige Stücke sammeln. SclüussbetracMung'en. Als Moosbewohner sind die Tiere zu bezeichnen, die in den Moos- und Flechtenrasen ihre Existenzbedingungen, in erster Linie iln-e Nahrung, ßnden. Von den lebenden Moosptlanzen nähren sich wohl nur die Bärtierchen, die mit ihren Stiletten die Zellen anbohren und den Zell- inhalt mittels des als Pumpe wirkenden Pharynx in ihren Magen aufnehmen. Die meisten andern Moosbewohner: Nematoden. Harpacticiden, Oribatiden (?), Protozoen und Rotiferen sind Detritus- fresser. Echte Räuber sind nui' die Gamasiden und Arachniden: gelegentliche die Macrobloten, die zuweilen Rotiferen fressen. Nematodni. die ganz ausnahmsweise über andere Nematoden herfallen und die Amöben, welche Bärtierchen und Rotiferen in sich aufnehmen. Diese Tiere fehlen auch nicht in den Rasen mancher polsterbüdenden Phanerogamen; so sullt^n nach Grkeff und Bassk die >S'rt/»»i- Rasen eine reiche Fundstätte für Tardigraden sein. Cotula-YxasQW gaben mir auch einige Ausbeute; u. a. fand ich in ihnen die ersten Exemplare von Bunonema: die derben ylzorc //«-Rasen aber waren fast unbewohnt. Ob Phanerogamen-Rasen eine Fauna haben oder nicht, dürfte von der Zartheit der Gewebe derselben abhängen. Jedenfalls bilden die Bewohner der Moos- imd Fleclitciqidlster so wohl umschriebene Lebensgenieinden. daß es gewiß berechtigt ist, von einer Moosfauna zu rt'(!en. Insekten imd andere Tiere, die nur gelegentlich Unterschlu|)f in den Moosrasen suchen oder in ihnen ihr Leben zufällig abschlieüen, sind sell)stredend nicht als Moosbewohner aufzufassen, wohl aber die Insekten, wie liüsselkäfer, Laufkäfer, Dipteren, lüe sich als Larven dauernd in .Moosrasen aufhalten. Immerhin dürften auch solche, ganz zufällig in die Moospolster hineingt-ratenen Tiere, wie im vorliegenden Fall die neue Rhynchoten-Gattung l'hthirocnris — zweifellose Schmarotzer — dem Sannnlei' und lieoliacliter ni(dil unwillkunnnen nml in den Listi'n. miter besonderem ^ ernierk, mit aufzuführen sein. Im großen und ganzen bietet die Moosfauna der suliantarktischen Inseln und des Gauss- berges dasselbe Bild in lieziig aid' ihre Znsanunensetzung wie die von Mittel-l'^uropa und des arktischen Gebietes. Die große Feuchtigkeit der subantarktiselien Inseln, infolge deren die .Muosrasen den größten Teil des Jahres von Wasser triefen, kommt in der großen Zahl von moosbewohnenden Harpacticiden und in dem Um-tande /um Ausdruck, dal! let/.tert', sowie gewisse Miilieinivniplien reichlich mit Epütylis -KoVmicn bedeckt sind. V'on vornherein ki'innte man erwarten, dal.i. da i'iir (Tk' RicHTEUs, Fauna der Moosrasen. 299 subantarktischen Moosbewohner das Bedürfnis, lange Trockenperioden zu überdauern, nicht vor- liegt, bei ihnen auch diese Fähigkeit nicht vorhanden ist. In der Tat habe ich keinen Tardigraden aus diesem Gebiet beim Anfeuchten erwachen sehen; ich darf dieser Beobachtung aber keinen weiteren Wert beilegen, da, wie eingangs bemerkt, offenbar durch einen Unfall, das zum Ver- packen der Sendung benutzte Werg von Sprit durchtränkt war. Es wäre aber gei-adezu auffällig, wenn die Tiere die Wiederbelebungsfähigkeit bewahrt hätten unter Verhältnissen, unter denen sie derselben nicht benötigen. Von unserm wasserbewohnenden Macrohiotus macronyx gilt allgemein und zweifellos mit Kecht die Ansicht, daß er Eintrocknen nicht verträgt. Die niedere Temperatur des in Rede stehenden Gebietes macht sich, meines Erachtens, bei zwei Tatsachen bemerkbar. Die Gamasiden und Uropodiden pflanzen sich in Mitteleuropa gelegentlich parthenogenetisch fort und haben dann einen starken Überschuß an Weibchen — vielleicht 100 Weibchen auf ein Männchen. Auf den subantarktischen Inseln finden wir die Geschlechter in ziemlich gleicher Anzahl oder gar einen, oft auffälligen Überschuß an Männchen. Daraus dürfte man wohl schließen, daß unter dem Einfluß der niederen Temperatur die parthenogenetische Fortpflanzung wegfällt. Wenn mir \'on JHsparipes crozetensis n. spec. nur Weibchen in die Hände fielen, so glaube ich jetzt annehmen zu müssen, daß ich die winzigen Männchen mit Jugendformen von Glyciphagus verwechselt und beim Sammeln bei Seite geworfen habe. Auch die Tatsache, daß alle Amöben am Gaussberg enzystiert waren, möchte ich mit den hohen Kältegraden, welche zu der Zeit herrschten, als die Expedition denselben besuchte, in Zusammenhang bringen. In Moosen von Kerguelen beobachtete ich auch kugelig aufgequollene Exemplare ohne Zyste, doch wohl ein Zeichen, daß dieselben vorher nicht enzystiert waren. Von besonderem Interesse ist es, daß sich unter den 18 Tardigraden -Arten acht befinden, die die Antarktis mit der Arktis resp. Mitteleuropa teilt, nämlich: Macrohiotus Ilufelandi C. Schültzk. „ echinof/enitus Richters. Intermedius Plate. „ Oberhäuseri Doy. „ Saüleri Richters. Echiniscus arctomys Ehrenbg. „ muscicola Plate. Milnesium tardwjradwn Doy. Vüllio- verkehrt wäre es, hieraus abzuleiten, daß die Tardigraden überhaupt ubiquitäre Tiere seien. Manche haben ganz entschieden ein beschränktes Verbreitungsgebiet. Wenn wir auch in der Kenntnis der geographischen Verbreitung der Tardigraden erst in den allerersten Anfängen stehen, so dürften so auffällige Formen, wie Macrohiotus coronifer, Echiniscus islandicus und scrofa doch kaum sich der Beobachtung entzogen haben, wenn sie eine weitere Verbreitung hätten.') ') Ganz neuerdings ist Macrobiotus coronifer Richters durch James Murray auf den Shetland-Inseln, Echiniscus islandicus Richters durch M. Sellnick auf den Faroer nachgewiesen; das ändert an obiger Betrachtung nichts. 300 Deutsche Siidpolar-Expedition. Die Tatsache, daß der merkwürdige Nematode Euhostnchus Guemi Certes von Korguelen iinil Ilcard-Eiland zuerst auf Feuerland gefunden wurde, darf uns nicht veranlassen, eine Ein- wanderung von dort anzunehmen, denn James Mürray hat ihn zwischendurch auch in Schottland beobachtet. Die auf den subantarktischen Inseln entdeckte Neniatodengattung Bunonema scheint geradezu uln(juitär zu sein, da wir sie jetzt auch schon aus Afrika. Asien und Europa kennen. Auf das Ergel)nis der Untersuchung der übrigen Erdnematoden darf man gespannt sein. Die Harpacticiden, die Isopoden, die Milben, Arachniden, Insekten, l'atula Hookcri sind endogene Formen. Kosmopoliten sind nur noch dit' beobachteten Protozoen, mit Ausnahme von Ncbela ras. die bisher ;iuf der nördlichen Erdhälfte nicht, wohl aber von Feuerland und Neu-Seeland bekannt war. Ganz auffidlig ist das Fehlen dei- Protozoen, mit Ausnahme von Amoeba terricola und Conjcia jlava. auf dem Gaussberg. Man entschließt sich durchweg nicht leicht, zumal bei Unter- suchungen wie den vorliegenden, zu urteilen: das Tier fehlt, sondern sagt vorsichtiger: das Tier wurde nicht beobachtet; ich habe aber den Rasen von Jiri/iini jUicaiih vom Gaussberg eine so ausgedehnte Beobachtungszeit gewidmet. dai3 es mich sehr wundern sollte, wenn eine gegenteilige Beobachtung gemacht würde. Figuren- Erkläruu'j;. Tafel XVI. Die Figuren 1— G, i), 10 sind Photogramme nach Zeichnungen; die Figuren 7, S, 11 — 1.> Photogranune nach der Natur. Fig. 1. Anioeba terricola Greefp, enzystiert. Gaussberg, Kerguelen, 0.5 mm. Fig. i. /lifjhii/ia i/loltiilosn Di'.i. Possession-Riland, 0.08 mm; von einem Nematoden bewohnt. Fig. 3. /lijjliiyia piriformis Peutz. Possession-Eiiand, O.ODü mm; aus DiatomcUa liulfouriuua erbaut. Fig. 4. Nehela vas Lkidy. Possession-Eiland, 0.176 mm. Fig. 5. Nehela vas Lehjy. Possession-Eiland, o.l(;(t mm; mit Miibcnresten. Fig. 6. Nebela collaris Ehhunhi;. Neu-Amsterdam; mit Keimen. Fig. 7 u. 8. Kugelige Zysten in Erdnematoden. Possession-Eiland. Fig. 9. Callidina anyiislicollis Mi'Ukay. Taunus. Fig. 10. Callidinu aiujn.sticoUis Mlukay. St. Paul. Fig. 11. liunouema Wc/i/pts! .Iäcerskiöld. Fig. 12. Hunonema reticitlatiim Richteks. Heide Arten nach Exemplaren aus dem IMindbaclital im Schwarzwald. Fig. 13. (aiithocamplus antarcticm n. sp. Kerguelen, Possession-Kiland, Heard-Eiland. Dorsalansicht. Fig. 14. Derselbe. Seitenansicht. FIl'. 1'). Nym|)he von Xotasjiis anlarclica von Kpistijlis sp. besetzt. Tafel XVII. Fig. 1 — 7. Callidinen vom Gaussberg. Fig. 8 — 10. Callidinen von Ker).'uelen. Fig. 11. Callidina von Neu-Amsterdam. Fig. 12, 13. Callidinen von St. Helena. Fig. 14 — 21. Cantliocamptus robmtus n. sp. Possession-Eiland. Fig. 14. Antenne des cf. Fig. Ib. Nebenast der Hinterantenne. Fig. Ifi. Rudimentärer Fuß des rf. Fig. 17. l.'udiineiitUrer Fuß des ,. Fig. 18. Letzte Abdominalsegmente des cf- Fig. 19. Spermatophore. Fig. 20. Furka des Q. Fig. 21. Nauplius. RiCHTEHs. Kaunil der Mfiosrasen. 301 Fig. 22. Cantliocamptiia iintarrticiis. Kephalothorax mit Antenne II 'J. Fig. 2?!. Derselbe. Rudimentärer Fuß etc. des q''. Fig. 24. Derselbe. Furka. Fig. 2.5. Derselbe. Speriuatophore. Fig. 26. Canihocainpim spec. 1. Heard-Eiland. Furka. Fig. 27, 28. Canthocamptus spec. 2. Possession-Eiland. Fnrka und rudimentärer Fnü. Fig. 21)— 31. Mnraria Wolfi n. sp. St. Helena. Fig. 29. Rudimentärer FuB des rj'. Fig. 30. Rudimentärer Fuß des O. Fig. 31. Furka des j . Fig. 32 — 34. Morarid quai/rinpiiKisd n. sp. St. Helena. Fig. 32. Rudimentärer Fuß des q\ Fig. 33. Aiialoperculum. Fig. 34. Spermatophore. Fig. 35. Morariti spec. 2. Kergnelen. .Analopennluin. Fig. 31! — 39. Genus novuni von Possession-Eiland. Fig. 3(;. Rudimentärer Fuß des Q. Fig. 37. Antenne des ,. Fig. 38. .Aiialoperculnm des ,■. I'"ig. ."i9. Furka dos Tafel XVIIl. Sämtliche Figuren sind Photogramme narli der .Natur. I'ig. I. (iiiiiiiiai'llii.s irii:. Dcutonyinplic. Fig. 7. liückcnscbild d<'rsi'lben; lliiutungsprodukl. Kig. 8. Weibchen. Fig. 9. Männclien. Fig. 10 — 14. Opinilnipi' nov. gen. crozftcnxix nov. spec. Possession-Eiland. Fig. 10. Protonymplie. Kig. 1 1. Deutonymphe. Fig. 12. Männchen. Fig. 13. Weibchen. Fig. II. Mundteilo. Tafel XIX. Fig. 1 — 7. I )rili(i/(i (rOKx.sl n. sp. I'ossession-Eiland. Fig. 2. Pseudostigma-Organ. Fig. 3. Tectopediimi I. Fig. 4. Kammförmiges Haar vom ersten Reinpaar. Fig. b. Genitalklappe. Fig. G. Analklaiipe. Fig. 7. Erstes Rcinpaar. Fig. S— 11. Orihata crozelciixis n. sp. Possession-Eiland. Fig. 9. Pseudostigma-Organ. Fig. 10. Genual des zweiten Beinpaares. Fig. 11. Femur des vierten Picinpaares. Fig. 12 — 18. Scutovevie.r cro:eli'i>s>s n. sp. Fig. 13. Zweites lieinpaar. Fig. 14. Drittes P>einpaar. Fig. 15. Interlamellar-Haar. Fig. IG. Haar von der Rückenscite des Abdomens. Kig. 17. Genital- und Analklappe. DcMitschc Sll(l|"iliir-Kv|iiNlitioii. I\. /uoloyi.v I. 41 302 Deutsche Südpolar-Expeditioii. Fig. 18. Xymplie. Fig. 19. Xotaspis crozeleitsis ii. sp. Kephalotliorax. Fig. 20, 21. Pseudostigma-Organ. Fig. 22. Gamasellns crozelennis n. sp. Possession-Eiland. Epistom. Fig. 23. Derselbe. Peritrema. Fig. 24 — 26. Opixi/iopi' nov. gen. crozetiiisin n. sp. Fig. 24. Ciiela der Mandibel. Fig. 2.5. Erstes Beinpaar. Fig. 2(i. Femur des zweiten Beinpaares rj'. Fig. 27. Piracarus crozelensin n. sp. Miindteile. Fig. 28. Derselbe. Epistom. Fig. 29. Chcla der Mandibel. Fig. SO, 'M. Macruliiotiis (inlarrliciis ii. sp. Gaussberg. Fig. 'M\. Srliiiindkopf. Fig. 31. Krallen. Fig. 32, 33. Miicnihioiim tetrii(lnrli/loi(lei n. sp. Possession- Eiland. Heard-Eiland. Fig. 34, 3.">. Macrobiatus iiilermcdiiis Pi.A'ri:. Fig. 3(), 37. Macrobiotus Murrayi n. sp. Possession-Eilami. Fig. 38. /liplianrnn crozeleime n. sp. Possession-Eilanil. Fig. 39. 40. Miliii'siitm tardinrailum Doy. Fig. 39. Krallen des vierten Beinpaares. Fi'-'. 40. Krallen des /.weiten Beinpaares. Tafel XX. Sämtliche Figuren sind Photogramme nach der Natur; die Details zn den llabitusbildern Figur 1, 3, S, 9, 12 linden sicli auf Taf. XIX. Macrobiolus telr(i!. Veriaa Geory Reimer r er! TETRAXONIA DER DEUTSCHEN SÜDPOLAR-EXPEDITION 1<)01-1903 VON KOBEKT VON LENDENFELD (PRAG) MIT TAFEL XXI-XXV UND EINER ABBILDUNG IM TEXT Deulsi'lip Süit|H)lar-Kx|)cdilioii. IX. Zooluyip. I. 42 Allgemeine Bemerkungen. Die mir zur Untersuchung iibergebene Spongiensamnilung der Deutschen Südpolar-Expedition enthält 269 Tetraxonia, wovon 267 in der Winterstation des Gauss, 2 in der Kerguelenstation gesannnelt wurden. Die 267 antarktischen Stücke gehören G Arten, die 2 kerguelenischen 1 Art an. Diese 7 Arten sind folgende: Tethya sagüta n. sp. (Winterstation) .... 6 Stück Cinachiji-a barbata (Soll.) (Kerguelen) ... 2 „ „ Vertex n. sp. (Winterstation) ... 54 „ Tribrachion lomiispinum n. sp. (Winterstation) . 5 „ Hakina trilupha F. E. Schulze subsp. antartica n. (Winterstation) .... 172 „ „ monolopha F. E. Schulze subsp. antartica n. (Winterstation) .... 21 „ Oscarella (?) (Winterstation) !) „ Die neuen antarktisclien Arten von Tethya, Cinachyra und Tribrachion sind nur durch die gewöhnlichen Differenzen der Nadelforinen von den anderen Arten dieser Gattungen unterschieden. Aul'f'allendei-e besondere Merkmale, die als Anpassungen an die besonderen Verhältnisse ihres Standortes angesehen werden könnten, habe ich bei ihnen nicht bemerkt. Arten von Tethya und Cinachyra waren schon früher in liöheren südlichen Breiten gefunden worden. Von Tribrachion war bisher nur eine Art, von den westindischen Inseln, bekannt. Der fraglichen OscareUa dürften gewisse südaustralische, von Carter der Gattung Halisarca zugeteilte Spongien, und der südafrikanische, von mir als OscareUa sp.V beschriebene Schwamm nahe stehen. Von besonderem Interesse ist das massenhafte Vorkonnnen von zwei meditei'ranen Pia kina- Arten in dem vor dem Kaiser Willielms-Land nördlich vorgelagerten Meere. Diese, auf der Nordhalbku"el und in den Tropen weit verbreitete Gattung scheint auch in der Antarktis weit verbreitet zu sein; die Teilnehmer an der Belgicareise haben sie ebenfalls dort gefunden. In der südlichen gemäßigten Zone ist sie aber noch nicht auüetrotten worden. Die antarktischen Plakinen zeichnen sich vor 'O den mediterranen durch eine höhere Ausbildung ihrer Nadeln aus. Ich glaube, daß diese Diffe- renz auf dem großen Unterschied der Temperatur der Umgebung an ihren antarktischen und mediterranen Standorten beruht, und fasse sie als einen neuen Beleg für die Richtigkeit der Anschauung auf, daß, ceteris paribus, niedere Temperatur der Aufnahme gelöster Kieselsäure und der Abscheidung derselben in fester Form durch das lebende Plasma förderlich ist. 42* Beschreibung der einzelnen Arten. Tethya sagitta n. sp. Taf. XXI, Fifi. i-n;. Diese Art ist durch (J Stücke vertreten. Alle sind kugelig; das kleinste liiilt 2, das größte lÜ mm im Durchmesser. Die Oberfläche ist mit unbedeutenden, conuhisartigen Erhebungen bedeckt. Diese werden teilweise durch schwach vortretende Kämme miteinander verbunden (Taf. XXI, Fig. 12). Den Erhöhungen entragen einzelne, i-adiale X'adeln und kleine Büschel von solchen, welche einen sehr lockeren, bis 2 mm hohen Pelz bilden. Größere. alsOscula anzusehende ( )tt'- nungen habe ich nicht beobachtet. Die Farbe des Schwammes ist, in Weingeist, weiß, weißlich gelb. o(Km- lieht l)raun. Es ist eine etwa 40() // dicke Riiidenlage ausgebildet. Diese wird au vielen Stelleu durch die bis 2 mm weiten Distalteile der ins lunei'e hinabziehenden Kanäle unlerbroelien (Tat'. XXI, Fig. 10a, IIa), Die Eingänge in diese Kanäle werden von feinen Häuten überbrückt (Taf. XXI. Fig. 1 1 b). In Flächenansichten solcher Häutchen, wie man sie in oberflächlich geführten Para- tangentialschnitten zu Gesicht bekommt, sind zwar keine Poren zu sehen, es flnden sich darin aber rundliche, stark tingierte. durch schwächer tingierte Streifen getrennte Bezirke, die ofl'enliar geschlossene Porensiihincter sind, so daß die Häutchen selbst als Porensiebmembranen aufgefaßt werden müssen. Das Choanosom ist sehr zart luid wird von zahlreichen, ziemlich weiten Kanälen durchsetzt. Die Geißelkammeru sind kuseliff und halten 45 u Durchmesser. Die, wie erwälnit. etwa 400 ii dicke Rinde besteht aus zwei Schichten, einer äußeren, ganz dünnen, etwa SO ii starken, größere und kleinere Zellen enthaltenden (Tai". XXI. Fig. 1 a), und einerinneren, dicken, von paratangentialen Fasern durchsetzten (Taf. XXI. Fig. Ib). An der äußeren Oberfläche des Schwammes findet sich eine stark liehtbrechende imil recht auffallende, etwa 0.r> ti dicke, cuticulare .Membran, welche sich an den ülu-r die (Hierfläche euijjorragenden, radialen Nadeln zeltdachartig emporzieht. Unter der Guticula werden zieudich zaidreiche. große, blasen- förmige Hohlräume von 10 — 18 ,u Diu'chmesser angetrofl'en, welche zur Hälfte oder zu einem Dritteile mit einer körnigen, mit Eosin stark färbliai-eu Masse gefüllt zu sein ptlegeii. Zuweilen läßt sich in dieser Masse ein ziemlich großes, kernartiges Gebilde iikenuen. Bemerkenswert ist es. dal) <]ic körni":e Substanz fast innner den i>ri)\iiual gelegenen Teil der lii'ihle eiiininunt und den distal gelegenen leer läßt. Ich fasse diese (iebilde als Zellen, eine Art Kugelzellen, und die leeren Räume darin ids große Vacuolen auf. Etwas tiefer werden andere, viel kleinere, bloß 4 — .") u iui Dui-ehmessei- haltende Elemente von idmiicher Tingierbarkeit angetrotlen. Zusammen V. l,icNDK,M-'ELL>, Tctraxüiüa. 3(J7 erfüllen jene grui3en nnd diese kleinen Zellen die äußere Eindenlage. Die paratangentialen Fasern der viel dickeren, inneren Kindenlage sind feine, körnige, mit Eosin färbbare, stellenweise spindel- förmig sich verdickende Fäden. In den Kanalwänden ist keine Spur einer Cuticula zu bemerken; diese scheinen vieiraehr mit einem niederen Plattenepithel ausgekleidet zu sein. Im Choanosom finden sich zwischen den Geii3elkammern größere und kleinere Zellen, welche jenen der äußeren Rindenlage ähneln. Olizwar in den ersten auch Vacuolen vorkonnnen, erreichen sie doch nie solche Dimensionen, wie in den entsprechenden, großen Zellen der äußeren Iiindenlage. F^in kugeliger oder etwas abgeplatteter Kern von beträchtlicher Größe ist in den meisten von diesen Zellen ganz leicht nachweisbar. Einige enthalten einen oder mehrere kleine, nntingierte, stark lichtbrechende Körperchen, andere größere Bildungen dieser Art, welche junge Sigme zu sein scheinen, weshalb die Annahme nahe liegt, daß jene Elemente die Bildungszellen der Sigme sind. Das Skelett besteht aus radialen, von einem nahe der Mitte des Schwammes gelegenen Zentrum ausstrahlenden Nadelbiindeln. deren Endteile frei über die Oberfläche vorragen; Kränzen frei vorragender Nadeln in der Umgebung der Porensiebmembranen: in Clioanosom und Kinde zerstreuten, kleinen Stahnadeln; und Microscleren. Die radialen Nadelbündel (Taf. XXI, Fig. 8b) sind völlig gerade und in ihrer Längenmitte, auf halbem Wege zwischen Zentrum und Schwamm- oberfläche, 100 — l'OO // dick. Sie bestehen aus anisoactinen Amphioxen luid den Schäften von Anatriaenen und Protriaciu-ii. Die Ciadome der Anatriaene liegen, oft in mehreren Stockwerken übereinander (Taf. .\ XI. Fig. 13), in oder in nächster Nähe (über oder unter) der Oberfläche. Die Oladome der Protriaene ragen bis 2 mm weit frei vor und bilden den Nadelpelz (Taf. XXI, Fig. 12). Die Nadelkränze, welche die Porensiebmembranen einfassen (Taf. XXI, Fig. lOc. Uc). bestehen aus kleinen und zarten, frei vorragenden, distal sich zusammenneigenden Protriaenen. Die in Choanosom und Rinde zerstreuten Stabnadeln sind kleine, größtenteils isoactine Amphioxe. Im Choanosom liegen sie zumeist mehr oder weniger parataiigential und sie sind liier ziemlich zahl- reich (Taf. XXI, Fig. 8c). In der Rinde liegen sie mehr oder weniger i-adial. und sie treten hier so massenhaft auf, daß sie einen förndiclien Panzer bilden (Taf. XXI, Fig. 1 d, 8a). Die Distalenden der oberflächlichen, radial gelagerten, ragen eine kmv.e Strecke weit frei über die Oberfläche vor (Taf. XXI. F'ig. 1) und bilden einen niederen Rasen, der sich zwischen den hochaufragenden Protriaenen des Pelzes ausbreitet. Die Microsclere sind Sigme. Dieselben sind an der Ober- fläche und in den Kanalwänden zerstreut. In den Siebmembranen sind sie ziemlich zahlreich (Taf. XXI, Fig. 16). überall sonst aber spärlich. Die großen anisoactinen Amphioxe der radialen Nadellnindel sind gerade oder schwach oekrünunt. meist 1.6 — 1.9 mm lanii. und 23 — 33. meistens etwa 28 fi dick. Die zerstreuten, kleinen, meist isoactinen Amphioxe (Taf. XXI. Fig. Id) sind meist etwas gekrümmt, 550 — 800,« lang und 12 — 18 /< dick. Die Anatriaene (Taf. XXI, Fig. 13, 14) haben einen 4.5—5.2 nun langen Schaft. Am Ciadom hat derselbe eine Dicke von 16—22 ,//. Von hier verdünnt er sich anfangs so rasch, daß er 50 fi unterhalb des Cladoms nur 10 — 13 fi stark zu sein pflegt. Sein mittlerer Teil ist völlig gerade, sein acladomaler Endteil zu einem feinen, beträchtlich gekrümmten Faden ausgezogen. Der Cladomscheitel trägt einen niederen, flachen, oft kaum merklichen Höcker. Die Clade sind am Grunde stärker als in ihrem Endteile gekrümmt und 90—120. meist etwa 100 ,« lang. Ihre 3U8 Deiitsclie Siidpular-Kxpfditioii. Sehnen pHeg^-n Winkel von 40 — -to" mit dem Schafte einzuschheßen. Die Cladunibreite beträgt 13U— 150 ,11. Die großen Protriaene (Taf. XXl, Fig. 2 — 7) haben 2 — 3.7 mm lange Sehäfte. Am Ciadom ist der Schaft oft plötzlich verdickt. Unterhalb dieser Verdickung hat er einen Qner- durchmesser von S — 18 ,«. Die Verdickung ist bis anderthallmial so stark. Die Clade sind gerade oder nur wenig geki'i'inmit. abgesehen hiervon aber außerordentlich verschieden. IJei einigen von diesen Nadeln schließen die Clade recht kleine Winkel von bloß 10 — 1.')" mit der Schaftverlängerung ein (Fig. 3. 7), bei anderen sind diese Winkel größer (Fig. 2, 4. ö), zuweilen erreichen sie 25" (Fig. 6). Bei einigen sind die drei Clade einander ähnlich (die Cia- dome regulär, Fig. 2): bei anderen ist ein Clad etwas länger als die beiden anderen (Fig. 3): bei den meisten aber sind die Ciadome ungemein stark sagittal diiferenziert (Fig. 4 — 6). Auf diese Nadeln bezieht sich der Artname. Bei den Protriaenen mit vollkommen oder annähernd reguläi-en Ciadomen ist die Länge der Clade sehr verschieden (Fig. 2, 3). sie schwankt hier zwischen 35 imd ISO //. Die stark sagittal differenzierten Protriaene haben ein längeres, unpaares, 170 — 200// langes, und ein Paar viel kürzere, einander ähnliche, bloß 45 — (j'3 fi lange Clade (Fig. 4—6). Die kleinen Proti-iaene der Siebmend)raneinfassungen (Taf. XXI, Fig. 9) haben einen 600 bis (SOO /u langen, dicht unter dem Ciadom etwa 2.3 fi dicken Schaft. Im Ciadom ist dieser plötzlich, zuweilen bis aufs doppelte, verdickt. Das Ciadom ist sagittal. Das unpaare, längere Clad ist 55 — 108 //. die beiden, einander ähnlichen paarigen, kürzei-en Clade sind 10 — 20, selten bis 30 /< und darüber lang. Die Clade schließen Winkel von 14 — 27° mit der Schaftverlänge- rung ein. Die Sigme (Taf. XXI, Fig. 15, 16) sind feindornige. 1 — 1.5// dicke, zylindrische, schi'aulieii- förmig gewundene Stäbchen. Der scheinbare, nach der Lage der Nadel sehr verschiedene Maximaldurchmesser des ffi'Hi^en Siemes beträst 14 — 20 //. der wirkliche Maximaldurchmesser etwa 17 — 20 /<. Die Ki-ümmung ist. wie es scheint, keine gleiciimäßige. Viele Sigme erscheinen an den Enden etwas plötzlich hakenförmig eingebogen (Fig. 16, links oben), manche in der Mitte stärker als anderwärts gekrümmt, wie geknickt. Eines von den sechs Stücken wiu'de am -S. Feliruar li)03 aus der sogei'annten gcod;iti>clien Spalte ans einer Tiefe von 350 m. die fiinf amlern zwisciien 10. Feliruar 1902 und S. danuar 1903 aus dem Eisloch am StdiifV aus i-iner Tiefe von 385 m mit der (^)nastendretsche hervor- geholt. Von den bisher beschriebenen 7V/A7///arten dürfte die südatlantische T. IcptodcniKt (Soi,i,as) iler T. stu/it/d am nächsten stehen. \'ün dieser sowie von anderen unterscheidet sie sich dadiurh. daß nicht nur ihre kleinen (.trichodalen"), sondern aiuli die meisten großen Prolriaene stark sagittal differenzierte Ciadome mit einem langen und zwei kurzen ('laden liabeii. lluv großen Amphioxe sind absolut und relativ viel kürzer als bei T. Ii-ptodcnnd und niilit. wie bei dieser Art, ebenso lang wie die Pi-otriaenschäfte. Der AVurzelschopf und die iiesonderen Wiu'zel- anatriaene der T. leptoderma fehlen und es hat auch, nach den SoLLASSchen Abbildimgen') zu urteilen, T. Icplodcnnn einen anderen llaliifus luid anders gestaltete Sigme als T. sagitta. ',) W. J. SoM.As. Tetraxonia. In: Kcp. Voy. ('li;illt'ii(riT. üd. -J.'i, 'l'al. S, Fig. 1. s. V. Lkndenfeld, Tetraxonia. 3Q9 Cinachyra barbata (Soll.). Taf. XXIII, Fig. 20—23. In Kergiielen wurden zwei Stücke dieses dort schon mehrfach erbeuteten Schwamnies gesammelt. Die Literatur über diese Spezies und eine zusammenfassende Beschreibung derselben finden sich in meinem Berichte über die Tetraxonia der Valdiviarreise (Ergeb. Deutsche Tiefsee- exped., Bd. 11, pag. 138, 143). Die beiden vorliegenden Stücke wurden von Dr. Werth trocken und teilweise abgerieben am Strande bei der Kerguelenstation gefunden. Das größere ist ein massiger, abgerundeter, unregelmäi3ig kugeliger Köi'per von S cm Breite und 6 cm Höhe, welcher einem Busch von Algenästen aufsitzt und diesen derart durchwachsen hat, daß die Zwischen- räiune zwischen den Algenästen vom Schwammgewebe beziehungsweise seinem Wurzelpolster, völlig ausgefüllt erscheinen. Der von den Algenästen durchsetzte Grundteil des Schwammes ist gegen 11 cm lang und 6V2 cm dick. Die freie Oberseite erscheint kahl, ich zweifle aber nicht, daß sie, als der Schwamm nocli lebte, mit einem Nadelpelz bekleidet war. An ihr finden sich zahlreiche ü..i — 3 nun weite, i-undliche Löcher, deren Mittelpimkte etwa 3 mm voneinander entfernt sind. Diese Löcher führen in radial in die Länoe gestreckte Porengruben hinein. Das kleinere, ähnlich gestaltete Stück hat eine größte Länge von 7.5 cm und weniger zahlreiche, weiter voneinander entfernte PorengrubiMi. Die Farbe beider Stücke ist an der Obertläclie ziemlich dunkel- purpurbraun, im Innern heller. Hinsichtlich der Anordniuig der Nadeln zeigen diese beiden Spongien keine auffallenden Besonderheiten. Die Größenverhältnisse ihrer Skeletteile ergeben sich aus der folgenden Zu- sammenstellung der wichtigsten Dimensionen: Große Amphioxe der radialen Nadelbündel 5.5 bis 7 mm lang, 57 — 77 u dick: kurze Amphioxe des Panzers 530 — 910 11 lang, 35 — 77 a dick: Anatriaene der radialen Nadelbündel, deren Schaft am cladomalen Ende 23 — 33 ,« dick, deren ('lade 110 — 180,« lang, deren Ciadombreite lOü — 150,«; große Proclade der radialen Nadel- bündel meist triaen und sagittal. selten diaen, deren Schaft am cladomalen Ende 12 — 26 ,« dick, deren längere Clade 115 — 215,« lang, deren Ciadombreite 33 — 115,«: kleine Proclade der Porengrubenwände meist triaen und sagittal, deren Schaft am cladomalen Ende 1.5 — o ,« dick, deren längere Clade 27 fi lang, deren Cladonie 6 fi breit. Hieraus ist zu ersehen, daß die Nadeln der vorliegenden Stücke hinsichtlich ihrer Größe mit jenen der fri'iher untersuchten im ganzen zwar übereinstinunen, jedoch etwas stärker sind. So beträgt die größte Dicke der kurzen Panzeramphioxe bei den bisher beobachteten nur GO. bei den vorliegenden 77 ,«, und die größte Dicke des cladomalen Endteils der Schäfte der großen Proclade (Taf. XXHI, Fig. 22) bei ersten 20, bei letzten 26 ,«. Auch die Anatriaene (Taf. NXIII, Fig. 20, 23a) dieser Exemplare sind ■durchschnittlich etwas stärker als die der früher beschriebenen. Ferner ist zu erkennen, daß das längere Clad der großen Proclade, namentlich dei- diaenen, bei jenen eine bedeutendere Länge (bis 215 ,«) als bei den andern (bis 178 ,«) erreicht. Auch hinsichtlich der Form stimmen die Nadeln unserer Stücke mit jenen der früher beschriebenen recht gut überein. Es ist diesbezüglich jedoch zu bemerken, daß in den ersteren ab und zu unregelmäßige Anatriaenderivate mit einem nach aufwärts mid zwei nach abwärts gerichteten Strahlen (Taf. XXIII, Fig. 23b) angetroffen werden. Solche Nadeln kommen wohl bei Te(hi/a f/ivmdi-'^ und einigen 91 Q Dyiitsflie Siulpol.u-Kxpeditioii. wenigen aiidoren Tetmxomo voi-. sind aber hei Ctiiarhyrd barhata bisliei- nicbt beobachtet worden. Die Sigine (Taf. XXIII, Fig. 21) des größeren Stückes sind auffallend stark dornig. Beide Stücke wurden in der Observatorybay bei der Kerguelenstation gesammelt. Cinacliyra Vertex u. s].. Taf. XXI. l-'i!.'. 17—24; XXII. 1— II'; XXIII. I-ID. In der Winterstation wurden 54 Spongien erbeutet, die zwar hinsichtlich der Größe bedeu- tende Unterechiede aufweisen und auch in bezug auf andere Eigenschaften nicht ganz überein- stimmen, die aber, wie aus der folgenden BeschreilMUig hervorgelit. doch wulil zweifellos alle derselben Art angehören. Ich fasse die Differenzen zwischen denselben als bloße Altersunter- schiede auf. Alle (Taf. X.XII, Fig. 22—33) sind kugelig oder kurz und dick eiförmig. Die kleinsten halten 3, das größte (Taf. XXII, Fig. 22) hält 25 mm im Durchmesser. Die kleinen Stücke von 3 — 5 nun Durchmesser (Taf. XXII, Fig. 3] — 33) besitzen stets zwei auffallende Büschel 1.5 — 3.5 mm weit frei vorragender Protriaeue inid möglicherweise auch anderer Teloclade, deren Schäfte dicht nebeneinander in einer Zylinder-, seltener in einer Kegeltläche liegen und als mehr oder weniger röhrenförmige, meist durchaus gleich weite, seltener distal etwas verengte oder erweiterte Nadelkränze erscheinen. Jedes dieser kleinen Stücke besitzt zwei 1 — 2 mm weite, halbkugelige, oder etwas tiefere als breite Porengruben (Taf. XXIII, Fig. 4a). Die beiden Nadelkränze fassen diese zwei Porengruben ein. Die Oberflächen der Porengrubenwände sind mit den frei vorragenden Endteilen zarter, kleiner Protriaene besetzt. Die außei'halb der Poren- gruben befindlichen Teile der Schwanimobertiäche tragen einen Sandpanzer, zwischen dessen K(»rnchen einzelne Protriaene (und möglicherweise auch andere Teloclade). sowie kleine Büschel von solchen, radial. 0.5 — 3 mm weit, frei über die Oberfläche vorragen. .Mit dem fortschreitenden Wachstum des Schwammes nehmen die Nadelkränze der Poren- irruben an Länge zu und werden die von den andern Teilen der Oberfläche aufragenden Nadeln (Nadelbündel) zahlreicher und größer (Taf. XXII, Fig. 2(1 — 30). Die zwei Porengruben und ihre Nadelkränze liegen anfangs — bei den kleinsten Stücken — einander annähernd al)er nicht genau gegenüber. Später, bei Stücken von 5 — 10 mm Durchmesser, ist die Abweichung von der anti- podialen Lage noch bedeutender, so daß nun die Verbindungslinie der Mittelpunkte der beiden Porengruben weit am Zentrum des Schwammes vorbei geht und die Achsen ihrer beiden (radialen) Nadelkränze miteinandei- Winkel einschließen, welche von 180" oft recht beträchtlich abweichen. Während alle IVei vorragenden Nadeln, jene der Nadelki-änze sowohl als die anderen. bei den kleinen Stücken, stets gerade zu sein und radial zu liegen pflegen, zeigen sie bei einigen der 5 — 10 mm im Durchmesser haltenden Stücke die Tendenz sich wirbelartig zu krünunen. Die frei vorragenden Nadelteile erreichen liei diesen zuweilen eine Länge \on 7 mm, die beiden Porengruben sind nicht größer als bei den kleinen Stücken. Noch größere. 10 — 15 nun im Durchmesser haltende Stücke sind ähnlich, es sind bei diesen jedoch die Nadeln in den Büscheln nicht immer dicht beisanunen uinl /.iiweilen so weit voneinander entfernt, daß die Büschel selbst völlig aufgelöst lunl die Oberfläche mit einem fast gleichförmigen Pelz getrennter Nadeln besetzt erscheinen. Wäbreml bei den kleinen Stücken stets zwei einfache, einander mehr oder weniger antipodial gegenüberliegende Porengrulieii vorhanden sind, findet man bei diesen !(• — 15 nun V. Lendenfeld. Tetraxonia. 3]^! groJ3en Stücken öfters eine von einem gemeinsamen Nadelkranz eingefaßte, bis 5 mm breite Gruppe von meln-eren, dicht nebeneinander liegenden Porengruben. Beim weiteren Wachstum (Tai'. XXII, Fig. 22 —25) lösen sich die Nadelkranzeinfassungen der Porengruben in einzelne Nadel- büschel auf, die Porengruben werden zahlreicher und verteilen sich über die ganze Oberfläche, und die Nadelbüschel vergrößern und individualisieren sich. Die größten, wohl schon als ganz ausgebildet anzusehenden Stücke (Taf. XXII, Fig. 22, 23) sind Kugeln von 20 — 25 \n\i\ Durchmesser. In die, von den Nadelbüscheln abgesehen, kahle imd ziemlich glatt erscheinende Oberfläche sind zahlreiche rundliche, 1 — 2 nun weite Porengruben, deren Ränder etwas hervortreten, eingesenkt; und von ihr erheben sich, in Entfernungen von 3 — 7 mm. am Grunde einigei'inaßen bandförmig abgeplattete, etwa 1 mm dicke und 2 mm breite Nadelbüschel, welche eine Länge von 30 — 50 mm erreichen. Das Schwamm -(Rin(len)gewebe zieht sich an diesen Büscheln eine Strecke weit empor und hüllt die sie zusammensetzenden Nadeln bis zu einer H<')he von etwa 4 mm über der Schwammoberfläche ein. Weiterhin sind die Nadelbündehiadeln nackt, und sie pflegen jenseits jenes Muft'es von Rindengewebe etwas aus- einander zu treten, so daß ilie distalen Teile der Büschel breiter als die proximalen sind. Diese Nadelbüschel sind meist sehr stark gebogen und bilden, da ihre Krünnnung distal al)nimmt, evolventenartige Kurven. .\lle Büschel sind gleichsinnig gekrümmt, wodurch der ganze Schwannn ein solches Aussehen gewinnt, als ob er sich in einem Wirbel befände, der die von ihm ab- stehenden Nadelbüschel gebeugt hätte (Taf. XXII, Fig. 22). Auf dieses „gewirbelte" Aussehen bezieht sich der Ai-tname verte.v. Die Farbe des Scliwamnies ist. in Weingeist, schmutzigweiß bis ziemlich dunkelbraun. Einige Stücke haben einen mehr grauen, andere einen mehr grünlichen Ton. An der Oberfläche breitet sich eine Dermahnembran aus, die bei kleinen Stücken zwischen den Austrittstellcn der Nadelbündel ganz dünn (Taf. .\XI, Fig. 17a), an jenen Austrittstellen aber, sowie namentlich in der Umgebung der Porengruben (Taf. XXIII, Fig. 5c) ziemlich dick ist. Wie ein Verdeich der Fiouren 3. 4 und (> auf Taf. XXlll zeigt, «rewinnen diese verdickten Stelleu der Dermalmembran eine um so größere Ausdehnung und Mächtigkeit, je größer der Schwannn wird, und bei den großen Stücken ist die Dermahnembran zu einer, itis 0.5 nun und darülier dicken Faserrinde geworden. An der Oberfläche des Scliwamnies habe ich keine anderen Öffnungen als die Eingänge in die Porengruben beobachtet. Die Wände dei- letzteren (Taf. XXIII. Fig. 5d) erscheinen als Netze mit sehr verschieilen gi-oßen .Maschen. Unter der Dermahnembran breiten sich große Subdermal- räume (Taf. XXI. Fig. 17 b, 23 d, 24 d; Taf. XXIII, Fig. 3b, 4b, 6b) aus, und es läßt sich nach- weisen, daß die den Porenoniben zunächst lieoenden von diesen Subdermalräumen durch die Netzmaschen dei- Poreng-rubenseitenwände hindurch, mit den Porenoruben und durch sie mit der Außenwelt konnuunizieren. Das Choanosom ist zart und reich an großen Kanälen, welche vom Porensrnbenarunde und von den Subdermalräumen aus in die Tiefe hinabziehen. Diese Kanäle sind verzweigt. Benachbarte Teile des Kanalsystems werden durch einfache Lagen von Geißel- kammern getrennt. Die Geißelkammern (Taf. XXI, Fig. 17 c, 24c) sind gegenseitig und auch gegen die angrenzenden Kanäle mehr oder weniger abgeplattet und erscheinen als unregelmäßige Polyeder mit mehr oder weniger abgerundeten Kanten und Ecken. Sie sind nicht in die Länge gestreckt und halten 30 — 50 u im Durchmesser. In den Schnitten der kleinen Stücke, die ich Deulsfln* Siiilpiil.ir-K.vpf'ditiüii. IX. /imluvnc. I. 4B 312 Deutsche Südiiolar-Ex]ie(litioii. uiitersLiclit li:ilio. siiiil ilic ()(_'il.ii'lkaiiiiiu'rii (liii'cliscliiiittluli ui'(">l)i^'i' als in ik-ii St-lmittL'ti des i:iX)ßeii, ein Unterschieil. den ich aul' die stärkere Ziisainiiieiizielimiu, des letzten /.iirüi-kfrilireii möchte. Nach ileiu olieii (-iesagten scheint der voi'liegende Schwamm aulier den Netzinaschen der PorengTubenwände keine Poren zn lie.-itzen. weslialb anzunelnneii ist. dali einige von den Poren- griiben ei den kleinen nnd mittleren Stücken, die. wie erwähnt, nur zwei einander mehr oder weniger antipodial gegenüberliegende Pürengrnbeii besitzen, wäre hiernach die eine als eine einführende (vestibuläre), die andere als eine ausführende (präosculare) anzusehen. Diese Jugendformen würden also, für sich betrachtet, zur Gattung Faiigop/ii/iiia ö. Schm. im Sinne Kikkpatricks gehören, und wir können sagen, daß die CvKichyra Vertex l)ei ihrer Entwicklung (ihivin Wachstum) ein F(ii)(/np/ti/ina-'^tni]\ün\ diu'chläuft. Die Dermalmeinbran (Rinde) trägt, wie unten des näheren ausgeführt wird, überall, außer dort, wo sie die Porengruben begrenzt, an ihrer Außenseite verschiedengestaltete Fortsätze, welche die den Sandpanzer bildenden Körner festhalten. Sie besteht aus einer äußeren dünnen, mit Kugelzellen erfüllten (Taf. XXI, Fig. I8a, 23a, 24a), und einer tieferen, dickeren, faserigen Schicht (Taf. XXI. Fig. 18b, 23 b, 24b: Taf. XXIII, Fig. 5c). Die Kugelzellen sind unregelmäßig massig, knollenförmig, und erreichen ehien Durchmesser von 10 — 20 //. Sie sind ganz von großen, mit Azur sehr stark färbbaren Körnern erfüllt. In dem distalen Teile der Faserschicht scheinen die Fasern stets paratangential zu verlaufen, in ihrem proximalen Teil liegen sie. namentlirh dort, wo die Dermalmembran (Pinde) dünn ist (Taf. XXI. Fig. 23, 24), schief ziu- Oliertiäche. An den Stellen, wo die Pinde dick ist (Taf. XXI. Fig. 18). besteht die Faserschicht zum aller- größten Teil aus einem Geliecht paratangential angeordneter, bandfönniger Faserbündel. Im Choanosom des großen Stückes habe ieh merkwürdige Riesenzellen beobachtet, die Eizellen des Schwammes. möglicherweise aber auch Parasiten, Syndiiunten oder Eier von anderen Tieren sein kömien. Diese Zellen (Taf. X\I. Fig. ]!) — 22) sind langgestreckt, eiförmig, spindi'l- förniig oder .unregelmäßig, und stets ladial orientiert. Sie sind in dem Sektor des großen Stückes, den Ich mit dem Mikrotom zerschnitt, recht zalilreiidi und liegen in entprechend gestalteten Lücken des Schwannngewebcs. i'^ine Zellhaut ist an ihnen nicht deutlich zu erkennen. Das Plasma erscheint gleichmäßig körnig. Färbt man mit Ivisin (Taf. XXI. Fig. II») oder Anilinblau (Taf. .\XI, Fig. 21). .so erscheinen alle Plasmakörnchen tingiert und der zentrale Teil des Plasmas nur wenig dmdtark färlibareii Endoplasma deutlich hervor. In dei- Mitte i]i-\' Zelle lieut ein großer, e;ewöhnlich etwas um'enel- mäßig eiförmiger. 40 — 70 // langer und 2(1 — 40 u bieiter Kern. Dieser ist bläschenförmig und hat eine Membran. Sein Innenramn wird zmu größeren Teil von einer körnigen Masse, zum geringeren Teil von einer hyalinen Substanz eingenonunen. außerdem findet sich darin ein N'ucleolns. |)ie körnige Kcrnsul»tanz fäi-bt sich mit Kosin (Fig. 10) iin.l Anllinblau (Fig. 21). nicht aber mit Hämatoxyliu (Fig. 20) und Azur (Fig. 22). so daß bei den mit den letztgenannten Farben tingierten i'räparaten dei' Kern hell aus dem dunkel geiäi-liten Endoplasma her\ortritt. Der Xucleolus ist kugelig und hält C |0// im Durchmesser. Die Subsl.anz. woraus er besteht, V. liKNDKNfKi.p, Tetraxonia. ol'S wird von allen vier oben genannten Farben tingiert. Das Aznr. welches dem Endoplasma eine tief ultraniarinblaue Farbe verleiht, färbt den Nucleolus grünlichblan. Das Skelett besteht aus großen radialen Nadelbündeln, welche in allen Teilen des Schwamnies aui3er in jenen Sektoren vorkommen, denen die Porengruben angehören: kleinen Nadelbündeln in den Porengrubenwänden: in der Dermalmembran und im Clioanosom zerstreuten Nadeln: und einem Sandpanzei-. Die großen radialen Nadelbündel ziehen von einem, nahe dem Zentrum des Schwammes gelegenen Punkte radial zur Oberfläche empor, liei den kleinen Stücken sind sie gerade oder nur wenig gebogen, bei den großen stai'k gekrCnnnit. Der Grad ihrer Krümmung steht im allgemeinen im Verhältnis zur Größe des Schwammes. Bei den kleinen Stücken gruppieren sich einige Nadeil »ündel so, daß sie kegelförmige Kelche um die Porengruben bilden, während andere zu anderen Teilen der Oberfläche emporziehen (Taf. XXIII, Fig. 3, 5, 6). Bei den großen Stücken ziehen alle Nadelbündel getrennt in ziemlich gleichen Abständen voneinander zur Oberfläche empor. Bei den kleinei'cn Stücken (Taf. XXII, Fig. 26 — 33) erheben sich die die Porenkelche bildenden Nadelbündel beträchtlich, die anderen meist nur wenig über die Ober- fläche. Bei den größeren Stücken (Taf. XXII, Fig. 22 — 25) ragen alle Nadelbündel, die Krümmung des Grimdteils auch distal mehr oder weniger beibehaltend, weit, bei dem größten Stück bis 50 mm, frei über die Oberfläche vor. Diese, dem Schwämme ein ganz eigenartiges Aussehen verleihenden, frei vortretenden Distalteile der Nadelbündel sind oben beschrieben worden. Die proximalen, im Innern des Schwannnes gelegenen Teile der Nadelbündel bestehen aus Amphioxen, und aus Anatriaenen und Pi'dtriaenen mit nahe der 01)erfläche oeletvenen Ciadomen. Die Nadelbündelamphioxe der kleinen Stücke sind wenig oder gar nicht, jene der großen Stücke stark anisoactin. Die distalen, frei vorragenden Teile der Nadelbündel, der isolierten sowohl als der zu den Porengruben-Nadelkränzen der kleinen Stücke zusanunentretenden. bestehen zum allergrößten Teil oder ausschließlich aus Telocladen. Diese sind bei den großen Stücken ziuu größeren Teil Protriaene, zum geringeren Teil Anatriaene. Auch einzelne Anamonaene kommen hier vor. Bei diesen Stücken werden die Ciadome der Anatriaene in größerer Zahl am Grunde, in geringerer Zahl am Ende iler frei vorragenden Teile der Nadelbündel anoetroff'en. Die Ciadome der Protriaene flndet man nur in sehr geringer Zahl im Grundteil, dafür aber in sehr großer Zahl am Ende der Bündel. Bei den kleineren Stücken habe ich an den Distalenden der frei vortretenden Nadelbündel zahlreiche Protriaencladome, aber gar keine Anatriaencladonie gefunden; da sich hier jedoch immer viele abgebrochene Schäfte, denen die Ciadome fehlen und von denen man nicht sicher sagen kann, ob sie Anatriaen- oder Protriaenschäfte sind, flnden, kann man nicht mit Sicherheit behaupten, daß Anatriaene an dem Aufbau der frei vortretenden Teile ihrer Nadelbündel gar keinen Anteil nehmen. Die Ciadome der großen Protriaene der Nadelbündel pflegen mehr oder weniger deutlich sagittal entwickelt zu sein. Von Anatriaenen sind zwei Arten, solche mit breitem und solche mit schmalem Ciadom zu unterscheiden. Erstere habe ich bei allen Stücken, letztere nur bei den großen gefanden. Die meisten Ciadome von schmalcladömigen Anatriaenen. die ich bei letzteren sah, lagen in den Grundteilen der fi-ei voi-- ragenden vVbschnitte der Nadelbündel. Die Nadelbündel der Porengrubenwände bestehen aus kleinen Protriaenen mit sagittalen Ciadomen. Ihre Schäfte liegen dicht beisanuuen und bilden oft wellenförmig gekrümmte Bündel oder Bänder, welche paratangential in der Porengrubenwand verlaufen und mehr oder weniger 43* gj^ Deutsche Siiiijjolar-KxiJcdition. radial zur Schwainmoberfläche emporziehen. Die distalen, vom Cladoiii üekrönten Endteile dieser Nadeln treten über die Poreiigriilieiitiäche frei vor und ragen in die Porengrube, beziebungs- weise in den Eingang in dieselbe binein. Ein Teil derselben bildet einen Nadelsauin in der Umgebung des letzten (Taf. XX 111, Fig. 5b). Diese frei vorragenden Xadelciulteile sind wobi ireeiunet, den Eintiütt kleiner Tiore in die Porengrube zu erschweren. Die zerstreuten Nadeln sind Signie und kleine, isoactine Aniphioxe. Ab und zu werden aucli einzelne zerstreute Amphistrongyle und Style angetroffen. Die Signie (Taf. XXI. Fig. 17. 23, 24) finden sieb in beträebtlicher Anzabl an der äußeren Obertläelie und in den Kanalwänden. Sie scheinen bei den kleinen Stücken etwas zahlreicher als bei den großen zu sein. Die kleineu isoactinen Aniphioxe, sowie die sehr seltenen Amphistrongyle und Style sind im Choanosoni zerstreut (Taf. XXIII, Fig. 5 links) und liegen zum Teil radial, zum Teil paratangential und zum Teil schief. Diese unregelmäßig angeordneten, kleinen Stabnadeln sind zwar stets vorhanden, aber nicht immer gleich häufig, und nie besonders zahlreich. Der Sandpanzer, welcher alle Teile der Oberfläche, mit Ausnahme di'r Porengruben, bekleidet, besteht aus eckigen Fragmenten von wasserhellem (,)uarz und aus dunklen Körneben. Die (jlien erwähnten Unterschiede der Farbe verschiedener Exein[ilare scheinen hauptsächlieli darauf zu beruhen, daß die relative Menge der farblosen (,)uarzfragmente und der dunklen Körner, das Verhältnis der Anzabl der ersten zur Anzahl der letzten, liei den verschiedenen Stücken verschieden ist. Diese Sandkörner sind der Dermalmembran (Kinde) außen angeheftet (Taf. XX III, Fig. 3 — 6). Die Anheftung ist keine sehr feste und viele werden beim Schneiden mit dem Mikrotom von dem Schwämme abgerissen. Betrachtet man eine Stelle eines Schnittes, wo dies geschehen (Taf. XXI. Fig. 23), so erkennt man, daß sieh von der äußeren Oberfläche der Dermalmembran (Rinde) allerlei strangförmige, bandartige oder membranöse Fortsätze (Taf. XXI, Fig. 23c) erheben. Vereleicht man diese Bilder mit dickeren llandschnitten. denen die Sandkörner nt)ch anhaften, so sieht man, ilali jene Fortsätze Divertikel dei- Dermalmemliran sind, welche zwischen die Sand- körner eindringen und diese an den Schwamm anheften. Bei den größeren Stücken lassen sich zwei Ai'ten von AmpbioxtMi, große radial orientierte, anisoactine in den Nadelbündeln liegende, und kleine unregelmäßig angeordnete, isoactine. im Choanosoni zerstreute, deutlich unterscheiden, -le kleiner die Stücke sind, um so ähnlicher sind die großen Bündelamphioxe den kleinen zerstreuttMi. und ln'i (U'ii kleinsten, mir 3.5 — 5 mm im Durchmesser haltenden Stücken ist jene Almlicbkeit so grol.l, dall diese beiden .\mpliioxformen um- mit Hilfe der biometrischen Methode unterschieden werden können. Wendet man diese an, so tindct man, dali liei den 3.5 nun-Stücken 6U0 — 8ÜU n lange Aniphioxe seltener als 200 — 4UU, als 4U0— GUO und auch als SOO— 1000. KIOO- li'(M) und l-JOO— 1100/^ lange sind. Unter den zahlreichen Amphioxen solcher kleiner Stücke, die icli ausgemessen halte, befand sich kein einziges zwischen (üO und 800 fi langes. Man kann diesen tiefsten, fast bis zur horizontalen Achse herabsteigenden 'l\ll der Frecpienzkurve (zwischen (100 und (SOO //) als (rrenze zwischen den „kleinen" (zerstreuten) und di'ii ..großen" (railialen) Amphioxen ansi'ben. Bei den •"> nun- Stücken liegt diese Grenze zwischen 680 und 840 ii. Bei den größeren Stücken ist die Trennung der kleinen zerstreuten und i\i}r gnil.ien radialen Am[ibi(ixe leicht durchführbar. Die kleinen, zerstreuten, isoactinen Aniphioxe (Taf. XXll. Fig. 39 — 42; Taf. XXIII, Fi2. 5) sind schwach und ziemlich irleicbmälÜi: m'kn'inimt odei- völliii' gerade, in der Mitte am V. Lesdunfeld, Tetraxonia. 315 dicksten, und gegen die beiden nicht besonders scharf zugespitzten Enden hin in gleicherweise, und zwar so verdünnt, daß die Schnelligkeit der Abnahme des Querdurchmessers gegen das Ende hin zunimmt. Diese Unstetigkeit der Dickenabnahme tritt bei den dickeren, plumperen von diesen Nadeln deutlicher als bei den dünneren hervor. Die Dicke steht nicht im Verhältnis zur Länge: kürzere Amphioxe dieser Art sind oft dicker als längere (Taf. XXII, Fig. 39). Diese Nadeln sind in Stücken mit einem Durchmesser von: a.5 mm (Taf. XXII, Fig. Ö9) 260— ülO \i. lang und S— 1.5 \j. dick 5 „ (Taf. XXII, Fig. 40) bis 680 „ ^ ., Li— 15 . „ 9 „ (Taf. XXII. Fig. 41) bis 720 „ .. .. l-2-2() .. .. 19 ., bis 1.1 mm - - l.M— 21 . . 25 „ (Taf. XXII, Fig. 42) 440 u.— 1.1 „ „ , 14 — 23 - ,. Die großen Amphioxe der radialen Nadelbündel (Taf. XXII, Fig. 35 — 38) sind bei den kleinen Stücken wenig oder ^ar nicht, bei den orößeren oft sehr .stark anisoactin. Der Grad ihrer Anisoactinität steht annähei-nd im Verhältnis zu ihrer Länge. Bei den großen, anisoactinen ist das distale Ende der Nadel (Fig. 35) dicker, kegelförmig und mehr zugespitzt; das proximale (Fig. 30) dünner, zylindrisch und mehr abgerundet. Die dickste Stelle der N^adel liegt distal von der Längonmitte. (lenaueres über den Unterschied der beiden Actine dieser Amphioxe ist aus folgenden Beispielen zu ersehen : Durcli- Länge des Am|]liii)x mm Maximai- dicke des Aiiiphiox '1. Dicke \3. messer des Sfibwam- lOO.a vom Distal- endo 500 ;;. vom Distal- ende - 100 (A VDin Pioximal- eiide 500 jj. vom Proximal- ende 1 mm 2 mm 3 mm 4 mm 5 mm 6 mm 7 mm mes mm vom Distalende 19 25 2.") 4 7..") 7.2 10 IUI 5 4 ,1 IcS k; IS 4 1.5 2..") 11 10 11 3"* 32 30 27 52 51 21 ! 61 58 56 1 42 57 i 39 22 22 2 4 Diirchscliii. — — 4.7 17.3 2.7 10.7 — — — — — — Die gi-oßen Amphioxe sind bei Stücken mit einem Durchmesser von: 3.5 mm 800 \). —1.36 mm lang und an der dicksten Stelle 11 — 21 ;j. dick 5 , 840 „ —2.7 . _ . . , „ r, 12-27 -n r, 9 ,, 2.5 mm— 3 „ ..,,,„ „ „ 30—38 „ „ 19 „ 3 .. -4.5 , , , „ „ „ , 36-60 „ „ 25 „ 5.7 „ -8.4 „ , , „ „ „ , 40-80 „ „ Die sehr seltenen Amphistrongyle — ich habe niu- zwei, eines bei einem 3.5 und eines bei einem 9 mm großen Stücke gesehen — gehören in die Kategorie der kleinen Amphioxe: sie sind gegen die abgerundeten Enden etwas verdünnt, 410,« lang und 15 — 17,« dick. Ebenso selten sind die Style. Auch von diesen habe ich nur zwei, beide bei einem 9 mm großen Stücke gefunden. Das eine war 410,« lang und 17,« dick, das andere 1.2 mm lang und 40 /.i dick. Die großen Protriaene der radialen Nadelbündel (Taf. XXII, Fig. 8—17, 20, 21: Taf. XXIII, Fig. 7, 8) haben einen meist beträchtlich gekrümraten Schaft. Die dickste Stelle kürzerer Protriaen- 31() Deiitscbc Siiclinilar-K.\|iefliti()ii. scliäftc liegt 1 — ;! iniii unter dein Cladoni. Von liier nimmt die Scliaftdicke iiacli lieiden Seiten liin :ili. Die Dii'kenabiiahine gegen das Chidoiii ist eine alliii;ilili(lii'. jene gegen das acladomale Ende erst allmählicli, dann plötzlich und zum Schluß wieder allmiUilicli: der Schaft läuft in einen mehr oder weniger deutlicli abgesetzten, feinen Endfaden aus. Lange Protriaenschäfte haben öfters zwei deutlich ausgesprochene Verdickungen, zwischen denen der Schaft beträchtlich dünner ist. Ein 22 nun langer Protriaenschaft des 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes, bei dem diese Doppelverdickung deutlich ausgesprochen war. hatte am cladomalen Ende eine Dicke von 'M> ;j. 1 -J mm iiiiterliallj eine Dicke von ."14 \i. 1 mm iinterhall) ■2 . .. - r 3 . , „ , . 49 . ir, „ .. . . . 2S . 4 . . . , «* - T. „ „ 6 „ . . , , 4-2 . 18 . , ..... i;i s 40 . l:; 47 . 14 49 . i."i 4(; . k; 44, 17 4-2 . 18 41 , 19 48 „ ■JO 51, •21 44 „ i-iO 41 . " n n n « jt '''■ n '•'' n n -n ji ..3 I" - - .. . _ 44 „ 2-2 . .. ... 1 1 1 - .. ..... Dieser, am cladomalen Ende oG // dicke Schaft ist also ;i und 1» mm unterhalb desselben (auf 49 bzw. 51 ,//) venhckt, während dazwischen, 7 mm unterhalb des Ciadoms, seine Dicke auf 41 II herabsinkt. In einer J'>ntfernung von 18 — 20 mm vom Ciadom verdünnt er sich sehr rasch von 19 auf ') ii. Sein acladoinaler Endteil erscheint als ein feiner, allinäldicli sich verdünnender Faden. Der Schaft der großen Protriaene ist bei Stücken mit einem Diu'chmesser von: .■S.ö mm 1.2 — 2.7 mm lauLT, und am cladomalen Eüde 5 — 13;/. dick :> „ 1.3— .'>.4 „ „ „ „ „ . T)— i:. „ „ 9 „ 4.5- 9.8 „ „ , „ „ .. i;; 17. , 19 , 7.7-18 , , . . „ „ 19-22. . 25 , 13.5-22 .... „ „ 20-:i7. . Das Cladoni ist in der Regel sagittal. Ein Clad pHegt länger als die beiden anderen, unter- einamier gleichen (Taf. X.\II, Fig. 8— lU, 12, 15. 16, 20), oder, seltener, ungleichen (Taf. XXII, Flg. 11, 13, 14, 21) zu sein. Der Längenunterschied zwischen dem langen Sagittalclad und den kürzeren Lateralcladen ist sehr verschieden. Zuweilen ist er gering (Taf. XXIL Fig. 12. 21) oder mäßig (Taf. XXII, Fig. i>. 13), öfters beträchtlich (Taf. XXIL Fig. 8, 10. 11. 15. K;. 20). Die Clade sind gewöhnlich schwadi uml stetig gegen die Schaftvei'längerung konkav gekrümmt (laf. X.Xil, Fig. 8 — 10, 12. 2(». 21). zuweilen ist alier die Krümmung etwas unregelmäßig, namentlich der (irundteil stärker als die übrigen Teile gebogen (Taf. XXII, Fig. 11. 13, 15). Selten kommen ganz mn-egelmäßige und stärkere, in anderen als in durch die Schaftachse gehen- den Ebenen .sich entfaltende Krümnmngen vor (Taf. XXil. Fi-i'. 17). In der Regel sind die Clade gegen das Ende hin allmählich verdünnt und stumpfspitzig, selten zum Teil am Ende gabelspaltig (lat. .WII. Fig. 14. 17). oder zum Teil vei-kiii'zt. fast zylindrisch und am Ende einfach abgerundet (Taf. X.XII. Fig. 14). Die Längenmaße der Clade und die Malle i\vv Winkel, die sie mit der Schaftverlängerung einschließen, siml in lU-v l'ol-enden Tabelle /.usammenirestellt: o^ V. Li;.ni)i;nfeld, Tetraxoiiia. 317 Durchmesser L .änge des länitoien Ijängen der kür- Clad-Schaftver läii- Abbildung des Scliwammes Sagittalclads zeren Sagittalcladi 3 gerunirs-AVinl kel Taf. XXH, 3.5 mm 40—125 a 30— 50 a 12—26° Fig. 20, 21 5 90-240 „ 35 — 105 „ 13—19» •S 9 « 150—270 . 60-150 ^ 15—180 _ 0, 10 19 150—520 . 80—160 . 12—20» — ■J.'i 100—300 , 90-235 , 11 — 18» . 11—17 Cladaclisentadeu divergieren ani'änglicli sehr stark lind hiegen sich dann erst nach aufwärts, um den Achsen der aufstrebenden Clade zu folgen. Die kleinen Protriaene der Porengrubenwände (Taf. XXIII, Fig. 1. 2, ob) sind bei den großen Stücken nicht wesentlich größer als bei den kleinen. Der Schaft ist 650 ,« bis 1.1 nun lang, in der Regel, namentlich in seinem acladomalen Endteile, beträchtlich gekrümmt, und am cladomalen Ende 3 — 5 fi dick. Wo die Clade aus dem Schafte entspringen, ist dieser kegelförmig verdickt. Die Clade sind völlig gerade, kegelförmig und zugespitzt. Das Ciadom ist meist stark saiiittal differenziert. Das längere Sagittalclad ist 30 — 70. die kürzeren Lateral- clade sind 15 — 45 /< lang. Die Clade sehließen mit der Schaftverlängerung Winkel von 9 bis 21" ein. Von Anatriaenen kommen, wie oben erwähnt, bei dem größten Stücke zwei Formen, breit- und schmalcladomige, bei den kleineren Stücken nur breitcladomige vor. Die Anatriaene mit breitem Ciadom (Taf. XXII, Fig. 1-7, 34: Taf. XXIII, Fig. 9—14) haben einen in einen feinen Endltiden auslaufenden Schaft. Am Ciadom ist derselbe plötzlich, einigermaßen trompetenförmig, verdickt. Von hier aus verdünnt er sich rasch, so daß er eine kurze Strecke unterhalb des Ciadoms nur etwa halb so dick oder noch dünner ist. Dann verdickt er sich wieder, um weiterhin erst allmählich an Dicke abzunehmen und sich schließlich ziemlich plötzlich zu dem feinen Endfaden zu verdümien. Bei sehr langen Anatriaenschäften wird, wie bei den Protriaenschäften, öfters noch eine zweite (geringere) Verdickung unterhalb der ersten angetroffen. Ein solcher, .")(> nun laiiücr Anatriaenschaft cles 25 mm im Durchmesser haltenden p Stückes hatte: 6 mm iinterball> desselben eine Dicke von 28 ,a - - - 20 . - _ - 28 . - , - -'-.. .. . .23. „ 20 , ■n r - - - - 51 .. 15 „ - 13, - - - l'-^" - , , u». 4 2 •1 n n r ^ » , 1- r m n ^ » .... ... ., .. -- .. .- .. - „ 1 , 15 .. .. . ,. - „ 27.. Bei diesem sind also «Irei. durch dünnere Teile getrennte Schaftverdickungen, eine am cladomalen Ende, eine 3 mm unterhall) dei'sel])en. und eine 17 mm unterhalb derselben gelegene, zu unterscheiden. am eis idoin eine Dicke von CO a 16 1 mm unter halb desselben n •^ •^ 34 . 17 2 . ?i . r, y. 33 . 18 3 , . w « • rj 39 „ 19 4 „ yi . n « 38 „ 20 5 . r\ - - 35 „ 21 G „ n n n - w 34« 22 7 .. ,. „ . «, ^ 33 . 23 8 „ .. _ „ ^ 33 . 24 . . .. .. •^ r 32, 25 10 „ - _ Ti T n 30, 26 11 .. ,, n yi „ ^ 29 , 27 12 „ T . . •n Ti 28 „ 28 13 „ _ ., .. Vi n 27, 29 11 . „ „ _ 25 „ 30 318 Deutsche Siidpolar-Expedition. Jk'i doli kleinen Stiickeii sind die Aniitriaenschäfte kurz, hei den großen zum Teil sehr lang. Ihre Dickenzunahine mit di r Größe des Schwannnes ist viel geringer als ihre Längenzunahme. In der folgenden Tabelle sind die Anatriaenschat'tdimensionen zusammengestellt: Dicke des Schaftes am cladomalen Knde 10— 17iJ. 10—30 , 23—35 „ 34—46 „ 45—01 „ Die Clade junger, noch nicht ausgebildeter, breitcladomiger Anatriaene (Taf. XXII, Fig. 4. 34) sind nur wenig gekrümmt und divergieren so stark, daß ihre Sehnen Winkel von 70 — 75° mit der Schaftachse einschließen. Die Clade der ausgebildeten Anatriaene dieser Art (Taf. XXII. Fig. 1 — 3. 5 — 7) sind ziemlich gleichmäßig und meist beträchtlich bogenförmig gekrümmt. Auf dem Scheitel des Ciadoms ist stets eine buckelartige Vorragung zu bemerken. Die Clade sind am Grunde nicht viel dünner als der Schaft an seinem cladomalen Ende, und verdünnen sich ziemlich stetig gegen die etwas stumpfe Spitze, so daß die Clade als starke, gebogene Kegel erscheinen. Die Dimensionen der Ciadome der ausgebildeten Anatriaene mit l)reitem Ciadom sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt: urdimesser des Schvvamines Schaftlänge 3.5 mm 0.8 mm 5 n 1.5 ,. 9 ?l 3.7- 5.5 , 10 •n 7.7—14 ,. 25 T 7.7—30 ., Dnrclimesser AV inkol zwischen den Abbil^ XI II. Fig. 16) 18— 25 „ V. Lenden FELD, Tetraxonia. 319 In den Zentrifugnadelpräparaten des großen 25 mm -Stückes habe ich ein paar noch größere, bis 28 ^i lange Sigme gesehen, von denen ich aber nicht sicher weiß, ob sie dem Schwamm angehören. ÜberbHcken wir die im obigen gegebenen Masse der Nadeln verschieden großer Stücke, so erkennen wir, daß zwar wohl die maximalen Dimensionen der Nadeln mit dem Wachstum des Schwammes zunehmen, daß al)er diese Größenzunahme bei den verschiedenen Dimensionen eine sehr verschiedene ist. Uu) dies zu veranschaulichen, habe ich in der beioefüoten Fiour die 35 5 3 -19 25 M a X i m a 1 d i m e n s i 11 e n. olp Länge der Sigme Vergr. 4000 o2p Ivänge der Anatriaenclade o3p Länge der Längen Clade der großen Protiiaene o4p Dicke der Anatriaenschäfte oöp Diclve der Schäfte der großen Protriaene . . o6p Dicke der großen Amphioxe o7p Länge der Schäfte der großen Protriaene . . O'Vp Länge der großen Amphioxe (j9p Durchmesser des Schwammes olOp Länge der Anatriaenschäfte 385 25U 1G40 2G.'JÜ 1250 4.76 11.9 4 3.3 maximalen Nadeldimensionen, bezogen auf das Schwammwachstum, graphisch dargestellt. Dies geschah in folgender Weise. Auf der horizontalen (die Zeit darstellenden) Achse ox wurden (in vierfacher Vergrößerung) die Durchmesser der Schwämme, deren Nadeln 7,u diesen Messungen verwendet wurden (3.5. 5, 9, 19 und 25 mm), aufgetragen. In diesen Punkten wurden der vertikalen (den Raum darstellenden) Achse oy parallele Vertikale errichtet. Die auf das größte (25 mm-) Stück und seine Nadeln bezüglichen, in der Figur dargestellten Dimensionen wurden Dcillsilll' SrHl|.ul!ir-Ex|lf(lili.lll. IX. ZlKlI.l^'il'. 1. 44 320 Deutsche Siidpolar-Expeditinn. — jede anders — so vieliiial vei'grüßert, daß jede 100 min aiisniachte. Die hierzu erforderliclieii Versrüßerun verbunilen. Die so erhaltenen liinien (Kurven) stellen das Wachstum der einzelnen Nadeldimensionen, mit deiu Maßstabe des Wachstums des ganzen Schwammes gemessen, dar. Das den Maßstab bildende Schwamm- wachstum selbst ist durch die gerade, vom Nullpunkt zum Endpunkt unter ib" ansteigende Linie o9p dargestellt. Vergleicht man nun die das Wachstum der verschiedenen Xadeldimensioncn darstellenden Kurven mit dieser geraden Schwanunwachstumslinie und miteinander, so zeigt sich folgendes: Am Anfang, in den ersten Stadien des Wachstums, bis der Schwainui einen Durchmesser von 3.5 nun erreicht hat, nehmen alle Nadeldimensionen, mit Ausnahnic der Anatriaenschaftlänge rascher an OJrölie zu. als der Schwamm selbst. Später, während der Schwamm von 3.5 zu 5 nnn Dinrhmesser heranwächst, wachsen die Anatriaenschaftdicken und die Längen tler großen Amphioxe noch rascher als vorher: die Längen der Sigme. der Anatriaenclade und der Clade mid Schäfte der großen ProtriatMie zwar weniger rasch als \orher. aber innner noch rascher als der Schwamm: die Dicken der Schäfte der großen Protriaene und cler großen Amjihioxe langsamer als vorher und beiläufig ebenso rasch als der Schwamm: die Längen der Anatriaen- schäfte zwar rascher als vorher, aber immer noch langsamer als der Schwamm. W'idirend der Schwannn \ou 5 zu 9 mm Durchmesser heranwächst, ist die Schnelligkeit des Wachstums aller dieser Dimensionen, mit Ausnahme der nun i-asclier wachsenden Anatriaenschaftlängen. eine ebenso große (Schaftdicke der großen Protriaene) oder geringere (ilie ülu'igen) als vorher: lunl nur jene der Dicke der Schäfte der großen Protriaene und Amidiioxe el>enso grol.i. aller anderen Dimensionen aber geringer als die Schnelligkeit, womit der Schwamm selbst an Größe zuninnnt. l^esondei's auffallend tritt diese \ erlaniisamuno; der Größenzunahme der Nadeldimensionen in dieser Wachstumsperlode des Schwammes bei der Sigmenlänge, die in dieser Zeit gar nicht, und bei der Amphioxlänge, die in dieser Zeit nur wenig zuninunt, hervor. Während der Schwannn von einem Durchmesser von 9 zu einem solchen von 19 nun beranwäclist. hält die (iröl.ien- zunahme der Schäfte der großen Pi'otriaene mit der (irrößenzunahme des Schwammes gleichen Schritt, während alle anderen Nadeldimensionen in dieser Zeit langsamer wachsen, als der Schwannn selltst. Die Anatriaencladlängen nehmen in dieser Zeit gar nicht, die Dicken der Schäfte der großen Protriaene nur sehr wenig an Größe zu. In der letzten der untersuchten Wachs- tumsperioden endlich, während welcher der Schwamm von 19 auf 25 mm Duirhmesser heran- wächst, nehmen die Längen der Sigme, der Anatriaenclade und der Schäfte und langen Clade der großen Protriaene langsamei-. die üln-igcn dargestellten Nadeldimensionen rascher an (»röße 7.U als der Schwamm selbst. Man erkennt, dall im allgemeinen die Siüine und Teloclad-Clade allen anderen Nadeln (Nadelteilen) im Wachstum \ orauseilen. was wohl mm lang und 5 mm breit. In der Fig. (Taf. XXIV) ist das größte von den Stücken mit kugeligem, in der Fig. 7 (Taf. XXIV) das Stück mit eiförmigem Körper abgebildet. Dem Köri)er eines jeden ist ein einfach röhrenförmiger, gerader oder etwas gebotener. geKen das Ende zu ein wenio- verdünnter, /.vlindrokonischer Oscularschornstein von 1 — 2 mm Grunddicke und 4.5 — (i mm Länge aufgesetzt. Über die Überfläche des Körpers ragen radiale Nadeln etwas vor. so daß sie i-auh erscheint; der Oscularschornstein ist glatt. Die Farbe des Körpers ist, in Weingeist, lichtbraun. Der Oscularschornstein ist weißlich. Die kugeligen Stücke sind heller als das eiförmige. Das Skelett des Körpers besteht aus Amphioxen, Triaenm und Micmscleren. Die Amphioxe und die Schäfte der Triaene bilden radiale, vom Schwannuzentrum ausstrahlende, distal divergierende Bündel. Die Amphioxe sind etwas anisoactin und recht zahlreich. Ihre Distalenden pflegen dicht imter der Oberfläche zu liegen. Die Triaene sind Orthotriaene, in die Kategorie dieser Orthotriaene gehörige, irreguläre Triaene, nnd Anatriaene. Die ( )rtli<)triaene und dii^ irregulären Triaene sin«! zahli-eich. Ihre Ciadome liegen zumeist dicht unter der 01)erfläche. Die Anatriaene sind selten. Sie ragen frei vor. und ihre Ciadome liegen mehr oder wenigei- weit über der Oberfläche. Die Ciadome der Anatriaene sind normal oder reduziert. Die Micro- .sclere sind kleine, zum Teil etwas unregelmäßige, ataxasterartige Acanthtylaster, und mittlere und große Oxyaster. Die kleinen Acanthtylaster bilden, in großer Zahl nebeneinander liegend, eine einfache aber dichte Lage an der Ol>erfläche und kuninK'u aueli zerstreut im Choanosom vor (Tid'. .\\I\', Fig. 12c). Die mittleren und grollen Oxyaster liegen in großer Zahl zerstreut im Choanosom (Taf. XXIV. Fig. 12a, b). ') A. Dendy. Kejiort on a second collectioii of Sponge-s from tlic (uilf of Manaar. In: Ann. .Mag. .Nat. llist. Ser. 6, Bd. 3, i)ag. 7.'); nnd On the Sponges. In: Rep. Ceylon Pearl Oystcr Fislieries Suppl. Rc]). IS, pag. 8!l. V. LicNiucNFELii, Tetraxüiüa. 323 Das Skelett des Oscuhirschoriisteins besteht aus Ainphioxen, Oi'tliodiaenen und Microscleren. Die Amphioxe sind selten, sie gleichen jenen des Körpers. Diese Amphioxe und die Schäfte der sehr zahlreichen Orthodiaene liegen, longitudinal orientiert, in der Oscularschorn- steinwand und bilden lose, entweder gerade, oder etwas schraubenförmig, drallähnlich gewundene, die Wand des Oscularschornsteins von ihrem Grunde bis zu ihrem freien Ende diu-chziehende Biindel (Taf. XXIV, Fig. 9). Distalwärts nimmt die Zahl der diese Bündel zusammensetzenden Nadeln (Nadelteile) und tlamit auch die Breite der Bimdel ab. Die in der Oscularschornstein- wand ausgebreiteten und dieser entsprechend gekrümmten Ciadome der Orthodiaene liegen im Grundteil des Oscularschornsteins (Taf. XXIV, Fig. 9a) sehr dicht beisammen; gegen das Ende desselben nimmt ihre Entfernung voneinander zu (Ii). Eine Andeutung einer Anordnung der Orthodiaenclade in Querringen ist, namentlich im distalen Teil des Oscularschornsteins, zu bemerken. Die aus den Amphioxen und Orthodiaenschäften bestehenden Längsbündel liegen einander so nahe, und es sind die Clade der Orthodiaene so lang, daß die zu einem Bündel gehörigen Clade über die Nachbarbündel hinausreichen, was dem Oscularschornsteinskelett eine beträchtliche Festigkeit verleiht. Die am tiefsten liegenden ausgebildeten Orthodiaene des Oscular- schornsteinskelettes l)reiten ihre Ciadome in der Nähe des Ursprunges des Schornsteins vom K(»rper aus und richten ihre Schäfte gegen das Zentrum des letzteren, so daß das ganze Oscular- schornsteinskelett dem Körper eingepflanzt erscheint. Im Oscularschornstein selbst werden nur ausgebildete Orthodiaene angetroffen; junge fand ich nur unterhalb des Ursprunges des Rohres im Körper, weshali» ich annehme, daß sie hier angelegt und ausgebildet, und dann in die Wand des Oscularschornsteins hineingeschoben werden. Der Wand des Oscularschornsteins sind außen dieselben Acanthtylaster eingebettet, die an der Oliertläche des K()rpers vorkommen und sie bilden auch hier, in gnd.it'r Zahl nebeneinander liegend, eine einlache aber dichte Lage (Taf. XXIV, Fig. lob). Die Amphioxe (Taf. XXIV, Fig. 11) sind meist etwas unregelmäßig, die beiden Actine verschieden stark, "-ekrünnnt, und mehr oder weniger anisoactin. Gewöhnlich sind beide Ehuden zugespitzt, zuweilen ist aber auch ein Ende mehr oder weniger abgerundet. Sie sind 1 — 2, meist L8 — L9 nun lang und erreichen eine Dicke von 17 — 36, meist 30 — 36 ,m. Die Orthotriaene und die irregulären Triane des Körpers (Taf. XXIV, Fig. 3. 5) haben einen geraden oder nur sehr wenig gekrümmten, kegelförmigen Schaft von 750 // bis l.f) nun Länge, der am cladomalen Ende 32 — 42 ,a dick ist. Die Clade der regulären Ortho- triaene (Fig. 3) sind S-förmig gekrümmt, im Grundteile gegen den Schaft konkav, im Endteil gegen den Schaft konvex. Die Krümmung pflegt distal am stärksten zu sein. Die Clade sind 250 bis 4:00 fi lang; ihre Sehnen schließen mit dem Schafte Winkel von 87—117° ein; die Ciadombreite beträgt meist 410 — 700//. Die irregulären Triaene (Fig. 5) sind von diesen regulären Ortho- triaenen abzuleiten. Ihr Schaft und ihre Clade haben dieselbe Gestalt und Größe, wie die der letzteren. Während aber die Sehnen der drei Clade jedes regulären Orthotriaens beiläuhg gleich große Winkel mit dem Schafte einschließen, sind bei diesen irregulären Triaenen die Schaft -Cladsehnen -Winkel eines und desselben Ciadoms insofern verschieden, als einer bedeutend größer als die beiden anderen ist: bei diesen Triaenen haben zwei Clade eine orthoclade, eines eine plagio- oder gar proclade Lage. Die Orthodiaene des Oscularschornsteins (Taf. XXIV, Fig. 8, 9, 10a) haben einen 1.9 bis 2.2 mm langen, meist beträchtlich und ziemlich gleichmäßig gekrümmten, am cladomalen Ende ;524 Uciilsiliij Siidinilar-Kxpcdilioii. 24 — 34 fi dicken .Schalt. Bei den jüngsten (kleinsten), noch im Kui-per sitzenden ( )rth()diaenen. sind die nur 40 ju langen Clade gerade und plagiociadartig empijrgerichtet. Bei den ausgebildeten Orthodiaenen hat der Grundteil der Clade diesellie nach uut'wärts gerichtete Lage, sie sind aher weiterhin nach aliwärts. gegen den Sclial't. luid. da sit' in der zylindrokonischen ( )scularschorn- steinwand liegen und tjuer zu ihrer Achse gerichtet sind, zugleich gegen diese Achse konkav gekrümmt. Die Stäi-ki' der ersten Krümmung variiert zwar beträchtlich, ist aber immer so bedeutend, daß die Endteile der Clade ziniickgebogen erscheinen. Die Clade der ausgebildeten Orthodiaene sind 400— 4r)0 ft lang. Ihre Sehnen schhei3en Winkel von 73 — 93, meist 80 — 8.V' mit der Schaftachse ein. Die Ciadombreite beträgt, der Krümmung gegen die Oscularschornstein- achse wegen, etwas weniger als die Summe der Längen der beiden Clade. Die seltenen Anatriaene (Taf. XXIV, Fig. 4) haben einen am cladomalen Ende lö — 2(1 » dicken Schaft. Seine Länge ist bedeutend, konnte aber, weil keine ganzen Nadeln dieser Art zur Beobachtung gelangten, nicht ermittelt werden. Einige von diesen Anatriaenen (Fig. 4) haben HO — 90 ,u lange. Winkel von etwa 47° mit dem Schaft einschließende Clade und ein 95 — 105 ,u breites Ciadom. Bei anderen sind die Clade stark verkürzt, bloß 25 ti lang, sehr dick, und zuweilen gabelspaltig. Die Ciadome dieser Anatriaene sind nur 45 // breit. Die Oxyaster (Taf. XXlV, Fig. 2, 12a. b. 13b) haben vier bis elf gerade, zugespitzte, kegel- förmige, am Grunde 2 — 3.7 // dicke Strahlen. Die Länge der Strahlen und der Durchmesser des Asters stehen im umgekehrten Verhältnis zur Strahlenzahl. Die Viei- iiis Fünfstralder haben 40 — 45 fi lange Strahlen und einen Durchmesser von 80 — 87 ((. Die Achtstrahler haben 24 bis 30 f( lange Strahlen und einen Durchmesser von 43 — 50 /i. Die Zehn- bis Elfstrahler haben 19 — 22 fi lange Strahlen und einen Durchmesser von 34 — 38 //. Die Strahlen ptlegen in ihrer distalen Hälfte einige wenige schlanke, senkrecht oder schief abstehende Dornen (Fig. 13a) zu tragen, welche oft eine reclit bedeutende Länge erreichen. Hierauf bezieht sich der Artname longispinum. Übergangsformen zwischen diesen Oxvastern und den Acantlitvlastern kounnen nicht vor. Die Acanthtylaster ('Paf. XXIV, Fig. 1. I(»b. 12c. I3c) hal)en vier l)is elf kurze, plumpe, stumpfe, im (iriuidteil mehr weniger bauchig angeschwollene und hier 2 — 3 ii dicke Strahlen. l)eziehungsweise Strahlenäste. Der Durchmesser des ganzen Asters steht einigermaßen im um- gekehrten Verhältnis zur Zahl der Strahlen (Strahlenäste). Die Vier- bis Fünfstrahler halten 17 bis 18, die Sechs- bis Elfstrahler 10 — 15 /i im Durchmesser. Die Strahlen (Strahlenäste) haben glatte Seiten und tragen an der 'PerminalHäche ihres stumpfen lindes Büschel von starken Dornen. Die mittleren Dornen liegen dei- Strahlenachse parallel, die randständigen divergieren gewüludich etwas. Zuweilen ist ihre Divergenz so bedeutend, daß sie Winkel von 45° mit der Strahl-(Strahlenast-) Verlängerung einschließen. Obzwar die allermeisten von diesen Nadeln Arn Eindruck von echten Euastern machen, sind sie nicht durchwegs solche, ihre Strahlen sind ii/imliili dinchaus nicht immer einfach um! konzentrisch. Sehr viele von ihnen halten nelien einer Anzahl einfacher, einen oder melu'ere gabelspaltigv Strahlen, deren ungespaltener (irm)dteil kurz \st und deren Gabeläste den anderen, einfachen Strahlen gleichen. Das Zentrum ist eine ziemlich große, meistens kugelige Kiesehuasse. Zuweilen, aber nur sehr selten, habe ich Acanthtylaster mit etwas langgestrecktem Zentrum gesehen. Diese zuweilen vorkommende Streckung des Zentrums sowie der gedrungene Bau und die häufige Galndung der Strahlen verleihen den Nadeln einen eigentümlich unregel- mäßigen, ataxasterartigen Charakter. V. LF,Nr)ENi F.LD, Tetraxonia. 325 Die fünf Stücke dieses Schwammes wurden aus einer Tiefe von 385 m bei der Winterstation (12. September 1902 bis 3. Dezember 1902) hervorgeholt. Die Microsclere des voi-liegenden Schwammes weichen von jenen des Tribrachion schmidtii, mit dem er hinsichtlich der Megasclere teilweise und hinsichtlich des einfach röhrenförmigen Oscularschornsteins vollkommen übereinstimmt, so erheblich ab, daß ich anfangs geneigt war ein eigenes Genus für ihn aufzustellen. Tribrachion schmidtii hat nach Wkltner^) und Wilson') gar keine, nach Sollas') nur sehr wenige und kleine (Jxyaster, während das Choanosom von T. longispinum von großen imd mittleren Dxyastern dicht ei'füUt ist. Die Microsclere von Tribrachion schmidtii werden von Weltner*) Spiral- oder Walzensterne genannt. Nach seinen Abbildungen') zu urteilen sind es Nadeln, die aus einem Schaft bestehen, von dem einfache und gabelspaltige Strahlen aljgehen. Der Schaft ist zuweilen*) so stark verkürzt, daß die Strahlen konzentrisch erscheinen. Die einfachen Strahlen sowie die Äste der gegabelten sind an den Enden mit knoIHg-lappigen Verdickungen ausgestattet. Nachdem die terminalen Dornbüschel der Acanthtylaster im allgemeinen, und, wie die Abbildungen Fig. 1. 10 b. 12c, 13c auf Taf. XXIV zeigen, speziell auch jene der Acanthtylaster von Tribrachion hngispiniim bei nicht hinreichend starker Vergrößerung, wie die von Weltner gezeichneten, knollenförmigen Terminalverdickungen der Microsclere von Tribrachion schmidtii aussehen, wäre ich geneigt zu vernuiten, daß auch diese in Wirklichkeit niciit Knollen, sondern Büschel von Dornen sind. Nach Soll.^s') sind, von dem einzigen von ihm beobachteten Oxyaster abgesehen, die Microsclere des Tribrachion schmidtii den von Weltnek beschriebenen Spiral- und Walzensternen ähnliche, aber schlankere, Sanidaster. Sollas erwähnt euasterähnliche Formen dieser Nadeln mit ganz reduziertem Schaft im Text zwar nicht, lüldct aber eine solche ab.') Wilson') hat in den von ihm untersuchten Stücken neben den langscliäftigen Sanidastern „a few* euasterähnliche „chiaster type'' Formen gesehen, die er. wie ich nicht zweifle, mit l^echt als „excessively shortened sanidasters" ansieht. Diesen strahlentragenden Microrhabden (Spiral- und Walzensternen Weltner, Sanitlastern, SoLLA.s und Wilson) entsprechen offenbar die oben beschriebenen Acanthtylaster von Tribrachion hmyispininn. Die letzteren unterscheiden sich von den ersteren zwar in recht auffallender Weise, es scheinen mir aber einerseits die, wenngleich überaus seltenen, Tribrachion longispinum-kcsini\iiy\- aster mit gestrecktem Zentrum und anderseits die bei T. schmidtii vorkommenden, stark verkürzten, strahlenti'agenden Microrhabde (Sanidaster) daraufhinzuweisen, daß ein grundsätzlicher Unterschied zwischen diesen Microsclerenformen nicht besteht, und dies um so weniger, da diese Microsclere von Tribrachion schmidtii und T. luinjispinum hinsichtlich der Neigung ihrer Strahlen zur Gabelung und — wenn, wie ich vermute, die Endverdickungen der Strahlen der Tribrachion schmidtii- Mici-orhabde Büschel von Dornen sind — des Besatzes ihrer Enden mit Dornbüscheln, miteinander ') W. Weltner. Beitrüge zur Kenntnis der Spongien, 188i, pag. 50 — 55, 58. •-) II. V. Wilson. Tlie Sponges collected in Porto Rico in 1899. In: U. S. Fish Commission Bull. Rd. ■-', pag. 385 bis 38G. ^) W. J. Sollas. Report on the Tetractinellida. In: Rep. Voy. ('hallenger. Bd. •25, pag. 15-1. ■*) W. Weltneu. 1. c. pag. 53. 4 W. Weltnek. 1. c. Tai'. 3, Fig. 30—41. ") W. Whllnei!. 1. c. Taf. 3, Fig. 38. ') W. J. Sollas. I. c. pag. 154, Taf. 17, Fig. 8. ») W. .1. Sollas. 1. e. Taf. 17, Fig. 8 c. ■■') II. V. Wilson. I. c. pag. 385. 326 Deutsche Siidpolar-Expedition. übereinstimmen. In Anbetracht dieser Umstände halte ich den Unterschied zwischen den strahlen- tragenden Microrhabden von Tribrachion schmidtii und den Acanthtvlastern von Tribrachion longispimnn zu einer generischen Trennung dieser beiden Spongien nicht für ausreichend: es scheinen mir die bei diesen Spongien vorliegenden Verhältnisse vielmehr darauf hinzuweisen, daß man dem Unterschied zwischen solchen Nadelformcn einen geringeren systematischen (])hyletischen) Wert beimessen sollte, als man ihm bisher beizumessen gewohnt war. Aus diesen Gründen und weil auch der Unterschied, daß Tribrachion longispiiium viele imd große. Tribrachion schmidtii aber nur wenige und kleine (oder gar keine) Oxyaster besitzt, wohl kaum zu einer generischen Trennung ausreicht, stelle ich den vorliegenden Schwauau ins Genus Tribrachion. Von der einzigen bisher bekannten Art desselben, T. schmidtii. unterscheidet er sidi in sehr auffallender Weise durch seine Microsclere imd andere Merkmale. Plakina triloplia F. E. Seh., antarctica n. subsp. Taf. XXIV, Fig. U— 33; Taf. XXV, Fig. 1—29. 1902. Placina trilopha Topsent. Res. Voy. Beltrica, v. Spongiaires. pag. 30, t. 3, f. 1. Diese Subspezies ist durch 172 Stücke vertreten. Dieselben (Taf. XXIV. Fig. 18— .S:?) sind im allgemeinen polsterförmige, wagerecht ausgebreitete, dicke Platten mit abgerundeten Rändern. Die Oberseite (Fig. 18—29. 31. 32) ist vorgewölbt, die Unterseite (Fig. 30) flacher, oft auch eingesenkt und zuweilen stark konkav. Der Umriß der kleinen und mittelgroßen Stücke (Fig. 18 bis 28) ist meistens eiförmig, jener der großen weniger regelmäßig, zuweilen (Fig. 31) deutlich lappig. Der wagerechte Maximaldurchmesser beträgt 0.5 — 5.5 mm. Die kleinen Stücke sind fast ebenso dick (hoch) als lang. Je größer sie werden, um so mehr tritt die Dicke hinter der Flächenausdehnung zurück, um so deutlicher plattenförmig werden sie. Keines der Stücke ist über 3.5 min dick. Gewöhnlich ist die Oberfläche mit einigen, meist 0.4 — 0.5 mm, selten bis 1 nmt und darüber laugen, papillen- (Fig. 28) oder zipfelförmigen (Fig. 26) Fortsätzen besetzt. Solche werden sowohl am Ivande der Schwammplatte als auch au der Unter- und der Oberseite angetroflFen. Eine Öffnung an ihrem Ende habe ich nicht gesehen. Die Fältelung des Endteiles der papillenförmigen Fortsätze deutet aber darauf hin, daß diesell)eu im lebt'uden Schwämme eine solche besessen haben, weshalb ich annehme, daß diese papillenförmigen Fortsätze Oscular- schornsteine sind. Die zii>ie]förmigen Fortsätze dagegen scheinen zur Befestiirun'i des Schwammes an seiner Unterlage zu dienen inid nicht Oscularschornsteine zu sein. Die Unterseite ist uneben aber glatt und sehr arm an Poren oder ganz porenlos (Fig. 30). An der Oberseite finden sich zahlreiche, sehr verschieden große Poren, deren hurchmesser 20 — 200 ii beträgt. Einige Stücke (Fig. 18—20, 25—28) haben nur kleine Poren; bei anderen (Fig. 21, 29, 31. 32) sind alle oder doch die meisten Poren groß. Diese Verschiedenheit der Porenweite dürfte, zum Teil wenigstens, auf Verschiedenheiten des Grades der Zusanmieuzieliung der verschiedenen Stücke zurückzuführen sein. Sie übt auf das Aussehen der einzelnen Individuen einen beträchtHchen ICinflid-i aus; die großporigen (Fig. 2 1 , 211. ."! 1. 32) haben einen ganz, amleren Ibibitus als die kleinporigen (Fig. 18 — 20, 25 — 2S). Die Poren sind um-egelmäßig rimdlich, seltener langgestreckt. Die langgestreckten werden hauptsächlieb am b'aiide augetrulVeii. wo sie so liegen, dali ihr Maximaldurchmesser senkrecht steht, üei einigen Stücken siebt iii.in ;iii der (Hierseite scliMiale V. Lendknfeld, Tetraxonia. 327 Furchen, welche einige von den benachbarten Poren miteinander verbinden (Fig. 29, 32), bei anderen sind die zwischen den Poren gelegenen Teile der äußeren Oberfläche ziemlich glatt. Die Farbe des Schwanimes ist in Weingeist grünlichbraun. Die Intensität dieser Farbe ist sehr vei-schieden. Viele Stücke sind sehr blaß, fast weißlich (Taf. XXIV, Fig. 18—20, 25, 30), viele mäßig stark gefärbt (Fig. 21, 23, 31), einige ganz dunkel (Fig. 22, 29, 32). Die Mächtigkeit der Zwischenschicht und die Entwicklungshöhe der Dermalmerabran weisen beträchtliche Schwankungen auf. Bei einigen Stücken — das sind jene oben erwähnten, deren Poren teilweise durch Furchen der äußeren Oberfläche miteinander verbunden erscheinen — ist die Dermalmemliran unvollkommen, bei anderen — das sind die, deren (Jberfläche zwischen den Poren glatt ist — ziemlich gut entwickelt, sie erreicht jedoch bei keiner der von mir unter- suchten Stücke der Subspezies antarctica einen so hohen Ausbildungsgrad, wie bei den von Schulzk') untersuchten mediterranen Stücken. Bei allen von mir an Schnitten studierten Exem- plaren der Gauss-Sammlung lagen die äußersten Geißelkammern dicht unter der Oberfläche (Taf. XXIV. Fig. 16). Die Bilder, die ich da zu sehen bekam, entsprechen in mancher Hinsicht den Abbildungen, die Schui.zk') von l'kildna monolopha und namentlich Plakina dilopha gibt mehr als seiner oben zitierten Abbildung der mediterranen Hakina trilopha. Von den Poren ziehen lange Kanäle radial in die Tiefe hinab (Taf. XXIV, Fig. 16). Diese sind nur wenig enger als die Poren selbst. Zwischen ihnen verlaufen andere, weniger regelmäßig angeordnete und zum Teil weitere Kanäle, welche sich in ein System von Lakunen (Taf. XXIV, Fig. 16a) ergießen, das eine wohl ausgesprochene und ziemlich ausgedehnte Zone bildet. Bei den nicht oder nur wenig abgeplatteten, ringsum konvexen Stücken nhnmt diese Lakunenzone den zentralen Teil des Schwammes ein und erstreckt sich von hier aus an einer oder mehreren Stellen bis an die Oberfläche. Bei den platten Stücken mit flacher oder konkaver Unterseite breitet sich das Lakunensystem im Grundteil des Schwammes aus. Die Lakunenzone ist von (ieißelkanunern vollkonnnen frei. Außerhalb derselben werden aller überall zwischen den von den Poren herabziehenden Einfuhrkanälen und den in das Lakunen- system sich ergießenden Ausfuhrkanälen massenhaft Geißelkanunern angetroffen (Taf XXIV, Fig. 17a, 33). Diese liegen in mehreren Schichten so dicht gedrängt beisammen, daß für die Zweigkanäle, die sie mit jenen Haupt-, Ein- und Ausfuhrkanälen verbinden, nur sehr wenig Raum bleil)t: die Zweigkanäle sind sehr eng und winden sich zwischen den Kammern durch. Die Kannnern s('U)st (Taf. XXIV, Fig. 14a, 17a, 33) sind eiförmig, und infolge gegenseitiger Abplattiuig oder auch ungleichmäßiger, prä- oder postmortaler Zusammenziehung, oft unregel- mäßig. Ihre (irciße ist beträchtlichen Schwankungen imterworfen. Sie erreichen eine Länge von 100 /i und darüber, und sind 45 — 80 u breit. Die Lakunenzone (Taf. .\XIV, Fig. 14b, 16a) besteht aus dicht gedrängten, 80 — 250 ii weiten, meist langgestreckten, röhrenförmigen Hohlräumen, welche durch ungefähr 50 u dicke Membranen voneinandei- getrennt werden. Selten vereinigen sich mehrere von diesen Höhlungen schon nahe der Mitte oder im Grundteil des Schwammes, fern von einem Oscular- schornstein. zu größeren, bis 1 mm weiten, ungeteilten Hohlräumen. Stets aber ziehen sie, sich vereinigend und infolgedessen weniger zahlreich werdend, zu den Oscularschornsteinen hin. die o o o ') F. E. Schulze. Die Plakiniden. In: Zeitsebr. wiss. Zool. Bd. .'!4, Taf. 21, Fig. 12. -) F. E. Schulze. I. c. Taf. 20, Fig. 4, 10. Deiilsihi' Sllil].c>liii--K}<|ii-clili(in. IX. Ziioliivif. L 45 32S Deutsche Südpolar-Expedition. an jenen Stellen sitzen, wo die Lakunenzone an die Scliwamnioberfläche herantritt. Die Oscular- schornsteine sind selten einfache Röhren, meistens rinden sich Längsmenibranen darin, welche ihr Inneres in mehrere Kanäle teilen. In dem ersten Falle vereinigen sich die Kanäle der Lakunenzone zu der eintachen Oscularschornsteinhöhle, in dem zweiten (viel häufigeren) Falle erstrecken sich mehrere Kanalstännne bis ans Ende des Oscularschornsteins. In der Lakunenzone ist bei einigen Stücken das Epithel recht gut erhalten (Taf. XXIV, Fig. 14. 15 a). Es besteht hier aus 4 — 7 /li hohen Zellen, deren seitliche Begrenzung zwar nicht gut zu erkennen ist, deren kugelige. 3.3 — 6.5 ,« im Durchmesser haltende Kerne aber sehr deutlich hervortreten. Zuweilen sieht man an diesem Epithel (Taf. XXIV, Fig. 14) unregelmäi3ige, in die Lakunenkanallumina hineinragende Fortsätze, unil zuweilen (Taf. XXIV, Fig. 15) ragen die Epithelzellen selbst buckeiförmig in dieselben hinein vor. Manche von diesen Buckeln (Taf. XXIV, Fig. 15 a) sind mit größeren und kleineren Körnchen besetzt, die mit Hämatoxylin ungemein stark gefärbt werden. Von unten her dringen zuweilen kleine, zipfelförmige Fortsätze der Zwischenschicht in diese Buckel ein. Unter der äußeren Ol)erriäche des Schwammes rinden sich zahlreiche kugelioe Kerne von etwa 4 jii Durchmesser, die nach Azurtinktion als himmelblaue, mehrere (bis sieben) ganz dunkle, schwarzblaue Körnchen enthaltende Kreise erscheinen. Manche von diesen Kernen liegen den Strahlen der dermalen Tetraster dicht an. Solche Kerne habe icli an einem oder zwei, nie aber an allen vier Strahlen der Tetraster gesehen. Die die Geißelkammern auskleidenden Kragenzellen (Taf. XXIV. Fig. 14, 17. 33) sind S — 9,« hoch und 4 — 5 u breit. Ihre Kerne sind kugelig und halten 3.5 — 4.5 /ti im Durchmesser. Nicht selten sieht man im Innern der Kammer ein schwach köi-niges Fadennetz, welches entweder aus koaguliertem Schleim oder aus pseudopodienartig umgestalteten und teilweise verschmolzenen Kragenzellengeißeln bestehen dürfte. Das Skelett besteht aus Chelotropen, Rhabden, Tetrastern,') Ti-iaenen und Übergängen zwischen diesen Nadelformen. Die Chelotrope sind in großer Zahl im Choanosoui. in der Geißelkammerzone sowohl als in den Membranen der Lakunenzone (Taf. XXIV, Fig. 14, 16, 33), zei'streut und in erster so angeordnet, daß ihre Strahlen in den zwischen den Geißel- kammern liegenden Räumen verlaufen, ganz vom Gewebe eingeschlossen sind und nicht frei in die Kannnerlumina hineinragen. Die meisten Chelotrope haben vier aimidiernd gleich lange Strahlen, bei einigen ist ein Strahl mein- oder weniger verkihv.t. Die lihabde sind unregel- mäßige, centrotyle Diactine und werden vornelnnlich dicht unter der äußeren OberHäche angetroffen, wo sie, zumeist annähernd paratangential angeordnet, eine Art Geriecht bilden (Taf. XXV, Fig. 1, 13, 21, 22). Die Tetraster und die Triaene l)ilden eine einfache, aber dichte Ijage an der äußern Oberriäche. Die stets sehr zahlreichen Tetraster liegen zwar größtenteils uiuvgehnäßig. scheinen aber doch eine gewisse Vorliebe dafür zu haben, einen ihrer Strahlen radial nach außen zu richten. \\n\ Triaenen sind, wie wir sehen werden, zwei Arten zu unter- scheiden; außen.schäftige Lophotriaene, deren Schalt nach außen gerichtet und kürzer und stärker verzweigt ist als die Clade: und innenschäftige Triaene. deren Schaft nach innen gerichtet und länger und weniger verzweigt ist als die Clade. Die außenschäftigen Loplintriaem- breiten ihre ■) Unter dem dem 'l'ermimis Hexaster nacligebildcten Namen Tetrastcr vorstelle ich Nadehi, die aus vier gleich- wertigen, gleiche Winkel miteinander einschließenden, sämtlich ein- oder mehrfach verzweigten Strahlen bestehen. V. LioNDENPEi.il, Tetraxuiiia. 329 Cladoine paratangential in der Dermalmembran aus und richten ihre Schäfte radial nach außen ins Freie; sie sind ungemein selten. Die innenschilftigen Triaene. namentlich die langschäftigen, richten ihren Schaft radial nach innen und ihre verzweigten Clade schief nach außen (Taf. XXV, Fig. 22 b). Einige, namentlich kurzschäftige. sind unregelmäßig orientiert. Diese innenschäftigen Triaene sind stets in beträchtlicher Anzahl vorhanden, es ist ihre relative Häufigkeit (im Vergleich zu jener der Tetraster) bei den einzelnen Stücken aber eine recht verschiedene. Die Ohelotrope (Taf. XXV, Fig. 2b, 21c, 23, 28, 29) haben meistens vier gleichgroße, mehr oder weniger unregelmäßig gekrümmte, 42 — 57 /li lange, am Grunde 2.5 — 4 /.i dicke Strahlen. Zuweilen ist ein Strahl merklich verkürzt, und ab und zu trifft man solche Nadeln an, bei welchen diese Verkürzung so weit o-egangen ist. daß sie wie Triactine mit einem dem Nadelzentrum aufgesetzten Höcker aussehen. Solche Nadeln sind jedoch selten, und nie habe ich eine gesehen, bei welcher jene Strahlenreduktion so weit gegangen wäre, daß man sie als ein echtes Triactin bezeichnen könnte. Die Strahlen der Ohelotrope sind meist nicht stetig verdünnt, kegelförmig und einfach zugespitzt, sondern im Grundteil mehr allmählich, im Eiidteil rascher verschmälert. Bei den meisten Stücken hat die Mehrzahl dei' Chelotrope einen oder mehrere, distal weniger verschmälerte, am Ende bis 2 ft dicke und in mehrere, meist zwei bis drei, kleine, bis 1 // lange Terminaldornen zerteilte Strahlen. Diese Dornelung der Enden ist so fein, daß man sie nur mit stärkeren Vergrößerungen deutlich erkennt. Bei schwächerer Ver- größerung sehen die mit mehreren Enddornen ausgestatteten Chelotropstrahlen einfach abgestumpft aus (vgl. die Abbildungen auf Taf. XXV). Bei jenen 12 Stücken, bei denen die dermalen Tetraster und Triaene vorwiegend einfach verzweigte Strahlen (Clade) besitzen (s. u.), haben auch die Chelotrope des Choanosoms meist einfach zugespitzte Strahlen. Die Übergangsformen der Chelotrope zu den Tetrastern und Triaenen werden unten bei den Tetrastern besprochen. In den gepreßten Zentrifugnadelpräparaten habe ich öfters Chelotrope gesehen, bei denen dem Grundteil eines oder zweier Strahlen ein sehr dünner, schwarzer, etwa 1 ,« über die Strahlen- oberfläche vorragender Verdickungsring aufzusitzen schien. Ich glaube, daß diese Ringe — sie sehen wie diinne, schwarze Scheiben aus — durch das Vorhandensein eines feinen Bruchspaltes an der Stelle hervorgerufene optische Täuschungen sind, konnte mich hiervon aber doch nicht vollkommen überzeugen und halte es für möglich, daß einige Chelotrope wirklich solche Ver- dickungsringe besitzen, weshalb ich jene Erscheinung hier erwähne. Die Tetraster (Taf. XXV, Fig. 1, 2a, 13a, 14—18, 2Ia, 26), zu denen ein Teil der Tetralophe genannten Nadeln gehört, haben vier houjologe, nahezu gleich große, gleiche Winkel mit- einander einschließende Strahlen. Bei den meisten Stücken werden fast ausschließlich Tetraster angetroffen, deren vier Strahlen sämtlich mehrfach verzweigt sind (Fig. 13). Bei manchen Stücken finden sich neben diesen nicht wenige Tetraster, bei denen nur ein Teil der Strahlen mehrfach, die übrigen einfach verzweigt sind (Fig. 1). Bei 12 von den 172 Stücken haben die meisten Tetraster durchweg einfach verzweigte Strahlen. Die regulären Tetraster mit vier mehrfach verzweigten Strahlen (Fig. 14, 15) halten 39—52 ,m im Durchmesser. Sie haben distal kaum verdünnte, fast zylindrische Hauptstrahlen, die sich terminal in je ein Wirtel von meist drei bis fünf stark divergierenden Ästen auflösen. Jedem Ast sitzen mehrere, meist zwei oder drei kurze Zweige auf, die spitz oder abgerundet enden oder terminal nochmals in ein Paar Enddornen zei'teilt sind. Zur Erläuterung der Dimensionen ihrer Teile will ich die Maße einer solchen 45* s _'^?j(") Deiilsclie Sii(li)olai-l',x|icditii.Mi. Nadel anfiiliren. Diese Nadel hat einen Durchmesser von 40 ,//: ihre Ilauptstrahlen sind !) u \-A\vf und 4// dick, ihre Aststrahlen II — 1.')/< lanj;- und 3.5// dick, ihre Endzweige ;> — b ii lang. Teilt sich, was zuweilen vorkommt (Fig. 17). ein Sti'ahl in nur zwei Aste, so sind diese länger als die zu dritt bis zu fünft in einem Wirtel stehenden. Die Tetraster mit teilweise oder durchaus einfach verzweigten Strahlen, von denen mehrere Formen in Fig. 1 aligehildet sind, haben um ein aei'if'Ses längere Strahlenäste als die mehrfach vci-zweigten. Außer diesen echten, von den Dilferenzi-n der Aststrahlen abgesehen, regulären Tetraster, konmien auch irreguläre voi-, welche meist als Übergänge zu Chelotropen oder Triaenen erscheinen. Als solche sind die zwar nicht häuiigen, aber docli in 3">. 382 Hciilschc Siidpolar-Expcditioii. raiien. Dennoch haben ihre (ieißelkanuiieni und Xadeln viel l)edeutendere. zum Teil fast doppelt so große Dimensionen. Auch hinsichthch der Form der Nadehi herrscht, wie schon Topsent (1902, pag. 30, 31) konstatiert . hat, keine vollkounuene Übereinstimmung. Das clioanosomale Skelett der mediterranen besteht aus zahh-eichen Triactinen und wenigen Tetractinen, von welch letzteren die meisten einen mehr oder weniger verkürzten Strahl haben. Das clioanosomale Skelett der antarktischen besteht fast ganz oder ganz aus Tetractinen, die zum gröfiten Teil reguläre Uhelotrope sind, und von denen sich ntii' wenige durch bedeutendere Reduktion eines Strahls der Triactinform nähern. Nach Topsent (1902, pag. 30. 31) konunen bei der antarkti- schen einige wenige echte Triactine nelien den Vierstrahlern vor. Icli habe in dem Gauss- Material gar keine solchen gesehen. Die Tetraster inid die Clade der inneiischäftigen Triaene der antarktischen sind im ganzen reicher verzweigt als jene dei- mediterranen, die Khabde der ersteren haben einen etwas anderen Charakter als jene der letzteren, und die Strahlen dieser Nadeln sowohl als der die Triactine der mediterranen vertretenden Chelotrope der antarktischen suid am Ende häutig in mehrere Termlnaldornen zerteilt, was bei den mediterranen nicht beschrieben worden ist. Sowohl die oI)en beschriebenen Gauss-Sjjongien, als das von Topsent (li)(l2) untersuchte Stück der Belgica-Sammlung stammen aus überaus kaltem Wasser, erstere aus Wasser von — ■ 1.85°: die mediterrane Plakina tri/op/ui dagegen lebt im warmen mittelländischen Seichtwasser. Da die Kälte der Abscheidung des Kieselsäurehydrats in fester Form durch das Plasma förderlich zu sein scheint imd Kaltwasserspongien dementsprechend im allgemeinen größere und höher entwickelte Kieselnadeln als Warmwassers])ongien haben, könnte man wohl annehmen, daß derselbe Schwannn, sofern er an beiden Orten vorkäme, im warmen Seichtwasser des Mittelmeeres kleinere und einfachere Nadeln bilden würde als im kalten Wasser der Antarktis. Diese Auffassung wird im vorliegenden Falle noch dadurch gestützt, daß außer den oben beschriebenen antarktischen Plakimt trilopha Formen auch l'l(il,iiia iitoituloplia ähnliche Spongieii in A^-v Winterstation des .Gauss" gesammelt wurden, welche in ganz derselben Weise von der PhihiiKi monolop/i(t der eurasischen Küsten abweichen, wie die oben beschriebenen Spongien von den mediterranen Stücken von Plakina trilopha. Ob auch die Differenzen der Geißelkammergrötien auf jenen Temperaturunter- schieden beruhen, ist die Frage. Im ganzen sind die Unterschiede in beiden Fällen so groß, daß ich mich nicht entschließen kann, diese antarktischen Spongien ohne weiteres den beiflen genannten Spezies einzureihen, es vielmehr für notwendig halte, zwei Sulispezies, eine l'iir die europäischen, die aiideiv für ilie antarktischen Formen, innerhalb derselben zu unterscheiden. Ich erweitere daher den Speziesbegriff Plakina tnlolopha F. E. Scii. zur Aufnahme der oben beschriebenen antarktischen Formen und teile diese Spezies dann in zwei Unterarten: /■". (. mcditer- ranea und P. t. anlarctica. Die (i'rweiterte) Diagnose der Spezies und die Diagnosen der beiden Subspezies sind folgende: Plakina trilopha F. E. Seh. An wenigen Pimktcn ilnvi- Haclien oder konkaven Unterseite festgewachsene Platten oder Polster. Bis .")..') nun im größten Diucbmesser. Mit zahlreichen größeren odei' kleineren Poren an der OlM-rscitc. einem odei- mehreren kurziMi, einfachen oder von mehreren Kanälen diu'ch- setzten Oscnlai-siliornsteinen nnil diT Anliellini''' dienenden /iiii'eln, die zuweilen eine l)eträclitlielie V. Lendenfeld, Tetraxonia. 333 Größe erlangen. Weiß, gelb, braun oder rosa. In der Dermalmembran eine einfache, dichte Lage von mehrfach oder einfach verzweigten Tetrastern und Triaenen. Darunter in vorwiegend paratangentialer Lage Rhabde. Im inneren, wo auch die genannten Nadeln in geringer Zahl vorkonnnen können, Triactine oder Chelotrope. Außer diesen typischen viele Übergangsformen. Die Rhabde sind unregelmäßig zentrotyle Diactine, welche im mittleren Teile oft ein oder zwei kurze Nebenstrahlen tragen und an den Enden zuweilen in mehrere Terminaldornen zerteilt sind, 70 — 147 lit lang und 3 — 5 /< dick. Die Triactine und die Chelotrope haben 25 — 57 ,« lange, gewöhnlich gekrümmte und am Ende zuweilen in mehrere Dornen zerteilte Strahlen. Die 'l"^ Tetraster halten 25 — 52 ,« im Durchmesser. Die Triaene sind innenschäftige Triaene und außen- schäftige Lophotinaene. Die innenschäftigen Triaene sind zahlreich und haben einen 25 — 44 in langen, meist einfachen Schaft und einfach oder mehrfach verzweigte Clade. Ihr Ciadom hat eine dem Durchmesser der Tetraster ähnliche Breite. Die außenschäftigen Lophotriaene kommen nur in sehr geringer Zahl vor: zuweilen fehlen sie ganz. Ihre Ciadombreite ist etwas größer als der Durchmesser der Tetraster. Plakina trilopha F. E. Seh., mediterranea Ldf. 1880. Phikimi trilopha, V. E. Schllzk in: Z. wiss. Zool., v. 34, pag. 327, 449, t. 1>1. f. 12, 13. 1888. Placimi iriloplui, W . J. Sollas in: Kep. Voy. Cliallenger, v. 25, pag. 279. 1894. Pluc.'ma trilopliu. liHNDENi-EU) in: Denk. Ak. Wien, v. 61, pag. 98, t. 3, f. 45; t. r, f. .'j7. 1895. Plarhia triloplia, Tüpsent in: Arch. Zool. exper. ser. 3 v. 3, pag. 555, t. 21, f. 4— U. 1903. Plakina trilopha, Lendenpeld in: Tierreich, v. 19, pag. 121. Das Choanosomalskelett besteht vorwiegend aus Triactinen. Die Rhabde sind 70 — 90 // lang und haben in der Regel einfach zugespitzte Enden. Die Triactine und Chelotrope haben 25 — 30 ju lange, meist einfach zugespitzte Strahlen. Die Tetraster halten 25—32 ,« im Durch- messer. Mittelmeer: Bandol, Baiiyuls, Nea[iel. Lesina; Seichtwasser. Plakina triloplia F. E. Seh. antaretiea Ldf. 1902. Placina trilopha, Topsent in: Res. Voy. Belgica, v. Spongiaires, pag. 30, t. 3, f. 1. Das Choanosomalskelett besteht hauptsächlich aus Chelotropen. zwischen denen einige Tetractine mit einem verkürzten Strahl voi-kommen. Echte Triactine fehlen ganz oder fast ganz. Die Rhabde sind 110 — 147 /u lang und an den Enden öfters in mehrere Terminaldornen zerteilt. Die Chelotrope haben oO — 57 it lange Strahlen. Die Tetraster halten 39 — 52 /li im Durchmesser. Antarktis: 70»48'S., 91" 54' 0.: Tiefe 400 m: 66" 2' 9" S., 89" 38' 0; Tiefe 350—385 m. Plakina monolopha F. E. Seh. antaretiea n. subsp. Taf. XXV, Fig. 30—43. Von dieser Unterart wurden 21 Stücke erbeutet. Dieselben erscheinen als Polster oder Platten und halten 1.5 — 5 mm im größten Durchmesser. Die kleineren haben einen rundlichen, die größeren einen lappigen Umriß. Die Oberfläche einiger weist gyriförmige Wülste auf, welche durch Furchen getrennt werden. Andere sind glatter und haben deutlich begrenzte Poren: 334 Deutsche Siidpolar-Expeflitioii. aber aiuli bei diesen sieht man an (Kt OberHäclie oft Fiirehen. welflie von den Poren ausstrahlen. Bei einigen Stücken habe ich kur/c und ziemlich breite, einfach röhrenförmige Oscularschornsteine beobachtet. Die Farbe ist, in Weingeist, weißlich oder lichtbraun. Das Skelett besteht aus außenschäftigen Lopliotriaenen, Rhabden, Chelotropen und wenig zahlreichen Übergängen zwischen diesen Xadelformen. Die aiißenschäftigon Lophotriaene bilden eine einfache Lage an der äußeren OberJläche (Taf. XXV, Fig. 43 a). Sie Ijrciten ihre Ciadome paratangential in der Dennahnembran aus und richten ihre vei-zweigten Schäfte nach außen. Die Schäfte dieser Dermalnadeln sind diu-chschnittlich 25 u voneinander entfernt und ragen etwa 1.') II weit frei über die Schwammoberfläche voi*. Unter dieser Lophotriaenlage linden sich die Khabde. Diese sind sehr zahlreich uml zumeist paratangential angeordnet (Taf. XXW Fig. 43 b). Die Chelotrope liegen in großer Zahl im Choanosoin; neben regulären werden in geringerer Zahl auch solche angetroffen, bei denen ein Strahl mehr oder weniger verkiirzt ist. Bei einigen von diesen geht ilie Verkürzung des einen Strahls so weit, daß sie als Triactine mit einem kleinen, höckerförmigen Rudiment des vierten Strahls erscheinen. Bei mehreren Stücken glaube ich auch echte Triactine, (h-oistrahlige Nadeln dieser Art, oluie Rudiment eines vierten Strahls, gesehen zu halien. Bezugnehmend auf die Angabe Schulzes. ') daß sich bei keiner der XVloln iler von ihm untersuchten europäischen Plakina monolopha ein Achsenkanal ei'kenneii läßt, bemerke ich. daß bei den Nadeln der antarktischen Stücke der Gauss-Sammlimg zwar auch gewöhnlich von einem Achsenfaden nichts zu sehen ist, daß ich aber bei einigen Rhabden und auch bei einigen anßen- schäftigen Lopliotriaenen das Vorhandensein von Achsenfäden mit Sicherheit habe nachweisen können. In den beiden Strahlen der Rhabde erscheint der Achsenfaden als ein glatter Strano- in den verdickten (tylen) Mittelteilen derselben, sowie im Lophotriaenschaft ist er knorrig. Äste des Achsenfadens dringen in die |)riinären Äste des Lophotriaenschafts ein. ob auch die sekundären (und tertiären) Zweige desselben Achsenfadenzweige enthalten, koinite ich nicht ermitteln. Die reguläi-en Chelotrope und ihre triactinen Derivate (Taf. XXV. Fig. 42b) iiaben meist mehr oder weniger um-egelmäßig gekrümmte. 3U— ,')2,«* lange, am Grunde 1.5 — 3,« dicke Strahlen. Die außenschäftigen Lophotriaene (Taf XXV, Fig. 30—33, 35—41. 42a. 43a) hal)en einen 14 — 20,// langen Schaft und ein 33 — 4G ,// breites Ciadom. Die Clade schließen mit dem Schafte Winkel von !)0 — 112° ein. Der Schaft ist stets verzweigt; er pflegt sidi in drei liis fünf stärker (Fig. 37) oder schwächer (Fig. 36) divergierende Äste zu spalten. Diese Schattäste sind einfach und zugespitzt (Fig. 37), einfach und abgestumpft (Fig. 40) oder weiter verzweigt (Fig. 30 — 33, 36, 38). Die Clade shid entweder einfach oder terminal in zwei, selten drei Äste gespalten. Mehrfach verzweigt sind sie nie. Die Cladäste liegen meistens (Fig. 35, 39, 41) annähernd in der Ciadomebene; seltener (Fig. 37) treten sie aus dieser heraus. Bei etwa der Hälfte der Stücke haben die allermeisten Lophotriaene drei gabelspaltige Clade (Fig. 32. 35. 39. 43a) \\w\ erscheinen daher als verzweigtschäftige Dichotriaene (Tetralophe). Bei anderen Stücken werden nelien diesen tetralophen zahlreiche Lophotriaene angetroffen, bei denen ein ('lad einfach ') F. E. Schulze. Die Plakiniden. In: Zeitsclir. wiss. Zool. lid. Jl. |i;ip. 11,!. V. Lesdenpeld, Tetiaxonia. 335 und zwei gegabelt (Fig. 37) oder zwei einfach und eins gegabelt (Fig. 31) oder alle drei Clade einfach (Fig. 30, 36, 38, 40) sind. Diese erscheinen als trilophe, dilophe bzw. monolophe Nadeln. Bei einigen Stücken bilden die einfachcladigen (nionolophen) Formen die überwiegende Mehrzahl der Dermalnadehi. Als die höchst entwickelte Form dieser Nadeln ist jene mit einem mehrfach verzweigten Schaft und drei einfach verzweigten Claden anzusehen. Eine von diesen Nadeln, deren Dimensionen ich als Beispiel hierhersetze, hatte ein 40 ,« breites Ciadom und 11 u lange und 3 // dicke Hauptclade, von denen jedes zwei kegelförmige, zugespitzte, \l /li lange, in der Ciadomebene liegende Endclade trug. Der Endteil des Schaftes war in fünf stark divergierende Äste zerteilt, die auf der vom Ciadom abgekehrten Seite mehrere buckeiförmige Erhelnmgen trugen und sich terminal in je zwei lappenförmige Endzweige spalteten. Zusammen bildeten die Schaftäste mit ihren Buckeln und Endzweigen eine fünfstrahlioe Rosette von 17 u Dui-chmesser, deren höchster Punkt (Astspitze) 20 jli vom Nadelzentrum entfernt war. Übergänge zwischen diesen Nadeln und Chelotropen kommen in geringer Zahl vor. Die h'habde (Taf. XXV, Fig. 34, 42c, 43b) sind centrotyle, 100— 140 ^t lange, in der Mitte 3 — 4 ,// dicke Diactine. Manche (Fig. 34) tragen in der Mitte einen kurzen dritten Strahl. Diese Spongien wurden aus einer Tiefe von 350 m an der geodätischen Spalte (vom 6. Januar bis 8. F'ebruar 1903) und aus einer Tiefe von 385 m (IG. Juni 1902 bis 26. Januar 1903) bei der Gaussstation hervorgeholt. Die oben beschriebenen Spongien stehen in einer ähnlichen Beziehung zu der eurasischen Pkkt'iia viunolopha F. Iv Scn. wie die antarktischen Plakina tnlopha-Stncke zur mediterranen Flakimi Irilopha F. E. ScH.: sie ähneln der eurasischen Flakina monolopha in den wesentlichen Punkten, unterscheiden sich von ihr aber dui'ch die bedeutendere Größe und höhere Ausbildung der Nadeln. Diese höhere Nadelausbildung tritt hier nicht nur, wie bei der antarktischen Plakina trilopha, in dem Ersatz der Triactine des Choanosomalskelettes durch Chelotrope, sondern in besonders auffallender Weise auch darin zutage, daß die Dermalnadeln, welche bei der eurasischen Form stets einfache Clade haben (monoloph sind), bei der antarktischen vorwiegend verzweigte Clade haben (di-, tri- oder tetraloph sind). Ebenso wie ich die Beziehungen zwischen den mediterranen und antarktischen Stiicken der Plakina trilopha durch Erweiterung des Begriffes der Spezies Plakina trilopha und durch Teilung desselben in zwei Unterarten zum Ausdrucke zu bringen versucht habe, will ich auch hier den beobachteten Verhältnissen durch Erweiterung des Speziesbegriffes Plakina monolopha und durch Teilung desselben in zwei Unterarten, eurasia und antarctica. Rechnung tragen. Die (erweiterte) Diagnose der Plakina wonolopha und ihrer beiden Unterarten sind folgende: Plakina monolopha F. E. Scli. An wenigen Punkten der Unterseite festgewachsene Polster oder Platten. Bis 5 mm im größten Durchmesser. Oberfläche meist wulstig. Mit einfach röhrenförmigen Oskularschornsteinen. Weif3, bräunlichgelb, braun oder rosa. In der Dermalmembran eine einfache Lage von auf3en- schäftigen Lophotriaenen. Darunter in vorwiegend paratangentialer Lage Rhabde. Im Innern Triactine oder (und) Chelotrope. Außer diesen typischen auch Übergangsformen. Die Rhabde sind centrotyle, zuweilen einen kurzen Nebenstrahl tragende Diactine, 70—140 ,« lang und DiMifscIip Sildpnlar-Kxpi'ilitinii. IX. Zi)c)lo.,no. T. "*" O 336 Deutsche Südpolar-Expedition. 3 — 4.5 fi dick. Die Triactine und Chelotropc IiuIilmi 20 — 30 ,« hinge Strahlen. Die Lopho- triaene haben einen 10 — 20 ,« langen Schaft und ein 20 — 50 ,// breites Clatldui. Der Schaft trägt drei bis fünf einfache oder verzweigte Äste, die Clade sin) E. Topsent. Sponsiaires. In: Res. Voy. Belgica, v. Spongiaires, pag. 4.5. 46* ;jQ^ Deiitsclie Siidpolai-KxjiL'dition. Fig. 15. Sigm. Vergr. 341), Phot. Zeiss, .\p. 2, H. I. Fig. 16. Flächenansicht einer Porenhant mit eingestreuten Sigmen. Vergr. Ö40, l'hul. Zkiss, Ap. 4, Komp.-()k. G. Fig. 17 — 24. tiiuuliijra rirlcj n. sj). Fig. 17. Radialschnitt durch einen an die äußere Oberfläche grenzenden Teil eines kleinen (Jungen), 4 inni im Durchmesser haltenden Stückes (llämatoxylin). Vergr. 100. Phot. Zkiss, Ap. IG, Koniii.-Ok. G: a noch als ziemlich dünne Dermalmemhran erscheinende Rinde ; b Subdermalraum; (■ Geitlelkammern; d Kanäle des Choanosoms. Fig. 18. Radialschnitt durch einen an die äußere Dbertläche grenzenden Teil des grollen, 2.') mm im Durchmesser haltenden Stückes (Azur). Vergr. IGO, Phot. Zkis.s, Ap. 4: mm im Durchmesser haltenden Stückes; 15 eines stark sagittalen des großen, 25 mm im Ihirchmesscr haltenden Stückes; 17 eines irregulären mit einem verbogenen ( hid des großen, 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes. V. l;i';Nr>KNi-Ki,n. 'retraxoiiia. 339 Fig. 18. Cladüin eines aasgebildeten, schmalcladomigen Anatriaens des großen, 2.3 mm im Uurclimesser haltenden Stückes. Vergr. 100, Phot. Zeis.s, Ap. 16, Komp.-Ok. G. Fig. 1!'. Cladom eines Anamonaens des großen, 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Vergr. 100, Phot. Zeiss, Ap. IG, Komp.-Ok. 6. Fig. 20, 21. Cladome von großen Protriaenen. Vergr. 100, Phot. Zeiss, Ap. IG, Komp.-Ok. Ü: 20 eines stark sagittalen eines kleinen, 3. .5 mm im Durchmesser haltenden Stückes; 21 eines wenig sagittalen eines kleinen, 3.5 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Fig. 22 — 33. Ansicht einer Gruppe von zwölf verschieden großen Stücken in natürlicher Größe. Phot. Zeiss, Anastig. F = 412ram. (Die Nadelpräparate, nach welchen die Messungen gemacht wurden, worauf die biometrischen Angaben im Text beruhen, wurden von den in den Figuren 22 (25 mm), 24 (19 mm), 26 (9 mm), 30 (5 mm) und 33 (3..') mm) wiedergegehenen Stücken angefertigt.) Fig. 34. Cladom eines jungen Anatriaens eines kleinen, 3.5 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Vergr. 100, Phot. Zeiss, Ap. 16, Komp.-Ok. 6. Fig. 35, 3G. Die beiden Enden eines großen anisoactinen Ampliiox des großen, 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Vergr. 340, Phot. Zeiss, Ap. 4, Komp.-Ok. 6: 35 das distale Ende; 36 das proximale Ende. Fig. 37, 38. Zwei große anisoactine Amphioxe des großen, 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Vergr. 9.5, Phot. Zei.ss, Planar F = 50 mm. F'ig. 39 — 42. Kleine zerstreute isoactine Amphioxe aus Nadelpräparaten des Sediment 11. Vergr. 100, Phot. Zeiss, Ap. IG, Komp.-Ok. 6: 39 eines kleinen, 3.5 mm im Durchmesser haltenden Stückes; 40 eines kleineren, 5 mm im Durchmesser haltenden Stückes; 41 eines mittleren, 9 mm im Durchmesser haltenden Stückes; 42 des großen, 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Tafel XXIII. Fig. 1 — 19. (inacliijra verte.r n. sp. Fig. I, 2. Kleine Protriaene des großen, 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Vergr. lno, Phut. Zeiss, Ap. l(i, Komp.-Ok. 6: 1 cladomaler Endteil eines kleinen Protriaens; 2 ein ganzes, kleines Protriaen. Fig. 3. Durch das Schwammzentrum und eine Porengrube gehender Schnitt (hircli ein mittleres, gegen 7 mm im Durch- messer haltendes Stück. Vergr. 7.5, Phot. Zeiss, Planar F = 50mm: a Porengrube; h Subdermalräume; (' radiale Nadelbündel. Fig. 4. Durcii das Schwammzentrum und eine l'orengrube gehender Schnitt durch eines der kleinsten, 3 mm im Durch- messer haltenden Stücke (Eosin). Vergr. 7.5, Phot. Zeiss, Planar F = 50 mm: (/ Porengrube; /( Subdermalräume. Fig. 5. Durcli den Rnndteil einer Porengrube gehender Radialschnitt eines mittleren, gegen 7 mm im Durchmesser haltenden Stückes. Vergr. 20, Phot. Zeiss, Planar F = 20mm: a frei vorragende Distalenden von radialen Nadelbündeln; li Teil des Kranzes kleiner Protriaene in der Umgebung der angeschnittenen Porengrube; c Riugverdickung der Rindenlage in der Umgebung der angeschnittenen Porengrube; ä das die Wand der angeschnittenen Porengrube bildende Balkennetz. Fig. 6. Durch das Schwammzentrum \ind eine Porengrube gehender Schnitt durch ein mittleres, 8 mm im Durchmesser haltendes Stück (Kongorot, Anilinblau). Vergr. 7.5, Phot. Zei.ss, Planar F = 5ümm: o Porengrube; h Subdermalräume; c Höhle, worin sich ein fremder Organismus (Symbiont) befand; (/ radiale Nadclbüudel. Fig. 7, 8. Zwei große Protriaene des großen, 25 mm im Durchmesser haltenden Stückes, Vergr. 6.5, Phot. Zeiss, Planar F= 100 mra. ;{4() Keulscliu Siifliiolar-Kxpi'ditioii. Fig. 9— 11. Drei kleinere Anatriaene des großen, 2.j mm im Durchmesser haltenden Stückes. Vergr. G.5, I'hot. Zi:iss, I'lanar F — lOd mm. Fig. 12—14. Drei f,'roße Anatriaene des großen, 2.') inm im Durchmesser iialtenden i^tückes. Vergr. G..'». I'hot. Zki.s.s, Planar F= 100 mm. Fig. K)— r.i. Sigme (Sigmcngruppen) aus Zentrifugnadclprä]iaratcn. Vergr. .'540, Pliot. Zkiss, Ap. 4. Komp.-(ik. fi: 1.") eines griißeren, 19 mm im Durchmesser haltenden Stückes; Kl des großen, 'i.'» mm im Durdimesser haltenden .Stückes ; 17 eines mittleren. :i mm im Durchmesser Iialtenden Stückes; 18 eines kleinen, 'ö.'i mm im Iiurchmesser haltenden Stuckes; i:i eines kleineren, •') mm im Durchmesser haltenden Stückes. Fig. 'JO — •>:'>. Chiaclii/rti bartiula (Sdi.i..). Fig. 2U. Anatriacn aus dem Grundteil. Vergr. luo, I'hot. Zi:iss, Ap. Kl, Komp.-Ok. fl. Fig. -n. Sigm. Vergr. 280, I'hot. Zei.ss, Ap. 2, H. i. Fig. 22. Protriaen aus dem Grundteil. Vergr. loo, I'hot. Zi:ins, Ap. k;, Komp.-i)k. (;. Fig. 23. Gruppe von Ciadomen von Anatriacnen (Anatriaenderivaten) aus dem distalen Teil eines, durch ein Nadelbündel geführten Längs-(Radial-)Schnittes. Vergr. 100, Phot. Zbi.ss, A|i. IC, KoTiip.-Ok. (i: u Cladorae von regelmäßigen Anatiiaencn; h Ciadom eines unregelmäßigen Anatriaenderivates. Talel XXIV. Fig. 1 — 13. Tribracliion lonf/isjiiiinin n. sp. Fig. 1. Acanthtylaster des Oscularschornsteins. Vergr. 340, Phot. Zioiss, Ap. 2, 11. I. Fig. 2. Kin kleinerer vielstrahliger Oxyaster. Vergr. :!4(i, I'hot. Zeiss, Ap. 4, Komp.-Ok. G. Fig. 3. Orthotriaen des Körpers mit regulärem Clailom. Vergr. 38, Phot. Zei.ss, Planar, F = 20 mm. Fig. 4. Ciadom eines Anatriaens iles Körpers. Vergr. 100, Phot. Zeiss, Ap. 16, Komp.-Ok. G. Fig. .'). Orthotriaen des Körpers mit irregulärem Ciadom. Vergr. 38, Phot. Zeiss, Planar. F = 20 mm. Fig. G, 7. Ansicht zweier Stücke. Vergr. 2.7.'), Pliot. Zuiss, Anastig. F= KiT mm. Fig. 8. Orthodiaen des Oscularschornsteins. Vergr. 38, Phot. Zeiss, Planar, F - 20 mm. Fig. ;t. Kin flach ausgebreitetes Stück der Wand des Osculaischornsteiiis. Vergr. 20, l'liol. Zkiss, Planar, F=20mm: (/ proximaler Teil; /' distaler Teil. Fig. m. Kin tlacii ausgebreitetes Stück der NVaiid des Oscularschornsteins. Vergr. 21.'), Phot. Zeiss, Ap. 8. Komp.-Ok. G: (' l'iaen; It Acanthtylaster. ^ Fig. II. Ein Am])liiox des Körpers. Vergr. 38, Phot. Zeiss, Planar, F = 20 mm. Fig. 12. Teil eines Schnittes durch den Körper. Vergr. 21.j, Phot. Zeiss, Ap. 8, Komp.-ok. G: (I großer, wenigstrahliger Oxyaster; 1) kleinere, vielstrahlige Oxyaster; c kleine Acanthtylaster. I'Il'. I".. ••nippe von Mikrosklereii des Körpers; aus einem Zcntrifugnad('li)iäparat. Vergr. 34 n, Phnt. Zkins. Ap.4. Komp.-Ok.G: a lange Dornen an einem Strahl eines großen Oxyastcrs; /> ein großer, wenigstraldiger Oxyaster; c .Xcanthtylaster. Fig. 14 — 33. I'lakiiia Irihijiliii !■'. E. Seil, tinlarvlica ii. subsp. Fig. 14. Schnitt senkrecht zur Oberfläche durch das Grenzgeliiet zwischen der Gcißelkaniiuer- und der Kakuiienzoiie. Ilämatoxylin. Vergr. 21.'), Phot. Zeiss, Ap. S, Kump.-Ok. G: (/ Geißelkamiuer; li Kakunc. Fig. \h. Schnitl senkrecht zur Obertläcbe durcii die Kakunenzonc. Ilämatoxylin. N'eigr. .) U». l'liot. Zeiss, Ap. t, Komp.-Ok. G: (I Epithel; /< Zwischenschichtgewebe. V. Lkndbnkki.ii, Tetraxoiiia. 342 Fig. 10. Querschnitt durch die Mitte eines :!.t mm im nurchmesser haltenden Stückes. Hämatoxylin. Vergr. 22, Phot. Zkis.s, Piaiiai-, F = .'»0 mm: a Lakunenzone. i-'ig. 17. Sclinitt .senkroclit zur Obcrfläolio diircli die fleißelkammerzone. Hämatoxylin. Vergr. .".40. Phot. Zkiss, Ap. 4, Komp.-Ok. (I : a GeiLlelkammer. Fig. 18 — ."2. Gruppe von l.j verschiedenen Stücken. Vergr. 2.4, Phot. Zi:r.s.s. Aiiastit;. F^K'.Tmni: 18—2'.), 31, 32 Oberseite; 30 Unterseite; 18—2(1, 23—28, 30 weiüliclic Stücke; 21, 31 mäßig gefärbte Stücke; 22, 29, 32 dunkle Stücke; 18, 19, 23, 27, 29—32 ohne Anluinge; 20 — 22, 24 — 26, 2.S mit zipfel förmigen Anhängen. Fig. 33. Schnitt senkrecht zur ObprAäche durch die Ocißelkammcrzonc. Hämatoxylin. Vergr. 21.'), Phot. Zkiss, Ap. S, Komp.-Ük. I!. Tafel XXV. Fig. 1 — 29. I'ldl.iiui trilophu F. K. Scii. nutarrtira n. subsp. Die Nadeln Fig. 2 — 12, 14—20, 2.H und 29 entstammen einem Stück, die Nadeln Fig. 2;i. 24, 20 und 27 einem anderen. Fig. I. Fiächenansiclit der äußeren Oberfläche. Vergr. 34o, Phot. Zuiss, Ap. 4, Komp.-Uk. (J: a außenschäftiges Lophotriaen; h Rhabd. Fig. 2. (iruppc von Nadeln aus einem Zentrifugnadelpräparat. Vergr. 215, Piiot. Ziciss, Ap. S, Korap.-Ok. G: (I Tetraster; // Chelotrope ; c tetractines, protriaenartiges Khabd. Fig. 3—12. Khahdo. Vergr. 340, Phot. Zki.ss, Ap. 4, Komp.-Ok. Ü: 3 — .") einfache centrotyle Amphioxe; 6 au einem Ende gegabeltes Diactin ; 7 an beiden Enden ijegabeltes Diactin ; 8 triactincs Rhabd mit einem gegabelten, rudimentären Strahl; 9, 10 tetractine Rhabde mit zwei einfachen, rudimentären Strahlen; 11 tetractines Rhabd mit zwei gabelspaltigen, rudimentären Strahlen; 12 Unregelmäßige, scheinbar pentactine Form. Fig. 13. Fiächenansiclit der äußeren Oberfläche. Vergr. 34(>, Phot. Zi;is,s, Ap. 4, Komp.-Ok. (i: — 41. .Viißenschiiftige Lophotriaene. Vergr. 340, Phot. Zbiss, Ap. 4. Koinp.-f)k. ('<: 3.J, 39 Apicalansichten solcher Triaene. deren (lade alle gabelspaltig sind; 36 Seitenansicht eines solchen Triaens mit einfachen Claden; 37 Seitenansicht eines solchen Triaens mit spitzen Scbaftaststralilen und zwei einfachen und einem gegabelten Clad: 38 Apicalansicht eines solchen Triaens, dessen (lade alle einfach sind: 40 Seitenansicht eines solchen Triaens mit stumpfen Schaftaststrahlen und einfachen Claden; 41 Seitenansicht eines solchen Triaens mit spitzen Schaftaststrahlen und durchweg gegabelten Claden. Fi'.'. 42. Gruppe von Nadeln aus einem Zentrifugnadelpräparat. Vergr. .UO, Phot. Zi:iss. Ap. 8, Komp.-Ok. G: a außenschäftigcs Lophotriaen; b Chelotrop; c Rhabde. Fig. 43. Flächenansicht der äußeren Oberfläche. Vergr. 21.'), Phot. Zeis.s, Ap. S, Konip.-ok. (i: a außenschäftiges Lophotriaen; h Rhabd. Fig. 44, i'}. Oscarella'! Fig. 44. Ansicht eines Stückes. Vergr. 4, Phot. Zeiss, Anastig. F= IGT mm. Fig. 4.3. Teil eines Schnittes. Hämatoxylin. Vergr. 2G7, Phot. Zeiss, Ap. 2, 11. 1. Deutsche Südpolar-Expedition. 1901-3. Band IX Tafel XXI. ^ 18 Fig. 1—15 Tethya sagitta n. sp.; Fig. 17—24 Cinachyra vertex n. sp. Deutsche Süopolar-Expeoition. 1901-3. Band IXTafelXXII Fig. 1—42 Cinachyra vertex n. sp. Deutsche Südpolar-Expedition. 1901-3. Band IX Tafel XXIII. 20 21 4 22 15 15 10 23 17 18 19 Fig. 1 — 19 Cinachyra Vertex n. sp.; Fig. 20 — 23 Cinachyra barbata (Soll.). Deutsche Südpolar-Expedition. 1901-3. Band IX Tafel XXIV. 17 Fig. 1-13 Tribraohion longispinum n. sp.; Fig. 14-33 Plakina trilopha F. E. Seh. antarctica n. subsp. Deutsche Südpolar-Expedition. 1901-3. Band IX Tafel XXV. Vm% *: * * ^ 19 20 23 22 21 A 7^ ^^ 30 24 25 26 I 27 10 >= )Vi_ 12 28 29 X 1 34 - A 38 31 A 32 Jl- 35 36 39 40 > 33 37 41 Fig. 1 — 29 Plakina trilopha F. E. Seh. antarctica n. subsp.; Fig. 30 — 43 Plakina monolopha F. E. Seh. antarctica n. subsp.; Fig. 44, 45 Oscarella? ECHINOGROMIA MÜLTIFENESTRATA NOV. GEN. NOT. SPEC. EINE NEUE, ZU DEN RHABDAMMINIDEN GEHÖRENDE RHIZOPODENART VON Dr. OLAW SCHRÖDER (HEIDELBERG) MIT TAFEL XXVI. Deutsche Sudpülar-Expedition. iX. Züülugie. I. 47 Etwa 50 Exemplare dieser Rhizopodenart wurden während der Monate August 1902 bis' Februar 1903 an der Gauss-Station in einer Tiefe von 380 ni erbeutet. Mit unbewaffnetem Auge gesehen, haben sie einige Ähnlichkeit nait einer Aulacantlia. Schon bei schwacher Ver- größerung (Fig. 1) erkennt man jedoch, daß der Körper von einer Hülle aus Kieselschwamm- nadeln, die locker miteinander verflochten sind, umgeben ist. Der Körper hat meist eine kugelige Gestalt: nur bei wenigen Exemplaren war er etwa stumpf dreieckig (Fig. 2). Sein Durchmesser beträgt Vs — 1 nim. Mehr läßt sich an Ganz- präparaten, auch nach Färbung und Aufhellung, nicht ermitteln.') Die Kiesel spicula, welche den Körper allseitig umgeben, haben verschiedene Gestalt und Größe. Die Mehrzahl ist einachsig, indessen finden sich auch Drei- und Vierstrahler. Sie sind unregelmäßig miteinander verflochten und häufio; zerbrochen. Die läno-sten Nadeln stehen oft radial, während die kürzeren meist tangential angeordnet sind. Während die meisten Nadeln sich unregelmäßig kreuzen, finden sich nicht selten einige, die parallel miteinander eng verkittet sind. An allen Nadeln erkennt man noch Spuren von Protoplasma, das wohl von den Pseudopodien des Tieres herrührt. Andere Fremdkörper als Spicula von Silicospongien fanden sich nie. Der Durchmesser der ganzen Hülle beträgt etwa 3 nmi. Zur Untersuchung des fehleren Baues wurde eine Anzahl Exemplare entkieselt, indem dem 70 prozentigen Alkohol, in welchem sie lagen, tropfenweise konz. Flußsäure zugesetzt wurde. Nach wenigen Stunden waren hierdurch die Kieselspicula aufgelöst und nur noch schwache, scheidenartige organische Reste von ihnen erhalten. Eine weitere Anzahl von Exemplaren wurde mittels feiner Präpariernadeln aus der Stachelhülle herauspräpariert, was ohne Mühe gelang. Die so vorbereiteten Exemplare wurden in Paraffin eingebettet und in Serienschnitte von 3 — 5 ,w Dicke zerlegt. Figur 4 stellt einen Schnitt durch ein entkieseltes Exemplar bei hundertfacher Vergrößerung dar. Im Innern fällt sogleich ein ansehnlicher Kern («) auf, dessen Durchmesser ungefähr 0.2 mm beträgt. Um ihn bildet das Protoplasma noch eine breite Zone. Nach außen wird der Körper durch eine feine membranöse Köi-perhülle (/<) begrenzt; um diese liegen die Spiculascheiden (sp). Die Körperhülle (Ji) von Echinogromia multifenestrata (Fig. 3 u. 4) ist äußerst zart. Sie erschien vollständig hyalin imd zeigte keine feineren Strukturverhältnisse. Ihre Dicke beträgt 2 ft. Sie wird vom Weichkörper iunner ganz ausgefüllt und scheint protoplasmatischer Natur ') Ich hatte das Material zugleich mit nndern Protozoen, deren systematische Stellung, wie auch in diesem Falle, erst nach genauer Untersuchung und Ilcrstcllung von Schnittserien festgestellt werden konnte, übernommen. Die Veröffent- lichung wurde von Herrn Prof. Rhumble« (llann.-Münden), dem Bearbeiter der Rhizopoden der Deutschen Südpolar- Expedition, genehmigt. 47* 346 Deiitsdie Siidpolar-Kxpedition. ZU sein, da sie sich bei Melirfachfärltimg mit di-ii gleichen Farbstoffen tingiert, wie das Plasma und in 1 prozentiger Kalilauge leicht lösbar ist. Wie man bei Dnrchsicht einer Schnittserie erkennt, ist die Hülle von mehreren Öffnungen durchbrochen, deren Zahl durchschnittlich 4 — 8 zu betragen scheint. Im Umkreis jeder Öffnung ist die Hülle erheblich verdickt (Fig. 3. 4 u. 8m); sie erreicht dort eine Stärke von 16 — 20 ,is zu 2 it großen Granula (g), die Schröder, Echinogromia. 347 nur im zentralen Teil des Kerns fehlen. Von der Peripherie nach innen nehmen die Granula allmählich an Größe ab (s. Fig. 5). Dklafields Hämatoxylin und darauf folgendes Eosin färbt die Granula rot, während die feinen Körnchen (/;) dunkelblau gefärbt wurden. Ebenso wiesen die Granula eine starke Färbbarkeit mit Orange auf. Andere Kerneinschlüsse, besonders also Nucleolen, wurden in keinem Falle gefunden. Ein Vergleich zeigt, daß ähnliche Kerne auch bei anderen Rhizopoden gefunden waren. Ganz besonders fällt die Ähnlichkeit in Aussehen und Färbbarkeit mit dem von H. Schubotz (Arch. f. Protistenk., 1905, Bd. VI) genauer beschriebenen Kern von Amoeba hlattae (Bütschli) auf. Auch hier findet sich eine derbe Kernmembran, eine periphere Granulazone und eine zentrale granulafreie Partie. Außerdem al)er sind mehrere Nucleoli vorhanden. Nach Analogie hiermit halte ich nun bei Ecliinoijromia muUifenestrata für ausgeschlossen, daß die Granula ((j) Chromatin darstellen; da aber Nucleoli nie gefunden wurden, so sind vielleicht die feinen, in den Waben- wänden verteilten Körnchen als Chromatin aufzufassen. Echinogromia muUifenestrata gehört wohl zweifellos zu den reticulosen Rhizopoden. Hierfür spricht unter anderem der Bau des Protoplasmas, das keine Sonderung in Ecto- und Entoplasma erkennen ließ. Wenn auch die Pseudopodien selbst nicht mehr vorhanden waren, so weisen doch die Reste derselben auf einen im Leben reticulosen Bau. Wären die Pseudopodien lobos gewesen, so müßte wohl bei einigen der vielen untersuchten Exemplare ihre Gestalt noch zu erkennen gewesen sein, besonders da sie innerhalb der Stachelhülle gegen Verletzungen nach der Konser- vierung geschützt waren. Nur bei sehr feinen Pseudopodien läßt sich die geringe Erhaltung, wie sie bei dem sonst nicht schlecht konservierten Material vorliegt, erklären. Um filose Pseudo- podien kann es sich auch nicht gehandelt haben; dagegen spricht die Art des Protoplasma- austritts aus den Öffnungen der Körperhülle, die Ausbreitung des Plasmas au der Außenseite der Hülle und die an den meisten Schwammstacheln noch vorhandenen Plasmareste. Diese Befunde lassen sich nur durch die Annahme erklären, daß das Protoplasma nach seinem Austritt aus der Hülle sich mehr oder weniger über die Außenseite der Hülle ausgebreitet hat und sich von hier in Form eines reichverzweigten Netzes durch die Stachelhülle erstreckte. Somit halte ich die Zugehörigkeit zu den Reticulosa für sicher. Durch den Besitz einer kugeligen, einkammerigen, nicht verkalkten Hülle mit besonderen Offnungen zum Durchtritt des Protoplasmas ist die Einreihung von Echinogromia in die Familie der Hhahchnnminiden (Rhumhler) gegeben. Diese Familie wurde von Rhumbler (1903, Arch. f. Protistenk. Bd. HI) in seiner systematischen Zusammenstellung der recenten Reticulosa in acht Unterfamilien eingeteilt. Von diesen wird die Subfam. Alhgromiinae (Rhumbler) folgen- dermaßen charakterisiert (S. 202): „Weichkörper von einer weichen, formveränderlichen oder auch festeren, vielleicht manchmal protoplasmatischen, meist wohl chitinigen Hülle umkleidet, welche durch lockere, nie eng zusammengefügte Fremdkörperauflagerungen verstärkt sein kann. Die Hülle kann nicht an beliebigen Stellen von den Pseudopodien durchbrochen werden, sondern besitzt eine (seltener zwei) besondere Öffnungen (Mündungen) für dieselben." Abgesehen von der größeren Zahl der Mündungen würden die Eigenschaften der Hülle von Echinogromia ihrer Einreihung in die AUogromiinae nichts in den Weg stellen. Die größere Zahl der Mündungen ist aber wohl nicht als ein so wichtiges Merkmal aufzufassen, um darauf die Aufstellung einer neuen Unterfamilie zu begründen. Dagegen läßt sich unter den sechs Gattungen, aus welchen 348 Deutsclie Südpolar-Expedition. die Allogromiinae seitlier bestehen, fiir Echinngromia kein Platz finden, weshalb die Aufstellung einer neuen Gattung geboten erscheint. Am nächsten verwandt dürfte Echinogromia mit der Gattung Allogromia sein. Für diese teilt Rhümbi.er (S. 204) folgende Diagnose mit: „Gestalt ei- bis kugelförmig; meist ziemlich biegsame, dem Weichkörper direkt aufliegende, chitinige oder plasmatische Schale, von recht verschiedener Waiiddicke. Mündimg tci'miiial. Pseudopodien stets sehr fein reticulös, körnchenfiihrend." Von allen bekannten Allogromien ist Echinogromia durch die Zalil der Mündungen imter- schieden; abweichend ist ferner der Besitz einer äußeren, der Schale nicht aufliegenden Schwamni- nadelhülle, während Auflagerung von Fremdkörpern auf die Außenseite der. Schale bei einigen Allogromien vorkommt. Heidelberg, Dezember 1906. Tafel erklärung. Fig. 1. Ganzes Exemplar, mit kugeligem Weicbkörper, ungefärbt. Vergr. 30. Fig. i. Zwei Exemplare mit unregelmäßig gestaltetem Weichkürper. Vcrgr. 3. Fig. 3. Hülle, nach einer Scbnittserie kombiniert, m = Mündungen. Vergr. .')0. Fig. 4. Scbnitt durch ein mit Flußsäure entkieseltes Exemplar, n = Kern, h = Hülle, m = Mündung, .<;;) = Spiculareste. Vergr. lOO. Fig. 5. Schnitt durch einen Kern und das angrenzende Protoplasma, nm = Kernmembran, (jr = Granula, d = Diatomeen- schalen. Vergr. 2.')0. Fig. 6. Schnitt durch die Randpartic eines Kernes, nm = Kernmembran, i- = feine Körnchen, ^r ;= Granula. Vergr. I.")00. Fig. 7. Schnitt durch die verdickte Partie der Hülle um eine der Mündungen. «/) = Spiculareste. Vergr. 200. Fig. 8. Schnitt durch eine der Mündungen {m) der Körperteile. Vergr. '200. Deutsche Südpolar-Expedition 1901-3. Band ix Tafel xxvi. / ■Co; \ V ^: Wm\ % >S^ ■a-y-j 4 [ "iii^'vifi'i^^ '^ ,0 o > »•« ."■ rf» * / o o ^O o lit'unjReimer.Dr DIE INFUSOEIEN DER DEUTSCHEN SÜDPOLAß -EXPEDITION 1901-1903 VON Dr. OLAW SCHRÖDER (HEIDELBERG) mT TAFEL xxvn. Die Bearbeitung der auf Expeditionen gesammelten und konservierten Protozoen muß sich meist auf die Abteilungen beschränken, deren Bestimmung auf Grund von Skelett- oder Gehäusebildungen möglich ist, wie z. B. die Radiolarien, Foraminiferen und Tintinnen unter den Infusorien. Zum Studium lebender Infusorien, das liäufig allein geeignet ist, eine sichere Art- bestimmung zu gestatten, iindet sich bei Expeditionen wegen der großen Fiille anderer Aufgaben wohl nur ausnahmsweise Zeit. Eine Folge davon ist es, daß, abgesehen von den Tintinnen, nur selten neue Infusorien von Expeditionen beschrieben wurden. Das Infusorienmaterial der Deutschen Südpolar-Expedition bestand zum größten Teil in Glycerin- präparaten; eine Anzahl von Suctorien war auch, samt den von ihnen bewohnten Copepoden, in Formol oder Alkohol konserviert. Leider gelang es mir nur bei einer kleinen Zahl der präparierten Ciliaten. die Gattung festzustellen, wogegen die Bestimnnmg der Suctorien in den meisten Fällen möelich war. o I. Ciliata. Die meisten Ciliaten der Ausbeute des „Gauss" gehören festsitzenden Arten an. Ihre überwiegende Anzahl gegenüber den freilebenden Formen erklärt sich leicht daraus, dal! die auf verhältnis- mäßig großen Fremdkörpern befestigten Tiere beim Fange weniger leicht verloren gehen und daß sie ferner weniger leicht übersehen werden, da sie meist in Gruppen vereint sind oder mehr oder weniger ansehnliche Kolonien bilden. Bei fast allen festsitzenden Arten wird die Bestimmung dadurch erleichtert, daß sie resistente Gehäuse- oder Stielbildungen besitzen, aus denen wenigstens die Gattung meist noch ersichtlich ist, selbst wenn der Körper der Tiere durch Kontraktion stark deformiert ist. Dieses trifft besonders für die Vorticellinen zu, deren Einteilung in Gattungen sich auf den Bau ihrer aus schwer löslichen Albuminoiden bestehenden Stiele (siehe Schröder: Archiv f. Protistenk., Bd. VII S. 95) stützt. Die Vorticellinen waren im Gauss-Material durch die folgenden Gattungen verti'eten: Zoothanmiuni. Von dieser Gattung wurden zwei Arten erbeutet. Die eine derselben, deren nähere Bestimmuns; nicht möglich ist, fand sich im Plankton bei Kerguelen im Januar 1902. Sie bildet auf Algen Kolonien von geringer Größe. Von der zweiten Art wurden im warmen Gebiet des Atlantischen Ozeans fünfmal (am 18. VIIL, 22. VIII., 7. IX., 1. X. und 13. X. 1903) Kolonien in Planktonfängen beobachtet. Die kugelige Form einiger derselben läßt vermuten, Ueulsfhe SUdpolar-Esiiedilion. IX. Zoologie. I. 48 352 Deutsche Südpolar-Expedition. daß sie zum Plankton gehören, doch ist es möglich, daß sie vom Schiff abgerissen wurden. Die Kolonien waren sehr ansehnlich. Außer den zahlreichen kleinen Individuen fanden sich einige große (Macrogonidien). Nach der Art der Verästelung und nacli Anordnung und Gestalt der kleinen und großen Individuen handelt es sich sehr wahrscheinlich um Z. arbuscula Ehrbg. Vorticella. Von dieser Gattung wurde eine nicht näher zu bestimmende Art in größerer Anzahl bei Kerguelen im Januar 1902 auf Algen sitzend im Plankton gefanoen. Eine zweite ebenfalls unbestimmbare Art fand sich im Mai bis Juli 1902 auf Copepoden der Observatory- Bay. Vorticellen wurden ferner an Chaetoceros coarctatum Lauder festsitzend gefunden, doch nur im warmen Gebiet des Indischen und Atlantischen Ozeans. Cothiirnia. Eine wahrscheinlich mit C. maritima Ehrbg. identische Ai-t wurde im Januar 1902 im Plankton auf Algen sitzend bei Kerguelen erbeutet. Folliculina. F. (unpidla 0. F. Müller war in großer Zahl auf Bryozoenstöcken bei der Gauss-Station vertreten. Freilebende Ciliaten. Didinium nasutum (?) trat in einem Planktonfange bei der Gauss- Station im März 19U2 recht zahlreich auf Soviel mir bekannt, wurde Didinium bisher nur im Süßwasser beolnichtet. Außerdem fand sich vom Dezember 1902 bis März 1903 in den Plankton- fängen eine nicht näher bestimmbare hypotriche Infusorienart in mehreren Exemplaren. Bei den spärlichen Beobachtungen über marine Ciliaten ist es unmöglich, über ihre Ver- breitung besonders auf der südlichen Halbkugel genauere Angaben zu finden. Die große Mehr- zahl dürfte sich indessen als kosmopolitisch herausstellen. Hierzu gehören wahrscheinlich aueli Folliculina ampulla O. F. Müller, Cothurnia maritima Ehrbg. und Zoothamnium arbuscula Ehrbg. Von den in antarktischen Gebieten erbeuteten, oben erwähnten Gattungen sind uns auch aus arktischen Meeren Vertreter bekannt geworden, die ich hier kurz zusannnenstelle: Vanhöffen (1897) fand an der Westküste Grönlands Folliculina ampulla, Cothurnia maritima, Vorticella marina, Zoothamnium Cienkoioskii. Mereschkowsky (1879) fand im Weißen AK'er Folliculina ampulla, Cothurnia maritima, C. nodosa, C. compressa, C. (jrandis, C. arcuata, Vorticella pyrum, V. coloruta^ Zoothamnium alternans, Z. marin um. Clai'arede und Laciimänn (1858 — 59) fanden an der Westküste von Norwegen Folliculina ampulla, Cothurnvt midosa, C. Bocckii, C. co)iiprcssa. Zoothamnium (dtcrmins. Z. (/Icsnicinn und Z. mitans. II. Suctoria. Die erbeuteten Suctorien gehören den Gattungen Acineta, Tokophrija, Ephclotu und Ophri/o- dendron an. Von ihnen erwiesen sich vier Arten als neu; von zwei anderen zu Ephdota geliörenden .'Vrteii war die eine nicht näher l)estinunbar, die andere erwies sich als Eph. gcmmipara Hertwig. Diese war im Nord- und Südatlantischen Ozean mehrfach auf Algen erbeutet und wurde einmal in großer Zahl auf der Schale des Pteropoden Clio sulcata Pfeffer im März 1903 bei einem < )herllächenfange angetroffen. Diese Art ist aus fast allen europäischen Meeren bekannt und heftet sich an die verschiedensten Fremdköi'per fest. Neu sind die folgenden Suctorienarten: Schröder, Infusorien. Q55 Acineta calix nov. spec. Taf. XXVII, Fig. 1-3. Diese Aeiuete fand sich in sieben Exemplaren auf einem freilebenden marinen Nematoden (Fig. 3), der. im Januar 190.3 bei der Gauss-Station erbeutet worden war. Die Gestalt des Gehäuses ist etwa spindelförmig und läßt sich am besten mit einem Kelch vergleichen. Der Stiel ist nur kurz. In dem Gehäuse sitzt der gestreckt birnförmige Körper, dessen verjüngtes Vorderende die Tentakel trägt. Der Stiel (Fig. 1 u. 2 st) beginnt, wie bei den meisten Suctorien, mit einer kreisförmigen Basalplatte {Jrp) von etwa 16 // Durchmesser, mit welcher er auf der stark geringelten Cuticula des Nematoden befestigt ist. An dieser Basalplatte lassen sich an mit 0.1 prozentiger Säure- fuchsinlösung gefärbten Präparaten zwei Zonen unterscheiden, eine helle periphere und eine dunkler gefärbte zentrale. Die Verschiedenheit in der Färbung ist wohl auf die verschiedene Dicke der beiden Partien zurückzuführen. Im Zenti-um der Basalplatte erhebt sich der gerade massive Stiel {st). Derselbe ist ziemlich dünn und nimmt erst an seinem oberen Ende kurz vor dem Übergang in das Gehäuse etwas an Dicke zu. Seine Länge beträgt 20 //, die durchschnitt- liche Dicke 2 fi. Das verdickte obere Stielende, an welchem eine zarte Längsstreifuno; angedeutet ist, oeht direkt in das Gehäuse über. Mit Säurefuchsin färbt sich indessen das eigentliche Gehäuse stets intensiver, woraus zu schließen ist, daß die Stielsubstanz von der des Gehäuses wohl etwas abweicht. Die Dicke der Gehäusewand ist geringer als die des oberen Stielendes, so daß hierin nicht der Grund der dunkleren Färbung zu suchen ist. Durch die verschiedene Färbbarkeit ist es auch möglich, eine Grenze zwischen Gehäuse und Stiel festzustellen (s. Fig. 1 u. 2). Die Gehäusewand ist, soweit sie dem verbi-eiterten Stielapex aufsitzt, beträchtlich verdickt. Im optischen Durchschnitte macht diese Verdickung den Eindruck von zwei randlichen Erhebungen der Gehäusewand, die in die Ausbreitung des Stielendes hineinragen, während die Mitte der dem Stielapex direkt aufsitzenden Gehäusepartie etwas verdünnt ist. Demnach handelt es sich um eine napfförmige Verdickung. Die Verbindung zwischen Stiel und Gehäuse ist wahrscheinlich keine starre, indem das Gehäuse sich auf dem Stielapex neigen kann. Eine bewegliche Verbindung zwischen Stiel und Gehäuse hat Fraipont (1878, S. 90) bei einer ähnlichen Acinete im Leben beobachtet. Er gibt an, daß z. B. Wasserströmung ein Beugen des Gehäuses auf dem Stiel bewirken kann. Vom Stielapex an erweitert sich das Gehäuse bis zu seiner halben Höhe oder bis etwas oberhalb derselben. Darauf nimmt der Durchmesser in gleichem Maße wieder ab, bis kiu-z vor der Mündung, welche wieder etwas erweitert ist (s. Fig. 1 u. 2). Die Höhe des Gehäuses beträgt 80 fi, der größte Durchmesser 36 11 und der der Mündung etwa 20 u. Auf der äußeren Oberfläche des Gehäuses verlaufen etwa 14 — 17 leistenartige quere Ver- dickungsringe. Wie man am optischen Durchschnitt (Fig. 1 u. 2) erkennen kann, ist ihre freie Kante scharf. Alle Leisten laufen meist parallel, nur bei einem Exemplar zeigte sich hierin eine Abweichung, indem zwei Leisten einen wellenförmigen Verlauf nahmen. Ihre Abstände vonein- ander werden gegen die Gehäusemündung allmählich breiter. Besonders der Abstand zwischen dem Oberrand des Gehäuses und dem letzten Ring ist bedeutend breiter als der der übrigen. 48* 354 Deutsche Südpolar-Expedition. Kurz vor dem Oberraiid nimmt jukIi die sonst gleichmäßige Gehäusewand an Dicke zu, ein Zeichen, daß das Wachstum des Gehäuses abgeschlossen ist. Der freie Rand der Gehäusenüindung wird ebenfalls diircli eine leistenartige Verdickung gebildet, die den übrigen ähnlich ist. Er ist gerade abgeschnitten und zeigt keine Einschnitte. Die Iniienriäche des Gehäuses ist glatt. Der Körper der Acinete ist birnförmig bis gestreckt spindeU'ünuig (Fig. 1 u. 2) und etwa 80 ,« lang. Bei allen sieben Exemplaren war er fast ganz in das Gehäuse zurückgezogen, und nur die Tentakel oder ein Teil des Vorderendes (Fig. 1) ragten hervor. Das Hinterende ruht auf dem Grunde des Gehäuses und lullt dessen hinteren Abschnitt ganz aus, indem die Pellicida der Gehäusewandung eng anliegt. Nach vorn verschmälert sich der Körper bedeutend. Am Vorderende stehen acht bis zwölf gleich gebaute Saugtentakel. Sie sind verhältnismäßig dünn und enden mit einer knopfartigen Verdickung. In das Körperinnere lassen sie oder vielmehr ihre Kanäle sich noch eine Strecke lang ver